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Der Artikel Blaues Kreuz gehört zur Kategorie: Christliche Organisation, Abstinenzbewegung, Wohlfahrtsorganisation, Selbsthilfe
Das Blaue Kreuz ist eine in christlicher Tradition stehende Organisation, die sich um Hilfe für Suchtkranke bemüht. Das gesamte „Blaue Kreuz“ arbeitet unter dem Leitspruch: „Evangelium und Abstinenz - mit Jesus und ohne Alkohol“. Beides gehört für den Gründer Louis-Lucien Rochat und für die Blaukreuz-Arbeit unzertrennlich zusammen. Das Blaue Kreuz gehört zu den wichtigsten Organisationen der Abstinenzbewegung in der Schweiz und Deutschland.
Unter dem Namen firmieren in Deutschland folgende Organisationen:
- Blaues Kreuz in Deutschland e.V., Wuppertal-Barmen; angeschlossen ist der Blaukreuz-Verlag; am 8. August 1892 als „Deutscher Hauptverein des Blauen Kreuzes“ gegründet
- Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche Bundesverband e.V., Dortmund; 1902 in Soest gegründet
- Blaues Kreuz Hannover e.V. im Stadtverband für Innere Mission in Hannover (am 23. Juli 1900 in Hannover gegründet)
- Blaues Kreuz in der Evangelischen Stadtmission Heidelberg
- Blaues Kreuz, ehrenamtliche Suchtkrankenarbeit,Ihrhove e.V. seit 1997 selbständige, unabhängiger Verein
Geschichte
Schweiz
Das Blaue Kreuz wurde am 21. September 1877 in Genf von Louis-Lucien Rochat, einem Waadtländer Pfarrer, mit weiteren 27 Personen gegründet. In der Schweiz hatte sich der Schnapsverbrauch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast verdoppelt. Rochat sah im Vorbild der US-amerikanischen und englischen Abstinenzbewegung eine Lösung für die schweren sozialen, medizinischen und persönlichen Probleme, die die grassierende Alkoholsucht bei der armen Landbevölkerung und in den Arbeiterschichten der Industrialisierungszeit hervorrief.Gemeinsam verpflichteten sie sich zur Enthaltsamkeit von Alkohol. Die Gründer verglichen sich, in Anlehnung an das kurz zuvor gegründete Rote Kreuz, mit „Krankenträgern, die sich auf dem Kampfplatz des Lebens begeben, um die Opfer der Trunksucht und des Wirtshauslebens zu retten“. So entstand als Symbol das Kreuz; die Farbe Blau war seit jeher die Farbe der Abstinenzbewegungen im angelsächsischen Raum.
Das Schweizerische Blaue Kreuz arbeitete mit der evangelisch-reformierten Landeskirche, aber auch mit den protestantischen Freikirchen zusammen. Dabei wurde nicht nur der Alkohol, sondern auch „das Wirtshaus“ schärfstens kritisiert, da die Blaukreuz-Mitglieder dort den Ursprung für die „Genusssucht“ und somit eine „Bedrohung für die gesellschaftliche Moral“ sahen.
Als Schwesterorganisation zum protestantisch orientierten Blauen Kreuz wurde 1895 die Schweizerische Katholische Abstinenten-Liga (SKAL) gegründet, die jedoch nie dasselbe gesellschaftliche Gewicht wie das Blaue Kreuz erreichte.
Das Blaue Kreuz in Deutschland
Arnold Bovet, ein Schweizer Prediger der Freien Evangelischen Gemeinde in Bern, gründete am 5. Oktober 1885 in Hagen den ersten Blaukreuz-Verein in Deutschland. Am 6. Oktober 1887 tritt Curt von Knobelsdorff bei.In den Folgejahren erlebt das Blaue Kreuz ein nachhaltigen Aufschwung, zugleich aber auch Spaltungen infolge konfessioneller Spannungen. So nimmt der „Hauptverein Barmen“ eine kirchlich neutrale, aber von Pietismus und Methodismus beeinflusste Position ein. 1902 kommt es zur Abspaltung des „Blauen Kreuzes in der evangelischen Kirche“ (bis 1945: „Kirchlicher Bund des Blauen Kreuzes“), in dem sich lutherisch geprägte Kreise aus Pommern, Mecklenburg, Westfalen und Schleswig-Holstein zusammenschließen. 1906 spaltet sich ein freikirchliches Blaukreuz ab, 1926/27 folgt die Trennung einer Gruppe, die dem evangelikalen innervolkskirchlichen Gnadauer Verband nahe steht.
In der ehemaligen DDR war das Blaue Kreuz als Verein verboten. Darum wurde am 1. Januar 1960 die „Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Abwehr der Suchtgefahren (AGAS)“ unter dem Dach der Inneren Mission gegründet. Nach dem Fall der Mauer schlossen sich das Blaue Kreuz und die AGAS 1991 zusammen.
Das Blaue Kreuz ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der EKD.
Katholisches Pendant zum Blauen Kreuz ist der Kreuzbund, konfessionell ungebunden sind die Guttempler IOGT.
Literatur
Bücher
- Beck, Werner: Sie wagten Nächstenliebe. Louis-Lucien Rochat, Arnold Bovet, Curt von Knobelsdorff; Bern und Wuppertal: Blaukreuz-Verlag, 1980; ISBN 3-85580-111-8 (Bern) bzw. ISBN 3-920106-48-2 (Wuppertal)
Zeitschriften
- Blaukreuz-Arbeit heute. Selbstdarstellung - Information - Zeugnis; Wuppertal: Blaukreuz-Verlag 1975; ISBN 3-920106-22-9
- füreinander; Zeitschrift; Wuppertal: Blaukreuz-Verlag
- Blaues Kreuz; Zeitschrift; Wuppertal: Blaukreuz-Verlag
Weblinks
- Blaues Kreuz in Deutschland, Wuppertal-Barmen
- Blaukreuz-Verlag und Versandbuchhandlung Wuppertal
- Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche Bundesverband
- Blaues Kreuz im Stadtverband für Innere Mission in Hannover
- Blaues Kreuz in der Evangelischen Stadtmission Heidelberg
- Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche Landesverband NRW
- Blaues Kreuz Österreich
- Blaues Kreuz Schweiz
- International Federation of the Blue Cross
- Blau Kreuz Verein in Leipzig
- http://www.blaues-kreuz.info Blaues Kreuz ehrenamtliche Suchtkrankenarbeit e.V.
Diskussion der Autoren über den Artikel: Blaues Kreuz
Arnold Bovet war kein westfälischer Pfarrer, sondern ein Schweizer Prediger der Freien Evangelischen Gemeinde in Bern, der er bis zu seinem Tode im Jahr 1903 treu blieb. Er schrieb u.a. das Buch "Heraus aus dem Wirtshaus"
Ich habe den Artikel berichtigt.
Karl-Hermann Kauffmann, Albstadt
RGB-Kreuze?
gibt es es einen engeren zusammenhang, zwischen dem Roten Kreuz, dem Blauen Kreuz und dem Grünen Kreuz?
- Nein, den gibt es nicht. Das RK hat zwar einen klar erkennbaren christlichen Ursprung - so gehörte Dunant zu den Mitbgeründern von Rotem Kreuz und CVJM -, aber das ist heute nur noch eine historische und kulturgeschichtliche Reminiszenz. Aufgrund der engen Zusammenarbeit von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond wäre eine hervorgehobene religiöse Prägung auch nicht möglich. -- Dietrich 12:43, 14. Jun 2006 (CEST)

