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Albrecht I. (Brandenburg)

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Der Artikel Albrecht I. (Brandenburg) gehört zur Kategorie: Exzellent, Markgraf (Brandenburg), Herzog (Sachsen), Askanier, Brandenburgische Geschichte, Mann, Geboren 1110, Gestorben 1170, Person (Brandenburg an der Havel)
Albrecht der Bär, auch Albrecht von Ballenstedt, (* um 1100; † 18. November 1170 in Stendal (?)) aus dem Haus der Askanier trieb die deutsche Ostkolonisation voran und war im Jahr 1157 der Gründer der Mark Brandenburg und zugleich erster Markgraf von Brandenburg. Mit Albrecht kam die Nordmark als Mark Brandenburg zum Heiligen Römischen Reich.
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Siegel, Inschrift:
Adelbertus Di. gra marchio
Bildherkunft

Kurzbiografie, Titelübersicht

Albrecht (Adelbertus) von Ballenstedt, auch Albrecht I., war einziger Sohn des askanischen Grafen Ottos des Reichen und von Eilika Billung von Sachsen. Der Geburtsort von Albrecht, der als Albrecht der Bär in die Geschichte einging, ist unbekannt. Eine schlüssige Deutung des Namenzusatzes der Bär liegt nicht vor.

Mit siebzig Jahren erreichte Albrecht ein für diese Zeit ungewöhnlich hohes Alter. Der oft angegebene Sterbeort Stendal ist nicht belegt. Albrechts Grab liegt mit einiger Sicherheit im askanischen Hauskloster Ballenstedt am Harz. Er war seit 1125/1126 mit einer Sophie, Schwester der Äbtissin Beatrix von Quedlinburg verheiratet, die zehn Jahre vor ihm starb. Seit dem 19. Jahrhundert sieht man in ihr eine Angehörige der Familie der Grafen von Winzenburg, doch handelt es sich dabei lediglich um eine Hypothese. Das Paar hatte drei Töchter und sieben Söhne, darunter Otto I., Albrechts Nachfolger als Brandenburger Markgraf im Jahr 1170.

Unter den zehn Kindern waren:

Albrecht der Bär führte folgende Titel:

Albrecht der Bär war ein Mann, der in dem steten Wandel des 12. Jahrhunderts mit Diplomatie und Gewalt jede Chance zum regionalen Machtzuwachs zu nutzen versuchte und dabei mit der Nordmark sein Interesse schon früh auf die Ostgebiete richtete. Neben der erfolgreichen Gründung der Mark Brandenburg war er zeitlebens, in späteren Jahren unterstützt durch einige seiner Söhne, in letztlich vergebliche innerdeutsche Kämpfe um Sachsen verwickelt. Obschon beide Themenkomplexe chronologisch ineinander greifen, werden sie zur besseren Verständlichkeit getrennt dargestellt.

Albrecht nahm, neben den im folgenden genannten, an weiteren Kriegen und wahrscheinlich auch an einem Kreuzzug teil, begleitet vom Olmützer Bischof Heinrich Zdik. Dem Biografen Partenheimer gilt Albrecht ferner als Gründer des Fürstentums Anhalt. Um 1160 leitete Albrecht der Bär die städtische Entwicklung Stendals mit der Verleihung eines Marktes ein.

Albrechts Wirken bis 1133, Markgraf der Nordmark

Als Erbe des Hauses Anhalt, als Graf von Ballenstedt, herrschte Albrecht nach dem Tod des Vaters im Jahr 1123 über die askanischen Besitzungen im Harzer Raum, die sich bis zum Fluss Mulde erstreckten. In den ersten Jahren seines selbständigen politischen Wirkens, zwischen 1123 und 1131, war er – gegen den Willen des Kaisers – Markgraf der Lausitz. Die Aberkennung dieser Markgrafschaft stufte ihn 1131 in die relative Bedeutungslosigkeit eines Grafen zurück. In den Jahren 1132/1133 nahm er am Italienfeldzug Kaiser Lothars teil, der sich für Albrechts Verdienste erkenntlich zeigte, indem er ihm die Mark im Nordosten seines Reiches als Lehen gab, nachdem der bisherige Markgraf Konrad von Plötzkau in Italien durch einen Pfeilschuss gefallen war. Mit Albrechts Ernennung zum Markgrafen der Nordmark im Jahr 1134 nahm die spätere Mark Brandenburg ihren ersten Anfang. Um 1134 überließ der Kaiser dem Askanier zudem das thüringische Erbe Weimar-Orlamünde.

Gründer der Mark Brandenburg

Politisch-Geografische Situation im Osten

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Fiktiver Querschnitt durch einen slawischen Burgwall des 10./11. Jahrhunderts
Bildherkunft

Die Slawen in den Ostgebieten
Im Zuge der Völkerwanderungen verließen die Sueben, der elbgermanische Teilstamm der Semnonen, ab dem 4. Jahrhundert bis auf wenige Restgruppen ihre Heimat an Havel und Spree in Richtung Oberrhein, Schwaben. Im späten 6. und 7. Jahrhundert zogen in den vermutlich weitgehend siedlungsleeren Raum Slawen ein.

Östlich einer Linie der Flüsse Havel-Nuthe, im heutigen Barnim und in Ostteltow, siedelten die Sprewanen, die ihre Hauptburg am Zusammenfluss von Spree und Dahme in Berlin-Köpenick bildeten. Westlich der Flüsse, im heutigen Havelland und in der südlich angrenzenden Zauche, lebten die Heveller, die sich selbst Stodoranen nannten und ihre Hauptburg in Brandenburg, der heutigen Stadt Brandenburg errichteten und, neben kleineren Burganlagen, auf dem Gelände der heutigen Zitadelle Spandau in Berlin, eine weitere größere Burg als strategisch wichtigen Außenposten unterhielten. Diese beiden Stämme im späteren Gebiet der Mark Brandenburg mussten sich nicht nur gegen die übermächtigen Feudalstaaten aus dem Westen wehren, sondern lagen gelegentlich auch untereinander und mit weiteren angrenzenden Slawenstämmen in oft kriegerischem Streit.

Erste Ostsiedlung, erste Marken

Nach den erfolgreichen Feldzügen im Jahre 808 gegen die Sachsen dankte Karl der Große den mit ihm verbündeten Slawenstämmen (Abodriten, Obodriten, Wenden) mit der Schenkung eines Teils des sächsischen Landes zwischen Elbe und Ostsee. Eine verhältnismäßig ruhige Zeit währte bis zum Jahr 928. Dann wurden die erst Anfang des Jahrhunderts errichteten Bistümer Brandenburg im Jahr 928 und Havelberg im Jahr 948 von den Slawen zerstört. In der folgenden so genannten ersten Phase der deutschen Ostsiedlung eroberte König Heinrich I. in den Jahren 928/929 Brandenburg; die Stämme bis zur Oder wurden tributpflichtig. Unter Otto I. folgte 936 die Einrichtung von Marken, deutschen Grenzregionen im Slawenland. Im Lutizenaufstand von 983 verbündeten sich viele slawische Stämme und warfen die Deutschen erneut zurück; für rund 150 Jahre, bis zum Zerfall des Lutizenbundes Mitte des 11. Jahrhunderts, kam die deutsche Expansion von Bistümern und Marken zum Stillstand.

Einbindung des Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich ins Reich

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Bischof Wigger von Brandenburg, Albrecht der Bär, Bischof Otto von Bamberg. Postkarte 1898
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Im Jahr 1127 kam in der Burg Brandenburg der Hevellerfürst Pribislaw an die Macht. Er trug den deutschsprachigen Taufnamen Heinrich und wird in der Literatur zumeist mit dem Doppelnamen Pribislaw-Heinrichs genannt. Da bereits sein Vorgänger Meinfried Christ gewesen war, lässt sich folgern, dass Pribislaw-Heinrich selbst schon als Kind die Taufe empfangen haben wird und nicht erst – wie es die späteren Chronisten in mittelalterlicher Idealisierung glaubend machen – als Fürst. Da er enge Verbindungen zum deutschen Adel pflegte und vom Kaiser offenbar die Krone eines Unterkönigs erlangt hatte, war es den Deutschen gelungen, das Heveller-Gebiet, Brandenburg bis Spandau, in das Reich einzubinden. Die umstrittene Ostgrenze verlief damit zwischen den beiden slawischen Stämmen, den Hevellern und den Sprewanen, geografisch sehr grob gekennzeichnet auf einer Linie der Flüsse Havel-Nuthe. Auf der östlichen Seite in Köpenick (heute Berlin-Köpenick) residierte der Sprewanenfürst Jaxa von Köpenick (Jaxa de Copnic).

