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Der Artikel Bildung gehört zur Kategorie: Bildung, Tugend
Bildung bezeichnet die Entfaltung oder Entwicklung der Fähigkeiten eines Menschen aus seinen Anlagen, angeregt und gesteuert durch seine Erziehung. Der Begriff Bildung bezeichnet sowohl den Prozess (sich bilden) als auch den Zustand (gebildet sein).
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Bildung ist ein sprachlich, kulturell und historisch bedingter Begriff mit einer sehr komplexen Bedeutung. Eine präzise, oder besser noch einheitliche Definition des Bildungsbegriffs zu finden, erweist sich daher als äußerst schwierige Aufgabe. Je nach Ausrichtung und Interessenlage variieren die Ansichten darüber, was unter „Bildung“ verstanden werden sollte erheblich.„Bildung verweist auf Bild und damit zurück auf die bis in unser Jahrhundert aufgegriffene Genesispassage (1. Buch Mose, 26 f.), nach der Gott den Menschen nach seinem Bilde geschaffen hat. Gleichzeitig ist es diesem Geschöpf verboten, sich ein Bild Gottes zu machen.“ (Meyer-Drawe, 1999, S. 161.)
Der moderne dynamische und ganzheitliche Bildungsbegriff steht für den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen erweitert. Es kann aber keinen perfekten Menschen geben; individuelle Anlagen sowie zeitliche, räumliche und soziale Bedingungen setzen der Verwirklichung eines wie auch immer definierten Bildungs-Ideals Grenzen.
Nach Daniel Goeudevert ist Bildung „ein aktiver, komplexer und nie abgeschlossener Prozess, in dessen glücklichem Verlauf eine selbstständige und selbsttätige, problemlösungsfähige und lebenstüchtige Persönlichkeit entstehen kann“. Bildung kann daher nicht auf Wissen reduziert werden: Wissen ist nicht das Ziel der Bildung, aber sehr wohl ein Hilfsmittel. Darüber hinaus setzt Bildung Urteilsvermögen, Reflexion und kritische Distanz gegenüber dem Informationsangebot voraus; andernfalls handelt es sich eher um Halbbildung.
Eine alternative Definition findet sich bei Kössler: „Bildung ist der Erwerb eines Systems moralisch erwünschter Einstellungen durch die Vermittlung und Aneignung von Wissen derart, dass Menschen im Bezugssystem ihrer geschichtlich-gesellschaftlichen Welt wählend, wertend und stellungnehmend ihren Standort definieren, Persönlichkeitsprofil bekommen und Lebens- und Handlungsorientierung gewinnen. Man kann stattdessen auch sagen, Bildung bewirke Identität...“ (Henning Kössler 1989, S. 56).
Während in unserem Alltagsdenken und -handeln der Bildungsbegriff stark mit Begriffen wie „Belehrung“, „Wissensvermittlung“ etc. verbunden ist, haftet seit Wilhelm von Humboldt in der Theorie und der Programmatik „dem Wort Bildung das Moment der Selbständigkeit, also des Sich-Bildens der Persönlichkeit“ an (Hartmut von Hentig). Nach Humboldt ist Bildung die Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit führen.
Das Wort Bildung selbst ist ein typisch deutsches Wort, es steht in spezifischer Beziehung zu „Erziehung“. Diese in der deutschen Sprache unterschiedlich belegten Begriffe sind im Englischen als „education“ zusammengefasst.
Der Begriff ist ferner abzugrenzen von Begriffen mit denen er umgangssprachlich oft synonym verwendet wird: den Begriffen Wissen, Intellektualität und Kultiviertheit. Der Begriff Bildung schließt allerdings (je nach Interpretation des Bildungsbegriffs in unterschiedlichen Maße) Facetten aller drei Begriffe mit ein. Außerdem besteht eine gewisse Nähe zum Begriff Reife.
Die historische Entwicklung des Bildungsbegriffs
Der Begriff der Bildung erfuhr während seiner Entwicklung mehrmals einen Bedeutungswandel.
Die Anfänge
Obwohl die Antike noch nicht den Begriff Bildung verwendete, waren die Ideen, die diesen Begriff prägen sollten, doch schon präsent. In Platons „Politeia“ finden sich im Rahmen seiner Beschreibung der Erziehung zu einem Philosophenkönig - besonders im Höhlengleichnis - Gedanken zur Bildung, die noch unser heutiges Verständnis prägen. Der deutsche Begriff entstand im Mittelalter, wahrscheinlich als Begriffsschöpfung Meister Eckharts im Rahmen der Imago-Dei-Lehre. Der Begriff ist also theologischen Ursprungs. Bilden wird verstanden als gebildet werden durch Gott, nach dem Abbild Gottes. Die menschliche Seele wird gebildet im Sinne von „nachgebildet“. Bildung ist also ein Prozess, auf den der Einzelne keinen Einfluss hat. Es ist nicht die Aufgabe des Menschen , sich zu bilden. Der Prozess wird von außen an den Menschen herangetragen. Das angestrebte Ziel dieses Prozesses ist in der Schöpfung festgelegt und damit durch Gott bestimmt.
