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Der Artikel Barde gehört zur Kategorie: Kelten
Barden waren keltische Dichter und Sänger, die an den Höfen der adligen Oberschicht Lieder und Gesänge vortrugen.
Aufgaben und Musikinstrumente
Das umfangreiche Repertoire umfasste sowohl kriegerische als auch humoristische und rituelle Stücke (z.B. Totengesänge). Instrumente der Barden waren die keltische Leier (altkeltisch wohl "Krotta" genannt) sowie nach antiken Darstellungen die Panflöte (Syrinx), Einzel- und Doppelhornpfeife sowie Knochenflöte, Knochenpfeife und Horn (Aus Horn, Ton oder Bronze) sowie die als "Carnyx" bekannte "Kriegstrompete". Es wurden aus keltischer Zeit auch Schellen, Rasseln, Glöckchen und Klapperbleche gefunden, aber nur eine einzige keltische Trommel. Wenn man den wenigen Bilddarstellungen glauben kann, so war der Barde vor allem ein Solist. Das jeweilige Instrument wurde einzeln gespielt, die Saiteninstrumente begleiteten aber höchstwahrscheinlich den Gesang des Musikers. Aber auch Zusammenspiel von z. B. Syrinx und Hornpfeifen sind bildlich bezeugt.Eine 1988 in der latène-zeitlichen Festung von Paule-Saint-Symphorien in der Bretagne entdeckte Skulptur eines Mannes mit Saiteninstrument stellt wahrscheinlich einen keltischen Barden dar.
Der Berufsstand der Barden war in der Gesellschaft sehr angesehen, starb aber im Zuge der Romanisierung in Gallien aus. Auf den Britischen Inseln konnte er sich noch erheblich länger halten. Die irischen Barden waren den adligen Filidh untergeordnet. Es gab im mittelalterlichen Irland sowohl freie (soerbáird) wie auch unfreie Barden (doebáird).
Nach dem Ende der altkeltischen Kultur und der Einführung des Christentums setzten die Barden ihre Funktion als Hof- und Volksdichter fort, in Irland allerdings zum Teil durch die Filidh-Kaste verdrängt. Aus der Sage bekannte walisische Barden sind z. B. Taliesin, Llailoken und Myrddin.
Weitere keltische Instrumente des Mittelalters
Aus dem christlichen Mittelalter sind weitere Instrumente nachweisbar, so die Cruith (oder Chrotta), verschiedene Formen der Croth oder Harfe (oder "Rotte") wie z. B. die Clairseach (eine hölzerne Variante des Trigonon) und die Telyn (eine walisische 3-Chor-Harfe). Ferner verschiedene Varianten von Flöten wie Doppel- und Dreifachflöte, die Buinne (eine der griech. Aulos verwandte Riedflöte) und eine Form der Blockflöte und die Stoc oder Sturgan', eine Form der Trompete. Andere Quellen erwähnen außerdem Instrumente, die der Oboe und der Kithara geähnelt haben könnten. Im Mittelalter wurde außerdem erstmals der Tinne oder Dudelsack vom Festland eingeführt, der sich in verschiedene Variationen schnell verbreitete und wohl die alten Hornpfeifen und Karnyx in ihrer Funktion ersetzte.
Des Weiteren erwähnenswert ist der Timpan, ein 3-8 saitiges Zupf- und Streichinstrument, das einer Lyra, eventuell sogar einem Banjo geähnelt haben könnte, sowie das rätselhafte und bis heute nicht annähernd erschlossene Instrument, das sich hinter der Bezeichnung bardd cadeiriog verbarg (Eventuell eine große Sitzharfe, der Name wird als "Bardenthron" übersetzt und es war ein Saiteninstrument).
Genres der bardischen Dichtung
Nur anhand mittelalterlicher Sagen kann man noch die Funktionen der bardischen Dichtung nachvollziehen, so gab es neben Lob- und Preisliedern auch Satiren, Zaubergesänge, Helden- und Göttergesänge. Lieder, die historische Taten, mythologische Geschichten und eventuell Sittenlehren wiedergaben, wurden wohl von Druiden und Filidh gesungen.
Daneben wird ein reicher, aber leider größtenteils verschollener Schatz an volkstümlichen Liedern und Trinkliedern angenommen.
Rekonstruktionen altkeltischer Musik
Die Rekonstruktion der altkeltischen Musik ist in vieler Hinsicht erschwert, da weder originäres Liedgut oder gar Partituren erhalten sind, noch genau bekannt ist, wie die antiken und frühmittelalterlichen Instrumente gestimmt wurden. Es gibt jedoch archäologische Funde von Flöten die nach diatonischen Intervallen, dorischen Intervallen oder Pentatonik gestimmt sind. Allgemein nimmt man aufgrund der Funde und Vergleichen mit volkstümlicher Musik der Neuzeit an ,daß pentatonische Melodien das vorherrschende Tonsystem waren.
Anhand von etymologischen Quellen vermutet man unterschiedliche Gesangsarten, vom grollenden "Barditus" (oder Barritus) keltischer und germanischer Kriegslieder bis hin zum vielleicht dem Falsettgesang entsprechenden "Galan" magischer Lieder.
Irisch-mittelalterliche Harfenmusik wurde von Zeitgenossen als sehr schnell und kraftgeladen, von großer Präzision und ausgefeilter Komposition beschrieben. Altertümliche keltische Strukturen weisen außerdem noch die aus Schottland in der Neuzeit überlieferten Waulking Songs auf. Im Alpenraum wird auch das Jodeln mit der keltischen Kultur in Verbindung gebracht.
Eine interessente Interpretation altkeltischer Musik wird z. B. von der Wiener Gruppe Imbraxton betrieben.
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