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Der Artikel Antike gehört zur Kategorie: Zeitalter, Antike, Altertum, Geschichtswissenschaft
Der Begriff Antike (von lateinisch antiquus, deutsch: alt, altertümlich) bezeichnet eine Epoche des Altertums im Mittelmeerraum. Sie reicht etwa von 1200 v. Chr. (bzw. 800 v. Chr., siehe zeitliche Abgrenzung) bis ca. 600 n. Chr. und unterscheidet sich von vorhergehenden und nachfolgenden Epochen durch gemeinsame und durchgängige kulturelle Traditionen. Seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. bildete zudem der Mittelmeerraum im Rahmen des Römischen Reichs eine politische und kulturelle Einheit. Im engeren Sinne bezeichnet man mit der Antike die Geschichte des archaischen und klassischen Griechenlands, des Hellenismus und des Römischen Reiches (Republik, Prinzipat und Spätantike).
Antike im weiteren Sinne umfasst auch die Geschichte der altorientalischen nahöstlichen Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Syriens, Persiens und Kleinasiens, die etwa mit dem Beginn der Schriftlichkeit um 3500 v. Chr. einsetzt. Dieser universalhistorische Antike-Begriff, der über die Klassische Altertumswissenschaft hinausgeht, wurde unter anderem von dem Historiker Eduard Meyer im 19. Jahrhundert gefordert. Wieder aufgegriffen wurde dieser erweiterte Antike-Begriff in letzter Zeit vom deutschen Althistoriker Josef Wiesehöfer, einem anerkannten Experten für das antike Persien.
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Die Verehrung Homers prägte die gesamte Kultur der klassischen Antike Bildherkunft |
Zeitliche Abgrenzung
Historisch bezeichnet Antike im Sinne der klassischen Altertumswissenschaft die Zeit von der allmählichen Herausbildung der griechischen Staatenwelt bis zum Ende des weströmischen Reichs im Jahr 476 bzw. bis zum Tod des oströmischen Kaisers Justinian I. 565. Seit den Arbeiten des belgischen Historikers Henri Pirenne wird auch das Jahr 632, also der Tod Mohammeds und die darauf folgende islamische Expansion als Enddatum der Antike vorgeschlagen.
Der Anfang der antiken Kultur im klassischen Sinne wird im Allgemeinen mit der Entstehungszeit der Homerischen Epen und dem Beginn der griechischen Kolonisation des Mittelmeerraums im 8. Jahrhunderts v. Chr. angesetzt. Die Griechen verbreiteten ihre Bildung und Kultur in den folgenden Jahrhunderten im gesamten Mittelmeerraum und seit Alexander dem Großen auch im Orient und nach Zentralasien hinein. Die Römer brachten die antike Kultur bis nach Mittel- und Nordwesteuropa, wo sie sich seit dem frühen Mittelalter zur christlich-abendländischen Kultur wandelte.
Je nach Forschungsrichtung werden aber durchaus auch die Zeiten der minoischen und der mykenischen Kultur von etwa 1900–1100 v. Chr. sowie die Epoche der so genannten dunklen Jahrhunderte 1200–750 v. Chr. zur griechisch-römischen Antike gerechnet.
Als Epochengrenzen zum Mittelalter sind unter anderem folgende Jahre vorgeschlagen worden:
- 325: Konzil von Nicäa
- 393: Letzte Olympische Spiele der Antike
- 395: Teilung des römischen Reiches nach dem Tod des Theodosius
- 498: Taufe des Frankenkönigs Chlodwig I.
- 529: Gründung des ersten abendländischen Benediktinerklosters und Schließung der platonischen Akademie nach dem Tod des „letzten“ antiken Philosophen Boëthius 524
- 565: Tod Kaiser Justinians I.
- 568: Ende der Völkerwanderung mit dem Langobardeneinfall in Italien.
- 632: Beginn der islamischen Expansion
Darin kommt zum Ausdruck, wie schwer es ist, einen eindeutigen Einschnitt zwischen Altertum und Mittelalter zu finden.
Siehe auch: Ende der Antike.
Ursprünge der antiken Kultur
Die Ursprünge der europäischen Antike liegen im Dunkeln. Ihre Vorgeschichte ist etwa in der Zeit von ca. 2000–ca. 1600 v. Chr., im Mittelhelladikum anzusiedeln. Zu Beginn dieses Zeitabschnitts – teils auch schon im letzten Abschnitt des Frühhelladikums FH III ca. 2200-2000 v. Chr. – wanderten indoeuropäische Stämme in Griechenland ein. Offenbar unter Einfluss der sogenannten minoischen Kultur auf Kreta, der ersten Hochkultur Europas, die ihre Blüte ca. 1900–1450 v. Chr. hatte, entwickelte sich auf dem Festland aus der Kultur des Mittelhelladikums die mykenische Kultur (ca. 1600–1050/00 v. Chr.). Sie hat Ihren Ausgangspunkt vermutlich in der Argolis und erscheint unvermittelt mit reichen Schachtgräbern (ab ca. 1600 v. Chr.). Unter anderem übernahm die mykenische Kultur von der minoischen die Schrift. Die auf Kreta (unter anderem) verwendete sog. Linearschrift A), die aber bisher nicht vollständig entschlüsselt werden konnte, da die Texte in unbekannter Sprache geschrieben sind, wurde zur sog. Linearschrift B modifiziert. Der Linearschrift B begegnet man auf zahlreichen Tontäfelchen u.a. der Paläste in Pylos, Theben, Mykene auf dem griechischen Festland und dem mittlerweile mykenisch beherrschten Knossos auf Kreta.
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Das Löwentor von Mykene Bildherkunft |
Bekannt sind die prächtigen Zentren der mykenischen Kultur. Bedeutende Fundorte sind Mykene, Pylos und Tiryns auf der Halbinsel Peloponnes, Orchomenos und Gla in Böotien (letzteres keine Burg), Milet in Westkleinasien usw. Die Zentren hatten Oberstädte, Burgen genannt, die im 13. Jh. in vielen Fällen stark befestigt wurden. Reiche Kuppelgräber, feine, teils reich bemalte Keramik, kunstvolle Gold-, Silber und Faiencerarbeiten etc. zeugen vom Reichtum und von der Spezialisierung des Wirtschaftssystems, das zentral gesteuert wurde. Intensive Handelskontakte wurden mit dem Nahen Osten, Assyrien und Ägypten gepflegt. Mykenische Keramik war in weiten Teilen des Mittelmeergebiets beliebt; wahrscheinlich gab es sogar griechische Handelsniederlassungen in Süditalien. Etwa für den Zeitraum 1200–750 v. Chr. setzt man traditionell das Dunkle Zeitalter an, aus dem uns nur wenig überliefert ist.
Zu Beginn dieser Phase wurden viele der Burgen des griechischen Festlands zerstört, womit die Grundlage der Palastkultur unterging. Die mykenische Tradition bestand jedoch noch ca. 150 Jahre weiter, bevor der Übergang in die sog. Protogeometrische Periode (ca. 1050–900 v. Chr.) erfolgte. Der Überlieferung nach setzte ca. 1050 v. Chr. die sehr umstrittene Ionische Wanderung ein, in deren Verlauf die Einwohner des griechischen Festlandes die Inseln der Ägäis und Kleinasiens kolonisierten. Auf dem griechischen Festland bietet sich ein diffuses Bild: Wenige Siedlungen wurden bisher entdeckt und die meisten machen einen – im Vergleich zur mykenischen Zeit – ärmlichen Eindruck. Ganz anders hingegen Lefkandi auf Euböa: dort wurden neben einer Siedlung mit einem großen Gebäude des Fürsten von Lefkandi Gräber gefunden, die sehr reich ausgestattet waren.
Das Dunkle Zeitalter hellt sich in den letzten Jahrzehnten – dank vieler neuer Funde - immer mehr auf. Nach Annahme der Homerforschung spiegeln unterschiedliche Passagen der Ilias die Verhältnisse dieser Zeit wider. Sie war offenbar wichtig für die Entwicklung der griechischen Gesellschaft, auch hin zur griechischen Polis. Ab dem 8. Jh. waren die Kontakte zum Vorderen Orient wieder sehr intensiv und es entstanden Handelsstationen auf Zypern (Kition) und in Syrien (Al Mina). Vermutlich bereits im späten 9. Jh. v. Chr. hat man von den Phöniziern das Alphabet übernommen.
Griechenland und die hellenische Welt
Anfänge des klassischen Griechenland
Hauptartikel: Antikes Griechenland
Mit dem so genannten archaischen Zeitalter begann im frühen 8. Jahrhundert v. Chr. die eigentliche Antike. Seit dem Jahr 776 v. Chr. ist die Siegerliste der olympischen Spiele überliefert. Von etwa 770 bis 540 v. Chr. breiteten sich die Griechen während der Großen Kolonisation im westlichen Mittelmeer (vor allem Sizilien und Unteritalien, siehe auch Magna Graecia), an der nördlichen Ägäis und am Schwarzen Meer aus. In Kleinasien waren Griechen bereits vorher ansässig. In dieser Zeit (etwa zwischen 750 und 650 v. Chr.) wurden auch die Homerischen Epen (Ilias und Odyssee) schriftlich fixiert, die ältesten Literaturdenkmäler des Abendlands; auch Hesiod wirkte um diese Zeit (700 v. Chr.).
Siehe auch: Griechische Literatur
Entstehung der Polis
Zugleich bildete sich das System der griechischen Stadtstaaten, der Poleis heraus, wobei die Mehrzahl nur aus einer sehr kleinen Bevölkerung bestand. Der werdende Militärstaat Sparta im Süden der Peloponnes unterwarf zwischen 720-600 v. Chr. Messenien und kontrollierte damit den gesamten südwestlichen Teil der Halbinsel. Die Stadt mit ihrer oligarchischen Verfassung kann als das erste Beispiel der fortan beherrschenden Polis-Struktur gelten.
Auch in vielen anderen griechischen Stadtstaaten regelten Verfassungen das Zusammenleben der Bürger, aber auch die Tyrannis, wie sie um 650 v. Chr. beispielsweise in Korinth und Megara bestand, war keine Seltenheit. In Athen bildete sich Schritt für Schritt ein demokratisches System heraus. Nach den Gesetzgebungen Drakons (621 v. Chr.) und Solons (594/593 v. Chr.) gelang es Peisistratos und seinen Söhnen etwa zwischen 561 und 510 v. Chr. zwar noch einmal, eine Tyrannis zu errichten. Bis 501 v. Chr. brachten die Reformen des Kleisthenes von Athen aber den endgültigen Durchbruch für die attische Demokratie.
Blütezeit Athens
Mit Athens Unterstützung der kleinasiatischen Griechenstädte im Ionischen Aufstand um 500 v. Chr. begann ein annähernd zweihundertjähriger Konflikt mit dem Perserreich, zunächst in Gestalt der Perserkriege, über die uns der „Vater der Geschichte“, der Historiker Herodot, mal mehr, mal weniger zuverlässig informiert. Als die Perser zu einer Strafexpedition in Griechenland einfielen, wurden sie 490 v. Chr. von den Athenern in der Schlacht bei Marathon besiegt. Zehn Jahre später unterlag der persische Großkönig Xerxes I. der athenischen Flotte unter Themistokles in der Seeschlacht von Salamis und 479 v. Chr. den vereinigten Heeren der griechischen Poleis in der Schlacht von Plataiai. Persien war vorerst zurückgedrängt, während die griechischen Poleis in Kleinasien befreit wurden.
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Die Athener Akropolis Bildherkunft |
Mit der Gründung des Attischen Seebunds 477 v. Chr. unter der Vorherrschaft Athens setzte die Blütezeit der Stadt ein, die bis zum Ende der Regierungszeit des Perikles im Jahr 429 v. Chr. reichte. Damals entstanden einige der bedeutendsten philosophischen, literarischen und architektonischen Werke der griechischen Antike, etwa die Tragödien von Aischylos, Sophokles und Euripides oder der Parthenontempel auf der Akropolis. Auch der Philosoph Sokrates, der Lehrer Platons, wirkte damals in Athen.
Kampf um die Hegemonie
Die zunehmende Rivalität zwischen der Seemacht Athen und der Landmacht Sparta mündete 431 v. Chr. in den fast 30 Jahre währenden Peloponnesischen Krieg, den der Historiker Thukydides eindringlich beschrieb. Der sehr wechselhaft verlaufende Konflikt endete, auch aufgrund der Unterstützung Spartas durch das Perserreich, 404 v. Chr. mit der vollständigen Niederlage Athens und der Errichtung einer zeitweiligen spartanischen Hegemonie über Griechenland.
In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. führten die griechischen Städte einen fast permanenten Krieg aller gegen alle - in wechselnden Koalitionen und unter fortwährender Einmischung der Perserkönige, wobei die Sehnsucht nach einem allgemeinen Frieden auch zu propagandistischen Zwecken eingesetzt wurde (siehe den Königsfrieden von 386 v. Chr.). Theben löste Sparta 371 v. Chr. nach der Schlacht von Leuktra als Hegemon ab, doch auch Thebens Vorherrschaft war nur von kurzer Dauer; der Peloponnesische Krieg hatte somit, wie sich im Nachhinein zeigte, das Machtgleichgewicht nachhaltig destabilisiert.
Auf Sizilien behauptete sich derweil das mächtige Syrakus gegenüber der Handelsrepublik Karthago, welche mit den griechischen Poleis (Westgriechen) seit dem frühen 5. Jahrhundert v. Chr. im Konflikt lag. Auf Sizilien hielt sich zudem, im Gegensatz zum Mutterland, in vielen Städten die Tyrannis als Regierungsform (siehe Dionysios I. von Syrakus, Agathokles von Syrakus und andere).
Dem andauernden Machtkampf im griechischen Mutterland machte erst die gewaltsame Einigung Griechenlands durch Philipp II. von Makedonien ein Ende. Der von Athenern wie Demosthenes als nicht-griechischer Barbar betrachtete König errang mit seinem glänzend geschulten Heer in der Schlacht von Chaironeia 338 v. Chr. die Hegemonie über Hellas, die im Jahr darauf im Korinthischen Bund bekräftigt wurde.
Die hellenistische Zeit (336 bis 30 v. Chr.)
Hauptartikel: Hellenismus
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Büste Alexanders des Großen Bildherkunft |
Nach der Ermordung Philipps 336 v. Chr. führte sein Sohn Alexander der Große ein griechisch-makedonisches Heer nach Asien und eroberte in wenigen Jahren das gesamte Perserreich. Der Alexanderzug bahnte der griechischen Kultur im ganzen damals bekannten Orient den Weg, von Ägypten über Mesopotamien und Persien bis zu den Grenzen Indiens. Nach Alexanders Tod 323 v. Chr. in Babylon teilten seine Nachfolger, die Diadochen, in lange währenden Kriegen das Reich unter sich auf. In allen Teilreichen - vom ptolemäischen Ägypten im Westen bis zum Seleukidenreich im Osten - bildete der Hellenismus in den folgenden Jahrhunderten die prägende Kultur.
Das Zeitalter des Hellenismus war geprägt von einem fast andauernden Kampf der drei Großmächte (Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden) um die Vorherrschaft. Rom intervenierte zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Griechenland. 146 v. Chr. unterstellte das Römische Reich die Mitglieder des unterlegenden Achaiischen Bundes der Provinz Macedonia; Korinth als führende Polis wurde zerstört. Jedoch blieben viele Poleis wie Athen und Sparta zumindest vorerst formell unabhängig. Bald darauf folgte der Erwerb Pergamons und 64/63 v. Chr. die Beseitigung der Überreste des Seleukidenreiches. Als letzter Nachfolgestaat des Alexanderreichs wurde im Jahre 30 v. Chr. das ptolemäische Ägypten, dessen letzte Herrscherin Kleopatra VII. war, ins Römische Reich eingegliedert. Damit war die hellenistische Staatenwelt als machtpolitischer Faktor ausgelöscht. Die griechische Kultur jedoch lebte mit unverminderter Kraft im Römischen Reich fort und prägte es bis zu seinem Untergang im Westen 476 und darüber hinaus bis in die Zeit des Byzantinischen Reiches.
Römisches Reich
Hauptartikel: Römisches Reich
Nach den Griechen wurden die Römer zu den zweiten Trägern und Vermittlern der antiken Kultur. Je weiter sie als Eroberer in die Länder der Levante vordrangen, desto stärker ließen sie sich von deren Kultur beeinflussen. Literatur, Philosophie, Kunst, Architektur und Alltagskultur der Griechen wurden von den Römern dann auch im westlichen Mittelmeerraum verbreitet - und weit darüber hinaus bis zum Rhein und zu den britischen Inseln.
Ursprünge Roms
Rom, der Legende nach 753 v. Chr. gegründet, entstand neueren Forschungen zufolge erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. aus dem Zusammenschluss mehrerer dörflicher Siedlungen an einer Furt am Unterlauf des Tibers. Politisch und kulturell stand Rom lange unter etruskischem Einfluss. Die Etrusker wiederum unterhielten schon früh Kontakt mit griechischen Kolonisten.
Die Römische Republik (ca. 500 bis 27 v. Chr.)
