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Alemannische Dialekte

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Der Artikel Alemannische Dialekte gehört zur Kategorie: Alemannisch

In der germanistischen Linguistik bezeichnet man mit Alemannisch oder Westoberdeutsch aufgrund gemeinsamer Sprachmerkmale eine Gruppe von Dialekten des deutschen Dialektkontinuums. Zusammen mit anderen Dialektgruppen zählt sie zum Oberdeutschen, mit diesem zum Hochdeutschen. Die Bezeichnung "Alemannisch" geht auf die so genannten Alemannen zurück.

Verbreitungsgebiet

Abbildung
Alemannischer Sprachraum
Bildherkunft

Das historische bzw. aktuelle Verbreitungsgebiet grenzt im Norden an das der fränkischen Dialekte und im Osten an das der bairischen Dialekte, im Süden und Westen schließt sich Gebiet romanischer Sprachen (Bündnerromanisch, Italienisch und Französisch) bzw. romanischer Mundarten an.

Einteilungen und Benennungen

Die alemannischen Mundarten werden in vier bzw. fünf Hauptgruppen gegliedert. Von Nord bzw. Nordost nach Süd bzw. Südwest werden unterschieden:

  • schwäbisch: vor allem Württemberg und Bayern
  • niederalemannisch:
    • oberrheinalemannisch: vor allem Elsass, Baden und in Basel
    • bodenseealemannisch: je eher kleinere Gebiete im südöstlichen Baden, südlichsten Württemberg, südwestlichen Bayern, nördlichen Vorarlberg und in nordöstlichster Schweiz
  • hochalemannisch: vor allem Schweiz, südliches Vorarlberg, südlichstes Baden und Sundgau
  • höchstalemannisch: vor allem südliche Deutschschweiz und Walserorte Österreichs

Zwischen deren Verbreitungsgebieten sowie zu den fränkischen und bairischen Mundarten bestehen häufig sogenannte Übergangsdialekte. Darüberhinaus lassen sich die Dialekte überall in Regional- und Ortsdialekte weiter differenzieren (vgl. Berndeutsch, Straßburgisch, Augsburgisch). Neben dieser rein räumlichen lassen sich bei der Gliederung unter anderen durchaus auch zeitlich-historische sowie soziologische Komponenten heranziehen (vgl. Honoratiorenschwäbisch).

Hoch- und Höchstalemannisch wurden teilweise auch unter südalemannisch", niederalemannisch und schwäbisch selten unter "nordalemannisch" zusammengefasst, "mittelalemannisch" ersetzte bei manchen Autoren hoch-, nieder- oder/und bodenseealemannisch.

Die Ausdrücke "schwäbisch" / "die Schwaben" / "Schwaben" werden bzw. wurden im Elsass und in der Schweiz manchmal als Synonyme für "deutsch" / "Deutsche" / "Deutschland" gebraucht (vgl. dazu die Geschichte des Schwäbischen Reichskreises).

Der Gesamtausdruck "alemannisch" wird nicht selten nur in einem engeren Sinn verwendet und meint dann nur nieder-, hoch- und höchstalemannisch. Nicht selten wird er verengt nur auf bestimmte Regionen angewandt (v.a. Südbaden). In der Schweiz, im Elsass und im Schwäbischen ist er oft wenig bis gar nicht geläufig.

Die in der Schweiz gesprochenen alemannischen Dialekte (aber auch das von ihnen geprägte Umgangs- und Standarddeutsche) sind besser als schweizerdeutsch bekannt. In rein linguistischer Hinsicht bildet das Schweizerdeutsche zwar keine spezielle Gruppe des Alemannischen, wohl aber in pragmatischer, denn für die Verwendung des Dialekts gelten in der Schweiz spezielle Verhältnisse. Im Prinzip gelten ebenso in den anderen Staaten für die Verwendung des Dialekts besondere, von soziokulturellen Entwicklungen des jeweiligen Staates geprägte Sprachbedingungen, vor allem in Frankreich (elsässisch) und Österreich.