Gründung der Mark Brandenburg und Markgraf

Nachfolger von Pribislaw-Heinrich

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Situation um 1150
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Mit der zweiten Phase der Ostsiedlung trieb Albrecht der Bär die expansionistische Ostpolitik der Askanier entscheidend voran. Dabei erwies er sich als geschickter Diplomat. Schon in den Jahren 1123 – 1125 knüpfte er Kontakte zum Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich. Pribislaw wurde Taufpate von Albrechts erstem Sohn, Otto I., und übergab Otto als Patengeschenk die an den askanischen Streubesitz angrenzende Zauche. Im selben Jahr 1134, in dem er Albrecht zum Markgrafen der Nordmark ernannte, erhob Kaiser Lothar den Heveller Pribislaw-Heinrich in den Königstand (später wieder aberkannt). Mit dieser Maßnahme wollte Lothar vermutlich weiteren Machtausdehnungen des Askaniers von vornherein einen Riegel vorschieben. Noch um 1134 gelang es Albrecht allerdings, dem kinderlosen Christen Pribislaw-Heinrich die Zusage abzuringen, dass er nach Pribislaws Tod als dessen Erbe und Nachfolger eingesetzt würde. So konnte er nach dessen Tod im Jahre 1150 die Residenz der Heveller, die Burg Brandenburg, weitgehend unblutig übernehmen. Die Burg Spandau ließ er als askanische Burg neu errichten. Mit diesen Ereignissen wird das Jahr 1150 (statt 1157) von verschiedenen Historikern als der eigentliche Beginn der Geschichte der Mark Brandenburg betrachtet.

Verlust und Rückeroberung

Die Bevölkerung der Heveller, die im Gegensatz zu ihrem Fürsten zum Teil noch den alten slawischen Gottheiten nachhing, stand Albrechts Machtübernahme eher ablehnend gegenüber. So konnte der Sprewanenfürst Jaxa von Köpenick, der mit Pribislaw-Heinrich möglicherweise verwandt war und nach dessen Tod ebenfalls Anspruch auf Brandenburg erhob, mit einer Mischung aus Verrat, Bestechung, List und Gewalt und mit polnischer Hilfe die Burg Brandenburg besetzen und die Macht im Hevellerland an sich reißen. Die ältere Geschichtsforschung setzt diese Eroberung für das Jahr 1153 an, gesicherte Quellen zum Datum gibt es nicht. Die jüngere Forschung geht eher vom Frühjahr 1157 aus, da es laut Partenheimer nur schwer vorstellbar sei, dass Albrecht es sich angesichts seiner ungesicherten Position im Reich hätte erlauben können, der Besetzung vier Jahre lang tatenlos zuzusehen.

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Denkmal für "Jaxa von Köpenick", am Schildhorn, Havel, Berlin
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Am 11. Juni 1157 konnte Albrecht der Bär in blutigen Kämpfen die Macht in der Burg Brandenburg endgültig zurückerobern, Jaxa von Köpenick vertreiben und eine neue Landesherrschaft auf slawischem Boden begründen. Nachdem ihm der Titel schon zuvor mehrfach zugewiesen wurde, nannte er sich mit einer Urkunde vom 3. Oktober 1157 erstmals auch selbst Markgraf von Brandenburg (Adelbertus Die gratia marchio in Brandenborch). Daher gilt das Jahr 1157 als das tatsächliche Gründungsjahr der Mark Brandenburg. Dieses Datum bekommt einen offiziellen Anstrich nicht zuletzt mit der für den 11. Juni 2007 vorgesehenen Feier zum 850. Geburtstag der Mark.

Territorium der Mark und Siedlungspolitik

Die territoriale Ausdehnung dieser ersten Mark Brandenburg entsprach nicht der Ausdehnung des heutigen Flächenstaates. Lediglich das Havelland und die Zauche zählten dazu. Erst in den folgenden 150 Jahren gelang es den Askaniern, Gebiete östlich von Havel-Nuthe, die Uckermark und Regionen bis zum Barnim zu gewinnen und die Mark Brandenburg bis zur Oder auszudehnen.

Wahrscheinlich noch 1157 rief Albrecht der Bär Siedler in die neue Mark, die insbesondere aus der Altmark, dem Harz, Flandern (daher der Begriff Fläming) und den Rheingebieten in das Land kamen. Eine wichtige Rolle spielten dabei Holländer, die nach verheerenden Sturmfluten im eigenen Land gerne neue Siedlungsgebiete annahmen und mit ihrer Erfahrung im Deichbau zu den Eindeichungen von Elbe und Havel beitrugen, die in den 1160er Jahren in Angriff genommen wurden. Die Siedlungspolitik und Stabilisierung der jungen Mark Brandenburg wurde von Albrechts Sohn, Otto I., mit Geschick fortgesetzt; siehe dazu ausführlich und zum Landesausbau Kloster Lehnin.

Albrechts vergeblicher Kampf um Sachsen

Herzog von Sachsen, 1138-1142

Nach dem Tod Kaiser Lothars III. im Jahre 1137 rief Kaiserin Richenza für Pfingsten 1138 einen Fürstenkonvent nach Quedlinburg ein, um mit einer Königswahl die Machtverhältnisse in Sachsen und im Reich neu zu regeln. Richenza favorisierte ihren Schwiegersohn, den Welfen Heinrich den Stolzen. Albrecht der Bär, selbst an Sachsen interessiert und mit, wenn auch schwacher, Erblinie ausgestattet, verhinderte die Wahl, indem er die für den Konvent angelegten Vorräte vernichten sowie in der Stadt plündern und brennen ließ. Verabredungen mit den Staufern gingen dieser Tat voraus. Damit wurde Albrecht Steigbügelhalter für die Wahl von Konrad von Hohenstaufen am 7. März 1138 in Koblenz zum König, der sich – vermutlich wie zuvor ausgehandelt – mit der Belehnung von Sachsen und mit der Ernennung Albrechts zum Herzog von Sachsen noch im selben Jahr revanchierte.

Mehrere sächsische Fürsten und Markgrafen aus der Anhängerschaft Heinrich des Stolzen schlossen sich noch 1138 in einem Waffengang gegen Albrecht zusammen. Erste Kämpfe konnte Albrecht mit Unterstützung der Staufer gewinnen, doch schon Ende 1138 gelang es seinen Gegnern, die Bernburg im askanischen Land, auf der Albrechts Mutter Eilika residierte, niederzubrennen. Nach weiteren Niederlagen endete bereits 1139 seine tatsächliche Macht in Sachsen, selbst wenn Albrecht noch bis 1142 formal Herzog von Sachsen blieb; die Unterstützung der Staufer war nur mehr halbherzig und einige ehemalige Parteigänger Albrechts wechselten in das Lager von Heinrich dem Stolzen. Auf dem Frankfurter Reichstag wurde der Sohn Heinrich des Stolzen, Heinrich der Löwe, im Mai 1142 mit dem Herzogtum Sachsen belehnt. Nach des Königs Tod wurde 1152 Friedrich Barbarossa Herrscher im Reich; Barbarossa unterstützte in der Folgezeit den Welfen Heinrich.

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Heinrich der Löwe und seine Gemahlin Mathilde, Deckplatte ihres Grabmales im so genannten Braunschweiger Dom
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Koalition gegen Heinrich den Löwen

Bis zu Albrechts Tod im Jahr 1170 kam es immer wieder zu Streitigkeiten mit Heinrich dem Löwen. Anfang der 1150er Jahre begannen kleinere Waffengänge, Gefechte und wechselseitige Verwüstungen. Auf dem Goslarer Reichstag 1154 wurde die Macht Heinrich des Löwen weiter gestärkt: unter Fürsprache Barbarossas wurde Heinrich Bayern zugesprochen. Der anwesende Albrecht war gezwungen, diese Verfügung zugunsten seines Widersachers urkundlich mit zu bestätigen – wie auch einen weiteren Fürstenspruch von 1158 zugunsten des Löwen, der dessen territorialen Einflussbereich weiter festigte.

Um 1163 bildete sich aufgrund seiner harten Politik ein Bündnis gegen Heinrich den Löwen heraus, das zu Beginn von Albrecht dem Bären angeführt wurde. Selbst sächsische Fürsten schlossen sich der Opposition an. Im Winter 1166 brachen offene Kämpfe aus, die mit der Belagerung der welfischen Burg Haldensleben bei Magdeburg durch Albrecht, den Magdeburger Erzbischof Wichmann und durch Landgraf Ludwig den Eisernen von Thüringen begannen. Trotz des Einsatzes von Belagerungsmaschinen konnte die Burg nicht eingenommen werden. Nach einem vorübergehenden Waffenstillstand im März 1167 gingen die Koalitionskräfte, denen sich weitere Fürsten und kirchliche Würdenträger angeschlossen hatten, im Sommer 1167 erneut mit Waffengewalt gegen Heinrich vor. Goslar, Althaldensleben und die Burg Niendorf wurden erobert; weitere sächsische Burgen und Häuser wurden zerstört, Städte wurden eingeäschert.