Hauptartikel: Römische Republik
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Das Forum Romanum heute. Bildherkunft |
Um 500 v. Chr. befreiten sich die Römer vom etruskischen Stadtkönigtum und bildeten wohl um 475 v. Chr. eine republikanische Regierungsform aus. In den Zwölftafelgesetzen, die um 450 v. Chr. entstanden, wurden die ersten zivil-, straf- und prozessrechtlichen Normen des römischen Rechts festgehalten. Die Verfassung sah von da an ein Zusammenwirken der drei Institutionen Senat, Magistratur und Volksversammlung vor, die sich in ihrer Macht theoretisch gegenseitig beschränkten. Die offizielle Bezeichnung der Republik lautete S.P.Q.R. für Senatus Populusque Romanus (dt.: Senat und Volk von Rom). Faktisch dominierte jedoch der Senat, der sich aus Angehörigen der adligen Familien, der Patrizier zusammensetzte. Aus ihm gingen auch die Konsuln hervor, die beiden auf ein Jahr gewählten obersten Magistrate der Republik. Das höchste den nichtadligen Plebejern zugängliche Amt war das des Volkstribunen, der ein Vetorecht gegen Senatsbeschlüsse besaß.
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Julius Caesar Bildherkunft |
Bis zum Jahr 272 v. Chr. unterwarfen die Römer ganz Italien südlich der Poebene. In den Punischen Kriegen gegen die Seemacht Karthago im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. begann der Aufstieg Roms zur antiken Weltmacht, die für Jahrhunderte die gesamte Mittelmeerwelt beherrschte. Nach 200 v. Chr. mischte sich Rom auch in die Politik der hellenistischen Großmächte ein und wurde zur Protektoratsmacht im östlichen Mittelmeerraum. 148 v. Chr. wurde das Makedonien der Antigoniden, 63 v. Chr. das Reich der Seleukiden, und schließlich 30 v. Chr. das Ägypten der Ptolemäer römische Provinz.
Gleichzeitig kam es jedoch im Inneren zu einer ganzen Reihe von Krisen, in denen der Kampf der an den überkommenen sozioökonomischen Strukturen festhaltenden Optimaten gegen die auf Reformen drängenden Popularen sich spiegelte. In der Epoche der Bürgerkriege erreichte die Krise der späten Römischen Republik ihren Höhepunkt und es zeichnete sich ab, dass die Republik als solche sich überlebt hatte: So wurde der Prinzipat möglich, also die Umwandlung der Republik in eine Monarchie mit republikanischer Fassade. Bereits Julius Caesar hatte als Diktator auf Lebenszeit (dictator perpetuus) eine quasi-monarchische Stellung erlangt. Als erster römischer Kaiser gilt jedoch sein Großneffe und Erbe Augustus, dem es gelang, mit dem Prinzipat eine dauerhafte monarchische Staatsordnung an die Stelle der zerrütteten Republik zu setzen.
Der Prinzipat (27 v. Chr. bis 284 n. Chr.)
Hauptartikel: Prinzipat und Römische Kaiserzeit
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Augustusstatue von Primaporta, heute in den Vatikanischen Museen Bildherkunft |
Das von Augustus errichtete Kaiserreich (Prinzipat) wurde von ihm und seinem Nachfolger Tiberius noch sicher geführt. Unter Caligula, Claudius und Nero traten jedoch erste Zerfallserscheinungen auf. Nach einem Krisenjahr (Vierkaiserjahr) traten die Flavier (Vespasian, Titus, Domitian) die Regierung an, die sowohl außen- als auch innenpolitisch insgesamt recht erfolgreich herrschten. Nach der Ermordung Domitians, der einer Verschwörung zum Opfer fiel, folgte allerdings eine weitere Krise des Herrschaftssystems, die jedoch unter den so genannten Adoptivkaisern weitgehend behoben werden konnte.
Das Imperium erlebte seine größte Blüte und Ausdehnung denn auch unter eben diesen Adoptivkaisern in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts (Expansion unter Trajan, Rücknahme und Sicherung der Grenzen unter Hadrian). Bald nach der Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. wuchs jedoch der Druck auf die Reichsgrenzen immer stärker an. Im Norden und Nordosten bedrängten die Germanen, im Osten die Parther (die sich trotz mancher Niederlage behaupten konnten) und später die Sassaniden das Reich. Mit dem Tod von Mark Aurel, dem Philosophenkaiser im Geiste der Stoa, der sich entgegen seinen Neigungen bald nach Übernahme der Herrschaftsfunktionen nahezu ständig zu kriegerischer Verteidigung der Reichsgrenzen genötigt sah, endete im Jahre 180 ein Zeitalter, das viele als ein goldenes begriffen hatten – was aber wohl nur mit Abstrichen gelten kann.
Nach dem schwachen Commodus, der 192 ermordet wurde, stabilisierten die Kaiser aus dem Hause der Severer, wobei besonders Septimius Severus hervorzuheben ist, die Grenzen wenigstens teilweise. Nach der Ermordung des Severus Alexander 235 kam es jedoch unter den so genannten Soldatenkaisern zur Reichskrise des 3. Jahrhunderts, die geprägt war von raschen Regierungswechseln, zentrifugalen Tendenzen im Inneren (Abspaltung des Imperium Galliarum; Verlust mehrerer Provinzen an Palmyra) und dem stetig wachsenden Druck auf die Grenzen. Neben den verschiedenen Germanenstämme (wie die Alamannen und Goten), übte vor allem das Sassanidenreich im Osten einen enormen Druck aus. Nach dem Sturz des letzten Partherkönigs im Jahr 224, erneuerten die Sassaniden das Perserreich in Anlehnung an das Reich der Achämeniden. Großkönig Schapur I. besiegte mehrmals ein römisches Heer und nahm Kaiser Valerian sogar gefangen – ein einmaliger Vorgang in der römischen Geschichte. Auch die Nachfolger Schapurs sollten sich den Römern als in der Regel gewachsene Gegner erweisen.
Die Spätantike (284 bis 565/632 n. Chr.)
Hauptartikel: Spätantike
Es gelang gegen Ende des 3. Jahrhunderts mit der Einführung der Tetrarchie durch Kaiser Diokletian noch einmal eine Stabilisierung des Reiches. Diese Zeit der beginnenden Spätantike ist gekennzeichnet von Umbrüchen. Die Anerkennung und Privilegierung des Christentums unter Kaiser Konstantin I. (welches vorher teils blutig verfolgt worden war) stellte bereits eine wesentliche Abkehr von der antiken Kultur dar, insbesondere von der antiken Philosophie und dem Religionspluralismus.
Ein letzter Versuch, die heidnischen Kulte durch die Verbindung mit neuplatonischem Gedankengut wieder zu beleben, scheiterte mit dem Tod Kaiser Julians im Jahr 363; alle nachfolgenden Kaiser waren Christen.
Valentinian I. stabilisierte den Westen des Reiches, doch kam es im Zuge der Völkerwanderung 378 zur Schlacht von Adrianopel und zu einer neuen Krisenzeit. Kaiser Theodosius I. wiederum konnte den Osten des Reiches stabilisieren und war zugleich der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium Romanum herrschen sollte; er erklärte das Christentum schließlich zur Staatsreligion. Allerdings lassen sich noch bis mindestens in das 6. Jahrhundert hinein Heiden auf dem Boden des Imperiums nachweisen.
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Justinian I., Mosaikbild aus San Vitale in Ravenna. Der Kaiser gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der Spätantike. Bildherkunft |
Nach der Teilung des Reiches unter den Söhnen des Kaisers Theodosius 395 erwies sich letztlich nur das von Konstantinopel (Byzanz) aus regierte, überwiegend griechischsprachige Oströmische Reich auf Dauer als lebensfähig (Latein blieb hier aber noch bis ins 7. Jahrhundert Amtssprache). Das so genannte Weströmische Reich hatte dem Ansturm der Hunnen und Germanen immer weniger entgegenzusetzen. Es kam zu einer langsamen Auflösung des weströmischen Heeres, während die Germanen von mehreren Westprovinzen direkten Besitz ergriffen und dabei an die Stelle der römischen Autoritäten traten. Die Veränderungsprozesse im Zuge der Völkerwanderung scheinen dabei bei weitem nicht so einfach gewesen zu sein, wie man lange glaubte, und sind heute wieder Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion. 410 wurde Rom von den Westgoten, 455 von den Vandalen geplündert. Im Jahr 476 setzte der Germanenfürst Odoaker, ein Skire, den letzten Westkaiser Romulus Augustulus ab (obwohl der letzte anerkannte Westkaiser Julius Nepos noch bis 480 lebte) und unterstellte sich der nominellen Oberherrschaft des oströmischen Kaisers.
Die traditionelle Geschichtsschreibung sah in diesem damals nur wenig beachteten Akt oft das Ende der Antike; inzwischen ist man von dieser Sichtweise weitgehend abgekommen. Vielmehr wird das 6. Jahrhundert heute meist mit gutem Grund noch zur Antike gezählt. Der oströmische Kaiser Justinian I. (527-565) versuchte noch einmal mit recht beachtlichem Erfolg eine Wiederherstellung des Gesamtreiches, die letztlich jedoch nicht gelang – zumal an der Ostgrenze die Sassaniden das Reich weiter unter Druck setzten (siehe auch Herakleios). Im Oströmischen Reich lebten antike Kultur und Geisteswelt noch bis weit ins Mittelalter fort, allerdings bildete hier die islamische Expansion des 7. Jahrhunderts einen deutlichen Einschnitt, der das spätantike frühbyzantinische Reich vom Byzanz des Mittelalters trennt.
Bedeutung und Nachwirken der Antike
Die Bedeutung der Antike für den weiteren Verlauf der Weltgeschichte kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden. In dieser Epoche liegen die Wurzeln für die Entwicklung der westlichen Welt. Ionische Naturphilosophie, attische Demokratie, römisches Recht und religiöser Pluralismus waren Hinterlassenschaften, an die neuzeitliche Aufklärer, Staatstheoretiker, Naturwissenschaftler, Menschenrechtsverfechter u.a.m. anknüpfen konnten.
Bis heute erhaltene Zeugnisse der Antike sind - neben überlieferten Texten philosophischer, literarischer oder historischer Natur - zahlreiche Objekte der griechischen und römischen Kunst: von großen Skulpturen bis zur Kleinkunst, Töpferei etc. Wichtige Antikensammlungen befinden sich in Rom, Athen, Neapel, Paris, London, München, Sankt Petersburg, Wien und Berlin. Für die Kenntnis des antiken Alltags sind vor allem archäologische Ausgrabungen wie die in Pompeji, Olympia, Delphi oder Pergamon von Bedeutung.
Als man im Italien des 15. Jahrhunderts die erhaltenen (meist römischen) Überreste neu zu schätzen lernte und in der Kunst nachahmte, bezeichnete man dies als Renaissance, als Wiedergeburt der Antike.
Es muss jedoch beachtet werden, dass die Antike dem Mittelalter auch nie völlig entschwunden war und es, neben den Byzantinern und Arabern, unter anderem der Tätigkeit der Mönche und der Karolingischen Renaissance zu verdanken war, dass nicht noch mehr verloren ging. In der neueren Forschung wird auch betont, dass durchaus gewisse Kontinuitätslinien zwischen der Antike und dem Mittelalter bestehen.
Seit dem 18. Jahrhundert trat infolge der Arbeiten von Johann Joachim Winckelmann die klassische griechische Kunst zunehmend ins Zentrum des Interesses. Im 19. Jahrhundert sprach man im Zusammenhang mit den Arbeiten von Architekten und Künstlern wie Karl Friedrich Schinkel, Leo von Klenze und Bertel Thorwaldsen von einer Renaissance der griechischen Antike, heute vom Neuhumanismus.
Vor allem aber setzte die Wiedergeburt des antiken Geistes in der Renaissance der jahrhundertelangen Dominanz religiösen Denkens ein Ende und mündete schließlich in das Zeitalter der europäischen Aufklärung und in die Moderne. Fast alle Ideen der neuzeitlichen Aufklärung haben antike Vorläufer. Ohne griechische Wissenschaft und Philosophie, ohne das römisches Recht, ohne Architektur und Kunst von Griechen und Römern sind die neuzeitliche westliche Kultur und Zivilisation nicht denkbar.
Siehe auch: Klassizismus, Philosophie der Antike
Die Quellenlage
Der Großteil der antiken Literatur (und damit auch der Geschichtsschreibung) ist nicht erhalten, sodass unser Wissen über die Antike durch die Überlieferungslage beeinflusst wird (siehe auch Antike Geschichtsschreibung). Es wurde geschätzt, dass uns kaum 10% der griechischen Literatur überliefert ist (siehe Hermann Strasburger: Umblick im Trümmerfeld der griechischen Geschichtsschreibung, in: Historiographia antiqua, Festschrift für Willy Peremans, Leuven 1977, S. 3–52). In Teilen sieht es besonders trostlos aus (Hellenismus), in anderen Bereichen etwas besser (klassische Zeit Griechenlands sowie Spätantike). Insgesamt ist die Quellenlage jedoch problematisch. Neben den erzählenden Quellen müssen natürlich auch Inschriften und Reden sowie archäologische und numismatische Quellen etc. herangezogen werden. Eine Zusammenfassung mit ausführlichen Angaben bieten die jeweiligen Artikel (Geschichtsschreibung u.ä.) in den entsprechenden Lexika (siehe unten).
Antike Autoren
Im folgenden seien einige der wichtigsten (erhaltenen) antiken Autoren genannt.- Herodot: Historien.
- Thukydides: Der Peloponnesische Krieg.
- Xenophon: Hellenika.
- Xenophon: Der Zug der Zehntausend.
- Arrian: Alexanders des Großen Zug durch Asien.
- Pausanias: Beschreibung Griechenlands.
- Plutarch: Große Griechen und Römer.
- Polybios: Historien.
- Livius: Römische Geschichte.
- Diodor: Bibliothek.
- Sallust: Die Verschwörung des Catilina.
- Sallust: Der Krieg gegen Jugurtha.
- Caesar: Der Gallische Krieg.
- Caesar: Der Bürgerkrieg.
- Tacitus: Annalen.
- Tacitus: Germania
- Flavius Josephus: Der jüdische Krieg.
- Sueton: Leben der Caesaren.
- Ammianus Marcellinus: Res Gestae.
- Zosimos: Neue Geschichte.
- Anonymus: Historia Augusta.
- Prokopios von Caesarea: Kriege, Bauten und Geheimgeschichte.
Siehe auch die Quellensammlung im Perseus Project.
Siehe auch
- Portal Altertum
- Liste antiker Stätten
- Philosophie der Antike
- Staatsformen des Altertums
- Dunkle Jahrhunderte
- Perserreich
- Antikes Griechenland
- Hellenismus und Diadochen
- Römisches Reich
- Römische Republik
- Römische Kaiserzeit
- Weströmisches Reich
- Byzantinisches Reich
- Spätantike
- Römisch-Persische Kriege
- Untergang des Römischen Reiches
- Die lateinische Wikipedia
- Griechische Literatur
- Römische Literatur
- Römische Religion
- Mythologie
- Liste der Abkürzungen antiker Autoren und Werktitel
- Gesellschaft für antike Philosophie
Literatur
Quellen
Eine äußerst wichtige Sammlung der erhaltenen Reste ansonsten verlorener griechischer Geschichtsschreiber stellt der Jacoby dar:- Felix Jacoby: Die Fragmente der griechischen Historiker (FGrHist). Weidmann, Berlin 1923 ff. (Nachdr. Brill, Leiden 1995ff., ISBN 9004011080; CD-ROM ISBN 90-04-14137-5) Vorläufiges Register.
Sekundärliteratur
Allgemein: Das zentrale bibliographische Nachschlagewerk der Altertumswissenschaft stellt immer noch die L’Année Philologique dar (L’Année Philologique. Bibliographie critique et analytique de l’Antiquité greco-latine, hrsg. von J. Marouzeau und J. Ernst, Paris 1923ff.). Ausführliche Angaben sind entweder den Bibliographien der unten genannten Werke (besonders sei dabei auf The Cambridge Ancient History und Oldenbourg Grundriss der Geschichte hingewiesen) zu entnehmen oder den Bibliographien, die in der HU-Linkliste aufgeführt sind (siehe beispielsweise Bibliographie des Hist. Seminars der Uni Essen oder der KU Eichstätt (kommentiert)). Zu den in der Alten Geschichte üblichen Ankürzungen vgl. neben den Lexika auch Aristarchos.Lexika
- Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE), hrsg. von G. Wissowa u.a., in 2 Reihen, Stuttgart 1894–1980, ISBN 3-476-01193-3. (Pauly-Wissowa)
(Neudr. ab 1997ff.; trotz des Alters in seiner Gesamtheit nicht überholtes Grundlagenwerk.) - Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike, hrsg. von K. Ziegler, W. Sontheimer, 5 Bde., Druckenmüller (Artemis), Stuttgart, München 1964–1975, ISBN 3-423-05963-X.
(Nachdruck dtv, München 2002; hervorragendes Lexikon auf Grundlage der RE, jedoch mit verkürzten und neugeschriebenen Artikeln.) - Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, hrsg. von H. Cancik, H. Schneider, Metzler, Weimar und Stuttgart 1996-2003, ISBN 3-476-01470-3.
(26 Bde., schwankende Qualität der Beiträge.) - Lexikon der Alten Welt (LAW), hrsg. von C. Andresen u.a., Albatros, Düsseldorf 2001 (ND), ISBN 3-491-96036-3.
- Reallexikon der germanischen Altertumskunde (RGA) Begründet von Johannes Hoops, 2. völlig neu bearb. und stark erw. Aufl., hrsg. von Heinrich Beck, Herbert Jankuhn, Hans Kuhn, Kurt Ranke, Reinhard Wenskus. de Gruyter, Berlin – New York 1973 ff.
(Bisher 49 Bd. ersch., Neubearbeitung des wichtigen Lexikons von Hoops.) - The Oxford Classical Dictionary (OCD), hrsg. von S. Hornblower, A. Spawforth. Oxford Univ. Press, Oxford 1996 (3. Aufl.).
