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Der Artikel Deutscher Herbst gehört zur Kategorie: Terrorismus, Geiselnahme, Deutsche Geschichte (20. Jh.), RAF, 1977
Als Deutscher Herbst wird die Zeit und ihre politische Atmosphäre bezeichnet, die durch die Entführung Hanns-Martin Schleyers und des Lufthansa-Flugzeugs "Landshut" durch Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) und der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) im Herbst 1977 geprägt war.
Diese Zeit stellte einen Höhepunkt des westdeutschen Terrorismus dar. Die Welle der Gewalt und die staatlichen Reaktionen darauf riefen heftige Kontroversen hervor.
Der Begriff "Deutscher Herbst" leitet sich vom Film Deutschland im Herbst von 1978 ab, einer Zusammenstellung (Filmcollage) mehrerer Kurzfilme und Reportagen, die sich mit der gesellschaftlichen Atmosphäre dieser Zeit unter dem Thema des RAF-Terrorismus mit unterschiedlichen Blickwinkeln kritisch (in einem staats- und gesellschaftskritischen Sinn) auseinandersetzen. Gedreht wurde der Film von namhaften Regisseuren des Neuen Deutschen Films - so beispielsweise Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Edgar Reitz und Volker Schlöndorff unter Beteiligung auch bedeutender Autoren wie etwa Heinrich Böll an einem der Drehbücher http://www.filmzentrale.com...
Die Schleyer-Entführung
Am 5. September 1977 wurde der Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer in Köln auf der Fahrt zur Arbeit vom Kommando "Siegfried Hausner" der RAF überfallen. Sein Chauffeur Heinz Marcisz und die zu seinem Personenschutz eingesetzten Polizeibeamten Reinhold Brändle, Roland Pieler und Helmut Ulmer wurden sofort erschossen. Schleyer selbst wurde zunächst in einem Hochhaus in Erftstadt-Liblar (bei Köln) gefangen gehalten. Er wurde dazu gezwungen, per Video an die sozial-liberale deutsche Regierung unter Helmut Schmidt zu appellieren, die inhaftierte erste Generation der RAF gegen ihn auszutauschen.
Die Entführung der "Landshut"
Da die Regierung – anders als bei der Entführung von Peter Lorenz zwei Jahre zuvor – nicht zu einem Gefangenenaustausch bereit war und damit dem gesellschaftlichen Konsens folgte, versuchten verbündete Terroristen der RAF, die PFLP (Kommando Martyr Halimeh), den Druck durch die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" zu erhöhen. Nach einer Odyssee des Flugzeuges durch die arabische Welt und der Ermordung des Kapitäns Jürgen Schumann landeten die Terroristen auf dem Flughafen Mogadischus, der Hauptstadt des ostafrikanischen Somalia.
Operation "Feuerzauber"
Nach politischen Verhandlungen unter der Leitung von Hans-Jürgen Wischnewski mit dem somalischen Machthaber Siad Barré wurde der Bundesrepublik erlaubt, das entführte Flugzeug zu stürmen. Kurz vor dem Ende des letzten von den Terroristen gestellten Ultimatums gelang der Antiterrortruppe GSG9 am 18. Oktober der Sturmangriff auf das Flugzeug mit der Operation Feuerzauber. Alle Geiseln an Bord wurden unverletzt befreit, von den vier Terroristen (Zohair Youssif Akache alias Kapitän Mahmud, Souhaila Andrawes, Riza Abbasi, Nadia Duaibes alias Shanaz Holun) überlebte nur Souhaila Andrawes.
Der Tod von Hanns-Martin Schleyer
Als Reaktion darauf wurde Hanns-Martin Schleyer, der zwischenzeitlich über die Niederlande nach Belgien gebracht worden war, von seinen Entführern erschossen. Seine Leiche wurde am Abend des 19. Oktober im Kofferraum eines in der Rue Charles Peguy in Mulhouse (Elsass/Frankreich) abgestellten Audi 100 gefunden.
Die "Todesnacht von Stammheim"
Etwa zur gleichen Zeit starben die in Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Offiziell wurde Suizid als Todesursache festgestellt. Ihre Mitgefangene Irmgard Möller überlebte mit vier Messerstichen in der Herzgegend. Sie behauptete fortan und vertritt bis heute die Ansicht, dass es sich um eine Exekution von Seiten des Staates gehandelt habe. Dieselbe Ansicht vertrat damals auch der Rechtsanwalt und spätere SPD-Bundesinnenminister Otto Schily. Alle weiteren Untersuchungen, die teilweise geheim gehalten wurden, kamen zu gegenteiligen Schlussfolgerungen. Allerdings ließen die publizierten Untersuchungsergebnisse Raum für Spekulationen. Besonders das Ergebnis eines Gutachters des Bundeskriminalamtes, die Pulverschmauchspuren würden daraufhin deuten, dass Bader durch einen Genickschuss getötet worden wäre, der "aus einer Entfernung zwischen 30 und 40 Zentimeter abgefeuert worden sei",zitiert nach Aust, Sebastian: Der Baader Meinhof Komplex, Hoffmann und Campe, Hamburg 1985, ISBN 3-426-03874-9, S.583ff. galt Kritikern als Indiz dafür, dass es sich um eine als Selbstmord getarnte Mordaktion gehandelt habe. Heute gilt es in der offiziellen Sichtweise als bewiesen, dass sich die RAF-Gefangenen selbst getötet haben. Der Mythos einer von der Bundesregierung angeordneten Hinrichtung blieb in manchen Kreisen, die der Kritik der RAF am deutschen Staat ideologisch nahestehen, erhalten.
