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Blüte

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Der Artikel Blüte gehört zur Kategorie: Blüte
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Nahaufnahme einer Blüte
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Schematische Darstellung einer perigynen Blüte mit oberständigem Fruchtknoten:
1. Blütenboden/Hypanthium
2. Kelchblätter
3. Kronblätter
4. Staubblätter
5. Fruchtblatt oder -blätter
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Schema einer Kamelienblüte:
Fr: Fruchtblatt mit e: Eizelle, fk: Fruchtknoten, g: Griffel, n: Narbe, m: Membran
Kr: Kronblätter
Ke: Kelchblätter
St: Staubblatt mit, a: Anthere, fil: Staubfaden]]
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Längsschnitt der Blüten von Birne (links; epigyn, Fruchtknoten unterständig), Kirsche (Mitte; perigyn, mit Hypanthium, Fruchtknoten oberständig) und Hornkraut (rechts; hypogyn, Fruchtknoten oberständig). Aus Wossidlo, P.: Leitfaden der Botanik, Berlin 1904.
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Oxalis acetosella,
5 grüne Kelchblätter,
5 weiße Kronblätter,
2x5 Staubblätter,
5 Fruchtblätter

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Lilienblüte: Perigon, Staubblätter, oberständiger Fruchtknoten (leicht verdeckt) und Griffel mit Narbe.
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Die Blüte (lat. flos) einer Pflanze ist ein Spross mit begrenztem Wachstum (Kurzspross), dessen Organe im Dienste der generativen Fortpflanzung stehen. Die Blütenorgane sind stark modifizierte Blätter. Meist sind die Blüten vom vegetativen Teil des Sprosses deutlich abgesetzt. Eine Pflanze bringt i. d. R. mehrere Blüten hervor, die in Blütenständen angeordnet sind.

Das Vorhandensein von Blüten ist ein typisches Merkmal der Überabteilung der Samenpflanzen (Spermatophyta; früher deswegen auch: „Blütenpflanzen“/Anthophyta); der folgende Text bezieht sich auf Blüten dieser Gruppe. Allerdings entsprechen auch Sporophyllstände bei vielen Vertretern der Bärlappe und Schachtelhalme (Gefäßsporenpflanzen, Pteridophyta) der Definition einer Blüte.

Morphologie

Eine Blüte besteht aus modifizierten Blättern, die der Blütenachse (Blütenboden, Receptaculum) entspringen. Die fertilen Blütenorgane sind Sporophylle:

Sterile Blütenorganen der Bedecktsamer sind die Blütenhüllblätter, die Androeceum und Gynoeceum umschließen:

  • Kelchblätter (Sepalen) bilden die äußere Hülle der Blüte, den Kelch (Calyx)
  • Kronblätter (Petalen) bilden die Blumenkrone (Corolla)
  • Tepalen nennt man Blütenhüllblätter, wenn eine klare Unterscheidung von Kelch- und Kronblättern nicht möglich ist

Eine Blütenhülle mit Kelch- und Kronblättern heißt Perianth; eine Blütenhülle aus Tepalen bezeichnet man als Perigon.

Bei den meisten Angiospermen sind Kelch-, Kron-, Staub- und Fruchtblätter wirtelig (in Kreisen) angeordnet, bei einigen Taxa spiralig. Meist sind zwei Staubblattkreise vorhanden. Blüten tragen nicht immer alle oben aufgeführten Organe. Blüten, die sowohl ein funktionales Androeceum als auch ein funktionales Gynoeceum aufweisen, bezeichnet man als zwittrig, eingeschlechtliche Blüten kommen bei ein- und zweihäusigen Pflanzen vor. Eingeschlechtliche Blüten mit funktionalem Androeceum werden oft als „männliche“, solche mit funktionalem Gynoeceum als „weibliche“ Blüten bezeichnet („männlich“/„weiblich“: siehe Abschnitt Funktion weiter unten). Alle Blütenbestandteile können miteinander und untereinander verwachsen; die Anzahl der einzelnen Blütenorgane variiert.

