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Der Artikel Clemens August Graf von Galen gehört zur Kategorie: Mann, Deutscher, Kardinal (20. Jh.), Römisch-katholischer Bischof (20. Jh.), Korporierter im CV, Geboren 1878, Gestorben 1946, Christentum in Deutschland (NS-Zeit), Münsterland, Oldenburger Münsterland, Person (Münster), Ehrenbürger, Seliger, Bischof von Münster
Clemens August Graf von Galen (vollständig: Clemens Augustinus Joseph Emmanuel Pius Antonius Hubertus Marie Graf von Galen; * 16. März 1878 in DinklageKirchenbucheintrag Nr. 19/1878 des Kirchspiels Dinklage, Faksimile bei: Maria Anna Zumholz: Die Tradition meines Hauses. Zur Prägung Clemens August Graf von Galens in Elternhaus, Schule und Universität. in Joachim Kuropka (Hrsg.): Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Regensberg, Münster 1992, S. 13. ISBN 3-7923-0636-0, Oldenburger Münsterland; † 22. März 1946 in Münster, Westfalen) war ein deutscher Bischof und Kardinal. Am 9. Oktober 2005 wurde er selig gesprochen.
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Clemens August Graf von Galen Bildherkunft |
Leben
Familie
Er wurde als elftes von 13 Kindern des Reichstagsabgeordneten (Zentrum) Ferdinand Heribert Graf von Galen und dessen Ehefrau Elisabeth geb. von Spee in Dinklage geboren. Er entstammte einem westfälischen Uradelsgeschlecht. Christoph Bernhard Graf von Galen (* 1606 † 1678, Fürstbischof von Münster) war sein Ur-Ur-Ur-Ur-GroßonkelClemens Heitmann: Clemens August Kardinal von Galen und seine geistlichen Verwandten. Friesoythe 1983, S. 103 und 128, der Sozialbischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler (* 1811 † 1877) sein Großonkel.Clemens Heitmann, a.a.O., S. 72 und 142 Die Erziehung im Elternhaus wird allgemein als streng, auf Glauben, Ordnung, Pünktlichkeit und Fleiß ausgerichtet, beschrieben.Günter Beaugrand: Kardinal von Galen – Weder Lob noch Tadel. Ardey, Münster, 2005, ISBN 3-87023-312-5, S. 16 f.; Irmgard Klocke: Kardinal von Galen. Der Löwe von Münster. Zum 100. Geburtstag. Pattloch, Aschaffenburg 1978, S. 7 f. ISBN 3-557-91154-3 Dabei wird insbesondere die asketische Grundhaltung der Mutter betont, die ihrem Sohn noch 1891 zum Namenstag schrieb:Anna Maria Zumholz, a.a.O., S. 15 „Das Leben ist so kurz, und eine so herrliche Ewigkeit sollen wir uns damit erkaufen; da darf kein Tag verloren werden, um uns dieses Zieles zu versichern und für Gott etwas zu leisten, sei es in welcher Stellung es sei.“Schule
Die schulische Ausbildung erfolgte zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Franz durch einen Hauslehrer auf dem elterlichen Stammsitz Burg Dinklage und seit 1890 auf einem von Jesuiten geführten Internat Stella Matutina in Feldkirch (Österreich), wohin ihm Franz und sein Cousin Emanuel von Galen folgten. Über seine nicht unerheblichen Eingewöhnungsschwierigkeiten berichtet ein Brief des Generalpräfekten an die Mutter: „Die Hauptschwierigkeit … liegt in der vollständigen Unfehlbarkeit von Clemens. Um keinen Preis ist er dazu zu bringen zuzugestehen, daß er im Unrecht ist, es sind immer seine Professoren und Präfekten …“Maria Anna Zumholz, a.a.O., S. 18 Da in Preußen die Abschlussprüfung am Kolleg aufgrund des Jesuitengesetzes nicht anerkannt wurde, besuchte von Galen ab 1894 das Gymnasium Antonianum in Vechta, wo er 1896 mit dem Abitur abschlossPeter Löffler: Clemens August Kardinal von Galen – Ausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses zu Münster 21.3.76 - 19.4.76. Ausstellungskatalog, Münster 1976, S. 5. Die Abiturzeitung seines Jahrgangs vermerkt über ihn: Markus Trautmann: Clemens August von Galen. Ich erhebe meine Stimme. Topos, Kevelaer, 2005. ISBN 3-7867-8566-X, S. 17.Studium
Von Galen begann im Mai 1897 mit dem Studium der Fächer Philosophie, Geschichte und Literatur in Freiburg im Üchtland. 1898 reifte während einer dreimonatigen Italien- und Romreise, bei der er auch eine Privataudienz bei Papst Leo XIII. erhielt, sein Entschluss, Priester zu werden, und er trat 1899 in das Jesuiten-Konvikt Canisianum in Innsbruck ein. An der dortigen Universität setzte er sein Studium der Philosophie fort und begann mit dem Studium der Theologie. Ostern 1903 wechselte er in das Priesterseminar Münster und an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster. Dort wurde er am 28. Mai 1904 durch Bischof Hermann Jakob Dingelstad zum Priester geweiht.Kaplan und Pfarrer
Er war zunächst kurze Zeit als Domvikar und als Kaplan seines Onkels Maximilian Gereon Graf von Galen, des Weihbischofs von Münster, tätig.Gottfried Hasenkamp: Der Kardinal – Taten und Tage des Bischofs von Münster Clemens August Graf von Galen: Aschendorff, Münster, 2. Aufl. 1985, ISBN 3-402-05126-5, S. 9 f. Ab 1906 arbeitet von Galen als Kaplan in der Kirche St. Matthias am Winterfeldtplatz in Berlin und übernimmt 1911 das Amt des Seelsorgers (Kurat) in der neu errichteten Kirche und Gemeinde Sankt Clemens Maria Hofbauer am Anhalter Bahnhof. Aus seinem Erbvermögen unterstützt er den Bau eines Handwerkergesellenhauses in der Nachbarschaft. Bei Beginn des Ersten Weltkriegs wirbt er dort für den freiwilligen Kriegsdienst. Seinem Antrag auf Verwendung in der Militärseelsorge wird nicht entsprochen. Die Niederlage Deutschlands begreift er im Sinne der Dolchstoßlegende als revolutionären Verrat am unbesiegten Heer.Irmgard Klocke: a.a.O., S. 13 Die Ablehnung des preußischen Staates bei weiten Teilen der Bevölkerung führt er auf dessen Idee vom Staatsgott zurück, der niemandem verpflichtet ist.Von Galen in dem Aufsatz Wo liegt die Schuld? in: Historische-politische Blätter 1919; zitiert nach Markus Trautmann, a.a.O., S. 21 1919 wird er Pfarrer der Pfarrei St. Matthias. Bei den Wahlen zum Reichspräsidenten 1925 unterstützt er nicht den Kandidaten des katholischen Zentrums, Wilhelm Marx, sondern den Kandidaten der nationalen Rechten, Paul von Hindenburg. Mit umfangreichen Erfahrungen einer säkularisierten Gesellschaft und der Berliner Diaspora kehrt er 1929 nach Münster zurück und wird Pfarrer der traditionsreichen Stadtgemeinde St. Lamberti am Prinzipalmarkt in Münster.Von Galen als Autor
