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Cidre

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Spanisch, Ast



Der Artikel Cidre gehört zur Kategorie: Sonstiger Wein, Obstprodukt
Cidre ist die französische Bezeichnung für Apfelwein und wird im deutschen Sprachraum vor allem für die aus Frankreich stammenden moussierenden Apfelweine verwendet. Diese werden aus verschiedenen Apfelsorten vergoren. Ein ähnliches Getränk, das aus einem Gemisch aus Apfel- und Birnensaft vergoren wird, wird Poiré genannt. Das Duden-Fremdwörterbuch nennt auch das Wort Zider, das allerdings kaum verwendet wird.

Sprachgebrauch

Die ursprünglich französische Bezeichnung für das Getränk wird heute auch in Deutschland verwendet. Der Unterschied zum deutschen Apfelwein liegt in der Herstellungsweise. Im Französischen ist Cidre einfach der generische Begriff für Apfelwein, der hier besprochene Cidre wird u.A. cidre normand genannt.

Im Englischen wird das Getränk als Cider bezeichnet, im Spanischen als Sidra. In einigen Gebieten Deutschlands (wie z.B. im Saarland) wird der Cidre auch als Viez bezeichnet.

In den USA bezeichnet Cider heute ein alkoholfreies Getränk auf der Basis von Apfelsaft, das ebenfalls durch einen Fermentationsprozess entsteht und dort sowohl naturtrüb als auch klar vertrieben wird.

Geschichte

Der Sydre kam vermutlich im 6. Jahrhundert aus den Regionen an der Biskaya/Baskenland in die Normandie und wurde von den Normannen in weite Teile Europas exportiert. Erste ausdrückliche Erwähnungen der Rezeptur finden sich in Schriften des 13. Jahrhunderts. Mit der Einführung der Presse im 13. Jahrhundert nahm die bis dahin lokale Produktion zum Eigenbedarf größere Ausmaße an.

Verbreitung/Anbauregionen

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Amerikanischer Cider
Bildherkunft

  • USA: Wyoming und Oklahoma. Eingeführt von englischen Emigranten war Cider lange Zeit ein sehr populäres Getränk, verlor jedoch gegenüber dem Bier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusehends an Stellenwert. Mit der Prohibition von 1919 bis 1933 kam die Produktion weitgehend zum Erliegen.

  • Republik Südafrika: In Folge des englischen Erbes und der damit verbundenen Tradition begann ab ca. 1985 die Produktion in größerem Maßstab, die Herstellung konzentriert sich auf das Eastern Cape und nutzt die umfangreichen lokalen Apfelplantagen. Zwei Großhersteller mit drei Markennamen produzieren für das gesamte südliche Afrika.

  • Portugal: Die Lage der Anbaugebiete ist momentan nicht bekannt

Wie für Wein auch, gibt es in Frankreich und Spanien für den Cidre so genannte „Kontrollierte Anbauregionen“ (Appellations d'origine contrôlées (AOC)/Denominación de origen controlada (DOC)).

Herstellung

Für die Herstellung werden Apfelsorten mit hohem Tanningehalt verwendet. Die Fermentierung findet bei relativ niedrigen Temperaturen von 4°C - 15°C statt, was einen wesentlichen Einfluss auf die Dauer der Fermentierung und somit auf das Aroma hat.

Kurz bevor der Zucker vollständig durch die Hefen umgesetzt (fermentiert) ist, wird der Cidre in neue Fässer umgefüllt. Die meisten Hefen und Schwebstoffe verbleiben im alten Fass. Das neue Fass wird ohne Lufteinschluss gefüllt und dicht verschlossen. Durch Fermentation des restlichen Zuckers entsteht dann die Kohlensäure und macht den Cidre haltbar. Durch Zugabe von Zucker kann der Alkoholgehalt noch gesteigert werden.

Der Cidre ist in kurzer Zeit trinkfertig, kann aber auch zwei bis vier Jahre lang im Fass gelagert werden. Manche Cidresorten, vor allem in Asturien, werden auch nach der „Méthode champenoise“ hergestellt. Cidre dient ebenfalls als Ausgangsprodukt für die Destillation von Calvados.

Alkoholgehalt

Die französischen und belgischen Varianten sind der eher herbe Cidre brut mit ca. 5% und der süßliche Cidre doux mit nur etwa 2,5% Alkoholgehalt.

Der Alkoholgehalt der spanischen Produkte ist ähnlich denen der französischen. Die Bezeichnungen sind nicht einheitlich. Die Hersteller in Asturien verwenden meist folgende Klassifizierungen: Amante: Vollaromatischer Sidra, Blanda: Geringer Alkoholgehalt, Cantarina: Höchste Qualität („regt zum Singen an“), Dulcina: Lieblich mit hohem Anteil an Restzucker, Fecha oder Machu: Trocken, vollaromatisch mit hohem Alkoholgehalt, Tierna: Vor Abschluss der Fermentation auf Flaschen gezogen.

