Toplinks zu diesem Thema:
Schriftsteller, Sprache, Arbeit, Autor, Erotik, Psychologie, Verlag, Werkzeug
Der Artikel Der Tod in Venedig gehört zur Kategorie: Thomas Mann, Literarisches Werk, Literatur (20. Jh.), Literatur (Deutsch), Novelle, Homosexualität (literarisches Motiv)
Der Tod in Venedig ist eine Novelle von Thomas Mann (1912). Das Werk entstand zwischen Juli 1911 und Juli 1912. Die Novelle beschreibt das Scheitern einer Lebensführung, die über Jahrzehnte Triebe und Erotik unterdrückt hat.
Die Handlung
Erstes Kapitel
An einem Maitage des Jahres 1911 unternimmt der über fünfzigjährige, wegen seiner Werke geadelte Schriftsteller Gustav von Aschenbach einen Spaziergang durch den Englischen Garten in München, der ihn vor den angrenzenden Nord-Friedhof führt. Auf der Freitreppe zur Aussegnungshalle fällt ihm ein seltsamer Mann in Wanderkleidung auf. Der Fremde erwidert von Aschenbachs Blick, „aber so kriegerisch, so gerade ins Auge hinein“, dass von Aschenbach sich abwendet. Im Weitergehen wirkt das Wanderhafte in der Erscheinung des Fremden in Aschenbach nach. „Eine seltsame Ausweitung seines Inneren ward ihm ganz überraschend bewusst, eine Art schweifender Unruhe“, die er als Reiselust deutet. Er beschließt, mit einer Reise Abstand von seiner gewohnten Umgebung zu nehmen.
Zweites Kapitel
Herkunft, Lebensweg und Charakter von Aschenbachs werden beschrieben, dazu seine Werke, ihr literarischer Stellenwert und ihre Publikumswirkung. Aschenbach ist ein hart arbeitender Künstler. Sein Ethos ist die Leistung. Damit verwirklichen sich Anlagen von väterlicher Seite, überwiegend höheren Beamte im preußischen Schlesien. Der Großvater mütterlicherseits war Musiker. Von dieser Seite kommt sein künstlerisches Talent. Von Aschenbach ist schon lange verwitwet und lebt allein.
Drittes Kapitel
Von Aschenbach ist in Pola an der kroatischen Adriaküste angekommen. Der Aufenthalt enttäuscht ihn. Einer plötzlichen Eingebung folgend, reist er nach Venedig. Im Schiffsinneren fertigt ihn ein gespenstisch wirkender Zahlmeister ab und lobt sein Reiseziel in phrasenhaften Wendungen. An Deck beobachtet er einen geschminkten alten Mann, der sich einer Schar junger Männer angeschlossen hat, die ebenfalls nach Venedig reisen. Der alte Geck in ihrer Mitte versucht, sie an Jugendlichkeit zu übertreffen. In Venedig angekommen, setzt ihn ein Gondoliere zum Lido über, der fremd ist und keine Lizenz hat. Er sollte von Aschenbach nur zur Vaparetto-Station rudern, erweitert aber eigenmächtig seinen Auftrag. Von Aschenbachs Proteste nützten nichts.
Abends in der Hotelhalle sieht von Aschenbach den Jüngling Tadzio, der „vollkommen schön“ ist. Er deutet sich seine Faszination als ästhetisches Kennertum, eine Kunstauffassung vertretend, die die Sinnlichkeit der Kunst verleugnet. Doch Tag um Tag verfällt der Alternde dem Anblick des Knaben mehr.
Das schwüle Wetter in Venedig bekommt von Aschenbach nicht. Er beschließt abzureisen, voller Kummer, Tadzio nicht mehr sehen zu können. Eine falsche Adressierung seines Gepäcks schafft eine momentane Komplikation, die von Aschenbach zum Vorwand nimmt, in Venedig zu bleiben. Er kann weiter Tadzio täglich sehen. Sein Interesse an der Knabenschönheit rechtfertigt er sich noch immer platonisch.
Viertes Kapitel
Der sonst so kühle und nüchterne von Aschenbach gibt sich ganz seinen Gefühlen hin. Eine antikisierende Sprache beschreibt die mythische Verwandlung der Welt in den Augen von Aschenbach. Das Kapitel endet mit dem Eingeständnis von Aschenbach sich selbst gegenüber, dass er den Knaben liebt.
Fünftes Kapitel
Eine Choleraepidemie, von Indien kommend, hat Venedig erreicht. Mehrere Versuche, sich bei Einheimischen über die Seuche zu informieren, schlagen fehl. Auch der diabolische Anführer einer kleinen Bande von Straßenmusikanten, die im Freien und zu später Stunde vor den Hotelgästen auftritt, gibt von Aschenbach keine Auskunft. Anderntags klärt ihn schließlich der Angestellte eines englischen Reisebüros über die Choleragefahr auf. Trotzdem bleibt von Aschenbach in der Lagunenstadt. „Der Heimgesuchte“, heimgesucht von diesem späten Gefühlsrausch, verwirft den Gedanken, Tadzios Angehörige vor der Cholera zu warnen, um dessen Nähe nicht zu entbehren.
