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Dystopie

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Der Artikel Dystopie gehört zur Kategorie: Utopie

Eine Dystopie (dys- altgr. für miss-, un-, übel-; topia lat. für Landschaftmalerei, -beschreibung, zu altgr.: topos für Ort, Gegend) ist eine Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, welche sich zum Negativen entwickelt hat, und stellt somit einen Gegenentwurf zu Thomas Morus Utopia dar (Anti-Utopie). Aber auch (literarische) Endzeit ist eine Form der Dystopie. Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines pessimistischen Zukunftsbilds vor Entwicklungen in der Gegenwart warnen.

Eine dystopische Gesellschaft ist in der Regel charakterisiert durch eine autoritäre oder totalitäre Regierungsform bzw. eine Form repressiver sozialer Kontrolle.

Allerdings gibt es den Begriff "Dystopie" in der literaturwissenschaftlichen Fachliteratur in Deutschland nicht. Hier finden ausschließlich die Begriffe "negative Utopie", "Anti-Utopie" oder "Gegenutopie" Verwendung. "Dystopie" ist im Deutschen nur ein medizinischer Fachbegriff. Dafür gibt es allerdings in der anglo-amerikanischen Literaturwissenschaft den Begriff "Dystopia".

Der erste Gebrauch des Wortes wird John Stuart Mill zugeschrieben, dessen gute Griechischkenntnisse es vermuten lassen, dass er unter Dystopia weniger nur das Gegenteil von Thomas Morus Utopia verstand, sondern vielmehr einen Ort meinte, an dem es im weitesten Sinne schlecht um die Dinge bestellt ist.

Eine Utopie ist eigentlich die Beschreibung einer Gegend, die es nicht gibt, eines Nirgendwo, denn die griechische Vorsibe "ou-" ist verneinend wie das deutsche "un-" im Sinne von "nicht-". Philosophische und literarische Utopien sind faktisch aber ausgeführte Entwürfe eines Staates oder Landes, dessen Gesellschaft gut organisiert sind, was deshalb gelegentlich – ähnlich klingend – "Eutopie" genannt wird, denn die griechische Vorsilbe "eu-" steht für "gut-" oder "wohl-". Eben dazu ist "dys-" das Gegenstück. Insofern sind die Begriffe Dystopia und Utopia nicht exakt gegenteilige Begriffe in dem Sinne wie z.B. Dysphorie und Euphorie.

Typische Charakteristika einer Dystopie sind: Mechanisierte Superstaaten nehmen dem Individuum jegliche Freiheiten, die Kommunikation der Menschen untereinander ist eingeschränkt und gestört, und das Bewusstsein der eigenen Geschichte oder eigener Werte gekappt.

Erste Ansätze

Die Geschichte der Dystopien beginnt erst im Zeitalter der industriellen Revolution. Zwar gab es schon immer Gegner von Naturwissenschaft und technologischem Fortschritt, doch resultierte daraus nie eine Gegenutopie. Selbst die Fortschrittgläubigen zweifelten an den technologischen Möglichkeiten. Erst als ihre Vorstellungen von der Realität eingeholt wurden, bestand ein Grund, die technologische Weiterentwicklung und ihre Tendenzen anzugreifen.

Erste Ansätze finden sich hier bei E.T.A. Hoffmann und in Mary Shelleys Frankenstein.

Grenze des Fortschrittoptimismus der industriellen Revolution

Die Zerstörung des Fortschrittglaubens beginnt allmählich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Dies lässt sich auf folgende Gründe zurückführen:

  • technologische Entwicklung in zuvor nie dagewesener, exponentiell steigender Geschwindigkeit
  • Wachsende Zentralisierung von Ländern und den Machtverhältnissen darin
  • fast alle bewohn- und bewirtschaftbaren Landflächen der Erde werden von Menschen oder Institutionen, wie Regierungen, besessen, die Grenzen räumlicher Expansion beginnen sich deutlich abzuzeichnen

Grundzüge einer dystopischen Gesellschaft

Eine dystopische Gesellschaft weist für gewöhnlich mindestens einen der folgenden Züge aus dieser nicht erschöpfenden Liste auf:

