Toplinks zu diesem Thema:
Englisch, Verlag, Homepage, Kurs, Schutz, Training, Webseite
Der Artikel Didgeridoo gehört zur Kategorie: Aborigines, Aerophon, Australische Musik, Volksmusik
Das Didgeridoo [] ist ein obertonreiches, im traditionellen Zusammenhang überwiegend rhythmisch eingesetztes Begleitinstrument für Gesänge und Tänze. Basierend auf einem in der Tonhöhe nur leicht variierten Grundton und überblasenen Tönen, entsteht die klangliche und rhythmische Vielfalt durch Kombinationen aus Mundbewegungen, Atemtechnik und Stimmeffekten (s. u.).
![]() |
|
Authentisches Yidaki (Didgeridoo) aus Nord-Ost-Arnhemland, hergestellt von Mirarra Burarrwanga Bildherkunft |
![]() |
|
Didgeridoo,vermutlich aus Bambus, mit den typischen Merkmalen der Tourismusproduktion (u.a. standardisierte Malerei) Bildherkunft |
![]() |
|
Didgeridoo aus Eukalyptus mit teilweise naturbelassenem Stamm und standardisierter Malerei Bildherkunft |
Das Didgeridoo ist ein Blasinstrument aus der Familie der Aerophone und gilt als traditionelles Musikinstrument der nordaustralischen Aborigines, dort zumeist gefertigt aus einem von Termiten ausgehöhlten Stamm lokaler Eukalyptusarten.
Der Begriff Didgeridoo (anglifizierte Schreibweise für „Didjeridu“) ist eine lautmalerische Nachahmung des Klanges oder einer auf diesem Instrument gespielten Rhythmusfolge.
Die einheimischen Namen variieren dem jeweiligen Gebiet und auch der Verwendung entsprechend, es gibt mindestens fünfzig davon, zum Beispiel: djalupu, djubini, ganbag, gunbarrk, gamalag, maluk, yirago, yiraki, yidaki und yedaki.
Instrumentenkundlich steht das Didgeridoo von der Art und Weise der Tonerzeugung her (Lippen als Tongenerator, Röhren als Verstärker) den Blechblasinstrumenten nahe. Als einziges dieser Instrumente wird es auf dem Grundton, d.h. auf der ersten/tiefsten schwingfähigen Frequenz geblasen.
Instrument
Das Didgeridoo besteht aus einem 1 bis 2,50 m messenden Abschnitt eines Eukalyptusstammes, der von Termiten ausgehöhlt wird. Die licht- und temperaturempfindlichen Termiten beschränken sich hierbei auf das extrem harte und trockene Kernholz des noch lebenden Baumes und meiden das Feuchtigkeit führende Splintholz, dass für sie vermutlich auch toxisch wirkt.
Aus einigen bisher sehr seltenen Hinweisen in Form von Malereien wird im allgemeinen gefolgert, dass die ersten Instrumente aus dem leichter zu bearbeitenden Bambus bestanden.In einigen Fällen wurden auch Stämme des Pandanus-Baumes verwendet, dessen weicher Kern herausgearbeitet werden kann. Erst seit der Einführung von Metall-Werkzeugen ist Eukalyptus das vorherrschende Material.
Das Mundstück besteht zum Schutz der Lippen lediglich aus einem Wachsring, der bei günstig gewachsenen oder gut verarbeiteten Instrumenten fehlen kann.
Vereinzelte Exemplare für besondere zeremonielle Funktionen sind aufwändig bemalt, diese Art der Bemalung wird inzwischen jedoch meist speziell für den touristischen Verkauf angefertigt.
Aufgrund der einfachen Bauweise und des touristischen Wertes werden viele Didgeridoos inzwischen in rationalisierter Massenbauweise im außeraustralischen Ausland gefertigt, z.T. aus anderen Materialien wie z. B. Teakholz (aufgebohrt) und Bambus, u. a. auch in Indonesien (von wo aus sie auch nach Australien reimportiert werden).