Er hat nun alle Selbstachtung verloren. Um zu gefallen, lässt er sich vom Friseur des Hotels die Haare färben und sich schminken. Er ist auf der Stufe des geckenhaften Greises angekommen, den er mit Widerwillen auf der Herfahrt beobachtet hatte. Infiziert durch ungewaschenes Obst, das er am Strand oder bei seinen Streifzügen durch die Gassen Venedigs gekauft hat, stirbt von Aschenbach an der Cholera.
Kommentar
Allgemeines
Die „Tragödie einer Entwürdigung“ hat Thomas Mann den „Tod in Venedig“ 1930 im „Lebensabriss“ genannt. Sprachlich erreichen Entschiedenheit und persönliche Prägnanz des Tonfalls hier eine Vollendung, die von Thomas Mann nicht wieder überboten worden ist. Die mythologische Tiefenperspektive, die Unterteilung in fünf Kapitel analog den fünf Akten der griechischen Tragödie, der zeitweilig antikisierende Sprachrhythmus geben der Novelle das Gepräge von Klassizität. Die Novelle zählt zur bedeutendsten deutschen Prosa, die im zwanzigsten Jahrhundert geschrieben worden ist.
Der Leistungsethiker Gustav von Aschenbach
Gustav von Aschenbach hat sein Leben ganz und gar auf die Leistung gestellt. Einsam, ausgeschlossen vom Glück, dem Glück der Bummelei, hart arbeitend, erreicht er mit seinem schriftstellerischen Werk Ruhm und Größe. Stolz auf seine Leistungen, ist er aber voller Misstrauen in seine Menschlichkeit und ohne Glauben, dass man ihn lieben könnte. Da tritt ein schöner Knabe in sein Leben. [Verkürzte und adaptierte Wiedergabe eines Charakterentwurfes aus Thomas Mann: „Versuch über das Theater“ (Februar/März 1907)]
Die Hadesführer
Das zentrale Motiv der Venedignovelle ist der Todesbote. Er tritt in wechselnder Gestalt auf, erstmalig in der „des Fremden“ vor der Friedhofshalle. In dem Blickduell, das er mit Aschenbach führt, und in dem dieser unterliegt, hat von Aschenbach dem Tod in die Augen gesehen. Sich selbst täuschend, deutet er die so ausgelöste Unruhe und „seltsame Ausweitung seines Inneren“ als Reiselust.
Todesboten sind ebenfalls der Gondoliere, der Aschenbach über die Lagune rudert und der freche Anführer eines Trupps von Straßenmusikanten. Gemeinsam ist allen drei, dass sie fremd sind, etwas unter Mittelgröße, rothaarig, bartlos [im Hinblick auf die Männermode vor dem ersten Weltkrieg], schmächtig, mit vorspringendem Adamsapfel, bleich und stumpfnäsig. Das Element des Fremdseins ist hier ein Dionysosmerkmal. Der mythologischen Forschung im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts galt Dionysos noch als eine ursprünglich dem Griechentum fremde Gottheit, die aus Kleinasien nach Griechenland gekommen war.
Das Motiv des Todesboten gipfelt in dem schönen Tadzio. Im Schlussbild der Novelle meint der Sterbende, Tadzio lächle ihm zu und deute vom Meeresufer aus mit der Hand „ins Verheißungsvoll-Ungeheure“. Die Geste macht aus Tadzio eine Hermes-Inkarnation. Zu den Aufgaben der wegweisenden Gottheit gehörte ebenfalls, die Seelen der Verstorbenen in die Totenwelt zu führen.
Todessymbole
Erstes Kapitel:
- Der Friedhofseingang.
- Die Ausstellungsstücke des Steinmetz- Betriebes, die ein „unbehaustes Gräberfeld“ imitieren.
- Abendstimmung.
- Die Schriftworte über dem Eingang der Aussegnungshalle, „das jenseitige Leben betreffend“.
Drittes Kapitel:
- Die venezianische Gondel, deren Schwärze an einen Sarg erinnert und die ihren Passagier wohlig erschlaffen lässt.