Auf Fürstenversammlungen im Juni 1168 konnte Kaiser Barbarossa die Gegner zum erst unbeständigen und am 24. Juni 1170 zum dauerhafteren Frieden zwingen. Der Kaiser bewahrte Heinrich damit vor dem Verlust der Macht – Albrecht der Bär und die mit ihm verbündeten Kräfte konnten die Stellung des Welfen letztlich nicht erschüttern.

Die Teilnahme des nunmehr 70-jährigen Albrecht an dem Reichstag am 24. Juni 1170 ist belegt. Das letzte bekannte Dokument bezeugt Albrechts Teilnahme an der Weihe des Havelberger Doms am 16. August 1170, drei Monate vor seinem Tod am 18. November 1170.

10 Jahre später, im Jahr 1180, waren die Askanier in Sachsen am Ziel: Albrechts Sohn Bernhard löste Heinrich den Löwen als Herzog von Sachsen ab.

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Sockel des Denkmals, Zitadelle Spandau, Berlin
Bildherkunft

Zeitgenössische Urkunden und Berichte, Biografien

Neben der aktuellen Biografie von 2001 von Partenheimer gibt es zwei historische Biografien über Albrecht den Bären: die Arbeiten von Jacob Paul von Gundling aus dem Jahr 1731 und von Otto von Heinemann von 1864.

Die bedeutendsten zeitgenössischen Aufzeichnungen stammen vom Brandenburger Domherrn Heinrich von Antwerpen, der um 1200 die Besetzung der Mark Brandenburg schriftlich festhielt.

Im Jahr 2004 sind über 300 handschriftliche Urkunden, Annalen und Notizen in lateinischer Sprache bekannt, in denen Albrecht der Bär erwähnt oder als Zeuge benannt wird. Zwanzig Urkunden sind überliefert, die Albrecht selbst ausfertigen ließ, davon sind fünf im Original erhalten.

Siehe auch

Literatur

  • Heinrici de Antwerpe: Can. Brandenburg., Tractatus de urbe Brandenburg. Neu hrsg. und erläutert von Georg Sello, in: 22. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie zu Salzwedel, Heft 1, Magdeburg 1888, S. 3-35. Internetveröffentlichung von Tilo Köhn (mit Transkriptionen und Übersetzungen).
  • Eberhard Holz / Wolfgang Huschner (Hrsg.): Deutsche Fürsten des Mittelalters. Edition Leipzig, Leipzig 1995, ISBN 3361004373.
  • Hans-Dietrich Kahl: Das Ende des Triglaw von Brandenburg. Ein Beitrag zur Religionspolitik Albrechts des Bären, in: ZfO 3 (1954), S. 68-76.
  • Hans-Dietrich Kahl: Slawen und Deutsche in der brandenburgischen Geschichte des zwölften Jahrhunderts. Die letzten Jahrzehnte des Landes Stodor, 2 Bde., (MDtFsch 30/I+II), Köln/Graz 1964.
  • Herbert Ludat: Legenden um Jaxa von Köpenick, Deutsche und slawische Fürsten im Kampf um Brandenburg in der Mitte des 12. Jahrhunderts, (Deutschland und der Osten 2), Berlin 1936 (auch in: Ders., Slaven und Deutsche im Mittelalter, (MDtFsch 86), Köln/Wien 1982, S. 27-84.).
  • Lutz Partenheimer: Albrecht der Bär. 2. Auflage. Böhlau Verlag, Köln 2003 ISBN 3-412-16302-3
  • Lutz Partenheimer: Die Kriege Albrechts des Bären, in: Die frühen Askanier (Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts 28), Halle 2003, S. 35-71, hier online.

Weblinks

   

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Exzellent

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Diskussion der Autoren über den Artikel: Albrecht I. (Brandenburg)


Anmerkungen

Prinzipiell ein schöner Artikel, aber ein paar Kritikpunkte sind mir doch aufgefallen:

1. "Das Paar hatte drei Töchter und sieben Söhne, darunter Otto I., Albrechts Nachfolger als Brandenburger Markgraf im Jahr 1170:

  • Markgraf Otto I. von Brandenburg sowie
  • Erzbischof Siegfried von Bremen und
  • Herzog Bernhard von Sachsen."

Mit dieser Formulierung kann ich nicht viel anfangen. Sind das jetzt seine Kinder, oder seine Nachfolger oder wie ist die Liste zu verstehen? -- Srbauer 01:16, 9. Mai 2004 (CEST)

Stimmt genau, ich habe eine Zwischenüberschrift eingefügt. --Lienhard Schulz 09:55, 9. Mai 2004 (CEST)

2. "im 4. und 5. Jahrhundert verließen die Sueben ... ihre Heimat an Havel und Spree in Richtung Oberrhein, Schwaben. Im 6. und 7. Jahrhundert zogen in den vermutlich weitgehend freien Raum slawische Stämme ein": Wenn ich die Völkerwanderung richtig verstanden habe, dann war es normalerweise nicht der Fall, dass Völkergruppen freiwillig ihre angestammten Gebiete verließen, sondern meist wurden sie von einwandernden Gruppen verdrängt. Irgendwie klingt das komisch, wenn es korrekt ist, sollte es zumindest mit einer kurzen Erklärung versehen werden.

Die Räume waren tatsächlich weitgehend geräumt. Allerdings hat gerade auch die jüngere archäologische Forschung ergeben, dass vereinzelte germanische Restgruppen noch existierten, als die Slawen einwanderten. Hier und da gab es vereinzelte Auseinandersetzungen. Insgesamt verlief der Einzug der Slawen jedoch friedlich und gewaltfrei. Zu diesen Vorgängen und zu der Frage, warum die Germanen "freiwillig" die Gebiete verließen, gibt es ausführliche Darstellungen. Um nicht auch an dieser Stelle (siehe nächster Punkt), die für das Verständnis von Albrecht keine weitere Bedeutung hat, ausführlicher zu werden, habe ich die Sache wie im Text gegeben abgekürzt. Ich denke, in der Form wird es der Sache einigermaßen gerecht. Ausführlicher werden sollte man meines Erachtens an dieser Stelle nicht; wenn jemandem knappe Präzisierungen einfallen, wäre das toll.--Lienhard Schulz 09:55, 9. Mai 2004 (CEST)

Hier im Artikel sollte die Thematik sicherlich nicht weiter ausgeführt werden, aber irgendwo sollte es schon besprochen werden. Vielleicht in Völkerwanderung oder Slawen ausführlich - und hier nur der entsprechende Verweis. -- Srbauer 17:30, 9. Mai 2004 (CEST)

ja, hoffentlich bekommt das einer der Geschichtsleute mit - ich bin in dem Bereich eigentlich nicht zu Hause und will mich hier nicht unbedingt weiter vertiefen. --Lienhard Schulz 19:44, 10. Mai 2004 (CEST)

3. die Politisch-Geographische Situation im Osten schweift doch sehr ab und wäre in einem anderen Artikel besser aufgehoben, Gruß -- Srbauer 01:16, 9. Mai 2004 (CEST)

Kann man so sehen, in der Frage war und bin ich unsicher. Ich hatte mich dann letztlich für eine gewisse Tiefe der Hintergrunddarstellung entschieden, weil mir selbst die damalige Entwicklung und die Verbindungen von Albrecht dem Bären zu den Slawenstämmen erst mit diesen Hintergünden verständlich wurden. (Ich hatte erst drei Wochen zuvor erstmals in meinem Leben von Albrecht dem Bären - bei Fontane - gehört. Eigentlich auf der Suche nach Informationen zu den Nutheburgen, da suche ich immer noch weiter und mache dann irgendwann einen Artikel). --Lienhard Schulz 09:55, 9. Mai 2004 (CEST)

Ich weiß nicht so recht: in Mark Brandenburg ist die Thematik praktisch gar nicht vorhanden - wäre es dort nicht besser aufgehoben? -- Srbauer 17:30, 9. Mai 2004 (CEST)

Ich hatte da bereits einiges ergänzt, kann natürlich noch ausgebaut werden. Ich finde die vorhandene Lösung insofern nicht allzu schlecht, als die Geschichte der Mark Brandenburg einen im Vergleich zur Geschichte des Bären sehr langen Zeitraum umfasst. Würde jeder Abschnitt in der eigentlich nötigen Tiefe dargestellt, müsste man den Beitrag in Unterartikel zerlegen. Lösung momentan: Wer tiefer in die Gründungsgeschichte einsteigen will, klickt auf Albrecht den Bären, wer tiefer da und dort einsteigen will, klickt da und dorthin usw. (da und dort müsste natürlich noch von irgendeinem Geschichtler überarbeitet und ausgebaut werden.) Insgesamt schwer zu beurteilen, welche Darstellunsformen diesen Themen letztlich am Gerechtesten werden. Die Kommentare bei der Vorschlagsliste für die exz. Artikel zeigen, dass einige Leute gerade diese Darstellungs-Tiefe und -Breite begrüßen, die anderen wiederum viel zu weit geht. Gruss --Lienhard Schulz 19:44, 10. Mai 2004 (CEST)