Durch Verwachsung mehrerer Fruchtblätter entsteht der Stempel (Pistill). Seine fertilen/sterilen Abschnitte bezeichnet man wie bei einem einzelnen, freien Karpell als Fruchtknoten und Griffel. Je nach Lage des Fruchtknotens in Bezug auf den Ansatz der übrigen Blütenorgane unterscheidet man ober-, mittel- oder unterständige Fruchtknoten. Blüten mit oberständigem Fruchtknoten bezeichnet man als hypogyn, solche mit unterständigem Fruchtknoten als epigyn. Die Blütenachse kann einen Blütenbecher (Hypanthium) ausbilden, u. U. unter Beteiligung der Basen von Kelch-, Kron- oder Staubblättern. Die Wand des Blütenbechers kann mit dem (mittel- oder unterständigen) Fruchtknoten verwachsen sein. Blüten mit einem Blütenbecher, der nicht oder nur teilweise mit dem Fruchtknoten verwachsen ist, nennt man perigyn. Abweichend von der hier gewählten Definition bezeichnen einige Autoren mittelständige Fruchtknoten (Fruchtknoten mit dem Hypanthium verwachsen) als „halbunterständige“ Fruchtknoten und nennen frei am Boden eines Hypanthiums stehende, oberständige Fruchtknoten „mittelständig“.

Verschiedene Blütenorgane können zu Nektarien umgebildet sein, deren Drüsen Nektar absondern. Durch Nektarbildung werden bestäubende Insekten angelockt.

Funktion

Blüten werden von der sporophytischen Generation der Samenpflanzen produziert. Blütenorgane produzieren deshalb keine Gameten, sondern Sporen; die Einteilung in „männliche“ oder „weibliche“ Blütenorgane geht auf die Zeit vor der Aufklärung des Generationswechsels der Samenpflanzen durch W. Hofmeister zurück. Die gametophytische Generation ist bei den Samenpflanzen stark reduziert. Der männliche Mikrogametophyt entsteht im Pollenkorn; kommt ein Pollenkorn durch Bestäubung in Kontakt mit der Narbe (Bedecktsamer) bzw. mit der Mikropyle der Samenanlage (Gymnospermen), bildet er einen Pollenschlauch aus, der in die Samenanlage eindringt und die männlichen Geschlechtszellen freisetzt. Der insbesondere bei den Bedecktsamern extrem reduzierte weibliche Gametophyt vollzieht seine gesamte Entwicklung innerhalb der vom Sporophyten gebildeten Samenanlage; hier finden auch die Befruchtung und die Entwicklung der Zygote statt.

Die Ausbildung der Blütenorgane erlaubt eine enge Bindung der gametophytischen an die dominante, sporophytische Generation; sie schützt die weiblichen Gametophyten und macht den Prozess der Befruchtung weitgehend unabhängig von äußeren Bedingungen (siehe auch Artikel zum Generationswechsel). Die Morphologie der Blüte bestimmt den Mechanismus zur Verteilung bzw. zur Aufnahme von Pollen (Bestäubung); Teile der Blüte spielen eine Rolle bei der Bildung des Samens und der Frucht. Die sterilen Blütenorgane des Perianth bzw. des Perigon schützen in der Blütenknospe die innenliegenden Organe des Androeceums und des Gynoeceums; später haben sie oft eine Schaufunktion, um Bestäuber anzulocken. Bei einigen Taxa übernimmt der einer Einzelblüte ähnliche Blütenstand diese Schaufunktion (z. B. Korbblütengewächse, Asteraceae; siehe auch: Blume).

Blütenmerkmale als Grundlage der botanischen Systematik

Die von Carl von Linné begründete Systematik der Pflanzen basiert vor allem auf morphologischen Blütenmerkmalen. Zur taxonomischen Einordnung von Samenpflanzen ist die Untersuchung der Blütenmorphologie daher bis heute maßgeblich, wird aber in zunehmendem Maße durch biochemische oder molekulargenetische Methoden ergänzt. Bestimmungsschlüssel zur Pflanzenbestimmung bauen meist auf Blütenmerkmalen auf. Unterschieden wird z. B. nach

  • Symmetrie: man differenziert radiär-, spiegel- und monosymmetrische/zygomorphe sowie asymmetrische Blüten
  • Anzahl von Blütenorganen („Zähligkeit“, z. B. von Kelchblättern, Staubgefäßen)
  • Rückbildung oder Fehlen von Blütenorganen oder Kreisen von Blütenorganen
  • Grad der Verwachsung von Blütenorganen
  • Stellung des Fruchtknotens (ober-, mittel-, unterständig)
  • Farbe und Behaarung von Blütenorganen, vor allem im Perianth/Perigon
  • Ausbildung von modifizierten Blütenorganen (z. B. von Nektar sezernierenden Honigblättern)

Für die einzelnen Merkmale hat sich eine komplizierte Terminologie eingebürgert (z.B. choripetal, sympetal für freie/verwachsene Kronblätter).