Viertes Kapitel:
- Das Meer mit seiner Wirkung des „Ungegliederten, Maßlosen, Ewigen, des Nichts“. In Thomas Manns Metaphorik ist das Meer ein Todessymbol: „Denn Liebe zum Meer ist nichts anderes als Liebe zum Tode“ schreibt er 1922 in seinem Essay Von Deutscher Republik. Von Aschenbach sieht Tadzio täglich bei seinen Spielen am Strand zu, „und die erhabene Tiefsicht des Meeres war immer seiner Erscheinung Folie und Hintergrund.“
Fünftes Kapitel:
- Der Granatapfel-Saft, den Aschenbach zu Ende trinkt nach der Vorstellung der Straßenmusikanten. Das Getränk spielt auf den Persephone-Mythos an: Wer vom Granatapfel des Hades gekostet hat, kann nicht mehr zur Oberwelt zurückkehren, ganz gleich, ob er Sterblicher oder Gottheit ist. Die Todessymbolik bekräftigt Thomas Mann mit dem inneren Bild einer Sanduhr, das er in dieser Situation bei von Aschenbach entstehen lässt
Mythologische Motive
- Der Fremde vor dem Eingang der Aussegnungshalle, erhöht auf der Freitreppe stehend, ist mehr als eine Randfigur. Er ist zugleich Allegorie. So tritt er auch auf: Es bleibt offen, woher er gerade hergekommen ist, und ebenso spurlos ist er wieder verschwunden. Mythologisch lässt er sich nicht eindeutig zuordnen. Er ist Thanatos, dazu auch Dionysos [Motiv des von weit Herkommens, des Fremdseins], und er steht mit den gekreuzten Füßen in der Pose einer antiken Hermes-Skulptur.
- Der Gondoliere rudert von Aschenbach nicht zur Vaporetto-Station, sondern gegen dessen Willen über die Lagune zum Lido. Nachdem zuvor die Gondel mit einem Sarg verglichen worden ist, entsteht beim Leser eine Charon-Assoziation. Die letzte Überfahrt ist ebenfalls ohne Umkehr und der Fährmann bestimmt das Ziel.
- Das vierte Kapitel setzt ein mit mythologischen Bildern der griechischen Antike, in einer hymnischen Sprache und einem Silbenrhythmus, aus dem sich der eine und andere Hexameter herauslesen lässt.
- Tadzio ist „das Werkzeug einer höhnischen Gottheit“, des rauschhaften und zügellosen Gottes Dionysos.
Dionysos siegt über Apoll
Von Aschenbach gibt sich ganz der Bewunderung des Knaben hin. „Das war der Rausch; und gierig hieß der alternde Künstler ihn willkommen“. Nach Art der Dialoge Platons imaginiert „der Enthusiasmierte“ Gespräche mit dem Bewunderten. In ihnen bricht er mit seiner apollinischen, zuchtvollen Lebenssicht. "[...], denn der Leidenschaft ist, wie dem Verbrechen, die gesicherte Ordnung und Wohlfahrt des Alltags nicht gemäß“. Er erkennt die Sinnlichkeit der Kunst und monologisiert: "[...] du musst wissen, dass wir Dichter den Weg der Schönheit nicht gehen können, ohne dass Eros sich zugesellt und sich zum Führer aufwirft“. Doch damit beschönigt von Aschenbach. Nicht Eros leitet ihn. Dionysos ist es, dem er verfallen ist. Von ihm seines apollinisch-klaren Weltbildes beraubt, meint von Aschenbach, dem Künstler sei „eine unverbesserliche und natürliche Richtung zum Abgrunde eingeboren“. Einen vorläufigen Höhepunkt findet die im Inneren von Aschenbachs ausgetragene Auseinandersetzung zwischen Dionysos und Apoll in dem symbolhaften Traum im fünften Kapitel. Von Aschenbachs "geistige[r] Widerstand" wird von aussen gebrochen von den Anhängern des "fremde[n] Gott[es]" (Dionysos). Trotz seiner Anstrengungen, "das Seine zu schützen" bzw. den "würdigen Geiste" (Apoll) aufrechtzuerhalten, ist er schliesslich dennoch "dem fremden Gotte gehörig" und von Aschenbachs nahender Untergang wird folglich in Aussicht gestellt.
Décadence–Motive
Literaturgeschichtlich ist „Der Tod in Venedig“, entstanden am Vorabend des 1. Weltkrieges, zugleich Höhe- und Endpunkt der Décadence-Literatur des zu Ende gegangenen 19. Jahrhunderts. Der Zauberberg (1924) zählt nicht mehr dazu. In dem Sanatoriumsroman verabschiedet sich Thomas Mann im Kapitel „Schnee“ von der „Sympathie mit dem Tode“ (Hans Castorps Schneetraum).
- Venedig selbst mit seinem „leis fauligen Geruch von Meer und Sumpf“, die Stadt, in der Richard Wagner musikalische Inspirationen für Tristan und Isolde gefunden hat.
- Das Klima Venedigs bekommt von Aschenbach nicht. Während des Versuches einer Abreise (drittes Kapitel) erkennt er die Stadt „als einen ihm unmöglichen und verbotenen Aufenthalt, dem er nicht gewachsen war“.
- Von Aschenbachs schwächliche Konstitution. Als Kind war er auf ärztlichen Rat vom Schulbesuch ausgeschlossen worden. Hauslehrer mussten ihn unterrichten. Seine Leistungen als Schriftsteller muss er sich mit äußerster Willensanspannung abringen, ständig am Rande der Erschöpfung. Seinen Heroismus, sein Ethos findet von Aschenbach in der täglichen Überwindung von Schwäche.
- Tadzios blasser Teint mutet kränklich an. Später fallen von Aschenbach Tadzios ungesunde Zähne auf. Von Aschenbach glaubt nicht, dass der Knabe einmal alt werden wird und empfindet bei dieser Feststellung ein „Gefühl der Beruhigung oder Genugtuung“.