Der Einzug des Begriffs Bildung in die Pädagogik
Angesichts der Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges erhofft sich Comenius eine friedliche Ordnung der Welt daraus, dass Menschen von Kindheit an zu menschlichem Verhalten angeleitet werden. So hält der Begriff Bildung Einzug in die Pädagogik. Das damals verwendete lateinische Wort eruditus – gebildet, aufgeklärt bedeutet etymologisch
Das im 18. Jahrhundert entstehende neue Menschenbild eines aufgeklärten, in wissenschaftlichen Kategorien denkenden und handelnden Menschen formt auch den Begriff der Bildung um. Durch die Auseinandersetzung deutscher Autoren mit Shaftesbury wird der Begriff säkularisiert. Die theologische Bedeutung weicht einer Bedeutung, die sich der platonischen nähert. Der Mensch soll sich nun nicht mehr zum Abbild Gottes entwickeln, sondern das Ziel ist die menschliche Vervollkommnung. Diese Idee findet sich unter anderem bei Pestalozzi (Abendstunde eines Einsiedlers), Herder (Ideen), Schiller und Goethe (Wilhelm Meister). Immanuel Kant präzisiert in seiner Schrift „Über Pädagogik“ die Aufgabe von Bildung wenn er schreibt:
- „Die Pädagogik oder Erziehungslehre ist entweder physisch oder praktisch. [...] Die praktische oder moralische ist diejenige, durch die der Mensch soll gebildet werden, damit er wie ein frei handelndes Wesen leben könne. [...] Sie ist Erziehung zur Persönlichkeit, Erziehung eines frei handelnden Wesens, das sich selbst erhalten, und in der Gesellschaft ein Glied ausmachen, für sich selbst aber einen innern Wert haben kann.“
Die Wende zur Subjektivität
Der deutsche Idealismus wendet den Bildungsbegriff zum Subjektiven. Bildung wird verstanden als Bildung des Geistes, der sich selber schafft. Dieser bei Fichte beschriebene Prozess lässt sich in der Formel fassen: Das Ich als Werk meiner Selbst. Außerdem ist es Fichte, der seinen Bildungsbegriff das erste Mal auf objektives Faktenwissen begründet. Ziel ist wie bei den Denkern der Aufklärung die Genese einer vollkommenen Persönlichkeit. Vollkommen ist die Person, wenn eine Harmonie zwischen „Herz, Geist und Hand“ besteht.Die Programmatische Wende
Humboldt schließlich erhebt Bildung zum Programm. Das Bedürfnis sich zu bilden sei im Inneren des Menschen angelegt und müsse nur geweckt werden. Jedem soll Bildung zugänglich gemacht werden. Diese Forderung mündet leider noch nicht in der Umsetzung „Gleiche Bildung für Alle!“. Humboldt erschafft ein mehrgliedriges Schulsystem, in dem jeder nach seinen Fähigkeiten und nach den Anforderungen, die die Gesellschaft an ihn stellt, gefördert wird. Allerdings geht es beim humboldtischen Bildungsideal nicht um empirisches Wissen, sondern immer noch um die Ausbildung/Vervollkommnung der Persönlichkeit und das Erlangen von Individualität. Dieses „Sich-bilden“ wird nicht betrieben, um ein materielles Ziel zu erreichen, sondern um seiner selbst willen.Bürgerliches Statussymbol und messbares Gut, das am praktischen Leben orientiert sein muss, wird Bildung erst mit der Bürokratisierung, in Form von Gymnasiallehrplänen. Bildung genügt sich nicht mehr allein, sondern soll Nutzen und möglichst auch Gewinn bringen. Damit wird Bildung zum Statussymbol der Gesellschaft und zum sozialen Abgrenzungskriterium. Man gehört entweder dazu, ist gebildet oder eben nicht. So schreibt Friedrich Paulsen 1903:
- „Wenn ich mein Sprachgefühl ganz gewissenhaft erforsche, so finde ich dieses: gebildet ist, wer nicht mit der Hand arbeitet, sich richtig anzuziehen und zu benehmen weiß, und von allen Dingen, von denen in der Gesellschaft die Rede ist, mitreden kann. Ein Zeichen von Bildung ist auch der Gebrauch von Fremdwörtern, das heißt der richtige: wer in der Bedeutung oder der Aussprache fehlgreift, der erweckt gegen seine Bildung ein ungünstiges Vorurteil. Dagegen ist die Bildung so gut wie bewiesen, wenn er fremde Sprachen kann [...]. Damit kommen wir dann auf das letzte und entscheidende Merkmal: gebildet ist, wer eine 'höhere' Schule durchgemacht hat, mindestens bis Untersekunda [10. Klasse. Anmerkung des Verfassers], natürlich mit 'Erfolg'.“(Paulsen, 1903)
- „Und um über den Erfolg, also über den Besitz der Bildung keinen Zweifel bestehen zu lassen, besteht in Deutschland jetzt allgemein die Einrichtung, daß der Schüler beim Abschluss der Untersekunda geprüft und ihm über die Bildung eine Bescheinigung ausgestellt wird.[...] Damit hätten wir denn auch einen von Staats wegen festgesetzten Maßstab der Bildung: es gehört dazu, was in den sechs ersten Jahreskursen der höheren Schulen gelernt wird;[...]“(Paulsen, 1903)
An der Geschichte des Bildungsbegriffs lässt sich verfolgen, dass dieser im Laufe der Zeit nicht eine, sondern mehrere Konnotationen erhalten hat. Angefangen bei der religiösen Bedeutung über die Persönlichkeitsentwicklung bis hin zur Ware Bildung. In heutigen gesellschaftlichen Debatten wird der Bildungsbegriff mit allen diesen Konnotationen zugleich oder in Teilen verwendet, je nachdem, in welchem Kontext die Äußerung steht. Mögliche Kontexte sind zum Beispiel: soziale Abgrenzung, wirtschaftliche Interessen oder politische Ziele. Verallgemeinernd kann eigentlich nur gesagt werden, dass die meisten Definitionen auf den Mündigkeitsaspekt des Begriffs „Bildung“ hinweisen. Zu den Begriffen und Begriffsschöpfungen, die im gemeinten Kontext zur Sprache kommen, gehören Bildungssystem, Bildungsmisere, Allgemeinbildung, Bildungspolitik, bildungsferne Schichten u.a.m. Wie nicht zuletzt die Diskussion um die Pisa-Studie zeigt, werden heute auch die allgemeinbildenden Schulen mit immer größerer Selbstverständlichkeit unter dem Gesichtspunkt der „Optimierung von Lernprozessen im Hinblick auf deren Relevanz für ökonomisch verwertbare Arbeit“ (Ribolits, 13) bewertet.