1932 veröffentlichte von Galen seine Schrift Die „Pest des Laizismus“ und ihre Erscheinungsformen – Erwägungen und Besorgnisse eines Seelsorgers über die religiös-sittliche Lage der deutschen Katholiken.Aschendorff, Münster, 1932. Die im Titel als Zitat gekennzeichnete Begriffsbildung „Pest des Laizismus“ stammt aus der Enzyklika Quas PrimasEnzyklika „Quas primas“ vom 11. Dezember 1925 – Über die Einsetzung des Christkönigsfestes, unter Tz. 29 Text online Papst Pius XI. Der Verfasser versteht darunter Bestrebungen, das ganze Leben nach rein diesseitigen Gesetzen zu regeln und die Quelle der Unvollkommenheit der Welt nicht in der Neigung zur Sünde, sondern in unzureichender Kultur zu sehen. Von Galen gibt seiner Befürchtung Ausdruck, die Vorstellung, der Mensch sei von Natur aus gut, habe bereits auf katholische Kreise übergegriffen. Indem auch katholische Stellen der Kirche den Vorwurf der Prüderie und Rückständigkeit in Fragen der Sittlichkeit und Schamhaftigkeit machten, würden sie den dahinter stehenden heidnischen Grundsätzen zum Sieg verhelfen. Den Ursprung erkennt der Verfasser im Naturalismus, der die Notwendigkeit der göttlichen Gnade zum guten Handeln leugne. Als weitere Erscheinungsform bezeichnet der Verfasser die Wirtschaftsideen des Liberalismus und des Sozialismus, mit ihren Vorstellungen, alles regele sich von selbst oder sei Folge des Privateigentums. Als dritte Erscheinungsform sieht er das bis zur Vernichtung des Vaterlands gesteigerte Streben der Parteien an, über alle zu herrschen. Dabei äußert er sich kritisch über die Vorstellung, der Fürstenabsolutismus oder der Mehrheitswille und nicht der in Naturrecht und Offenbarung erkennbare Wille Gottes sei der Maßstab für alles politisches Handeln. In diesem Zusammenhang wendet er sich gegen die unbeschränkte Auslieferung der Regierungsgewalt an den Volkswillen, gegen Verstöße gegen das Subsidiaritätsprinzip und gegen eine verfehlte Zentralisierung der Regierungsgewalt.Bischofswahl 1933
1933 wurde er zum Bischof von Münster geweiht, nachdem andere Kandidaten des Domkapitels verzichtet hatten. Seit der im Jahre 2003 erfolgten Öffnung der vatikanischen Archive für die Zeit bis 1939 ist NäheresLudger Grevelhörster: Kardinal Clemens August Graf von Galen in seiner Zeit. Aschendorff, Münster, 2005, ISBN 3-402-03506-5, S. 57 zum Ablauf der Bischofswahl bekannt geworden: Von Galen stand zwar auf der Vorschlagsliste, die das Domkapitel eingereicht hatte, nicht aber auf der Dreierliste, die der Heilige Stuhl dem Kapitel zur Wahl vorlegte. Als ausschlaggebend wird hierfür die Einschätzung von Galens durch den Nuntius Cesare Orsenigo angesehen, der an Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli von herrischer (arroganter) Auftretensweise, Starrsinn und – mit Blick auf die Schrift Die Pest des Laizismus – von zu schulmeisterlichem Ton für einen einfachen Pfarrer schrieb. Erst als der zunächst gewählte, aus dem Bistum Münster stammende Berliner Domkapitular Wilhelm Heinrich Heufers die Wahl aus Gesundheitsgründen abgelehnt hatte und der sodann von den verbliebenen zwei Kandidaten gewählte Dompropst und Paderborner Professor Adolf Donders darum gebeten hatte, das Amt nicht antreten zu müssen, erweiterte der Papst – damit dem Kapitel überhaupt eine Wahl blieb – die auf einen Kandidaten (den Trierer Weihbischof Antonius Mönch) geschrumpfte Liste um von Galen, den das Kapitel am 18. Juli 1933 einstimmig wählte. Am 28. Oktober 1933 wurde er geweiht und in das Amt eingeführt. Als Wappenspruch wählte er ein Versprechen des Weihekandidaten aus der Liturgie der Bischofsweihe: (lat. )Rudolf Morsey: Clemens August Kardinal von Galen – Bischöfliches Wirken in der Zeit der Hitler-Herrschaft. Landeszentrale für politische Bildung, Düsseldorf 1987, S. 13.Galen war der erste deutsche Bischof, der nach Inkrafttreten des sogenannten Reichskonkordats sein Amt antrat. Wie im Konkordat festgelegt, leistete er daher als erster deutscher Bischof einen Treueeid auf den Staat. Die Eidesformel lautete: Diese Eidesformel gilt (mit kleinen Änderungen wie Bundesrepublik Deutschland statt Deutsches Reich und z. B. Nordrhein-Westfalen statt Preußen) noch heute.
Zeit des Nationalsozialismus
Bereits kurz nach seiner Amtseinführung griff er in seinem ersten Osterhirtenbrief 1934 das Neuheidentum der NS-Ideologie an. In seiner Diözese ließ er die gegen die Rassenideologie Alfred Rosenbergs gerichtete anonyme – unter anderem vom Bonner Kirchenhistoriker Wilhelm Neuß stammendeRudolf Morsey, a.a.O., S. 14 – Schrift Studien zum Mythus des 20. Jahrhunderts als amtliche Beilage zum kirchlichen Amtsblatt seiner Diözese veröffentlichen. Er hatte, nachdem der Kölner Bischof Kardinal Karl Joseph Schulte seine Zustimmung zur Publikation der Studien als amtliche Veröffentlichung zwei Tage vor Drucklegung zurückgezogen hatte, kurz entschlossen ein seinen Namen nennendes Geleitwort zu der Schrift verfasst.Wilhelm Neuss: Kampf gegen den Mythus des 20. Jahrhunderts. Ein Gedenkblatt an Clemens August Kardinal Graf Galen. J.P. Bachem, Köln, 1947, S. 18 f. und 23 f. 1936 hob von Galen in einer Predigt in Xanten die Aktualität des Martyriums hervor.Der spanische Putschist, Falangistenführer und Diktator Francisco Franco wurde von ihm als der „spanische Befreier“ bezeichnet, und er begrüßte ausdrücklich den Einmarsch deutscher Truppen in das seit dem Versailler Vertrag entmilitarisierte Rheinland 1936.