Biographische Parallelen
Von Aschenbachs Werke, die im zweiten Kapitel vorgestellt werden, sind bereits abgeschlossene oder geplante Werke Thomas Manns. Ihre Titel sind in der Novelle nur leicht verfremdet.
Zahlreiche Begebenheiten der Novelle gehen auf eine Venedigreise der Familie Mann im Jahre 1911 zurück, wie Katia Mann in „Meine ungeschriebenen Memoiren“ berichtet.
Pointiert hat Thomas Mann die geheime Identität von Autor und Fabelheld 1911 in seinem Essay über Chamisso formuliert, der während der Arbeit an der Venedig-Novelle entstanden ist: „Es ist die alte, gute Geschichte: Werther erschoß sich, aber Goethe blieb am Leben“.
Entstehungsgeschichte
Am 4. Juli 1920 schreibt Thomas Mann dem Lyriker und Essayisten Carl Maria Weber (1890 – 1953): „Leidenschaft als Verwirrung und Entwürdigung war eigentlich der Gegenstand meiner Fabel, - was ich ursprünglich erzählen wollte, war überhaupt nichts Homo-Erotisches, es war die – grotesk gesehene – Geschichte des Greises Goethe zu jenem kleinen Mädchen in Marienbad, das er mit Zustimmung der streberisch-kupplerischen Mama und gegen das Entsetzen seiner eigenen Familie partout heiraten wollte, diese Geschichte mit allen ihren schauerlich komischen, zu ehrfürchtigem Gelächter stimmenden Situationen,[…].“ Der Titel des Novellenplanes lautete: „Goethe in Marienbad“.
Der Anblick des Knaben Wladyslaw Moes während Thomas Manns Venedigaufenthaltes 1911 gab dann den Anstoß zu „Der Tod in Venedig“. Der polnische Baron Wladyslaw Moes hatte sich 1965 in der Zeitschrift „twen“ (München) mit dem Beitrag: „Ich war Thomas Manns Tadzio“ zu erkennen gegeben. Ein Bildnis des Knaben enthält: Thomas Mann. Ein Leben in Bildern. Hrg. v. H. Wysling u. Y. Schmidlin.
Bearbeitungen
1970 wurde die Novelle von dem italienischen Regisseur Luchino Visconti mit Dirk Bogarde als Aschenbach verfilmt.1973 wurde Benjamin Brittens Oper Death in Venice uraufgeführt, die ähnliche biographische Parallelen zum Komponisten zulässt wie die Vorlage zu Thomas Mann.
Literatur
Textausgaben
- Erstdruck 1912. München: Hyperionverlag Hans von Weber. Limitierte Auflage von 100 Exemplaren.
- Offizielle Erstausgabe 1913. Berlin: S. Fischer
- Thomas Mann: Der Tod in Venedig. Frankfurt am Mains: S. Fischer (1992), 139 S. ISBN: 3-5961-1266-4
Selbstkommentare Thomas Manns zu „Der Tod in Venedig“
- Dichter über ihre Dichtungen. Thomas Mann. Hrsg. von H. Wysling u. M. Fischer.[Ohne Angabe des Verlagsortes] Ernst Heimeran Verlag 1975, S.393 - 449
Sekundärliteratur
- Hans Wysling u. Yvonne Schmidlin: Thomas Mann. Ein Leben in Bildern. Zürich: Artemis 1994, S.198 - 203.
- Oldenbourg Interpretationen Nr. 61, Der Tod in Venedig, München 1993, ISBN 3-486-88660-6
- Ursula Geitner: Männer, Frauen und Dionysos um 1900: Aschenbachs Dilemma. In: Kritische Ausgabe 1/2005, 4ff. ISSN 1617-1357
- Dierks, Manfred; Studien zu Mythos und Psychologie bei Thomas Mann. An seinem Nachlaß orientierte Untersuchungen zum Tod in Venedig, zum Zauberberg und zur Joseph-Tetralogie; in: Thomas Mann Studien 2. Bd.; Bern 1972
- Nicklas, Hans W.; Thomas Manns Novelle Der Tod in Venedig.Analyse des Motivzusammenhangs und der Erzählstruktur; in: Marburger Beiträge zur Germanistik; Hrsg.Kunz, Josef und Schmitt, Ludwig Erich; Bd. 21; Marburg 1968
- Wysling, Hans; Dokumente und Untersuchungen. Beiträge zur Thomas-Mann-Forschung; Bern 1974
Weblinks
Rezensionen
Diskussion der Autoren über den Artikel: Der Tod in Venedig
(Tod in Venedig die wichtigste Novelle Manns?)