Lernen, Erziehung, Bildung
Die Fähigkeit des Menschen, lernen zu können, ist die Grundlage für Erziehung und Bildung. Beim Erziehungsprozess werden Kinder und Jugendliche durch die pädagogisch Verantwortlichen (Eltern, Erzieher, Lehrer, Jugendleiter) in die Welt der Erwachsenen eingeführt. Sie lernen dabei Regeln, Normen und Verhalten, aber auch selbständiges Denken und Handeln. Der Weg zum Selbstverstehen führt über das Fremdverstehen, d.h. über das Begreifen und Aneignen der umgebenden Welt.Während Erziehung eher äußere Steuerungsimpulse der Persönlichkeitsentwicklung meint, bezieht sich Bildung wesentlich auf Prozesse und Ergebnisse der individuellen Verarbeitung und Aneignung. Bildung ist im Gegensatz zu Ausbildung bzw. Berufsbildung nicht unmittelbar an ökonomische Zwecke gebunden. Der Erwerb allgemeinbildender Abschlüsse, insbesondere des Abiturs, ist jedoch oft Voraussetzung für den Zugang zu gut bezahlten Berufen. Zum Problem der Konkurrenz von Bildung und Ausbildung äußerte sich Johann Heinrich Pestalozzi folgendermaßen: „Allgemeine Emporbildung der inneren Kräfte der Menschennatur zu reiner Menschenweisheit ist allgemeiner Zweck der Bildung auch der niedrigsten Menschen. Übung, Anwendung und Gebrauch seiner Kraft und Weisheit in den besonderen Lagen und Umständen der Menschheit ist Berufs- und Standesbildung. Diese muss immer dem allgemeinen Zweck der Menschenbildung untergeordnet sein ... Wer nicht Mensch ist, dem fehlt die Grundlage zur Bildung seiner näheren Bestimmung.“ Johann Gottfried von Herders Gedanken ähneln denen von Pestalozzi: „Menschen sind wir eher, als wir Professionisten werden! Von dem, was wir als Menschen wissen und als Jünglinge gelernt haben, kommt unsere schönste Bildung und Brauchbarkeit für uns selbst her, noch ohne zu ängstliche Rücksicht, was der Staat aus uns machen wolle. Ist das Messer gewetzt, so kann man allerlei damit schneiden.“
Da allgemeine Schulpflicht (Deutschland) besteht, werden Bildungsprozesse wenigstens zunächst nicht freiwillig initiiert. Weil in unserer Gesellschaft Wissen verlangt wird, besteht lebenslang ein äußerer Druck, möglichst viele Informationen aufzunehmen. Wissen und Lernen allein ergeben jedoch noch keine Bildung, daher kann auch ein wissensbasierter Bildungskanon nicht mehr sein als ein wichtiges Hilfsmittel der Förderung von Bildung. Friedrich Paulsen äußert sich im enzyklopädischen Handbuch der Pädagogik von 1903 zu diesem Thema folgendermaßen: „Nicht die Masse dessen, was [man] weiß oder gelernt hat macht die Bildung aus, sondern die Kraft und Eigentümlichkeit womit [man] es sich angeeignet hat und zur Auffassung und Beurteilung des ihm Vorliegenden zu verwenden versteht. ... Nicht der Stoff entscheidet über die Bildung, sondern die Form.“
Demnach ist seit langem klar, dass Schulabschlüsse, die hauptsächlich Lernleistungen prämieren, nur bedingt als Bildungsnachweise tauglich sind.
Eine gute Symbolik für die elementaren Aspekte der Bildung, die im schulischen Unterricht fächerübergreifend erlernt werden (sollen), ergibt sich aus einem gleichseitigen Dreieck, da hier jede Seite gleichberechtigt ist. Die drei Seiten stehen dabei symbolhaft für Wissen, Denken und Kommunikationsfähigkeit. Wissen umfasst dabei die Wissensinhalte (deklaratives Wissen), dass Denken hingegen die unterschiedlichen Strategien des Erkenntisgewinns wie Problemlösen, Beschreiben, Erklären, Interpretieren usw. Unter Kommunikationsfähigkeit kann in diesem Zusammenhang die Fähigkeit eines Menschen verstanden werden seine Gedanken, Ideen, Thesen usw. anderen transparent zu machen und umgekehrt sich in die Gedankenwelt anderer aktiv hineinzuversetzen. Ein alternatives Bild würde sich ferner durch einen dreibeinigen Hocker ergeben, bei dem jedes Bein für einen der genannten Aspekte der Bildung steht. Ist ein Bein länger (kürzer) als die anderen beiden Beine, dann wird der Hocker in seinem Schwerpunkt instabil. Diese grundlegenden Aspekte der Bildung konstituieren gleichermaßen die Basis für alle weitergehenden Aspekte der Bildung, wie moralisches Denken und Handeln, Kreativität und künstlerische Fähigkeiten oder instrumentelle Fertigkeiten. In diesem Sinne können diese drei Aspekte als Elementarkompetenzen der Bildung bezeichnet werden.