Abgrenzungsmerkmale

Die abstrahierten linguistischen Abgrenzungsmerkmale erzeugen keine feste und eindeutige Liniengrenze. Bei Zusammenschau der verschiedenen sprachlichen Kennzeichen ergibt sich vielmehr desöfteren ein mehr oder weniger breites sogenanntes Übergangsgebiet, das mehr oder weniger homogene Sprachareale miteinander verbindet. Ob sich bestimmte Teile eines Übergangsgebietes eher dem einen oder anderen Areal zuordnen lassen, könnte nicht nur sprachwissenschaftlich beantwortet werden, sondern auch anhand von Zugehörigkeitsgefühlen oder ähnlichen Empfindungen der einzelnen Sprecher/innen.

zu den Nachbarmundarten

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standarddt. oberrheinalemann. rheinfränk. Bemerkung
Apfel Apfel Appel Gilt nur für Teile des nordwestl. Bereichs.
Haus Huus Haus
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standarddt. oberrheinalemann. südfränk.
Haus Huus Haus
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standarddt. schwäb. südfränk.
gut guat gut
Haus Hous Haus
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standarddt. schwäb. ostfränk.
böse bais bees
breit broat breit
Haus Hous Haus
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standarddt. schwäb. bair. Bemerkung
euch ui enk
ihr ui(r) / (d)iir ees
fragen fragen frogen Mittelhochdt. inlautendes "â".
drehen dräja draan
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standarddt. nieder-/höchstalemann. bair.
Haus Huus Haus

zwischen den alemannischen Hauptdialektgruppen

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standarddeutsch schwäbisch niederalemannisch
Haus Haus/Hous Huus
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standarddeutsch niederalemannisch hochalemannisch
Kind Kind Kchind
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standarddeutsch hochalemannisch höchstalemannisch Bemerkung
schneien schneie schni-e Im Höchstalem. kein Diphthong im Hiatus.
Horn Horn Hoore
Bank Bank Bankch
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standarddeutsch oberrheinalemannisch bodenseealemannisch
oben owe obe
weiß wiiß weiß

Verwendung

Im historischen bzw. aktuellen Verbreitungsgebiet der alemannischen Dialekte im Südwesten des deutschen Sprachraums wohnen etwa 10 Millionen Menschen. Sofern diese überhaupt Dialekt oder vom Dialekt beeinflusst sprechen, ist die Ausprägung sehr unterschiedlich: Die Bandbreite reicht von mit leicht gefärbter Umgangssprache Sprechenden bis zu nicht dem Standarddeutschen Mächtigen.

Varietät des Deutschen oder eigenständige Sprache?

Eine Verständlichkeit des Alemannischen für Sprecher der deutschen Standardsprache ist je nach alemannischem Dialekt mehr oder weniger schwierig. Daher sprechen einige Linguisten, die Sprachen und Dialekte hauptsächlich nach dem Kriterium der gegenseitigen Verständlichkeit differenzieren, vom Alemannischen als einer eigenen Sprache. Beispiele hierfür sind das Institut SIL International und die Organisation UNESCO.

Das Anwenden des Kriteriums der gegenseitigen Verständlichkeit ist jedoch umstritten, da das Alemannische als Teil des deutschen Dialektkontinuums nahtlos in die anderen deutschen Varietäten übergeht und Verständlichkeit ein subjektiver Faktor ist, der je nach Alter, Wohnort, Bildungsstand und persönlicher Prägung der befragten Personen stark variieren kann und außerdem davon abhängt, wie gegenseitige Verständlichkeit überhaupt definiert wird. Weiterhin könnte man so gleich mehrere eigenständige alemannische Sprachen unterscheiden, da die gegenseitige Verständlichkeit auch nicht unter allen alemannischen Dialekten gewährleistet ist. In dieser Hinsicht werden oft das Schwäbische und das Höchstalemannische getrennt aufgeführt. Allgemein lässt sich aber sagen, dass bei nahezu jedem Dialekt des Deutschen die Verständlichkeit für Menschen anderer Dialektregionen nicht gewährleistet ist.

In der Sprachwissenschaft des deutschsprachigen Raumes, wo unter sprachlich verwandten Varietäten meist nur diejenigen als eigenständige Sprachen gelten, die das Kriterium der Ausbausprache (Standardsprache) erfüllen, wird das Alemannische deshalb überwiegend als eine regionale Varietät der deutschen Sprache angesehen. Da die Sprecher des Alemannischen hauptsächlich die deutsche Standardsprache als ihre Dachsprache (Schriftsprache) nutzen, gibt es nur geringe Tendenzen hin zur Ausbausprache. Zumindest innerhalb der Schweiz geht die Entwicklung aber, wenn auch nur allmählich, bereits in Richtung von Kulturdialekten.