Als „Aerophon“ ist ein wichtiges klangbildendes Element des Didgeridoos die schwingende Luftsäule. Die Länge und Form dieser Luftsäule bzw. die Abfolge verschiedener Volumina, gebildet durch Verengungen, Aufweitungen, Fraßspuren ([LINK]) etc., ist entscheidend für das Klangbild des jeweiligen Instrumentes. Die physikalischen Grundlagen, die für die individuelle Klangcharakteristik eines Didgeridoos bestimmend sind, wurden in letzter Zeit hinreichend beschrieben (u.a. von Dr. Frank Geipel auf einer Webseite zur Didgeridoo-Physik), sodass inzwischen Simulationen und Analysen von Didgeridoos möglich sind.
Bereits eine einfache zylindrische Röhre reicht für die grundsätzliche, didgeridootypische Klangbildung aus. Daher kann der Klangeffekt des Didgeridoos genauso aus Röhren erzeugt werden, die aus einem anderen Material gefertigt sind, wie Pappe, Glas, Kunststoffe (z.B. zurechtgeschnittene oder mit aufgesteckten Erweiterungen versehene Plastikrohre aus dem Baumarkt), Faserverbundstoffe (GFK) u.ä. Die Härte und Schwingfähigkeit des Materials beeinflusst hierbei die Klangqualität.
Vielfach können auch andere Instrumente aus der Familie der Blechblasintrumente mit tiefen Tönen mit didgeridoo-typischen Techniken gespielt werden, z.B. Tuba, Posaune, Alphorn. Da hier aber nicht der Grundton angespielt wird, ist das Obertonspektrum sehr viel schwächer ausgeprägt. Steckbare Alphörner können nach Entfernung des obersten Abschnittes brauchbare Didgeridoos ergeben.
Gelegentlich wird darauf hingewiesen, dass auch an anderen Orten weltweit Naturhörner didgeridooähnlich gespielt wurden. Dies ist zwar möglich, aber der schlüssige Nachweis ist problematisch, da die Tonaufzeichnungsmethoden bis ins 20. Jahrhundert relativ schwach entwickelt waren. Insbesondere jedoch die Lure und die noch älteren Irischen Hörner haben ein Klangpotential, das eher auf sanftes, grundtonbezogenes Obertonspiel mit didgeridoo-ähnlichen Techniken denn auf die bisher vorausgesetzte trompetenartige Verwendung hinzuweisen scheint.
Trotz ihrer rein optischen und klanglichen Ähnlichkeit werden tibetische Langposaunen, afrikanische Kuhhorn- und Holztrompeten sowie papuanische Bambus-Langflöten nicht mit didgeridooähnlichen Techniken gespielt. Entscheidend ist hierbei auch, dass diese Instrumente nicht auf dem Grundton gespielt werden.
Spieltechnik
Das Didgeridoo wird mit "flatternden" Lippen sanft angeblasen. Die Lippenkontrolle ist für die Kraft und Dynamik des Grundtones entscheidend, weniger die Luftmenge oder Anblasstärke.
Klangveränderungen entstehen durch:
- sprachähnliche Artikulationen (Anschläge wie „d,t,k,g“..u. ä., Zungenroller wie „r“ und vokalartige Töne wie „a,e,i,o,u“ u. v. m.)
- Verengungen des Mundraumes (Zunge, Wangen, Unterkiefer), (lautmalerisch in etwa beschreibbar als „wok“ oder „wik“, und andere)
- Veränderung des Anblasdruckes in Verbindung mit instrumenteneigenen Resonanzen (Erhöhung/Erniedrigung des Grundtones, Trompetentöne, resonierende Zungenschläge)
- Einsatz der Stimme (als lauter Schrei oder als sanfte Stimme zur Erzeugung einer „Schwebung“, eines rauen Tones)
Die pittoreske Nachahmung von Tiergeräuschen (Dingobellen, Kängurusprünge, das Lachen des Kookaburra u. ä.) wird gelegentlich dem Kontakt mit Weißen zugeschrieben, die die tierischen Elemente innerhalb traditioneller Rhythmen ohne intensive Vorbildung nicht wahrnehmen können.