Frühe Bildung
Zunehmende Bedeutung, auch mit Rückwirkungen auf die Diskussion über schulische Bildung, gewinnt die frühe Bildung von Kindern in den ersten Lebensjahren. Während man noch in den 50er und 60er Jahren vom „dummen ersten Jahr“ sprach und damit die Bildungsunfähigkeit kleiner Kinder beschreiben wollte, ist heute allgemeiner Kenntnisstand, dass Bildung spätestens mit der Geburt beginnt und dann in höchstem Tempo die wesentlichen Voraussetzungen aller späteren Bildungsprozesse gelegt werden. Wichtige Impulse hat dieser Prozess durch die Hirnforschung erfahren sowie durch vergleichende internationale Bildungsstudien (z.B. PISA-Studien) und das schlechte Abschneiden des deutschen Bildungssystems. (siehe auch Vorschule)Kulturelle Bildung
Bildung und soziale Ungleichheit
Im allgemeinen korrelieren in fast allen Gesellschaften sozialer Status und formale Bildung positiv miteinander. Das bedeutet, dass niedrige Bildungsabschlüsse (oder das Fehlen derselben) vor allem in den unteren Bevölkerungsschichten anzutreffen sind. Durch Erwerb von Bildung ist sozialer Aufstieg möglich.Mit „Bildung“ und dem Ausbau des Bildungssystems war in der Vergangenheit häufig die Hoffnung verbunden, soziale Ungleichheiten abzubauen. Dass es sich bei der ersehnten „Chancengleichheit“ um eine Illusion handelt, haben die französischen Soziologen Pierre Bourdieu und Jean-Claude Passeron schon in den 60er Jahren gezeigt. Dabei gibt es nationale Unterschiede. Im internationalen Vergleich bestimmt in Deutschland die soziale Herkunft in besonders hohem Maß den Bildungserfolg. Diverse Schulleistungs-Studien (LAU-Studie, IGLU-Studie, PISA-Studie, AWO-Studie) haben belegt, das Kinder ungebildeter Eltern selbst dann häufig eine geringere Schulformempfehlung bekommen als Kinder von Eltern mit höherer Bildung, wenn die kognitive, die Lese- und Mathematikkompetenz gleich ist. Das Bildungswesen kann unter solchen Voraussetzungen dazu dienen, soziale Ungleichheit zu reproduzieren und zu legitimieren, da das „Versagen“ im Bildungssystem häufig als individuelle Unfähigkeit interpretiert und erlebt wird. In Deutschland sind gegenwärtig in besonderer Weise Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien von Bildungsbenachteiligung betroffen. Darauf reagiert eine Fachdiskussion zu der Frage, was Erfordernisse einer angemessenen Bildungspolitik und Bildungspraxis in der Einwanderungsgesellschaft sind.
Siehe auch: Bildungsparadox, Chancengleichheit, Reproduktion (Bildung), Arbeiterkinder, Bildungsbenachteiligung, DSW-Sozialerhebung
Bildungsziele
Einem eng gefassten Kanon von Bildungszielen stehen der individuelle Charakter jeglicher Bildung, die plurale Verfasstheit menschenrechtlich begründeter Demokratien und das breite kulturelle Spektrum der sich ausbildenden Weltgesellschaft entgegen. Daher sind die unten genannten Ziele nicht als allgemeinverbindliches Bildungsideal aufzufassen, sondern eher als elementare Richtungsweiser. Auch stehen sie in einer gewissen Spannung zur vorherrschenden Funktion des Bildungs- und Ausbildungssystems, auf die Berufstätigkeit vorzubereiten, in der oft ganz andere Fähigkeiten und Einstellungen verlangt werden. Wenn aber die freie Entfaltung der Persönlichkeit, wenn Brüderlichkeit der Menschen untereinander und ein gleiches Recht für alle als Daseinsnormen der menschenwürdigen Existenz zur Geltung gebracht werden sollen, wird man in Erziehung und Bildung die nachstehenden Ziele nicht preisgeben dürfen:- Mannigfache Fähigkeiten der Lebens- und Alltagsbewältigung einschließlich praktischen und für das Arbeitsleben qualifizierenden Könnens sowie der Beherrschung elementarer Kulturtechniken;
- Kreativität und Selbstbeherrschung; Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft
- Toleranz, besonders als Achtung vor der Individualität und Überzeugung des anderen;
- Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitssinn und Fähigkeit zu solidarischem Handeln;
- Aufgeschlossenheit für die Sphären des Wahren, Guten und Schönen;
- Anteilnahme am kulturellen Leben, an Kunst und Musik;
- Gesundheitsbewusstsein und entsprechende Körperpflege;
- selbstbestimmtes Handeln, Urteils- und Kritikfähigkeit, politische Kompetenz;
- Kompromiss- und Friedensfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt, Ehrfurcht vor allem Lebendigen, dessen Teil wir sind.
Der pädagogisch begleitete Bildungsprozess (Klafki)
In Klafkis Sicht zielt Bildung auf die Vermittlung und den Erwerb von drei grundlegenden Zielen:- Selbstbestimmungsfähigkeit
- Mitbestimmungsfähigkeit
- Solidaritätsfähigkeit
Bildung solle in allen Grunddimensionen menschlicher Fähigkeiten vonstattengehen, das bedeutet über kognitive Funktionen hinaus:
- handwerklich-technische Bildung
- Ausbildung zwischenmenschlicher Beziehungsmöglichkeiten
- ästhetische Wahrnehmungs-, Gestaltungs- und Urteilsfähigkeit
- ethische und politische Handlungsfähigkeit.
Im Bildungsprozess seien spezifische Einstellungen und Fähigkeiten zu vermitteln und zu erwerben:
- Kritikbereitschaft und -fähigkeit, einschl. Fähigkeit zur Selbstkritik
- Argumentationsbereitschaft und - fähigkeit
- Empathie
- Fähigkeit zu vernetztem Denken
Fragen zur Bildung
- Wie kann man Bildung messen?
- Wie kann man die Qualität der Schulbildung vergleichen? Siehe hierzu Schulleistungsuntersuchungen, Zentralabitur, ...