Sprachbesonderheiten

Zwischen nieder- und hochalemannisch ist der signifikanteste Unterschied die Aussprache des Lautes -ch- nach den Buchstaben -e-, -i-, -ä-, -ö-, -ü-, und Konsonanten: Im niederalemannischen wird dieser Laut wie im Standarddeutschen ausgesprochen ("Becher"), im hochalemannischen wie -ch- in "Bach".

Die einzelnen Dialekte unterscheiden sich manchmal weitgehend voneinander. So wird z.B. in der Stadt Bern nicht der gleiche Dialekt gesprochen wie im Simmental oder im Emmental. Es gibt allerdings auch Übergangsdialekte wie das Schwarzbubendeutsche, welches eine Mischung aus Baslerdialekt, französischen Wörtern und Solothurner Dialekt darstellt.

  • Diminutiv: Der Diminutiv (Verkleinerungsform) wird in allen alemannischen Großdialekten viel verwendet. In den nördlichen und östlichen Dialekten wird er durch das Suffix -le, in den südlichen Dialekten durch das Suffix -li ausgedrückt (z.B. Häusle - Hüüsle - Hüüsli - Hiisli für Häuschen, Kendle - Chindli für Kindlein)

  • Konjugation von "sein":
    • niederschwäbisch: I ben - Du bisch - Er isch - Mir send - Ihr send - Dui send - Partizip Perfekt: I ben gwä
    • allgäuerisch: I bi - Du bisch - Är isch - Mir send / sönd - Ihr send - Dui send - Partizip Perfekt: I bi gsi
    • hanauerisch: ich binn - du bisch - är isch - mir sinn - ihr sinn - sie sinn - Partizip Perfekt: ich binn gsinn
    • Mittleres Kinzigtal: ich binn - du bisch - är isch - mir sinn - ihr sinn - sie sinn - Partizip Perfekt: ich binn gsi. Imperativ: Sey!
    • Unteres Markgräflerland: Ich bi, Du bisch, Är isch, Mir sin, Ihr sin, Si sin - Partizip Perfekt: Ich bi gsi
    • Voralpenland: I bee - Dou bisch - Är isch - Mr send - Ihr send - Dia send - Partizip Perfekt: I bee gsei
    • Östliches Schweizerdeutsch:I bi - Du bisch - Är isch - M(i)r send / sönd /sinn - I(i)r sönd /sind - Di sönd - Partizip Perfekt: I bi gsi. Imperativ: Seg / Sig!
    • Bärner/Solothurner Schweizerdeutsch: E(g) be - Du besch - Är esch - M(e)r sy - Dehr syt - Si sy - Partizi Perfekt: E(g) be gsi/gsy. Imperativ: Bes!
    • Westliches Schweizerdeutsch: I(g) bi, Du bisch, Är isch, Mir sy, Dihr syt, Si sy. Partizip Perfekt: I(g) bi gsi/gsy. Imperativ: Bis!
    • senslerdeutsch: I bǜ, Dù bǜsch, Är isch, Mi(er) sy, (D)ier syt, Si sy. Partizip Perfekt: I bǜ gsyy. Imperativ: Syg!

  • Höflichkeitsformen:
    • Im alten Baseldeutsch wird oft die 3. Person Singular für die Höflichkeitsform verwendet: „Steigen Sie auch aus?“ „Stygt dr Herr au us? (Steigt der Herr auch aus?)“
    • Im Hoch- und Höchstalemannischen wird oft die 2. Person Plural „Ihr“ verwendet, insbesondere im Berndeutschen und im Walliserdeutschen. So würde man „Möchten Sie noch ein Stück?“ übersetzen mit „Weit'er no nes Stuck?“ \ „Welltider no as Stuck?“. Außerhalb des Berndeutschen und Walliserdeutschen ist diese Höflichkeitsform durch den Einfluss der Schriftsprache selten geworden und gilt heute oft als unanständig, da sie nicht direkt auf eine Person eingeht.

alemannischer Beispielsatz

standarddeutsch
  • Mutter: Warst du auf dem Markt einkaufen?
  • Fritzchen: Ja, ich habe drei Kilogramm Kartoffeln, 250 Gramm Butter, ein Glas Johannisbeer-Marmelade und eine Packung Spaghetti gekauft.

hochalemannisch (Weil am Rhein)
  • D`Müder: Bisch uff'm Märt go iigchaufe gsi?
  • S`Fritzle: Joo, ich ha drei Kilo Grumbiire, ä halbs Pfund Angge, ä Glaas Zanderle-Guezäle un ä Päckli Schbageddi gchauft.