Der Besuch von Jean-Paul Sartre
Damals reiste der französische Philosoph Jean-Paul Sartre unter spektakulärer Berichterstattung der Medien an, um die Verhältnisse in Stuttgart-Stammheim in Augenschein zu nehmen. Das Ausland, das die Faschismusanklage, die die RAF erhob, und den Vorwurf der Isolationsfolter kannte, verfolgte die Ereignisse in Deutschland mit kritischer Aufmerksamkeit.
Neue Richtlinie der Politik
Mit dem Deutschen Herbst entstand die Regierungsrichtlinie der Bundesrepublik Deutschland, sich nicht erpressen zu lassen ("mit Terroristen ist nicht zu verhandeln").
Die Atmosphäre während des Deutschen Herbstes
Der Begriff "Deutscher Herbst" steht auch für die Atmosphäre in Westdeutschland und Westberlin im Herbst 1977. Nach der tödlich verlaufenen Geiselnahme von München während der Olympischen Spiele 1972 bis zur Eskalation 1977 hatten neue Methoden, vor allem die Rasterfahndung zu einigen Fahndungserfolgen geführt, aber auch viele Unbeteiligte in den Fahndungsprozess mit einbezogen. Straßensperren, Personenkontrollen und schwer bewaffnete Polizisten gehörten zum Straßenbild. Viele Medien schürten die Hysterie und die Angst vor neuen Anschlägen.
Wenige Tage nach dem Tod von Siegfried Buback im April 1977 forderte der damalige Bundesinnenminister Werner Maihofer in einer Rede vor dem Innen- und Rechtsausschuss des Bundestages eine Dissolidarisierungskampagne gegen die ganz erhebliche Unterstützer- oder jedenfalls Sympathisantenszene der RAF...: Das ist das Wasser, in dem diese Fische schwimmen; weiterhin schwimmen sie auch im Wasser einer Schickeria, die in der Tat die Grenzen nicht so ganz klar zieht.zitiert nach: Autonomie Nr.12 9/78, S.120 Diese Dissolidarisierungskampagne wurde von Politikern und einigen Medien durchgeführt. Zur selben Zeit veröffentlichte ein anonymer Student der Göttinger Universität, der sogenannte Göttinger Mescalero, einen Text, in dem er bekundete, klammheimlich Freude über den Tod Bubacks zu empfinden.
Vielen politisch links orientierten Gruppen und Personen, die nach den "Ursachen des Terrorismus" fragten, wurde fehlende Distanz zur RAF vorgeworfen und sie wurden als Sympathisanten der Terroristen angegriffen. Insbesondere die Berichterstattung in den Medien der Axel Springer AG über das Werk Heinrich Bölls wurde von Linken als unfair empfunden. Böll liess sich zu einem im Spiegel veröffentlichten zornigen Plädoyer "Freies Geleit für Ulrike Meinhof" provozieren, in dem er versuchte, die Motive der Terroristen verständlich zu machen. Einige Schriftsteller, vor allem die Gruppe 47 um Günter Grass, beschlossen damals, die Zeitungen des Axel-Springer-Verlages zu boykottieren. Der Boykott besteht bis heute.
Zeitweise wurden linke Intellektuelle wie der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll auch von Politikern zum so genannten "Sympathisantensumpf" gerechnet. So sprach Franz Josef Strauß in Hinblick auf Böll und Günter Grass von "Ratten und Schmeißfliegen". Böll hatte in seinem Roman "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" schon 1974 den entsprechenden Zeitgeist und die Rolle der Boulevardpresse als Vorreiterin einer Art moderner Hexenjagd gegen vermeintliche Terrorsympathisanten thematisiert. Der Roman wurde später von Volker Schlöndorff verfilmt.
Auch die Parteien gerieten im Deutschen Herbst in heftige Auseinandersetzungen. Die Opposition vermutete bei der regierenden sozial-liberalen Koalition eine verwandtschaftliche Nähe im Ideologischen und klagte sie an, den Kampf gegen den Terrorismus nur zögerlich zu führen. Die Koalition ihrerseits warf der Opposition hysterische Überreaktionen vor und unterstellte ihr, sie nutze die Gelegenheit, die Bundesrepublik ein Stück weit in einen Polizeistaat zu verwandeln.
Als Reaktion auf den Deutschen Herbst organisierte die Sponti-Bewegung den Tunix-Kongress im Januar 1978.
siehe auch
Göttinger MescaleroQuellen
Weitere Informationen
- 'Ein deutscher Herbst. Zustände 1977.' Von Tatjana Botzat, Elisabeth Kiderlen und Frank Wolff. ISBN 3801503151
- 'Der Baader-Meinhof-Komplex.' Von Stefan Aust. ISBN 3442129532
- Video/TV: Zweiteilige Dokumentation "Todesspiel" (Teil 1: "Volksgefängnis", Teil 2: "Die Entführung der Landshut") von Heinrich Breloer
- Film: "Deutschland im Herbst"; verschieden Kurzfilme und Kurzreportagen von mehreren Regisseuren des Neuen Deutschen Films, Bundesrepublik Deutschland 1978, Regie: Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff, Alexander Kluge und andere
- Doku: "Der Deutsche Herbst", BR-alpha, 2005
- Literarische Verarbeitung: Thomas Hoeps: Arbeit am Widerspruch. 'Terrorismus' in deutschen Romanen und Erzählungen (1837-1992)., Dresden 2001. ISBN 3933592240
- Peter Graf Kielmansegg, Nach der Katastrophe - Eine Geschichte des geteilten Deutschland, Siedler Verlag, Berlin 2000, ISBN 3.88680-329-5, S.338ff.