- Was hat Lesen mit Bildung zu tun? Siehe hierzu [LINK] Rubrik Lesen und Schule
Investitionen in die Bildung
| Land | % der Bildungsausgaben der gesamten öffentlichen Ausgaben |
|---|---|
| Mexiko | 23,9 |
| Südkorea | 17 |
| Norwegen | 16,1 |
| Dänemark | 15,3 |
| USA | 15,2 |
| Australien | 14,3 |
| Schweden | 13,1 |
| Irland | 13 |
| Finnland | 12,7 |
| Großbritannien | 12,7 |
| Portugal | 12,6 |
| Belgien | 12,5 |
| Österreich | 11,5 |
| Spanien | 11,1 |
| Frankreich | 11 |
| Japan | 10,6 |
| Niederlande | 10,6 |
| Italien | 9,9 |
| Deutschland | 9,8 |
| Tschechien | 9,6 |
| Quelle: OECD 2005, Stand 2002 |
Zitate
- Bildung ist wunderbar. Doch sollte man sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass wirklich Wissenswertes nicht gelehrt werden kann. Oscar Wilde
- Bildung gleich Warten können. Theodor W. Adorno
- Die Vollendung der Bildung, die Gebildetheit des Gebildeten, besteht in Wahrheit darin, daß einer nicht fertig und angekommen ist, sondern offen bleibt für neue Erfahrung und Selbsterfahrung. Günther Buck
- Es ist ein Beweis hoher Bildung, die größten Dinge auf die einfachste Art zu sagen. Ralph Waldo Emerson [1803-1882]; amerik. Philosoph und Schriftsteller
- Gebildet ist, wer Parallelen zu sehen vermag. Dummköpfe sehen immer wieder etwas ganz Neues. Sigmund Graff
- Bildung ist ein durchaus relativer Begriff. Gebildet ist jeder, der das hat, was er für seinen Lebenskreis braucht. Was darüber, das ist vom Übel. Friedrich Hebbel
- Die Festschreibung einiger (notwendigerweise spezieller) Inhalte als »allgemeinbildend« verkehrt den Sinn von Allgemeinbildung. Denn eine inhaltlich kanonisierte »allgemeine Bildung«, die erstrebt wird, um gebildet zu sein und um vor anderen gebildet zu erscheinen, deformiert die Bildung zum Statussymbol, ist ungehemmte Begierde, ist mithin ein Nichts. Georg Wilhelm Friedrich Hegel
- Der wahre Zweck des Menschen – nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welchen die ewig unveränderliche Vernunft ihm vorschreibt – ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. (Wilhelm von Humboldt 1791/92 in: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen).
- Warum dich durch die Außendinge zerstreuen? Nimm dir Zeit, etwas Gutes zu lernen, und höre auf, dich wie im Wirbelwind umhertreiben zu lassen. Mark Aurel
- Bildung ist nicht Wissen, sondern Interesse am Wissen. Hans Margolius
- Ziel heutiger Bildung ist die Akzeptanz des post-fordistischen Legitimationsmusters, daß das Recht der Partizipation an den prinzipiell knappen Früchten der gesellschaftlichen Arbeit nur jenen zusteht, die ihre grundsätzliche Austauschbarkeit akzeptiert haben und, aus diesem Bewußtsein heraus, sich permanent um ihre weitere und bessere Vermarktbarkeit bemühen. Erich Ribolits
- Bilden kann man sich nur selbst. K. Steinmetz
- Es ist von grundlegender Bedeutung, jedes Jahr mehr zu lernen als im Jahr davor. Sir Peter Ustinov
- Es gibt auf Dauer nur eins, was teurer ist als Bildung: keine Bildung. John F. Kennedy
Siehe auch
- Analphabetismus
- Bildung in Deutschland
- Bildung von unten
- Bildungstheorie
- Bildungsmanagement
- Berufsbildung
- Bildungsbürgertum
- Erwachsenen- und Weiterbildung
- Fernunterricht, Fernschule, Fernuniversität
- Habitus
- Humboldtsches Bildungsideal
- Humanismus
- Kindheit, Jugend
- Vernor Muñoz
Literatur
- Armin Bernhard: Bildung. In: Armin Bernhard, Lutz Rothermel (Hrsg.): Handbuch Kritische Pädagogik. Stuttgart 2001, ISBN 3825282147
- Herwig Blankertz: Bildung im Zeitalter der großen Industrie. Hannover 1969
- Georg Bollenbeck: Bildung und Kultur. Glanz und Elend eines deutschen Deutungsmusters. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996 (suhrkamp taschenbuch, 2570)
- Pierre Bourdieu, Jean-Claude Passeron: Die Illusion der Chancengleichheit. Untersuchungen zur Soziologie des Bildungswesens am Beispiel Frankreichs. Klett, Stuttgart 1971
- Günther Buck: Hermeneutik und Bildung. Elemente einer verstehenden Bildungslehre. München: Wilhelm Fink Verlag 1981.
- Anja Durdel: Der Bildungsbegriff als Konstruktion. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2002 (Erziehung-Unterricht-Bildung, 93), ISBN 3-8300-0570-9
- Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte. Hamburg 2001 ISBN 3-548-36448-9
- Herbert Frohnhofen: Bildung im Niemandsland. Die verlorene Einheit in der Wahrheit (pdf)
- Manfred Fuhrmann: Bildung. Europas kulturelle Identität. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-018182-8
- Manfred Fuhrmann: Der europäische Bildungskanon des bürgerlichen Zeitalters. Frankfurt/Main, Leipzig 1999. ISBN 3-458-16978-4
- Daniel Goeudevert: Der Horizont hat Flügel. Die Zukunft der Bildung, München 2001, ISBN 3-548-75086-9
- Hartmut von Hentig: Bildung. Ein Essay. München, Wien 1996
- Hartmut von Hentig: Die überschätzte Schule. Frankfurter Rundschau, 11. Mai 2004 [LINK]
- Heinz-Joachim Heydorn: Über den Widerspruch von Bildung und Herrschaft. 1970 (Band 3 Heydorn-Studienausgabe 2004: ISBN 3-88178-333-4)
- Ulrike Hormel und Albert Scherr: Bildung für die Einwanderungsgesellschaft. Wiesbaden 2004'
- Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 ISBN 359337336X
- Klafki, Wolfgang, Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße und kritisch-konstruktive Didaktik. Beltz, Weinheim/Basel 1996.
