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Der Artikel Doggerbank-Zwischenfall gehört zur Kategorie: Exzellent, Russisch-Japanischer Krieg, Britische Geschichte, Politische Krise, 1904
Der Doggerbank-Zwischenfall ist der auch als Zwischenfall von Hull bezeichnete Beschuss britischer Fischerboote vor der Doggerbank durch die russische Ostseeflotte in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1904. Die russischen Kriegsschiffe waren auf dem Weg in den Fernen Osten, wo sie in den Russisch-Japanischen Krieg eingreifen sollten.
Aufgrund ungewisser Meldungen über die Anwesenheit japanischer Torpedoboote und der allgemeinen Nervosität der russischen Seeleute wurden etwa 30 harmlose Fischerboote von den Russen angegriffen – Tausende von Seemeilen von den feindlichen Gewässern entfernt. Der Zwischenfall weitete sich zu einem Konflikt aus, der Europa für einige Tage an den Rand eines britisch-russischen Krieges brachte.
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Lage der Doggerbank in der Nordsee Bildherkunft |
Vorgeschichte
Ein Teil der russischen Ostseeflotte war als Zweites Pazifisches Geschwader am 15. Oktober 1904 von Libau aus in See gestochen. Die Flotte unter dem Kommando des Admirals Sinowi Petrowitsch Roschestwenski sollte in den Fernen Osten verlegt werden, um das in Port Arthur von den Japanern eingeschlossene Erste Pazifische Geschwader zu entsetzen. Bereits am Abend des 16. Oktober wurden die Schiffe in Alarmbereitschaft versetzt, da angeblich japanische Torpedoboote gesichtet worden waren. Angeblich waren diese erst kurz zuvor in England gebaut worden.
Am 20. Oktober gingen die russischen Schiffe bei Skagen vor Anker, um Kohlen für die Weiterreise aufzunehmen. Dort traf man auf den Frachter Bakan (Бакан), dessen Kapitän dem Admiral Roschestwenski ebenfalls von vier in der Nordsee gesichteten Torpedobooten berichtete. Die Nachricht verbreitete sich sofort unter den Offizieren und Matrosen der russischen Schiffe und versetzte die wenig kampferprobten Mannschaften in Angst. Roschestwenski teilte das Geschwader zum Schutz in sechs Gruppen ein, die einzeln und im Abstand mehrerer Stunden ihren Liegeplatz verließen. Auf den Schiffen wurde Alarm geschlagen und die Kampfbereitschaft hergestellt. Luken und Türen wurden verschlossen und die Decks der Schiffe von überflüssigen Holzaufbauten geräumt. Die Geschütze wurden geladen und sämtliche Signallichter gelöscht. Die Geschützführer hatten den Befehl, die Geschütze auf jedes Schiff zu richten, das nicht seine Flagge zeigen wollte. Für den Fall, dass ein Schiff vom Geschwader getrennt wurde, wurde die Landzunge von Dungeness als Sammelpunkt vereinbart.
Die Nacht auf den 21. Oktober und der folgende Tag verliefen ohne weitere Vorkommnisse. Am Abend hatte die Flotte das Gebiet der Doggerbank erreicht und befand sich auf gleicher Höhe mit der britischen Stadt Hull.
Die Ereignisse
Die Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1904
Das Trossschiff Kamtschatka (Камчатка) gehörte zu einer der früher ausgelaufenen Gruppen. Es hatte jedoch aufgrund eines Maschinenschadens das Tempo von zehn Knoten nicht halten können und war weit zurückgefallen. Der Mond blieb in dieser Nacht fast vollständig hinter Wolken und Nebelschwaden, so dass die Sichtverhältnisse schlecht waren. Der Kapitän des Schiffes hielt das in der Dunkelheit passierende schwedische Schiff Aldebaran für ein japanisches Torpedoboot und funkte gegen 20.45 Uhr an das Flaggschiff Knjas Suworow (Князь Суворов), er würde angegriffen. Dem Geschwader wurde daraufhin gegen 21.00 Uhr signalisiert: „Torpedobootangriff von achtern zu erwarten.“ Zwischen dem Werkstattschiff und der Knjas Suworow entspann sich in der Zwischenzeit folgender Funkverkehr:
- Kamtschatka: Werde von Torpedobooten verfolgt.
- Knjas Suworow: Ihr werdet verfolgt? Wie viele Boote und aus welcher Richtung?
- Kamtschatka: Der Angriff erfolgt von allen Seiten.
- Knjas Suworow: Wie viele Boote? Teilt Einzelheiten mit.
- Kamtschatka: Es sind etwa acht Torpedoboote.
- Knjas Suworow: Sind sie nahe?
- Kamtschatka: Sie sind auf eine Kabellänge und näher herangekommen.
- Knjas Suworow: Wurden Torpedos abgeschossen?
- Kamtschatka: Das war nicht festzustellen.
- Knjas Suworow: Welchen Kurs steuert ihr jetzt?
- Kamtschatka: Südost 70 Grad mit 12 Knoten. Erbitten Position des Geschwaders.
- Knjas Suworow: Verfolgen euch Torpedoboote? Ihr müsst zunächst die Gefahrenzone verlassen, den Kurs ändern, dann eure Länge und Breite melden, worauf euch der Kurs angegeben wird.
- Kamtschatka: Wir fürchten uns, Angaben zu machen. Alexej Silytsch Nowikow-Priboj: Tsushima. Berlin 1954, S.75 (1. Auflage).
Gegen 23.00 Uhr fragte das Flaggschiff abermals per Funk nach, ob Torpedoboote gesichtet wurden. Nach etwa 20 Minuten meldete das Trossschiff, dass nun keine Boote mehr zu sehen seien. Der Admiral und sein Stab begegneten den Funksprüchen mit Skepsis, war es doch unwahrscheinlich, dass die Japaner ein unwichtiges Werkstattschiff als erstes Angriffsziel ausgewählt hätten.