Mehr Übersetzungen: Alemannischer Beispielsatz

alemannische Dialektdichtung

Literatur

Sortiert nach Erscheinungsjahr.

2000er

  • Hermann Niebaum u. Jürgen Macha, Einführung in die Dialektologie des Deutschen, Tübingen 2006 (2. Aufl.)
  • Moderne Dialekte - neue Dialektologie. Akten des 1. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD) am Forschungsinstitut für Deutsche Sprache "Deutscher Sprachatlas" der Philipps-Universität Marburg vom 5. - 8. März 2003, hrsg. von Eckhard Eggers, Stuttgart 2005
  • Arnulf Krause, Die Geschichte der Germanen, Frankfurt/Main u.a. 2005
  • Alemannisch im Sprachvergleich. Beiträge zur 14. Arbeitstagung für Alemannische Dialektologie in Männedorf (Zürich) vom 16. - 18.9.2002, hrsg. von Elvira Glaser, Stuttgart 2004
  • Marthe Philipp und Erich Wieder, Sein und Haben im elsass-lothringischen Mundartraum, Stuttgart 2002
  • Paul Zinsli, Walser Volkstum in der Schweiz, in Vorarlberg, Liechtenstein und Italien. Erbe, Dasein, Wesen, 7., erg. Aufl., Chur 2002
  • Hubert Klausmann u.a., Kleiner Dialektatlas. Alemannisch und Schwäbisch in Baden-Württemberg, Waldkirch 2001
  • dtv-Atlas zur deutschen Sprache, 13. durchgesehene Auflage, München 2001
  • Dialektologie zwischen Tradition und Neuansätzen. Beiträge der Internationalen Dialektologentagung, Göttingen, 19. - 21. Oktober 1998, hrsg. von Dieter Stellmacher, Stuttgart 2000
  • Frank Siegmund, Alemannen und Franken, Berlin 2000

1980er und 1990er

  • Syntax und Stilistik der Alltagssprache. Beiträge der 12. Arbeitstagung zur alemannischen Dialektologie, 25. bis 29. September 1996 in Ellwangen/Jagst, hrsg. von Arno Ruoff und Peter Löffelad, Tübingen 1997
  • Peter Wiesinger, Bibliographie zur Grammatik der deutschen Dialekte [1981 bis 1985 und Nachträge], Bern 1987
  • Rudolf Hotzenköcherle, Dialektstrukturen im Wandel. Gesammelte Aufsätze zur Dialektologie der deutschen Schweiz und der Walsergebiete Oberitaliens, Aarau 1986
  • Rudolf Hotzenköcherle, Die Sprachlandschaften der deutschen Schweiz, Aarau 1984
  • Hugo Steger, Raumgliederung der Mundarten. Vorstudien zur Sprachkontinuität im dt. Südwesten, Stuttgart 1983
  • Aspekte der Dialekttheorie, hrsg. von Klaus J. Mattheier, Tübingen 1983
  • Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung, hrsg. von Werner Besch u.a., Berlin u.a., 2 Bände, 1982 und 1983
  • Peter Wiesinger, Bibliographie zur Grammatik der deutschen Dialekte [1800 bis 1980], Bern 1982

vor 1980

  • Raymond Matzen, Der alemannische Sprachraum, in: Nachrichten aus dem Alemannischen, Band 3, hrsg. von Adrien Finck u.a., Hildesheim 1979, S. 177-192, 6 Karten
  • Westoberdeutsch, in: Lexikon der germanistischen Linguistik, Tübingen 1973, S. 355-363, 8 Karten; in zweiter Auflage 1980, S. 482-486, 6 Karten
  • Mitzka/Schmitt, Deutscher Wortatlas 20, 1973, S. VI
  • Atlas Linguistique et Ethnographique de l´Alsace, Strasburg 1969 ff.
  • Ernest Beyer, A la limité des dialectes alsaciens et lorraines, in: L´ouvrage de la Societé Savante d´Alsace et des Régions de l´Est, 1957, S. 335-383, 15 Karten
  • Karl Bohnenberger, Die alemannische Mundart. Umgrenzung, Innengliederung u. Kennzeichnung, Tübingen 1953
  • Wehrli, Verbreitung der Schweizer Dialekte, in: Geographica Helvetica 8 (1953), S. 1-7
  • Bruno Boesch, Untersuchungen zur alemannischen Urkundensprache des 13. Jahrhunderts. Laut- und Formenlehre, Bern 1946
  • Emil Steiner, Abriss der schweizerdeutschen Mundarten, 2. Aufl. 1946 (1. Aufl. 1937)
  • Leo Jutz, Die alemannischen Mundarten, Halle 1931