- Henning Kössler: Bildung und Identität. In: H. Kössler (Hrsg.): Identität : fünf Vorträge. Erlangen 1989 (Erlanger Forschungen, Reihe B; Bd. 20), S. 51-65
- Rudolf Lennert, Diethelm Michel u.a.: Bildung. In: Theologische Realenzyklopädie 6 (1980), 568-635 - v.a. (Begriffs-)Geschichte
- Kerstin Lück: Evaluationsmethoden der Bildungsforschung. LISUM, 2006, ISBN 3-9810733-0-4
- Friedrich Paulsen: Bildung. In: W. Rein (Hrsg.): Encyclopädisches Handbuch der Pädagogik. 2. Auflage, Langensalza 1903. S. 658-670
- Erich Ribolits: Die Arbeit hoch? Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Post-Fordismus. München und Wien: Profil 1995
- Gerd E. Schäfer (Hrsg.): Bildung beginnt mit der Geburt, Weinheim, Basel, Berlin, 2003, ISBN 3-407-56226-8
- Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles was man wissen muß Frankfurt/Main 1999, ISBN 3-82-180818-7
- Dörpinghaus, Andreas; Poenitsch, Andreas; Wigger, Lothar (2006): Einführung in die Theorie der Bildung, Darmstadt, ISBN 3-534-17519-0
- Udo Tworuschka (Hg.): Religion und Bildung als historische Forschungsfelder. FS für Michael Klöcker zum 60. Geburtstag, Böhlau, Köln-Weimar-Wien 2003
Populärwissenschaftliche Literatur
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung. Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8,http://waidfeld.de.tk/index...
Weblinks
- „Soziale Herkunft und Bildungschancen“: IABInfoSpezial mit Veröffentlichungen, Forschungsprojekten, Institutionen und weiterführenden Links
- Wie wäre es, gebildet zu sein? (pdf) Festrede von Prof. Dr. Peter Bieri
- Nationale & internationale Bildungsportale / Bildungsserver
- Fachportal Pädagogik
- OFFENSIVE:BILDUNG der IG BCE
- Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung in Berlin
- Das schweizerische Bildungssystem
- Das österreichische Bildungssystem
- AK Bildungsperspektiven: Alternative Bildungsvorstellungen
- Deutscher Bildungsserver, Glossar für das Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland
- BildungsSPIEGEL: Fachportal für Aus- und Weiterbildung
- bildungsbericht.de
- Bildungsportal Schweiz
- Bildungssystem der Schweiz und PISA-Ergebnisse
- aktuelle Informationen über Bildung, Kultur, Kunst, Schule, Universitäten, Fachhochschulen, Akademien, Bildungspolitik, Berufe, Weiterbildung, Seminare, Erziehung, Pädagogik und Messen
- Aufsätze über Bildung des Schweizer Pädagogen Dr.Arthur Brühlmeier
ast:Educación simple:Education
Diskussion der Autoren über den Artikel: Bildung
Hallo, hat denn die aktuelle Bildungsdebatte (Scherr, Thöle etc.) Platz in dem Artikel? (Barbara Grill)
- Sicherlich - Sei mutig--Ot 16:10, 24. Feb 2006 (CET)
Erste Lobby oder offenes Foyer
@Disko: Ausgeführt ! ;-) - war einige Zeit nicht hier... --Christoph Samsen 21:12, 14. Jan 2006 (CET)@ Christoph: Vielleicht ans Ende von "Lernen, Erziehung, Bildung", da passt es ganz gut hin, finde ich. Disko 22:35, 23. Dez 2005 (CET)
Anfrage an Aineias: - Was hat dich an dem Link gestört ??? War ein Link zum niedersächsichschen Bildungsserver Nibis, der vom Kultusministerium betrieben wird. Selbst wenn die von mir gemachte Aussage dazu hätte anders formuliert werden können, fand ich ihn als Quellennachweis ganz hilfreich. Und das es nun gerade die Biologie war, ist Zufall, da ich bisher keine Fächerübergreifenden Bildungsstandarts zum verlinken gefunden habe. Wenn jemand einen solchen Link kennt, fände ich ihn ganz hilfreich.
@ Disko. Wohin sollten wir deiner Meinung nach die "Elementarkompetenzen" verschieben? --Christoph Samsen 10:23, 23. Dez 2005 (CET)
Hallo Christoph, ich denke wir sind uns weitgehend einig (ich will auch keinen Artikel über "Bildung" ohne "Schule" - aber ich will die Gleichsetzung nicht. Disko 17:51, 19. Dez 2005 (CET)
Hallo Disko! OK, da stimme ich dir zu. Evt. sollten wir das Ganze verschieben und anders formatieren(Absatz, Einschub oder sowas), damit klar wird, dass es hier um Bildung im schulisch institutionaliesierten Sinne geht. Da die allgemeinbildende Schule aber wohl die bedeutenste Bildungsinstitution (verpflichtend für alle etc.) im deutschsprachigen Raum ist, sollte hierfür kein eigener Begriff in der Wikipedia gebildet werden - oder??? Denn der schulische Bildungsauftrag hat ja eine "grundlegende Allgemeinbildung" zum Ziel, auf der dann eine individuelle weiterentwicklung stattfinden kann. (mal von der Diskussion zwischen Anspruch u. Wirklichkeit ganz abgesehen.)Das Bildung und Unterricht identisch sind, hatte ich nie behauptet, aber kennst du ein Beispiel bei dem sich jemand - wie auch immer - bildet, ohne dabei auf die erwähnten (drei) "Elementarkompetenzen" zurückzugreifen. Man kann nicht, nicht kommunizieren und unser Gehirn lernt immer irgend etwas, solange unser Bewusstein funktioniert (sogar dann noch, wenn das Bewusstsein -wie auch immer - "ausgefallen" ist, kann unser Gehirn noch lernen... aber das ist eine andere Diskussion)Solange das aber bewusst stattfindet, "denken" wir und dieses Denken besitzt immer irgend welche Inhalte "Wissen" - sonst könnten wir nicht denken. Dieses Denken verläuft auch nicht Zufällig, sondern nach bestimmten Strategien - bewusst oder unbewusst. Die Frage, an welchem Ort oder in welcher Institution (Schule, Verein, Nachhilfe etc.) die Weiterentwicklung dieser "Elementarkompetenzen" stattfindet ist eine andere und welche Qualitäten das hier annehmen kann (auch auf dem Fußballplatz wird kommuniziert) ist ebenfalls von anderer Natur.