Von Galen wurde noch im Jahre 1936 Mitglied bei der katholischen Studentenverbindung FAV Rheno-Guestfalia (Hann. Münden) im CV zu Göttingen. Die Aufnahme in den Cartellverband war 1936 nur heimlich möglich, da das NS-Regime die Auflösung des CV angeordnet hatte. Als er eine Liste beschlagnahmter Klöster und kirchlicher Einrichtungen vorgelegt bekam, sprach er sich in Briefen an Amtsbrüder immer deutlicher gegen die leisetreterische Diplomatie der meisten Bischöfe hinter geschlossenen Türen und für die Einschaltung der Öffentlichkeit gegen die Machthaber aus. Die Enzyklika Mit brennender Sorge Papst Pius XI., an deren Beratung im Vatikan er vermutlich zuvor teilgenommen hatte, ließ er deshalb durch Sonderdrucke in seiner Diözese verbreiten. Das Erscheinen des Amtsblatts wurde deswegen untersagt und die Druckerei geschlossen und entschädigungslos enteignetPeter Löffler, Clemens August Kardinal von Galen – Ausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses zu Münster 21.3.76 - 19.4.76. a.a.O., S. 8. Am 3. Mai 1937 verlieh ihm die theologische Fakultät der Universität Innsbruck „in Würdigung seiner Verdienste in Seelsorge“ die Ehrendoktorwürde in Theologie.Jozef Niewiadomski: Clemens August von Galen. Seligsprechung in Rom am 9. Oktober 2005. Innsbrucker theologischer Leseraum 2.9.2005; Maria Anna Zumholz, a.a.O., S. 25
Zum Zweiten Weltkrieg bemerkte erPeter Löffler (Hrsg.): Bischof Clemens August Graf von Galen – Akten, Briefe und Predigten 1933 - 1946. Bd. II: 1939 - 1946. Ferdinand Schöningh, Paderborn München Wien Zürich, 2. Aufl. 1996, ISBN 3-506-79840-5, S. 747:
In drei im Juli und August 1941 gehaltenen und durch illegale Flugblätter sowie Nachdrucke der Alliierten in Deutschland weiterverbreiteten PredigtenPeter Löffler (Hrsg.): a.a.O., S. 843 ff., 855 ff. und 874 ff. wandte er sich gegen die Maßnahmen der Gestapo gegen katholische Einrichtungen, Heime und Klöster und die Euthanasie im Rahmen der so genannten Aktion T4 an geistig Behinderten, nachdem das Heilige Offizium in einem Dekret vom 2. Dezember 1940 die Euthanasie als geübte Praxis angeprangert und als nicht zu rechtfertigen bezeichnet hatte Dekret des Heiligen Offiziums, 2. Dezember 1940; Acta Ap. Sedis, vol. XXXII (1940) 553-554.. Wegen der Tötung der Behinderten erstattete er beim Polizeipräsidenten schriftlich StrafanzeigePeter Löffler (Hrsg.): a.a.O., S. 869 wegen Mordes. Aufgrund seiner Predigten hat er im Volksmund den Beinamen „Der Löwe von Münster” erhalten. Zeitweilig wurde das Euthanasieprogramm daraufhin unterbrochen.
Martin Bormann erwog, von Galen hängen zu lassen. Joseph Goebbels sprach sich dafür aus, keine katholischen Märtyrer während des Krieges zu schaffen und die Beseitigung von Galens auf die Zeit „nach dem Endsieg” zu verschieben, womit er sich letztlich durchsetzte.
Den Feldzug gegen die Sowjetunion sah von Galen als Kampf gegen die Peter Löffler (Hrsg.): a.a.O., S. 901, 902 an. QuellenStefania Falasca: The bishops and the coup. in: 30Days, Januarheft 2005 Onlineausgabe, die der wissenschaftlichen Öffentlichkeit erstmals durch Dokumente aus dem Seligsprechungsprozess bekannt geworden sind, deuten darauf hin, dass von Galen Kontakte zum Widerstandskreis um Carl Friedrich Goerdeler unterhielt und Goerdeler im November 1943 in Münster getroffen hat. Sein mit ihm eng verbundener Bruder Franz, ehemaliger preußischer Landtagsabgeordneter der Zentrumspartei und kompromissloser Gegner des Nationalsozialismus, wurde 1944 verhaftet und in das KZ Sachsenhausen verschleppt, ohne dass ihm sein Bruder helfen konnte.
Nachkriegszeit
1945 erklärte von Galen in seinem ersten InterviewPeter Löffler (Hrsg.): a.a.O., S. 1104 gegenüber der anglo-amerikanischen Presse, dass, obwohl er und andere gebildete Deutsche Antinazis sein könnten, sie trotzdem treu gesinnt sein müssten gegenüber dem Vaterland und sie daher die Alliierten als Feinde betrachten müssten. Von Galen kritisierte in den nächsten Monaten verschiedene Maßnahmen der Besatzungsmächte, insbesondere die Internierung von Angehörigen des öffentlichen Dienstes und der NSDAP in Lagern sowie die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Ostgebieten. Die verbreitete These von einer deutschen Kollektivschuld wies er bereits am 1. Juli 1945 in einer in Telgte gehaltenen PredigtPeter Löffler, Clemens August Kardinal von Galen – Ausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses zu Münster 21.3.76 - 19.4.76. a.a.O., S. 5 öffentlich zurück.Wie mehrere andere Kirchenvertreter seiner Zeit forderte von Galen Nachsicht gegenüber verurteilten Funktionären der NSDAP und Kriegsverbrechern. Im Juni 1945 unterstützte er die in der Nachkriegszeit populäre Ansicht der "sauberen Wehrmacht", nach der nur ein relativ kleiner Teil der Deutschen sich an den Kriegsverbrechen beteiligt hatte: „Wir wollen auch innig danken unseren christlichen Soldaten, jenen, die in gutem Glauben, das Rechte zu tun, ihr Leben eingesetzt haben für Volk und Vaterland und auch im Kriegsgetümmel Herz und Hand rein bewahrt haben von Hass, Plünderungen und ungerechter Gewalttat.”
Wie Kurt Meyer (Panzermeyer), General der Waffen-SS in seinen Memoiren behauptete, setzte sich von Galen dafür ein, dass die ihm drohende Todesstrafe nicht vollzogen würde: "Nach den mir gemachten Mitteilungen ist der General Kurt Meyer zum Tode verurteilt worden, weil ihm unterstellte Männer Verbrechen begangen haben, die er nicht veranlaßt noch gebilligt hat. Als Vertreter christlicher Rechtsauffassung, nach der jeder Mensch nur für seine eigenen Taten verantwortlich und gegebenenfalls bestrafbar ist, unterstütze ich deshalb das Gnadengesuch für den Generalmajor Meyer und bitte um Erlaß der zuerkannten Strafe." - Clemens August Graf von Galen, zitiert in: Grenadiere! von Kurt Meyer
Ernennung zum Kardinal
Am 18. Februar 1946 wurde er von Papst Pius XII. als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Bernardo alle Terme in das Kardinalskollegium aufgenommen. Die überraschende Ernennung dreier deutscher Bischöfe (Joseph Frings, Clemens August Graf von Galen und Konrad Graf von Preysing) zu Kardinälen kommentierte von Galen so: Peter Löffler (Hrsg.): a.a.O., S. 1302Bei Besuchen von Kriegsgefangenenlagern im Raum Tarent und Bari vom 26. Februar bis 2. März 1946 erwähnte von Galen in Ansprachen seine Todesahnungen. Der ihn begleitende Domkapitular berichtet den Satz:Max Bierbaum: Die letzte Romfahrt des Kardinals von Galen. Aschendorff, Münster 1946, S. 87 „Meine Zeit ist bald vorbei, und wenn ich dort oben bin, wendet euch nur an mich.“ Bei seiner Rückkehr nach Münster am 16. März 1946, seinem 68. Geburtstage, wurde ihm ein großer Empfang bereitet. Die Stadt Münster ernannte ihn zu ihrem Ehrenbürger. In einer Dankansprache auf dem Domplatz vertrat er die Ansicht, Zustimmung und Haltung der Gläubigen hätten ihm erst seinen Kampf ermöglicht, ihm aber auch - wie er nach den QuellenGottfried Hasenkamp: Heimkehr und Heimgang des Kardinals. Münster, Aschendorff, 2. Aufl. 1946, S. 8; Peter Löffler (Hrsg.): a.a.O., S. 1325 (Transskription aus dem Schallarchiv des Westdeutschen Rundfunks, DOK 6a-b) mit großer Bewegung und versagender Stimme ausführte - die Krone des Martyriums versagt.