Durch die Technik der Zirkularatmung können die Klangelemente ohne Atempause nahtlos aneinander gefügt werden. Bei der Zirkularatmung wird die Luft aus dem Mundraum herausgedrückt, während durch die Nase geatmet wird. Das Musizieren ist ein ausgezeichnetes Training für Hals-, Mund- und Atemmuskulatur. Es gibt überzeugende Hinweise, dass sich die weitverbreitete Schlafapnoe (nächtliche Atemstillstände) dadurch bessern kann.
Das Didgeridoo wird traditionell meist sitzend oder hockend gespielt, wobei das Ende am Boden aufliegt. Oft klopft der Bläser mit den Fingern oder mit einem Klangstab (Clapstick oder „bilma“) rhythmische Figuren dazu.
Obwohl durch die Kombinationen aus Stimme und Obertönen bewusst melodische Elemente eingesetzt werden, ist das Didgeridoo in erster Linie ein Rhythmusinstrument.
In den moderneren, westlichen Interpretationen wird das Instrument oft in Form von langgezogenen, meditativen Phrasierungen eingesetzt, auch haben sich im Zusammenhang mit der westlichen Musikkultur eine Vielzahl von Klangtechniken eingebürgert, die die Verwendung in modernen Musikrichtungen erlaubt.
Verbreitung und Verwendung
Inzwischen geht man davon aus, dass dieses Instrument zunächst nur im äußersten Norden von Australien, in Arnhemland, gespielt wurde. Die ersten derzeit bekannten Hinweise für das Vorkommen des Didgeridoos sind ungefähr 2500-3000 Jahre alte Felsmalereien. Ob das Instrument davor schon bekannt war, lässt sich nur spekulieren. Äußerungen aus der Aboriginal-Mythologie, die das Instrument auf den "Anbeginn der Zeit" datieren, sind die Ursache für Altersspekulationen von über 40.000 Jahren.
Als das primäre Musikinstrument im nördlichen Aborigine-Kulturkreis wird das Didgeridoo traditionell für jede Form von Musik eingesetzt, von Kinderliedern über sogenannte „offene“ Zeremonien bis hin zu geheim-heiligen Ritualen, deren Einhaltung die Existenz des Landes oder Lebens sichern sollen.
Daher wird das Didgeridoo bereits im Kindesalter von Jungen und vielfach auch den Mädchen spielerisch erforscht. Bei Erreichen der Pubertät verändern sich die Aufgabenbereiche der Geschlechter und die Mädchen beenden das Spielen. Nichtsdestotrotz ist bekannt, dass gelegentlich Frauen bei Abwesenheit eines derartig ausgebildeten männlichen Spielers einspringen.
Entgegen der landläufigen Wahrnehmung wird das Didgeridoo überwiegend zur Begleitung des Gesanges eingesetzt, und wird nur zu Übungszwecken solierend gespielt.
Von Arnhemland aus fand es wohl zu Beginn des 20ten Jahrhunderts seinen Weg in die Kimberleys, und nach 1950 verbreitete es sich über den gesamten Kontinent. Mit dem Aufkommen der New Age Musik begannen zahlreiche Musiker in aller Welt, sich für dieses Naturinstrument und seinen sonoren, beruhigenden Klang zu interessieren. Das Didgeridoo wird inzwischen vielfach auch im Techno und im Pop/Dance-Bereich genutzt.
Der Aborigines-Rockband Yothu Yindi (aus Arnhemland) gelang 1988 mit der CD "Homeland Movement" der Durchbruch und 1992 mit der Dance-Version von "Treaty" sogar ein Welt-Hit.
Stilistisch in Rock und Pop einzuordnen, hat ihre Musik die typischen traditionellen Inhalte (Überlieferung) sowie politische Tendenzen. Sie sind eine der wenigen Bands, die das Didgeridoo mit traditioneller Spielweise in moderne Musik einbinden. Weitere Bands dieser Art sind Blekbala Mujik, Narbalek und die Saltwater-Band. Mit der steigenden Popularität der traditionellen Musikichtungen Arnhemlands werden immer mehr traditionelle Musiker bekannt, allen voran die Spieler im Umkreis von Yothu Yindi und deren Familien, z.B. der Didgeridoobauer Djalu Gurruwiwi sowie dessen Sohn Larry oder Milkayngu Mununggurr.