--Christoph Samsen 10:50, 18. Dez 2005 (CET)
Hallo "82.83.193.21" (schöner Name übrigens), meine Bedenken werden durch deine Einwände nur deutlicher: In der Einleitung des Artikels geht es um "Bildung" - und bei aller Wertschätzung von Schule und anderer formeller Bildung - Bildung ist nicht mit "Unterricht" identisch. Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass diese Darstellung im weiteren Verlauf des Artikels erscheint; aber Bildung ist mehr und anderes. Ist dir z.B. die Unterscheidung in formelle, informelle und nonformale Bildung geläufig? (schau z.B. mal hier nach http://cgi.dji.de/cgi-bin/i... Insofern wünsche ich mir den Beitrag so breit, wie der Bildungsbegriff nun einmal ist. Disko 23:41, 16. Dez 2005 (CET)
Hallo Disko! Zitat:"mir gefällt nicht, dass wir mit dem Dreieck und den sog. "elementaren Aspekten von Bildung" bei EINEM speziellen Modell sind, das m.E. aus didaktischen Überlegungen kommt." Entspricht den derzeitigen Formulierungen/Definitionen der Kultusministerkonferenz und sämtlicher Länderverordnungen. Daher glaube ich schon das es eine gewisse Relevanz besitzt.
Zitat:"Aber warum das Dreieck oder der Hocker nun an so prominenter Stelle stehen soll, erschließt sich mir überhaupt nicht." Ich habe es an dies Stelle gesetzt, weil ja in diesem Teil des Artikels versucht wird eine Definition von Bildung zu geben. Das Modell soll diese Definition bzw. die Kernpunkte einer solchen Definition visualiesieren, um sie transparenter und vor allem einprägsamer zu machen. (Wohl wissend das Modelle immer verkürzen, aber da wir ohnehin immer in Modelle denken und das derzeit gängige im deutschsprachigen Raum "Bildung=Wissen" lautet, halte ich es für hilfreich eine konstruktive Alternative anzubieten.)
Zitat:"Vermutlich könnte man beliebig viele andere Modelle zitieren." Nenn eines...???
(sorry, war nicht angemeldet...) --Christoph Samsen 10:50, 18. Dez 2005 (CET)
Hallo Christoph Samsen, mir gefällt nicht, dass wir mit dem Dreieck und den sog. "elementaren Aspekten von Bildung" bei EINEM speziellen Modell sind, das m.E. aus didaktischen Überlegungen kommt. Vermutlich könnte man beliebig viele andere Modelle zitieren. Ich findes dies weder besonders erhellend, aber sicher auch nicht abwegig. Aber warum das Dreieck oder der Hocker nun an so prominenter Stelle stehen soll, erschließt sich mir überhaupt nicht. Das gibt einen erheblichen Bruch im gesamten Artikel, der mir nicht gefällt. Gruß Disko 23:08, 15. Dez 2005 (CET)
Kritik an Elementarkompetenzen der Bildung Habe von anderer Stelle eine berechtigte Kritik zu der "Dreiecksymbolik" erhalten. Im Prinzip beruhen auch Wissen und Kommunikation auf "Denkprozessen" und gehören somit einer übergeordneten Ebene an. Wer die von mir bereis verlinkten Bildungsstandarts liest wird festellen, dass diese neben den drei von mir erwähnten Aspekten auch noch "Erkenntnisgewinnung" und "Bewerten" beinhalten. Diese hatte ich in meiner Symbolik erst mal auf eine Metaebene ("auf den Hocker") verschoben - sind aber im Grunde genau so bedeutsam wie die anderen. Somit sind Dreieck und Hocker also nicht mehr als gute Symbole zu gebrauchen, aber eine alternative Idee habe ich auch noch nicht. Eine passende Symbolik sollte einerseits die Hierachie der einzelnen Elemente wiedergeben können und doch ausdrücken, dass alle Teile gleichberechtig (z.B. für den schulischen Unterrichtsprozess) sind, damit dieses Bild die übliche formelhafte Vorstellung von "Bildung = Wissen" ersetzen kann. Hat jemand eine kreative Idee ???
--Christoph Samsen 16:16, 15. Dez 2005 (CET)
Elementarkompetenzen der Bildung Ich habe mal das Konzept der Elementarkompetenzen eingefügt. Bin für Anregungen und konstruktive Kritiken dankbar.
--Christoph Samsen 19:37, 30. Nov 2005 (CET)
Bildungsziele: Bei der Aufzählung der Bildungsziele finde ich den Satz: "Aufgeschlossenheit für die Sphären des Wahren, Guten und Schönen" äußerst schwammig. Er scheint irgendwie alles abzudecken ohne echt Klarheit zu bringen. Was ist hier genau mit gemeint ?
Auch vermisse ich einen naturwissenschaftlichen Aspekt: Nämlich Seine (umgebende) Welt zu verstehen, sich selber zu verstehen und sich im Kontext oder Austausch mit der (umgebenden) Welt zu verstehen.
Folgende Zitate können mein Anliegen evt. noch besser verdeutlichen:
- Bildung bedeutet Ordnung in sein Verhältnis zur Welt zu bringen - "Bildung ist der Erwerb eines Systems moralisch erwünschter Einstellungen durch die Vermittlung und Aneignun von Wissen derart, dass Menschen im Bezugssystem ihrer geschichtlich-gesellschaftlichen Welt wählend, wertend und stellungnehmend ihren Standort definieren, Persönlichkeitsprofil bekommen und Lebens- und Handlungsorientierung gewinnen. Man kann auch Sagen, Bildung bewirke Identität." (Kössler 1989, s. 56 - in Spörhase-Eichmann, Ruppert (Hrsg.)2004, S.29)
In diesem Sinne würde ich das Bildungsziel: "Förderung des Selbstverstehens durch Fremdverstehen" (Spörhase-Eichmann, Ruppert (Hrsg.)2004, S.29) gerne ergänzen.