Anmerkungen 2

Schlecht ist übrigens auch noch die Darstellung "gelang es den Deutschen, den Hevellerfürsten Pribislaw zu christianisieren" oder so ähnlich. In der nötigen Kürze vielleicht gerade noch brauchbar, aber unter Umständen sogar falsch. Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass Pribislaw eine dänische Frau hatte, so dass, möglicherweise, seine Christianisierung andere oder auch andere Hintergründe hatte. Weiß jemand Genaues und kann das, wenn nötig, in möglichst knapper Form korrigieren? --Lienhard Schulz 10:18, 9. Mai 2004 (CEST)

Leider habe ich den Großteil meiner diesbezüglichen Literatur zur Zeit nicht zur Hand. Ich vermute aber, daß es es sich bei jenem Pribislaw um einen Obotritenfürsten handelt, da diese engere Bindungen zu Dänemark hatten.
Was Pribislaw-Heinrich von Brandenburg betrifft, so läßt sich nur vermuten, daß seine Gattin Petrussa ihren Namen vom Patron des Brandenburger Bistums (der Hl. Petrus - erst später kam noch der Apostel Paulus hinzu) herleitet. Da der Vorgänger Pribislaw-Heinrichs, Meinfried (in den Quellen Mengenfridus), ebenfalls Christ war und deshalb von seinen heidnischen Untertanen getötet worden ist, ließe sich vermuten, daß die gesammte Brandenburger Herrscherdynastie bereits christlich war. Die Darstellung in den Quellen (die im übrigen, je jünger sie sind, immer weiter dahingehend ausgestaltet sind), daß er erst als Herrscher Christ geworden wäre, wird eher dem mittelalterlichen Idealbild des bekehrten Heidenherrschers entsprechen, als historisch sein zu müssen. Ich denke, darin auch weiterhin Kahl oder auch Joachim Herrmann folgen zu können.
Es ist also wahrscheinlich, daß nicht die Deutschen Pribislaw-Heinrich dazu brachten, Christ zu werden, sondern daß sich dieser, weil er Christ war, in Anbetracht seiner weiterhin heidnischen Untertanen eng an den christlichen deutschen Adel anschloß.
Ich habe im übrigen bereits versucht, den Atikel dahingehend abzuändern.
A. Baumann

wo gestorben?

Auf 1170 steht, dass Albrecht in Stendhal gestorben sei. Was ist richtig, unbekannter Ort oder Stendhal? --Chd 14:33, 31. Mai 2004 (CEST)

Laut Partenheimer unbekannter Ort. Partenheimer ist momentan das Aktuellste auf dem Gebiet Albrecht der Bär. Jahzehntelang wurde Standhal angegeben, aber das ist offenbar in keinster Weise belegt oder gesichert. --Lienhard Schulz 17:37, 31. Mai 2004 (CEST)

Bild Karls des Grossen

Mir leuchtet nicht ein, wieso es nötig ist, in einem Artikel über Albrecht den Bär Karl den Grossen abzubilden. --Historiograf 01:22, 16. Jul 2004 (CEST)

Es ist nicht nötig im Sinne von Notwenigkeit. Sinnvoll oder zumindest vertretbar ist es, da im betreffenden Abschnitt Karl der Große erwähnt wird, der im Zusammenhang mit der dargestellten Slawengeschichte eine große Rolle spielte. --Lienhard Schulz 11:05, 22. Jul 2004 (CEST)

Ich bin nicht der Ansicht, dass es sinnvoll ist. Karl der Grosse könnte dann auch in hunderten anderen Artikeln der Wikipedia abgebildet werden, vielleicht sogar in allen historischen, da unsere ganze Kultur auf der Karolingerzeit basiert. Ein WP-Artikel ist kein historischer Aufsatz in einem Heimatblatt, den man mit allem illustrieren darf, was einigermassen hübsch aussieht. --Historiograf 14:58, 22. Jul 2004 (CEST)

Dann akzeptiere bitte einfach die demokratische Mehrheitsentscheidung von rund 15 pro-Stimmen bei der Abstimmung zum exzellenten Artikel, die sämtlich nichts einzuwenden hatten und durchaus der Meinung waren, dass man ... "darf". Was stört Dich? Abgesehen davon, dass der Beitrag offensichtlich bei Dir den Eindruck erweckt, für ein Heimatblatt geschrieben zu sein? --Lienhard Schulz 15:48, 22. Jul 2004 (CEST)

Ich würde mal mit der Kompetenz der 15 Beurteiler ganz vorsichtig sein. Hier wird vieles als exzellent ausgegeben, was bestenfalls mittelmässig ist. Ich selber habe mich intensiv als Historiker mit Albrecht und seiner Gattin auseinandergesetzt, aber darum geht es nicht. Was mich stört, habe ich ganz klar angemerkt: Es ist in einer Enzyklopädie mit seriösem Anspruch falsch und nicht akzeptabel, in einem Artikel über das 12. Jahrhundert die Erwähnung Karls des Grossen zum Anlass zu nehmen, eine nicht näher datierte, offenbar spätmittelalterliche (!) Darstellung Karls des Grossen aus einer ganz anderen Stadt abzubilden. Bei allem Verständnis für die Eitelkeit des gekränkten Autors: es trägt überhaupt nicht zur Sache bei, unbewiesene Unterstellungen in den Raum zu setzen. Dass ich deinen Artikel für ein Heimatblatt geschrieben finde, habe ich nicht geschrieben. Ich wende mich gegen eine Verluderung der Illustrationssitten und tue dies auch, wenn 99 % aller erwachsenen Deutschen oder - man höre und staune - 15 erwachsene Wikipedianer fünfe grade sein lassen. Illustrationen hier sollten hinreichend nahe am Artikel sein und nach Möglichkeit vermeiden, irgendwelchen späteren Phantasiebildnisse zu verwenden. --Historiograf 14:40, 23. Jul 2004 (CEST)

... na, das ist doch mal ein Wort: Ich selber habe mich intensiv als Historiker mit Albrecht und seiner Gattin auseinandergesetzt .... Da wäre es dem von Dir postulierten seriöse(n) Anspruch der Enzyklopädie ungleich dienlicher, wenn Du Dich inhaltlich einbringen würdest, statt wie ein Kleinkind auf dem recht belanglosen Bild rumzureiten. Wenn Du die obige Diskussion liest, stellst Du fest, dass es im Beitrag inhaltliche Unsicherheiten gibt. Ich warte auf Vorschläge. Ferner lässt Du oben durchblicken und sagst im Statement der "Zusammenfassung" recht deutlich, dass der Beitrag Deiner Meinung nach nicht exzellent ist. Das mag so sein und wenn das so ist, freue ich mich bereits auf all Deine hilfreichen Anmerkungen, Aspekte und Vorschläge zur Verbesserung des Inhalts. Die Diskussion zum Bild breche ich hiermit ab; gegen die Verluderung der Illustrationssitten und die ggfs. daran beteiligten 99 % aller erwachsenen Deutschen musst Du Deine eigene 1 %-Wikipedia aufmachen. Im übrigen: Wenn hier Deiner Meinung nach vieles als exzellent ausgegeben (wird), was bestenfalls mittelmässig ist, würde ich an Deiner Stelle, statt hier auf Nebenkriegsschauplätzen darüber rumzupöbeln, an den - im übrigen sehr schwierigen - Findungsprozessen und Beurteilungsdiskussionen teilnehmen. --Lienhard Schulz 15:29, 23. Jul 2004 (CEST)

Du pöbelst, nicht ich. Ich habe sachliche Kritik geübt und lasse mir von dir nicht vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe. Ja, es stimmt, ich halte dich für nicht exzellent, denn exzellente Menschen haben keinen Grund, die Sache hinter Schwaden persönlicher Anschuldigungen und Vorwürfe verschwinden zu lassen. --Historiograf 15:35, 23. Jul 2004 (CEST)