- Oliver Tolmein/Detlef zum Winkel: Nix gerafft - 10 Jahre Deutscher Herbst und der Konservatismus der Linken. Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg 1987. ISBN 3-922144-66-7
Weblinks
Kurzrezension des Fims "Deutschland im Herbst" vom Goethe-Institut Barcelona
Diskussion der Autoren über den Artikel: Deutscher Herbst
Die bleierne Zeit
Ich habe eben den Satz über den Film "Die bleierne Zeit" in "Gesellschaftliche Auswirkungen ..." gelöscht. Der Film würde zwar am Rande zum Thema passen. Er beschreibt aber nicht die Sprachlosigkeit der Gesellschaft, sondern die Beziehung zweier Schwestern, gemeint sind offenbar Gudrun Ennslin und ihre Schwester - in ihrer Auseinandersetzung über Gewalt als Mittel des politischen Kampfes. Des weiteren stellt der Film die Selbstmordversion der Stammheimer Gefangenen in Frage. Das ist ja auch in Ordnung. Sicher geht es auch um Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit in der Diskussion, jedoch nicht in der gesellschaftlichen Diskussion. Mag sein, dass in der "Gesellschaft" jener Zeit eine gewisse Hilflosigkeit vorgeherrscht hat (Ansichtssache), "sprachlos" war sie jedenfalls nicht - und der Film thematisiert diese - zumindest gesellschaftliche - Sprachlosigkeit auch nicht. Der Kontext, in dem dieser Film hier eingebaut wurde, ist mit der m. E. doch sehr eigenwilligen Interpretation, die ich eher für verwirrend hielt, nicht stimmig. Deswegen habe ich die Passage gelöscht. Mir fiel auch keine andere Stelle im Text ein, wo der Film besser und angemessener reingepasst hätte - was nicht heisst, dass er es an irgendeiner Stelle nicht doch verdient hätte, erwähnt zu werden (aber hoffentlcih nicht mit der von mir gelöschten eigenwilligen Interpretation. Nichts für ungut ... Ulitz 21:21, 28. Okt 2004 (CEST)Kaputten Link entfernt.
Der Link zur Frankfurter Rundschau war leider nicht mehr aktuell... :-( --Psycho Chicken 18:52, 30. Apr 2006 (CEST)
Zweites Kapitel überarbeitet
Habe das Kapitel "Gesellschaftliche Atmosphäre ..." überarbeitet und neutraler gestaltet --Freedom Lübeck 14:20, 28. Jun 2006 (CEST)
Revert nach unbegründeter Änderung
Da der Nutzer 84.169.212.80 die Änderungen nicht begründet hat, fasse ich mich auch kurz. Sie waren POV. Siehe Versionsgeschichte. --Freedom Lübeck 15:45, 22. Jul 2006 (CEST) PS: Nur eins noch dazu: Heinrich Böll war gewiss ein "Linker" aber ganz bestimmt kein "Marxist"Quelle?
Es ist momentan nicht nur in diesem Artikel, sondern auch bei RAF, zu lesen, dass "bewiesen [ist], dass sich die RAF-Gefangenen [in der "Stammheimer Todesnacht"] selbst getötet haben" bzw. "Zweifel an der offiziellen Selbstmordversion entkräftet werden [konnten]".Woher kommt diese Sicherheit? Was hat hier als Quelle gedient? Ich habe Schwierigkeiten dabei, diese Aussage in ihrer Absolutheit stehen zu lassen.
Würde mich freuen, mehr darüber zu erfahren. 89.56.170.129 14:04, 28. Aug 2006 (CEST)
- ich denke auch, dass es hier wichtig ist, quellen zu nennen. sonst entferne ich die entsprechenden sätze aufgrund von pov. -- Schwarze feder 00:57, 2. Sep 2006 (CEST)
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Zum Edit-war zwischen Ottokar-Przemysl und anderen Usern
Genannter Benutzer behauptet Legendenbildung, stellt aber selber POV ein, deswegen habe ich revertet. Im Detail:--Ulitz 22:16, 25. Sep 2006 (CEST)- Tatsache ist, dass die Gefangenen starben. Letztlich ist weder die Selbstmord-Version eindeutig bewiesen, noch die Aussage, dass die RAF-Gefangenen ermordet wurden. Es steht Behauptung gegen Behauptung, da ist die Tatsache, dass sie starben, noch am sachlichsten. Dass es beide Versionen gibt, ist dargestellt.Ulitz 22:16, 25. Sep 2006 (CEST)
- Dass der Selbstmord nicht bewiesen sei, ist RAF-Legendenbildung. Es gab offizielle Untersuchungen, und keine einzige hat auch nur einen einzigen Hinweis darauf erbracht, dass die damalige SPD-Regierung einen staatlichen Mord begangen haben könnte. Im Gegenteil, der Selbstmord wurde nachgewiesen.