  • eine augenscheinlich utopische Gesellschaft, frei von Armut, Seuchen, Konflikten und sogar emotionaler Niedergeschlagenheit. Unter der Oberfläche offenbart sich jedoch genau das Gegenteil. Die zentralen Aspekte der Geschichte sind 1. das Problem an sich, 2. die Art und Weise wie dieses vertuscht wird sowie 3. die Chronologie des Problems.
  • Soziale Schichtung, wobei die Gliederung der Gesellschaft in soziale Klassen streng definiert ist und ebenso streng durchgesetzt wird. Es fehlt gänzlich an sozialer Mobilität (Kastenwesen)
  • ein von der Oberschicht regierter Nationalstaat mit wenigen demokratischen Idealen, wenn überhaupt.
  • staatliche Propaganda und ein Bildungssystem, das die meisten Bürger in die Anbetung des Staates und seiner Regierung nötigt, und ihnen die Überzeugung aufzwingt, das Leben unter dem Regime sei gut und gerecht.
  • strikter Konformismus und die allgemein herrschende Annahme, dass Dissens und Individualität ein Übel seien.
  • in der Regel gibt es eine Repräsentationsfigur des Staates, die von den Bürgern fanatisch angebetet wird, in Begleitung eines aufwendigen und ins Extrem getriebenen Personenkultes, wie er z.B. um die Figur des großen Bruders in dem Roman 1984 von George Orwell betrieben wird.
  • Angst bzw. Abscheu vor der restlichen Welt außerhalb des eigenen Staates.
  • die allgemein herrschende Ansicht, das traditionelle Leben (insbesondere die traditionellen organisierten Religionen) sei primitiv und unsinnig. Alternativ dazu die völlständige Dominierung der Gesellschaft durch eine Staatsreligion, z.B. die INGSOC in dem Roman 1984, oder die Technopriests in der Comic-Buchreihe Der Incal rund um den Privatdetektiv John Difool.
  • das historische "Gedächtnis" der bürokratischen Institutionen hebt das kollektive historische Gedächtnis der Menschen auf oder hat Vorrang vor diesem. Im Roman 1984 ist das Ministerium für Wahrheit mit der Anpassung des "autobiographischen" gesellschaftlichen Gedächtnisses an die Bedürfnisse des Regimes betraut.
  • ein Strafvollzugsgesetz, dem eine angemessene Strafprozessordnung fehlt.
  • permanenter Mangel an lebensnotwendigen Güter für weite Teile der Bevölkerung, u.a. auch Nahrungsmittel-Kürzungen.
  • permanente Überwachung durch die Regierung oder ihre Behörden.
  • Abwesenheit oder aber vollständige Kooptation einer gebildeten Mittelschicht (z.B. Lehrer, Journalisten, Wissenschaftler), die in der Lage wäre, das herrschende Regime zu kritisieren.
  • militarisierte Polizeikräfte und private Sicherheitskräfte.
  • die Verbannung der natürlichen (biologischen) Umwelt aus dem Alltag.
  • Konstruktion fiktionaler Ansichten über die Realität, die der breiten Masse aufgezwungen werden.
  • Korruption, Unfähigkeit oder Usurpation der demokratischen Institutionen.
  • vorgetäuschte Rivalität zwischen Gruppen, die in Wahrheit ein Kartell bilden.
  • die etablierten Kräfte bestehen darauf, dass
    • sie die beste aller möglichen Welten verwirklichen und
    • alle innerstaatlichen Probleme durch die Kräfte des (wenn nötig auch fiktiven) Feindes verursacht werden.
  • ein übergreifender, langsamer Zerfall aller Systeme (politisch, ökonomisch, religiös, infrastrukturell...), der der Entfremdung des Einzelnen von der Natur, dem Staat, der Gesellschaft, der Familie sowie sich selbst geschuldet ist.
  • das Geflecht der gesellschaftlichen Beziehungen und Abhängigkeiten nähert sich einem Nullsummenspiel an.
  • Kritik, die trotz repressiver Maßnahmen des Regimes öffentlich wird, wird von der Medien- und Vergnügungskultur der Gesellschaft aufgesogen, trivialisiert und damit ins Absurde verkehrt, so z.B. in dem Roman Schöne Neue Welt, in dem die Geschichte des Protagonisten "John Savage" von den staatlichen Medien zum reinen Zwecke der Unterhaltung bzw. Vergnügung für breite Bevölkerungsschichten aufbereitet wird.

