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Der Artikel Bistum Münster gehört zur Kategorie: Römisch-katholisches Bistum (Deutschland), Körperschaft des öffentlichen Rechts (kirchenrechtlich), Münster (Westfalen)
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| Basisdaten | |||
| Bischof: | Dr. Reinhard Lettmann (seit 1980) | ||
| Weihbischöfe: | Heinrich Janssen Friedrich Ostermann Prof. Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst Heinrich Timmerevers Dr. Josef Voss Alfons Demming (emeritiert) Dr. Max Georg von Twickel (emeritiert) | ||
| Generalvikar: | Norbert Kleyboldt | ||
| Personaldezernent: | Theodor Buckstegen | ||
| Kirchenprovinz: | Köln | ||
| Kreisdekanate: | 7 | ||
| Pfarreien: | 682 | ||
| Fläche: | 15.268 km² | ||
| Einwohner: | 4.311.000 (31. Dezember 2004) | ||
| Katholiken: | 2.042.000 (31. Dezember 2005) | ||
| Anteil: | 47,4 % | ||
| Anschrift: | Domplatz 27 48143 Münster | ||
| Website: | www.bistummuenster.de | ||
| E-Mail-Adresse: | pressestelle@bistum-muenster.de | ||
Das Bistum Münster (lat. Dioecesis Monasteriensis) ist eine flächenmäßig nicht zusammenhängende Diözese in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Es ist als Suffraganbistum dem Erzbistum Köln untergeordnet.
Gebiet
Das Bistum Münster umfasst
- in Westfalen die kreisfreien Städte Münster sowie Hamm nördlich der Lippe, die Kreise Borken, Coesfeld, Recklinghausen (einschließlich der ehemals eigenständigen Gemeinden Kirchhellen und Henrichenburg, jedoch ohne die Stadt Gladbeck), Steinfurt und Warendorf, den nördlich der Lippe gelegenen Teil des Kreises Unna (Städte Selm, Werne, nördliches Lünen) und aus dem Kreis Gütersloh die Gemeinde Harsewinkel und die Ortschaften Benteler (Ortsteil von Langenberg) und Bad Waldliesborn (zu Lippstadt gehörig),
- am Niederrhein die Kreise Kleve (einschließlich des Ortsteils Tönisberg der Stadt Kempen) und Wesel (einschließlich der linksrheinischen Stadtteile Duisburgs).
- in Niedersachsen die kreisfreien Städte Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven sowie die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Friesland, Oldenburg (einschließlich der Einheitsgemeinde Stuhr, jedoch ohne die Samtgemeinde Harpstedt), Vechta, jedoch ohne den Gemeindeteil Vörden der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden und Wesermarsch (einschließlich Dedesdorf, Gemeinde Loxstedt).
Mit dem Bischöflichen Stuhl von Münster war bis 1803 auch eine weltliche Herrschaft verbunden, das Fürstbistum Münster. Es teilte sich in das Oberstift, das etwa dem heutigen Münsterland entsprach, und das Niederstift, das dem heutigen Oldenburger Münsterland sowie dem heutigen Landkreis Emsland entsprach. Dabei war das Gebiet des weltlichen Bistums bis 1666 größer als das des geistlichen, da das Niederstift kirchlich zum Bistum Osnabrück gehörte.
Seit 1815 gehört der heutige Landkreis Emsland wieder zum Bistum Osnabrück, während das Oldenburger Münsterland Teil des Bistums Münster blieb.
Geschichte
Für das mittelalterliche und frühneuzeitliche Münster in Westfalen lassen sich zwei Entwicklungen, das Bistum und die Stadt betreffend, festhalten.
Das durch Ludgerus, auch Liudger genannte, geordnete und von Karl dem Großen begründete Bistum blieb zunächst in der Verfügung der liudgeridischen, mit Werden verbundenen Bischöfe Gerfrid (809-839) und Altfrid (839-849). Der Ausbildung einer umfassenden Pfarrorganisation bis zum 10. Jahrhundert standen adlige und königliche (Frauen-)Stifte wie das in Freckenhorst, gegründet um 856, gegenüber. Das Hochmittelalter sah die münsterischen Bischöfe weitgehend auf der Seite des deutschen Königtums.
Münster ist in den Wirren des Investiturstreits (1075-1122) Opfer eines Angriffs des sächsischen Herzogs (und späteren Königs) Lothar von Supplinburg (1106-1137) geworden (1121).
Im späteren Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden die Bischöfe zu Landesherren eines Territoriums zwischen Ems und Hünte, des (Hoch- und Nieder-) Stifts Münster, das auch die Grafschaft Ravensberg umfasste und mit der Unterordnung des stiftischen Adels und der Ausbildung der drei Landstände von Domkapitel, Rittern und Städten zunehmend fester organisiert war.