- Die beiden Sichtweisen einander neutral gegenüberzustellen heisst, der motivationsgesteuerten Behauptung einer Extremistin das gleiche Gewicht zuzumessen wie einem im großen und ganzen funktionierenden Rechtsstaat.Ottokar-Przemysl 10:18, 26. Sep 2006 (CEST)
- Unter den Kritikern der staatlichen und v.a. Medienkampagne in Punkti "Terroristenhatz" befanden sich nicht nur Linke, sondern auch Liebale. Böll selbst wird teilweise auch als Links-Liberaler bezeichnet. Obiger Benutzer verwendet den Begriff "links" für die Kritiker - im Zusammenhang mit seinen Veränderungen offensichtlich, um die Kritik an der Staats- und medienkampagne als unseriös darzustellen.--Ulitz 22:16, 25. Sep 2006 (CEST)
- Das war sie ja auch. Und Böll, einen der großen intellektuellen Unterstützer zwar nicht der RAF, sehr wohl aber der dahinterstehenden Ideologie, als "Liberalen" zu bezeichnen, ist euphemistisch.Ottokar-Przemysl 10:18, 26. Sep 2006 (CEST)
- Obiger Benutzer streicht die Tatsachen, dass im Zuge der Kampagne, Kritiker denunziert und verschiedenen Repressalien ausgesetzt waren, --Ulitz 22:16, 25. Sep 2006 (CEST)
- Klar, weil es nicht stimmt. Sie waren Kritik ausgesetzt, aber keinen Repressalien.Ottokar-Przemysl 10:18, 26. Sep 2006 (CEST)
- Genau wegen dieses "Hinterfragens", in Wirklichkeit der Verbreitung linksradikaler Sichtweisen vom "Kapitalismusstaat" oder "Polizeistaat" wurden Böll und Kumpane völlig zu recht als intellektueller Hintergrund der RAF angesehen. In die Rasterfahndung gerieten sie (wie tausende andere, unbeteiligte Menschen), weil sie sich natürlich in genau dem Milieu bewegten, aus dem die RAF sich rekrutierte. Und was die Nachteile betrifft: So fett, wie die ehemaligen Linken heute im Futter stehen, sei es in öffentlichen Ämtern oder auch in der bösen Wirtschaft, kann es um die Nachteile nicht so schlimm gestanden haben...Ottokar-Przemysl 10:18, 26. Sep 2006 (CEST)
- Die Formulierung des o.g. Benutzers Viele politisch links orientierte Gruppen und Personen, die nach den "Ursachen des Terrorismus" fragten, ohne sich von diesem wirklich zu distanzieren, wurden als Sympathisanten der Terroristen angegriffen (Hervorhebung durch mich) impliziert ein moralisches Urteil, das im Artikel nichts zu suchen hat - nämlich, dass sie sich hätten distanzieren sollen.--Ulitz 22:16, 25. Sep 2006 (CEST)
- Ja, hätten sie.Ottokar-Przemysl 10:18, 26. Sep 2006 (CEST)
- Eine halbherzige Distanzierung verbunden mit einem Hass-Text auf ein Mordopfer kann nicht wirklich als Beleg einer terrorismusablehenden Haltung dienen...Ottokar-Przemysl 10:18, 26. Sep 2006 (CEST)
Eine Anmerkung noch zu Böll: Man kann ihn finden wie man will, ihn als Linksradikalen zu bezeichnen ist völlig daneben. Du versuchst hier, deinen Standpunkt als den einzig richtigen durchzudrücken, und ich sage es dir gleich: Du wirst damit nicht durchkommen. Stelle die Standpunkte kontrovers gegenüber, dann habe ich kein Problem mit deiner Sichtweise zur "Legendenbildung". Aber so wie bisher wirst du keinen Schritt vorankommen. Hybscher 11:38, 26. Sep 2006 (CEST)
- Und noch weniger kann es Aufgabe einer sachlich informierenden Enzyklopädie sein, den Standpunkt einer irrlichternden Extremistin als eine von zwei gleichberechtigten Meinungen darzustellen. In jedem anderen Artikel hier wird zu Recht die Sachlage so dargestellt, wie sie ist, um dann noch die nicht bewiesene, aber geäußerte Meinung anderer darzustellen.Ottokar-Przemysl 14:44, 26. Sep 2006 (CEST)
- Bloß, dass wir hier nicht von der offiziellen Darstellung der VR China reden, der man natürlich nicht glauben kann, sondern von der offiziellen Darstellung der SPD-geführten Bundesregierung, die weder damals noch in der Rückschau als rechtes Regime angesehen wurde, das seine linken Gegner meuchelt.Ottokar-Przemysl 18:26, 26. Sep 2006 (CEST)
Die Kritik an der offiziellen Selbstmordversion hat sich nur zum Teil auf die Aussage von I.Möller gestützt, ich habe deswegen mal ein Buch zitiert und angegeben, das die Auseinandersetzung um die offiziellen Untersuchungsergebnisse schildert. Kann man also da problemlos nachlesen. Diese Auseinandersetzung "Selbstmord oder Hinrichtung" hat monatelang in den Medien stattgefunden und einen guten Teil der schweren Atmosphäre des Deutschen Herbstes ausgemacht.