Nachts gegen 0.55 Uhr sichteten die zur Wache eingeteilten Offiziere an Backbord die britischen Schiffe. Ein Fischerboot schoss kurz darauf eine grüne Rakete ab, mit der sie den anderen Booten das Signal „Über Steuerbordhalsen legen“ signalisieren wollte. Die russischen Signalgasten deuteten das Signal jedoch falsch. Die russischen Linienschiffe richteten daraufhin ihre Scheinwerfer auf die Fischerboote, die auch als solche identifiziert wurden. Im Lichtkegel der Scheinwerfer tauchte aber für einen kurzen Augenblick ein weiteres Boot auf, das an den Schattenriss eines Torpedobootes erinnerte und in voller Fahrt auf die russischen Kriegsschiffe zuhielt. Auf dem Flaggschiff wurde Alarm gegeben. Der Admiral konnte das vermeintliche Torpedoboot jedoch nicht länger erkennen. Die Suchscheinwerfer streiften erneut die britischen Trawler. Ein Geschützführer auf der Knjas Suworow eröffnete dann ohne Befehl auf eigene Faust das Feuer auf die Fischerboote. Dies wurde von einigen Offizieren auf den anderen Schiffen als Erlaubnis zum Feuern auf die gesichteten Boote verstanden. Daraufhin eröffnete die gesamte erste Division das Feuer auf die britischen Fischer. Ein Trawler wurde sofort manövrierunfähig geschossen und trieb auf das Linienschiff Imperator Alexander III. (Император Александр III.) zu. Admiral Roschestwenski musste auf dem Flaggschiff persönlich einen Geschützführer davon abhalten, das hilflos umhertreibende Boot zu versenken. Wütend riss er den Mann von der Waffe und brüllte:
- „Wie kannst du das wagen? Ohne Befehl! Siehst du denn nicht, dass es Fischer sind?“ Frank Thiess: Tsushima. Der Roman eines Seekrieges. Reinbek bei Hamburg 1987, S.150.
Er befahl, umgehend das Feuer einzustellen. Zu diesem Zweck war als Signal ein im Winkel von 45 Grad in den Himmel gerichteter Suchscheinwerfer vereinbart worden. Mit den anderen Scheinwerfern sollte weiter nach den Torpedobooten gesucht werden.
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Die Aurora wurde während des Vorfalls von anderen russischen Schiffen beschossen. Bildherkunft |
Nur einen kurzen Augenblick später wurde backbord erneut ein vermeintliches Torpedoboot gesichtet. Der Admiral gab nun Befehl, auf jedes verdächtige Schiff in dieser Richtung zu feuern. Als sich der Panzerdeckkreuzer Aurora (Aврора) und der Kreuzer Dimitri Donskoi (Дмитрий Донской) aus dieser Richtung näherten und das Flaggschiff mit ihren Suchscheinwerfern erfassten, wurden auch diese Schiffe für japanische Kriegsschiffe gehalten und sofort beschossen. Die Aurora wurde von mehreren Geschossen getroffen und leicht beschädigt. Der Schiffspriester des Kreuzers verlor durch eine detonierende Granate seinen Arm und verstarb einige Tage später. Ein als Geschützführer tätiger Offizier war leicht verletzt worden.
Nach einigen Minuten wurde der Irrtum erkannt und die Offiziere hatten teils unter Androhung von Gewalt die völlig überreizten Geschützführer von ihren Waffen entfernt. Die Uhren zeigten 1.05 Uhr. Der Beschuss hatte nicht länger als 10 Minuten gedauert. In dieser Zeit hatten die russischen Schiffe insgesamt siebzehn 152-mm-Geschosse und etwa 500 Schuss der leichten Geschütze abgefeuert. Daneben wurden etwa 1800 Schuss aus den Maschinengewehren verschossen.
In diesem Augenblick meldete die Kamtschatka, die sich immer noch hinter der ersten Division befand, dass erneut zwei Boote ohne die vorgeschriebenen Positionslichter gesichtet wurden.
Beim Beschuss wurde der britische Trawler Crane versenkt. Zwei britische Seeleute, der Kapitän der Crane - George Henry Smith - und sein Crew-Mitglied William Richard Legget, wurden von Granatsplittern getötet. Als auf den anderen Booten der bevorstehende Untergang der Crane bemerkt wurde, bestiegen einige Fischer des Trawlers Gull ein Rettungsboot, um die Verletzten zu bergen. Der Maat Charles Beer, der leitende Ingenieur Harry Smirk und der Bootsmann Edwin Costello retteten die Verwundeten und bargen William Leggets Leiche. Beer, Smirk und Costello sowie die überlebenden Besatzungsmitglieder der Crane wurden später mit der Albert Medal für die Lebensrettung auf See ausgezeichnet.
Auf den restlichen fünf beschädigten Booten, darunter den Trawlern Moulmein und Mino, wurden insgesamt sechs Fischer verwundet, einer davon so schwer, dass er im Mai 1905 an den Folgen verstarb.
Gegen 1.30 Uhr hatte die Kamtschatka zum Flaggschiff aufgeschlossen. Die vermeintlichen Torpedoboote wurden vorerst nicht gesichtet. Der Admiral war jedoch sicher, dass sich mindestens ein feindliches Torpedoboot in der Nähe aufhalten müsse. Er ordnete daher die sofortige Weiterfahrt an, ohne sich um die britischen Fischerboote zu kümmern oder eventuelle Schiffbrüchige zu retten. In seinem Bericht an den Zaren schrieb der Admiral später:
- „Da das Verhalten der Fischtrawler verdächtig erschien und da ich nicht sicher war, dass alle am Angriff beteiligten Torpedoboote ausgeschaltet worden waren, überließ ich die Verletzten der Versorgung durch ihre Kameraden.“ Constantine Pleshakov: The Tsar's Last Armada. The Epic Voyage to the Battle of Tsushima. Basic Books, New York 2003, S.97 (Original: „Since the fishing trawlers' behavior looked suspicious and since I was not sure that all the torpedo boats participating in the assault had been disabled, I left the injured to the cares of their comrades.“)
Die Untersuchung des Vorfalls
Der Zwischenfall führte zu einem schweren diplomatischen Konflikt zwischen Russland und Großbritannien. Das Verhältnis beider Staaten war bereits seit Beginn des Krieges vorbelastet, da Großbritannien seit 1902 formal ein Verbündeter Japans war. Der britische König Eduard VII. zeigte sich entrüstet über das Vorgehen Roschestwenskis. Der russische Botschafter in London, Graf Benkendorf, wurde bei seiner Rückkehr von einer Reise aufs Festland von einer wütenden und johlenden Menge am Bahnhof Charing Cross empfangen und musste von der Polizei vor dem Mob beschützt werden. Die russische Flotte wurde in der Weltpresse als Piraten und Barbaren bezeichnet. Vor allem die britische Boulevardpresse sparte nicht mit Häme und Spott. Admiral Roschestwenski erhielt von den britischen Journalisten den wenig schmeichelhaften Spitznamen Mad Dog - tollwütiger Hund. Der Evening Standard forderte Zar Nikolaus II. auf, die Flotte unverzüglich zurückzurufen. Die russische Regierung wollte zwar um jeden Preis einen weiteren Krieg vermeiden, empfand die britischen Forderungen jedoch als dreist und unangemessen. Der Zar wies seine Minister an, den Streit auf dem diplomatischen Wege zu regeln. Gleichzeitig sprach er Admiral Roschestwenski in einem Telegramm vom 29. Oktober weiterhin sein Vertrauen aus.