Die englischen Ciders sind mit einem Alkoholgehalt von bis zu 12% deutlich stärker, enthalten zum Teil jedoch weniger Kohlensäure. Die Bezeichnungen lauten dry, fruity, sweet, sparkling, können kombiniert werden und lassen sich mit lightly und medium weiter abstufen.

Die südafrikanischen Varianten sind fast ausnahmslos trocken und entsprechen auch im Alkoholgehalt dem französischen ‚brut‘. Klassisch ist die Bezeichnung dry, ebenso erhältlich sind die Varianten light, extreme und cold, womit auf besondere Kühlung während des Herstellungsprozesses hingewiesen wird.

Der portugiesische Cider gehört zu den süßeren Varianten, vergleichbar dem doux und hat ca. 5%.

Ausschank

Frankreich

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Bretonische Cidre-Tassse
Bildherkunft

Traditionell wird der Cidre aus bolées getrunken - kleinen Tassen oder Schalen.

Als Kir Breton oder Kir Normand wird ein Mischgetränk aus Schwarzem Johannisbeer Likör (Creme de Cassis) und Cidre bezeichnet.

Spanien

Der baskische Sagardo (spanisch Sidra) wird dort in Gaststätten, den Sidrerien (spanisch Sidrería, baskisch Sagardotegi ) vom Fass ausgeschenkt. Der Gast bestellt ein Sidramenü, ein Klassiker der baskischen Küche, der Sidra ist inbegriffen. Auf den Zuruf „Txotx!“ ([]) kann sich jeder trinkwillige Gast zum Fass begeben. Der erste Gast, der das Fass erreicht, oder der Wirt ist zuständig, den Zapfhahn zu bedienen und allen Gästen die Gläser zu füllen. Saison für den Fassausschank ist von Mitte Januar bis Ostern, in den übrigen Monaten wird der Sagardo aus Flaschen serviert.

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Escanciador in Asturien
Bildherkunft

In Asturien gibt es zahlreiche „Sidrerias“ wo der Sidra auf charakteristische Weise ausgeschenkt wird - „El escanciado“: Der Kellner, „Escanciador“ genannt, hält ein Glas so tief wie möglich in einer Hand und gießt den Sidra aus einer Flasche mit erhobenem Arm ein, so dass er auf den oberen Glasrand plätschert. So wird der Sidra dekantiert und entwickelt sein Aroma. Die Gäste am Tisch teilen sich ein Glas. Die Böden der Sidrerien sind meistens mit Sägemehl ausgestreut, was die Eingänge der Sidrerien schon von weitem deutlich erkennbar macht.

Großbritannien

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Pint of Cider“
Bildherkunft

Auf den britischen Inseln genießt der Cider heute die größte Popularität. Es gibt verschiedene englische Cider-Marken, die zum Teil weltweit erhältlich sind, so zum Beispiel Woodpecker, Bulmer's und Strongbow. In Somerset wird traditionell Cider in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben oder für den Hausgebrauch hergestellt. In vielen britischen Gaststätten gehört der Zapfhahn für Cider vom Fass neben dem für Bier zur selbstverständlichen Einrichtung. Es befinden sich auch naturtrübe Cider-Varianten im Handel.

„Snake Bite“ ist die Bezeichnung für ein Mischgetränk aus Cider, hellem Bier (meistens Lager, in Deutschland zuweilen auch Pils), und manchmal auch einem Schuss Black Currant (der dem Getränk seine typische rote Farbe verleiht), dessen Wirkung der Bezeichnung „Schlangenbiss“ durchaus gerecht wird. In irischen Gaststätten gibt es auch das „Black Velvet“ („Schwarzer Samt“) genannte Mischgetränk aus Cider und Guinness, wobei ein „Cider Black“ in Großbritannien eher ein Cider mit Johannisbeersaft (black currant) ist.

Südafrika

Die südafrikanischen Varianten sind in allen Bottlestores erhältlich, und mindestens eine Marke ist Bestandteil aller Getränkekarten in Restaurants. Die Abpackung erfolgt in kleinen Flaschen oder Dosen, in denen dann auch serviert wird. Mehr als Scherz hat sich bei einer Marke etabliert, dass der Cider durch ein Limettenachtel im Flaschenhals getrunken wird. Die bekannten Marken sind Savanna und Hunters des Herstellers ‚Distell‘ sowie Redd′s aus der ‚SAB Miller Group‘.

Portugal

Der portugiesische Cider ist in 0,35l-Flaschen im gut sortierten Supermarkt erhältlich und firmiert unter der Bezeichnung "DeCider".