So, jetzt will ich auch mal was sagen. Ich möchte hier keine der beiden Seiten diffamieren oder bevorzugen. Ich war einer der ersten, der für diesen Artikel bei der Exzellentenwahl gestimmt hat. Und ich muss sagen, auch wenn ich persönlich es nicht reingesetzt hätte, mir ist es herzlich egal, ob da nun die Statue Karls des Großen abgebildet ist oder nicht. Ich vermute, Historiograf nutzt das Bild als Aufhänger für seine unterschwellige Kritik am Inhalt des Artikels (Wenn das nicht so ist, sag es bitte, Historiograf. Lienhard Schulz hat selbst (was Historiograf wahrscheinlich nicht weiß, weshalb ihm hier niemand einen Vorwurf macht) schon vor langer Zeit im Zusammenhang mit diesem Artikel gesagt, dass Geschichte nicht sein Fachgebiet ist. Du, Historiograf, sagst, dass du dich intensiv mit Albrecht dem Bären beschäftigt hast. Insofern ist es - wie Lienhard schon angedeutet hat - verwunderlich, dass du auf der Entfernung des Karlsbildes bestehst, aber sonst am Artikel - über dessen Thema du besser Bescheid wissen müsstest als Lienhard - keinerlei Korrekturen vornimmst. Lienhard schreibt, er hindert dich nicht daran, sondern bittet dich im Gegensatz dazu sogar darum, deine Fachkenntnisse zu Albrecht dem Bären hier hereinzusetzen. Du wirfst ihm vor, herumzupöbeln. Außerdem schreibst du in Wikipedia Diskussion:Exzellente Artikel "Da bahnt sich ein Edit-War an". Ich bin überzeugt, dass niemand hier einen "Krieg" wegen eines nebensächlichen Bildes anzetteln will. Deshalb bitte ich beide Seiten, Lienhard Schulz und Historiograf, das zu tun, was getan werden muss. Und das ist nicht darüber debattieren, ob ein Bild in einem Artikel bleiben soll oder nicht - sondern den Artikel fachlich zu ergänzen und auszubessern. Für mich sind Bilder das Salz in der Suppe. Sie sind das, was die Artikel erst abrundet. (Was nicht heißt, dass zu viele Bilder nicht die Suppe versalzen) Aber vor lauter Salz (sprich:Bilder) sollten wir nicht die Suppe (sprich:Artikel) vergessen. Also wünsche ich euch beiden noch frohes Schaffen --Steffen Löwe Gera 16:44, 23. Jul 2004 (CEST)

Ich nutze das Bild nicht als unterschwellige Kritik. Was ich an dem Artikelinhalt sachlich zu verbessern hatte, ohne dass mir das Buch Partenheimers (nochmals) vorlag, habe ich getan (Ehe, vor meiner Anmeldung). Ich finde einfach nur, dass zu einem exzellenten Artikel auch gehört, dass die Bildauswahl exzellent ist, also wohlüberlegt und sich von einer (gleichwohl) populären Illustrationspraxis unterscheidet, die Illustrationen mit irritierender Beliebigkeit vornimmt. Wenn 99 % aller Deutschen das Gemälde Karls des Grossen von Dürer für ein Porträt Karls des Grossen halten, so halte ich dagegen, dass nach Möglichkeit HIER auf sehr viel spätere Rezeptionszeugnisse, die ein Bildnis ("So hat Karl der Grosse ausgehesehen") lediglich fingieren, verzichtet werden sollte. Wenn man davon ausgeht, dass auch bei einem so langen und guten Artikel wie dem vorliegenden nicht beliebig viele Illustrationen möglich sind, solte man sich konstruktiv überlegen, wie man das überflüssige Bild Karls des Grossen ersetzen könnte. Auch die anderen Bilder leuchten mir nicht ein: wieso Heinrich der Löwe in einem späten Stich? Warum nur der Sockel des Denkmals? Warum nicht das Siegel, das der MDR abbildet http://www.mdr.de/IT/2793-h... (man müsste dazu natürlich eine gemeinfreie Vorlage organisieren). Siehe auch: http://images.google.de/ima... --Historiograf 17:05, 23. Jul 2004 (CEST)

Du sprichst es am Schluß selbst an - "man müsste dazu natürlich eine gemeinfreie Vorlage organisieren" - genau in dem Punkt liegt häufig das Problem. Wir alle hätten gerne zahlreich passende und möglichst authentische Bilder, und nicht nur in diesem Artikel. Da das aber nur sehr selten möglich ist, müssen wir uns (leider zu häufig) mit Bildern begnügen, die "mehr oder weniger" zum Thema passen. Wenn Du (verwendbare) Bilder findest, die besser (oder authentischer) sind, wirst Du wahrscheinlich keinem Widerspruch bei einem Austausch begegnen. -- Srbauer 17:36, 23. Jul 2004 (CEST)

Also lass uns brüderlich sachlich zusammenarbeiten und danke für Deine unerkannte inhaltliche Hilfe. Deine letzten Ausführungen haben sicher etwas für sich und ich würde es sehr begrüßen, wenn die Bildauswahl besser und angemessener würde. Daher schlage ich vor, dass wir uns dringend um eine bessere Illustration bemühen und so lange alles beim Alten lassen. Du organisierst die gemeinfreie Vorlage beim MDR. Es ist übrigens nicht nur der Sockel abgebildet; das, was oben drauf steht auf dem Sockel, nämlich Albrecht der Bär, sieht man als erstes Bild. Ich trage demnächst ein bisher unbekanntes weiteres Denkmalbild aus Berlin mit Albrecht und zwei kirchlichen Würdenträgern bei, das ich in einem Kartenshop aufgefunden habe. Jedes passende Bild, das Du auftreiben kannst, ist hochwillkommen. (Den Text schrieb ich während der offenbar parallelen Eingabe von srb) Gruss --Lienhard Schulz 17:38, 23. Jul 2004 (CEST)

Einverstanden. Ich denke, ich werde aber statt dem MDR das Landeshauptarchiv in Magdeburg mal anmailen oder ein histor. Institut in Halle. Kann aber ein bisschen dauern. Das mit dem Denkmal habe ich nachträglich auch gesehen. Gruss --Historiograf 17:43, 23. Jul 2004 (CEST)

Ich hatte mich übrigens wegen der Albrecht-Brakteate zwei Wochen lang mit dem Stadtmuseum Berlin/Märkischen Museum ergebnislos auseinandergesetzt; die Wiedergabe aus deren Broschüren wurde strikt abgelehnt, im Museum selbst Fotoverbot. Das Einzige, was mir in diesem Kontext bislang gelungen ist, war die Erlaubnis, die Original-Brakteakte Jaxa von Köpenick im Heimatmuseum Köpenick zu fotografieren, dämlichweweise hatten die nichts von Albrecht. Seit geraumen 9 Wochen schlage ich mich mit inzwischen 3 (!!) Brandenburger Ministerien/Ämtern herum hinsichtlich einer Genehmigung der Symbole der Brandenburger Naturparks für Artikel über deren Naturparks - wenn mir die Landschaft nicht so gut gefallen würde, hätte ich mich vor Frust bereits in die Nuthe gestürzt! Wenn es Dir gelingt, eine Genehmigung für die Albrecht-Sache zu bekommen, ziehe ich meinen Zylinder ... -:). Gruss --Lienhard Schulz 23:07, 23. Jul 2004 (CEST)

Es fehlt an einer zusammenfassenden Darstellung von Fällen, bei denen die Wikipedia bzw. wiss. Projekte unter dem Rechtewahn öffentlicher Institutionen zu leiden haben. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wik... bzw. Bildrechte und die dort angegebenen Weblinks. Das Stadtmuseum Berlin ist eine öffentliche Institution und muss sich an Grundsätze des öffentlichen Rechts halten. Es fehlt generell an Öffentlichkeit hinsichtlich solcher unverständlicher Restriktionen. Vielleicht sollten wir uns mal in privater Mail verständigen, welche zeitgenössischen Bilder für Albrecht und seinen Umkreis in Betracht kommen, welche gemeinfreien Reproduktionen es gibt, bzw. wo die Originale liegen. Gruss --Historiograf 16:53, 24. Jul 2004 (CEST)

Ausdrucksweise

Diesen Satz "mit einer Mischung aus Verrat, Bestechung, List und Gewalt und mit polnischer Hilfe" (bezieht sich auf Pribislaw) finde ich doch sehr tendenziös. Läßt sich das so belegen? Saxo 21:39, 1. Nov 2005 (CET)
Entschuldigung, bezog sich auf Jaczo... Trotzdem: ich hab mich mal etwas mit der Quellenlage befaßt: NICHTS davon läßt sich belegen. Es ist nicht mal sicher, daß Jaczo, der Anspruch auf Brandenburg erhob, mit dem Münzenpräger Jaxa de Copnic identisch ist. Ich schlage vor, die oben zitierten Ausschmückungen im Satz zu streichen. Saxo 20:17, 24. Nov 2005 (CET)
Dass die Identität Jaczos unklar bleibt, steht ausführlich bei Jaxa von Köpenick. Das ändert nichts an der belegten Auseinandersetzung eines Jaczos, welchen Jaczos auch immer, mit Albrecht dem Bären. Die Darstellung geht auf die Dissertation von Partenheimer zurück (siehe Literaturliste), der Quellen wie Heinrici de Antwerpe im Original zu Rate gezogen hat. Die beanstandete Wendung ist nicht tendenziös gemeint, ich halte sie für eine sachliche Darstellung. Verrat, Bestechung, List und Gewalt waren immer auch Mittel der Politik, egal von welcher Seite. --Lienhard Schulz 20:40, 24. Nov 2005 (CET)