Wesentlich für dystopische Ökonomien ist die Ausrichtung auf Stabilität. Ferner ist die Ökonomie in dystopischen Gesellschaften so strukturiert, dass die Regierung oder das ökonomische System selbst immun gegenüber Veränderungen oder Störungen ist. Die Industrien arbeiten mit maximaler Effizienz und Kapazität, der erwirtschaftete Überschuss wird dabei vom Staat absorbiert. In dem Roman 1984 sind die lebensnotwendigen Güter rationiert, und der erwirtschaftete Überschuss wird vom immerwährenden "Krieg" gegen Eurasien oder Ostasien aufgesogen. In dem Roman Schöne Neue Welt von Aldous Huxley fließt der Überschuss in das extreme Konsumverhalten der Bevölkerung, zu dem die Bevölkerung gar von der Regierung ermutigt wird.

Grundzüge dystopischer Fiktionen

Viele Filme und literarische Werke über dystopische Gesellschaften weisen zumeist einige der folgenden Züge auf:

  • eine punktuell erzählte Vorgeschichte über einen Krieg, eine Revolution, einen Aufstand, eine explosionsartiges Bevölkerungswachstum, eine Naturkatastrophe oder ein klimatischer Wandel mit dramatischen gesellschaftlichen Auswirkungen.
  • ein Lebensstandard in den Unter- und Mittelschichten, der im Allgemeinen unter dem Niveau zeitgenössischer Gesellschaften liegt. Jedoch gibt es Ausnahmen, so z.B. in Schöne Neue Welt und Equilibrium – Killer of Emotions, in denen die Bevölkerung zwar einen vergleichsweise hohen materiellen Standard genießt, sich diesen jedoch um den Preis ideeller Qualitäten wie z.B. emotionaler Tiefe erkauft.
  • ein Protagonist, der die gesellschaftlichen Verhältnisse hinterfragt und oft intuitiv spürt, das etwas im Argen liegt, so wie der Protagonist V in Alan Moores V wie Vendetta.
  • notwendigerweise, sofern die Fiktion auf unserer Welt beruht, eine Schwerpunktsverlagerung der Kontrolle hin zu Großkonzernen, autokratischen Cliquen oder Bürokratien.

Um den Leser in den Bann zu ziehen, nutzen dystopische Fiktionen üblicherweise ein weiteres Mittel: Vertrautheit. Es reicht nicht, das Leben in einer Gesellschaft zu schildern, die unerfreulich erscheint. In der fiktiven dystopischen Gesellschaft müssen Elemente aus dem hier und jetzt anklingen, die dem Leser aus seinem eigenen Erfahrungshorizont bekannt sind. Wenn der Leser die Muster oder Trends identifizieren kann, die unsere heutige Gesellschaft potentiell in das fiktive Dystopia führen könnten, wird die Beschäftigung mit der Fiktion zu einer fesselnden und wirkungsvollen Erfahrung. Schriftsteller können Dystopias wirksam nutzen, um ihre eigene Besorgnis über gesellschaftliche Trends zum Ausdruck zu bringen. So basiert Orwells Roman 1984 auf Entwicklungen im Jahr seiner Niederschrift 1948, in dem sich bereits ein eisiges Klima im Nachkriegs-Europa abzeichnete. In ähnlicher Weise schrieb Ayn Rand ihre Erzählung "Die Hymne des Menschen" als eine Warnung vor der Unterordnung des Individuums unter den Staat oder "das Wir". Margaret Atwood schrieb Der Report der Magd als eine Warnung vor dem aufkommenden religiös-fundamentalistischem Totalitarismus in den USA und der Scheinheiligkeit des Feminismus der 1970er Jahre, der eher der Sache seiner Gegner in die Hände spielte.

Dystopische Fiktionen sind oftmals (aber nicht immer) ungelöst, i.e. die Erzählung handelt von Individuen, die unbefriedigt sind und eventuell rebellieren, aber letztlich in ihren Bemühungen, etwas zu verändern, scheitern. Nicht selten fügen sie sich am Ende den gesellschaftlichen Normen. Dieser erzählerische Bogen hin zu einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit ist bezeichnend für klassische dystopische Werke wie 1984. Diese stehen in krassem Kontrast zu Fiktionen, in denen ein Held erfolgreich Konflikte löst oder anderweitig Dinge zum Besseren kehrt. In jeder dystopischen Fiktion gibt es meist Teile der Bevölkerung, die nicht unter der vollständigen Kontrolle des Staates stehen, und in die der Held der Geschichte üblicherweise seine Hoffnungen setzt, um am Ende dennoch zu scheitern. In 1984 von George Orwell sind es die "Proles" (das Proletariat), in Schöne Neue Welt von Aldous Huxley sind es die Bewohner des Reservats. Schließlich, in der Dystopie Wir von Jewgeni Iwanowitsch Samjatin sind es die Menschen außerhalb der Mauern des "Einzigen Staates".