Tod in Venedig die wichtigste Novelle Manns? Das ist vielleicht die Meinung der Kritiker; deshalb habe ich nichts am Text geändert. Ursprünglich habe ich in dem Artikel geschrieben, dass Mann selbst immer Tonio Kröger als seine wichtigste Novelle betrachtete. In dieser Novelle schrieb er das ganze Leid seiner Jugendzeit nieder, die Sehnsucht nach dem Leben und nach dem Bürgerlichen; zumindest um Mann zu begreifen, ist Tonio Kröger eindeutig am wichtigsten, denn den Tod in Venedig schrieb er - trotz seiner Ähnlichkeiten mit Aschenbach - doch aus grösserer Distanz. Danke für die Bearbeitung des Artikels.(Beitrag von 194.230.164.226, 18:22, 16. Mär 2004)
Überarbeitung
Der Abschnitt Inhalt und Analyse muss überarbeitet werden, denn in ihm sind Wiedergabe des Inhalts und Analyse vermischt. Der Inhalt muss aber von Analyse bzw. Interpretation getrennt sein, am besten ist es jeweils einen eigenen Abschnitt zu beginnen.
Gruß,--Thomas Fernstein 22:09, 14. Aug 2005 (CEST)
- Richtig, hätte ich das Buch nicht gelesen, wäre ich vollkommen verwirrt, da die Deutung der Handlung z. T. vorausgreift. Da ich gerade für meine Klausur lerne, wäre die Überarbeitung wohl eine gute Übung für mich, also mach ich mich mal daran.
"Aschenbach" oder "Aschanbach" ???
Ich habe die Novelle selbst nicht gelesen, und auch keine unmittelbare Möglichkeit, nachzuschauen, aber vielleicht könnte mal jemand den Namen des Protagonisten vereinheitlichen: heisst es nun "Aschenbach" oder "Aschanbach"? (Bei der Gelegenheit könnte auch der HTML-Markup durch Wiki-Markup ersetzt werden.)
An denjenigen oder diejenige, der/die sich erbarmt: schon mal vielen Dank!
- Oh, es heißt natürlich Aschenbach. Hab ich da so viele Fehler produziert? Ist mir ungemein peinlich. Ich habe das korrigiert. Was mit HTML-Markup usw. gemeint ist, weiß ich aber nicht, damit kenn ich mich nicht aus. Das muss jemand anderes machen. --Franczeska 16:29, 13. Okt 2005 (CEST)
Der Artikel ist von mir überarbeitet worden. 30.07.2006 17:00
Verschlimmbesserungen
Hallo Wikipedianer, wer formuliert wie ein Hauptschüler und auf überflüssige Füllwörter nicht verzichten kann, sollte die Finger von der Besprechung eines Sprachkunstwerkes lassen. Sprachliche Verdichtung wirkt, Langatmigkeit langweilt. Der Artikel gewinnt nicht, wenn die Kapitelüberschrift zu Beginn des Kapitels wiederholt wird.
Die mich hier so schwerfällig verbessert haben, sind keine Thomas Mann-Leser!
--H.-P.Haack 07:44, 8. Sep 2006 (CEST)
Britten
Hallo Herr Haack,
wo steht es, dass Brittens Leben Paralellen zu Manns Leben aufwies ?
"1973 wurde Benjamin Brittens Oper Death in Venice uraufgeführt, die ähnliche biographische Parallelen zum Komponisten zulässt wie die Vorlage zu Thomas Mann."
Gruß Boris Fernbacher 22:30, 16. Nov. 2006 (CET)
Exzellenzdiskussion November 2006 (abgebrochen)
Kann als Autor schlecht den Artikel rühmen. Bin auch für Begründungen von Contra dankbar, um Schwächen auszubügeln.
--H.-P.Haack 16:18, 16. Nov. 2006 (CET)
Symbol neutral vote.svg
Bildherkunft
Symbol support vote.svg
Bildherkunft
Pro (knapp): sprachlich hervorragend, fundiert und konsiz. Das Lemma ist ohne Zweifel enzyklopaediegeeignet.
Kleinere Punkte, die mir auffielen:
- Die Einleitung ist sehr kurz, es wuerde dem Artikel gewiss nicht schaden, einige Punkte, die spaeter ausgefuehrt werden, hier anzureissen.
- Stilistische Kleinigkeit: "Venedig angekommen, setzt ihn ein Gondoliere zum Lido über, der fremd ist und keine Lizenz hat." Der Relativsatz bezieht sich grammatisch auf Lido.
- Insgesamt waeren einige Referenzierungen wuenschenswert, z.B. hier: "Die Novelle zählt zur bedeutendsten deutschen Prosa, die im zwanzigsten Jahrhundert geschrieben worden sind."
- "Ein Bildnis des Knaben enthält: Thomas Mann. Ein Leben in Bildern. Hrg. v. H. Wysling u. Y. Schmidlin." Die bibliographische Angabe gehoert wohl eher in die Fussnoten.
- Der Artikel enthaelt kein einziges Bild, gut es kommt auf den Text an, wuerde aber den Artikel ansprechbarer machen
- Die Gliederung im Kommentarteil gefaellt mir nicht 100%. Biographische Parallelen und G. Aschenbach gehoert eher zusammen, ist hier durch die ganze Motivdarlegung kuenstlich getrennt. Bei Motiven erschiene mir ggf. Untergliederung in antik/zeitgenoessisch sinnvoll, um dem Teil mehr roten Faden zu geben.
