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Ägyptisch-Arabisch

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Der Artikel Ägyptisch-Arabisch gehört zur Kategorie: Dialekt, Arabische Sprache, Sprache in Ägypten
Ägyptisch-Arabisch ist ein neuarabischer Dialekt, der durch Filme und Lieder in weiten Teilen der arabischen Welt bekannt ist und von vielen Arabern verstanden wird. Dies liegt vor allem daran, dass Ägypten neben den USA und Indien („Bollywood“) die bedeutendste filmproduzierende Nation der Welt ist. Ägyptische Filme werden im gesamten arabischsprachigen Raum gezeigt, ohne Synchronisation oder Untertitel.

Im Gegensatz zu Nachrichten u.ä. werden Filme nicht auf Hocharabisch, der Schriftsprache des gesamten arabischen Raums, gedreht, sondern in der jeweiligen Umgangssprache; für die meisten Filme ist dies eben Ägyptisch-Arabisch. Dadurch wird Ägyptisch-Arabisch bzw. der Kairoer Dialekt heute im gesamten arabischen Raum verstanden.

Die Eigenbezeichnung des ägyptischen Dialekts lautet al-lugha al-ʿāmmiyya, kurz al-ʿāmmiyya (, etwa: „allgemeine Sprache“) oder auch einfach masrī ().

Der Kairoer Dialekt wird oft als Ägyptisch-Arabisch par excellence angesehen, obwohl die Dialekte außerhalb Kairos sich davon mehr oder minder deutlich unterscheiden. Die Angaben unten beziehen sich auf den Dialekt von Kairo.

Unterschiede in der Lautung

  • Aussprache von hocharabisch q als Hamza außer in einigen Buchwörtern: alb („Herz“, hocharab. qalb), hingegen al-qurʾān („der Koran“) oder qaumiyya („Nationalismus“)
  • Ersetzung von Hamza nach Vokal in Wortmitte durch y oder Längung des vorhergehenden Vokals: fār („Maus“, hocharab. faʾr); häufiger Wegfall von Hamza am Wortende, was teilweise zu Betonungsverschiebung führen kann: el-foʾarā („die Armen“, hocharab. al-fuqarāʾ)
  • Rückverschiebung von hocharab. dsch (ğ) zu g: gamal („Kamel“, hocharab. dschamal)
  • Verschiebung von th und dh zu t und d, bei Buchwörtern meist zu s und z: talāta („drei“, hocharab. thalātha), dahab („Gold“, hocharab. dhahab), hingegen sawra („Revolution“, hocharab. thawra), zikrollāh („Anrufung Gottes“, hocharab. dhikru llāh)
  • Monophtongisierung von Diphthongen: ai > ē, au > ō): bēt („Haus“, hocharab. bait), mōza („Banane“, hocharab. mauza)
  • Verschleifung von kurzem unbetonten u zu i oder a: mitallaʾ („geschieden“, hocharab. mutallaq). Teilweise ist jedoch auch die entgegengesetzte Entwicklung zu beobachten: ḥomār („Esel“, hocharab. ḥimār)
  • Teilweise wechselseitige Austauschung von n und l: fingāl („Tasse“, hocharab. finğān), burtuʾāna („Orange“, burtuqāla)
  • Neue Betonungsregeln, die pro Wort nur einen Langvokal zulassen, der immer betont sein muss. Ist ein phonemischer Langvokal unbetont, wird er wie ein Kurzvokal ausgesprochen.
    Beispiele:
    • hocharab. laymūn („Zitrone“) -> nicht lēmūn, sondern lamūn („a“ ist verkürztes „ē“, welches monophtongisiertes „ay“ ist.)
    • gābu („sie haben gebracht“) -> gabū („sie haben es/ihn gebracht“), nicht gābū