Kritik am Konzept der Dystopias

Ebenso wie die meisten Philosophen, Politikwissenschaftler und Schriftsteller die Idee einer perfekten Gesellschaft oder eines "Utopias" aufgegeben haben, haben viele auch Skepsis geäußert in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit eines realen Dystopias in der Fassung von Orwell und anderen. Obgleich es auch viele Staaten mit absolutistischem Machtanspruch in der Menschheitsgeschichte gegeben hat, weisen Schriftsteller wie Gregg Easterbrook und andere darauf hin, daß solche Gesellschaften zur Selbstzerstörung tendieren oder aber von benachbarten Gesellschaften zerstört werden. Diktaturen und ähnliche Regime tendieren zur Kurzlebigkeit, da sie durch ihre Politik und ihre Handlungen kontinuierlich neue potentielle Gegner auf den Plan rufen.

Staaten mit absolutistischem Machtanspruch und fundamentalsozialistischen Tendenzen scheitern oft, so wird argumentiert, an der nicht handhabbaren Natur ihres ökonomischen Systems, welches nicht in der Lage ist, die Grundversorgung der Bevölkerung mit Nahrung, Arbeit oder Einkommen sicherzustellen, und weniger an der Verfolgung ihrer eigenen Bürger.

Die ersten Dystopien

Moderne Dystopien

Schon im 19. Jahrhundert gab es dystopische Szenarien (Bulwer-Lytton, Das kommende Geschlecht) doch blieben diese randständig. Im zwanzigsten Jahrhundert entsteht mit Samjatins Wir die erste 'klassische' Dystopie, in der gezeigt wird, wohin die etatistische Utopietradition führen kann, wenn sie auf dem technisch-naturwissenschaftlichem Stand des 20. Jahrhunderts aufbaut.

Bücher

Filme

Stichwort 1985/1984:

Anthony Burgess bezeichnete in seinem Werk 1985 den Roman 1984 von Orwell als Kakotopie (altgr. "kakós", böse, übel, schlimm).

Siehe auch

Literatur

  • Hans Esselborn: Utopie, Antiutopie und Science Fiction im deutschsprachigen Roman des 20. Jahrhunderts. Würzburg 2003. ISBN 3-8260-2416-8.
  • Krishan Kumar: Utopia and anti-utopia in modern times. Oxford 1987. ISBN 0-631-16714-5.
  • Stephan Meyer: Die anti-utopische Tradition : eine ideen- und problemgeschichtliche Darstellung. Frankfurt am Main 2001. ISBN 3-631-37492-5.
  • Thomas Nöske: Clockwork Orwell. Über die kulturelle Wirklichkeit negativ-utopischer Science Fiction. ISBN 3-928300-70-9.
  • Ralph Pordzik: Utopie und Dystopie in den neuen englischen Literaturen. Heidelberg 2002. ISBN 3-8253-1312-3.
  • Dunja Mohr: Worlds Apart? Dualism and Transgression in Contemporary Female Dystopias. Jefferson, NC: McFarland 2005. ISBN: 0-7864-2142-8.

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Dystopie


Naja, bei Brave New World könnte man sich darüber streiten, ob es eine Utopie oder eine Dystopie ist ... --Zenogantner 00:36, 10. Mai 2003 (CEST)

Es kommt halt auch drauf an, ob man Einschränkung der Individualität auf eine angenehme Art, also ohne Gewalt,als schlecht ansieht, oder ob man die Menschenrechte wie Presse-,rede- und religionsfreiheit für unbedingt erforderlich hält.

Meiner meinung nach ist die einschränkung solcher rechte negfativ anzusehen und nur, weil die menschen bei huxley keine schmerzen erleiden müssen, nicht einfach so hinnehmbar. die menschen werden zu einer einziegen somaschluckenden masse gemacht, jedes individuelle denken,jedes anderssein von vornherein durch normung und später durch drogen ausgemerzt.

