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Der Artikel Diazepam gehört zur Kategorie: Arzneistoff, ATC-N05, Antiepileptikum, Benzodiazepin, Notfallmedikament
, Faustan
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Diazepam.svg Bildherkunft |
|CHEM-NAME=7-Chlor-2,3-dihydro-1-methyl-
5-phenyl-1H-1,4-benzodiazepin-2-on
|SUMMENFORMEL=C16H13ClN2O
|MOLMASSE=284.7 g/mol
|PHWZ=(siehe Text)
|METABOLISATION=hepatisch(CYP450)
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|PPB=97%
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Diazepam ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der langwirksamen Benzodiazepine. Es wird insbesondere als Psychopharmakon zur Behandlung von Angstzuständen, in der Therapie epileptischer Anfälle und als Schlafmittel angewendet. Diazepam wurde allerdings auch als Lifestyle-Droge missbraucht - beschrieben u.a. im Rolling Stones Song Mother's Little Helper.
Diazepam wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die "Liste der unentbehrlichen Medikamente" aufgenommen, welche zum Ziel hat, allen Menschen weltweit Zugang zu den notwendigsten Arzneimitteln zu sichern.WHO Model List of Essential Medicines (PDF-Datei, 450kB), 14. Edition (März 2005), Hrsg. Weltgesundheitsorganisation.
Klinische Angaben
Diazepam wirkt anxiolytisch, antikonvulsiv, muskelrelaxierend und sedierend. Es besitzt eine lange Halbwertzeit (24 - 48 h). Auch seine Abbauprodukte sind pharmakologisch aktiv (Halbwertzeit 50 - 80 h). Der Abbau von Diazepam ist altersabhängig. Die Halbwertszeit beträgt bei Erwachsenen ca. 30 h, während sie bei 60- bis 90-Jährigen um die 80 h liegt.Anwendungsgebiete (Indikationen)
Neben seiner Anwendung zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen wird Diazepam in der Prämedikation vor chirurgischen und diagnostischen Eingriffen eingesetzt. Ebenso findet es als Muskelrelaxans und als Notfalltherapeutikum zur Behandlung epileptischen Grand-mal-Anfällen sowie zur Vermeidung von Grand-mal-Anfällen, falls Anzeichen vorher bemerkbar sind, Verwendung (siehe Antikonvulsivum).Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Diazepam wird über das Cytochrom P450-Enzymsystem (CYP 3A4) abgebaut. Hemmstoffe dieses Enzymsystems (z.B. Cimetidin) führen zu einem verlangsamten Abbau von Diazepam verbunden mit dessen verlängerter oder verstärkter Wirkung.Diazepam verstärkt die Wirkung anderer Muskelrelaxantien sowie die Wirkung von Lachgas und Analgetika. Die Wirkung von Diazepam wird durch Alkohol verstärkt.
Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)
Diazepam führt zu einer Reduktion des Skelettmuskeltonuses und zur Schläfrigkeit und beeinträchtigt dadurch das Reaktionsvermögen auf längere Zeit.Diazepam kann bei regelmäßiger Einnahme über einen längeren Zeitraum insbesondere psychische, aber auch physische Abhängigkeit hervorrufen. Es ist bei regelmäßiger Anwendung zu äußerster Vorsicht zu raten! Das gilt nicht nur für die missbräuchliche Anwendung, sondern auch für den therapeutischen Dosisbereich. Es wird geschätzt, dass in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen betroffen sind.
Beim plötzlichen Absetzen der Therapie nach längerer Anwendung können starke Entzugserscheinungen eintreten.
Pharmakologische Eigenschaften
Wirkungsmechanismus (Pharmakodynamik)
Diazepam wirkt als allosterischer Modulator des GABAA-Rezeptors und verstärkt die Wirkung des Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Dabei bindet Diazepam als Agonist an die Benzodiazepinbindungsstelle dieses Rezeptors (ein Chlorid-Ionenkanal) und bewirkt so seine konformationelle Änderung; diese erhöht die Rezeptor-Empfindlichkeit gegenüber GABA. Eine verstärkte GABA-Aktivität resultiert in einer erhöhten Öffnungsrate am Chloridkanal und damit in einem verstärkten Einstrom von Chloridionen in die Zelle. Die Erhöhung der intrazellulären Chloridkonzentration führt durch Hyperpolarisation zu einer verminderten Erregbarkeit der Zelle.Bioverfügbarkeit
Diazepam wird nach oraler Einnahme zu nahezu 100% resorbiert.Metabolismus
Die Verstoffwechslung umfaßt vorwiegend die Schritte N-Demethylierung and Hydroxylierung und liefert die aktiven Abbaustoffe Desmethyldiazepam, Temazepam und Oxazepam.Toxikologie
Als Antidot (Gegengift) bei Vergiftungen mit Benzodiazepinen wird Flumazenil (Handelsname Anexate®) verwendet (ein spezifischer Antagonist).Chemie
Diazepam ist ein N-methyliertes Benzodiazepin. Als solches ist es durch eine Lactamstruktur gekennzeichnet. Diazepam wurde Mitte der 1950er Jahre erstmals durch Leo Sternbach (1908-2005) ausgehend von Chlordiazepoxid synthetisiertSternbach LH, et al. (1961): J. Org. Chem., 26: 4488-97. Alternativ dazu veröffentlichte Leo Sternbach einen Syntheseweg ausgehend von p-Chloranilin über 2-Amino-5-chlorbenzophenon und GlycinethylesterhydrochloridÜbersicht über Syntheseverfahren.