Tod
Von Galen wurde am 19. März 1946 mit starken Bauchschmerzen in das St.-Franziskus-Hospital in Münster eingeliefert und verstarb dort am 22. März 1946, also nur wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Rom, an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs. Seine letzten Worte warenAufzeichnung des behandelnden Arztes Dr. Warnecke, zitiert bei: Max Bierbaum: Kardinal von Galen. Bischof von Münster. Regensberg, Münster 1947, S. 77; Gottfried Hasenkamp, Heimkehr und Heimgang des Kardinals, a.a.O., S. 13: . Er wurde am 28. März 1946 in einer der Galenschen Kapellen, der Ludgerus-Kapelle des Doms zu Münster beigesetzt. Die vom südtiroler Bildhauer Siegfried Moroda geschaffene Grabplatte trägt die Aufschrift , übersetzt: .Peter Löffler, Clemens August Kardinal von Galen – Ausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses zu Münster 21.3.76 - 19.4.76. a.a.O., S. 75Historische Bewertung
Person und Werk werden unterschiedlich bewertet. Von Galen wird von einer breiten Öffentlichkeit als Gegner des NS-Regimes angesehen. Unterschiedlich bewertet werden Beginn der Gegnerschaft, Umfang der Auseinandersetzung und Beweggrund von Galens. Dabei stehen sich im wesentlichen drei Hauptströmungen gegenüber:- Teilweise wird von Galen als Widerstandskämpfer angesehen. Vor allem die durch die persönliche Beziehung zu von Galen geprägte Literatur in der ersten NachkriegszeitMax Bierbaum, a.a.O., S. 78 ff., rein hagiographischen DarstellungenIrmgard Klocke: a.a.O., s. 35 ff.; Reinhard Schmoeckel: Stärker als Waffen. Hoch, Düsseldorf, 1957, ISBN 3-7779-0122-9, S. 114, aber auch in neueren StellungnahmenGünter Beaugrand, a.a.O., S. 12 f., wird die Auffassung vertreten, von Galen sei bereits als Pfarrer und später als Bischof gegen den Nationalsozialismus eingestellt gewesen und sei aufgrund der naturrechtlichen Begründung seiner politischen Ansichten nicht in das politische Spektrum einzuordnen.
- Allgemein wird seine Haltung nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches am Ende des Krieges 1918 als national-konservativ und rechts von der Mitte, wie sie die Zentrumspartei verkörperte, eingeschätztGottfried Hasenkamp: Der Kardinal, a.a.O., s. 16 f.; Rudolf Morsey, a.a.O., S. 9. Er gilt ein typischer Vertreter seiner Zeit, der wie weite Teile der Eliten des Kaiserreichs die Weimarer Republik ablehnte. Sein politisches Denken kann insofern als „obrigkeitsstaatlich“ angesehen werden, als er sich – als zutiefst schrifttreuer Christ – die Mahnung des Apostels Paulus zueigen machte: Gerade in der Erkenntnis, dass ein Regime, das die fundamentalen Menschenrechte verletzt, die Berechtigung seiner göttlichen Einsetzung verwirkt hat, sehen heute nicht wenige die herausragende Leistung von Galens. Außerdem wird die Bezeichnung als Widerstandskämpfer mit der Begründung abgelehnt, Widerstand leiste nicht schon, wer Kritik an Auswüchsen übe, sondern nur wer die herrschende Macht brechen und überwinden wolle. Marie-Corentine Sandstede-Auzelle, Gerd Sandstede: Clemens August Graf von Galen. Bischof von Münster im Dritten Reich. Aschendorff, Münster 1986, S. 92 f. ISBN 3-402-03267-8
- Kritiker Galens weisen darauf hin, dass er ein scharfer Kritiker der Weimarer Verfassung war und dass er als streng antiliberal und antisozialistisch galt. Diese Stimmen betonen insbesondere die Äußerungen von Galens, der die nationalsozialistische Regierung als rechtmäßig eingesetzte Obrigkeit bezeichnete und seine, von ihnen so eingeschätzte Unterstützung des deutschen Großmachtstrebens.Dirk Stelter: Widerstand - Protest - Anpassung - Unterstützung: Die Kirchen im Nationalsozialismus. in: Stefan Rahner, Franz-Helmut Richter, Stefan Riese, Dirk Stelter: "Treu deutsch sind wir - wir sind auch katholisch". Kardinal von Galen und das Dritte Reich. WURF, Münster 1987, S. 28 ff. ISBN 3-923881-21-5 John S. Conway (Department of History, University of British Columbia) ist der AuffassungJohn S. Conway: Review of Beth A. Griech-Polelle, Bishop von Galen: German Catholicism and National Socialism. H-German, H-Net Reviews, April, 2003. Onlineausgabe, ein zutreffendes Epitaph werde von Galen mit der Einschätzung des britischen Foreign Office gesetzt, das ihn als eingeschätzt hat. Von diesen Stimmen werden insbesondere die Fragen aufgeworfen, ob die Verteidigung der kirchlichen Rechte schon als Widerstand angesehen werden kann, und was von Galen bewogen hat, nicht in der gleichen Art und Weise öffentlich gegen die Verfolgung und Vernichtung der Juden, gegen den Antisemitismus und gegen die Beseitigung von Liberalen, Demokraten und Kommunistenzu protestieren.Karlheinz Dechner, Horst Herrmann: Der Antikatechismus. 200 Gründe gegen die Kirchen und für die Welt. Rasch und Röhring, Hamburg 1991, S. 240. ISBN 3-89136-302-8 Ebenso betont diese Auffassung die Einstellung von Galens zum Zweiten Weltkrieg als Abwehrkampf gegen den Kommunismus und stellt die Frage warum der Bischof nicht spätestens nach der dritten Predigt zum offenen Widerstand und zur Wehrdienstverweigerung aufgerufen habe.Johannes Fleischer: Der Mythos vom heiligen Widerstandskämpfer - Die "Generallinie" des Kardinals von Galen. in: Stefan Rahner, Franz-Helmut Richter, Stefan Riese, Dirk Stelter: a.a.O., S. 80 ff.
- Vereinzelt geblieben ist die AnsichtReinhold Schmitt: Der Kardinal und das 3. Reich – Legende und Wahrheit über Kardinal von Galen. Schriftenreihe Zeitgeschichtliche Dokumentation, III. Jahrgang, Heft 16/17, 3. Aufl. 1980, SZD-Verlag Münster, S. 10 und 18, von Galen gebühre wie der katholischen Kirche insgesamt „in einer Skala der Verantwortungen für die faschistische Barbarei eine erstrangige Position“, seine reaktionäre Gesinnung sei der Grund für seine Ernennung zum Kardinal gewesen. Ebenso singulär blieb die Andeutung, bei dem Einsatz von Galens in der dritten Predigt für Geisteskranke und Behinderte hätten „kirchlich-ideologische wie finanzielle Überlegungen“ eine Rolle gespielt.Reinhold Schmitt: Wie scharfprankig war der "Löwe von Münster"? in: Stefan Rahner, Franz-Helmut Richter, Stefan Riese, Dirk Stelter: a.a.O., S. 78 f.
Seligsprechung
Der Seligsprechungsprozess wurde 1956 eingeleitet und im November 2004 positiv abgeschlossen. Am 9. Oktober 2005 wurde Clemens August Graf von Galen durch Papst Benedikt XVI. selig gesprochen. Kardinal José Saraiva Martins (Portugal), der Kardinalpräfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, zelebrierte die Seligsprechungsfeier im Petersdom in Rom. Dies war gleichzeitig eine der letzten Seligsprechungsfeiern, die zentral in der Vatikanbasilika durchgeführt wurden.Der Gedenktag Clemens August Graf v. Galens ist der 22. März.
Am ersten Gedenktag im Jahre 2006 wurde ein vom Ahlener Goldschmiedemeister Werner Fischer entworfenes und von seinem Sohn Goldschmiedemeister Raphael Fischer gefertigtes Reliquiar in Form einer stilisierten Hand mit einer Fingerreliquie durch Bischof Reinhard Lettmannn und Dompropst Erdbürger in die Steele des Gnadenbildes der Wallfahrtskapelle in Telgte feierlich eingesetzt Die Rückkehr des Kardinals. Kirchensite des Bistums Münsters. Clemens August Graf v. Galen pilgerte häufig nach Telgte und betete vor dem Gnadenbild.