Aktion bessere Bilder

Diskussion

1) Hallo Historiograf, das mit dem Heinemann-Buch ist natürlich eine saugute Idee, nur
- a) habe ich das Buch nicht, kann den Titel also auch nicht abfotografieren und
- b) bin ich unsicher, ob das abgebildete Siegel tatsächlich Albrecht zeigt und nicht seinen Sohn Otto I.. Ich habe gerade nochmal mit Partenheimer verglichen, der das(?) Siegel auch abbildet, aber Otto I. zuschreibt. Allerdings: die Siegel sind zwar so gut wie identisch, kleine Unterschiede gibt es aber ... damit kenne ich mich nun überhaupt nicht aus .
2) Einfacher wäre vielleicht das hier bei Wiki vorhandene und angeblich Albrecht zeigende Brakteat. Das hatte ich bislang nicht genommen, weil mir die Urheberrechte zu unklar erschienen (wohl ok inzwischen) und vor allem, weil mir auch hier mehr als spanisch vorkam, dass das Albrecht sein soll, zusammen mit Bischof Ulrich von Halberstadt auf einer Münze!! Kann natürlich sein, nur ist mir dieses Brakteat bei der gesamten Arbeit zu Albrecht, Jaxa etc. nie wieder begegnet - ich hatte damals vermutet, dass angesichts der dünnen Bildlage aus dieser Zeit ich das Bild irgendwo "getroffen" hätte, wenn es denn korrekt wäre. Die Information, die Zuschreibung Albrecht und Bischof stammt von 1912, der Fotograph konnte die Sache auch nicht genauer klären, siehe hier Sebastian Wallroth, Punkt 7-Bild. Falls Du rausbekommen würdest, ob diese Albrecht-Zuschreibung stimmt, wäre das klasse - einfacher könnten wir keine gute Illustration bekommen.
3) Wie schon mal gesagt, habe ich dann noch diese Superpostkarte mit Denkmal (Super, weil ich die nirgends sonst gesehen habe bislang), die muss ich dann mal einscannen, mach ich nächstens im Büro (Scanner at home is nich).
4) Ich habe keine konkrete Vorstellung, in welcher deutschen Region Du Dein Unwesen treibst -:) ... jedenfalls wäre Einiges in Ballenstedt am Harz zu holen, Albrecht-Denkmal im Stadtpark (anders und besser als das blöde Berliner Denkmal), Schloss Ballenstedt, in der Nikolaikapelle der ehemaligen Klosterkirche dieses Schlosses Grabstätte Albrecht+Frau (Grabplatte mit Inschrift). Ferner Burgruine Anhalt (tolles Schild mit Grundriss zum Abfotografieren ...), Modell unterhalb des Schlossberges (städtisches Heimatmuseum Ballenstedt). ... Als richtiger Albrecht-Forscher (der ich nicht bin) kommt man um Ballenstedt wohl nicht rum. Nach Brandenburg/Stadt werde ich innerhalb der nächsten 4 Wochen mit einiger Sicherheit mal für einen Tag fahren wegen diverser mir vorschwebender Wiki-Sachen (Natur, Havel, Fürst Pribislaw etc.) - da "bringe" ich dann den Brandenburger Dom "mit", zu dem Albrecht den Grundstein gelegt hat.
5) Zumindest eine bei Partenheimer abgebildete Originalurkunde von Albrecht liegt im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam - dass ich die Schnauze von derartigen Institutionen hinsichtlich Anfragen momentan voll habe, siehst Du mir hoffentlich nach meinen geschilderten Erfahrungen nach. Ich denke, das ist erst mal genug - weitere bei Partenheimer genannte Archive stelle ich zusammen, wenn Du noch etwas brauchst. Was hast Du für Informationen? Gruss --Lienhard Schulz 23:26, 27. Jul 2004 (CEST)

PS jetzt so beim Rumwühlen finde ich bei Partenheimer noch ein Siegel von Graf Adalbert, Großvater von Albrecht - das sieht auch wieder (fast) genau so aus wie das bei Heinemann ... und bei Otto I ... kann es sein, dass die sich alle sehr ähnelten und das von Heinemann dann tatsächlich Albrechts Siegel ist, was meinst Du? Allmählich frage ich mich: welche markanten, mir nicht auffallenden, Unterschiede hatten diese Siegel? Gibts hier bei Wiki wohl eine/n Fachmann/Fachfrau für alte Münzen? --Lienhard Schulz 23:26, 27. Jul 2004 (CEST)

Danke für deine Mühe und die vielen konstruktiven Überlegungen. Ich würde am liebsten möglichst nahe an Albrecht selbst dranbleiben und natürlich einen hohen Maßstab an die Authentizität legen wollen. Heinemann sollte in x Bibliotheken Deines Raums vorhanden sein (ich pendle zwischen dem Raum Koblenz, Aachen und Freiburg i.Br., bin also zu weit weg vom Schuss). Hinsichtlich der Siegel bin ich auch nicht so firm (denke aber, dass Heinemann das Siegel ja wohl nach einerm Exemplar an einer Urkunde wiedergegeben hat, es also Albrechts ist), aber ruf doch einfach mal beim Landeshauptarchiv Brandenburg an, vielleicht erwischt du ja einen netten Archivar, der dir ein wenig die Problemlage erklären kann. Ich hab ja noch nicht mal Partenheimer zur Hand. In Sachen Vorlage keine Reaktion aus Halle bislang.
Es gibt sicher Faksimiles von Kaiserurkunden im Netz, aus denen man bedenkenlos den Schriftzug Albertus marchio (oder so) rausholen kann. Gruß --Historiograf 00:20, 28. Jul 2004 (CEST)

Umsetzung

Denkmalbestimmung - wer hilft?
Ich habe heute eine Postkarte von 1898 eingebaut, die Bischof Wigger von Brandenburg, Albrecht der Bär und Bischof Otto von Bamberg zeigt. Weiß jemand zufällig, wo das Denkmal steht oder wohl besser stand? Vermutlich in Berlin, da m.E. das Albrecht-Denkmal genau das zu sein scheint, das heute in der Zitadelle Spandau steht (Vergleiche Bilder ganz oben und ganz unten). Weiß das jemand 100% und dann auch den alten Standort?. --Lienhard Schulz 20:34, 30. Jul 2004 (CEST)
In der Siegesallee in Berlin; siehe [LINK] und [LINK]
Übrigens die ganze Seite [LINK] ist sehr interessant --AHZ 21:00, 30. Jul 2004 (CEST)

Könnte diese Pressemitteilung das gleiche Denkmal beschreiben?
Hier (PDF) ist von einem vergleichbaren Standbild die Rede, Ort: Siegesallee im Berliner Tiergarten
Hier steht: 1898 Das Denkmal Markgraf Albrechts des Bären mit den Darstellungen von Wigger, Bischof von Brandenburg, und Otto, Bischof von Bamberg, geschaffen von Walter Schott, wird in der Siegesallee (Tiergarten) enthüllt.
Leider ist da nirgends ein Bild dabei, um auf Nummer sicher zu gehen. -- Srbauer 21:03, 30. Jul 2004 (CEST)
die Bilder findest du bei meinen Links [1] und [2] (siehe oben). Das ist es. --AHZ 21:10, 30. Jul 2004 (CEST)
Hab ich schon gesehen, danke - aber es gab einen Bearbeitungskonflikt zwischen unseren beiden Einträgen, da hab ich Deine Links erst hinterher überprüft. -- Srbauer 21:19, 30. Jul 2004 (CEST)

PS Das Problem "Karl der Große" hat sich inzwischen insofern von selbst gelöst, als dass das Bild wegen URV gelöscht wurde. --Lienhard Schulz 20:42, 30. Jul 2004 (CEST)

Zwischenstand. Aus Halle noch keine Antwort, ich hake mal nach. Dr. Partenheimer ist hilfsbereit, hat aber selbst keine eigenen Fotos für seine Diss. gemacht, will sich aber weiter bemühen. Alles Gute --Historiograf 21:20, 5. Sep 2004 (CEST)

Kaiserreich?