Sprachatlanten

  • Manfred Renn und Werner König, Kleiner bayerischer Sprachatlas, München 2006
  • Werner König und Renate Schrambke, Die Sprachatlanten des schwäbisch-alemannischen Raumes. Baden-Württemberg, Bayerisch-Schwaben, Elsass, Liechtenstein, Schweiz, Vorarlberg, Bühl 1999
  • Bayerischer Sprachatlas (BSA):
  • Südwestdeutscher Sprachatlas, seit 1989
  • Werner König, Atlas zur Aussprache des Schriftdeutschen in der Bundesrepublik Deutschland, Ismaning 1989
  • Vorarlberger Sprachatlas. Mit Einschluß des Fürstentums Liechtenstein, Westtirols und des Allgäus (VALTS), 1985-2005; vgl. auch Aufsatz von Eugen Gabriel in Montfort 27 (1975), S. 151-163, 4 Karten
  • Kleiner deutscher Sprachatlas, 1984-1999
  • Wolfgang Kleiber u.a., Historischer südwestdeutscher Sprachatlas. Aufgrund von Urbaren des 13.-15.Jh., Bern u.a. 1979
  • Deutscher Wortatlas, Band 20, 1973, S. VI
  • Tirolischer Sprachatlas, 1965-1971
  • Sprachatlas der deutschen Schweiz, 1962-2003
  • Deutscher Sprachatlas, aufgrund des Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker begonnen von Ferdinand Wrede, fortges. von Walther Mitzka und Bernhard Martin, Marburg 1927-1956

Historische und andere Atlanten mit Sprachgeographie

  • Historischer Strukturatlas der Schweiz, Baden 2001
  • Historischer Atlas von Baden-Württemberg, 1976-1988
  • Atlas der Schweiz, Wabern 1965-1978, Tafel 27/27a
  • Historischer Atlas der Schweiz, hrsg. von Hektor Ammann und Karl Schib, 2. Aufl., Aarau 1958
  • Historischer Atlas von Bayerisch-Schwaben, 1. Aufl. 1955, 2. Aufl. seit 1982
  • Historischer Atlas von Bayern, seit 1945
  • Georg Wolfram und Werner Gley, Elsass-Lothringischer Atlas, Frankfurt a. M. 1931
  • Historischer Atlas der österreichischen Alpenländer, 1906-1959

Zeitschriften

  • Alemannia, 1873-1917
  • Alemannisches Jahrbuch, hrsg. vom Alemannischen Institut, Freiburg/Br., 1953 ff.
  • Beiträge zur deutschen Philologie (BDPH)
  • Beiträge zur schweizerdeutschen Grammatik (BSG)
  • Beiträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung (BSM)
  • Deutsche Dialektographie (bis Band 100 "Deutsche Dialektgeographie") (DDG)
  • Germanisch-romanische Monatszeitschrift (GRM)
  • Montfort. Vierteljahresschrift für Geschichte und Gegenwart Vorarlbergs, seit 1946
  • Teuthonista
  • Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik (ZDL)
  • Zeitschrift für deutsche Mundarten (ZDM)
  • Zeitschrift für deutsche Philologie (ZDPH)
  • Zeitschrift für deutsche Sprache (ZDS)
  • Zeitschrift für Germanistik und Linguistik (ZGL)
  • Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten (ZHM)
  • Zeitschrift für Mundartforschung (ZMF)

Wörterbücher (Idiotika)

siehe auch

Weblinks

als:Alemannische Dialekte


Diskussion der Autoren über den Artikel: Alemannische Dialekte


Ermittlung der Sprecheranzahl

Gebiet Anzahl
Bayerischer Regierungsbezirk Schwaben 1.789.698
- ohne Landkreis AIC (liegt östlich der Sprachgrenze Lech) - 127.246
Allgäu (560.000; bei Bayern & BaWue mitgezählt)
Baden-Württemberg (10.694.215; davon ~ 50%) 5.347.108
Elsass (1.768.079; davon ~ 60%) 1.060.847
Liechtenstein 34.000
Schweiz (7.440.722; davon 63,7%) 4.739.740
Vorarlberg ca. 360.000
Ital., Tirol, Venez., Randgebiete, ... >> 1.000
MINUS: nicht Alemannisch Sprechende (Zugezogene, Ausländer, Jugendliche) - 15 bis 20%
Summe: ~ 10 Millionen