- Ich faende weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte sinnvoll: Wann/wo wurde der Text geschrieben? Wo wurde er veroeffentlicht, wie wurde er anfaenglich von der Kritik aufgenommen
--> Vielleicht sollte der Artikel nochmal ins Review, lesenswert ist er sicherlich, Exzellenz kann mam vertreten.
Rominator 00:43, 17. Nov. 2006 (CET)
- Hallo Rominator, ich danke für die anerkennende Stellungnahme. Die Entstehungszeit habe ich im Vorspann vermerkt. Die Erstdrucke sind am Schluss unter "Textausgaben" wiedergegeben. "...zählt zur bedeutendsten deutschen Prosa, die im 20.Jahrhundert geschrieben wurde, .." ist - leider - eine eigene Formulierung, aber nachvollziehbare Einschätzung. Ich hatte sie schon einmal im Thomas-Mann-Forum des Fischerverlages eingerückt, wo sie ein anderer T.M.-Verfallener mit einer ähnlich lautenden Stellungnahme bestätigt hat: http://www.thomasmann.de/th...
"Entschiedenheit und persönliche Prägnanz des Tonfalls" habe ich aus dem Text der Novelle, 2. Kapitel übernommen.
--H.-P.Haack 01:30, 17. Nov. 2006 (CET)
Ok, sorry, das mit dem Vorspann hatte ich uebersehen. Aber es zeigt: selbst wenn man den Text aufmerksam liest, wundert man sich, dass ganz am Ende, bei Entstehungsgeschichte, ueberhaupt nicht erwaehnt wird, wann denn nun das Buch geschrieben wurde. 98% der Leser duerften inzwischen vergessen haben, dass dies im Einleitungssatz stand. Ueberhaupt zur Einleitung: Ich finde es schon wichtig, dass hier in der Einleitung ein Art Abstract gegeben wird, der in 5-6 Saetzen das zusammenfasst, was man im Artikel ungefaehr erwarten kann. Das ist hier so ueblich, und wahrscheinlich wuerden es auch andere bemaengeln.
Fuer die Aussage zur Bedeutung der Erzaehlung muss es doch noch eine andere Quelle geben als das Verlagsforum. Es handelt sich auch um eines meiner Lieblingsbuecher, und ich liebe ja auch den Film, aber in dieser Form ist die Aussage subjektiv oder Point of View. Rominator 03:34, 17. Nov. 2006 (CET)
- Contra
Symbol oppose vote.svg
Bildherkunft . Der Artikel hat durch H.P. Haacks Bearbeitungen ohne Zweifel erheblich gewonnen und eine Einstufung als "lesenswert" dürfte vielleicht vertretbar sein. Exzellent ist er aber schon allein deshalb nicht, weil keine Silbe zur Wirkungs- und Forschungsgeschichte der Erzählung drinsteht (Einfluss auf andere Werke Manns oder anderer Autoren; Reaktionen der Fachwelt; Kritik; Rezeption; Auflagen; Übersetzungen etc.). Aber auch die Entstehungsgeschichte ist erheblich zu knapp ausgefallen; ein wörtlich wiedergegebenes Mann-Zitat von 1920 und das Outing des Baron Moes von 1965 erscheinen hier doch etwas wenig. Mit der Behandlung des Todesmotivs und dem Gegensatz Dionysisch-Apollinisch kann man wohl leben; zu kurz kommt aber das - für die Erzählung ebenfalls zentrale - Motiv der Homosexualität, Aschenbachs Ästhetizismus, weiter das Thomas Mann stets beschäftigt habende Verhältnis von Schönheit, Krankheit und Tod. Auch fehlen ganz oder weitgehend die Einflüsse Nietzsches, Wagners, Schopenhauers, Goethes sowie insbesondere von Freuds Psychoanalyse. Auch zum Schauplatz der Erzählung wird nichts gesagt: Sie spielt keineswegs zufällig gerade in Venedig - eine Verlegung etwa nach Florenz wäre schlechthin undenkbar. Wenn sich schließlich noch ein, zwei Bilder finden ließen (vielleicht: Markusplatz/Lido zur Zeit der Entstehung der Erzählung oder so) wäre das sicher auch nicht verkehrt.--Dr. Meierhofer 13:31, 17. Nov. 2006 (CET)Contra
- Finde den Artikel ebenfalls zu kurz und knapp gehalten, um ihn als exzellent zu bewerten. Mein Vorredner hat dazu ja schon genügend Anregungen gegeben, denen ich mich hier der Einfachheit halber mal anschließe. Roadrunnr 02:02, 19. Nov. 2006 (CET)