In dem Artikel wird das Heilige Römische Reich an mehreren Stellen als "Kaiserreich" bezeichnet. Das ist mE ein unsachgemäßer Ausdruck. Das HRR war eben nicht ein (und schon garnicht "das") Kaiserreich, sondern ein Zusammenschluß von mehr oder weniger selbstständigen Ständen, die einen gemeinsame König wählten. Zumindest in den ersten Jahrhunderten des Bestehens des Reiches war es dann Sache des Königs, sich um die Kaiserkrönung zu bekümmern. Nicht alle Könige haben das getan. Könnten die Autoren sich einmal darum kümmern? --Wilhans Wilhans 12:14, 18. Nov 2005 (CET)

Die Nennungen habe ich nicht gefunden. Allerdings ist mir mehrfach die Erwähnung von "Deutschen" in einer Zeit aufgefallen, in der man imho nicht so ohne weiteres diese Bezeichnung verwenden kann. Asdrubal 15:59, 18. Nov 2005 (CET)

"Das ist mE ein unsachgemäßer Ausdruck." Deines Erachtens, okay. Meines Erachtens ist KaiserReich als Bezeichnung dieses KaiserReiches höchst sachgemäß. "Das HRR war eben nicht ein Kaiserreich". Soviel ich weiß, und nach allem was ich bisher gehört habe, war das Heilige Römische Reich eben grade ein KaiserReich. Der Monarch war ja auch Kaiser. "(und schon garnicht "das")". Es war das einzige KaiserReich in WestEuropa. Es war DAS KaiserReich des westlichen römisch-katholischen Europa. Und es war das Reich, daß man hierzulande meint, wenn man vom KaiserReich spricht. Was sollte es dann sonst sein?

"sondern ein Zusammenschluß von mehr oder weniger selbstständigen Ständen". Wieso 'sondern'? Das klingt ja geradezu so als ob da ein Widerspruch bestände, und als ob alle andere Staaten anders organisiert gewesen wären. Einige waren sicher anders organisiert. Eine Stadt oder sonst eine Gemeinde wird man kaum aufteilen. Aber bei größeren Territorien muß der Monarch daß StaatsGebiet aufteilen und die Länder an seine Adligen (Herzöge und Fürsten) zur Verwaltung verleihen. Es ist dann deren Sache, zu entscheiden ob sie ihrem LehensHerrn treu bleiben oder ihren Eid brechen. Oft konnte sich der König nur auf seine Mutter und seine Frau verlassen. Weiters handelt es sich beim HRR nicht um einen Zusammenschluß in dem Sinne, daß sich mehrere Fürsten zusammengeschlossen hätten. Vielmehr waren die Stände sehr selbständig, gerade weil sie in Jahrhundertelangen MachtKämpfen die zentrale Macht des Monarchen geschwächt haben, besonders in Zeiten, in denen es keinen Monarchen gab.

"die einen gemeinsame König wählten." Ahem, Widerspruch, der Monarch eines KaiserReiches ist im allgemeinen ein Kaiser, nicht ein König, daher die Bezeichnung 'KaiserReich', sonst wäre es ja ein KönigReich. Und der Kaiser wurde auch nicht (zumindest nich ursprünglich) von den Fürsten des Deutschen Reiches gewählt, sondern vom Papst. So wurden einige Male auch die Könige von FrankReich und von Italien Kaiser des HRR. Die deutschen Reichsfürsten haben ihren König gewählt (oder auch nicht, zeitweise), wie in anderen KönigReichen. Im Lauf der Jahrhunderte sind immer mehr italienische und französische Gebiete aus dem HRR ausgegliedert worden, sodaß das HRR territorial auf das Deutsche Reich beschränkt war. In Anbetracht dessen gefiel es den deutschen Fürsten wahrscheinlich nicht, sich einen fremden König als Kaiser vorsetzen zu lassen, der doch nur auf deutschem Gebiet etwas zu sagen hätte. In mehreren Schritten wurde durchgesetzt, daß der Deutsche König automatisch als Römischer Kaiser anerkannt wird. Daher entstehen in unserer Zeit dauernd Mißverständnisse, da die meisten Leute irgendwelche Worte aufschnappen und sich daraus eine Geschichte stricken, wie zum Beispiel die weitverbreitete Mähr, Maria Theresia wäre Kaiserin gewesen.

"Zumindest in den ersten Jahrhunderten des Bestehens des Reiches war es dann Sache des Königs, sich um die Kaiserkrönung zu bekümmern. Nicht alle Könige haben das getan." Das ist richtig, und sofern er sich nicht gekümmert hat, gab es keinen Kaiser. Aber kümmern ist nicht krönen. Das hat General Napoleon getan, und nach ihm Erzherzog Franz von Österreich. Im HRR war das Sache des Papstes (in den früheren Jahrhunderten). Und wenn der nicht wollte, konnte der König sich brausen gehen. Einige deutsche Könige haben durchaus einige königliche Rechte und Macht im Deutschen Reich eingetauscht gegen die KaiserKrönung. Das brachte ihnen persönlich mehr Ansehen, und einige Rechte in den KönigReichen Italien und Burgund, aber langfristig wurde die Macht des Deutschen Königtums im Deutschen Reich geschwächt. Die Macht des Kaisers basierte jedoch haußtsächlich auf dem Deutschen Reich, so wurde auch die Macht des Kaisers geschwächt.

Doch das es ein KaiserReich gibt, hat doch jeder gewußt. Jedenfalls wurde doch relativ viel Aufhebens darum gemacht, auch wenn im Vergleich dazu die tatsächliche Macht geringer war. Immerhin wurde Theophanu als mächtigste Person von Europa angesehen, nachdem ihr Mann, der Kaiser gestorben war, und damit offiziell keinen Kaiser gab, und ihr Sohn als (gewählter) Deutscher König ein Kind war, dessen Erwählung zum Kaiser aber noch nicht gesichert war. Auch sie wird, wie Maria Theresia Kaiserin genannt, obwohl sie niemals gekrönt wurde, was auch kaum möglich war, da für dieses Amt ohnehin nur ein Mann in Frage kam. Beide Frauen erhielten den Titel so wie die Frau eines Hofrates "Frau Professor" wird, nicht durch die Berufung in ein Amt, sondern durch Heirat.

Wir wollen mal die wortreichen Ergüsse der IP auf sich beruhen lassen. Richtig ist, dass ich beim Blick auf die Hauptseite sofort Anstoß nahm am Kaiserreich. Wir Historiker sprechen vom Kaiserreich vor allem für die Zeit ab 1870. Zur Zeit Albrechts ist der Begriff in der Forschung ungebräuchlich, wech damit. --Historiograf 20:02, 18. Nov 2005 (CET)

Königreich!!

Eine alte Juristenweisheit lautet: "Ein Blick in den Gesetzestext erleichtert die Rechtsfindung ungemein." Auch in der Diskussion unter "selbst ernannten Historikern", ob Kaiser- oder Königreich, ist dieser Lehrsatz sehr hilfreich. In der Goldenen Bulle von 1356 ist doch zweifelsfrei nachzulesen, dass die Kurfürsten einen König wählten. Und jetzt kommt die große 500.000-€-Preisfrage: "Welcher Gebietskörperschaft steht ein König vor?" a) Landkreis; b) Bundesland; c) Grafschaft oder d) Königreich? Viel Glück und Erfolg!

Dann lies dir einfach mal das hier durch: Heiliges Römisches Reich und du wirst bemerken, dass dein ach so einfaches Weltbild leider nicht auf das HRR anwendbar ist. --Finanzer 00:07, 21. Nov 2005 (CET)

Sicherlich, in diesem Bereich gibt es in der Literatur keine einheitliche Nomenklatur. Das 19. Jahrhundert (was sich größtenteils bis heute gehalten hat) spricht gern vom "deutschen Kaiserreich", wenn das mittelalterliche Reich gemeint ist. Dabei handelte es sich bis zum Ende des HRR aber eben - wie der Name schon sagt - um ein römisches Reich - und nur das Oberhaupt eines römischen Reiches kann den Titel Kaiser tragen (der spätere inflationäre Titelniedergang sei hier nur am Rande beklagt...). ME ist folgende Unterscheidung sachgemäß: Das HRR war lange Jahrhunderte wesendlich größer als das deutsche Königgreich. Es konnte innerhalb des HRR sogar mehrere Königreiche geben, wie z.B. das Königreich Böhmen. Der deutsche König wurde von den Kurfürsten gewählt. Das Deutsche Reich war somit ein Königreich. In frühen Jahrhunderten war der deutsche König noch nicht automatisch römischer Kaiser. Dazu mußte er vom Papst gekrönt werden. Erst später schloß sich an die Wahl des deutschen Königs im Frankfurter Römer (!) automatisch die Kaiserkrönung in (sog.) Dom an.
A. Baumann

Erzbischof Wichmann

Zitat: "Wahrscheinlich noch 1157 rief Albrecht der Bär Siedler in die neue Mark, die insbesondere aus der Altmark, dem Harz, Flandern (daher der Begriff Fläming) und den Rheingebieten in das Land kamen." Nach einigen Angaben ist das Werben von flämischen Siedlern auf die Aktivitäten Wichmanns zurückzuführen. Das schließt sich zwar nicht unbedingt aus, aber allein hätte wohl Albrecht nicht die Möglichkeiten und auch nicht das Recht gehabt, Bauern vom Niederrhein zur Umsiedlung zu bewegen. Saxo 21:55, 14. Feb 2006 (CET)

Sophie

Von wem stammt nun seine Frau Sophie ab, von Hermann I. von Winzenburg oder von Otto I. von Salm ( Graf von Rheineck) oder wer ganz anderes? -- Kyber 14:51, 21. Jul 2006 (CEST)

Aberkannte Königswürde Pribislaw-Heinrichs?