(Bestes einbändiges Lexikon über die Antike mit teils herausragenden Artikeln.) ISBN 0198606419 - Reallexikon für Antike und Christentum (RAC), hrsg. von Th. Klauser u.a., Stuttgart 1950 ff.
(Bisher 21 Bde. erschienen, besonderes Augenmerk gilt der Spätantike.)
Einführungen
- Rosemarie Günther: Einführung in das Studium der Alten Geschichte. Paderborn 2001.
- Hartmut Leppin: Einführung in die Alte Geschichte. München 2005, ISBN 3-406-53527-5.
Allgemeine Darstellungen
- The Cambridge Ancient History. Div. Hrsg., 14. Bde. (teils in Teilbänden) Cambridge 1970ff. (2.Aufl.)
(Umfassende und sehr wichtige Gesamtdarstellung des Antike. Die zweite Aufl. ist vollständig neubearbeitet worden.) - Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Hrsg. von H.-J. Gehrke und H. Schneider. 2. erw. Aufl., Metzler, Stuttgart 2006. ISBN 3476020746
(Grundlegende Einführung!) - Geschichte kompakt Antike. Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (in Vorber., gute Einführungen mit einem teils hervorragenden, in die Darstellung integrierten Forschungsüberblick (z.B. R. Schulz, Athen und Sparta, Darmstadt 2003).
- Blackwell Companions to the Ancient World. Verschiedene Hgg., Blackwell Publishing, Oxford 2003ff.
(Bisher 8 Bde. erschienen bzw. in Vorbereitung; bieten insgesamt einen guten Einstieg auf Grundlage der aktuellen Forschungslage.) - Wolfgang Schuller: Das Erste Europa, 1000 v. Chr.–500 n. Chr. (Handbuch der Geschichte Europas, Band 1). Ullmer, Stuttgart 2004. ISBN 3-8001-2791-1
(Sehr knappe Darstellung der Ereignisgeschichte, wofür eine gute strukturelle und forschungsgeschichtliche Darstellung geboten wird.) - Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Hrsg. von Jochen Bleicken und anderen, Bd. 1–4, München 1980 ff. (versch. Auflagen)
(Dreiteilung jedes Bandes: 1) sehr knappe Darstellung, 2) Forschungsüberblick und 3) umfassende Bibliographie. Unersetzbar für den Einstieg in die wissenschaftliche Arbeit!) - Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Antike. Hrsg. von Eckhard Wirbelauer. Oldenbourg, München 2004. ISBN 3-486-56663-6
(Umfassender und zugleich origineller, witziger Einstieg in die antike Geschichte, der alle wichtigen Themen abdeckt; die Ereignisgeschichte wird aber nur sehr, sehr knapp behandelt.) - Routledge History of the Ancient World (Routledge Verlag, London/New York):
- Amélie Kuhrt: The ancient Near East, 2 Bde., 1995.
- Robin Osborne: Greece in the making 1200–479 B. C., 1996.
- Simon Hornblower: The Greek world 479–323 B. C., 3. Aufl., 2002.
(Hervorragende Gesamtdarstellung der klassischen Zeit.) - Graham Shipley: The Greek world after Alexander 323–30 B. C., 2000.
(Mit die beste Gesamtdarstellung des Hellenismus.) - Timothy J. Cornell: The beginnings of Rome. Italy and Rome from the Bronze Age to the Punic Wars (c. 1000–264 B. C), 1995.
- Martin Goodman: The Roman world 44 B. C.–A. D. 180., 1997.
- David S. Potter: The Roman empire at Bay, AD 180–395, 2004, ISBN 0-415-10058-5.
(Hervorragende Darstellung, die auch soziokulturelle Aspekte mit einbezieht.) - Averil Cameron: The Mediterranean world in Late Antiquity A. D. 395–600, 1993.
(Eine ganz ausgezeichnete englische Einführung in die Spätantike.)
Klassiker
(zum Teil veraltet)- Edward Gibbon: Verfall und Untergang des römischen Imperiums. 6 Bde. dtv, München 2003.
(Zum ersten Mal komplett und ungekürzt bis zum Ende Westroms, die Geschichte von Byzanz ist immer noch ausgespart.) ISBN 3-423-96406-5 - Karl Julius Beloch: Griechische Geschichte. 4 Bde. (in 8 Teilbände). Straßburg 1893ff. (2. überarb. Aufl. 1912ff.).
(Bedeutende, aber nicht immer unumstrittene Darstellung.) - Johann Gustav Droysen: Geschichte des Hellenismus. Perthes, Gotha 1877.
- Theodor Mommsen: Römische Geschichte. Weidmann, Berlin 1902. (Nachdr. dtv, München 2001) ISBN 3-423-59055-6
- Georg Wissowa: Religion und Kultus der Römer. Beck, München 1902 (2. Aufl. 1912, Nachdr. 1971) (=Handbuch der Altertumswissenschaft V.4) ISBN 3-406-03406-3
- Eduard Meyer: Caesars Monarchie und das Prinzipat des Pompejus. Innere Geschichte Roms von 66 bis 44 v. Chr. Cotta, Stuttgart–Berlin 1918 (3. Aufl. 1922, Nachdr. Phaidon, Essen 1984). ISBN 3-88851-051-1
- Helmut Berve: Sparta. Bibliographisches Institut, Leipzig 1937.
(Politisch stark gefärbt) - Matthias Gelzer: Julius Caesar. Der Politiker und Staatsmann. Callwey, München 1941. (3. Aufl., Nachdr. Steiner, Wiesbaden 1983, ISBN 3-515-03907-4)
(Älteren Datums, aber immer noch sehr nützlich, sind die Darstellungen zur griechischen Geschichte von Karl Julius Beloch, Georg Busolt und Eduard Meyer.)
Einzeldarstellungen
- Hermann Bengtson: Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis in die römische Kaiserzeit. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 4, Reprint der 5. durchgesehen und erg. Auflage von 1977. München 1996. ISBN 3-406-06660-7
(Als Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat: Griechische Geschichte, 9. Auflage, München 2002. ISBN 3-406-02503-X; inhaltlich jedoch teils veraltet) - Detlef Lotze: Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis zum Hellenismus. München 2000.
(Siehe auch weitere Bände aus dieser Reihe von Ernst Baltrusch, Klaus Bringmann, Hartwin Brandt, Peter Funke, Mischa Meier, Karl-Wilhelm Welwei, Josef Wiesehöfer etc. Jedoch: nur für den ersten Überblick geeignet.) - Oswyn Murray: Das frühe Griechenland. München 1982 und Nachdrucke.
(Ausgezeichnete Darstellung der griechischen Frühzeit bis hin zu den Perserkriegen.) - John K. Davies: Das klassische Griechenland und die Demokratie. München 1982.
- Christian Meier: Athen. Ein Neubeginn der Weltgeschichte. Berlin 1993.
(Großartige Gesamtdarstellung Athens im 5. Jahrhundert, aber ohne Fußnoten, dafür gut geschrieben.) - Frank W. Walbank: Die hellenistische Welt. München 1983.
- Ernst Kornemann: Weltgeschichte des Mittelmeerraumes. Von Philipp II. von Makedonien bis Muhammed. 2. Aufl., München 1967.
- Hermann Bengtson: Grundriss der Römischen Geschichte mit Quellenkunde. Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 5. München 1982. ISBN 3-406-08617-9
- Klaus Bringmann: Geschichte der römischen Republik. München 2002.
(Solide Darstellung) - Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit. 4. aktual. Aufl., München 2002.
(Beste deutsche Darstellung der Kaiserzeit bis Konstantin dem Großen.) - Alexander Demandt: Die Spätantike. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 6, München 1989.
(Als inhaltlich gekürzte Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat: Geschichte der Spätantike, München 1998. ISBN 3-406-44107-6) - Arnold Hugh Martin Jones: The Later Roman Empire 284–602. A Social, Economic and Administrative Survey. 3 Bde. Oxford 1964 (ND in 2 Bde. Baltimore 1986).
(Umfassendste moderne, von einem Autor verfasste Darstellung der Spätantike, jedoch durch die Faktendichte teils schwer lesbar und inzwischen teilweise überholt.)
Spezielle Literatur
- Kulturgeschichte der antiken Welt. Verschiedene Verfasser, Bd. 1ff., Mainz 1977ff.
- Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Berlin und New York 1972ff.
- Jochen Bleicken: Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, 2 Bde., Paderborn, München, Wien, Zürich 1981
- Ders.: Die athenische Demokratie, 4. Aufl., Stuttgart 1995.
- Donald Kagan: The Peloponnesian War, London 2003.
(Siehe auch Kagans vierbändige Darstellung des Pelop. Krieges; hier eine intelligente und zusammenfassende Darstellung für ein breiteres Publikum.) - Michael Stahl: Gesellschaft und Staat bei den Griechen. 2 Bde. Schöningh, Paderborn 2003.
(Sehr gutes Überblickswerk.) - Karl-Wilhelm Welwei: Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
(Detaillierte Darstellung der Politik Athens und dessen Aufstieg zur Hegemonialmacht.) - Karl-Wilhelm Welwei: Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2004.
(Wohl die beste deutschsprachige Darstellung der Geschichte Spartas.) - Karl-Wilhelm Welwei: Die griechische Polis. Verfassung und Gesellschaft in archaischer und klassischer Zeit, 2. Aufl., Stuttgart 1998.
- Josef Wiesehöfer: Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., 3. Auflage, Artemis und Winkler, Düsseldorf/Zürich 2002.
(Gutes Überblickswerk bezüglich des antiken Persiens; dort auch weitere Hinweise.)
Weblinks
- Sehr umfangreiche Linkliste der HU Berlin.
- KIRKE - Linkportal Antike (dt.)
- Perseus Project - Quellensammlung zur Antike (engl.)
- Navicula Bacchi - Materialsammlung Alte Sprachen und Antike Geschichte
- Umfangreiche und teils sehr empfehlenswerte Materialsammlung bei Livius.org
- Antiquitas - Einführung in die Alte Geschichte
- Linkliste von Hartmut Leppin
- Griechische Mythologie und Geschichte
- Materialien zur Alten Geschichte (Uni Kiel).
- GANPH - Gesellschaft für antike Philosophie e.V.
Diskussion der Autoren über den Artikel: Antike
Ist die Antike eine verstaubte Epoche? (Ja/ Nein) Bitte helfen sie mir mit Pro- und Contra- Argumente zu diesem Thema.
(Geschichtsschreibung) im Pauly (RE; KlP; DNP)
Was bedeuten die Abkürzungen? --Schubbay 19:38, 22. Okt 2004 (CEST)Die stehen bei den Lexika. RE=Paulys Realencyc. der classischen Altertums.; KlP = Kleiner Pauly; DNP= Der Neue Pauly Benowar 13:45, 23. Okt 2004 (CEST)
Antike ungleich Altertum
Als ich den Begriff Altertum eingegeben habe, wurde ich auf die Seite Antike geleitet. Das sit aber falsch. Die Antike ist nur ein Teil des Altertums. Das sit die Klassische Antike. Aber zum Altertum gehören auch noch Ägyptologie, Teile der Prähistorik, Altorientalistik & Vorderasiatik, Altamerikanistik und noch andere.
Mit anderen Worten: Ein Artikel Altertum steht aus und gehört in eine Datenbank wie Wikipedia! Kenwilliams
Das ist richtig und es gab auch mal einen (allerdings sehr, sehr knappen) Artikel Altertum - warum der verschwunden ist, ist mir nicht klar. Im Artikel Antike wird aber auch auf diesen Punkt aufmerksam gemacht, also keine Aufregung...er kann ja neu angelegt werden. --Benowar 12:25, 3. Apr 2005 (CEST)ps:ich habe den Artikel wiederhergestellt und leicht präzisiert (die Antike endet nicht Punkt 476 n.Chr.). Er kann nun ausgebaut werden.
"Marc Aurel als Kompaßnadel"
Der Titel kann von mir aus unter "Weitere Literatur zur Antike" stehen o.ä. Aber es ist kein maßgeblicher Titel, kein Handbuch, keine Einführung etc. Ich habe den Titel unter einer neuen Subspalte aufgeführt und erwarte bei Widerspruch an dieser Stelle eine Äußerung - sonst nervt es nur... --Benowar 18:52, 14. Mai 2005 (CEST)
- wenn's kein maßgeblicher Titel ist (und das klingt mir vom Titel her schon sehr danach), dann bitte ganz rausnehmen, siehe Wikipedia:Literatur. --Elian Elian 19:00, 14. Mai 2005 (CEST)
Zeitliche Abgrenzung
Die Wissenschaften, die sich mit dem klassischen Altertum befassen (Alte Geschichte, klassische Archäologie usw.), behandeln mittlerweile auch in Deutschland immer mehr die mykenische Zeit und die griechischen Dark Ages. Bestrebungen Himmelmanns und anderer, diese Perioden abzutrenen, stießen (zum Glück) auf den Widerstrand der überwiegenden Mehrheit der Forscher. Gleiches gilt für Bestrebungen aus einer anderen Richtung (Buchholz und andere), eine eigene Disziplin "Mediterrane Bronzezeit" zu gründen und dabei auch die mykenische Zeit den klassischen Archäologen "wegzunehmen". Der Stoff, der Basis für Homers Epen war, wurde Jahrhunderte lang (mündlich) tradiert und teilweise den Gegebenheiten angepasst. Homerforscher versuchen, anachronistisch anmutenden Passagen die Entwicklung in den Jahrhunderten vor Homer zu entnehmen (auch wenn das vom Ansatz her sehr kritisch ist). Seit der Entzifferung der Linear-B-Texte wissen wir, dass in den mykenischen Palästen griechisch gesprochen wurde. Die sog. Dark Ages, die sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr aufhellen, waren sehr bedeutend für die Entwicklung des "Griechentums der Archaischen und Klassischen Zeit", wie sich immer mehr herauskristalisiert. Neuerdings wird auch der Nachpalatialen SH IIIC-Phase eine immer größere Bedeutung beigemessen. Sowohl, was die Prägung der Gesellschaft, als auch die epische Tradition angeht. Eklatante Brüche finden in der Zeit zwischen 1200 (bzw. 1600) und 700 nicht statt. Zwar bricht das Palast-Wirtschaftssystem Anfang des 12. Jh. zusammen, die mykenische Kultur geht jedoch auf niedrigerem Niveau weiter. Auch der Übergang von Submykenisch (bzw. SH III C Spät) zu Protogeometrisch verläuft im wesentlichen fließend. Zestörungen gab es zwar zu Beginn des 12. Jh und im Laufe des 12. und 11. Jh. vieler Orten; nirgendwo gab es aber in deren Folge schlagartige kulturelle Veränderungen. Warum also 800 v. Chr. eine künstliche Grenzte setzen? Erscheint mir willkürlich und wird auch den Tatsachen (die Lehre setzt eine solche Grenze jedenfalls nicht) nicht gerecht. Das Alphabet wird vermutlich schon im 9. Jh. übernommen, andererseits werden Entwicklungen und Gesellschaftsstrukturen erst im späten 8. Jh. durch Homer und vor allem Hesiod klarer. Man könnte als Grenze - und das erschiene noch etwas logischer - um 750 oder 725 festlegen. Aber das würde den vorangegangenen Entwicklungen natürlich ebensowenig gerecht.Es erscheint mir angebracht, die untere Grenze auf 1600 (scheinbar unvermitteltes Auftreten der Schachtgräber und damit Beginn der mykenischen Zivilisation) oder wenigstens auf 1200 (ungefähres Datum der Linear-B-Täfelchen = früheste schriftliche Quellen; Ende des Palastsystems und Beginn der Ausprägung der klassischen Gesellschaft) raufzusetzen.
Unverständlich ist mir auch das Enddatum 600 n. Chr. Mit Ostrom (und dem im Text angeführten Justinian) befasst sich die Byzantinistik. Sie zählt höchstens peripher zu den klassischen Altertumswissenschaften (also denen die sich mit der "Antike" beschäftigen). Das weströmische Reich hingegen fällt 476 n Chr. endgültig. Alles was danach kommt (Goten, Langobarde etc.) wird wieder von der Ur- und Frühgeschichte behandelt. 500 n. Chr. als Enddatum der Antike wäre m. E. zutreffender als 600. Minos 02:26, 3. Aug 2005 (CEST)
Es gibt mindestens eine Meinung mehr darüber als es Historiker gibt. Kenwilliams 02:33, 3. Aug 2005 (CEST)
- Dass sich nur die Byzantinistik mit Justinian beschäftigt ist außerdem explizit falsch. In allen neueren Darstellungen wird er berücksichtigt (wie übrigens auch in mehreren älteren, siehe Ernst Kornemanns "Geschichte der Mittelmeerwelt"). Sowohl in der neuen Cambridge Ancient History als auch in den neueren deutschen Darstellungen wird er teils sehr intensiv behandelt (Mischa Meier, Alexander Demandt, in Gehrke/Schneider etc.). Siehe auch Spätantike, wo ich und einige anderen versucht haben, diese verstaubte Vorstellung vom Ende der Antike 476 zurecht zu rücken - sie entspricht in keiner Weise mehr dem aktuellen Forschungsstand; Goten etc. werden übrigens im Anschluss wesentlich stärker ebenfalls von Althistorikern (Peter Heather) oder Mediävisten behandelt (Herwig Wolfram), wenn auch Archäologen (Bierbrauer) daran beteiligt sind. Zu den Dark Ages: Über die Zeit um 1200 kann man vielleicht sprechen. So, wie der Artikel momentan aussihet, repräsentiert er aber sehr wohl die aktuellen Forschungslage - wie sie auch in den maßgeblichen Darstellungen vorgegeben wird. Über Einzelmeinungen von Forschern zu sprechen ist so eine Sache...wie die zweitliche Abgrenzung ohnehin problematisch ist. Wie gesagt: Mykene kann durchaus einbezogen werden, andererseits muss genauso jedoch die Spätantike miteinbezogen werden. --Benowar 10:24, 3. Aug 2005 (CEST)
- Hallo Benowar! Während meines gesamten Studiums (1989 - 1998) wurde nicht eine einzige Vorlesung zu Justinian I. bzw. seiner Zeit in Alter Geschichte oder klassischer Archäologie angeboten. Leider. Mich hätten diese Themen interessiert. Goten waren Thema der Ur- und Frühgeschichte. Teilweise wurde sogar die Provinzialrömische Archäologie - mir unverständlich, aber so ist das nunmal in Deutschland - der UFG überlassen. Die mykenische Zeit und die Dark Ages hingegen wurden in der klassischen Archäologie und auch der Alten Geschichte (erstere weniger) mitgelehrt.