Unterschiede in der Grammatik

  • Wegfall fast aller Kasusendungen, wie dies bei allen anderen arabischen Dialekten der Fall ist.
  • Häufiger Gebrauch einer Verlaufsform (Partizip), auch mit perfektivischer Bedeutung, häufig doppelsinnig: ana ʿārif („ich weiß“, aber auch „ich habe es erkannt“, hocharab. fast ausschließlich ʾana ʾaʿrifu)
  • Gebrauch von Modifikationspräfixen für das Imperfekt. Die alten hocharabischen Modi existieren in den Dialekten nicht mehr, weil kurze Vokale am Wortende weggefallen sind. Das unmakierte Imperfekt hat dabei ähnliche Funktionen wie der hocharabische Apokat und Subjunktiv. Die mit bi- bzw. b- modifizierte Form fungiert als die „normale“ Präsensform. Die mit ḥa- bzw. ḥ- modifizierte Form als Futur. Sie ist aus wohl aus rāḥ ... („gehen“ ...) entstanden. Eine Modifikation mit ma- beziechnet einen verstärkten Imperativ. Beispiele:
    • yiktib er soll schreiben
    • biyiktib er schreibt
    • ḥayiktib er wird schreiben
    • matiktib So, schreib doch !
  • Wegfall von ʾan zwischen Hilfsverb und konjugiertem Verb: ana ʿāyiz aktib („ich will schreiben“, wörtlich „ich will ich-schreibe“, hocharab. ʾana ʾurīdu ʾan ʾaktuba)
  • Wegfall des Duals der Pronomina und der Verben. Bei Substantiven ist er allerdings produktiv.
  • andere Pluralendungen des gebrochenen Plurals: rigāla („Männer“, hocharab. ridschāl)
  • Die Verneinung des Verbs (außer bei der ḥa-Form) und von vielen Pseudoverben wird mit einer Umklammerung aus ma- und gebildet, in bestimmten Floskeln nur mit ma-. Der Imperativ kann nicht verneint werden, stattdessen wird der Jussiv verneint. Nominale Verneinung, sowie die Verneinung der ḥa-Form und der Verlaufsform erfolgt mit miš.:
    • Verben:
      • maʾultilūš Ich habe es ihm nicht gesagt.
      • mašuftihaš Ich habe sie nicht gesehen.
      • Verneinung des Imperativs: matʾullūš Sag es ihm nicht!
      • mabitʾullūš Du sagst es ihm nicht. / Sagst du es ihm nicht?
      • aber: miš ḥatʾullu Du wirst es ihm nicht sagen. / Wirst du es ihm nicht sagen?
    • Pseudoverben:
      • maʿandakš Du hast es nicht. Hast du nicht..?(Verneinung für "ʿandak"; du hast)
    • ohne :
      • ʿumri maʿultilu Ich habe es ihm nie in meinem Leben gesagt.
    • Verneinung des Niminalsatzes:
      • huwwa miš hina Er ist nicht hier.
      • ana miš mitgawwiz Ich bin nicht verheiratet.
      • iḥna miš min masr Wir sind nicht aus Ägypten.

Unterschiede im Vokabular

Hiervon sind gerade auch die Strukturwörter betroffen:
  • naʿm („ja“) > aiwa (aus ai wallāhi, einer Schwurformel)
  • naḥnu („wir“) > iḥna (Lautentwicklung)
  • ʾaina („wo“) > fēn (aus fī ʾaina)
  • al-ʾān („jetzt“) > dil-waʾti (wörtlich „zu dieser Zeit“, mit Voranstellung des Demonstrativpronomomes, wie es in Ägypten nicht mehr üblich ist)
  • matā („wann“) > ʾimtā (Lautentwicklung)
Im Laufe der Zeit hat das Ägyptisch-Arabische Lehnwörter aus dem Türkischen, später aus dem Französischen aufgenommen. Den größten Einfluss übt heute jedoch das Englische aus.
  • ʾōda (< türkisch oda), hocharab. ġurfa („Zimmer“)
  • duġghri (< türkisch doğru), hocharab. eher ʿalā tūl, „geradeaus“)
  • rōbdišambr (< franz. robe de chambre)

Die Dialekte Mittel- und Oberägyptens unterscheiden sich zum Teil beträchtlich vom in Kairo gesprochenen Arabisch.