Aus welcher Quelle geht denn eigentlich hervor, daß Pribislaw-Heinrich die Königswürde wieder aberkannt wurde? M.E. wollen die Askanier ihre allodialen Ansprüche auf die Mark Brandenburg gerade durch ihr Erbe von jenem König her belegt wissen. - Zumindest läßt sich der Traktat Heinrichs von Antwerpen so deuten. Da wäre es eher kontraproduktiv, wenn jener König seine Würde verloren hätte. A. Baumann

Die Darstellung beruht auf den Ausführungen von Partenheimer (siehe Literaturliste), Seite 105 und insbesondere Anm. 618, S. 255. Danach ist die Tatsache, dass er den Titel später nicht mehr führte, bei allen einschlägigen Autoren (neben Partenheimer noch Assing, Kahl, Myslisnki und Gaethke) unumstritten. Nicht ganz einig sind sich die Experten offenbar in der Beurteilung des Grundes. So vertrat Gaethke die Minderheitenmeinung, Pribislaw habe aus freien Stücken auf das Königtum verzichtet, weil es heidnischen Ursprungs gewesen sei und er Albrecht dem Bären die Übernahme der Brandenburger Herrschaft und deren Anerkennung als askanisches Allod erleichtern wollte. (Zitat lt. Partenheimer, Anm. 618. S. 255). Partenheimer folgt hier Assing, der gezeigt habe, dass Pribislaw den Königstitel wohl bereits 1138/39 ablegen musste. (Seite 105). Den Grund nennt Partenheimer nicht. Jedenfalls ist insofern die Darstellung unter Pribislaw hinsichtlich des Jahres 1147 und des Wendenkreuzzuges wahrscheinlich nicht ganz korrekt bzw. veraltet. --Lienhard Schulz Lienhard Schulz 16:37, 17. Nov. 2006 (CET)

Vielen Danke erst einmal für diese recht zügige Beantwortung meiner Fragen. Allerdings kommen jetzt gleich weitere. Bedeutet das jetzt, dass die Darstellung des Kronopfers bei Heinrich von Antwerpen unhistorisch ist - bzw. lediglich Propaganda darstellt? Oder ist nur dessen Datierung auf 1147 - also im Zusammenhang mit dem Wendenkreuzzug stehend - anzuzweifeln? Wie Sie sagen, stellt die Ansicht Gaethkes die Minderheitenmeinung dar. Würde ein Königtum Pribislaw-Heinrichs denn die allodialen Ansprüche Albrechts tatsächlich gemindert haben?

Was die Quellenlage betrifft, bin ich noch immer ratlos. Woraus geht denn hervor, dass Pribislaw-Heinrich den Königstitel später nicht mehr führte? Meines Wissens besitzen wir nur aus dem Traktat Angaben über diesen. Alle anderen Darstellungen in diversen Chroniken sind vom Traktat mehr oder weniger direkt literarisch abhängig.

A. Baumann

Entschuldigen Sie bitte, das hier ist eine Enzyklopädie, die den aktuellen Wissens-/Forschungsstand wiederspiegelt. Dieser Forschungsstand ist überaus hinreichend mit Quellen belegt. Wenn dieser Stand nach Ihrer Meinung falsch oder fragwürdig ist, diskutieren Sie die Fragen bitte in den einschlägigen historischen Publikationen oder mit den Historikern, homepage und e-mail-Adresse von Partenheimer: hier. Wenn sich ihre Meinung durchgesetzt hat und zum neuen Wissensstand geworden ist, nehmen wir das gerne auf. --Lienhard Schulz Lienhard Schulz 21:08, 26. Nov. 2006 (CET)

Nein, nein, ich hab ja gar keine Meinung. (Zumindest keine feststehende zu dieser Fragestellung...) Ich habe nur Fragen. Und ich dachte, dieses Diskussionsforum sei (auch) dazu da, Fragen zu stellen - und beantwortet zu bekommen. So verstehe ich zumindest die Möglichkeit zur Diskussion. Ich wollte mit meinen Anfragen nicht falsch verstanden werden. Das sind keine polemischen Spitzfindigkeiten, sondern ernstgemeinte Fragen. Und Sie als Diskussionspartner scheinen mir ja auch kompetent in der Beantwortung zu sein. Deshalb habe ich Ihnen weitere Fragen gestellt.

Nach meiner Erfahrung kann sich der Forschungsgegenstand, um den es hier geht, auf nur äußerst spärliche - und zudem nicht immer sehr befriedigende - schriftliche Quellen stützen; weswegen Sachzeugen als Quellen ja auch so wichtig sind. Deshalb habe ich danach gefragt, ob es weitere (schriftliche) Quellen zum Königtum Pribislaw-Heinrichs gebe, als der mir bekannte Traktat.

Wie gesagt, das beruht nicht auf Besserwisserei, sondern auf Interesse an der Sache. So tief ist es mir (zur Zeit) gar nicht möglich, in den aktuellen Forschungsstand einzudringen. Deshalb könnte ich mir auch keinesfalls anmaßen, Forschern, die seit Jahren an der Sache arbeiten, zu widersprechen.

Wenn nun Pribislaw-Heinrich sein Königtum bereits 1138/39 ablegen musste, dann kann folglich das Kronopfer schwerlich im Zusammenhang mit dem Wendenkreuzzzug gestanden haben. Da halte ich meine Frage, ob die Angabe des Traktates oder lediglich die Zuordnung der Handlung zum Jahre 1147 falsch sei, für keineswegs abwegig. Meinen Sie, ich kann mich damit tatsächlich an Herrn Partenheimer direkt wenden?

Mit bestem Gruß, A. Baumann

Brenna?

Ich hatte diese Frage bereits in der Diskussion zu Mark Brandenburg gestellt. Da dort noch kein Kommentar dazu erfolgte und sie ebenfalls hier passt, hab ich sie noch hierher kopiert:

In diversen Artikeln, die mit Brandenburg zu tun haben, findet sich ein in Klammern gestelltes Brenna.

Nach meiner Beobachtung gebraucht (wohl nicht nur) die neuere polnische Forschung für die Brandenburg (Burginsel) der Slawenzeit den Namen Brenna (z.B. Leszek Moszyński: Die vorchristliche Religion der Slawen im Lichte der slavischen Sprachwissenschaft; (Bausteine zur slavischen Philologie und Kulturgeschichte, Reihe A: Slavische Forschungen, NF 1 [61]); Köln/Weimar/Wien 1992; S. 14 u. 62; sowie Władyslaw Filipowiak: Der Götzentempel von Wolin, Kult und Magie; in: AFD Beiheft 17, Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte 2; Berlin 1982; S. 109-123; hier: S. 115). Damit wird m.E. jedoch gegen den Grundsatz, daß bei Namensdeutung dem ältesten Beleg das größere Gewicht beizumessen ist, verstoßen. Die alleinig bei Widukind von Corvey (I,35 - zum Jahre 928/28 - u. II,21 - zum Jahre 939) anzutreffende Schreibweise Brennaburg (also ohne d) ist m.E. nicht als die älteste zu bewerten, da Widukind sein Werk um 967 beendete (vgl. Reinhard E. Fischer/ Gerhard Schlimpert: Vorslawische Namen in Brandenburg; in: ZfSl 16 (1971); S. 661-697; hier: S. 678). Somit kommt dem Beleg der Gründungsurkunde des Brandenburger Bistums mehr Gewichtung zu. Diese hierbei auszuschließen, kommt ja nur infrage, wenn ihre Ausstellung/Anfertigung als nachträglich - was ja durchaus diskutiert wird - einzustufen ist. Weiß da jemand, wie der neueste Forschungsstand ist?

A. Baumann



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Albrecht I. (Brandenburg) und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 24.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).