Einer der erfolgreichsten Vertreter eines modernen Stiles ist der Aborigine-Musiker David Hudson, der seit Ende der 80er Jahre weltweit Erfolge als Solist feiert.
Andere zeitgenössische australische Musiker mit CD-Veröffentlichungen sind Alan Dargin, der das Instrument unter anderem auch in der Sendung mit der Maus und bei der Australien-Serie des deutschen Showmasters Joachim Fuchsberger demonstrierte, Janawirri Yiparrka und Ash Dargan, sowie aus der weißen Bevölkerung Ganga Giri, Si Mullumby, Phil Conyngham und Paul Taylor.
Die wohl bekannteste westliche (nicht-australische) Formation, die das Didgeridoo in ihrer Musik einsetzt, ist die britische Pop-Band Jamiroquai. Einige weitere westliche Musikgruppen bzw. Personen welche das Didgeridoo verwenden sind: Dr. Didge, Inlakesh, Stephen Kent, Willi Grimm oder Denra Dürr.
Es wurde festgestellt, dass das Spielen des Didgeridoos das Schnarchen mindern kann.
Weblinks
- Didgeridoo Cultural Hub of Australia (englisch)
- Didgeridoo-Lexikon, alle Fachbegriffe verständlich erklärt
- Didgeridoo-Physik, Forschung und Computersimulationen zu Klangeigenschaften
- Didgeridoo acoustics (englisch) - eine hervorragende wissenschaftliche Homepage der University of New South Wales (mit sound files)
- Earthsounds.de Viele Informationen zum Thema Didgeridoo
- British Medical Journal Didgeridoo-Spielen als Therapie für das Schlaf-Apnoe-Syndrom (englisch)
Anleitungen:
- Didgeridoo-Spielanleitung (Zirkularatmung) - als Text und MP3
- Didge Zirkulare Atmung - Flashmovie
- kleine Spielanleitung - Hamburger Didgeridoo & Australien Stammtisch
- Didgeridoo - Musik zum Download, Infos und Didgeridoo-Kurs
- Spielanleitung: Grundlagen - Ansatz, Atemstütze, Obertöne als Text und MP3´s
Literatur
- David Lindner: Traumzeit - Das Geheimnis des Didgeridoo, ISBN 3-933825-40-7, Traumzeit-Verlag, Battweiler.
- David Lindner: Die Neuen Didgeridoos - Das Didgeridoo in Mitteleuropa, ISBN 3-933825-13-X, Traumzeit-Verlag, Battweiler.
- David Lindner (Hrsg), Djalu' Gurruwiwi, Charlie McMahon, Bruce Rogers, Prof. Lloyd Hollenberg, Alistair Black, Dr. Frank Geipel u.a.: Das Didgeridoo-Phänomen. Von der Urzeit zur Moderne: Geschichte, Entwicklung, Handel, Ökologie, Physik, Bauanleitungen, ISBN 3-933825-24-5, Traumzeit-Verlag, Battweiler.
- Akustische Forschung zum Didgeridoo: A. Tarnopolsky et al., Nature 436, 39 (2005); Bericht in deutsch: H. Dittmar-Ilgen, Naturwissenschaftliche Rundschau 3/2006, S. 147
Diskussion der Autoren über den Artikel: Didgeridoo
Lippenblasinstrument
Diesen Begriff würde ich ersetzen, weil er den marius m.W. in der Instrumentenkunde nicht üblich ist. Wie richtig im Artikel steht, ist das Didgeridoo ein Blechblasinstrument, das man zu den Polsterpfeifen zählt. Der Begriff "Lippenblasinstrument" könnte außerdem im Zusammenhang mit der Lippenpfeife zu Mißverständnissen führen. --ChesneyB 19:32, 3. Sep 2005 (CEST)
Ich stimme zu, etwas wie Aerophon(Luftklinger) mit der Spezifizierung Holzblasinstrument würde vollkommen reichen, da die Lippen allerdings eine große Rolle beim Didge spielen spielen, sollte man ise noch einmal gesondert erwähnen. --Bata 20:53, 6. Sep 2005 (CEST)
Neuste Veränderungen
Guten Abend zusammen!