Werke
- Die „Pest des Laizismus” und ihre Erscheinungsformen. Aschendorff, Münster 1932
- Akten, Briefe und Predigten, 1933–1946; bearbeitet von Peter Löffler, Matthias-Grünewald, Mainz 1988. ISBN 3-7867-1394-4 (Rezension in englischer Sprache von John S. Conway, Januar 1997, bei H-Net Reviews)
Literatur
- M. Bierbaum: Nicht Lob, nicht Furcht. Das Leben des Kardinals von Galen nach unveröffentlichten Briefen und Dokumenten. Regensberg, Münster 1955
- Irmgard Klocke: Kardinal von Galen. Der Löwe von Münster. Pattloch, München 1978, ISBN 3-557-91154-3
- Stefania Falasca: The bishops and the coup. 30Days, Januarheft 2005 Onlineausgabe
Weblinks
Biographien
- Online-Biografie von Rudolf Morsey
- Biographie auf dem Server der Gedenkstätte Yad Vashem
- Biografie über den Stammespatron der Dinklager Pfadfinder
- Kurzbiografie von Rieke-Benninghaus
- Biografie zur Seligsprechung des Vatikan
Einzelne Beiträge
- Ernst Klee: Euthanasie Die Zeit, Archiv, 11/1986
- „Kirchensite“ des Bistums Münster mit biographischen Artikeln, Originaltexten und Meldungen zum Seligsprechungsprozess
- Ekkehard Klausa: Ein Löwe für den Himmel. Die Zeit 40/2005 – Auch Vergleich mit dem Auftreten und Wirken des Berliner Bischofs Konrad Graf von Preysing.
- Festpredigt über Kardinal Galen in Radio Vaticana
- Rudolf Willenborg: Hitlers williger Vollzieher? Wie das Internet schwarze Legenden wuchern läßt: Kardinal von Galen als Exempel Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26. Juni 2006, S. 48
- Seligsprechung eines Kriegstreibers, DenkMit Nr. 12, 12/2005
- Wolfgang Palaver Die Stimme des Volkes und die Stimme Gottes müssen unterschieden bleiben! Clemens August von Galens Beitrag zu einer theologischen Politik der Demokratie Innsbrucker Theologischer Leseraum 31.10.2005
Quellen
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Clemens August Graf von Galen
Literatur-Verweis: Roman Heflik: Vom Hitler-Gläubigen zum Hitler-Feind. spiegel online vom 7. Oktober 2005
Diesen Verweis möchte ich gern entfernen, denn dieser Artikel scheint mir - unter Würdigung der inzwischen gut auswertbaren Quellen - doch erheblich am Kern der Galenschen Person vorbeizugehen. Einwände? Jodocus 16:50, 26. Feb 2004 (CET)- Das Argument überzeugt mich zwar nicht, schließlich dokumentieren wir in dieser Enyklopädie nur. Aber, der Spiegel-Artikel ist so alt, dass er jetzt im Archiv steht, für dessen Benutzung man etwas bezahlen muss. Und das ist ein guter Grund für eine Löschung, die ich im Artikel schon vorgenommen habe. --Andrsvoss 17:30, 26. Feb 2006 (CET)
Bild
Hallo, dieser markante Kopf hat doch ein Bild verdient, oder? Osterheck 10:43, 6. Jan 2004 (CET)- Das ist zweifellos richtig, ich habe aber kein Bild gefunden, das GNU-FDL entsprechen würde. --Andrsvoss 12:14, 6. Jan 2004 (CET)
- Erfahrungsgemäß rückt niemand irgendetwas heraus, wenn man ihm erklärt (erklären muss), dass es dann von jedermann frei genutzt werden kann. Aber du kannst ja mal dein Glück versuchen. --Andrsvoss 15:18, 6. Jan 2004 (CET)
- Hallo Osterheck, hast Du in Münster einmal angefragt? Gruß, Jodocus
- Osterheck hat man auf der Wikipedia schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen. Willst Du einen Versuch unternehmen? --Andrsvoss 17:30, 26. Feb 2006 (CET)
- Habe ein altes - gemeinfreies - Gedenkbild gefunden und eingehängt. --Jodocus 19:23, 16. May 2006 (CET)
- Habe ein neues Bild eingestellt, dessen Gemeinfreiheit ich behaupte - doch nun wird das bezweifelt. Ich lasse das Bild erst einmal stehen und bitte in Münster um Genehmigung. --Jodocus 14:48, 12. November 2006 (CET)
Kirche und Euthanasie
- Der gesamte Abschnitt "Die katholische Kirche und die Euthanasie" ist ohne unmittelbaren Zusammenhang mit von Galen und daher hier fehl am Platz. Sie sollte in entsprechende Artikel überführt werden.
- Die Bezeichnung "Der Mythos von Galen" ist POV und sollte gestrichen werden.
- Die Darstellung von Galens als Nationalsozialist ist einseitig, sie verkennt dass von Galen Nationalist war, er als legitime Herrschaftsform aber allein die Monarchie angesehen hat. --Andrsvoss 15:17, 6. Okt 2004 (CEST)
da mir nicht widersprochen wird, habe ich den Artikel entsprechend geändert. --Andrsvoss 21:33, 12. Okt 2004 (CEST)
Typo
Diozöse - bitte richtig schreiben: Diözese -- 84.146.198.229 23:55, 17. Jul 2005 (CET)- So recht? Das darf jeder, dem es auffällt, auch selbst machen. Trau dich --Rat 03:18, 18. Jul 2005 (CEST)
Uta Ranke-Heinemann
Ich würde mal sagen, dass der Text von Uta Ranke-Heinemann um Längen besser ist als unser Text. Da wird man wohl noch mal recherchieren müssen. --Zahnstein 09:55, 7. Okt 2005 (CEST)- Besser oder schlechter ist nicht das Kriterium. Der Text ist URV und POV und hat deshalb bei Wikipedia nichts zu suchen. --Andrsvoss 13:02, 7. Okt 2005 (CEST)
- Sollte man aber nicht wenigstens die anderweitig quellentechnisch begründbaren Punkte entnehmen und wieder in den Artikel einarbeiten? Jetzt wirkt der Artikel etwas einseitig auf die Betrachtung von Galens während des Seligsprechungsprozeßes ausgerichtet, der kleine Kritikansatz im Text läßt wenig über seine schwankende Linie während der Nazizeit erkennen. So wie der Artikel jetzt formuliert ist, werden viele seiner Aktionen gegen den Nationalsozialismus betont, seine Bekenntnisse zu Volk und Führer aber unterschlagen, bis auf den kleinen Absatz am Ende von 'Zeit des Nationalsozialismus', der aber gleich wieder wie eine Rechtfertigung formuliert ist. --Sic! 14:55, 7. Okt 2005 (CEST)
- Dagegen ist selbstverständlich nichts zu sagen, wenn der Grundsatz NPOV beachtet wird. --Andrsvoss 16:08, 7. Okt 2005 (CEST)
- Alten Artikel wieder reinstellen, auf Uta-Ranke Heinemann verlinken: http://www.jungewelt.de/200...