Dem Artikel liegt sicher eine gründliche Auseinandersetung mit der Erzählung zugrunde. Was ich sehr gut finde, ist die Inhaltsangabe. Danach scheint mir der Artikel aber viel zu wenig die umfangreiche Sekundärliteratur zu rezipieren. Schon die Abschnittsüberschrift "Kommentar" gefällt mir nicht, da sie eine bestimmte, subjektive Schwerpunktsetzung andeutet (ich verwende bei Artikeln über literarische Werke als Überschrift lieber "Interpretationsansätze"). Und dann geht es auch gleich so los, wie es diese Überschrift befürchten läßt: Sprachlich erreichen Entschiedenheit und persönliche Prägnanz des Tonfalls hier eine Vollendung, die von Thomas Mann nicht wieder überboten worden ist. Kann sein, man kann aber durchaus auch andere Erzählungen und Romane "besser" finden. Gleich im nächsten Satz ahne ich, was mit mythologischer Tiefenperspektive, Gepräge von Klassizität und antikisierendem Sprachrhythmus gemeint ist - eine präzise Analyse ist das aber ganz und gar nicht. Daß die Novelle (...) zur bedeutendsten deutschen Prosa, die im zwanzigsten Jahrhundert geschrieben worden ist zählt, sehe ich persönlich auch so, würde diese Sichtweise aber anderen nur dann vorschreiben, wenn man eine riesige Bibliothek zu den bedeutendsten Werken zählt. Alle diese Urteile werden übrigens auch nicht belegt (es wird überhaupt gar nichts in dem Artikel belegt) und erscheinen so noch mehr als persönliches Bekenntnis.Daß der Artikel auch eher als persönliche Einschätzung eines Einzelnen rüberkommt, liegt auch daran, daß fast ausschließlich auf die Todessymbolik eingegangen wird. So kommt der Gegensatz von künstlerischem und bürgerlichem Leben, der ja auch zu den Leitthemen Manns gehört, kaum vor. Auch die homosexuelle Komponente (immerhin verliebt sich Aschenbach ja in den Kanben) wird im "Kommentar" im Grunde gar nicht angesprochen.Manches scheint auch schlecht recherchiert zu sein, z.B. wurde der Text nach meinen Informationen zuerst in der Neuen Rundschau veröffentlicht. Und gilt nicht allgemein Gustav Mahler als Vorbild für Aschenbach? Das wird nicht einmal erwähnt.Während die sprachliche Ausarbeitung im ersten Teil noch sehr gut ist, beschränkt sie sich später auf reine Aufzählungen. Warum?Die Rezeptionsgeschichte kommt viel zu kurz. Gerade im zweiten Teil sind die vielen Abschnitte, die nur aus einem Satz bestehen und nicht mit dem Vorangehenden oder dem nachfolgenden verbunden sind, ziemlich unbefriedigend. Ein Referat bei den Weblinks und eine subjektive Besprechung bei www.buchwurm.info (die sich auch noch auf ein Hörbuch bezieht) als "Rezension" anzugeben, halte ich angesichts der Masse an exzellenten wirklichen Rezensionen für völlig unpassend. Die Verlinkung auf andere Artikel ist übrigens auch mehr als Sparsam.Gibt es gar keine Bilder? Wenigstens von Th. Mann könnte man doch eins reinstellen. Was mir persönlich nicht ganz so wichtig ist, aber doch auffällt, ist, daß die Literaturangaben nicht formatiert sind.Fazit: Insgesamt deutlich contra. Stullkowski 11:26, 19. Nov. 2006 (CET)
- Contra
Symbol oppose vote.svg
Bildherkunft Kenne zwar nur den Film und würde zumindest eingehen auf diesen erwarten und nicht nur einen Link. Sonst schließe ich @Stullkowski an. --Chauki 11:40, 19. Nov. 2006 (CET)Contra
- kein contra, sondern schon ein Veto: Dieser Artikel ist nicht mal lesenswert. Rein formal ist das schon mal gar nichts: Nach der knappen Inhaltsangabe die mir viel zu blumig und bemüht ist (oder versucht hier jemand wie Thomas Mann zu schreiben?), folgt der Abschnitt "Kommentar". "Kommentar"?? Dieser Artikel sollte ein Enzyklopädie-Artikel zu einem literarischen Werk sein und nicht ein Inhalts- oder Stellenkommentar. Schon mal ganz und gar nicht exzellent sind die Aufzählungen unter "Todessymbole", "Mythologische Motive" und "Décadence–Motive". Nebeneffekt dieser anrisshaften Vorgehensweise ist es, daß vieles - was man so wohl verargumentieren kann (der Autor hat ja wohl einige Aufsätze konsultiert, die sich speziell mit der antik-mythologischen Motivik des Werkes auseinandersetzen) - eben nur Anriss bleibt und ziemlich frei im Raum hängt. Hier fehlt schon die ganze Grundlage, denn es bleibt vollkommen unklar, ob diese vielschichtige Novelle tatsächlich einer intensiven Beschäftigung Thomas Manns mit der Mythologie entsprungen ist oder es nur möglich ist das so zu sehen wie z. B. im Abschnitt "Dionysos siegt über Apoll" vorgeführt. Symptomatisch für diesen ganzen Artikel ist die Äußerung unter "Mythologische Motive": „Der Fremde vor dem Eingang der Aussegnungshalle, /.../ Mythologisch lässt er sich nicht eindeutig zuordnen“ - muß er sich denn mythologisch zuordnen lassen? Ich habe hier den ganz bösen Verdacht, daß hineininterpretiert wird und nicht herausinterpretiert! Und was soll z. B. dieser Satz „Venedig selbst mit seinem „leis fauligen Geruch von Meer und Sumpf“, die Stadt, in der Richard Wagner musikalische Inspirationen für Tristan und Isolde gefunden hat“ unter "Décadence–Motive" (dieser ganze Abschnitt ist mir übrigens ein mittleres Rätsel - was will uns der Autor damit sagen?)