Die britische Öffentlichkeit forderte ein Eingreifen der Home Fleet und erwartete weiterhin, dass der russische Admiral vor Gericht gestellt würde. Besonders stark wurde Roschestwenski dafür kritisiert, dass er die Fischer ihrem Schicksal überließ und keine Rettungsboote aussandte. Die überlebenden Fischer gaben dann auch zu Protokoll, dass sich ein Torpedoboot bis zum Tagesanbruch in der Nähe der Fischerboote aufgehalten hatte, ohne diesen Hilfe zu leisten. Da Dänemark und die Niederlande umgehend erklärten, keine Boote auf See zu haben, zweifelte kein Berichterstatter daran, dass es sich um ein russisches Boot gehandelt haben müsse. Die Russen erklärten hingegen später, dass das gesichtete Boot zweifellos ein beschädigtes japanisches Torpedoboot gewesen sein müsse. Diese Erklärung wurde vom britischen Premierminister Arthur Balfour in einer Rede vom 28. Oktober als „reines Fantasiegebilde“ Frank Thiess: Tsushima. Der Roman eines Seekrieges. Reinbek bei Hamburg 1987, S.460. scharf zurückgewiesen. Es konnte nie abschließend geklärt werden, unter welcher Flagge das fragliche Schiff fuhr.
Die britische Marine verfolgte derweil die russische Flotte und schloss sie in Vigo (Spanien) ein. Admiral Roschestwenski erfuhr erst vom russischen Generalkonsul von den politischen Folgen des Zwischenfalls. Den Russen wurde derweil vom dortigen Hafenkommandanten die Bekohlung und der Landgang untersagt. Die englische Flotte überwachte das russische Geschwader auf Schritt und Tritt. Roschestwenskis Flotte konnte nunmehr auch in neutralen Häfen nur unter großen Schwierigkeiten ankern und die Kohle laden.
Russland musste eine Untersuchung des Vorfalls zulassen, bevor die Schiffe weiterfahren durften. Roschestwenski entsandte von Vigo aus den Kapitän Klado und zwei weitere Zeugen des Vorfalls nach St. Petersburg, bevor die Flotte am 1. November nach Tanger auslaufen konnte. Die britische Marine verfolgte das Geschwader jedoch weiterhin.
Die Untersuchung des Vorfalls fand vor einem internationalen Schiedsgericht in Paris statt, dem eine Kommission von fünf Admirälen aus den USA, Frankreich, Österreich-Ungarn, Großbritannien und Russland vorsaß. Die von Admiral Roschestwenski entsandten Zeugen bestanden darauf, dass feindliche Torpedoboote vor Ort waren. Sie beschrieben detailliert Aufbauten und die Zahl der Schornsteine. Die japanische Regierung bestritt auf Anfrage erwartungsgemäß, dass sich jemals eines ihrer Kriegsschiffe in der Nordsee befunden habe. Am 25. Februar 1905 stellte die Kommission mehrheitlich ein Fehlverhalten der russischen Flotte fest. Die von Roschestwenski getroffenen Maßnahmen zum Schutz seines Geschwaders wurden jedoch gebilligt.
- „Die Mehrheit der Kommission erachtete diese Befehle für angemessen, mit Rücksicht auf den Kriegszustand und besonders unter vorliegenden Umständen, die der Geschwaderchef mit vollem Recht als sehr beunruhigend ansehen musste, zumal er keine Mittel hatte, um die Genauigkeit der Nachrichten zu prüfen, die ihm von der Regierung und von seinen Agenten zugegangen waren.“ Frank Thiess: Tsushima. Der Roman eines Seekrieges. Reinbek bei Hamburg 1987, S.161.
Da er jedoch den Befehl zur Eröffnung des Feuers gegeben hatte, wurde ihm auch die Verantwortung für die daraus entstandenen Folgen angelastet. Unklar blieb jedoch die Frage, wem in welchem Maße die Schuld an den Ereignissen angelastet werden könne.
- „Die Mehrheit der Kommission erklärt, dass es nicht gelungen ist, festzustellen, auf welche Objekte die Schiffe gefeuert haben. Aber die Kommission erkennt einstimmig an, dass die Fahrzeuge der Fischerflotte keinerlei feindliche Handlung begingen. Die Mehrzahl der Kommission ist der Ansicht, dass die Eröffnung des Feuers durch Admiral Roschestwenski nicht gerechtfertigt war, da keine Torpedoboote zwischen den Fischerbooten oder irgendwo in der Nähe waren.“ Frank Thiess: Tsushima. Der Roman eines Seekrieges. Reinbek bei Hamburg 1987, S.161f.
Der russische Abgesandte, Admiral Dubassow, konnte sich dieser letzten Formulierung nicht anschließen. Er blieb bei seiner Behauptung, dass feindlich gesinnte Torpedoboote vor Ort waren. Der Vorfall blieb letztlich unaufgeklärt. Eine von allen Beteiligten akzeptierte Entscheidung ist nie erfolgt.
Noch bevor die russische Flotte in der Schlacht von Tsushima nahezu vollständig vernichtet wurde, bezahlte die russische Regierung am 9. März 1905 insgesamt 65.000 £ zur Entschädigung der Fischer, vor allem um einen drohenden Kriegseintritt Englands zu verhindern. England nahm der russischen Regierung gleichwohl das Versprechen ab, dass die Russen auf dem Weg in den Fernen Osten den englisch-japanischen Konterbandehandel nicht behinderten. Für die russische Flotte jedoch ergaben sich durch die britische Einflussnahme auf der Weiterreise auch weiterhin erhebliche Probleme bei der Bekohlung ihrer Schiffe und beim Ankern in neutralen Häfen.
Der Ruf Admiral Roschestwenskis war durch den Zwischenfall bereits vor der vernichtenden Niederlage von Tsushima weitgehend ruiniert.