Charakteristische Ägyptische Wörter und Sätze

Eine Liste typischer Ägyptischer Redeformeln und Wörter, die von Ägyptern und anderen Arabern als charakteristisch für den Ägyptischen Dialekt angesehen werden:

  • usw. („Wie gehts dir [m./f.], -euch, -ihm usw.?“)
  • („Was soll das?“, „Warum das?“ < Ausruf des Missfallens)
  • („Schluss jetzt!“ „Basta!“ etc., häufig auch als Füllwort und Adverb gebraucht.)
  • („Es reicht!“, „Genug jetzt!“)
  • (Partikel der Verstärkung --> „endlich“ bei Imperativen und „...nun denn...“ in Fragen )
    Beispiele:

Phonologie des Standardarabischen im Vergleich zum Ägyptischen

{Tausendfach verwendet}>

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Hocharabisches Phonem Aussprache nach Standard des Qur'ān Aussprache des Hocharabischen in Ägypten Korrespondierens Phonem im Ägyptischen, Erbwörter Korrespondierens Phonem im Ägyptischen, Lehnwörter aus dem Hocharabischen
als Radikal /ʾ/

/ʾ/ /ʾ/ als 1. und 2. Radikal, Sonderfall kal und ḫad
/w/ oder /y/ als 3. Radikal
  • ʾamar [ʾ-m-r]
  • kal [ʾ,w-k-l]
  • saʾal [s-ʾ-l]
  • ʾara [ʾ-r-w]
/ʾ/
nicht als Radikal /ʾ/ /ʾ/ /-/ /ʾ/
/b/ /b/ /b/ /b/
/t/ /t/ /t/ /t/
/th/ /s/,/th/ /t/ /s/
/dsch/ /g/ /g/ /g/
/ḥ/ /ḥ/ /ḥ/ /ḥ/
/ḫ/ /ḫ/ /ḫ/ /ḫ/
/d/ /d/ /d/ /d/
/dh/ /z/,/dh/ /d/
*Bsp.: dīl "Schwanz" Erbwort aus hocharab.: ذيل ḏīl
/z/
*Bsp.: ʿazāb "Qual, Kummer" Lehnwort aus hocharb.: عذاب ʿaḏāb
/r/ /r/ /r/ /r/
/z/ /z/ /z/ /z/
/s/ /s/ /s/ /s/
/š/ /š/ /š/ /š/
/ṣ/ /ṣ/ /ṣ/ /ṣ/
/ḍ/ /ḍ/ /ḍ/ /ḍ/
/ṭ/ /ṭ/ /ṭ/ /ṭ/
/emphatisches dh/ /ẓ/ /ḍ/
*Bsp.: ḍahr "Rücken" Erbwort aus hocharb.: ظهر ẓahr
/ẓ/
*Bsp.: ẓarf "Briefumschlag" Lehnwort aus hocharb.: ظرف ẓarf
/ʿ/ /ʿ/ /ʿ/ /ʿ/
/ġ/ /ġ/ /ġ/ /ġ/
/f/ /f/ /f/ /f/
/q/ /q/ /ʾ/
*Bsp.: ʾatal "töten" ُErbwort aus hocharb.: قتل qatal
/q/,/ʿ/
*Bsp.: qanūn "Gesetz", von weniger Gebildeten auch ʾanūn Lehnwort aus hocharb.: قنون qanūn
/k/ /k/ /k/ /k/
/l,ḷ/ /l,ḷ/ /l/,/ḷ/
Phonomemisch geschieden, allerdings in sehr geringer Frequenz.
Minimalpaar:
waḷḷa „bei Gott“
walla „oder“
/l,ḷ/
/m/ /m/ /m/ /m/
/n/ /n/ /n/ /n/
/h/ /h/ /h/ /h/
/w/ /w/ /w/ /w/
/y/ /y/ /y/ /y/
/y/ /y/ /y/ /y/
- - als mit 3 Punkten geschrieben /dsch/
Phonomem mit geringer Frequenz:
Bsp.: dschība „Rock“
-

Dadurch ergeben sich in Ägyptischen zwei Arten des „ʾ“.