Siehe auch: Blütenformel, Blütendiagramm

Literatur

  • Dieter Heß: Die Blüte. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1990 (2. Auflage), ISBN 3-8001-6434-5

Weblinks

Physiologie des Knospenaustriebs und der Blütenbildung [LINK]

nah:Xochitl


Diskussion der Autoren über den Artikel: Blüte


Im Artikel fehlen noch wesentliche Informationen: Seit wann gibt es Blütenpflanzen? Warum sind Blüten bunt, warum haben sie so viele Formen umd warum blühen Pflanzen zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten? Was haben sie mit Insekten zu tun? Das sollte schon beantwortet werden. Ich kann das nur zum Teil, da ich nicht vom Fach bin. Rainer Zenz 23:34, 1. Dez 2004 (CET)

Nachtrag: Könnte auch unter Bedecktsamer abgehandelt werden, dieser Artikel sagt leider auch nichts dazu.

Intro noch nicht allgemeinverdaulich

Hallo, ich halte die Intro-Sätze (beide Versionen) noch nicht ganz "Oma-tauglich". Vorschlag: Ein allgemeinverständlicher (aber natürlich damit auch botanisch zu schwammiger) Erklärungssatz als Intro, und das was jetzt im Intro steht, als erstes Kapitel (z.B. "botanische Definition") nach unten verschieben.--JFKCom 19:56, 26. Feb 2006 (CET)

Wirtschaftliche Nutzung?

Mich hätte interessiert, inwiefern Blüten ökonomisch genutzt werden, z.B. Lindenblüten. Welche? Seit wann? Gulliveig 12:10, 13. Mai 2006 (CEST)

Umstrukturierung

Ich habe versucht, den Artikel ein bisschen umzustrukturieren; einige Informationen kamen an mehreren Stellen vor (insb. doppelte Definition der Blüte, Merkmale zur taxonomischen Unterscheidung/Pflanzenbestimmung). Den Abschnitt zur Funktion der Blüte fand ich nicht ganz zutreffend (Pollen ≠ männliche Keimzelle). --Umehlig 22:58, 7. Jun 2006 (CEST)

Stellung des Fruchtknotens

Hallo,

mir fiel eben auf, dass ganz oft die Bilder zu ober-, unter- und mittelständigem Fruchtknoten vertauscht werden.

Ebenso verwirrt mich in diesem Artikel das Bild der schematischen Darstellung einer perigynen Blüte mit oberständigem Fruchtknoten. Laut dem Bestimmungsbuch "Flora und Fauna von Deutschland" (Schmeil -Fitschen, 93. Auflage)zeigt dieses Bild einen mittelständigen Fruchtknoten, da der Fruchtknoten nicht mit der becherförmigen Achse verwachsen ist. Bei einem oberständigen Fruchknoten wäre die Blütenachse kegelförmig.

Oder wird das immer anders gelehrt und durcheinander geworfen? Was sagt ihr dazu? Viele Grüße, Lisa

Vielen Dank für's aufmerksame Lesen und für den Hinweis auf den Schmeil-Fitschen. Auch Rothmalers Exkursionsflora (Band 2, Gefäßpflanzen, 15. Auflage, S. 28-29 + Abb. 28/2-5) definiert den mittelständigen Fruchtknoten wie der Schmeil-Fitschen und bezeichnet den mit dem Hypanthium verwachsenen FK als "halbunterständig". Andere Lehrbücher (z.B. Sitte et al., Lehrbuch der Botanik an Hochschulen/begr. v. E. Strasburger, Fischer, 33. Auflage S. 735, Abb. 3.2.192 B/C; Judd et al., Plant Systematics: A phylogenetic approach, Sinauer, 2. Auflage S. 68, Abb. 4.21) definieren den mittelständigen Fruchtknoten allerdings so, wie im Artikel angegeben. Wegen der weiten Verbreitung der genannten Bestimmungsliteratur sollte man einen Hinweis auf die unterschiedlichen Definitionen hier und unter Gynoeceum einfügen. --Umehlig 20:04, 12. Aug 2006 (CEST)

Habe einen entsprechenden Hinweis in beiden Artikeln untergebracht (allerdings nicht in den Abbildungsunterschriften, die ohnehin schon ziemlich lang sind). Die Abbildungen unter Fruchtknoten entsprechen übrigens Schmeil-Fitschens bzw. Rothmalers Version vom mittelständigen Fruchtknoten ... --Umehlig 20:19, 12. Aug 2006 (CEST)

Ja das habe ich dann auch entdeckt. Super, vielen Dank. Hoffe das bringt dann etwas Klarheit in die Sache, ich war durch die unterschiedlichen Abbildungen schon verwirrt. :-) Gruß, Lisa



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Blüte und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 24.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).