Nachdem ich die Entwürfe nun schon seit geraumer Zeit in meinem Rechner liegen habe, habe ich heute die Zeit gefunden, den gesamten Artikel mal zu überarbeiten.
Dabei habe ich auch die Struktur etwas angepasst. Sie erscheint mir jetzt etwas sinnvoller. Ich habe dabei versucht, die einzelnen Themen/Stichworte der VorgängerInnen auf entsprechende Weise mit einzuarbeiten.
Bestimmte andere Stichworte, die mir zu sehr Ausdruck einer persönlichen oder lokalen Besonderheit zu sein schienen, habe ich hingegen weggelassen.
Ich hoffe, das ist verzeihlich.
Bei Gelegenheit werde ich auch noch mal nach einem Bild von einem Originalinstrument suchen, das hier abgebildete trifft doch zu sehr den Kern der "touristischen Massenverarbeitung"...
Beim Überlesen ist mir auch aufgefallen, dass ich einen kleinen Gag mit eingebaut habe. Fällt nicht zu sehr auf, aber wenn er stört nehm ich ihn beim nächsten Zugriff raus (oder wer immer möchte, tut es).
Darüberhinaus bin ich natürlich an jedem Feedback, auch von Seiten der Musikwissenschaft, interessiert. Nicht alle meine Äußerungen basieren hier auf dem vollständigen Wissen um die physikalischen Einzelheiten (Ich hatte in Physik ne 6) ;-)=)
So, ich freue mich auf euer Feedback.
Ansgar (Mitglied der Redaktion des deutschen Didgeridoo-Online-Lexikons)=
Nachtrag:
Kleinere Bearbeitungen, "dick" aufgetragen, vereinzelte grammatikalische und sachbezogene und Format- Korrekturen.
Ich schreib das hierhin, weil ich zwar angemeldet bin, aber derartig selten hier bin, dass ich meine Zugangsdaten vergessen habe...
Werd mal 'nen Neuen Account aufmachen müssen...
Frage von auswärts:
> Guten Tag!
> Bin neu auf dieser site und möchte anfragen, wer welche Erfahrungen
> mit dem Didge als Heilinstrument hat!
ottoheinrich
..ist zwar eigentlich der falsche Platz für eine solche Frage, aber hier mal ne Antwort: Schau mal auf das Forum von didgeridu.de, da gibts ein Diskussionsforum speziell für Didgeridoo in der Therapie. Ansgar
Neues Bild
Ich mach mal hier oben weiter...
ENDLICH! Habe gerade ein neues Bild zum Didge hochgeladen. Sieht irgendwie besser aus als die Indonesien-Touri-Bambus-Röhre, die da vorher war...
Ich habe übrigens bei meiner ersten Bearbeitung die Links etwas vorkategorisiert, mit Absätzen, das hab ich jetzt wieder mal vorgeschlagen. Kann sein dass das nicht erwünscht ist, aber es schien mir sinnvoll, um die Hintergrundmaterialseiten von den Spielanleitungen abzutrennen.
Was sagen die erfahrenen Wikipedier? --Anse 15:46, 20. Jan 2006 (CET)
- nicht´s für ungut, aber neue diskussionsbeiträge bitte unten.
Ah, verstehe... wie unpraktisch. Egal, is gebongt. ;-)
hm... so schlecht fand ich das andere gar nicht, spricht denn etwas dagegen beide im artikel zu haben? hab es erstmal wieder hinzugefügt - und sogar noch eins, dass ich bei commons gefunden hab - beschreibungen könnten die beiden bilder noch vertragen. die kategorisierung der links ist grundlegend nicht verkehrt, aber so mittels absätzen nicht umbedingt empfehlenswert - versuchs doch mal mit "unterüberschriften". --Kristjan' 20:23, 20. Jan 2006 (CET)
Na klar, da gehen auch mehrere. Sieht gut aus.(Ich bin halt nur damals auf die Seite mit dem GROSSEN Bild gestoßen und habe quasi nach nem adäquaten Ersatz gesucht.. ;-) Gewohnheitstierchen...