- Diese ganze Auseinandersetzung wurde von Seiten des RAF-Milieus im wesentlichen mit Behauptungen geführt, Tatsachen wurden und werden ignoriert. Dass das in einem Buch zusammengestellt ist, macht es nicht wahr. Im übrigen spricht ja überhaupt nichts dagegen, die Mord-Legende darzustellen, sie gehört ja sogar dazu - aber nur als RAF-Äußerung, und nicht als gleichberechtigte Hypothese.Ottokar-Przemysl 18:26, 26. Sep 2006 (CEST)
Dass es in Sachen RAF sogar bis heute noch Tendenzen zur Hatz auf Intellektuelle gibt, sieht man ja auch an Ottokar-Przemysl, der partout Böll und Grass denunzieren möchte, sie hätten sich nicht ausreichend vom Terror distanziert. Giro 15:54, 26. Sep 2006 (CEST)
- Alleine dieser Kommentar zeigt, dass sich hier offenbar die Linken austoben. Mal abgesehen von dem falschen Gebrauch des Wortes "denunzieren", das "anzeigen" bedeutet und nicht etwa "krisieren" oder "bezeichnen", ist es jedenfalls für Böll eine Tatsache, dass er sich maßgeblich an der bildung eines intellektuellen Milieus beteiligt hat, aus dem heraus die RAF offen unterstützt wurde. Und das heisst, dass die damalige Kritik berechtigt war, auf keinen Fall aber grundlos. Heisst: Böll war kein unschuldiges Opfer einer Diffamierungskampagne, sondern Ziel fundierter Kritik aufgrund eigenen Handelns.Ottokar-Przemysl 18:26, 26. Sep 2006 (CEST)
@Ottokar, Du wirst immer radikaler. Vor kurzem hatten sich Böll und Grass Deiner Meinung nach nicht genug vom Terror distanziert. Jetzt haben Sie schon maßgeblich an einem Unterstützermilieu der RAF mitgearbeitet. Beim nächsten Deiner Edits haben sie dann wohl Sprengstoff geliefert, oder was kommt jetzt? Bist Du am freien Assoziieren, was das Hirn hergibt? Giro 18:45, 26. Sep 2006 (CEST)
- Wo Du einen Widerspruch suchst, gibt es keinen. Die siebziger Jahre waren - nach dem 68er-Umschwung - geprägt von wildesten Revolutionsdiskussionen. Das universitäre Milieu, das sich da getroffen hat, hat auch die RAF-Bande hervorgebracht. Böll war weder der Erfinder noch ein erklärter Befürworter der RAF. Aber er war einer der geistigen Väter eben dieses Milieus. Deswegen hätte er sich deutlich von der Gewalt distanzieren müssen, was er nicht tat, und deswegen ist er - meiner Meinung nach völlig zu recht - auch massiv angegriffen worden. Diese Kritik wiederum als "Repressalien" zu bezeichnen, ist Geschichtsklitterei. Gerade der zitierte FJS ist Opfer noch ganz anderer Kampagnen geworden, die viel bösartiger und haltloser waren, auch da spricht niemand von "Hetze".
- Der langen Rede kurzer Sinn: Es ist richtig, dass das Klima aufgewühlt war, und es ist richtig, dass Böll et al massiv kritisiert worden. Aber das war Teil einer demokratischen Auseinandersetzung. Die hier bisher verwendeten Vokabeln legen dagegen den Schluss nahe, Böll et al wären politisch verfolgt worden. Und das ist abwegig.Ottokar-Przemysl 19:42, 26. Sep 2006 (CEST)
- Du unterstellst in Deinen Edits den aufgeführten Intellektuellen ein Einverständnis mit dem Terrorismus. Quellen dafür? Giro 20:22, 26. Sep 2006 (CEST)
- Du hat leider auch Deine weiteren Edits nicht mit Quellen belegt, deswegen konnten sie nicht bleiben. Man kann einseitige Sichtweisen wie Deine durchaus in einem Artikel darstellen, aber man muß sie auch belegen und auch als solche kenntlich machen. Auf Deine Kurzgeschichte oben möchte ich nicht eingehen. Insbesondere hat das universitäre Milieu nicht die RAF-Bande hervorgebracht, wie Du schreibst. Im Artikel Rote Armee Fraktion kannst Du ein paar Grundlagen dazu lesen, und es gibt dort eine gute Literaturliste. Giro 01:20, 27. Sep 2006 (CEST)
Ähem, angesichts der Edits von Ottokar würde ich ihn ein klein wenig weiter rechts schubladisieren... ;-) Hybscher 23:54, 27. Sep 2006 (CEST)
Die Atmosphäre..
Der Satz "Dabei waren "kleine Leute" im Gegensatz zur Mehrzahl palästinensischer Angriffe gegen Israel durch die Anschläge der RAF vergleichsweise wenig gefährdet." ist erstens nicht so ganz verständlich (genau genommen vergleicht er die Gefährdung kleiner Leute mit der Gefährdung "der Mehrzahl p. Angriffe" ??) und meint wohl eher die Gefährdung kleiner Leute in Israel (?), zweitens aber auch etwas zynisch, da "kleine Leute" (komischer Ausdruck) wie Chaffeure oder Polizisten schon gefährdet waren, sie wurden nur nicht entführt sondern, wenn im Wege, erschossen. Der Satz sollte so nicht stehen bleiben, ich wäre dafür, ihn zu streichen. --UliR 09:41, 27. Sep 2006 (CEST)
Du kannst den Satz gern umformulieren. Ich finde allerdings, daß auf den Unterschied hingewiesen werden sollte. Es wurde damals vor allem von der Springerpresse immer so getan, als ob jeder Deutsche von den Terroristen bedroht sei. Das war objektiv aber nicht der Fall. Bedroht waren in erster Linie Repräsentanten des "Systems" und ihre direkten Beschützer. Die RAF-Leute sahen ihr Tun als Krieg an, und ihre Angriffsziele wurden als Kombattanten definiert. Ein Busfahrer und seine Fahrgäste hatten nichts zu befürchten, was in Israel bekanntermaßen seit Jahrzehnten anders ist. Zynisch? Vielleicht, aber so war's nun mal. Hybscher 11:01, 27. Sep 2006 (CEST)