? Wie natürlich die ganze Interpretiererei in einem enzyklopädischen Artikel eigentlich nicht viel verloren hat. Sowas kann man konzis und als groben Forschungsüberblick in einem eigenen und dann auch klar als "Interpretationsgeschichte" gekennzeichneten eigenen Unterkapitel machen, aber man darf die Interpretation nicht nur auf einen einzigen Ansatz stützen und dann so tun, als sei dies die einzig wahre und richtige Lesart! Gerade bei dieser Novelle ist eine Diskussion darüber inwieweit sie autobiographische Züge trägt (ausgesprochen starke nämlich!) unbedingt notwendig. Hier läßt sich doch wunderbar exemplarisch das Verhältnis Manns zu seiner (latenten) Homosexualität vorführen. Hier wurde entweder nicht gesehen, was man aus diesem Artikel hätte machen können oder es war jemand zu fokussiert auf einen mythologisch-psychologischen Ansatz (was man schon an dem für eine Einleitung so nicht haltbaren apodiktischen Satz „Die Novelle beschreibt das Scheitern einer Lebensführung, die über Jahrzehnte Triebe und Erotik unterdrückt hat“ erahnen kann). Wir haben es hier mit einer Novelle, also mit Literatur, zu tun und ich vermisse praktisch alles, was über Literatur zu sagen ist. Die komplett fehlende Forschungsgeschichte hatte ja Dr. Meierhofer schon erwähnt, mir fehlt vor allem eine durchgängige und die ganze Erzählung souverän überblickende stilistische Analyse. Das ist an einigen Stellen schon angerissen und wer die Novelle kennt, erkennt hier einiges wieder. Auf die Sprache Thomas Manns wird auch hier und da mal eingegangen, aber das nicht konzentriert genug. Ansatzweise gut ist das Kapitel über die Todessymbole, grauenvoll aber, daß das nur in Form einer Aufzählung gelöst wurde. Und in dieser Form könnte ich problemlos weiter noch zahlreiche Schwächen und Verfehlungen auflisten, aber es soll gut sein. Die Literaturauswahl scheint mir ziemlich beliebig bzw. nur auf die bevorzugte Interpretation des Autors hin ausgewählt (ich kann mir kaum vorstellen, daß zwischen 1968 und 2005 nur drei Aufsätze zum Tod in Venedig erschienen sind). Hier fehlen auf jeden Fall verläßliche Biographien über Mann und andere Forschungs- bzw. Interpretationsansätze. Über die fehlenden Quellenangaben und die unvollständigen bibliographischen Angaben (Zeitschriftenaufsätze werden immer mit der Nennung der Anfangs- und Endseite zitiert) muß ich ja jetzt auch nicht noch meckern, oder? --Henriette Fiebig 12:34, 19. Nov. 2006 (CET)
- Leider muss ich hier auch zum Veto greifen, und zwar insbesondere wg. der irreführenden Verwendung des Begriffs "Kommentar". Ein solcher enthält bei einer Textausgabe (über die als jeweils notwendig erachteten "Sacherläuterungen", die auf Textstellen verweisen) eine gegliederte und der Aufklärung verpflichtete (d.h., Quellen stets aus der kritischen Distanz würdigende) Erhebung der Sachlichkeiten zur Entstehung, Gestaltung und zur Rezeption. Ein "Kommentar" zur Literatur ist also das Gegenteil dessen, das der Artikel vorgibt, der zusammenhanglose Listen (Deutungsaspekte, Symbole, Herleitungen etc) anführt; ganz undenkbar ist im Rahmen eines "Kommentars" eine auf einer persönlichen Genuss- oder wie auch immer gearteten Bezugshaltung basierende eigene "Interpretation". Vielmehr werden die Ansätze der bereits vorliegenden Deutungen kritisch gewürdigt; das "Kommentieren" gilt als eine der vornehmen Aufgaben der Philologie und bedeutet für den Wissenschaftler härteste Forschungsarbeit. Dass eine solche hier nicht mal ansatzweise gewürdigt ist, ist in den oben stehenden Stellungnahmen ja bereits im Hinblick auf die "Literatur", den Umgang mit Zitaten usw. angemerkt worden. --Felistoria 16:28, 19. Nov. 2006 (CET)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Der Tod in Venedig und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).