- erledigt --Andrsvoss 10:33, 9. Okt 2005 (CEST)
- @andrsvoss: ich kann mich den beführwortern einer kritschen auseinandersetzung mit galen nur anschließen, der artikel von heinemann ist sehr gut, und mit dem vetorecht der quellen gut ausgestattet :), auch wenn man in deiner biographie herausließt, dasß die die theologie sehr am herzen liegt, ist es nicht pov einen wissenschaftlichen kritischen standpunkt zu galen in dessen artikel einzubauen, zumal wiki kein selbstdarstellungsforum für irgendwenn sein sollte, sondern ein lexikon das alle seiten darstellt, galens rolle bei der ermordung der behinderten ist von heinemann letztlich auch nicht in frage gestellt worden - also stelle dich bitte nicht gegen einen kritischen absatz zu galen, denn die einnahme eines solchen just in der zeit der seligsprechung galens, könnte man böswillig als pov und zwar katholisch-fundamentalistisch motiviert auslegen - mfg bunnyfrosch
- Eine wörtliche Übernahme eines Artikels von einer anderen Website verstößt schlicht gegen das zweite Hrundprinzip von Wikipedia (vgl. Wikipedia:Richtlinien#Zentrale Grundprinzipien der Wikipedia). Gegen eine - bereits geschehene - Auflistung unter "Weblinks" im Artikel ist natürlich nichts zu sagen. --Andrsvoss 10:33, 9. Okt 2005 (CEST)
- Was? Der Artikel von Uta R-H soll besser sein als der Text hier? Ich glaub's einfach nicht. Ich kann mir kaum einen polemischeren vorstellen! Wenndann der Artikel eins drunter in der Linkliste, von Ekkehard Klausa oder so ähnlich, der ist nicht schlecht. --84.154.86.177 11:56, 9. Okt 2005 (CEST)
Grammatikfehler/unklare Aussage
Unter "Nachkriegszeit" steht folgendes: Er hat auf seiner Fahrt nach Rom fast alle Kriegsgefangenenlager besucht und deutsche Soldaten Mut zugesprochen, sowie ihre Briefe und Nachrichten an die Familie geschmuggelt. Ich weiß nicht so ganz was dieser Satz sagen will, auf jeden Fall ist er grammatikalisch falsch. Falls irgendwer die Aussage des Satzes versteht kann ihn ja mal verbessern. Ich meine das die so richtig ist.--Krambambuli 17:04, 10. Okt 2005 (CEST)Seitensperrung
Da eine Person mit wechselnden norwegischen IP-Adressen fortgesetzt Material Dritter in den Artikel kopiert und damit das Urheberrecht verletzt und Benutzersperrungen ausweicht habe ich den Artikel einstweilen gesperrt. Mehr Informationen. -- Schnargel 20:30, 10. Okt 2005 (CEST)
- Ich hatte den Eindruck, der Vandale hätte sein Treiben (Paste des Aufsatzes von Ranke-Heinemann aus junge Welt) schon gestern Nacht aufgegeben. Die heute eingefügten Zitate des Kardinals (zu seiner Erhebung und seine letzten Worte) sind als solche gekennzeichnet gewesen und deshalb keine Urheberrechtsverletzung. Mit gefallen solche Artikelteile, die ich lieber in Wikiquote sähe, auch nicht, ich glaube aber, dass weder Revert noch Seitensperrung hier der angezeigte Weg sind. --Andrsvoss 21:29, 10. Okt 2005 (CEST)
- Die zuletzt eingefügten Passagen von der selben Person, diesmal als 129.240.214.75 sind im Vergleich zu den vorigen in der Tat ein wenig gekürzt und bestehen im Vergleich zu einem größeren Teil aus Zitaten von Galens (wobei allerdings eine Quellenangabe wünschenswert wäre). Allerdings sind die Änderungen in ihrer Gesamtheit mit ihren Formulierungen Texten entnommen, die der Jungen Freiheit entstammen. Der auch zuletzt wieder eingefügte Satz über „Protest gegen Kollektivschuld-Vorwürfe“ stammt aus einem Artikel „Der konservative Rebell“ von Dieter Stein, die Zitate und der Besuch der Kriegsgefangenenlager aus „Nationalsozialisten und Alliierten ein Dorn im Auge“ von Hans-Joachim von Leesen. Beide nachzulesen im Google Cache hier (Javascript vorher ausschalten) wie schon an verschiedenen Stellen angemerkt. Insgesamt ist mir da auch in der zuletzt gekürzten Fassung immer noch zu viel kopiert, und da der Einsteller sich auch nicht diskussionsbereit gezeigt hat und daraufhin erfolgte Sperrungen seiner IP umgangen hat muss er auch damit rechnen, dass die Aufmerksamkeit dann eher ihm, als seinen Änderungen gilt. Konstruktive Vorschläge zum Einfügen oder nicht-Einfügen der beiden Zitate sind erwünscht. -- Schnargel 03:35, 11. Okt 2005 (CEST)
- Dass es dieselbe Person wage ich zu bezweifeln. "Junge Welt" und "Junge Freiheit" dürften an zwei Enden des politischen Spektrums angeordnet sein. Während RAnke-Heinemann von GAlen als Revisionisten und Kriegstreiber vorführen will, zielt der Beitrag von Stein darauf, von Galen als den letzten aufrechten Nationalkonservativen zu herorisieren. Zum Thema URV: Ich greife ein Beispiel heraus: Du behauptest, der Satz über die "Kollektivschuld" stamme aus dem Beitrag von Stein. Vergleichen wir: Der anonyme Benutzer hat eingestellt:
- ... und den Vertreibungsterror. Er protestiert auch scharf gegen alle Kollektivschuld-Vorwürfe
- Bei Stein lesen wir:
- Galen setzte mit seinem scharfen Protest gegen Kollektivschuld-Vorwürfe und den Vertreibungsterror Marksteine.
- Das ist kein copy & paste, sondern nur stark angelehnt. Da das Urhebrrecht nur die äußere Form nicht aber den gemeinfreien Inhalt schützt, liegt URV vollkommen fern. Während der Beitrag von Stein bei uns POV wäre (Wertung: Marksteine) beschränkt sich der anonyme Beitrag auf wohl wertfreie TAtsachen (vorausgesetzt Galen hat selbst von "Vertreibungsterror" gesprochen, was seiner Diktion aber recht gut entsprechen würde). Ich beantrage daher, die Seite wieder freizugeben (nicht zuletzt um deine Beseitigung des Links fr: und die Verdopplung des Links en: revidieren zu können).--Andrsvoss 08:18, 11. Okt 2005 (CEST)
- Das Wort „Vertreibungsterror“ ist nicht als Zitat markiert, und solange es keinen Beleg dafür gibt, dass es ein Zitat ist, ist es nicht wertfrei (es wäre überhaupt wünschenswert, dass für alle Zitate Quellen angegeben werden (‚zitiert nach ...‘))“. Beachte bitte, dass ich nie von Uta Ranke-Heinemann und junger Welt gesprochen habe sondern mich ausschließlich auf die Änderungen besagter Person beziehe, die allesamt der anderen Quelle entstammen, auch wenn zum letzten Mal außerhalb der Zitate umformuliert. Du meinst wahrscheinlich etwas anderes. Da du darum bittest, gebe ich den Artikel wieder frei und lege die Sache in deine Hände. Bedenke bitte, dass URV-belastete Versionen aus der Versionsgeschichte gelöscht werden müssen, was jetzt bereits einen Haufen Arbeit macht und dass dafür das zurücksetzen des Artikels auf eine URV-freie Version nötig ist und „gute“ Änderungen danach von Hand unter Nennung der Autoren eingefügt werden müssen. Die belasteten Versionen müssen dann auf Wikipedia:Löschkandidaten/Versionen aufgeführt werden. Lies dazu bitte das „Verfahren“ auf jener Seite.