Dass die Springerpresse gehetzt hat, stimmt schon. Aber sonst sehe ich das ganz anders, fast schon möchte ich das Gegenteil behaupten. Schließlich war mit der "Landshut" ein Flugzeug mit ca. 100 völlig normalen Leuten entführt worden, und diese Leute sollten liquidiert werden, wenn die RAF-Leute nicht freigelassen würden. Das waren keine Repräsentanten des Systems, die entführten Leute im Flugzeug. Da hat doch sicher jeder gleich an seinen nächsten Mallorca-Flug gedacht und Angst bekommen. Dazu kam noch etwas anderes: die RAF bezeichnete sich als "revolutionäre Avantgarde" und wollte über den "bewaffneten Kampf" in Deutschlands Großstädten an die Macht kommen. Die RAF an der Macht in Deutschland, dazu noch unterstützt von terroristischen Palästinensern, wer hat sich von so einer Perspektive nicht bedroht gefühlt? Mal sehen, ob ich in meinem Material über die Zeit Zitate finde, die davon etwas wiedergeben. Das würde ich dann in den Artikel stellen. Giro 20:02, 27. Sep 2006 (CEST)
- Ich stimme Dir zu, an die Sache mit der "Landshut" hatte ich garnicht gedacht. Der Satz ist daher zumindest irreführend und sollte wie von Dir vorgesehen korrigiert werden (Außerdem transportiert er für meinen Geschmack etwas zu viel von der irren "Logik" der RAF). --UliR 20:17, 27. Sep 2006 (CEST)
- ok, als erstes nehme ich den Satz mal heraus. Er ist wohl auch etwas unglücklich formuliert, so richtig begriffen, was gemeint ist, habe ich erst mit Hybschers Erklärung oben. Giro 20:37, 27. Sep 2006 (CEST)
Noch etwas: Die RAF hatte nicht vor, "an die Macht" zu kommen. Im Gegenteil: Das Konzept der RAF sah vor, die Initialzündung zu einer Volkserhebung zu geben. Die Konzeptpapiere der RAF wurden damals aber nicht diskutiert, unter anderem deshalb, weil sie nie breit veröffentlicht wurden. Die RAF ist vor allem daran gescheitert, daß die RAF-Mitlieder sich völlig darin irrten, was das Volk wollte, nämlich vor allem keine Revolution. Hybscher 23:44, 27. Sep 2006 (CEST)
- In diesem Absatz geht es weniger um eine Beurteilung aus heutiger Sicht als um eine Beschreibung der damaligen Atmosphäre. Hast Du einen neuen Vorschlag? Giro 23:58, 27. Sep 2006 (CEST)
Einen konkreten Vorschlag habe ich mit meinem Satz über die "kleinen Leute" gemacht. Die Richtigkeit ergibt sich aus dem, was die RAF getan bzw. unterlassen hat. Eine gefühlsmäßige Beurteilung finde ich in der Wikipedia nicht angemessen, zumal die Erinnerung sich natürlich im Lauf der Jahrzehnte verändert hat. Die angeblich umfassende Bedrohung ist jedenfalls eine Legende. Ich erinnere mich noch an eine ziemlich bösartige schadenfrohe Parole: "Buback, Ponto, Schleyer. Der nächste ist ein Bayer!" Na ja, muß man nicht gut finden. Von soziologischen oder psychologischen Untersuchungen über die damaligen Befindlichkeiten weiß ich nichts, kann also keine wissenschaftlichen Quellen beisteuern. Hybscher 01:07, 28. Sep 2006 (CEST)
- ja klar, Angst vor dem Polizeistaat, das steht ja auch schon im Artikel. Ich habe bei meiner Suche nach passenden Zitaten von Zeitgenossen bisher nur einen Artikel eines gewissen Joschka F. gefunden, der sich 1977 mit der Thematik RAF und Gewalt auseinandergesetzt hat, nach dem Tod von U. Meinhof, ein paar Monate vor dem Deutschen Herbst. Wenn keine wissenschaftlichen Quellen greifbar sind, so sind imho auch erstmal Zitate von bekannten Zeitzeugen legitim. In dem Artikel geht es aber weniger um die Atmosphäre im deutschen Herbst, sondern mehr um die Verkündigung der Abkehr eines Kriegshäuptling der Frankfurter Spontis von der Militanz. Naja, muß noch mal weiter graben. Giro 01:30, 28. Sep 2006 (CEST)
Tendenz des Artikels
Dieser Artikel wird immer RAF-lastiger. Ernstzunehmen ist er in dieser Fassung nichtmehr, weil er die RAF mehr oder weniger als politische Kraft darstellt und die Legenden, die Sartre u.a. in die Welt gesetzt haben, als wahr darstellt.Ottokar-Przemysl 19:07, 28. Sep 2006 (CEST)
- Ich habe kein Problem damit, deinen Standpunkt in den Artikel zu integrieren. Du scheinst allerdings immer noch nicht verstanden zu haben, wie man das richtig macht. Wenn dir irgendwas an Sartres Tätigkeit nicht gefällt, dann stelle dem eine andere Stimme gegenüber, z.B. so: Sartre tat/sagte/unterließ dieses und jenes (bisheriger Text). Dann kommst du: Franz Schönhuber erklärte dagegen lapidar: "Alles Mist." (Dein Text, nur als Beispiel. Formulieren mußt du schon selbst). Deine bisherige Taktik, deine Wahrheit als die alleinige darzustellen, funktioniert nun mal nicht. Grmpf, ich wiederhole mich schon wieder... Hybscher 19:47, 28. Sep 2006 (CEST)
- Auch ich wiederhole mich: Die Wahrheit kennt nur Gott alleine. Es geht aber hier darum, dass es einfach nicht sachgerecht ist, die Ansichten von Terroristen den offiziellen Darstellungen der Bundesrepublik gegenüberzustellen, als ob es sich um zwei gleichwertige Meinungen handeln würde. Das ist sicher richtig in vielen anderen Fragen, z.B. bei verschiedenen politischen Standpunkten, aber eben nicht bei RAF-Terroristen. Ich weise darauf hin, dass ich zu keinem Zeitpunkt versucht habe, die Mord-Legende der RAF gänzlich aus dem Artikel zu tilgen. Es ist aber notwendig, sie zu gewichten. Dazu gehört z.B., bei Otto Schily, der diese Legende weitergetragen hat, darauf hinzuweisen, dass er damals RAF-Strafverteidiger war. Das ist ja nichts anrühriges, aber es ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass er interessengelenkte Meinungen vertreten hat.