Der Einfluss des Doggerbank-Zwischenfalles auf die europäische Politik
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Kaiser Wilhelm II. suchte im Zuge des Doggerbank-Zwischenfalls die Annäherung an Russland. Bildherkunft |
Die britische Öffentlichkeit hatte einen unverzüglichen Kriegseintritt auf Seiten der Japaner erwartet. Das aber lag nicht im Sinne der britischen Regierung: die Gefahr, in einen Krieg weltweiten Ausmaßes zu geraten, war zu hoch. So hätte eine Kriegserklärung an Russland mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit einen Kriegseintritt Frankreichs gegen Großbritannien nach sich gezogen. Die zwischen England und Frankreich bestehende Entente Cordiale beinhaltete kein militärisches Abkommen, sondern hatte lediglich der Verringerung der gegenseitigen Kriegsgefahr gedient. Die Französisch-Russische Allianz bezog sich zwar ausdrücklich gegen das Deutsche Reich, wäre aber bei einem Stillhalten Frankreichs gegenüber Großbritannien zerbrochen. W. Stingl: Der Ferne Osten in der deutschen Politik. 1978, S.492. Als Folge davon hätte Russland höchstwahrscheinlich ein Bündnis mit Deutschland geschlossen. Kaiser Wilhelm II. umwarb Russland bereits heftig. B. Vogel: Deutsche Rußlandpolitik. 1973, S.204f. Am 27. Oktober sandte er dem Zaren ein Telegramm und nur wenige Tage danach reiste Wilhelm II. nach Russland und regte in St. Petersburg die Schaffung eines so genannten Kontinentalblocks gegen das britisch-japanische Bündnis an. Für alle Fälle ließ die Führung des deutschen Ostasiengeschwaders die Befestigungswerke des ostchinesischen Marinestützpunkts Tsingtao ausbauen. Das japanische Außenministerium ließ offen verlauten, dass japanische Kriegsschiffe nicht zögern würden, deutsche Transportschiffe zu versenken, wenn diese im „Kriegsgebiet“ (über dessen Ausdehnung es keine einheitliche Definition gab) die Russen mit Kohle beliefern sollten. Der Kaiser ließ derweil anfragen, ob die Russen ihre Linienschiffe künftig auf deutschen Werften bauen lassen wollten. Die Vorverhandlungen zwischen beiden Staaten führten bereits im November des Jahres zum Austausch von Vertragsentwürfen.
Mit einem Bündnis zwischen Deutschland und Russland wäre jedoch für Frankreich nicht nur die Rückgewinnung Elsaß-Lothringens utopisch geworden, sondern darüber hinaus die französische Sicherheit gefährdet gewesen. Bei einem Krieg der Blöcke Russland-Frankreich gegen Großbritannien-Japan aber hätte Deutschland außen vor gestanden oder wäre auf der Seite des ersteren in den Krieg eingetreten. Im ersteren Fall wäre das Deutsche Reich der lachende Dritte gewesen, der zweite war gleichbedeutend mit einem deutsch-russischen Abkommen. Zudem konnte Frankreich keinen Krieg gegen England riskieren, weil Russland in Ostasien kämpfte, und mit dem Abzug des 2. Pazifischen Geschwaders keine größeren Seestreitkräfte mehr im europäischen Raum zu Verfügung standen. Frankreich hätte also allein gegen die Royal Navy antreten müssen. Aus allen diesen Gründen war Frankreich an einer schnellen Beilegung der Krise interessiert und versuchte, die Briten zu besänftigen.B. Vogel: Deutsche Rußlandpolitik. 1973, S.214ff.
Dies gelang, da der britischen Regierung bewusst war, dass das Empire einem Krieg gegen Frankreich in Europa, Afrika und Indochina, sowie gegen Russland in Afghanistan nicht gewachsen gewesen wäre. Deutschland hätte währenddessen in aller Ruhe seine Rüstung zur See vervollständigen können oder wäre in den Krieg eingetreten und hätte die britische Lage noch verschlimmert. In Europa hätte eine verbündete deutsch-französische Flotte die Royal Navy in Bedrängnis gebracht und in Afrika und Asien hätten sich zusätzliche Kriegsschauplätze gegen deutsche Schutztruppen und Geschwader ergeben. Vgl. G. Monger: The end of isolation. Der britische Außenminister Henry Petty-FitzMaurice, 5th Marquess of Lansdowne bemühte sich daher um Schadensbegrenzung und wollte den Konflikt friedlich beilegen.
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Der französische Außenminister Théophile Delcassé intervenierte und trug zur friedlichen Lösung des Konflikts bei. Bildherkunft |
So konnte der französische Außenminister Théophile Delcassé die Briten zur Beilegung der Krise bewegen. Mit diesem Ergebnis wiederum war es ihm möglich, die laufenden Vorbesprechungen für Verhandlungen um ein deutsch-russisches Bündnis zu stoppen. Er verlangte, dass sich der Zar schnellstmöglich für den Fehltritt seines Admirals entschuldigen möge. Nur auf diesem Wege sei ein militärischer Konflikt noch zu verhindern. Die Russen wollten ebenfalls keinen Krieg mit England: Der Krieg in Ostasien führte bereits zu Missmut unter der russischen Bevölkerung und hätte nun noch einen Konflikt um Afghanistan nach sich gezogen. Zudem wäre das 2. Pazifische Geschwader verloren gewesen. Deswegen nahm der Zar die Vermittlung Frankreichs dankbar an. B. Vogel: Deutsche Rußlandpolitik. 1973, S.214f. Reichskanzler Bernhard von Bülow sah hingegen in Delcassé einen Gegner und verstand es nicht, das russisch-französische Bündnis für seine Ziele zu nutzen. Da Russland gegen den Willen der deutschen Regierung auf einen Einbezug Frankreichs in das Vertragswerk bestand, scheiterten die deutsch-russischen Verhandlungen nach wenigen Wochen.
Zusätzliches Konfliktpotential erhielt die Krise durch die Bekohlung der russischen Flotte durch deutsche Frachtschiffe der Hamburg-Amerika-Linie. Die Kohlelieferungen wurden sowohl von Japan als auch Großbritannien als Bruch der deutschen Neutralität verstanden. Die deutsche Regierung versuchte sich dadurch aus der Affäre zu ziehen, dass die deutschen Kohleschiffe von Russland aufgekauft werden sollten, um sie mit russischen Matrosen zu bemannen. Der Marinehauptstab in St. Petersburg wies dieses Ansinnen jedoch zurück und drang auf die weitere Erfüllung des Vertrages durch die deutschen Lieferanten. Während Deutschland zunehmend an Ansehen bei allen Beteiligten verlor, erreichte Delcassé eine Annäherung der Briten an Frankreich und Russland.