Bei der Einschätzung, ob es sich um eine Utopie oder eine Dystopie handelt ist wohl die Meinung des Autors maßgebend. unbekannter Nutzer

Noch eine moderne Dystopie

Ayn Rands Anthem ist eine weitere moderne Dystopie. Ich wollte sie einfügen; ging aber nicht, weil im Einleitungssatz vom negativen Bild des Kapitalismus als Einflussfaktor der folgenden Dystopien gesprochen wird. Nur war Rand pro-kapitalistisch. Man sollte den Einleitungssatz verallgemeinern und dann Anthem einfügen.

Wer Anthem gelesen hat muss außderdem einsehen, dass Fortschrittsfeindlichkeit nicht in jeder Dystopie implizit ist - so scheint es aber im gegenwärtigen Artikel.

Titel eingefügt, Einleitungssatz angepasst. unbekannter Nutzer

Widerspruch

"Die Zerstörung des Fortschrittglaubens beginnt allmählich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Dies lässt sich auf folgende Gründe zurückführen

 - Rasante technologische Entwicklung" 

Das ist - wörtlich genommen - ein Widerspruch. Der Fortschrittsglauben konnte durch rasante Entwicklungen wohl kaum gehemmt werden.

Der Meinung schließe ich mich an. Ähnliches gilt für die Wortgruppe "Wachsende Macht des Systems": Was genau ist mit "System" gemeint und warum sollte es den Fortschrittsglauben hemmen? Scholar 17:16, 22. Jan 2006 (CET)

dys-

Ein Un-Ort zur Unterscheidung von Nirgendwo-Ort scheint mir nicht recht stimmig. Auch wenn es nie Wortgleichungen gibt, so scheint mir doch in diesem Kontext "übel, schlecht, miss-", wie es der Duden angibt, weit treffender. Eine rasche Veränderung scheint mir geboten, da schon zwei Internetlexika die "un-"Variante aufgegriffen zu haben scheinen. Cethegus 22:05, 23. Jan 2005 (CET)

Eigene Kategorie Dystopie?

Wäre es, anstatt hier eine Liste anzulegen, nicht sinnvoller, den Begriff Dystopie als Wiki-Kategorie zu etablieren? Dann könnte man darüber diverse dystopische Werke zentral einsehen, ohne dass dieser Artikel mit der Zeit einen Rattenschwanz entwickelt. Momentan halte ich die Länge der Liste noch für tragbar, aber es ist immer schwierig - unter Wahrung der Übersichtlichkeit - auszuwählen, welche Werke in so eine Liste aufgenommen werden sollen und welche nicht; Kanonbildung ist auch keine Aufgabe einer Enzyklopädie: Daher befürworte ich die Einrichtung einer entsprechenden Kategorie aus praktischen Gründen. Sachlich wäre sie auch zu begrüßen, da Dystopien in der neueren und neuesten Literaturgeschichte durchaus einen gewissen Stellenwert haben.

Guter Vorschlag. Es sollte ausreichen, 4 - 5 Titel zu nennen und für weitere Recherchen auf die entsprechende Kategorie zu verweisen. Meinungen dazu? -- Barabbas Barabbas 18:02, 24. Jul 2006 (CEST)

Farm der Tiere

Ich hab die Farm der Tiere mal rausgenommen, da sie sich auf damals aktuelle Vorgänge bezieht und keine Zukunftsvision ist.

Zusammenlegung ?

Hallo, liest hier noch jemand mit ? Habe eine Übersetzung des Artikels dystopia aus der englischen Wikipedia eingestellt (da mir die Darstellung der Grundzüge einer Dystopie dort etwas differenzierter erschien) unter Dystopia (Gesellschaft/Literatur) und bin unsicher, ob und wie man den mit diesem hier zusammenführt. Wäre für Vorschläge dankbar, bin noch relativ frisch hier und halt etwas unsicher, wie man das realisiert. Dankbar wäre ich auch für Feedback zu meiner Übersetzung, ob hier und das vielleicht 'ne Formulierung etwas holprig geraten ist oder unpassend übersetzt wurde. Naja, wem was auffällt, kann's ja editieren. Mein Vorschlag jedenfalls wäre, daß man einen Artikel hat, in dem das Konzept "Dystopia" differenziert erläutert wird und einen weiteren mit einer Liste von dystopischen Szenarien in Literatur,Film etc. Die Artikel müßte man dann natürlich untereinander verlinken. So ist das jedenfalls in der englischsprachigen Wikipedia gelöst. Sagt mal bitte was ihr davon haltet.