- @Ottokar: Sartre soll nach dem Stammheimbesuch gesagt haben, Andreas Baader sei ein Axxxxloch. Wieso hat er damit eine Legende in die Welt gesetzt? Giro 20:11, 28. Sep 2006 (CEST)
- Sartre hat vor allem behauptet, dass die Terroristen in völliger Isolation und unter unwürdigen Bedingungen gehalten würden. In Wirklichkeit waren die materiellen Haftbedingungen so gut wie in keinem anderen Gefängnis der Welt: Die Terroristen hatten de facto eine nette WG, bloß abgesperrt. Und auch die Kontaktsperre bestand nur zeitweise, sonst hätten die RAF-Anwälte a auch keine Waffen einschmuggeln können.
- Was Du gestern schon ständig eingefügt hast, Ottokar, war nicht durch Quellen belegt. Deine neuen Ergänzungen auch nicht. Hier ist kein Blog, wo Du schreiben kannst, was Dir in den Sinn kommt. Bitte lass das. Giro 20:35, 28. Sep 2006 (CEST)
- Dieser Einwand ist recht nett. Er gilt für jeden. Sollen wir mal jeden einzelnen Punkt dieser RAF-freundlichen Darstellung auf Quellen durchkauen?Ottokar-Przemysl 21:03, 28. Sep 2006 (CEST)
- Ich persönlich halte das so, dass ich nur Quellen zu Punkten anfordere, die ich für Falschinformationen halte. Beispielsweise bei Deinen Sartre-Edits. Wo sind seine Berichte zum Stammheimbesuch so beschrieben, wie Du das hier eingefügt hast? Giro 21:19, 28. Sep 2006 (CEST)
- Zu anderen Aspekten: Ottokar will, dass die "staatliche" Version mehr gewichtet wird als die Darstellung der RAF-Version (die übigens beileibe nicht nur die Darstellung der RAF-Version ist). - Mit der Begründung, dass die "staatliche" Version (was meint er mit staatlicher Version?) gleubhafter sei, weil nicht motivations- (oder war´s interesse-)geleitet. Dazu sage ich: Selbstverständlich sind auch staatliche Verlautbarungen interessengeleitet bzw. motivationsgeleitet (ich würde eher sagen: behördliche Verlautbarungen im Dienst einer herrschenden politischen Verfasstheit); gerade "staatliche" Informationen sind eben nicht per se das, was hier als NPOV firmiert (natürlich auch nicht die RAF-Version). Wer recht hat, vermögen wir hier nicht zu entscheiden. Aber "der Staat" hat nicht deshalb recht, weil er "der Staat" ist, so wenig, weil andere deshalb recht hätten, weil sie ... sagen wir mal "links" sind. Ich gehe davon aus, dass es Quellen für die eine und die andere Version gibt. Die einen schlagen ihre "Beweise" den "Beweisen" der anderen um die Ohren, sind letztlich alles lediglich Indizien, für die es Gegenindizien gibt. Die Geschichte ist faktisch weiterhin umstritten, und Wikipedia hat nicht die Aufgabe, Hofberichterstattung für die deutschen Behörden (oder für sonstwen) zu liefern. Ottokars Beiträge sind nicht nur vom Duktus her durchzogen von der deutlich durchscheinenden Meinung, dass die RAF "böse" gewesen sei, sondern dass das, was er als Linke (z.B. Böll, der in meinen Augen immer noch ein linksliberaler Intellektueller war, der ja auch in anderen Zusammenhängen historisch als Verbrechen der "Linken" geltende Themen anzuprangern sich nicht scheute ... ich würde ihn eher als humanistischen Moralisten bezeichnen) ... was er als Linke bezeichnet, auch "böse" war, weil sie es wagte, die Maßnahmen des damaligen deutschen Staates anzuzweifeln, in Frage zu stellen, Verantwortlichkeiten von Politik, Wirtschaft und medien zu thematisieren und zu hinterfragen. Dieser Ansicht darf Ottokar ja sein, so wie ich und andere hier eben andere Ansichten haben mögen, aber private Ansichten haben so eindeutig deutlich werdend im Artikel nichts zu suchen. --Ulitz 21:56, 28. Sep 2006 (CEST)
Es entspricht keiner neutralen Formulierung, wenn z.B. Bölls pro-RAF-Artikel als angeblich "provoziert" und er damit als Opfer dargestellt wird. Böll wusste, was er tat, und er wusste, was er schrieb. Dass Böll ein "bedeutender" Intellektueller ist, ist eine hier nicht angebrachte Wertung. Ich würde behaupten, dass er als Intellektueller ein eher kleines Licht war, aber auch das ist eine Wertung. Also ist die sachliche Darstellung, einfach nur zu schreiben, dass "Böll" an einem Drehbuch mitwirkte.Ottokar-Przemysl 11:08, 29. Sep 2006 (CEST)
Wertungen wie "namhaft" und "bedeutender Intellektueller" könnte man in der Tag ohne Informationsverlust streichen. Diesbezüglich gebe ich Ottokar recht. Solche Beurteilungen kann jeder Leser u.a. anhand des Artikels zur jeweiligen Person treffen. Ich mache das jetzt mal. Hybscher 12:07, 29. Sep 2006 (CEST)
Ohmist, gesperrt. Tja Ottokar, tut mir leid für dich. Vorher etwas mehr Konsensfähigkeit, dann hättes du jetzt einen Erfolg erzielt. Hybscher 12:09, 29. Sep 2006 (CEST)
Oh Mist, die RAF-Freunde waren schneller und zahlreicher.Ottokar-Przemysl 13:43, 29. Sep 2006 (CEST)
Anfrage - Mitarbeit Bölls an Deutschland im Herbst?