  • Eine elidierbare Form, deren Realisierung vom Kontext abhängig ist.
  • Eine radikalische Form, die niemals elidierbar ist.

Im Ägyptischen können Erbwörter und Lehnwörter aus dem Hocharabischen mit derselben Wurzel aber unterschiedlicher Realisierung vorkommen. Aus Hocharabisch ṯinyah „Sekunde“, „zweite [f.]“:

  • Lehnwort: sinya „Sekunde“
  • Erbwort: tinya „andere, zweite [f.]“

Grammatik

Substantive

Im Ägyptischen tragen Substantive folgende Eigenschaften:

Definitheit

Ein Substantiv wird bestimmt, wenn es mit dem Präfix il- versehen wird. Vor Sonnenbuchstaben assimiliert sich das l.

  • bēt - il-bēt "Haus- das Haus"
  • šams - -šams "Sonne - die Sonne"
  • kalb - il-kalb, auch ik-kalb "Hund - der Hund"

(Im Gegensatz zum Hocharabischen können im Ägyptischen auch k und g assimiliert werden.)

Genus

Substantive sind entweder maskulin oder feminin. Feminine Substantive tragen fast immer die Endung -a aus hocharabisch ة oder -ā(t). Manche feminine Substantive tragen keine Endung, sie sind meist weibliche Personenbezeichnungen. Substantive mit der Endung -a aus hocharabisch اء oder ى sind teils maskulin.

  • Feminin:
    • mit Endung -a: ḥāga "Sache"; mudarrisa "Lehrerin"; ḥamāt "Schwiegermutter"; ḥayā "Leben"
    • ohne Endung: ʾumm "Mutter"; bint "Mädchen, Tochter"; sitt "Frau"

  • Maskulin:
    • mit Endung -a: dawwa "Medikament"
    • ohne Endung: bāb "Tür"

Numerus

Es existieren drei Numeri: Singular, Dual und Plural:

Der Singular ist bei Sammel- und Gattungsbezeichnungen durch -a markiert. Die unmarkierte Form bezeichnet den Kollektiv.

Der Dual ist produktiv, aber meist nur optional. Bei paarigen Körperteilen gibt es einen Pseudodual mit pluralischer Bedeutung. Gebildet wird er mit der Endung -ēn. Die Endung -a ة wird dabei zu -itēn, -tēn.

Der Plural wird größtenteils gebrochen, d.h. durch Änderung der Vokalstruktur, gebildet. Die Bildungsweise ist sehr vielfältig Der regelmäßige Plural tritt meist nur zu Berufsbeziechnungen und Lehnworten. Er endet bei männlichen Personenbezeichnungen auf -īn, bei sonstigen Substantiven auf -āt (ersetzt Femininendung -a). Bei manchen Zeitangaben und bei der Zahl Tausend ilf einen speziellen Zählplural ti-, tu-, t- für die Zahlen 3-10.