- Auch was Literatur angeht: Hier wurde man bzgl. Goten etc. in der Bibliothek bei den UFG-lern Fündig, lediglich Werke die sich mit den spätantiken Quellen auseinandersetzen, fanden sich in den Regalen der historischen Bibliothek.
- Das sind jedenfalls meine Erfahrungen, auf denen basierend ich die Kritik verfasst habe. Vielleicht ist es in wonders anders? Gruß Minos 10:42, 3. Aug 2005 (CEST)
- Es ist wirklich so - das mit den Goten und Langobarden mag unterschiedlich behandelt werden, wobei die Ur- und Frühgeschichte sicherlich den Schwerpunkt ausfüllt: da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt, sorry. Es ging mir eigentlich nur darum, dass Heather und andere Althistoriker sind, während Wolfram von Hause aus Mediävsit ist - aber Bierbrauer (einer der meiner Meinung nach besten Fachleute auf diesem Gebiet, dessen RGA Artikel exzellent zu lesen ist) aus dem oben angesprochenen Bereich kommt. Zur Spätantike: das wird in der Tat unterschiedlich gehandhabt. In der Regel wird aber das Enddatum (im Osten) frühestens mit Justinian I., im Westen etwa um 500 bzw. 550 angesetzt. Ich persönlich finde es ja auch etwas kindisch, wie in den Schulbücher sklavisch an einem festen Datum festzuhalten, anstatt sich auf die Zeiträume des Übergangs zu einigen. Ich hatte Spätantike bei mir im Studium als einen Schwerpunkt (allerdings kam es immer auf den Dozenten an). Ich kann auch nur empfehlen, einen Blick in die unter Spätantike#Literatur genannten Werke zu werfen (die neueren Datums). Die Bibliographie repräsentiert insgesamt sehr gut die aktuelle Forschungslage. --Gruß Benowar 10:49, 3. Aug 2005 (CEST)
- Mit der Forderung, dass zur Antike auch die Völkerwanderungszeit und die frühe Byzantinische Zeit gehören sollte und somit auch diese Themen in der Alten Geschichte und der Klassischen Archäologie gelehrt werden sollten, läuft man bei mir offene Türen ein! Mich haben diese Themen immer interessiert. Aber hier sollen nicht Wunschvorstellungen sondern die Realität wiedergegeben werden. Bierbrauer ist m.W. Vorgeschichtler. Jedenfalls bin ich zum ersten mal mit einem seiner Werke als Einführungsliteratur zu einem Proseminar über die Völkerwanderungszeit in Berührung gekommen. Dieses fand in meinem Nebenfach Ur- und Frühgeschichte statt. In meinem Hauptfach (klassische Archäologie) und dem anderen Nebenfach (Alte Geschichte) bin ich mit der Völkerwanderungszeit leider nie in Berührung gekommen. Über das byzantinische Reich des 5. ud 6. Jh. wurde nie eine Vorlesung oder ein Seminar angeboten. Vor meinem Studium hat mich diese Zeit interessiert und für mich gehörte sie damals - von meinen Intereessen her - eindeutung zur Antike. Aber die Realität - was die Lehre angeht - ist anders. Da mein Studium mittlerwiele 7 Jahre her ist - ich habe mich nach bestandenem Magister beruflich umorientiert, u. a. auch wegen der Unflexibilität der klassischen Altertumswissenschaften, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken (zeitlich und räumlich) - habe ich eben die Vorlesungsverzeichnisse einiger Deutscher Universitäten angesehen: Keine einzige Vorlesung zu Goten, Zeit Justinians u. ä. habe ich gefunden :-(. Demnach hat sich in Deutschland also nichts geändert.
- Meine Hauptkritik galt aber der Ausgrenzung der mykenischen Zeit und der sog. Dark Ages (Dunkles Zeitalter Griechenlands) durch die im Artikel angegebene untere Grenze 800 v. Chr. Diese Perioden kann man nicht von der Antike abtrennen und die Wissenschaftler, die das fordern, sind eindeutig in der Minderheit. Auch in der Lehre werden diese Epochen berücksichtigt. Ich habe eben jeweils mehrere Vorlesungen bzw. Seminaren dazu an verschiedenen Unis gefunden. Hätten sich die Befürworter dieser Grenze durchgesetzt, hätte ich mit ziemlicher Sicherheit mein Studium früh "geschmissen".
- Gruß Minos 12:36, 3. Aug 2005 (CEST)
- Während meines Studiums wurde nicht ein einziges Mal eine VL etwa zu Marc Aurel oder Trajan angeboten - trotzdem fallen sie bei mir unter Antike. So würde man es sich etwas leicht machen. Ich mag eh dieses Schubladendenken nicht. Alte Geschichte beschäftigt sich damit, Byzantinistik damit und Mediävistik damit. Und wehe ein Historiker benutzt auch archäologische Quellen.
- Ich sehe es wie Benowar. Der Übergang von Antike zu Mittelalter ist ein fliessender, nichts was sich letztlich an einem Datum festmachen lässt. Die Byzantiner hätten sich im 14. Jahrhundert immernoch in der direkten Tradition der Römer gesehen (und hätten sich auch nicht Byzantiner genannt, ich weiss ;)). Man muss immer bei diesen Themen bedenken, dass das einfach von Menschen erdachte Kategorien sind, um etwas zu vereinfachen. Wenn man da etwas objektiver rangeht, findet man vieleicht keine zu grossen Schnitte. Ich kenne Leute, die zwischen Antike, MA und FNZ gar keine grossen Schnitte mehr machen wollen und nur einen bei der französischen Revolution setzen wollen. Im Zabernverlag gibt es übrigens ein Buch dazu siehe hier. Das ist vor allem aus archäologischer Sicht, aber die muss ja auch nicht falsch sein. Kenwilliams 12:37, 3. Aug 2005 (CEST)
- In Deutschland beschäftigen sich mehrere Unis mit der Spätantike. Vor allem die HU und Freie in Berlin. Beispiele: [LINK], [LINK], ebenso vor allem Historiker wie Hartmut Leppin, Pedro Barceló, Mischa Meier ([[LINK]]), Alexander Demandt. Vorlesungen zu Justinian: [LINK]. Also nicht so vorschnell ;-) - von England und Amerika ganz zu schweigen, wo die Spätantike DAS Thema in der Alten Geschichte ist (Averil Cameron, Bowersock, Peter Brown, David Potter, Peter Heather, Ward-Perkins, Michael Whtiby undundund....). --Benowar 12:45, 3. Aug 2005 (CEST)
- Ich bin doch auch gegen die starren Grenzen!!! Immer schon gewesen. Offenbar habe ich mich unklar ausgrdrückt. Daß nun die Spätantike doch an einigen Unis nicht mehr so stifmütterlich behandelt wird und dabei auch über den Tellerrand hinausgeblickt wird, freut mich. Offenbar aber nicht überall. Meine Äußerungen bezogen sich auf Deutschland. Dass es besonders in Angelsächsischen Ländern, aber auch woanders, z. B. Italien, anders ist, habe ich daher nicht geschreiben. Dort werden in der Tat nicht so starre Grenzen gesetzt und vor allem wird viel mehr interdisziplinär gearbeitet. Da sind uns diese Länder voraus. (Und die Starre hat sicherlich auch dazu beigetragen, daß Deutschland schon lange nicht mehr zu den führenden Ländern in diesen Disziplinen gehört, wie noch im ersten Drittel des 20. Jh.) Im Wikipeida-Artikel geht es um die deutsche Realität. Und die ist leider imemr noch anders als unsere Wunschvorstellungen. Wenngleich sich ja offenbar ein wenig tut an einigen Unis. Gruß Minos 13:02, 3. Aug 2005 (CEST)
- P.S. an der Ruhr-Uni Bochum, an der ich auch lange studiert habe, arbeiten UFG und klassische Archäologie jetzt offenbar sehr sehr eng zusammen. Ich habe das grade gesehen und finde es sehr erfreulich.
Ich habe das schon verstanden - nur entstand der Eindruck, dass sich in Deutschland gar nix getan habe, was falsch ist. Der Wikipedia Artikel sollte außerdem den internationalen Forschungsstand wiederspiegeln, nicht nur den deutschen. Es heißt ja auch nicht "Alte Geschichte in Deutschland", sondern Antike. Ich denke aber, dass alle strittigen Fragen geklärt sind - ich bin auch noch woanders im Einsatz ;-). Gruß Benowar 13:28, 3. Aug 2005 (CEST)
Es ging auch nicht speziell um dich (zumindest nicht von meiner Seite) sondern um eine allgemeine Darstellung der Lage.
Übrigens ist die Einteilung in anderen Ländern nicht unbedingt besser als bei uns - nur anders. Wo bei uns die Teilung der Altertumswissenschaft(en) eher zwischen Geschichtswissenschaft, Archäologie und Philologie verläuft, macht man in Frankreich weniger eine fachliche denn eine sachliche Trennung in Griechenland und Rom. Ist also alles sehr kompliziert und ich habe echte Zweifel, dass man es letztlich zu Jedermans persönlicher Zufriedenheit richten kann. Ich für meinen Teil betrachte die kompletten Hochkulturen angefangen vom alten Ägypten und denen Mesopotamiens über die Griechen, Römer und Persischen Völker bis hin zur Karolingischen Renaissance als mein Tummelgebiet und amche da nicht unbedingt Abgrenzungen. Logischerweise habe ich Vorlieben für einzelne Bereiche - aber das haben Neuzeithistoriker ja auch. Kenwilliams 13:34, 3. Aug 2005 (CEST)
Religiöse Vorstellungen der Antike
? --62.180.161.41 20:00, 23. Aug 2005 (CEST)- Und was willst du uns damit sagen? Kenwilliams 20:16, 23. Aug 2005 (CEST)
Apparat
Der apparat des artikel ist unter aller Sau und von abscheulicher Geschwätzigkeit. Muss dringend systhematisiert werden. Literatur etc. Nicht zum aushalten unenzyklopädisch. Essay hoch drei. z.B. Das Literatur/Allgemein hat Howto-Charakter. das dort gesagte versteht sich doch von selbst und gilt für jedes Literaturverzeichnis in der Wikipedia. Sowas ist extrem unenzyklopädisch. Die Wp ist doch kein Lehrbuch für Antike Phylologie. Sondern ein Nachschlagewerk. In der Altphylologie übliche Abkürzungen sind hier nicht erlaubt. Hier sind wirklich nur allg. Abkürzungen erlaubt. es gilt der Konsenz solche Fachabkürzungen aufzulösen. also braucht man auf die Abk. nicht hinzuweisen. Es sei denn man macht ein Lemma draus.--Löschfix 02:47, 1. Dez 2005 (CET)
Ich werde mich auch an dieses mamutliteraturverzeichnis in den nächsten tagen machen. Seufz. --Löschfix 02:58, 1. Dez 2005 (CET)
- Eine annotierte Literaturliste ist noch kein essayistischer Stil - mach mal etwas halblang. Über die Unterteilung der Literaturliste kann man streiten, freilich wollen die einen eine mehr einsteigerfreundliche Liste (und daher auch mit Kommentaren versehen), anderen reicht eine Liste ohne Erläuterungen. Dass jemand auf die Cambridge Ancient History oder Oldenbourg Grundriss der Geschichte hingewiesen wird, ist eine Hilfestellung; dort finden sich mit die besten entsprechenden Bibliographien. Man kann nicht unterstellen, dass dies jeder weiß - und ein bibliographische Anleitung ist tatsächlich keine Seltenheit (siehe Forschungsteil der Reihe Oldenbourg Grundriss der Geschichte). Bevor hier sinnlos gelöscht wird, bitte erstmal absprechen. Denke, dass das nicht zuviel verlangt ist. --Benowar 14:38, 1. Dez 2005 (CET)
- Ich bin für positives Ändern und gegen redirs. Die machen keinen Sinn (ausser natürlcih Vandalismus). Jeder kann etwas zu knapp formuliertes wieder herstellen oder anderweitig erweitern. Ich bin nicht gegen Hilfestellungen, aber vieles ist redundant. Eine Literaturliste oder Linkliste ist immer eine Hilfestellung, das versteht sich von selbst, dafür ist sie da und das muss nicht jedesmal hingeschrieben werden. Denn dann schreiben wir das in jede Literaturliste. Es geht mir hier um eine enzyklopädische Form. ich bin nicht gegen einen knappen Hinweis, wenn er etwas wesentliches bringt, aber nicht diese fürchterliche Geschwätzigkeit und lehrbuchartige Didaktik, die ich an vielen Orten vorfinde. Es ist eigentlich schon überflüssig in einen Weblink zu schreiben, dass es sich um eine Homepage handelt oder dergleichen, das sieht man doch, dafür ist es ein Link. Es reicht an einen Titel oder Link in Klammern zu schreiben (Literaturverzeichnis), ob das umfangreich, besser oder schlechter ist, sollte sich jeder selbst ein Urteil bilden, er sieht es ja. Die Hinweise sind oft reichlich POV.--Löschfix 00:53, 5. Dez 2005 (CET)
- Eine Kommentierung der Literatur ist durchaus üblich (jaja, die Britannica ist ja auch essayistisch). Selbst in den diversen Lehrbüchern ist dies keine Seltenheit. Was die Abkürzungen betrifft: die Lexikaabk. werden ja unten aufgelöst. Wenn du damit ein Problem damit hast, tuts mir unendlich leid. -- Luiz
Diese Literaturliste - oder besser Literaturdarstellung ist vorbildlich für die Wikipedia. Nicht DIESER Artikel ist das Problem sondern die anderen, die so sein sollten. Die Vorgehensweise ist sowohl wissenschaftlich als auch populärwissenschaftlich. Ich bin gegen jede Reduktion in der Darstellung. Und natürlich sind Abkürzungen erlaubt, erst recht in dieser Form - btw, man schreibt das Wort Philologie oder Altphililogie. Bisher hast du dich hier noch nie besonders bei den Artikeln zur Antike hervorgetan, warum meinst, daß du jetzt das System, das Fachleute aufgebaut haben so einfach umwerfen kannst? Kenwilliams QS - Mach mit! 15:06, 1. Dez 2005 (CET)
- Keine reduktion ist aber sehr unenzykloädisch. Schließlich ist das hier kein handbuch sondern ein lexikon, in dem die Informationen schnell fasslich und übersichtlich, ausserdem Omatauglich sein sollten. dazu gehört auch eine gewisse einheitliche form und Struktur. Das erleichtert nämlich ungemein. (statt essayhaft: noch nicht vollendet oder noch im werden, kann man nämlich auch schreiben (bisher 49 Bd. erschienen) dann weiss jeder, was gemeint ist, ausserdem hat das auf mehr INFO. Und mit Qualitätsurteilen sollte man hier auch zurückhaltend sein, denn da gehen bekanntlich die Meinungen auseinander. Es wird vorraussgesetzt, dass hier nur wichtiges und Übersichtliches angegeben wird.
Es spielt keine Rolle wer sich hier hervortut. Weil ich davonüberzeugt bin, dass WP gerade keine Sache der Fachleute ist. Bitte jetzt nicht persönlich nehmen, ich sage es überspitzt: Fachleute laufen auch immer die gefahr des "Fachidiotentums". Gerade eine Enzykl. ist aber für die Allgemeinheit. Ausserdem müssen sich hier Althistoriker, mit Kernphysikern, Gesellschaftswiss., Künstlern, Linguisten und Chemikern an einen Tisch setzen. Schon dadurch wird klar, dass das Fachtum hier nicht die erste Rolle spielt. D.h. Abkürzungen z.B., die innerhalb eines FAches üblich sind, sollten hier nicht angewendet werden. Sondern das, was jeder versteht. und bitte ohne Fußnoten und ohne, dass man erst das Fach erlernen muss, d.h. was unten erklärt wird, oben anzuwenden. Bitte denkt an die Präambeln der WP, eine davon ist Omatauglichkeit. Allerdings nehme ich das mit den Abkürzungen insofern zurück, als man natürlich im Kapitel Antike einen Abschnitt zu den im Fach gebräuchlichen Abkürzungen schreiben kann, falls jemand sich in der Fachliteratur zurecht finden muss. Trotzdem bitte Zurückhaltung mit der ANwendung solcher fachspezifischen Konventionen. Darunter leidet die Einheitlichkeit und die Allgemeinbenutzbarkeit der gesamt WP. Ich empfehle auch allen, die sich speziell in der Antike hervortun, auch mal in anderen Disziplinen zu grasen, das weitet den Blick ungemein. Annotationen in Literaturverzeichnissen sollten bitte knapp und zurückhaltend sein. Didaktik ist in WP ebenso fehl am Platz (WP ist kein HowTo), wie essayistische Ausführlichkeit im Apparat (unenzyklopädisch) und vor allem können solche gutgemeinten Ratschläge durchaus als POV angesehen werden. Knapp und kurz ist sowieso nicht die schlechteste Tugend. Ich bin übrigens genau der Meinung, dass nicht nur die anderen Artikel das Problem sind, sondern auch solche "Kleinigkeiten", die man oft auch in Exelenten Artikeln noch findet. --Löschfix Und ja, Reduktion ist nicht nur in einer Enzyklopädie sehr wichtig. Aber gerade hier, sollte in knapper Formdas wesentliches gebracht werden und dann so gegliedert, dass jeder schnell die Menge Information heraussuchen kann, die er benötigt. Ausführlicheres also so eingeordnet, dass man es auch weglassen kann. Das Formale kann in einer Enzyklopädie vongrossem Nutzen sein, wenn es mit verstadn eingesetzt wird. das ist keine Sache, die Philologen anderen Disziplinen vorraus hätten, dass sie nciht auch mit ihnen in die Diskusion gehen können.