Erschütterungen blieben dennoch nicht aus, wie die Münsterische Stiftsfehde (1450-1458), bei der sich zwei Kandidaten und deren Parteien im Kampf um den Bischofsstuhl gegenüber standen, die Einführung der Reformation (1524) oder das Täuferreich von Münster (1533/1534-1535) zeigen.
In der frühen Neuzeit, nach Reformation und Gegenreformation, nach Dreißigjährigem Krieg (1618-1648) und Westfälischem Frieden (1648), ist der Bischofssitz Münster als Haupt-, Festungs- und Garnisonsstadt Zentrum eines Fürstbistums, eines katholischen Konfessionsstaates der absolutistisch regierenden Fürstbischöfe, u.a. eines Christoph Bernhard von Galen (1650-1678) oder eines Ferdinand II. von Fürstenberg (1678-1683).
Französische Revolution (1789) und Reichsdeputationshauptschluss (1803) beendeten dann die Existenz des bischöflichen Staates.
Siehe auch: Liste der Bischöfe von Münster
St.-Paulus-Dom
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Der St. Paulus-Dom in Münster Bildherkunft |
Die Mutterkirche ist der St.-Paulus-Dom im Herzen Münsters. Er ist bereits der dritte Dom an dieser Stelle. 1225 war die Grundsteinlegung für den heutigen Dom, welcher 1264 geweiht werden konnte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er stark zerstört, besonders betroffen war das ehemalige Hauptportal, welches nicht wieder aufgebaut wurde, sondern durch eine neue Wand mit runden in einem Kreis angeordnete Fenster ersetzt wurde. Die Weihe für den wiederaufgebauten Dom fand 1956 statt. Alle wichtigen Gottesdienste (z.B. Priesterweihen) finden in dem Dom statt. 1987 betete Johannes Paul II. an dem Grab des ehemaligen Bischofs von Münster Clemens August Kardinal von Galen. Von Galen liegt in der Ludgerus-Kapelle des Doms begraben und ist Anlaufstelle für viele Gläubige.
Bistumsgliederung
Das Bistum Münster gliedert sich in 7 Kreisdekanate und ein Stadtdekanat in NRW, sowie das bischöfliche Offizialat Vechta in Niedersachsen (entspricht in etwa dem ehemaligen Freistaat Oldenburg).
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Kirchliche Einrichtungen
Bistumsarchiv
Georgskommende 1948143 Münster
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Büchereiarbeit
Die Büchereien im Bistum Münster stehen allen offen - unabhängig von Alter, Nationalität oder Konfession.
Im Bistum Münster gibt es zurzeit (Stand: 31. Dezember 2004) etwa 500 Büchereien:
- Katholische Öffentliche Büchereien in den Pfarrgemeinden,
- Katholische Büchereien in Krankenhäusern,
- Katholische Büchereien in Altenheimen und Heimen.
Hier halten über 5.300 zumeist ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein breitgefächertes Angebot bereit:
- 2,3 Mio. Medien - vom Buch bis hin zur DVD,
- 6.000 Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene,
- Zeit und ein angenehmes Umfeld für Gespräche über Literatur und andere Themen.
Informationen:
Bischöfliches Generalvikariat Münster
Gruppe Buch und Büchereien
Fachstelle für Katholische Öffentliche Büchereien
http://www.bistummuenster.d...
Wallfahrtsstätten
- Glorreiche Jungfrau in Warendorf
- Grab des Heiligen Viktors und Gefährten (St. Viktor-Dom in Xanten)
- Heilige Ida (Herzfeld, ältester Wallfahrtsort Westfalens)
- Heiliger Arnold Janssen (Maria Magdalena-Kirche in Goch)
- Heiliges Kreuz in der Lambertikirche zu Coesfeld
- Heiliges Kreuz zu Bocholt
- Heiliges Kreuz zu Freckenhorst
- Heiliges Kreuz zu Kranenburg
- Heiliges Kreuz zu Stromberg (Oelde)
- Heiliger Ludgerus (Sterbeort Billerbeck)
- Heiliger Victor und Gefährten Xantener Dom
- Mutter Anna und Hl. Kreuz (Haltern)
- Mutter Anna (Südlohne/Oldenburger Münsterland)
- Mutter Anna (Kapelle in Breischen b. Hopsten)
- Muttergottes vom Himmelreich (Eggerode)
- Consolatrix Afflictorum (Trösterin der Betrübten) in Kevelaer; größter Wallfahrtsort Nordwesteuropas
- Mutter Gottes (St. Mariä Himmelfahrt in Marienbaum)
- Mutter Gottes (Vinnenberg)
- Schmerzhafte Mutter (Aengenesch)
- Schmerzhafte Mutter (Bethen; nördlichster Marienwallfahrtsort Europas
- Schmerzhafte Mutter (Telgte)
- Selige Anna Katharina Emmerick (Grab in Dülmen Hl. Kreuz; Geburtshaus in Coesfeld-Flamschen)
- Selige Schwester M. Euthymia (Grab auf dem Zentralfriedhof in Münster)
- Seliger Karl Leisner (Grab im Xantener Dom)
- Seliger Kardinal Clemens August Graf von Galen
Schließungen von Kirchen
Dramatisch rückläufige Kirchensteuermittel und Katholikenzahlen sowie Priestermangel zwingen dazu, nicht nur Pfarreien zu fusionieren, sondern auch Kirchen zu schließen. Die Gebäude werden für andere kirchliche Zwecke genutzt, evtl. auch als Wohnraum umgebaut, an andere christliche Glaubensgemeinschaften abgetreten oder abgerissen.