Finnland

Ähnlich verbreitet wie Bier in Bars und Kneipen. Auch verfügbar in der 'light' Variante ohne Zucker, mit Birnen-, Himbeer-, Erdbeer-, Blaubeer- oder Vanillegeschmack.

Weblinks

ast:Sidra nrm:Beire simple:Cider


Diskussion der Autoren über den Artikel: Cidre


Ich dachte immer Cidre wäre eher Apfelbier als Apfelwein? Er hat immerhin Kohlensäure... --Nina 23:19, 25. Aug 2004 (CEST)
Für diese Aussage wirst Du ausgepeitscht, gevierteilt, mit kohlesäurehaltigem wasauchimmer mariniert und bei kleinem Feuer langsam geschmort... Kohlensäure, tz-tz-tz-tz-tz...!
Also, ganz grob erklärt: Es gibt grundlegen zwei verschiedene Sorten Cidre, den englischen "Sseider" und den französischen "Ssihdre". Beide sind Apfelwein (oder, wie das bei uns heisst, saurer Most. Der Englisch Cidre kommt gefiltert oder ungefiltert daher und ist "platt" (ohne Bläschen). Der französche Cidre wird zusätzlich in der Flasche weitergegegärt, so dass ein Apfel-Schaumwein entsteht - dort kommen die Prickel her und nicht von Kohlesäure.
Leute, bitte nicht hauen, das war die abgekürzte Abkürzung für eine wirklich kurze Erklärung...--Katharina 09:28, 26. Aug 2004 (CEST)
Nur am Rande: natürlich stammt der Prickel in Schaumwein und franz. Cidre von Kohlensäure (entsteht als Stoffwechselprodukt der Gärhefe). --Juesch 09:37, 26. Aug 2004 (CEST)
Na, Katharina wenn Du Dich man nicht irrst... :o))), na klar ist das Geprickel Kohlensäure, siehe auch Alkoholische Gärung, der entstehende Kohlendioxid kann bei kohlensäurehaltigen alkoholischen Getränken nicht entweichen und bleibt deshalb als Kohlensäure in der Lösung. Meine Frage kam daher, weil ich vor kurzem einen Apfelwein gekauft habe, der etwa 6% Alkohol hatte und keine Kohlensäure. Daneben kann man auch den prickelnden Cidre kaufen, der hat weniger Alkohol (3-4% glaube ich). Deswegen war ich nicht mehr ganz sicher, ob man das alles als ein- und dasselbe bezeichnen kann. In den USA ist Cider sogar oft alkoholfrei, glaube ich. Jedenfalls sollte Cidre, wenn er keinen eigenen Artikel bekommt, in dem Apfelwein-Artikel wenigsten etwas genauer erwähnt werden.Nina 13:01, 26. Aug 2004 (CEST)
Da bei Apfelwein der Cidre nur ganz am Rande erwähnt wird, habe ich jetzt eine eigenen Artikel begonnen. Ich denke, dass die Unterschiede einen eigenen Artikel rechtfertigen (und er ist noch deutlich ausbaufähig). Nina 19:50, 12. Sep 2004 (CEST)

Na dann werde ich wohl mitschmoren, bittet verwendet Gaitero (asturischer Sidra). An alle Kohlensäure-und Gärungsspezialisten: Es gibt schön was zum verbessern - viel Spass;-) Meiner einer muss wohl noch die asturischen von den baskischen Ausschanksitten genauer differenzieren, mach ich in den nächsten Tagen. Weiss einer was, wie die Franzosen ihren Cidre geniessen??? SuCapitanidad

Ich finde den Artikel daneben. Deutscher Apfelwein, Cidre, Sidra, Cider etc. sind doch alles Apfelweine, die völlig unterschiedlich hergestellt werden und auch unterschiedlich schmecken. Der spanische Sidra hat schon mehr mit dem hessischen Apfelwein gemeinsam als mit französischem Cidre. Hier wurde ein Artikel über ausländischen Apfelwein allgemein verfasst und nicht über Cidre. Ich denke, man sollte den Inhalt entweder mit dem Artikel zu Apfelwein fusionieren, auf den französischen Cidre beschränken oder Apfelwein im Ausland oder so nenennen. --GoaSkin 19:41, 11. Okt. 2006 (CEST)

kurze frage: im artikel ist doch noch gar nichts von schwedischem cider erwähnt worden :/ gibt ja dort eine rechtgroße palette von verschiedenen sorten (apfel/birne/pfirsich/erdbeeren/blaubeeren etc.) mit unterschiedlichen volumengehalten, oder gehört das hier nicht hin? zwar wird er generell in dosen verkauft erfüllt aber auch die bedienung dieses (meist) alkoholischen getränkes. hat hier noch niemand etwas davon gehört? kopparbergs nennt sich die marke, und schmeckt dazu auch noch fabelhaft! gruß :)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Cidre und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).