Ich finde die Literaturliste nicht vorbildlich, vergleicht sie bitte mal mit anderen Artikeln des Altertums und der Antike. Man hat oft den Eindruck Autoren schreiben ihren Artikel und schauen weder rechts noch links, es ist ihnen egal, wie es andere machen. Aber egal wie es die anderen machen, wenn hier jeder nur sein Süppchen kocht kommen wir keinen Schritt weiter.--Löschfix 00:53, 5. Dez 2005 (CET)
Z.B. ==Quellen in Auswahl==
Habt Ihr schon mal einen Artikel gefunden, wo die Quellen nicht in der Auswahl angegeben wurden? Sowas geht garnicht. Es ist alo überflüssig und störend soetwas zu schreiben. Habt ihr noch andere Artikel gesehen, meinetwegen innerhalb der engeren Altphilologie wo sowas noch vorkommt? Also bitte Quellen so wie überall üblich. Ich bin ausserdem dafür die Quellen unter Literatur einzuordnen, das hat sich sehr bewährt und trägt zur Vereinheitlichung bei. Es erzieht auch dazu die Quellen nicht anders in der Titelei anzugeben, als jede andere Literatur auch. Nämlich nach den Kriterien Wikipedia:Literatur.--Löschfix 00:59, 5. Dez 2005 (CET)
Bitte, was soll so ein Satz, der könnte nun wirklich in jedem zweiten Artikel stehen. Es ist klar, dass man in einem Nachschlagewerk eine Zusammenfassung der wichtigsten Literatur findet und das man dort weiterführende Angaben findet, dazu sind sie da und deshalb werden sie hier in Literatur genannt, aus keinem anderen Grunde. das nenne ich redundant und äusserst unenzyklopädisch. Denn stellt euch vor, das würde nun jeder in seinen Artikel rein schreiben. Die WP wäre gleich zweimal so groß, dafür gibt es eigentlich die normierte Form des Absatzes Literatur und die Konventionen dazu: "Eine Zusammenfassung mit ausführlichen Angaben bieten die entsprechenden Artikel (Geschichtsschreibung) in den entsprechenden Lexika (siehe unten)."
Soetwas findet an auch in keinem anderen Literaturverzeichnis und ist ziemlcih subjektiv, das finde ich POV. "(Dreiteilung jedes Bandes: 1) sehr knappe Darstellung, 2) Forschungsüberblick und 3) umfassende Bibliographie. Unersetzbar für den Einstieg in die wissenschaftliche Arbeit!)" Jeder User soll sich doch selbst ein Urteil bilden können. Ausserdem ist sowas wirklich überflüssig. Wenn der Autor des Artikels nicht von der Literatur überzeugt ist, sollte er sie hier nicht erwähnen. Das ist doch eigentlich die Regel. Etwas anderes ist, wenn es Kontroverse Literatur gibt, dann sollte das kurz kenntlich gemacht werden. Aber solche Aussagen wie "hervorragende darstellung", "mit Gewinn zu lesen" usw. ist meiner Meinung nach einfach unseriös und weder besonders wissenschafltich noch enzyklopädisch.--Löschfix 01:42, 5. Dez 2005 (CET)
--Löschfix 01:42, 5. Dez 2005 (CET)
- Da ich Erfahrung mit Proseminaren etc. sehe ich das etwas anders - und sehe in einer kommentierten Literaturliste (die es hier massenhaft gibt) auch kein Problem. M.E. sollte die Einsteigerfreundlichkeit im Vordergrund stehen, und da man nicht erwarten kann, dass sich jeder Leser in dem jeweiligen Themengebiet auskennt, ist eine annotierte Liste (ob nun in Klammern oder kursiv ist da eher sekundär) eher hilfreich als störend - zudem dies so auch nicht gerade eine Seltenheit ist. Dass dies nun unwissenschaftlicher sein sollte, erschließt sich mir überhaupt nicht. Dass Quellen und Literatur nur in Auswahl angegeben und diese notgedrungen subjektiv zusammengestellt ist, dürte zwar klar sein - man kann es aber nicht für JEDEN Leser unterstellen. Mit der derzeitigen Unterteilung kann ich jedoch leben - ich hatte schon die große Löschaktion befürchtet. Nur so: dass nun Gehrke/Schneider, OGG und die CAH wichtige Einstiegslektüre darstellen, wird keiner, der Ahnung von der Materie hat, bestreiten. Oder stellen wir den Pauly auch gleich in Frage? --Benowar 11:23, 5. Dez 2005 (CET)
Wir machen hier kein Proseminar, sondern ein Lexikon. Das Verzeichnis strotzt vor Umständlichkeit und mangelnder Systematik, es ist unübersichtlich, überfrachtet, kaum zu verdauen. Unhandlich, was noch? Aber selbst in einer wissenschaftl. Arbeit würde ich das nicht durchgehen lassen.--Löschfix 07:36, 12. Dez 2005 (CET)
- Da habe ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt: Eine annotierte Liste gehört auch in keine Seminar- oder Abschlußarbeit; es ging mir dabei mehr um die Frage von Einsteigerfreundlickeit. In einer Seminar- oder Abschlussarbeit wird aber auch in der Regel im Vorwort bzw. in einem separaten Abschnitt die maßgebliche Literatur wenigstens kurz vorgestellt. In Lexika ist dies anders (siehe unten). Wo genau die Umständlichkeit begründet ist, solltest du dann schon mal klarer formulieren - systematischer als manch anderes Literaturverzeichnis in der WP ist dieses aber allemal. Ansonsten: ich habe meine Position klar gemacht. Wenn du was Vereinfachen willst - schön. Aber keine blinden Eingriffe bitte! --Benowar 13:17, 12. Dez 2005 (CET)
Redundanz
Ein paar Bemerkungen zur Redundanz bei den Lit.: Auflagenzahl ist von untergeordneter Bedeutung. Standardwerke sind fast immer in mehreren Auflagen und Nachdrucken erschienen. Ab der 3. Aufl. kann man davon ausgehen, daß sie überarbeitet und Neuherausgegeben wurden. Solche Angaben sind wirklich sekundär und absolut verzichtbar und wie alle weiterführenden Bemerkungen in Klammern zu sezten. Das Literaturverzeichnis ist enorm umfangreich und schwer verdaubar. Die ausführlichen Komentare sind nicht wirklich förderlcih, etwas subjektiv. Ein Literaturverzeichnis ist keine Einführung ins Fach, sondern ein NAchschlage- und Findapparat. WP ist kein HoTow und auch kein Lehrbuch, sondern hier ein Lexikonartikel. Warum muß die Antike eigentlich aus der Reihe tanzen?. Sonst ist der Artikel ja sehr gut und informativ, fast schon zu lang.
Viel wichtiger wäre ein kurzer Abschnitt über die gebräuchlichen Abkürzungen im Fach, denn wozu schlägt der Hilfesuchende hier nach? wenn er doch wieder in die Fachliteratur schauen muss. WP ist ja auch kein Linkverzeichnis, sondern eine erste Hilfe für den interessierten Laien. Ich werde das demnächst nachreichen, so gut ich's verstehe--Löschfix 07:32, 12. Dez 2005 (CET).
- Aristarchos ist für Zweifelsfälle bzgl. der Abk. angegeben. Was die Aufl. angeht: Tatsache ist, dass IMMER die aktuelle Aufl. angegeben werden sollte. Außerdem erschließt sich aus der Aulf.zahl nicht zwingend eine Neubearbeitung des Werkes. Eine annotierte Literaturliste ist zudem keine Belastung, sondern eher hilfreich. Langsam habe ich es übrigens satt, dass immer wieder richtig zu stellen: in einer Monographie kann eine Literaturliste stehen, genauso ein annotierte Liste. Dasselbe gilt für Lexika; es gibt dabei KEINE ZWINGENDE VORGABE. Beispiel: Im KlP wird in der Regel nur eine Liste angegeben, teils aber auch Informationen in der Bibliographie. In der Britannica ist eine reine Liste nicht zu finden, sondern immer kommentierte Angaben. Dass nun Antike "aus der Reihe tanzt" ist schlicht falsch - annotierte Listen sind absolut nicht ungewöhnlich in der WP. Und es ist unsinnig zu behaupten, dies sei weniger enzyklopädisch bzw. unwissenschaftlich. Dass die entsprechenden Erläuterungen ("Regeln") im Artikel Literaturverzeichnis von dir eingefügt wurden, machen sie noch lange nicht bindend! --Benowar 12:50, 12. Dez 2005 (CET)ps: Ich werde hier übrigens nicht weiter über diesen Punkt diskutieren, ich habe meine Position klar gemacht. Gruß --Benowar 12:52, 12. Dez 2005 (CET)
Lieber Löschfix. Deine Einwürfe wurden zur Kenntnis genommen. Aber ganz offensichtlich stehst du damit allein da. Wenn dir das so wichtig ist, starte ein Meinungsbild. Wäre schade um deine Zeit - du würdest scheitern. Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe das Gefühl, daß du hier eine Menge redest, ohne Ahnung zu haben. Ist dir schon aufgefallen, daß überall sonst eine Professionalisierung angestrebt wird, nur du arbeitest hier bei den Antikeartikeln dagegen. Professionalisierung ist übrigens KEINE Verwissenschaftlichung. Du wirfst da Dinge durcheinander, die gar nicht zusammengehören. Ich kann nicht erkennen, daß die Artikel zur Antike den Oma-Test nicht bestehen würden. Im Gegenteil, die meisten sind absolut lesbar und verständlich. Anders als viele Artikel in anderen Fachgebieten. Und noch eine Sache: Du verwechselst ganz offensichtlich Wissenschaft und so etwas wie hier. Wissenschaft bedeutet, neue Erkenntnisse zu finden. Das versuchen wir hier nicht. Wir stellen nur etwas dar, was ohnehin schon bekannt ist. Und so schreibt man Lexika. Außer vieleicht ein paar Artikel zur RE ist das auch sonst bei Lexika üblich. Lixikaartikel sind eigentlich so gut wie nie Ergebnisse von aktueller Forschung sondern eine Zusammenstellung schon vorhandener, akzeptierter Fakten. Also von wegen "how to do". Du drehst dich hier grundlos im Kreis. Kenwilliams QS - Mach mit! 13:46, 12. Dez 2005 (CET)
Apparat und Redundanz
Hi Leute, als Altphü/y/ilologe (wie auch immer man das schreibt ;-) muß ich jetzt auch mal ein paar Worte zu der Diskussion um Literatur, Literaturanmerkungen usw. loswerden. ich fasse das mal in einem Abschnitt zusammen, weil sich die Diskussionen "Apparat" und "Redundanz" ja doch ziemlich überschneiden:
- zur jetzigen Literaturliste und zu den Literaturanmerkungen: so wie das im Moment aussieht, finde ich das vollkommen in Ordnung. wer auch immer das so hingekriegt hat (hab mir die Versionen jetzt nicht einzeln angeschaut), der hat's gut gemacht.
- @Löschfix zum Thema "unenzyklopädisch": wie gesagt, habe mir keine früheren Versionen des Artikels angeschaut, finde aber, daß man mit diesem Schlagwort (ebenso wie mit dem "essayistischen Stil") ein vorsichtig umgehen sollte. natürlich ist die Wikipedia weder eine Essay-Sammlung noch ein Lehrbüch für Altphülologie oder andere Fächer, sondern in der Tat ein Nachschlagewerk.
- nicht nur eine Enzyklopädie, sondern auch ein Handbuch ist ein Nachschlagewerk, und warum sollten wir nicht ein Einzelfällen ein bißchen von den Möglichkeiten eines Handbuches in die Wikipedia einbauen? das muß ja nicht heißen, daß wir hier Handbücher schreiben sollen, aber die WP hat die große Chance, eine Enzyklopädie zu werden, die ein paar Elemente aus anderen Textgattungen übernimmt und dadurch umso brauchbarer wird.
- ich bin mir sicher, daß das vielen Benutzern entgegenkommt. z.B. Studenten, Schüler, die eine Facharbeit schreiben wollen, interessierte Laien oder Leute, die beruflich mal in ein anderes Fach reinschmecken müssen, die stehen erstmal vor dem Problem, wo sie ihre Infos herkriegen. schauen sie in ein Lexikon, dann kriegen sie wenig Infos, wie viel die dort angegebene kümmerliche Literatur taugt, von einem Handbuch werden sie oft erstmal erschlagen, weil die verschiedenen Forschungsansätze lang und breit diskutiert werden. und von einer knappen, einsteigerfreundlichen Lektüre haben sie vielleicht noch gar keine Ahnung.
- und das ist die Chance der Wikipedia: sie kann als Enzyklopädie eben ein paar Elemente von Handbüchern und Lehrbüchern aufnehmen, ohne ihren Charakter als Enzyklopädie zu verlieren. es geht ja hier nicht um formale Korrektheit der literarischen Gattung "Enzyklopädie", sondern darum, daß das Ding hier sein Ziel erreicht. und das Ziel ist erreicht, wenn der Benutzer die Infos kriegt, die er haben will und auch Oma das versteht. dazu darf m.E. ruhig mal eine annotierte Literaturliste drinstehen, also sei doch nicht päpstlicher als der Papst!
- btw. was ist denn essayhaft an einem Ausdruck wie "noch nicht vollendet"? das ist eine Info, und Infos stehen nunmal in Enzyklopädien, oder?
- zu den Literatur-Kommentaren selber: Aussagen wie "hervorragende Darstellung" usw. sind durchaus sinnvoll, denn genau das erwartet man von einer kommentierten Literaturliste, dass sie offen sagt, ob das Buch hervorragend oder grottenschlecht ist. und das ist gerade in einer omatauglichen Enzyklopädie nötig, denn während ich als Altertumswissenschaftler locker nach ein, zwei Kapiteln unterscheiden kann, ob ein Buch über die Antike gut oder schlecht ist, können Laien das nicht. die sind also drauf angewiesen, daß man ihnen da ein bißchen erklärt, was Sache ist, damit sie gleich von vornherein entscheiden können, ob sie das lesen oder nicht.
- solche Kommentare müssen auch nicht subjektiv oder von persönlichen Vorlieben und Abneigungen geprägt sein, sondern man kann durchaus objektiv ein Buch als "hervorragend" oder sonstwas charakterisieren. wenn einer anderer Meinung ist, dann kann man genauso drüber diskutieren wie über die Frage, ob und wann Caesar ermordet oder Nero geboren wurde.
- deshalb @Löschfix: unter Wissenschaftlern spricht sich verdammt schnell rum, wie gut die Qualität einer Publikation ist, und wenn der Wissenschaftler seriös ist, dann wird er dieses Wissen dann weitergeben, wenn er als Dozent zu Studenten oder als Schreiber von Populärwissenschaftsliteratur zu interessierten Laien spricht. eher unseriös wäre es, einem Leser eines Artikels hier ein hervorragendes Buch vorzuenthalten, indem man ihm verschweigt, daß es ihm sehr viel Gewinn bringt, das Ding zu lesen.
- zum Thema "Fachleute": natürlich ist die Wikipedia keine Enzyklopädie für Fachleute, aber ich denke schon, daß es sinnvoll und nützlich ist, wenn die Artikel von Fachleuten mitbetreut werden. die Texte hier sollen omatauglich formuliert werden, d.h. die Adressaten sind Laien, die keine oder nur wenige Vorkenntnisse mitbringen. aber gerade deshalb wollen sie ja auch seriös informiert werden, die Inhalte der Artikel müssen also stimmen (ein Fachmann verträgt eher einen Fehler, weil er ihn erkennt, der Laie nicht), und das können Fachleute ja am besten beurteilen.
- daß es natürlich für einen Fachmann umso schwerer ist, zu beurteilen, was und wieviel ein Laie versteht, ist auch klar. deshalb müssen eben auch die Nichtfachleute mitarbeiten und den Fachnasen rechtzeitig mitteilen, was sie so nicht schreiben können, und das evtl. selber ausbessern oder (wofür gibt's denn diese Diskussionsseiten?) das ganze zur Diskussion stellen und drum bitten, daß das etwas allgemeinverständlicher formuliert wird.
- einfach ist natürlich für den Fachmann, auf fachspezifische Abkürzungen zu verzichten und die auszuschreiben, muß also nicht "DNP" stehen, wo man "Der Neue Pauly" schreiben könnte (sorry, habe mich gestern in der Achsenzeit ausgetobt und genau das vergessen, hole nach).