--Christoph Samsen 10:13, 14. Mai 2005 (CEST)
Bei der Aufzählung der Bildungsbereiche gefällt mir das Wort "seelisch" nicht. Mal abgesehen davon, dass noch nie jemand das Vorhandensein einer Seele beweisen konnte, habe ich noch nie gehört, dass man seine Seele bilden kann . Ich ändere den Artikel etwas ab und erweitere durch soziale Kompetenzen, Lernen, und Erziehung. --Günnie 11:14, 1. Mär 2005 (CET)
Diese Texte macht zumindest einen Hintergrund der vielbeklagten Bildungsmisere deutlich; bezeichnender Weise kommt das Wort lernen kein einziges Mal darin vor. Ohne Lernen gibt es aber keine Bildung! Montanesko.
-> Hierzu kann ich den interessanten, wenn auch nicht sehr leichten Text von Ulla Bracht "Lernen" im "Handbuch kritische Pdagogik" von Bernhard/Rothermel (Hrsg.) empfehlen (hier sind die genauen Daten zu dem Buch). --80.12951.90 14:49, 5. Dez 2004 (CET)
Daniel Goeudevert
Die Definition von Bildung als Prozess, an dessen Ende Selbstbestimmung stehen soll ist ja korrekt. Jedoch sich in diesem Zusammenhang auf Daniel Goeudevert zu beziehen finde ich recht merkwürdig. Da dieser nur das wiederholt, was tatsächliche Bildungsexperten wie Heinz J. Heydorn, Wolfgang Klafki, Paolo Freire uvm. lang und ausgiebig begründen. Dieses tun sie vor allem aus einer gänzlich entgegengesetzten Richtung, als die wie sie Daniel Goeudevert über lange Jahre als Verwerter/Manager von Humankapital praktiziert hat.
Bildungsbegriff
Ich vermisse in dem Artikel die vieldeutigkeit des Bildungsbegriffs. Das die Zuschreibung von Bildung zu einer Person zum Beispiel etwas mit sozialer Abgrenzung bestimmter Gruppen zu tun hat, oder das der Bildungsbegriff instrumentalisiert wird. Auch fehlt noch eine Begriffsgeschichte: Vom gebildet weden durch Gott zum sich selber Bilden. (Siehe Hist. Wörterbuch der Philosophie.) Ist es erwünscht den Artikel in diese Richtung zu erweitern?
Gruß
--WhiteHotaru 2005-05-19 15:52:30
Frühe Bildung
Ist die relativierende Einfügung von 212.51.27.66 zur Bewertung von PISA an dieser Stelle sinnvoll? Die Information gehört zu PISA. Hier, unter frühe Bildung, ist mit dem Bezug zu PISA nur ausgesagt, dass die Diskussion um die PISA-Ergebnisse auch Diskussion um die frühe Bildung beeinflusst hat. Das ist unzweifelhaft richtig - und die Einfügung erscheint mir überflüssig.GrußDisko 10:34, 23. Jun 2005 (CEST)
Historischer Abriss
Wie schon angekündigt ist nun der historische Abriss online. Kritik bitte an mich :o). Ich habe ausserdem das Literaturverzeichnis auf den Wikikonformen Stil gebracht und vereinheitlicht.Gruß
--WhiteHotaru 19:43, 11. Jul 2005 (CEST)
Zum Literaturhinweis A.E. Adrogans: Marc Aurel als Kompassnadel – Lebenskunst in der Weltgesellschaft.
Die Wikipedia hat den Vorzug fortlaufender Aktualisierbarkeit und sollte auf Aktualität als eine ihrer wichtigen Stärken setzen. Diesbezüglich hat die in Rede stehende Abhandlung neben ihrer interdisziplinären fachlichen und argumentativen Qualität offensichtlich ein zusätzliches Plus im Vergleich zu anderer relevanter Literatur. Sie bereichert also das Spektrum.Relevanz von Werk und Verfasser in keinster Weise ersichtlich, siehe Diskussion:Ethik. --Markus Mueller 12:25, 18. Sep 2005 (CEST)
@ Finanzer Und was ist nun gegen den Link zum Fachportal Pädagogik zu sagen? Ich finde, du solltest deine Begründung etwas informativer gestalten oder das hier auf der Diskussionsseite diskutieren. Deine Anmerkung "(Änderungen von Benutzer:194.95.140.4 rückgängig gemacht und letzte Version von Benutzer:Markus Mueller wiederhergestellt)" macht mir den Grund deiner Änderung nicht klar. Disko 23:13, 20. Sep 2005 (CEST)
Exzellenz-Diskussion
Beginn der Kandidatur: 09.03.2006 Eingestellt von 213.47.204.246, nach unten verschoben --Fb78 Fb78 17:46, 10. Mär 2006 (CET)
- Contra
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Bildherkunft Armes Artikelchen. Kaum mehr als Haut und Knochen. Herder und Göthe im Nebensatz erwähnt. Und das im Land des Bildungsbürgertums... Sorry, wenn das hart klingt, aber die Maßstäbe für exzellente Artikel sind sehr hoch. Ein Artikel über ein solches Thema, das ja wirklich Bibliotheken füllt, muss Maßstäbe setzen, nicht bloß pädagogisches Grundwissen referieren. --Fb78 Fb78 17:46, 10. Mär 2006 (CET)Contra
- Contra
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Bildherkunft - immerhin kein Artikel zum Schwanitz-Unsinn. Kenwilliams QS - Mach mit! 11:56, 11. Mär 2006 (CET)Contra
- contra - noch in einem ganz frühen Stadium, der Artikel. --Markus Mueller 06:53, 27. Mär 2006 (CEST)
lateinischer oder deutscher Satz?
Einem eng gefassten Kanon von Bildungszielen stehen der individuelle Charakter jeglicher Bildung, die plurale Verfasstheit menschenrechtlich begründeter Demokratien und das breite kulturelle Spektrum der sich ausbildenden Weltgesellschaft entgegen. Was soll das heißen? Wollte der Autor mit seinem Vokabular angeben oder ist das seine Standartsprache? Es wäre schön wenn nicht nur Sprachwissenschaftler den Text begreifen könnten.
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Bildung und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 24.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