Für das Deutsche Reich ergaben sich daraus Konsequenzen, die sich fatal auswirken sollten: Die gemeinsame Beilegung der Doggerbank-Krise beschleunigte eine Verständigung zwischen den drei Großmächten, die 1907 in der Triple-Entente befestigt wurde. B. Vogel: Deutsche Rußlandpolitik. 1973, S.216 Das Deutsche Reich sah sich umzingelt, worin das Schlagwort der „Einkreisung Deutschlands“ seinen Ursprung hat. Die Isolierung Deutschlands führte zu Nervosität und Kopflosigkeit, die sich in den endlosen Diskussionen um die Vor- und Nachteile eines Bündnisses mit Russland oder den USA spiegeln. Gleichzeitig versuchte man, das Blatt noch zu wenden und Frankreich zu zwingen, ein deutsch-russisches Bündnis zu akzeptieren, indem man die Marokkokrise von 1905 forcierte. B. Vogel: Deutsche Rußlandpolitik. 1973, S.216ff. Dabei erlebte das Deutsche Reich nicht nur eine schwere diplomatische Niederlage, sondern ließ bei den anderen europäischen Mächten auch das Gefühl entstehen, Deutschland versuche sie gegeneinander auszuspielen und in den Krieg zu treiben. G. Monger: The end of isolation. 1963, S.27ff. Die Grundlagen des kommenden Ersten Weltkrieges waren damit gelegt.
Die russisch-britischen Beziehungen normalisierten sich nach dem Urteilsspruch am 25. Februar 1905 in den nächsten Monaten schrittweise. 1907 trat Russland schließlich der Entente bei, die dadurch zum Dreierbündnis wurde.
Nachgeschichte
Ursachenforschung
Der russische Stabsoffizier an Bord von Roschestwenskis Flaggschiff, Kapitän 2. Ranges Wladimir Semjonow, versuchte später zu beweisen, dass sich tatsächlich japanische Torpedoboote auf der Doggerbank befunden haben müssen. Semjonow, der die Schlacht von Tsushima überlebt hatte, war mit dem Admiral in japanische Kriegsgefangenschaft geraten. Er wurde von den Japanern in einem Militärlazarett in Sasebo untergebracht. Dort – so behauptet es Semjonow in seinem 1907 erstmals veröffentlichten Buch „Vergeltung“ (Расплата) – habe er ein Gespräch mit einem japanischen Offizier geführt, der ihm gegenüber gestand, zur Zeit des Doggerbank-Zwischenfalls mit seinem Schiff in der Nordsee gewesen zu sein. Auf die Frage, ob der Japaner am Zwischenfall beteiligt gewesen sei, hätte dieser ausweichend geantwortet. Semjonow wollte damit vermutlich die Äußerungen des Admirals Roschestwenskis belegen. Dieser behauptete bis an sein Lebensende, es müssten tatsächlich japanische Torpedoboote vor Ort gewesen sein.
Der britische Seekriegshistoriker Fred T. Jane verweist auf ein weiteres Faktum: Das Vorgehen war unter den gegebenen Voraussetzungen zumindest militärisch sinnvoll. In seinem 1906 erschienenen Werk „Heresies of Sea Power“ billigt er ausdrücklich die Vorgehensweise Admiral Roschestwenskis:
- „Ob die Russen auf ihre eigenen Schiffe gefeuert haben oder nicht, ist vollkommen gleichgültig. Die Hauptsache bleibt, dass sie sich angegriffen fühlten und sofort Feuer eröffneten, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass irgendjemand, der in der Nähe war, verletzt werden könnte. Dies war eine absolut einwandfreie Handlung vom seemännisch-militärischen Standpunkt aus. Feuern auf alles, was verdächtig ist, das ist die einzig mögliche Order für jede Flotte, die der Gefahr eines Torpedobootangriffes gegenüberzustehen glaubt. Abwarten, bis man Gewissheit hat, hieße, sich freiwillig der Vernichtung auszusetzen. Ebenso würde ein Admiral, der glaubt, dass er angegriffen worden ist, etwas Schlimmeres als einen Irrtum begehen, wenn er warten wollte, um etwaigen unschuldig Getroffenen Hilfe zu leisten.“ Frank Thiess: Tsushima. Der Roman eines Seekrieges. Reinbek bei Hamburg 1987, S.162.
Erst 1935 wurde in einer russischen Marinezeitschrift eine Studie des Autors N. W. Nowikow veröffentlicht, der detaillierte Hintergründe zu den Ursachen des Doggerbank-Zwischenfalls erforscht hatte. Laut Nowikow hatte das russische Marineministerium, aus Angst vor japanischen Angriffen auf das Geschwader während dessen langer Reise, einen Spion mit der Beschaffung von Informationen über geplante Aktionen der japanischen Marine beauftragt. Dazu war einem Mann namens Abram Gekkelman, einem unter dem Pseudonym Arkadi Michailowitsch Garting tätigen Auslandsagenten der zaristischen Ochrana mit zwielichtigem Ruf, ein Kredit in Höhe von 150.000 Rubel (nach anderen Quellen sogar bis zu 500.000 Rubel) bewilligt worden. Dieser ließ sich unter dem Decknamen Arnold in Kopenhagen nieder und baute von dort ein europaweites Netzwerk aus Spionen auf. Vermutlich um seine hohen Ausgaben zu rechtfertigen, berichtete Gekkelman ständig über verdächtige Schiffsbewegungen in der Nordsee. Diese kontinuierlich verbreiteten Falschmeldungen dürften erheblich zur Nervosität der russischen Marineführung und des Geschwaderchefs beigetragen haben.
Das Fisherman's Memorial
Im Jahre 1906 enthüllte man in Hull an der Ecke Boulevard und Hessle Road das „Fisherman's Memorial“, das an den Tod der drei britischen Seeleute erinnert. Die ca. 5,40 m hohe Statue zeigt den getöteten Fischer George Henry Smith und trägt folgende Inschrift:- „Erected by public subscription to the memory of George Henry Smith (skipper) and William Richard Legget (third hand), of the steam-trawler CRANE, who lost their lives through the action of the Russian Baltic Fleet in the North Sea, October 22, 1904, and Walter Whelpton, skipper of the trawler MINO, who died through shock, May 1905.“
Die dt. Übersetzung:
- „Errichtet durch Spenden im Gedenken an George Henry Smith (Kapitän) und William Richard Legget (drittes Besatzungsmitglied) vom Trawler CRANE, die ihre Leben durch die Handlungen der russischen Ostseeflotte am 22. Oktober 1904 in der Nordsee verloren und Walter Whelpton, Kapitän des Trawlers MINO, der im Mai 1905 durch Schock starb.“
Quellenangaben
Literatur
- Imanuel Geiss: Der lange Weg in die Katastrophe. Die Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges 1815–1914. Piper, München 1990, ISBN 3-492-10943-8
- George Monger: The end of isolation. British foreign policy 1900–1907. London/New York 1963.