Bei meinen kleinen Ergänzungen ist mir Böll beim genannten Film "ins Auge gefallen". Ich weiß, dass Böll bei der Verfilmung seines Romans "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" mit Regisseur Schlöndorff zusammengearbeitet hat (hängt ja durchaus auch mit dem Thema zusammen). Ob er tatsächlich auch bei Deutschland im Herbst als Drehbuchautor mitgewirkt hat, wie in den aufgeführten Weblinks benannt ... war mir jdf. bislang nicht bewusst. War das tatsächlich so? - Sind die entsprechenden Links verlässlich? --Ulitz 22:59, 28. Sep 2006 (CEST)- Du bist schon ein Witzbold, erst formulierst Du den Satz mit Böll fünfmal um, und dann kriegst Du plötzlich einen Schreck, der Weblink würde vielleicht nichts taugen. Den Film gibts auf DVD, und alle Weblinks über diese DVD, die ich angeklickt habe, führen Böll auf. Ausgerechnet diesen Weblink im Artikel habe ich ausgesucht, weil er eine Beschreibung des Deutschen Herbst enthält, die eigentlich noch besser ist als der wikipedia-Artikel. Giro 23:20, 28. Sep 2006 (CEST)
- Gut - Gut... : Die Umformulierungen waren relative Kleinigkeiten - ich bin halt einer der Typen, die die Vorschaufunktion oft nicht beachten. Die Anfrage kam mir im Nachhinein, als ich mich an Schlöndorff und ...Katharina Blum erinnerte - und insgeheim vermutete, dass da vieleicht was verwechselt worden sein könnte. - aber okay - nix für ungut :-) --Ulitz 23:38, 28. Sep 2006 (CEST)
- hehe, ist schon recht. Die Verbindung Böll-Schlöndorf gibt es in dem Film auch. Guckst Du hier: [LINK] Giro
== RAF-Logo => SVG ==
Hallo, auf Commons liegt eine SVG-Version des RAF-Logos; leider ist der Artikel gesperrt, daher wärs toll wenn einer der Admins die Grafik anpassen könnte. MfG --Ratatosk Ratatosk 06:39, 23. Okt. 2006 (CEST)
Wenn das Logo geändert wird, bitte ich auch darum einen Rahmen zu setzen. Damit sollten wir ausdrücken, dass wir uns die Symbole der Raf nicht zu eigen machen, sondern sie nur zitieren. Alex42 16:20, 26. Nov. 2006 (CET)
Strauß-Zitat Ratten und Schmeißfliegen
In dem Absatz "Die Atmosphäre während des Deutschen Herbstes" ist ein Fehler. Mit dem Ausdruck "Ratten und Schmeißfliegen" hat Strauß nicht die Schriftsteller Böll und Grass gemeint, sondern ihn kritisierende (linksliberale) Journalisten. Das Zitat fiel anlässlich einer Wahlkampfveranstaltung 1979 in Köln und lautet vollständig: "Gegen Ratten und Schmeißfliegen führt man keine Prozesse." Hier ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung als nur eine der Quellen [[LINK]]. Strauß selbst hat diese Wortwahl immer bestritten. Leider hatte mein Entsperrwunsch, um den entsprechenden Satz zu streichen, keinen Erfolg, sodass die Klarstellung auf diesem Weg erfolgt. Makemake 10:04, 3. Nov. 2006 (CET)
Du solltest nicht ernsthaft erwarten, dass die Freunde der RAF, die diese Seite mit Argusaugen bewachen, irgendeine Klarstellung zuließen, die ihre Geschichtsfälschung entlarven könnte. Ottokar-Przemysl 21:23, 5. Nov. 2006 (CET)
- Ja, da hast Du wahrscheinlich Recht, eine gewisse Linkslastigkeit in Wikipedia ist wohl nicht zu leugnen. Dennoch halte ich es mit Goethe: "Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird. Und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse." Makemake 09:30, 8. Nov. 2006 (CET)
Ich stimme der Kritik zu: der Artikel ist Raf-lastig geworden. Ich bin es auch leid, jetzt wieder alles zu ändern, weil dann doch wieder ein Raf-Nostalg vorbeischaut und die selben platten reden schwingt wie seit 25 Jahren. jaja sie wurden ermordet, ich kanns nicht mehr hören. leider haben sich in den vergangenen monaten die edits in der ganzen thematik RAF, Terrorismus, Deutschland in den 70gern in dieser richtung massiv erhöht. stelle jedenfalls demnächst den Neutralitätsbaustein rein, weil hier ja nun mehrere user die gleiche Kritik geäussert haben. --Freedom Lübeck 17:49, 11. Nov. 2006 (CET)
Bitte diesen Weblink einfügen
Bitte diesen Weblink einfügen. Er erfüllt alle Wikipedia-Anforderungen:
-- Irakli 15:50, 19. Nov. 2006 (CET)satre
laut wikipedia besuchte satre stammheim 1974, gibt also keinen wirklichen grund ihn hier zu erwaehnen, wahrscheinlich wird er in artikeln ueber baader und stammheim erwaehnt. im artikel klingt es fast so als wenn er nach den selbstmorden von baader und co gekommen waere...Trueblood 11:00, 25. Nov. 2006 (CET)