Das, was ich für mich an beiden Bildern als störend empfinde ist, dass diese beiden Bilder keine "authentischen" (auch nicht im weiteren Sinne) Instrumente wiedergeben, sondern "Touristen-Derivate"... Was zugegebenermaßen auch schwierig ist, da man die "Rechte für Echte" ein bissel schwieriger zusammenbekommt... Aber vielleicht find ich dazu ja mal ne passende Unterschrift.
Das mit den Links ist ne gute Idee. (auch hier war so meine Idee, die kommerziellen eher unten und die sachlichen Informationen eher oben... is aber schwer zu trennen) Sieht erst mal gut aus, mal sehen ob sich da noch bessere Ideen einschleichen.
--Anse 16:41, 25. Jan 2006 (CET)
So könnts gehen mit den Bildunterschriften ;-) --Anse 19:10, 1. Feb 2006 (CET)
...reloaded
Habe gerade die alte Version wiederhergestellt. Die letzte Änderung war aus mehreren Gründen zweigfelhaft: Jemand schrieb:
- Der Begriff Didgeridoo (anglifizierte Schreibweise für „Didjeridu“) bedeutet in der Sprache der Aborigines "fremdes Geräusch", wurde aber - vermutlich wegen seiner phonetischen Ähnlichkeit zum Klang des Didgeridoo - von den frühen Einwanderern Australiens als Name für das Instrument übernommen.
Gegenargumente:
- " bedeutet in der Sprache der Aborigines...": Es gibt hunderte von Aborigine-Sprachen, nicht nur "die" Sprache. In jeder davon hat das Didjeridu seinen eigenen Namen. Das Wort selbst kommt dort jedoch nicht vor.
- " ..."fremdes Geräusch", wurde aber - vermutlich wegen seiner phonetischen Ähnlichkeit zum Klang des Didgeridoo..."
Warum sollten Aborigines einen vertrauten Klang (sic!) als "fremdes Geräusch" bezeichnen? Die Deutung als "fremdes Geräusch" hat eher Ähnlichkeiten mit der Sprachuntersuchung der Linguistin Dymphna Lonergan, die auf der englischen Wikipedia-Seite zum gleichen Stichwort erwähnt wird. Dies ist aber ein sehr zweifelhafter Ansatz. Sie geht mit keinem Wort auf die "Rhythmusworte" ein, die von Aboriginals zum Üben und zur Gedächtnisstütze praktiziert werden, scheint sie also nie gehört oder von ihnen gehört zu haben.
Hingegen schreibt die Musikethnologin Alice Moyle im Begleitbuch zu "Aboriginal Sound Instruments" von 1962:
"Didjeridu is a word mainly used by non-Aboriginal people. It appears to have originated in the Darwin district early this century. It may have derived from the syllables di-dje-ri-du of the practising 'mouth-sounds' made by some performers in Western Arnhemland."
Die Aufnahmen von Alice Moyle enthalten recht viele "mouth-sounds", und die aus West-Arnhemland kommen dem Namen Didjeridu schon beim groben Hören recht nahe. (höre und lese dazu: Alice Moyle: Songs From The Northern Territory, Vol. 1) Leider finde ich auf Manikay gerade keine freie Aufnahme, sonst würde ich darauf verlinken... ;-)
--Anse 20:06, 19. Feb 2006 (CET)
P.S. .... insofern ist natürlich auch meine eigene Formulierung grob simplifizierend und missverständlich... muss ich noch mal schrauben. ;-)
--Anse 20:10, 19. Feb 2006 (CET)
Grundton?
Ich bin der meinung, dass das Didge nicht auf dem Grundton sondern auf dem ersten Partialton gespielt wird. Grund: der erste überblasene ton ist nicht die Oktave, sondern die Quinte des gespielten Tones und weiteres Überblasen ergibt die hinlänglich bekannte Obertonreihe. Grüße - Uwaga budowa 14:38, 27. Jul 2006 (CEST)
Moin!