Singular Dual Plural Kollekiv Pseudodual Zählplural
auf -in mudarris "ein Lehrer" mudarrisēn "zwei Lehrer" mudarrisīn "Lehrer"
auf āt mudarrisa "eine Lehrerin" mudarrisitēn "zwei Lehrerinnen" mudarrisāt "Lehrerinnen"
m. dulāb "ein Schrank" dulabēn "zwei Schränke" dulabāt "Schränke"
f. ṭarabēza "ein Tisch" ṭarabizitēn "zwei Tische" ṭarabizāt "Tische"
bei Lehnwort: tilifizyōn "ein Fernseher" tilifizyunēn "zwei Fernseher" tilifizyunāt "Fernseher"
gebrochener Plural rāgil "ein Mann" raglēn "zwei Männer" rigāla "Männer"
bei Lehnwort: film "ein Film" filmēn "zwei Filme" ʾaflām "Filme"
Mischplural (selten) ʾaṭr "ein Zug" ʾaṭrēn "zwei Züge" ʾuṭarāt "Züge"
Gattungsbezeichnung samaka "ein Fisch" samakitēn "zwei Fische" ʾasmāk "Fische" samak "Fisch"
Gattungsbezeichnung tuffāḥa "ein Apfel" tuffaḥtēn "zwei Äpfel" tuffaḥāt "Äpfel" tuffāḥ "Äpfel"
Bsp. für Pseudodual ʿēn "ein Auge" ʿaynēn "(zwei) Augen" ʿayūn "Augen" u.a. ʿaynēku "eure (wörtlich: zwei) Augen" statt ʿayunku
Bsp. für Zählplural* šahr "ein Monat" šahrēn "zwei Monate" šuhūr "Monate" u.a. ḫamastušhur "fünf Monate"

* Den Zählplural gibt es bei den Worten šahr- -tušhur "Monat", ʾilf - talāf "tausend" und yōm - tiyām "Tag" sowie fast unkenntlich bei den Zahlen 13-19 ʿašara - -ṭāšar "Zehn". Bei šahr und ʿašara verschmelzen Zahl und Wort.

Status constructus

Das besessene Wort in einer Genitivverbindung tritt in den Status constructus. Es steht wie im Deutschen vor dem besitzenden Wort. Dieser unterscheidet sich nur im Singular der Femina auf -a ة und -ā(t). Die Endung wird zu -it und -āt. Dasselbe gilt bei Personalsuffixen.

  • Ohne Änderung:
    • bāb "Tür" - bāb il-bēt "Haustür"
    • auf -a: dawwa "Medikament" - id-dawwa gidditak "das Medikament deiner Großmutter" (keine Änderung, da nicht aus ة)
  • Mit Änderung:
    • auf -a ة: mudarrisa "Lehrerin" - mudarrisit il-walad "die Lehrerin des Jungen"
    • auf : ḫayā "Leben" - ḥayāt in-nās "das Leben der Leute"
    • auf -a, auch wenn aus ا: dunya "Welt" - dunyitak "deine Welt"

  • Weitere Verschmelzung des Wortes mit der Endung:
    • ḫagāt "Sachen" - ḫagt il-madrasa "Schulsachen"
    • ʾōḍa "Zimmer" - ʾutt in-nōm "Schlafzimmer"

Personalsuffixe

Personalsuffixe an Substantiven haben possesive Bedeutung. Bis auf den Suffix der 1.P.S. sind sie mit den Personalsuffixen des Verbes identisch. Sie ändern ihre Gestalt (durch Bindevokal etc.) je nach dem wie die letzte Silbe des suffigierten Worts lautet, auch die letzte Silbe des suffigierten Wortes kann sich dabei ändern. Das Bezugswort tritt in den Status constructus, beim Dual fällt das -n der Endung -ēn aus. Ein Kurzvokal wird bei Antritt des Suffix gelängt.

Für jede mögliche letzte Silbe eines Wortes existieren verschiedene Reihen:

Silbenstruktur: Kv --> KV KvK KVK KvKK Dual
dawwa "Medikament" maktab "Schreibtisch" bēt "Haus" ʾilb "Herz" mudarrisa "Lehrerin" ḥayā "Leben" ʾōḍa "Zimmer" ʿaynēn "(zwei) Augen"
Status constructus dawwa maktab bēt ʾilb mudarrisit ḥayāt ʾutt ʿaynēn
1.P.S. mein dawwāya maktabi bēti ʾilbi mudarrisiti ḥayāti ʾutti ʿaynayya
2.P.S.m. dein dawwāk maktabak bētak ʾilbak mudarrisitak ḥayātak ʾuttak ʿaynēk
2.P.S.f. dein dawwāki maktabik bētik ʾilbik mudarrisitik ḥayātik ʾuttik ʿaynēki
3.P.S.m. sein dawwā maktabu bētu ʾilbu mudarrisitu ḥayātu ʾuttu ʿaynē
3.P.S.f. ihr dawwāha maktabha bitha ʾilbaha mudarrisitha ḥayatha ʾuttaha ʿaynēha
1.P.P. unser dawwāna maktabna bitna ʾilbina mudarrisitna ḥayatna ʾuttina ʿaynēna
2.P.P. euer dawwāku maktabku bitku ʾilbuku mudarrisitku ḥayatku ʾuttuku ʿaynēku
3.P.P. ihr dawwāhum maktabhum bithum ʾilbuhum mudarrisithum ḥayathum ʾuttuhum ʿaynēhum