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Synthese von Diazepam nach Sternbach: Benzoylchlorid reagiert mit p-Chloranilin zu 2-Amino-5-chlorbenzophenon. Dies wird mit Hydroxylamin zum Oxim kondensiert. Nach Zyklisierung mittels Chloressigsäurechlorid und Ringerweiterung mit Alkali, ergibt die Reduktion des N-Oxids und die anschließende N-Methylierung das Endprodukt. Bildherkunft |
Geschichte
Diazepam wurde erstmals 1963 von der Fa. F. Hoffmann-La Roche unter dem Handelsnamen Valium® auf den Markt gebracht.Literatur
- L.H. Sternbach (1979). The Benzodiazepine Story. J. Med. Chem. 22:1
- Fachinformation für Valium, Roche Pharmaceuticals
- Bandelow, Borwin et al. Handbuch der Arzneimitteltherapie, Bd.1, Psychopharmaka, 2nd edition. Enke, 2004. ISBN 3-13-113041-5.
- Benkert, Otto et al. Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 5th edition. Springer, 2003. ISBN 3-540-21893-9.
Quellen
Weblinks
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Benutzung dieses Bausteins
Dieser Baustein soll nur als Hinweis dafür dienen, dass Wikipedia nicht die Konsultation eines Arztes ersetzen kann. Er ist hingegen unangebracht bei rein beschreibenden Artikeln, z.B. Artikeln aus der Anatomie.Gesundheitshinweis
Diskussion der Autoren über den Artikel: Diazepam
Wenn jemand angemeldet hat und ISIS-Draw besitzt: bitte mal die richtige Formel hochladen. 148.188.128.36 14:25, 18. Okt 2004 (CEST)
Wenn das Diagramm falsch ist, ist die Summenformel auch falsch. Richtig ist dann: C16H13ClN2O Dnaber 00:08, 22. Nov 2004 (CET)
- Erledigt. --Kuede 23:53, 16. Jan 2005 (CET)
Fachsprache
ad Pharmakologie - Wirkmechanismus:"Diazepam bindet als Agonist an die Benzodiazepinbindungsstelle des GABAA-Rezeptors (ein Chloridkanal) und führen somit zu dessen Öffnung (Die Bindung an die Benzodiazepinbindungsstelle bewirkt eine konformationelle Änderung des Rezeptors für GABA und macht diesen empfindlicher für GABA, welches dann die erhöhte Öffnung des Chloridkanals bewirkt). Diese hat einen Einstrom von Chloridionen in die Zelle zur Folge. Die Erhöhung der intrazellulären Chloridkonzentration führt durch Hyperpolarisation zu einer verminderten Erregbarkeit der Zelle."
hä? --Brunft 12:32, 10. Jan 2005 (CET)
- Stimmt. Wikipedia ist kein Lexikon für Ärzte oder Apotheker.
"Leo Sternbach (1908-2005)" Stimmt das???
Entzugserscheinungen
rho: Zu dem Satz: Entzugserscheinungen, die sich - je nach Dauer der Anwendung und Dosis - über viele Jahre als Neuralgien (Nervenschmerzen) bemerkbar machen. fehlen verläßliche Quellenangaben. Deswegen habe ich ihn aus dem Text herausgenommen. RhoWegen des Suchtpotentials finde ich Links auf Seiten, wo Diazepam per Versandhandel rezeptfrei zu bekommen ist, nicht in Ordnung.
- Wurde entfernt. Genauso wie dein wahrscheinlich/hoffentlich versehentlicher Edit im Artikel. --Sven Jähnichen 21:16, 25. Mär 2006 (CET)
rho Klarstellung: Ich habe nie Links, wo Diazepam per Versandhandel rezeptfrei zu bekommen ist, in Wikipedia eingestellt und propagiere auch nicht die rezeptfreie Abgabe dieses Medikamentes. Rho
Strukturformel
Sind Diazepam und Valium identisch? Wenn ja, dann ist nebenstehendes Bild doch falsch, oder? Gruß, --Rhododendronbusch 12:06, 3. Okt 2006 (CEST)
- Richtig erkannt! --Sven Jähnichen 12:53, 3. Okt 2006 (CEST)
- Verwirr die Leute doch nicht mit ambivalenten Aussagen. Ein Wer lesen kann, ist klar im Vorteil würde doch auich schon reichen ;-)--Tox 21:32, 3. Okt 2006 (CEST)
- Das richtig erkannt bezog sich auf das Fluoratom, dass einfach in Diazepam/Valium nicht reingehört. Die Formel ist also falsch. --Sven Jähnichen 22:50, 3. Okt 2006 (CEST)
- Ich sollte mal meine eigenen Dummenspüche beherzigen;-). Das ist Dalmadorm oder?--Tox 23:05, 3. Okt 2006 (CEST)