- übrigens: Löschfix' Vorschlag, irgendwo eine Liste der im Fach gebräuchlichen Abkürzungen einzufügen, ist m.E. eine gute Idee, denn wenn hier das berühmte "Wissen der Welt" stehen soll, gehören die Abkürzungen ja auch dazu. und andere Enzyklopädien haben auch Abkürzungsverzeichnisse.
- was die Auflagen der Bücher angeht: die Nummer der Auflage gehört nunmal zur bibliographischen Angabe dazu. ich halte sie sogar für wichtiger als die ISBN-Nummer, weil man sich leichter Autor, Titel und Auflage merken kann als so eine komische Zahlenfolge.
ok, so viel dazu, sorry, daß das etwas länger geworden ist. bin aber der Meinung, daß das nötig war, ihr habt ja auch eine Menge diskutiert *lol* viele Grüße --Ulixes 12:30, 13. Dez 2005 (CET)
- Dem kann ich mich in allen Punkten nur Anschließen. Kenwilliams QS - Mach mit! 13:52, 13. Dez 2005 (CET)
- Ich ebenfalls. Irgendwann in grauer Vorzeit, als ich die Literaturliste erweitert und teils kommentiert habe (ja, ich war einer der "Bösen"), standen auch diverse Abkürzungen dort. Das stieß teils auf Widerstand, daher habe ich nur auf Aristarchos verwiesen. Aber es stimmt schon, man könnte sich das überlegen - dann würde ich aber einen externen Verweis oder einen separaten Artikel wie Abkürzungen der Altertumswissenschaften o.ä. vorschlagen. --Gruß und Frieden im Artikel (bin gerade in so vorweihnachtlicher Stimmung) Benowar 14:08, 13. Dez 2005 (CET)
- Das wird ne ganz schöne Arbeit, da gibt es ja ne Menge. Aber das bekommen wir schon hin. Und das werden viele rote Links, die man dann zu blauen machen kann - auch schön. Es muß auch keiner Alleine machen. Und letztlich liegt mir sowas technisches ja noch mehr als die Artikel an sich. @ Benowar: Warum stehst du da so demonstrativ unter einem Mistelzweig? *g* Kenwilliams QS - Mach mit! 15:14, 13. Dez 2005 (CET)
Epochenabgrenzung Antike
Am 25. Mär 2006, schieb ich (Paul Martin) die Einleitung des Artikel Antike folgendermaßen neu:
Der Begriff Antike (von lat. antiquus, dt. alt, altertümlich) bezeichnet in der Geschichtswissenschaft die Epoche des Altertums seit den ersten schriftlichen Zeugnissen.
So beginnt die Antike im fruchtbarer Halbmond etwa um 3300 v. Chr. und fast zeitgleich auch in Ägypten nach der recht raschen Entwicklung der Hieroglyphenschrift.
Da die Antike – traditionell – mit dem Fall des weströmischen Reiches im Jahre 476 endet, umfasst sie die tatsächlich sehr lange Zeitspanne von fast 38 Jahrhunderten.
Deshalb erwies es sich als sinnvoll eine weitere Unterteilung zu treffen:
- Frühe Antike (etwa 3300 v. Chr. bis etwa 800 v. Chr.) – also etwa 2500 Jahre.
Das ist die Geschichte der altorientalischen, nahöstlichen Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Syriens, Persiens und Kleinasiens, einschließlich der Geschichte des sog. griechischen Mittelalters. Weltweit kommt dann auch – zum Beispiel – ab etwa dem 16. Jhdt. v. Chr. die alte Geschichte Chinas sowie auch die Geschichte Indiens dazu.
- Anmerkung: Lange wurde dieser Teil der Antike – zumindest die Zeit vor etwa 1200 v. Chr. – von den europäischen Historikern überhaupt nicht erst wahrgenommen. Erst seit Ende des 19. Jahrhundert wurde unter anderem auf Anregung des Historikers Eduard Meyer erreicht, diese Zeit die über den Ansatz der Klassische Altertumswissenschaft hinausgeht in die Universalgeschichte mit einzubeziehen. Heute wird dies international von den Historikern natürlich auch so anerkannt.
- Spätere Antike (etwa 800 v. Chr. bis etwa 476 v. Chr.) – also gut 1250 Jahre.
Dieses – nicht mit der so genannten Spätantike zu verwechselnde – letzte Drittel der Antike genannten historischen Zeit umfasst die gesamte Geschichte des Römischen Reiches von der Gründung Roms, traditionell ja 753 v. Chr., bis zu seinem Fall im Jahre 476. Sie umfasst ebenfalls die gesamte Geschichte des archaischen und klassischen Griechenlands und später den Hellenismus. Weltweit treten in dieser Zeit natürlich auch noch viele weitere Regionen in die Geschichte, unter anderem auch weite Teile Europas.
Die in der Geschichtswissenschaft als Spätantike bezeichnete Zeit, ist die eigentliche Übergangsepoche von etwa 284 bis 565. (Vergleiche: Renaissance, etwa 1420 – 1630.)
In den Minuten darauf wurde meine Version von anonymen Benutzern zwei Mal revertiert. Später fügte Benowar einige, vor allem das "traditionelle Endjahr" 476 betreffende, Änderungen an und hinterließ mir eine Nachricht auf meiner Benuterseite. Unsere bisherige Diskussion kopiere ich jetzt hierher, wo sie auch hingehört. --Paul Martin 15:17, 25. Mär 2006 (CET)
- Die Darstellung, 476 sei immer noch das gängige Enddatum, ist nicht korrekt. Kornemann, Bury, Demandt, Bellen, Cambridge Ancient History, Gehrke/Schneider (die Liste ließe sich beliebig fortführen) führen frühestens 565 an, oft auch erst der Beginn des 7. Jahrhunderts. Zudem ist es zwar korrekt, dass es auch ein "antikes China" gab etc., doch liegt der Schwerpunkt des Artikels Antike/Altertum auf der abendländischen Definition. Hierzulande wird unter Antike primär die Geschichte der antiken Mittelmeerwelt verstanden. Ich fände es auch besser, wenn etwa China etc. stärker berücksichtigt würden, aber man sollte da nicht mit der Brechstange die üblichen Konventionen aushebeln wollen. Zuletzt: frühe/spätere Antike ist tatsächlich keine übliche Periodisierung. Sie mag vereinzelt angewendet werden, doch die übliche Einteilung orientiert sich an der Archaik, klassischen Zeit, Hellenismus, Römisches Reich, Spätantike. Gruß --Benowar 12:16, 25. Mär 2006 (CET)
Danke Benowar für deine freundliche, argumentative Nachricht.
Ich selbst halte das Jahr 476 eigentlich auch für überholt. Das Jahr 565 geht aber entschieden zuweit, da zu dieser Zeit die Söhne Chlodwigs schon lange das klar mittelalterliche Züge tragende Merowingerreich übernommen hatten, aus dem – wie du weist – später das zuerst Karolingerreich, dann das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hervorging.
Mit dem Ablauf des Jahres 511 (letztes Lebenszeugnis von Romulus Augustulus bzw. – wichtiger – Tod Chlodwigs) ging die eigentliche Antike zu Ende. Die mehr als tausendjährige Römische Macht war entgültig auf die "jetzt christlichen Barbaren" übergegangen. Das bestimmte das gesamte Mittelalter bis 300 Jahre (1492-1792) vor der Französischen Revolution.
Das Jahr 512 als Beginn des – vieleicht bald auch nicht mehr so genannten – Mittelalters ist aber in die Geschichtswissenschaft bisher so noch nicht eingeführt. Geschweige (schon) "weitgehend anerkannt", so dass ich hier formal noch am traditionellen, aber näheren Jahr 476 festhalten muss.
Zur alten Geschichte China, Indien etc.:
Du gibst mir Recht mit deiner Feststellung: "Ich fände es auch besser, wenn etwa China etc. stärker berücksichtigt würden, aber man sollte da nicht mit der Brechstange die üblichen Konventionen aushebeln wollen." Jetzt frage ich dich: Wo sollte das "alte China" z.B. denn sonst eingeordnet werden wenn nicht in der universellen Geschichte der Antike?
Ich gebe dir Recht, dass die Begriffe "frühe/spätere Antike [bisher] tatsächlich keine übliche Periodisierung[en]" sind. Dennoch inhaltlich wird ebendiese Einteilung seit langem schon gemacht! Nur wird (wurde) die Antike eben einfach nur (frech und arbiträr) auf die römisch-griechische Antike beschränkt.
Ich will die Einleitung zunächst einige Tage in ihrer gegenwärtigen Version belassen. Bitte dich aber um weitere Diskussion. (Die wir auch in die betreffende Talkpage kopieren können.)
Als vorbereitende Diskussionslekture empfehle ich dir, die – eigentlich von Michael Florencetime stammenden – Vorschläge für eine Neubewertungen der historischen Epochen auf meiner englischen User-Seite. Da ich nur Französich und Deutsch wirklich beherrsche, siehst du – da bin ich mir sicher – über sprachliche Mängel des Englischen großzügig hinweg.
Gruß -- Paul Martin 13:24, 25. Mär 2006 (CET).
PS. Zu 632: Als Extemdatum der sog. Spätantike vielleicht ja. Als Ende der eigentlichen Antike, nie.
- Zum Thema Merowingerreich: das ist in der Tat ein Problem. Es ist aber auch nicht so, dass in den neueren historischen Abhandlungen die Epochenwende an einem Jahr festgemacht wird. Es geht um Zeiträume, die noch dazu regional höchst unterschiedlich lange andauern; man kan dies nicht an einem Fixdatum festmachen (auch wenn für den Osten der Mittelmeerwelt 565 oder später inzwischen recht allgemeingültig ist). Diese Diskussion wäre auch müssig. Antike/Alterum sind abendländische Begriffe, die ja anschließend auch auf andere Kulturbereich transferiert wurden. Der Tod des Romulus Augustulus bedeutete aber keineswegs das Ende der Antike im Westen. Theoderichs Herrschaftspraxis war noch klar spätantik geprägt, ebenso wie im Merowingerreich die spätantiken Traditionslinien erst später erloschen. Wenn du die Einleitung inhaltlich überarbeiten willst bitte ich dich dringenst - halte nicht an 476 fest. Es ist einfach nicht mehr communis opinio. Indien, China etc. kannst du ja am Rande ansprechen, aber mehr sollte es auch nicht sein. Es geht im Artikel um die antike griechisch-römische Mittelmeerwelt (und nicht um das Altertum samt der vorderorientalischen Geschichte, das Altertum wird auch in einem separaten Artikel behandelt). Ich habe wie gesagt leichte Bauchschmerzen, wenn man diese kuriose Einteilung frühe/späte Antike vornimmt. Sie würde allgemeingültigkeit suggerieren, was aber so nicht der Fall ist. Einen zwingenden Grund sehe ich ohnehin nicht. Wie gesagt: man könnte in einem Extraabschnitt die Tatsache ansprechen, dass auch die Geschichte Indiens, Chinas etc. ähnlich eingeteilt wird. Das müsste nicht zwingend in die Einleitung. Im Bereich Epochenabgrenzung zum Mittelalter würde ich wie gesagt darum bitten, den aktuellen historischen Forschungsstand zu respektieren, der auch in der derzeitigen Formulierung zum Ausdruck kommte. Du kannst ja einen Entwurf auf der Diskussionseite von Antike posten. Gruß --Benowar 13:51, 25. Mär 2006 (CET) ps: ich bin mir freilich der Problematik der Epochenabrgenzung wohl bewusst. Ich beschäftige mich mit dem Thema Spätantike schon seit einiger Zeit, habe den Dachartikel Spätantike zu etwa 80 % verfasst und ebenso diverse Artikel zu den Randthemen. 632 etwa würde freilich nicht für das Frankenreich gelten. Aber wie gesagt: es gibt regionale Besonderheiten. Das Ende der Antike in Italien würde etwa eher in den Bereich spätes 6. Jahrhundert fallen (Einbruch der Langobarden). 476 ist ein eher untauglisches Schulbuchdatum, das keinen Nutzen stiftet.
In der europäisch-abendländischen Geschichte ist die traditionelle Dreiteilung: "Antike – Mittelalter – Neuzeit" seit langem etabliert.
Wir wissen beide, dass das Mittelalter nicht einmal im byzantinischen Einflussbereich so stattgefunden hat. Dennoch: Wenn die europäischen Historiker, Anspruch auf Universalität erheben (und das sollte man ja, oder etwa nicht?) dann muss auch die gesamte Geschichte anderswo, eben in diese Antike gepackt werden. Das geht gar nicht anders!
Du schreibst: "Es geht im Artikel um die antike griechisch-römische Mittelmeerwelt." Ich antworte dir: "Dann ist der Artikel eben falsch benannt."
Du schreibst: "Theoderichs Herrschaftspraxis war noch klar spätantik geprägt."
Siehe oben: Das Mittelalter – wie wir es verstehen – blieb eigentlich auf den ehemaligen Weströmischen Teil beschränkt.
Du schreibst: "ebenso wie im Merowingerreich die spätantike Traditionslinien erst später erloschen."
Das will ich aufs heftigste bestreiten! Eher noch "alte barbarische Traditionslinien". Ansonsten sagst du zum Topo: "das ist in der Tat ein Problem" und dann Schluß.
Schließlich zu: "Es geht um Zeiträume, die noch dazu regional höchst unterschiedlich lange andauern; man kan dies nicht an einem Fixdatum festmachen (auch wenn für den Osten der Mittelmeerwelt 565 oder später inzwischen recht allgemeingültig ist)."
Einverstanden, Epochenwechsel sind immer eigentlich ein Prozess, der sich lokal und in Geistesströmungen vorbereitet (siehe Renaissance und Aufklärung) aber irgendwann in eine neue Qualität umschlägt. Auch danach, zugegebenermaßen, bleibt das eine oder andere Land vielleicht noch eine Weile der "alten Welt" verhaftet, kann sich der "neuen Zeit" allzubald aber auch nicht mehr entziehen. (Siehe z.B. Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. am 6. August 1806, fast 14 Jahre nach Ende des Ancien Régime in Frankreich.)
Dennoch ist es üblich, legitim und sinnvoll ein "konventionelles Datum" festzulegen – das natürlich auch "weitgehende allgemeine Anerkennung" erfahren muss – um von diesem Datum aus die jeweiligen "nationalen Sonderbedingungen" zu evaluieren. Außerdem müssen auch immer Übergangs-Epochen benannt werden, die eben diese Epochenwechsel in ihrer Gänze (ununterbrochen) beleuchten.
Ich bin noch nicht ganz fertig. (Noch nicht einmal richtig "korrekturgelesen". Verzeih'.) Lass dir mit deiner Antwort ruhig Zeit. Ich ergänze hier noch heute Abend. Auf dann.
Für 476, sei beruhigt. Ich klebe nicht daran. 565 oder 568 sind aber auch falsch. – Weil Chlodwigs Tod die Antike aus- und Genovevas Tod das sogenannte Mittelalter einläutet.
-- Paul Martin 15:17, 25. Mär 2006 (CET)
Das ist aber Quatsch. Es gibt keinen Moment, indem die Antike vorbei ist, und das Mittelalter beginnt. Das ist ein Prozess, der Jahrzehnte, Jahrhunderte dauerte. Es war eine lange, schleichende Zeit des Übergangs. (im übrigen habe ich am alten Diskussionsort noch einen Beitrag hinterlassen). Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 15:34, 25. Mär 2006 (CET)
Lieber Paul Martin, Antike und Altertum ist nicht dasselbe. Deine Einleitung würde im Groben als Einleitung für den Artikel Altertum passen, obwohl selbst dann noch so manches Diskussionswürdig bliebe. Und Eduard Meyer als Kronzeugen für deine Sicht ins Feld zu führen ist trotz dessen unbestrittener Verdienste um die Altertumswissenschaften nicht mehr richtig. Umstritten war es sogar schon zu seiner Zeit. Ich bin grundsätzlich auch der Meinung, daß die klassische Antike nicht mehr so losgelöst von den restlichen Altertümlichen Hochkulturen betrachtet werden sollte, dennoch bleibt die Antike ein begrenzter Raum in einem begrenzten Zeitfenster. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 15:25, 25. Mär 2006 (CET)
- @Paul Martin: Für den Anfang: Diese Antike behandelt eben nicht die Wortbedeutung antike in Bezug auf andere Regionen, sondern explizit die antike Mittelmeerwelt. Es würde die ganze Struktur aufbrechen, nun paralell noch China, Indien etc. zu behandeln. Die kulturelle Homogenität der antiken Mittelmeerwelt und die abendländische Bedeutung macht es ja gerade nötig und sinnvoll, sich eben auf diesen Raum zu konzentrieren und sich an den üblichen Reglements zu halten. Wenn du andere Bereich behandeln willst, ein ganz praktischer Vorschlag: erstelle einen Artikel Antike (alternative Bedeutungen) (o.ä.) und führe das dort aus. Alles andere ist in diesem Kontext problematisch; mit einem Extraartikel wären viele Probleme behoben. Zum Mittelalter: das oströmische/byzantinische Reich des 10. Jahrhunderts war ein anderes, als das spätrömische Reich im 6. Jahrhundert. Insofern gab es ja durchaus Wandlungen, wenn auch nicht wie im Westen. Zu den Merowingern: Der Bezug auf die civitates im Frankenreich durch die Merowinger weist eher in die Richtung, dass die spätantike Traditionslinie keineswegs plötzlich abbrach (vgl. beispielsweise nur Ian Wood, The Merovinigian Kingdoms, 1994, S. 60ff.). Den Bezug auf Genoveva von Paris für einen "Epochenwechsel" finde ich etwas weit hergeholt, aber gut. --Benowar 15:35, 25. Mär 2006 (CET) ps:@Altertum / Antike: volle Zustimmung @ Marcus. Die klassische Antike ist Teil des Altertums, beide Begriffe sind nicht deckungsgleich (wie schon einmal angesprochen).