- Alexej Silytsch Nowikow-Priboj: Tsushima. Berlin 1986, ISBN 3-327-00251-7
- Constantine Pleshakov: The Tsar's Last Armada. The Epic Voyage to the Battle of Tsushima. Basic Books, New York 2003, ISBN 0465057926
- Wladimir Ssemenow: Rassplata. Kriegstagebuch über die Blockade von Port Arthur und die Ausreise der Flotte unter Rojestwenski. Mittler und Sohn, Berlin 1908.
- Werner Stingl: Der Ferne Osten in der Deutschen Politik vor dem Ersten Weltkrieg (1902–1914). Bd. 2. Frankfurt a. M. 1978, ISBN 3-88129-087-7
- Frank Thiess: Tsushima. Der Roman eines Seekrieges. Zsolnay, Berlin 1936, Reinbek bei Hamburg 1987, ISBN 3-499-15938-4
- Barbara Vogel: Deutsche Rußlandpolitik. Das Scheitern der deutschen Weltpolitik unter Bülow 1900–1906. Düsseldorf 1973, ISBN 3-571-09051-9
Weblinks
- Beschreibung des Zwischenfalls sowie Übersicht der Entschädigungsforderungen und Zahlungen (englisch)
- Ausstellung im Hull Maritime Museum über den „Russian Outrage“ von 1904 (englisch)
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Doggerbank-Zwischenfall
Einfluß auf die europäische Politik
Das stimmt so nicht. England strebte mit der Entente kein Gegengewicht gegen das Deutsche Reich an, sondern wollte einen Krieg gegen Rußland und Frankreich vermeiden. Deren Flotten waren zu diesem Zeitpunkt der britischen gemeinsam fast ebenbürtig. Ihre Allianz richtete sich zwar gegen Deutschland, aber ein Kriegseintritt Frankreichs an der Seite Rußlands gegen England war abzusehen. Andernfalls wäre die Allianz zerbrochen und Rußland mit Deutschland ein Bündnis eingegangen. In einem Krieg Rußland-Frankreich gegen Großbritannien-Japan hätte Deutschland außen vor gestanden oder wäre sogar an der Seite des ersteren Blocks in den Krieg eingetreten. Alles Dinge, die die Franzosen unbedingt vermeiden wollten. Sie konnten keinen Krieg gegen England riskieren, weil Rußland in Asien kämpfte nicht in Europa. Deswegen wirkten sie auf England und nicht auf Rußland ein, sich zu mäßigen und Friedensbereitschaft zu zeigen. England gab nach, weil es in einen Krieg mit weltweiten Ausmaßen geraten wäre: gegen die Franzosen in Europa, Afrika und Indochina, gegen Rußland in Afghanistan. Währenddessen hätte Deutschland in aller Ruhe zur See aufrüsten können oder wäre in den Krieg eingetreten und hätte die britische Lage noch verschlimmert. In Europa und mit zusätzlichen Kriegsschauplätzen in Afrika und Asien. Deswegen waren sie bereit nachzugeben. Mit diesem Ergebnis konnte Delcassé in Rußland intervenieren und die Russen von einem Bündnis mit den Deutschen abhalten. Die Russen wollten ebenfalls keinen Krieg mit England. Sie hatten schon genug Probleme in Ostasien. Deswegen nahmen sie Vermittlung Frankreichs dankbar an. Man sollte sich von der Vorstellung verabschieden, daß diese ganzen Bündnisbestrebungen in Europa vor dem Ersten Weltkrieg alle gegen Deutschland gerichtet waren: Das Deutsche Reich gefährdete den Frieden in Europa nicht durch seine Flotte (auch die USA, Japan, Frankreich und Rußland rüsteten hier auf), sondern durch seine bloße Existenz. Es machte die Gefahr, die von Kolonialkonflikten zwischen den etablierten Kolonialmächten ausging noch gefährlicher, indem es das Zünglein an der Waage spielen konnte. Küstenkind nachgetragen durch NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu- Hi Küstenkind, der Bereich soll noch weiter ausformuliert werden. Möglicherweise habe ich es gestern zu grob vereinfachend formuliert. In den mir zugängigen Quellen wurde der Sachverhalt allerdings wie von mir beschrieben dargestellt. Aber wie gesagt, vielen Dank für deine Hinweise, könntest du diese gleich in den entsprechenden Abschnitt einarbeiten? Das wäre sehr nett. Ich werde heute leider nicht mehr dazu kommen. Ich arbeite aber noch dran. Nach mehrmaligem Durchlesen, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass der Artikel noch relativ unstrukturiert ist und gerade, die politischen Folgen viel zu kurz kommen. Viele Grüße, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 10:50, 12. Jan 2006 (CET)
Bekohlung
Die Bekohlung der russischen Schiffe durch die HAPAG wurde vielleicht als Bruch der Neutralität betrachtet, aber man sollte dabei nicht vergessen, daß die Kohle aus Cardiff stammte und ein Drittel der Schiffe englisch war. Die deutsche Regierung forderte von Albert Ballin eine Liste der Schiffe an, um sie als Unterpfand für die britische Akzeptanz der Bekohlung zu behalten. Man hätte sie nämlich jederzeit den Japanern übergeben können, die wohl relativ wenig Verständnis dafür gehabt hätten. Das mit der goldenen Nase für die HAPAG, wie es in der Abstimmungsliste erwähnt wird, stimmt übrigens. So steht bei Stubmann, P. F., Albert Ballin. Ein dt. Reeder auf internationalem Feld, Hamburg 1957, S. 30, daß der Gewinn eine grundlegende Neuorganisation der Reederei ermöglichte. Ich glaube aber nicht, daß das hier was zur Sache tut. Küstenkind 11:50, 25. Jan 2006 (CET)
Abgeschlossene Lesenswert-Diskussion
Der Doggerbank-Zwischenfall ist der auch als Zwischenfall von Hull bezeichnete Beschuss britischer Fischerboote vor der Doggerbank durch die russische Ostseeflotte in der Nacht vom 21. Oktober auf den 22. Oktober 1904. Die russischen Kriegsschiffe waren auf dem Weg in den Fernen Osten, wo sie in den Russisch-Japanischen Krieg eingreifen sollten. Aufgrund ungewisser Meldungen über die Anwesenheit japanischer Torpedoboote und der allgemeinen Nervosität der russischen Seeleute wurden etwa 30 harmlose Fischerboote von den Russen angegriffen – Tausende von Seemeilen von den feindlichen Gewässern entfernt. Der Zwischenfall weitete sich zu einem Konflikt aus, der Europa für einige Tage an den Rand eines britisch-russischen Krieges brachte.Nachdem es im Review einige positive Stimmen gab, möchte ich den Artikel hier zur Wahl stellen. Als Hauptautor enthalte ich mich natürlich der Stimme. --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 02:45, 24. Jan 2006 (CET)