Adjektive

Adjektive unterscheiden sich in ihrer Form nicht von Substantiven. Attributive Adjektive stehen hinter dem Nomen, prädikative Adjektiv bilden mit einem Substantiv einen Nominalsatz (ohne Verb).

Attributive Adjektive kongruieren in Definitheit, Genus und Numerus mit dem Nomen, prädikative Adjektive nur in Genus und Numerus.

Definitheit

Adjektive werden auf dieselbe Weise wie Substantive bestimmt:

  • ḥalw - il-ḥalw "hübsch"

Genus und Numerus

Adjektive treten in Kongruenz mit dem Substantiv, auf das sie sich beziehen. Sie können nur 3 Formen annehmen:

  • maskulin Singular
  • feminin Singular
  • Plural

F.Sg. wird durch die Endung -a gebildet. Durch die Endung -īn oder durch gebrochene Bildungsweise wird der Plural markiert.

m.Sg. f.Sg. Pl.
"hübsch" ḥalw ḥalwa ḥalwīn
"gefüllt, voll" malyān malyāna malyanīn
"verheiratet" mitgawwiz mitgawwiza mitgawwizīn
"groß" kibīr kibīra kubār
"verrückt" magnūn magnūna maganīn
"reich" ġani'* ġanya ʾaġniyya
"arm" faʾīr faʾīra fuʾara

* Das -i ist keine Endung, sondern Teil des Stamms.

Bezugsadjektive auf -i

Bezugsadjektive (Länderadjektive etc.) enden im m.Sg. auf -i, im f.Sg. auf -iyya und im Pl. auf -iyyīn. Manchmal mit gebrochenem Plural.

m.Sg. f.Sg. Pl.
"ägyptisch, Ägypter" maṣri maṣriyya maṣriyyīn
"nationalistisch" waṭani waṭaniyya waṭaniyyīn
"arabisch, Araber" ʿarabi ʿarabiyya ʿarab
"türkisch, Türke" turki turkiyya ʾatrāk

Adjektive der Farben und Gebrechen

Diese besondere Gruppe von Adjektiven zeigt folgendes Bildungsmuster:

m.Sg. f.Sg. Pl.
aKKaK KaKKa KuKK
"weiß" ʾabyaḍ bēḍa būḍ
"rot" ʾaḥmar ḥamra ḥumr
"blind" ʾaʿma ʿamya ʿumi

Kongruenz

Das attributive Adjektiv kongruiert immer mit dem Substantiv in Definitheit. Das prädikative ist immer indefinit.

Steht das Substantiv im Singular kongruiert das Adjektiv mit ihm im Genus. Bei Kollektiv steht das Adjektiv im f.Sg.. Bei den Bezugsadjektiven auf -i ist die Kongruenz optional und es kann auch m.Sg. bei feminien Substantiven stehen.

Steht das Substantiv im Dual oder Plural, so wird zwischen Substantiven, die sich auf Personen beziehen, und Sachsubstantiven unterschieden. Adjektiv stehen bei Personensubstantiven im Plural ebenfalls im Plural. Bei Sachsubsatntiven stehen sie entweder im f.Sg. oder Plural. Bei den Bezugsadjektiven auf -i ist die Kongruenz optional und es kann auch Sg. bei Substantiven im Dual oder Plural stehen.