Habe deine Meinung mal zur Klärung an den "Didge-Physiker" Frank Geipel geschickt. Wäre nicht das erste Mal, dass ich einem Denkfehler aufsitze. ;-) Nix desto trotz kann der von dir angegebene GRUND nicht zutreffen, denn der erste Toot bei einem Didgeridoo ist keineswegs zwingend eine Quinte. Im Gegenteil: Bei guten Yidakis wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass der 1. Überblasene bei einer Oktave liegt. Er kann aber auch darüber oder sogar darunter liegen.
Nun, wir werden es herausfinden... :-)
Anse
...so, hier ist denn auch prompt die Antwort von Dr. Frank Geipel:
"Im Prinzip habe ich die ganzen Zusammenhänge sehr komprimiert auf unserer Website (http://didgeridoo-physik.de) unter "Physik" beschrieben. Ich gebe zu, dass diese Zusammenhänge für viele nicht ganz einfach nachvollziebar sind, aber das Didge ist nun mal ein physikalisch relativ kompliziertes Instrument.
- Das Didge wird in der Regel auf dem Grundton der ersten Eigenresonanz gespielt. Dabei erklingt immer auch das Obertonspektrum (ganzzahlige Vielfache der Grundtonfrequenz). Die dabei entstehenden Obertöne folgen der Obertonreihe oder Naturtonreihe.
- Spielt man ein Didge auf dem ersten Overblow, so ist der 1.Overblow der Grundton des dazugehörigen Obertonspektrums, das in diesem Fall aus ganzzahligen Vielfachen dieser Grundtonfrequenz (der Frequenz des 1.Overblows) besteht.
- Die Reihe der anspielbaren Overblows (Reihe der Eigenresonanzen) hat nichts mit den entstehenden Obertönen zu tun, außer, dass diese Eigenresonanzfrequenzen die Obertöne verstärken oder dämpfen können. Die innenformabhängige Reihe dieser Eigenresonanzen der Luftsäule stimmt auch nicht mit der Naturtonreihe überein. Je nach Innenform kann z.B. der 1.Overblow zwischen einer halben Oktave bis zu 1,5 Oktaven über dem Grundton liegen."
Damit wäre die Frage wohl hinreichend geklärt. :-)
Bisbald, --Anse 16:55, 7. Aug 2006 (CEST)
Termiten und Material
Mal wieder ein paar Kleinigkeiten zur Dokumentation.Jemand schrieb:
"Die Termitenweibchen fressen (um ihre Brut zu füttern) das weiche Mark aus dem Stamm, das harte äußere bleibt dann stehen und bildet die Röhre."
Nö. Eukalyptus ist extrem hart, ebenso das Kernholz. Aber die Frage ist natürlich interessant, deshalb bin ich gleich mal drauf eingegegangen. ;-)
Bei der Gelegenheit hab ich gleich noch mal einen älteren etwas aufgemotzt:
"Jedoch ist zu beachten, dass die Klangqualität je nach Material sehr stark variiert. So ist zum Beispiel der Klang einer Pappröhre von geringerer Qualität als der einer Röhre aus sehr hartem Holz, welches sich am besten für das Didgeridoo eignet".
Ein Papprohr klingt schlechter als ein *identisch* aufgebautes Eukalyptus (oder Plastik-)instrument. Aber die Betonung liegt hier auf *identisch*. Generell ist jedes harte, schwingungsfähige Material gut geeignet, und da der Hauptklanganteil von der Abfolge der Volumina abhängt, kann man nicht generell sagen, dass Holz das am besten geeignete Material ist. Dies ist eher ein Entscheidung des Spielers selbst. Viel wichtiger aber: Insbesondere in Anbetracht des hohen (wenn nicht gar "überwiegenden") Anteils an *extrem schlechten* Holzinstrumenten (sowohl Eukalyptusosriginale als auch Teakimporte aus Indonesien), die klanglich von jedem lackierten Papprohr übertroffen werden, wäre es besonders für Einsteiger irreführend, Holz hier zu generalisieren.
--Anse 22:54, 14. Okt. 2006 (CEST)