Habe ich es nur überlesen - oder fehlen einfach mal wieder die Quellenangaben für die Zitate? Kenwilliams QS - Mach mit! 04:02, 24. Jan 2006 (CET)
- Alle Quellen stehen als Literaturangabe im entsprechenden Abschnitt. Ich werde sie auskommentiert noch unter die Zitate schreiben. Danke für den Hinweis und Gruß, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 09:23, 24. Jan 2006 (CET)
- Pro
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Bildherkunft - ich habe noch nie zuvor von diesem Zwischenfall gehört gehabt. Ist also Neuland für mich und das Ganze ist nur ein Laienpro - aber ich finde den Artikel lesenswert. Auch wenn er ein wenig geschwätzig wirkt. Wir reden ja nicht von Exzellenz. Kenwilliams QS - Mach mit! 10:40, 24. Jan 2006 (CET)Pro
- Pro
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Bildherkunft - Moin Moin fehlt eigendlich nur noch das der Freund vom deutschen Kaiser Albert Ballin mit der Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) sich mit der Versorgung der Flotte eine goldene Nase verdient hat. Frag mich aber nicht woher Du Info's darüber bekommst, dies gehört so zum Küstenklatsch. Mit freundlichen Tschüss Seebeer 12:26, 24. Jan 2006 (CET)Pro
- pro - arg detailliert. Bitte überarbeiten bei "Gekkelman - Garting - Arnold" --KaPe 14:35, 24. Jan 2006 (CET)
- Pro
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Bildherkunft - sehr schön --Schlendrian Schlendrian 15:52, 24. Jan 2006 (CET)Pro
- Quellenangaben zu den Zitaten stehen jetzt auskommentiert drin. Danke für die Hinweise, ich werde versuchen, diese nach Möglichkeit demnächst umzusetzen. Gruß, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 17:06, 24. Jan 2006 (CET)
- Pro
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Bildherkunft - Wow! Hatte den Artikel schon mal gelesen, ist noch gar nicht so lange her, und muß sagen: Er hat sich ganz schön gemausert! Auf jeden Fall lesenswert. Ich möchte anregen, mit der Diplomatie zu beginnen, und den militärischen Part nach unten zu setzen, denn dies ist ja wohl eher ein Artikel über eine diplomatische Krise denn über ein militärhistorisches Ereignis. --Mausch 19:55, 24. Jan 2006 (CET)Pro
- pro gefällt mir auch außerordentlich gut. Ich hab nur eine minimale Kleinigkeit zu meckern. Eventuell irre ich mich, aber der Satz Diese wären angeblich erst vor kurzem in England gebaut worden. scheint sich tempusmäßig nicht so recht einzufügen.--Wiggum 20:49, 24. Jan 2006 (CET)
- Pro
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Bildherkunft ich empfehle diesen Artikel den Leuten vom U-Boot-Krieg als Lektüre und stimme mit pro für lesenswert-Auszeichnung. --Zerohund 22:36, 24. Jan 2006 (CET)Pro
- uneingeschränktes Pro
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Bildherkunft --Klabauter 22:36, 25. Jan 2006 (CET)Pro
- Auch von mir ein Laien-Pro. --FritzG FritzG 17:08, 26. Jan 2006 (CET)
- Pro
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Bildherkunft sehr schön! Nur zwei kleine Dinge: 1) So hätte eine Kriegserklärung an Russland unweigerlich den Kriegseintritt Frankreichs gegen Großbritannien bedeutet. ist zu hart formuliert, da hätte es sicher noch Alternativen gegeben. 2) Zu den Ereignissen sollte die Quelle im Text stehe. Etwas so: Die Aufzeichnungen der Schiffslogbücher zeigen... Oder: Der Kommisionsbericht stellte fest,... Zur Zeit liest es sich als hätte der Autor ein höheres, objektives Wissen im Gegenatz zu den Beteiligten. A. Aiger 12:35, 27. Jan 2006 (CET)Pro
- Hi A. Aiger, danke für deine Anmerkungen. Ich werde mir den Text in den nächsten Tagen nochmal vornehmen und deine Hinweise und die Tipps der anderen Abstimmenden dabei berücksichtigen. Beste Grüße, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 14:47, 27. Jan 2006 (CET)
- Pro
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Bildherkunft spannend, in sich geschlossen und gut geschrieben. Im Rahmen einer weiteren Bearbeitung könnte ich mir auch einen etwas "objektiveren" Stil insbesondere bei der Beschreibung der diplomatischen "Was wäre wenn"-Vermutungen vorstellen. Glückwunsch! --JHeuser 08:01, 28. Jan 2006 (CET)Pro
Abgeschlossenes Review
Der Artikel hat bereits ein Review durchlaufen und wurde anschließend zum Lesenswerten Artikel gewählt. Inhaltlich kann ich nicht mehr viel zum Ausbau beitragen, da mir nach Durchsicht verschiedener Quellen keine nennenswerten neuen Informationen bekannt geworden sind. In der Lesenswert-Kandidatur wurden folgende Kritikpunkte geäußert:
- etwas objektiverer Schreibstil wünschenswert
- Artikel wirkt teilweise zu "geschwätzig" bzw. "arg detailliert"
Siehe auch Diskussion:Doggerbank-Zwischenfall. Für weitere Hinweise bzw. tatkräftige Unterstützung bei der Verbesserung des Artikels wäre ich sehr dankbar. Ziel des Reviews ist die Herausarbeitung und Beseitigung der Schwachstellen, die einer eventuellen Exzellenz-Kandidatur im Wege stehen könnten. Grüße, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 09:17, 27. Mär 2006 (CEST)
- So viel ist doch da nicht mehr zu tun. Im Detail:
- Einleitung: sehr gut
- Links: Die einzelnen Tage verstehe ich zum größten Teil nicht und auch bei einzelnen Jahren frage ich mich warum. Welchen Informationswert hat die 1935 in '
- Stil: okay. aber auch der artikel hat starke neigung zu passivkonstruktionen und viel "wurde". und die lassen sich sogar mit 'ner einfachen suche finden und durch aktivkonstruktionen ersetzen. Dem spekulativen Teil am Ende täte es ganz gut, wenn etwas klarer würde, woher die Spekulationen kommen, siehe auch gleich bei "Belege."