Siehe dazu auch: Ethnologue.com

Badisch

Badisch bzw. Baden ist meiner Meinung nach ein ehemaliges politisches Gebilde. Die Grenze zwischen dem ehemaligen Baden und Württemberg ist keinesfalls eine Sprachgrenze. Daß im Badischen gsi und im Württembergischen gwä benützt wird ist ebenfalls falsch. Es ist wohl eher so daß im Nord-Osten von Baden-Württemberg eher ein gwä und im Süd-Westen von Baden-Würtemberg ein gsi benützt wird. In der Gegend um Balingen, Rottweil und Oberndorf wird z.B. ein "gsei" benützt.

Bei den Beispiel-Konjugationen verwundert es mich daß überall das (Hochdeutsche!?) "Du" benützt wird, sollte hier doch "Dau" oder "Dou" heißen oder !?

Bschatz 12:10, 29. Aug 2003 (CEST)

@Bschatz: Sei mutig -- Fristu 12:53, 29. Aug 2003 (CEST)


Was ist der Unterschied zwischen "Alemannisch (2)" und Südbadisch? --Zenogantner 00:39, 28. Mär 2004 (CET)

die Trennung von gsi und gwä ist natürlich korrekt. die sprachwissenschaftlich klarste Trennung zwischen dem Schwäbischen und den drei alemannischen (im engeren Sinne) Dialekten in der alemannischen (im weiteren Sinne) ist jedoch die neuhochdeutsche Diphthongierung, die nur das schwäbische mit den anderen Oberdeutschen Dialekten mit vollzogen hat. also: 'm^i n^üs h^us' (drei lange Monophthonge) zu 'mein neues Haus' (gesprochen 'main noies haus' - drei Diphthonge) bzw. schwäbisch 'mai neies haus' (also ebenfalls drei Diphthonge), während die drei alemannischen (im engeren Sinne) Dialekte wie das Niederdeutsche an den drei alten Lanh-Monophthongen festhält. (diese Monophthong-Diphthong-Isoglosse deckt sich grob mit der gsi-gwä-Isoglosse) (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 128.176.114.42 (128.176.114.42 • Beiträge) KaPe)} (geschrieben am 20./22. April 2004 )

Pennsylvania Dutch

Ist nicht auch das Pennsylvania Dutch (Pennsylvania_German_language, Pennsylvania_German) eine Tochter des Alemannischen? Hypnosekröte 21:16, 3. Apr 2005 (CEST)

Nein. Zwar hat ein beachtlicher Teil der Pennsylvanier Deutschen Schweizer Wurzeln, doch sie sind schon vor der Auswanderung in die USA in die Pfalz umgezogen und haben den dortigen mittelfränkischen Dialekt angenommen. J. 'mach' wust 10:27, 4. Apr 2005 (CEST)

Alemannische Einheitsschrift

Hallo zusammen. Gibt es eigentlich eine Alemannische Einheitsschrift, oder eine art Alemannische Hochsprache oder wird daran gearbeitet? Warum hat es eigentlich das Niederländische zur eigenen Einheits- oder Hochsprache geschafft, das Alemannische oder wenigstens das Schweizerdeutsche nicht?

Nein, das gibt es nicht. Allerdings bestünde durchaus eine Möglichkeit ein Art Plansprache - also Schriftalemannisch (Hochalemannisch könnte man es dann aber nicht nennen!) - zu erschaffen, wie das beispielsweise mit Rumantsch Grischun der Fall war. Man bräuchte nur die gemeinsamen Wörter und Eigenschaften der alemannischen Dialekte zu einem Schriftalemannisch vereinen, und könnte sich dabei auf eine dafür ideale Schreibung einigen, die unterschiedliche Aussprachen zulässt (auf Redundanz verzichten -> z.B. nicht ch statt k schreiben, da jedes "k" doch eh als kch ausgespochen wird. Für Schweizer ist "k" sowieso "ch" [x] bzw. "kch" [kx], etc.). Das ganze wäre aber viel komplizierter als das jetzt klingen mag. Auch ohne Schriftalemannisch klappt es bei der Alemannischen Wikipedia eigentlich ganz gut Artikel zu verfassen und zu lesen. --- MfG, Melancholie→Melancholie 17:35, 11. Aug 2005 (CEST)