Ob sich diese Situation wieder verändern wird - für 2007 rechnet das Bistum Münster erstmals seit längerem mit einem Anstieg der Kirchensteuereinnahmen um etwa 10% - muss die Zukunft zeigen.
Siehe auch: Kirchensterben
Literatur
- Arnold Angenendt (Hg.): Geschichte des Bistums Münster. 5 Bände. [Bisher 4 erschienen.] Münster: Dialog 1998ff. ISBN 3-933144-06-X, ISBN 3-933144-08-6, ISBN 3-933144-09-4, ISBN 3-933144-10-8.
- Wilhelm Damberg, Gisela Muschiol: Das Bistum Münster. Eine illustrierte Geschichte 805 - 2005. Aschendorff, Münster 2005, ISBN 3-402-03414-X
- Johannes Loy, Jürgen Peperhowe: Feste des Glaubens 2005. Münster - Köln - Rom. Bistumsjubiläum - Papstwahl - Weltjugendtag - Seligsprechung. Münster: Aschendorff 2005, ISBN 3-402-00407-0
- Dorothea Sattler: Gedenken und gestalten? 1200 Jahre Bistum Münster. Münster: Aschendorff. ISBN 3-402-00213-2
- Werner Thissen (Hg.): Das Bistum Münster. 3 Bände. Münster: Regensberg 1993. ISBN 3-7923-0646-8.
Weblinks
Diskussion der Autoren über den Artikel: Bistum Münster
Kann mir mal jemand erklären, warum das Oldenburger Münsterland heute noch (die Geschichte ist mir durchaus klar) zum Bistum Münster gehört und man nicht bei der Umgestaltung der norddeutschen Region durch Schaffung des Erzbistums und der Kirchenprovinz Hamburg 1995 auch diesen Anachronismus beseitigt hat? --172.179.100.31 01:41, 3. Apr 2005 (CEST)
- Wenn ich mich recht erinnere: Das OM blieb bei Münster, da es, im Gegensatz zum restlichen Norddeutschland, eine überwiegend katholische Gegend ist. Man wollte die Bistümer möglichst homogen halten und keines haben, in dem sich sowohl überwiegend katholische als auch protestantische Gegenden befinden...aber ohne Gewähr--Gnu1742 14:39, 21. Apr 2005 (CEST)
„Die Gebäude werden als Wohnraum umgebaut, an andere Glaubengemeinschaften abgetreten oder abgerissen.” Ich nahm bisher an un meine, dies auch gelesen zu haben, dass katholische Kirchen - im Gegensatz zu Evagelischen - nicht abgerissen werden dürfen. Was ist richtig? --195.145.160.199 10:54, 4. Jul 2005 (CEST)
Ein Abriß kommt als "ultima ratio" durchaus in Frage, wie die münstersche Bistumszeitung "Kirche + Leben" in ihrer Ausgabe vom 8. Januar 2006 noch einmal beschrieben hat. Danach ist eine Umnutzung für andere kirchliche Zwecke (wie z.B. bei der münsterschen Bonifatiouskirche, die inzwischen Sitz des dialog-Verlags ist, der die Bistumszeitung herausgibt) möglich oder auch die Abgabe an andere christliche Konfessionen. Allerdings ist eine Abgabe an andere - nichtchristliche - Glaubensgemeinschaften ausgeschlossen. Wenn die beschriebenen Verwendungszwecke nicht möglich sind, kann auch abgerissen werden. --Brodesser 12:40, 8. Jan 2006 (CET)
Link zu "Ostermann" gelöscht. Der Link lief zu Prof. Ostermann, welcher kürzlich verstarb. Der Bischof lebt!
Geschichte
Die Geschichte des Bistums Münster endet also mit dem Ende des Hochstifts Münster 1803?Hier ist offenbar der Unterschied zwichen dem geistlichen Staat und der kirchlichen Diözese übersehen worden. Wer ist Kenner und schreibt weiter? Peter Gerloff, 26.05.06