- Inhalt: soweit ich beurteilen kann:exzellent.
- Belege: Gerade die Zitate brauchen dringend Einzelnachweise, bei den entweder sehr klein-detaillierten Beschreibungen der Nacht oder bei den allgemeineren Spekulationen hinten wären sie auch schön.
- Fazit: Bis auf die Zitate-Nachweise hätte er wahrscheiblich jetzt schon mein pro bei den Exzellenten; aber noch mit Magengrummeln, vielleicht kriegen wir das hier ja noch weg. -- Southpark Southpark 19:46, 16. Apr 2006 (CEST) Southpark/Bewerten
- Danke für die Hinweise. Ich setz mich in den nächsten Tagen mal dran. Dachte schon hier äußert sich niemand mehr. :-) Grüße, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 11:12, 19. Apr 2006 (CEST)
- Die Zitate habe ich jetzt mit Einzelnachweisen versehen und die Links auf Jahreszahlen und Daten weitgehend entfernt. Für Quellennachweise zum spekulativen "was-wäre-wenn-Teil" muss ich mich an Küstenkind wenden. Grüße, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 11:13, 24. Apr 2006 (CEST)
- Hi NiTen. Ich sehe die Quellen nochmal nach. Ansonsten findest Du sie aber auch in den Büchern, deren Titel ich unter "Literatur" eingefügt hatte. Gruß Küstenkind 15:10, 9. Mai 2006 (CEST)
- Hi Küstenkind, danke dir für die Quellennachweise und Fußnoten im Artikel. Falls keine weiteren nennenswerten Kritikpunkte vorliegen, könnte der Artikel IMHO ab in die Exzellenz-Kandidatur. Grüße, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 17:23, 10. Mai 2006 (CEST)
Erfolgreiche Exzellenz-Kandidatur vom 11. Mai 2006
Nachdem der Artikel ohne Probleme zum lesenswerten Artikel gewählt wurde und im Review bemängelte Schwachstellen beseitigt wurden, möchten ich den Artikel zur Wahl vorschlagen. Als einer der Hauptautoren enthalte ich mich natürlich der Stimme. --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 09:01, 11. Mai 2006 (CEST)
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BildherkunftPro Ein Laienpro eines nautisch Unwissenden. Schön geschrieben, mit Zitaten belegt. Gut bebildert. Die unter dem Begriff Konterbandehandel zusammengefassten Vorgänge könnten noch näher erklärt werden, da aus der Verlinkung nicht hervorgeht ob die Engländer mit den Japanern gehandelt haben (nehme ich mal an). Beste Grüße - Nasiruddin 00:47, 12. Mai 2006 (CEST)
unbedingtes
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BildherkunftPro --Wmeinhart 20:40, 12. Mai 2006 (CEST)
- pro --Felix Stember [[Benutzer_Diskussion:Felix Stember|[?]]] [[Benutzer:Felix Stember/Bewertung|[!]]] 20:53, 12. Mai 2006 (CEST)
Gut entwickelt. War schon im lesenswerten Zustand gut zu lesen. Kenwilliams Bücherbörse 09:53, 13. Mai 2006 (CEST)
pro wie schon in der lesenwert Diskussion. -- Klabauter 19:05, 13. Mai 2006 (CEST)
- Pro
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Bildherkunft -- Chaddy Chaddy 17:04, 14. Mai 2006 (CEST)Pro
- pro - Vom Sprachstil her könnte man hier und da vielleicht noch ein paar Sachen besser machen, aber das wäre wirklich Kleinigkeitskrämerei. Asdrubal 21:42, 15. Mai 2006 (CEST)
- contra - Mir fehlt für die Exzellenz noch etwas an Hintergründen. Hatte die japanische Flotte beispielweise jemals Schiffe in UK bauen lassen oder war schon diese Befürchtung der russischen Seite reine Paranoia? Mein Hauptproblem mit dem Artikel liegt im Sprachlichen: Die Zeitebenen in den Ereignissen sind vollkommen chaotisch. Insbesondere verwendet der Autor mehrfach das Plusquamperfekt ohne jeden Grund, aber auch das Perfekt wird falsch benutzt. Bitte nochmal systematisch durchgehen und korrigieren. --H-stt H-stt 12:32, 25. Mai 2006 (CEST)
- Hallo H-stt, zu deiner Frage: ja, die Japaner haben einen Großteil ihrer Flotte auf britischen Werften bauen lassen. Ob allerdings zur Zeit des Zwischenfalls Torpedoboote gebaut wurden, kann ich derzeit mangels genauerer Quellen weder bestätigen noch widerlegen. In den mir zugänglichen Werken wird auf dieses "Gerücht" nicht genauer eingegangen. Grüße, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 14:33, 27. Mai 2006 (CEST)
- Dann könntest du vielleicht ergänzen was feststeht und erwähnen, was offen bleiben muss. Aber eigentlich sollte es doch Quellen geben, die diese Frage beantworten können. --H-stt H-stt 19:04, 29. Mai 2006 (CEST)
- Ich werde mich diesbezüglich nochmal informieren und die Formulierung demnächst präzisieren. Grüße, --NiTenIchiRyu NiTenIchiRyu 11:18, 30. Mai 2006 (CEST)
- Pro
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Bildherkunft -- Sprachlich ab und an etwas holprig. Der o.g. Mangel sollte ausgeräumt werden. Ansonsten aber vom Informationsgehalt her exzellent. Gruss Martin Bahmann 13:39, 25. Mai 2006 (CEST)Pro
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Bezeichnungen
In dem Abschnitt Die Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1904 wird die Камчатка einmal als Trossschiff, daß andere mal als Werkstattschiff bezeichnet. Zwar ist ein Werkstattschiff ein Trossschiff, aber unterschiedliche Bezeichnungen sind nicht lesefreundlich. --Physikr 07:12, 22. Okt. 2006 (CEST)
In dem Abschnitt Das Fisherman's Memorial ist die Inschrift in Englisch genannt. Da die WP Oma-tauglich sein soll, sollte auch die Übersetzung dazu stehen. --Physikr 07:30, 22. Okt. 2006 (CEST)
Bildwarnung
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Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Doggerbank-Zwischenfall und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).
- uneingeschränktes