- Was den Artikel betrifft, halte ich den bereits sehr zitatlastigen Stil für schlecht. Der Artikeltext sollte für sich selbst sprechen, relevante Zitate sollten, wie in anderen Artikeln, in einem Abschnitt „Zitate“ zusammengefasst werden. -- Schnargel 12:09, 11. Okt 2005 (CEST)
- Ach und weil er mich unten als „POV-Pusher“ bezeichnet hier ein paar seiner Änderungen als Messlatte: [LINK], [LINK], [LINK], [LINK]. -- Schnargel 04:10, 11. Okt 2005 (CEST)
- Ich gebe mir keinen Illusionen hin: Natürlich versucht der (m.E. personenverschiedene) Nutzer, seine politischen Ansichten unterzubringen. Dagegen gibt es aber andere Mittel als die Seitensperrung. Bislang ist es mir in den 23 Monaten seit Neuanlage des Artikels auch so gelungen, ein neutrales Niveau zu bewahren. Dass das aktuelle Ereignis Mehrarbeit bedeutet, na ja das Interesse an meinem exotischen Spezialgebiet wird sich schnell wieder legen. --Andrsvoss 08:17, 11. Okt 2005 (CEST)
- Zu meinen dir genannten Gründen warum es dieselbe Person ist könnte ich noch mehr hinzufügen, aber du kannst dir ja auch überlegen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine zweite Person aus dem selben 4,6 Millionen Einwohner zählenden Land innerhalb eines Tages in einem wie du sagst exotischen Spezialgebiet die drei thematisch gleichen Einfügungen vornimmt und bei einer Umformulierung den selben Grammatikfehler macht und die selben französischen Anführungszeichen verwendet. -- Schnargel 12:09, 11. Okt 2005 (CEST)
Nicht vandaliertes Version
http://de.wikipedia.org/w/i...
Der POV-Pusher und Vandale Benutzer:Schnargel muss gesperrt werden. Er missbraucht seine Admin-Rechte. Es gibt keine URVs in die Artikel. Wenn es URVs gibt, muss er es beweisen! Direkte Zitate sind nicht URVs.
Abgeschlossene Lesenswert-Diskussion
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Pro Kann ich nur zustimmen. Soweit ich sehe sind alle wichtigen Punkte drin: Widerstand gegen das Euthanasieprogramm, Strafanzeige dagegen, Beinamen und auch Kritik. --NickKnatterton 23:45, 8. Okt 2005 (CEST)
- Kritik sollte ausgearbeitet werden, da gibt es einige bedenkliche Zitate, die Kritikpunkte Kriegsbegeisterung und vor allem Fremdenfeindlichkeit/Antisemitismus kommen zu kurz--Zaphiro 00:31, 9. Okt 2005 (CEST)
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Bildherkunft
Pro So wie der Artikel momentan ist auf jeden Fall lesenswert. Für einen exzellenten fehlt noch etwas Ausarbeitung der Kritik. --Prometeus 11:24, 9. Okt 2005 (CEST)
- pro - klar -- Achim Raschka 11:38, 9. Okt 2005 (CEST)
- Pro
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Bildherkunft Der Löwe von Münster verdient es, bei der Wikipedia einen "Lesenswerten Artikel" zu bekommen- 12:16, 9. Okt 2005 (CEST)Pro
- Pro
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Bildherkunft siehe Vorredner --Schlendrian Schlendrian 18:58, 9. Okt 2005 (CEST)Pro
- Pro
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Bildherkunft Auf jeden Fal lesenswert! --JohnnyB 21:48, 9. Okt 2005 (CEST)Pro
- Pro
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Bildherkunft Ein klarer Fall --HAL Neuntausend 01:48, 10. Okt 2005 (CEST)Pro
- Pro
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Bildherkunft Auch wenn die Kritik etwas kurz kommt -- SkINMATE SkINMATE 08:09, 11. Okt 2005 (CEST)Pro
- Pro
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Bildherkunft , Lesenswerter Fall. --Markus Schweiß, Markus Schweiß 09:30, 11. Okt 2005 (CEST)Pro
- Vom Stil her ist mir der Artikel im Moment etwas zitatlastig, es wäre schöner, wenn der Text mehr für sich selber sprechen würde und wichtige Zitate wie üblich in einem Abschnitt „Zitate“ zusammengefasst würden. Aber sonst... -- Schnargel 12:13, 11. Okt 2005 (CEST)
- pro --Markus Mueller 09:24, 12. Okt 2005 (CEST)
Gerechter unter den Völkern
Im Artikel Gerechter unter den Völkern steht, dass er diesen Titel bekommen hat - das sollte man imho an passender Stelle erwähnen. Gruß, --Tolanor von Preto (Tolanor von Preto) 19:31, 27. Okt 2005 (CEST)- Ich habe in Diskussion: Gerechter unter den Völkern bezweifelt, dass diese Angabe stimmt. Bevor wir das in den Artikel einfügen können, brauchen wir unbedingt Quellen, die die Behauptung belegen. --Andrsvoss 20:38, 27. Okt 2005 (CEST)
- Nach Auskunft des deutschen Ansprechpartners der Holocaustgedenkstätte und des Dokumentationszentrums „Yad Vashem“ Herrn Arik Rav On und Rückbestätigung von Herrn Alexander Avraham, Direktor der Hall of Fame Yad Vashem in Jerusalem, kann per 31.10.2005 festgehalten werden: Kardinal Clemens August Graf von Galen ist die hohe Auszeichnung "Gerechter der Völker" zu keiner Zeit verliehen worden. --Christoph Wagener 15:22, 31. Okt 2005 (CET)
Fragliche Darstellung der geistigen Grundhaltung
Moin, ich wollte mal fragen, ob jmd der an diesem Artikel gearbeitet hat (und ihn hoffentlich noch beobachtet), eine umfassendere und realistischere Darstellung der geistigen Grundhaltung Galens bereits in Angriff genommen hat oder gedenkt demnächst hier einzustellen. Ansonsten würde ich mich demnächst mal dazu hinreißen lassen, da es schon eine Beleidigung des Verstandes ist, wenn eine Person, die (wie ein Großteil der Katholiken) sich zwar gegen die Tötung Behinderter (arischer Reichsdeutscher') wehrt aber gleichzeitig sehr erfreut über die Bekämpfung des Bolschewismus und Judentums ist (»Wir wollen Gott dem Herrn für seine liebevolle Fügung dankbar sein, welche die höchsten Führer unseres Vaterlandes erleuchtet und gestärkt hat, daß sie die furchtbare Gefahr, welche unserem geliebten Volke durch die offene Propaganda für Gottlosigkeit und Unsittlichkeit drohte, erkannt haben und sie auch mit starker Hand auszurotten suchen.«) als menschlich oder bewundernswert dargestellt wird. Er mag zwar selig sein - trotzdem war er offensichtlich erfreut über daß was Hitler mit Dtl gemacht hat(ist ja auch kein WIderspruch, sollte nur deutlich gemacht werden). Gruß --Thukydides 12:53, 4. Mär 2006 (CET)- Der Artikel unterscheidet zwischen der neutralen Schilderung von Tatsachen im Abschnitt Leben und dem Referat verschiedener Bewertungen im Abschnitt Historische Würdigung. Eine eigene Bewertung der geistigen Grundhaltung ist nicht Aufgabe einer Enzyklopädie und würde dem Grundprinzip des Neutralen Standpunkts widersprechen. Auch die Widergabe einer eigenen Bewertung (im Stil von „unmenschlich“, „nicht bewundernswert“) gehört nicht in eine Enzyklopädie, die sich nur auf Fakten, Feststellungen, Theorien, Ideen, Behauptungen, Meinungen und Argumente bezieht, die bereits in einer angesehenen Veröffentlichung enthalten sind (vgl. Nachprüfbarkeit). Selbstverständlich bestehen keine Einwände, im Abschnitt Historische Bewertung weitere Ansichten oder weitere Argumente bereits angeführter Ansichten ( mit Quellenangaben) einzuarbeiten. --Andrsvoss 13:17, 4. Mär 2006 (CET)