Manche Adjektive sind unveränderlich z.B. bunni "braun".

Personensubstantiv Definit Indefinit m.Sg. f.Sg. m.Du. f.Du. m.Pl. f.Pl.
Prädikatives Adjektiv
  • Indefinit
  • Indefinit
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • Pl.
  • Pl.
  • Pl.
Attributives Adjektiv
  • Definit
  • Indefinit
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • Pl.
  • Pl.
  • Pl.
Bezugsadjektiv auf -i
  • In-/Definit
  • Indefinit
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • m.Sg.
  • Pl.
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • m.Sg.
  • f.Sg.
Sachsubstantiv Definit Indefinit m.Sg. f.Sg. m.Du. f.Du. m.Pl. f.Pl. Kollektiv
Prädikatives Adjektiv
  • Indefinit
  • Indefinit
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • f.Sg.
Attributives Adjektiv
  • Definit
  • Indefinit
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • f.Sg.
Bezugsadjektiv auf -i
  • In-/Definit
  • Indefinit
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • m.Sg.
  • Pl.
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • Pl.
  • m.Sg.
  • f.Sg.
  • f.Sg.
  • m.Sg.

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Ägyptisch-Arabisch


Gibt es Erklärungen für die Unterschiede bei den Strukturwörtern (koptisches Substrat o. ä.)? Jakob stevo 18:01, 1. Mai 2004 (CEST)

Mir ist kein Beispiel von koptischem Substrat im Ägyptisch-Arabischen bekannt. Die genannten Beispiele lassen sich alle innerarabisch erklären. --Abu l-bisse 10:10, 28. Dez 2005 (CET)


In dem Beitrag steht nichts über die reichhaltige und vielfältige ägyptisch-arabische Dialektlandschaft (vgl. den 5bändigen Ägyptischen Dialektatlas von Behnstedt/Woidich und den Artikel von Woidich über das Ägyptisch-Arabische im "Handbuch der Arabischen Dialekte"). Vielmehr beziehen sich alle Angaben auf das Kairenische. Deshalb sollte der Artikel komplett in einen neuen Eintrag "Kairenisch" verschoben werden. Es wäre doch umgekehrt auch grotesk, wenn im Eintrag "Deutsch" lediglich das Berlinerische behandelt wird.

Einige Sätze sind völlig unsinnig und sollten entfernt werden, z.B. gleich der erste Satz "Ägyptisch-Arabisch/Kairenisch ist der bedeutendste neuarabische Dialekt." Es käme doch auch niemand auf die Idee zu sagen "Berlinerisch ist der bedeutendste neudeutsche Dialekt". Bedeutend kann ein Dialekt in der Linguistik höchstens sein, wenn er besonders altertümliche Züge aufweist und dadurch Rückschlüsse auf die Sprachgeschichte erlaubt, und dazu gehört Kairenisch innerhalb der arabischen Dialektlandschaft sicher nicht.

Auch dass das Ägyptisch-Arabische/Kairenische dem Hocharabischen "relativ nah" steht ist eine Mär. Es ist ein von arabischen Dialektologen ein oft beobachtetes Phänomen, dass Sprecher eines arabischen Dialekts ihren eigenen Dialekt als dem Hocharabischen besonders nahe stehend halten. Der amerikanische Linguist Ferguson schrieb einmal (ich zitiere aus dem Gedächtnis): "Wenn ich auf einer Party mit einem Araber zusammenkomme und wissen möchte, woher er stammt, frage ich ihn nicht nach seiner Herkunft, sondern ich frage: Wo in der arabischen Welt wird ein Dialekt gesprochen, der dem Hocharabischen am nächsten kommt?"

Auch bei den aufgezählten Charakteristika ist noch einiges an Korrektur und Ergänzung zu leisten, aber als Basis (für "Kairenisch"!) durchaus zu gebrauchen. --Abu l-bisse 10:10, 28. Dez 2005 (CET)




Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Ägyptisch-Arabisch und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).