- Danke, danke, (ernst gemeint) für eure prompten Widersprüche. Muss aber mal dringend an die "frische Luft", – seit heut Morgen.
- Zur die Abklärung Antike/Altertum und alles übrige... Später was.
- Nur zu Chlodwig – Genoveva: Ja genau, das war das Kennzeichen des westeuropäischen Mittelalters: Kirche und Macht, gesalbte Könige und Kaiser. Chlodwig war der erste getaufte germanische Barbarenkönig. Genoveva trug maßgeblich zu seiner Taufe bei. Mit ihrem Tod beginnt das Mittelalter. (Auch wenn ihr das zum ersten Mal hört!)
- -- Paul Martin 15:50, 25. Mär 2006 (CET)
Das Mittelalter in England beginnt früher als in Gallien, das Toledanische Reich war auch im 7. Jahrhundert noch stark von spätantiken Traditionen geprägt. Die Taufe nahmen in der Spätantike viele Herrscher erst kurz vor ihrem Tod vor. Chlodwigs Taufe hat eine große Bedeutung - aber es ist kein Datum, das Allgemeingültigkeit beanspruchen darf und nicht überbewertet werden sollte; es erwies sich ja erst später als bedeutend. Die Reichsbildung der Franken ist eine Extrageschichte, die jedoch etwa für Britannien und Hispanien nicht die Bedeutung hat, die sie Jahrhunderte später erlangte. Der Streit um die Kontinuität Antike/Mittelalter ist alt (siehe die Arbeit von Dopsch, Wirtschaftliche und soziale Grundlagen der europäischen Kulturentwicklung aus der Zeit von Cäsar bis auf Karl d. Großen). Das Verschwinden vieler antiker Traditionslinien ist mit ein Zeichen des Beginns des Mittelalters - ansonsten hätte dieses bereits mit Theodosius angefangen (Verklammerung von Kirche und Staat, die aber schließlich auch später nie eine Einheit in den Reichen darstellte). Die Transformationsphase der Spätantike ist daher ein viel besseres Mittel, um diese vielschichtigen Phänomene zu erklären, als einen willkürlichen Schnitt im Jahre X zu setzen. Wir brauchen aber auch nicht das endlos zu diskutieren, was immer noch Forschungsmeinung ist (und die muss prominent dargestellt werden). Wie gesagt: Überlege dir mal die Sache mit einem separaten Artikel. Wäre m.E. die eleganteste Lösung.--Benowar 16:08, 25. Mär 2006 (CET)
So ein Artikel wäre generell was schönes und dazu gibt es auch einiges an Literatur. Etwa ein Band aus der Reihe Zaberns Bildbände zur Archäologie: "Epochenwandel?". Aus dem Thema kann man sehr viel machen. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 16:27, 25. Mär 2006 (CET)
- Jep, zumal es ja auch ein "chinesisches" und "indisches" Mittelalter gab. So wären viele Probleme auf einmal gelöst. --Benowar 16:37, 25. Mär 2006 (CET)
Ja, ja, und ein "griechisches" und manch "ägyptisches" dazu. Aber, das mit den "Mittelaltern" ist eh sehr fragwürdig, da per se nie universell. Ich komme gleich noch mal darauf zurück.
Zunächst aber zu "Altertum ≠ Antike"?
Im Deutschen ist – wenn es mir recht ist – ein "Kinderarzt" synonym zu einem "Facharzt für Pädiatrie" und ein "Pädiater" das Gleiche wie ein "auf Kinderheilkunde spezialisierter Arzt".
(Wenn ich mich da irre, dann sagt es mir!) Habe ich aber Recht, dann ist das eben bonnet blanc, blanc bonnet, auf gut deutsch: "Jacke wie Hose".
Oder wollt ihr mir etwa weis machen, in der deutschen Geschichtsforschung habe sich inzwischen – im Gegensatz zu den internationalen Kollegen – ein "deutsch-nationaler Sonderweg" herausgebildet, der da laute: Statt der (bisher) allseits anerkannten Dreiteilung "Antike – Mittelalter – Neuzeit", gelte jetzt eine rein germanophone Vierteilung "Altertum – Antike – Mittelalter – Neuzeit". Macht euch doch nicht international lächerlich! Wer konnte euch denn einen solch haarstäubenden Unsinn lehren?
Zu Kenwilliams Einwand bezüglich Eduard Meyer kann ich nur sagen, dass ich diesen Namen in der vorangegangenen Version vorfand und ihn einfach nur übernahm. Den Namen des Zeitgenossen Josef Wiesehöfer ließ ich nach einigem Zögern dann außen vor, weil ich einerseits die Einleitung möglichst kurz halten wollte und andererseits glaubte – fälschlich wie man sieht – die Einsicht, dass "die alte Geschichte anderer Zivilisationen" natürlich auch zur Antike (= Altertum) gehört, sei inzwischen allgemein angekommen.
Du, Markus, schreibst weiter: "Ich bin grundsätzlich auch der Meinung, daß die klassische Antike nicht mehr so losgelöst von den restlichen Altertümlichen Hochkulturen betrachtet werden sollte, dennoch bleibt die Antike ein begrenzter Raum in einem begrenzten Zeitfenster."
Schon der Begriff "Altertümlichen Hochkulturen" reizt mich zu einem süß-sauren Schmunzeln. Weiterhin darf man doch sicher nicht, nur weil der Begriff "Antike" nach Latein klingt, diesen auf das "griechisch-römische Altertum" beschränken. Wenn das allerdings, dereinst auf deutschen Universitäten so gemacht wurde, bzw. noch heute, dann ist es höchste Zeit, die internationale, richtige Terminologie zu übernehmen. (Cf. :en:Ancient history.)
Damit komme ich zu Benowars: "ganz praktischen Vorschlag: erstelle einen Artikel Antike (alternative Bedeutungen) (o.ä.) und führe das dort aus."
Nein, nein, umgekehrt: In den Artikel "Antike" ist (zumindest) ein Abriss, der im Artikel Altertum behandelten Geschichte einzufügen.
Ja, mehr noch: Die beiden Artikel müssen doch vereinigt werden. Der eine Begiff, nur ein #REDIRECT des anderen. (Welcher zu welchem, das ist mir wiederum egal.)
Natürlich kann ich die berechtigte Sorge verstehen, die einzelnen Artikel nicht allzu sehr aufzublähen. Womit wir wiederum bei der von mir vorgeschlagenen Unterteilung, etwa bis 800 v. Chr. und dann bis etwa 500 n. Chr. wären. Wie wir diese Teil-Epochen des Altertums auch nennen mögen, wird konsenuell zu finden sein. Auch ist ein eigener Artikel speziell: "Griechisch-Römische Antike (etwa 800 v. Chr. – etwa 500 n. Chr.)" ist durchaus denkbar. Der jetzige Artikel "Antike" bietet dazu ausgezeichnetes Material.
Vom eigentlichen Artikel "Altertum (= Antike)", der einen zweigegliederten Abriss über den ganzen Zeitraum der Antike (bis zum Ende des 5. Jhdts. bzw. Anfang, vielleicht Mitte des 6. Jhdts.) enthalten sollte, wird dann eben (stolz) auf detallierter ausgearbeiteten Themenfelder der Antike in eigenen Artikeln verwiesen.
Ob das "Mittelalter" als universeller geschichtlicher Begriff das – vor knapp 15¼ Jahren – mit einer Fuchsschwanzsäge öffentlich definierte Jahr Null der (neuzeitlichen) Geschichte, (gleich die ersten 365 Tage des Jahres 1792), auch überlebt haben wird, ist allerdings mehr als fraglich.
(Bevor letzteres aber nicht "allgemein anerkannt" ist – nach "Tabu-Bruch" bez. der "Diskussionsfähigkeit" der neuen Defintion – gehört dies aber natürlich so auch nicht in Wikipedia.)
Zu manchen weiteren Ausführungen von dir, Benowar, betreffs "oströmisches/byzantinisches Reich des 10. Jahrhunderts", "Merowingern", etc. füge ich vielleicht später noch was an.
Gruß -- Paul Martin 20:38, 25. Mär 2006 (CET)
Kleine Fortsetzung:
Natürlich könnte der weiter oben angesprochene Artikel "griechisch-römisches Altertum" auch z.B. "Klassische Antike" genannt werden. Diese beginnt in Griechenland zwar auch etwa mit dem zweiten Drittel des 8. Jhdts. endet aber sicherlich wesentlich früher, wann genau wird noch zu klären sein. Die ganze Soldatenkaiserzeit zum Beispiel, sowie die sog. Spätantike gehören sicherlich nicht mehr zur "klassischen Antike".
Zu deiner Feststellung: "Das Mittelalter in England beginnt früher als in Gallien, das Toledanische Reich war auch im 7. Jahrhundert noch stark von spätantiken Traditionen geprägt."
Die Römer hatten England etwa um das Jahr 400 verlassen. Schon vorher hatte sich Toxandrien dieseits der Reichsgrenze in Nordbrabant gebildet. Jüten, Angeln und Sachsen kamen erst fast hundert Jahre später auf die "große Insel". Ob das westgotische Toledanische Reich, sich zudem mit Byzanz bekriegend, als Beispiel der fortdauernden Kontinuität der Antike in Spanien herhalten kann, stelle ich doch sehr in Frage. Außerdem ist weder der Anfang noch das Ende der Völkerwanderung das Kriterium des Epochenwechsels. Auch was du bezüglich der civitates im merowingischen Frankenreich sagtest, spricht sicher nicht für die Fortdauer der Antike bis weit ins 6. Jhdt. hinein. Ja, klar doch, natürlich wurde in den verschiedenen aus der Völkerwanderung hervorgegangenen germanischen Reichen dann auch gerne wieder an alte "Traditionen angeknüpft", lokale, latein sprechende, "übernommene" Eliten werden schon dafür gesorgt haben.
Entscheidend ist aber etwas ganz anderes. Nämlich die Frage: Wo befand sich nach dem Untergang alten römischen Reiches, nach etwa 7-800-jähriger Expansion und Hegemonie das neue Machtzentrum; bzw. wo bildete es sich heraus? Auch wenn diese Frage von Beobachtern an der Schwelle zum 6. Jhdt. wahrscheinlich nicht sicher und eindeutig zu beantworten gewesen wäre: Rückblickend gibt es daran überhaupt keinen Zweifel. Es ist und bleibt das Frankenreich!
Genau deshalb markiert der Beginn des Jahres 512 den Epochenwechsel:
- Einschub: Lese gerade erst Markus Beitrag von gestern 15H34, den ich durchs Verschieben der Diskussion noch nicht wahrgenommen, betreffs: "Das ist aber Quatsch. Es gibt keinen Moment, indem die Antike vorbei ist, und das Mittelalter beginnt. Das ist ein Prozess, der Jahrzehnte, Jahrhunderte dauerte. Es war eine lange, schleichende Zeit des Übergangs." Genau! Hatte ich auch einige Linien darüber Benowar ausdrücklich bestätigt. Natürlich ist dem so. Dennoch, konventionelle Daten bzw Jahreszahlen, sozusagen als "memory hook" sind und bleiben legitim und sinnvoll. Wenn eine Entwicklung in benachbarten Regionen unterschiedlich lange dauerte und in ihrer Intensität verschieden war, so kann, darf und soll man sich trotzdem eben das entscheidende (natürlich das richtige) Ereignis "herauspicken", das diesen Epochenwechsel – irgendwann ist diese "neue Qualität" ja dann unbestreitbar da – sozusagen symbolisch auch darstellt. Orientierungspunkte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. (Hoffentlich habe ich mich jetzt verständlich genug ausgedrückt.)
Zurück: Ja, der alte Chlodwig. Er schließt die sog. Antike ab. Ein neues, sich entwickelndes Machtzentrum, jenseits der Pforten Roms. Seine Söhne und Enkel, naja... Jedoch 256 Jahre nach 512 kam ein anderer Franke (zunächst) zusammen mit seinem Bruder auf den Thron. Dieser legte dann den Grundstein für das Reich, in dem weitere 256 Jahre später der erste Salier die Königswürde übernehmen sollte. Stop. Wir sind jetzt ja schon allzuweit im "Mittelalter". Wo wir doch auf der "Antike"-Talkpage sind! – (So bleibt dieser Staufer unerwähnt.)
Grüße allseits, -- Paul Martin 09:01, 26. Mär 2006 (CEST)
- Das mit Lächerlichkeit übergehe ich hier mal ganz locker. Altertum und Antike sind in der deutschsprachigen Forschung oft synonym gebraucht worden, allerdings sind sie nicht völlig deckungsgleich, das anzunehmen ist ein Irrtum. Hat auch sehr viel mit Wissenschaftsgeschichte zu tun, aber im deutschsprachigen Raum gibt es da durchaus noch Unterschiede. Alte Geschichte lehrt ja teils auch Geschichte des antiken Persiens etc. Die Zusammenführung Antike und Altertum ist nicht machbar. Der Artikel Altertum ist neu erstellt worden, und man kann das nicht alles jetzt kippen. Ich halte das auch für absolut unnötig. Wir sprechen hier von der deutschsprachigen WP; die englische WP, die sich teils grobe Schnitzer leistet, sollte da kein Vorbild sein. In Punkto Orientierung an den wissenschaftlichen Standards sind wir hier eine ganze Ecke weiter, wie ich dir versichern darf. In anderen Ländern etwa wird das Mittelalter auch ganz anders berechnet als bei uns (in England etwa endet es mit den Rosenkriegen). Noch einmal zum Frankenreich: ich stelle doch nicht dessen Bedeutung in Abrede. Aber für das Ende der Antike hat es nicht die zentrale Bedeutung; wenn man die Taufe Chlodwigs in den historischen Kontext einbettet, ist das sehr viel näher an der Realität, und dazu gehört dann auch Theoderich und die Gotenkriege, die Verwandlung der Mittelmeerwelt in Zuge der arabischen Expansion etc. Aber ich wiederhole mich, lassen wird das, ebenso wie die Periodisierung, wo 512 kein gängiges Datum ist, wie ich dir versichern darf. Einfach mal in die Handbücher blicken... Ich würde jetzt mal ganz konkret wissen wollen, was Paul Martin genau will. Wenn es darum geht, hier auf Teufel komm raus China und Indien in den Artikel zu packen, 476 oder 512 durchzusetzen, Antike/Altertum zusammenzuführen: das wird scheitern. Es geht hier nicht um Alleingänge, ich hoffe auch mal ganz stark, dass dies nicht seine Absicht ist. Wenn es darum ginge, in der Einleitung nun die Punkte China und Indien anzusprechen: auch da hätte ich Probleme. Also, mach bitte einen konkreten Vorschlag. Eines muss ganz deutlich hervortreten: Unter Antike wird in Deutschland das griechisch-römische Altertum verstanden. Alles andere ist Sand in die Augen streuen. Stell deine modifizierte Einleitung dann einfach hier noch mal zur Diskussion, und bei positiver Resonanz kann sie dann ja rein, wenn nicht, dann nicht. Gruß --Benowar 12:53, 26. Mär 2006 (CEST)
Nach exzessiver Produktion von Domitii Ahenobarbi fehlt mir jetzt leider die Zeit für einen tieferen Einstieg in die Diskussion, ich möchte aber Benowar darin unterstützen, dass wir Altertum und Antike nicht einfach vereinigen sollten (und „frühe“ oder „spätere“ Antike in dem hier vorgeschlagenen Sinn ist auch nach meinem Wissen absolut ungebräuchlich und hat deswegen schon in der Wikipedia nichts zu suchen). Wir kopieren hier zwar nicht den Brockhaus :-), aber wie man [LINK] entnehmen kann, definiert er die beiden Begriffe so wie bisher hier geschehen, „Altertum“ als den umfassenderen Terminus, „Antike“ speziell für den griechisch-römischen Teil des Altertums. Über Epochengrenzen lässt sich immer streiten; dass es gerade zwischen Spätantike/Byzanz/Frühmittelalter eine gewisse Übergangszone gibt, ist uns allen hier wohl klar.--StefanC 15:31, 26. Mär 2006 (CEST)
War schon dabei eine Antwort für Benowar vorzubereiten. Sie ist aber noch nicht fertig. Sehe jetzt StefanCs Wortmeldung. Deshalb in Kürze:
Einerseits scheint es da spezifische, traditionelle, deutsch-akademische Spitzfindigkeiten zu geben, die international aber sicherlich ganz allein – ja wahrlich isoliert – dastehen.
Andererseits kann ich verstehen, dass Benowar nach getaner, guter Arbeit eines befürchten muss. Bei einer unzweideutigen Umbenennung (die wohl nicht zu vermeiden sein wird) sowie einem simplen Verweis auf diesen Artikel von "Altertum", bei gleichzeitigem Redirect von "Antike" auf "Altertum", dann würde dieser Artikel weitaus schlechter gefunden werden.
- Deshalb mein Vorschlag "zur Güte":
- Umbenennung des Artikels "Antike" z.B. in "Griechisch-Römische Antike".
- Redirect von "Antike" – ohne Umweg über eine Begriffsklärungseite – direkt hierher zu "Griechisch-Römische Antike".