Graf von Galen und der Holocaust
Meines Erachtens nach findet in der fast uneingeschränkt positiven Darstellung Graf von Galens in diesem Artikel seine Einstellung zum Holocaust zu wenig Berücksichtigung. Das er bezüglich der Euthanasie die nationalsozialistische Regierung kritisiert hat -was ohne Zweifel Gut und Richtig war- wird viel zu oft mit einer generellen Kritik an den menschenverachtenden Maßnahmen des NAZI-Regime gleichgesetzt. Jedoch ist er nicht nachweislich gegen die Judenverfolgung im dritten Reich eingetreten. Im Gegenteil war er dafür bekannt das er nationalistisch ausgerichtet war, und den Kampf gegen die "Bolschewiken" und das "Weltjudentum" durch die Machthaber des dritten Reiches wohl auch gut hieß.--Kyle722 01:39, 26. Mär 2006 (CET)
- Meines Erachtens ist die Darstellung - wie in Wikipedia gefordert (vgl. Wikipedia:Neutraler Standpunkt) weder positiv noch negativ, sondern neutral. Es werden Tatsachen (Abschnitt „Leben“) und Wertungen (Abschnitt „Historische Bewertung“) unterschieden. Keine Äußerung im Artikel setzt Kritik an Euthanasie mit Kritik an allen menschenverachtenden Maßnahmen gleich. Nirgendwo wird behauptet, von Galen sei gegen die Judenverfolgung eingetreten; vielmehr wird im Bewertungsabschnitt richtig referiert, dass die kritischen Stimmen fragen, was von Galen bewogen haben könnte, nicht in der gleichen Art und Weise öffentlich gegen die Verfolgung und Vernichtung der Juden zu protestieren. Zutreffend ist, dass die unkritisch feindliche Auffassung zum „Bolschewismus“ der Einarbeitung bedarf. Auf meinem Schreibtisch liegt für meine permanente Arbeit an den Quellen derzeit die kritische Arbeit von S. Rahner, F.H. Richter, S. Riese, D. Stelter (Hrsg.): „Treu deutsch sind wir – wir sind auch katholisch.“ Kardinal Galen und das dritte Reich. Wurf, Münster, 1987. ISBN 3-923881-21-5. Für eine Unterstützung des „Kampfes gegen das Weltjudentum“ durch von Galen müsste ein Beleg angegeben werden. --Andrsvoss 11:33, 26. Mär 2006 (CEST)
- Der Artikel ist jedoch nicht neutral, weil er mit keinem Wort erwähnt, dass er nicht nur nicht gegen die Verfolgung der Juden protestiert hat, sondern selbst eine antisemitische Haltung pflegte, die ihn als "Widerstandskämpfer" untauglich macht. Immerhin hat er bei seiner Bischofsweihe schon Hitler als von Gott gesandt bezeichnet (Deschner, Anti-Katechismus, 1991, S. 242). Desweiteren verfasste er einen Glückwunsch an Hitler zum Überfall auf die Sowjetunion und sprach davon, dass die "jüdisch-bolchewistische Machthaberschaft in Moskau" nun gestoppt werde (Deschner, aaO, S. 240). Sowas sollte auch in dem Artikel auftauchen. --SoWhy SoWhy 12:23, 2. Apr 2006 (CEST)
- Ich habe soeben Predigt am Weihetag und Hirtenbrief zur Weihe in der Quellensammlung von Lööfler nachgelesen und kann einen Beleg für Deine Behauptung nicht finden, Hitler werde dort als gottgesandt bezeichnet. Auch einen Glückwunsch an Hitler kann ich dort nicht nachweisen. Gibt es konkrete Quellenangaben? Den zit. „Antiketechismus“ habe ich bestellt und will dort nach weiteren Quellen sehen. --Andrsvoss 15:20, 2. Apr 2006 (CEST)
- Leider verpasst es Deschner in dem Buch solche Stellen direkt mit Fußnoten zu belegen und das Literaturverzeichnis dazu umfasst 6 Seiten, jedoch nicht, welche Quelle für welche Kapitel einschlägig wäre. Ich nehme an, dass es sich in "Mit Gott und den Faschisten" (ISBN 3774600880), von Deschner wiederum, genauer findet, da der Anti-Katechismus nur ein kürzeres Werk ist. Genauer weiß ich es nicht, da ich das Buch nur geliehen hatte damals. Jedoch ist Deschner als Kirchenhistoriker und -kritiker anerkannt und ich bezweifle, dass er den Fehler machen würde, etwas grundlos zu behaupten. Den Gefallen würde er der Kirche nicht tun. Wenn ich genaueres finde, poste ich's hier. --SoWhy SoWhy 23:55, 2. Apr 2006 (CEST)
- Ich habe soeben bei Deschner, Mit Gott und den Faschisten, das Galen betreffende Kapitel (S. 139 bis 144) und die Passage zum Beginn des Russlandkrieges (s. 162 f.) nachgelesen und kann auch dort keine Aussagen Deschner finden, die sich mit Hitler als Gesandtem Gottes oder Glückwünschen zum Überfall auf die Sowjetunion befassen. --Andrsvoss 19:33, 4. Apr 2006 (CEST)
- As I said, ich weiß es nicht, da ich jenes Buch nicht habe. Es war nur eine Annahme, im Antikatechismus steht es jedoch so drinnen. Das und dass Galen auch nach dem Attentatsversuch im Bürgerbräukeller einen Dankgottesdienst gegeben hätte für die Errettung des Führers. Das 20te Jahrhundert wird wohl ausführlich im zehnten Band der "Kriminalgeschichte des Christentums" behandelt werden, der ist aber leider noch nicht erschienen. Und wer weiß, ob der noch erscheinen wird... --SoWhy SoWhy 12:15, 5. Apr 2006 (CEST)
Einsatz für Kurt Meyer
Ich habe den Satz: Nach dem Krieg setzte sich Galen aktiv für das Leben von Kriegsverbrechern wie Kurt Meyer ein. eines anonymen Nutzers vorläufig hierher verschoben. Bitte nenne eine Quelle für die Angabe. Zudem gehört der Text nicht in den Abschnitt „Historische Bewertung“ sondern wenn dann in „Leben#Nachkriegszeit“. --Andrsvoss 21:46, 10. Jul 2006 (CEST)
Gehört meiner Meinung nach dennoch in den Artikel. Unglaubwürdig ist die Behauptung ohnehin nicht - dass die katholische Kirche Nazis wie Eichmann oder Mengele nach dem Krieg zur Flucht verhielf ist bekannt. Neben der Fluchthilfe gab es mehrere Apelle der deutschen Bischöfe. Ich könnte mehrere Aussagen aus der Zeit zusammentragen, in denen Kirchenvertreter Amnestie für Kriegsverbrecher fordern.
Eine Quelle für eben diese Behauptung ist mir nicht bekannt, aber wer google anschmeißt findet schnell viel. Im Wikiquoteartikel zu Kurt Meyer findet sich der Verweis auf ein Buch von Kurt Meyer selbst in dem Galens Aussage dokumentiert wird. --Narziss 18:10, 18. Nov. 2006 (CET)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Clemens August Graf von Galen und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