Warum das Niederländische im Unterschied zum Süddeutschen eine eigene Schriftsprache geworden ist? Ich habe die Vermutung gehört, es hätte mit der konfessionellen und politischen Eigenständigkeit der Niederlande zu tun gehabt. Ausserdem hat es schon im Mittelalter eine mittelniederfränkische Schriftsprache gegeben, deren Fortsetzung die moderne niederländische ist. Allerdings hat die süddeutsche mittelhochdeutsche Schriftsprache keinen direkten Nachfolger. -- j. 'mach' wust | ‽ 13:47, 18. Aug 2005 (CEST)

Ich würde es noch gut finden, eine eigene, gemeinsame Schriftsprache zu haben, z.B. so wie es Benutzer "Melancholie" beschreibt. Oder nicht? BybbyCreme 17:25, 4. Dez 2005 (CET)

Schwarzbubendeutsch

Gibt's dieses "Schwarzbubendeutsch" überhaupt? Google sagt "nein"! --Melancholie→Melancholie 02:19, 11. Sep 2005 (CEST)

Das Schwarzbubenland gibt es auf alle Fälle, also ist das Schwarzbubendeutsch der dort gesprochene Dialekt. Ich bezweifle aber sehr die Aussage, dass es sich nicht nur um eine Mischung aus Basel- und Solothurnerdeutsch handle, sondern auch aus französischem Vokabular. Schliesslich ist ein immer grösser werdender Anteil französischer Wörter für alle deutschen Dialekte typisch, insbesondere für die schweizerischen, je näher an der Sprachgrenze sie liegen. -- j. 'mach' wust | ‽ 09:44, 11. Sep 2005 (CEST)

Einteilung der Dialekte

Ich habe gerade aus dem Abschnitt Oberrheinalemannisch die Einträge Iffezheimisch und Hanauerisch herausgestrichen. Letzteres, weil daneben schon ein Vermerk "gibt es nicht" stand. Die Bezeichnung Iffezheimisch ist zudem ein Witz, da Iffezheim ein einzelnes Dorf ist und der dortige Dialekt keineswegs Sprachmerkmale aufweist, die ihn besonders von den umliegenden Dörfern unterscheiden. Hat jemand vielleicht ein Buch über die einzelnen Dialekte? Eine feinere Einteilung ist sicherlich wünschenswert, aber eine willkürliche Einteilung macht genausowenig Sinn wie die Feingliederung bis ins einzelne Dorf hinein. Beispielsweise sind die Dialekte, die in der Gegend um Kehl gesprochen werden, klar von den Dialekten bei Rastatt zu unterscheiden. Sogar die Dialekte der Oberen Hardt unterscheiden sich von denen in Rastatt. Aber zwischen zwei Dörfern ist kaum ein Unterschied auszumachen. Wünschenswert wäre eine wissenschaftlich fundierte Aufteilung nach nachvollziehbaren Kriterien. --Hansbaer 23:05, 26. Mär 2006 (CEST)

Den Artikel ”Dialekt oder Sprache” bedarf einer Überarbeitung, da hier das deutsche Dialektkontinuum nicht erwähnt wurde. Danach stellt sich diese Frage auch nicht mehr! 80.143.230.196

Warum sollte sich dann die Frage nicht mehr stellen? Zwei Varietäten können sehr wohl auch dann als verschiedene Sprachen gelten, wenn sie zum selben Dialektkontinuum gehören. Hervorstechende Beispiele sind die skandinavischen Sprachen. -- j. 'mach' wust⎬⚖ 21:50, 12. Jun 2006 (CEST)

die vier Hauptgruppen: Löschung der Kapitel

Ich habe versucht, die Einteilung in die vier Hauptgruppen Schwäbisch, Niederalemannisch, Hochalemannisch und Höchstalemannisch graphisch und sprachlich hervorzuheben. Davor hatte ich mir die Links zu diesen Gruppen angeschaut: dort sind die Infos so gut dargestellt, dass ich vorschlagen möchte, die vier Kapitel in diesem Artikel zu löschen. --Testtube 23:12, 11. Okt. 2006 (CEST)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Alemannische Dialekte und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 24.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).