- Verweis in der allerersten Linie des Artikel "Griechisch-Römische Antike" auf den Artikel "Altertum", für diejenigen, die diesen meinen bzw. suchten als sie "Antike" eingaben.
- Verweis an geeigneter Stelle im Artikel "Altertum" hierher, zu dann "Griechisch-Römische Antike".
- Damit könnte ich leben. Grüße -- Paul Martin 19:42, 26. Mär 2006 (CEST)
- So isoliert nun auch nicht - es gibt immer länderspezifische Unterschiede. Aber zum Vorschlag: ich glaube, damit leben zu können, obwohl ich das etwas umständlich finde. Denn im Artikel Antike wird ja schon explizit darauf hingewiesen, dass mit dem Begriff in der Regel das griechisch-römische Altertum verstanden wird. Umweg über BKL ginge ohnehin nicht, da hunderte (wenn nicht tausende) Artikel dann darauf verweisen würden, was grob gesagt Mist wäre. Ist für mich irgendwie doppelt gemoppelt, aber mal sehen, was die anderen sagen. Schönen Sonntag. --Benowar 20:03, 26. Mär 2006 (CEST)
Danke. Stimmt. So knapp zweitausend sind es schon. Ob "Griechisch-Römische Antike" oder "Griechisch-Römisches Altertum" vorzuziehen ist, bleibt dabei dir und den anderen Hauptautoren des Artikels überlassen. Ich habe da keine Präferenzen. Wie du sagst: "mal sehen, was die anderen sagen". Über weiteres können wir ja, wo und wenn nötig im Laufe der Woche in Ruhe diskutieren. Auch dir einen schönen Sonntagabend. -- Paul Martin 20:21, 26. Mär 2006 (CEST)
Statt von "Spitzfindigkeiten" würde ich lieber von "Traditionen" sprechen, die man in einer Enzyklopädie nicht ohne gute externe Stütze über Bord werfen sollte, und die habe ich nicht entdecken können. Ähnlich wie Benowar möchte ich deshalb an der bisherigen Artikelstruktur und -benennung bis auf weiteres festhalten. "Griechisch-römische Antike" impliziert, dass es auch eine andere Antike gibt, und die sehe ich im deutschen Sprachgebrauch nicht; "Griechisch-römisches Altertum" ist in der Tat ein übliches Synonym für „Antike“, aber da können wir das Lemma auch so lassen, wie es ist. Vielleicht sollte man diese Alternativbenennung fett am Anfang hinzufügen, um schon im ersten Satz von Antike klar zu machen, dass speziell die griechische und römische Kultur gemeint sind, und möglicherweise finden wir auch noch eine gute Formulierung dafür, klarzumachen, dass "Antike" und "Altertum" auch austauschbar verwendet werden können. Generell möchte ich meine Freude darüber ausdrücken, wie zivilisiert und sachorientiert diese Diskussion verläuft im Vergleich zu manchen anderen. Gruß--StefanC 20:48, 26. Mär 2006 (CEST)
Nur so als kleiner Einwurf: Es ist eigentlich nicht unsere Aufgabe als Ersteller einer Enzyklopädie, die Antike „neu zu erfinden“, sondern nur, das zusammenfassen, was üblicherweise für Antike gehalten wird. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 20:55, 26. Mär 2006 (CEST)
Vor ein paar Wochen habe ich etwas über die Entwicklung der Begriffe Altertum und Antike gelesen und wie die Bedeutungen sich geändert haben. Logischerweise fällt mir grade nicht mehr ein, wo das war. Wenn ich es habe, werde ich es gleich hier einbringen. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 21:02, 26. Mär 2006 (CEST)
- So geht`s mir auch oft ;-). Ich wäre für Stefans Vorschlag, man müsste dann nur wirklich eine lesbare und zudem sachgerechte Formulierung finden. Vielleicht sogar einen spezielles kleines Unterkapitel...mal sehen. Ansonsten wäre ich wie gesagt für die Beibehaltung der jetzigen Struktur, da wir in der Tat keine Theoriefindung betreiben sollen. Gruß an alle Beteiligten. --Benowar 21:13, 26. Mär 2006 (CEST)
Zu Stefans weiteren Ausführungen: "Traditionen" gut und recht. Manche, ja viele, haben durchaus ihren Sinn. Bereit zu sein, sie jederzeit zumindest auch in Frage zu stellen, ist aber notwendige Voraussetzung zu aller Erkenntnis, wie auch zu allem Wahrheitsstreben, das mit Erfolg gekrönt sein will.
Ihr lebt doch in Deutschland nicht auf einer isolierten Insel. Ich dachte, mein Vergleich "Kinderheilkunde vs. Pädiatrie" hätte euch überzeugt. Traditionelle Spitzfindigkeit. Ja. Weil das eine "im Deutschen gebräuchliche Fremdwort" aus dem Lateinischen kommt, ist es auf die noble "Griechisch-Römische Geschichte" beschränkt, während das gleichbedeutende "deutsche Wort" für die "Altertümlichen Hochkulturen" herhalten muss. Dass ich nicht lache! Eine tolle akademische Ideosynkrasie habt ihr euch da ausgedacht. Die führt doch zu nichts. Das will ich euch in aller Deutlichkeit doch ohne Hoffart sagen.
Auch bin ich nicht der Einzige, der daran Anstoß nimmt. Siehe die allererste, bescheidene, fast demütige Meinungsäußerung in Diskussion:Altertum.
"Griechisch-römische Antike" wäre nach eurer Lesart doppeltgemoppelt. Soit, akzeptiert. "Griechisch-römisches Altertum" sei, wie du es mir durchaus bestätigst: "in der Tat ein übliches Synonym für [den dünkelbehafteten, falsche Pseudo-Unterscheidungen treffenden – scheinbar derzeitig noch gängigen – akademischen Gebrauch des internationalen Begiffes] „Antike“ [in der "Germanophonie"]". (Ende des von mir "angereicherten" Zitats.) Was spricht dann gegen diesen, von mir vorgeschlagenen Direktlink zum unzweideutigen und auch gemeinten Begriff "Griechisch-römisches Altertum"? Ich wette, eigentlich nichts. Dafür doch einiges. Deine Ausführungen, Stefan, haben mich hierin nicht wirklich überzeugen können.
Zu Carbidfischers Einwurf – der, du mir schon seit langem positiv aufgefallen bist – von wegen: „neu zu erfinden“. Kommt immer darauf an, ob Antike gleich Altertum ist oder nicht.
Die Struktur des Artikels ist tadellos. Auch die (meine) Einleitungsversion ist caduc, bzw. passt dann eben zu "Altertum". An meiner Forderung zur Umbenennung halte ich fest.
Wird der Direktlink auch langfristig verteidigt – ich werde ihn nie je in Frage stellen – so sehe ich, dato, kein Argument es nicht auch so zu machen.
Salut -- Paul Martin 00:23, 27. Mär 2006 (CEST)
Habe leider keine Zeit zu längeren Diskussionen, deshalb nur: Traditionen „zumindest auch in Frage zu stellen, ist aber notwendige Voraussetzung zu aller Erkenntnis“: neue Erkenntnisse sind keine Aufgabe der Wikipedia. Hier sollte das bekannte Wissen in der üblichen Terminologie erscheinen. "habt ihr euch da ausgedacht": mit Verlaub, nicht Benowar, ich und die anderen Diskutanten sind Urheber dieser „tolle[n] akademische[n] Ideosynkrasie“.--StefanC 06:53, 27. Mär 2006 (CEST)
Nein, das hab ich auch nicht behauptet. Diese künstliche Unterscheidung stammt sicher aus den vor-vorigen Jahrhunderten. Beziehungsweise, zuerst war die Antike wohl nur und ausschließlich das "Griechisch-Römische Altertum". Als die europäischen Historiker dann wahrnehmen mussten, dass es auch in anderen Gebieten der Erde "alte Geschichte" gibt, wurde von Maas bis Memel und von Etsch bis Belt der Sonderweg der Verengung des Begriffes Antike gewählt, während der Begriff sonst überall erweitert wurde.
Ganz "neue Erkenntnisse" zu publizieren, ist tatsächlich nie die Aufgabe einer Enzyklopädie. Alte Irrungen zu erkennen und daraus die Konsequenzen zu ziehen, ist aber sehr wohl die Aufgabe eines jeden Enzyklopädisten. Dass die Begriffe "Altertum" und "Antike" essenziell gleich sind, und somit auch ohne Abstriche synonym verwendet werden dürfen, das sagt schon der gesunde Menschenverstand. (Natürlich auch mit Wissen um und Rücksichtnahme auf alte, spezifische Traditionen.) Ist aber keine weltbewegende "neue Erkenntnis".
-- Paul Martin 07:39, 27. Mär 2006 (CEST)
Füge noch einen weiteren Punkt zu meinem Vorschlag hinzu: Da Redirect-Seiten auch über eine Diskussionsseite verfügen, kann ja da, die Problematik ganz kurz zusammengefasst werden. Sollte ein Benutzer diese übersehen und auf "Altertum" umlinken, genügt in der Zusammenfassung ein knapper Verweis bei der Wiederherstellung des sinnvollen Redirects.
- Es ist wie gesagt ja nicht "unsere Definition", an die wir uns sklavisch halten. Es ist eine durchaus übliche Fachterminologie, die uns nicht schmecken muss. Ich könnte wie gesagt mit Griechisch-römisches Altertum leben, empfinde es aber, ich wiederhole mich, unnötig. Besser wäre es m.E., wenn man dies noch einmal explizit in der Einleitung anspricht und dann auch einem Extraabschnitt der Terminologie Altertum/Antike in der deutschsprachigen Forschung einfügt. Fände ich ehrlich gesagt eleganter, als einen zusätzlichen Redirect anzulegen. --Benowar 11:59, 27. Mär 2006 (CEST)
Deine Argumentationslinie kann ich recht gut verstehen:
Ich will dir das an einem anderen Beispiel erläutern. Auch der derzeitige fachterminologische Begriff "Spätantike" schmeckt mir nicht. Dennoch fällt es mir nicht ein, auf WP eine Umbenennung vorzuschlagen. Weil es eben der derzeitige Fachbegriff ist. Ich habe nicht einmal einen anderen in petto. Aber selbst wenn... Es ist nicht an WP zu versuchen andere zu etabliern, sondern jene dazustellen, wie sie sind. (Aber vielleicht eher "ministeriell" als "skavisch" ;-) Kurz: Was ist meine Kritik am genannten Begriff? Er stipuliert eindeutig, dass diese Zeit "dann letztlich eben doch zur Antike gehört", während der angemessene – auch mir noch unbekannte – Begriff zum Ausdruck bringen müsste, dass es hier um eine "Brücken-Epoche" geht. Auf der Brücke, sehe ich vielleicht auch die Mitte des Flusses, bin aber auf der Brücke, also weder auf der einen, noch auf der anderen Seite des Ufers. Zum besseren Überblick, kann ich die Brücke sogar noch weit ins Land hinein bauen, etwa gleich weit auf beiden Seiten. Aber was nützt's. Der Begriff "Spätantike" steht derzeit auf der Speisekarte, und muss derzeit auch so gekaut werden.
Mit "Antike" verhält es sich aber anders. Da gibt es eine eingeführte, verständliche, auch akzeptierte Alternative, die aber den Vorteil hat, allgemeinverständlich zweifelsfrei zu sein.
-- Paul Martin 13:46, 27. Mär 2006 (CEST)
- Wäre auch etwas vermessen, Spätantike nun umzubennen ;-). Der Begriff ist trotz allem neutraler als Dominat. Jede späte Epoche war schließlich eine Übergangszeit - verhält sich mit Spätmittelalter nicht viel anders. Zur Umbenennung: ich wäre davon wie gesagt nicht unbedingt begeistert, da man dies eben auch in der Einleitung ansprichen kann (bzw. schon der Fall ist). Nur um das Lemma "zu reinigen" ist dies m.E. übertrieben. Wir müssen uns nun einmal an den üblichen Fachterminologien orientieren, und griechisch-römisches Altertum wird m.E. nach seltener gebraucht als Antike. Man mag das Bedauern oder nicht, ändert aber nix daran. Einen Sonderweg zu gehen, steht der WP nicht an. Wenn sich hier eine eindeutige Mehrheit finden würde, die dies zudem auf Grundlage der aktuellen Forschung bejaht, könnte ich wie bereits gesagt damit leben. Was beispielsweise der Neue Pauly dazu sagt, entzieht sich momentan meiner Kenntnis. --Benowar 13:59, 27. Mär 2006 (CEST)
Naja, "neutral" eben gar nicht. Spätantike. (Der Mommsensche Begriff des Dominats war – sichtlich – nicht geeignet.) Bei der "Renaissance" z.B. ist man sich doch auch darüber einig, dass diese weder in Gänze zur Neuzeit noch gar zum Mittelalter zu rechnen ist. Sie bereitete die Neuzeit zwar vor, entfaltete sich völlig aber erst während der Neuzeit. Bei der Zeit, sehr, sehr grob Anfang 5. bis Ende 6. Jhdt. ist das sicher nicht gleich. Dennoch fehlt mir hier ein Begriff für die "historische Lupe", die diesen Fluss samt seiner Meandern und Feuchtgebiete, eingehend untersucht, ohne sich wie die "Spätantike", diese Zeit gleich von vorn herein an sich reißt und einverleibt.
Zur der Umbenennung hier: Da es eher semantisches Problem ist – Stichwort: Internationale Isolierung – und es keinerlei neuer "Begriffseinführungen" bedarf, ist das m.E. mehr eine Frage der Entscheidung, als eine Frage neuer, "aktueller Forschungen". Diese Entscheidung brauchen wir aber nicht übers Knie zu brechen – so dringend ist es nun auch wieder nicht – sondern können das durchaus auch noch einige Wochen so stehen lassen. Richtig und wichtig wäre diese Umbenennung meines Erachtens aber schon.
-- Paul Martin 15:04, 27. Mär 2006 (CEST)
- Ich schrieb neutraler, nicht neutral. Ich bin mir den Eigenheiten der Epochen wohl bewusst ;-). Isoliert steht die deutsche Altertumswissenschaft sicherlich nicht dar, auch wenn sie ihre Prägekraft (bezeichnenderweise) nach 1945 eingebüßt hat (im Vergleich zum 19. und frühen 20. Jahrhundert). Die nationalen Traditionen müssen einem ja nicht gefallen - die anglo-amerikanische Altertumsforschung macht gerade den Trend mit, sich in großen Teilen von der traditionellen Internationalisierung zu verabschieden. Man muss nur einmal neuere Publikationen durchgehen und wird sehen, dass teils grundlegende fremdsprachige Titel nicht mehr aufgenommen werden. Ist nicht die Regel, aber die Tendenz ist unverkennbar. Mit dem "über das Knie brechen" sehe ich das auch so. Ansonsten drehen wir uns auch im Kreis, daher kann man ja abwarten, was andere sagen. Gruß --Benowar 15:14, 27. Mär 2006 (CEST)
Lesenswert-Kandidatur Antike (gescheitert)
Ich bin zufällig auf den Artikel gestoßen, und finde, dass er die Auszeichnung als lesenswert verdient hat: Gut geschrieben, informativ, übersichtlich, viele weiterführende Links und Literaturangaben. Es dürfte, soweit ich als Laie das beurteilen kann, nichts wesentliches fehlen. Daher:|
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Symbol support vote.svg Bildherkunft |
Pro
- Contra
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Bildherkunft - was da ist, ist für einen Überblicksartikel schon ganz gut. Aber: eine moderne Darstellung muß die Karthager und Perser einschließen, der Rezeptionsteil ist viel zu kurz, die Quellenlage muß als erstes beschrieben werden und das muß dann auch etwas mehr sein. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 18:06, 10. Apr 2006 (CEST)Contra
- contra zum bereits gesagten kommen formale dinge, wie verlinkte überschriften. nette stilblüte: (erhaltene) antike Autoren --Carroy 21:12, 10. Apr 2006 (CEST)
- Neutral (da stark daran beteiligt) - Karthager und Perser stören mich in diesem Zusammenhang nicht, da im Artikel das griechisch-römische Altertum behandelt wird; auf beide wird im Artikel Altertum eingegangen, zumal auf sie verwiesen wird. Es fehlt aber tatsächlich noch einiges. Weniger im Fließtext (der reicht m.E. allemal als sehr knapper Überblick aus), sondern in den anderen Bereichen Quellen (allerdings sollte dies auch nicht ausarten) und teils auch Rezeption. Ist freilich alles eine Abwägungsfrage. --Benowar 16:00, 11. Apr 2006 (CEST)
- Pro
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Bildherkunft Der Artikel ist ein sehr schöner Übersichtsartikel für einen Laien, der sich rasch informieren will. Für alles weitere sind die Hauptartikel mit Verweisen zu erreichen. Cup of Coffee 20:10, 11. Apr 2006 (CEST)Pro
- noch Contra
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Bildherkunft , aber nur weil die assoziativen Verweise dezimiert (d.h. eingearbeitet oder eliminiert) werden müßten. Der Rest paßt im Großen und Ganzen. -- Matt1971 ♫♪ 13:48, 12. Apr 2006 (CEST)Contra
- neutral - schöner Übersichtsartikel. Beim antiken Rom werden immerhin Plebejer und Patrizier genannt, ähnliches fehlt noch beim antiken Griechenland (Adelige, Handwerker/ Kaufleute, Bauern, Metöken, Sklaven; von Sparta jetzt gar nicht zu reden), oder? -- SemiKondukator 23:38, 14. Apr 2006 (CEST)
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Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Antike und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 24.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).
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