mfg --Siebenkäs 11:21, 20. Mär 2006 (CET)

Weitere

Ich erinnere mich mal eine Antiutopie gelesen zu haben, in der die SPD die Alleinherrschaft übernimmt und der Vorwärts zur Staatszeitung wird. Rolz-reus 19:31, 19. Mär 2006 (CET)

Vandalismus

Aus dem Artikel gelöscht:

( ANFRAGE : ICH KENNE WEDER LITERATURWISSENSCHAFTLICHE NOCH ALLGMEINWISSENSCHAFTLICHE LITERATUR; IN DER DER BEGRIFF "DYSTOPIE" VORKOMMT. AUCH BEI DIESEM ARTIKEL GIBT ES KEIN LITERATURVERZEICHNIS. MEINE FRAGE IST DAHER : GIBT ES DIESEN BEGRIFF IN DER HIER DARGELEGTEN FORM IN DER SPRACH- UND LITERATURWISSENSCHAFT ÜBERHAUPT ? ES KLINGT JA ALLES WUNDERBAR, WAS IN DEM ARTIKEL STEHT - ABER AUßER BEI WIKIPEDIA FINDET ER NIRRGENDWO VERWENDUNG. ODER TÄUSCHE ICH MICH DA ? W.R. Seuberth, Treuchtlingen )

Gib bei Google Dystopie -Wikipedia ein. Und stell Fragen auf der Diskussionsseite und nicht im Artikel. -- 217.232.45.237 23:50, 3. Jul 2006 (CEST)

Starship Troopers

Seid Ihr euch wirklich sicher das Starship Troopers eine Dystopie ist? Selbst wenn sie gewisse Eigenschaften einer solchen aufweist, darf doch bezweifelt werden ob man sie auch als solche bezeichnen darf, wenn der Autor gar nicht die Intention hatte eine zu schreiben. Meines wissens nach soll Starship Troopers von Heinlein durchaus nicht als Dystopie gemeint gewesen sein.

--- Ich bin der gleichen Meinung: Starship Troopers ist keine Dystopie. Im Gegenteil: Heinlein schildert eine "nicht perfekte, aber funktionierende" Gesellschaft, regiert durch Veteranen, die bewiesen haben für das allgemeine Wohlsein ihr Leben zu opfern. Hier steht der Kontrast vom Individuum (kein Kamerad wird zurückgelassen) zum perfekten Kommunismus der "Bugs", einer Rasse mit einer insektenähnlichen Struktur. (jedes Opfer ist für dass Überleben der gesamten Rasse notwendig). Beides Systeme die in Theorie sehr gut funktionieren können.

Da der Protagonist von der Welt in der er lebt überzeugt ist (oft mit den Hinweisen auf die Fehler der heutigen Gesellschaftsformen) ist es aus seiner Sicht sicherlich keine Dystopie. Ich denke dass das eher auf die persönliche Überzeugung des Artikelerstellers zurückgeht.

Worterklärung

"Dystopia" ist englisch bzw. pseudolateinisch, oder es ist nicht die literarische Gattung, s. die anderen Wikipedia-Artikel. Auf deutsch heißt es analog zu "Utopie" "Dystopie", so wie im Titel richtig angegeben.

"Topos" bedeutet nicht Vision, auch nicht hier. Allenfalls könnte man der Utopie diese Bedeutung beimessen. "Topos" wurde aus dem Griechischen ins Lateinische entlehnt und führte dort zu Ableitungen. Eine davon ist "topia", das wie "opera" eigentlich ein Neutrum Plural ist.

Die griechische Vorsilbe "dis-" hat eine andere Bedeutung als "dys-", nämlich "zwei-" oder "doppel-". Aber die lateinische Vorsilbe "dis-" entspricht manchmal der griechischen "dys-", bedeutet aber eigentlich "auseinander". ("Disharmonie" ist eine lateinisch-griechische Mischbildung, insofern für Puristen eine Missbildung.) "Dys-" bedeutet auch nicht "schlecht-", das wäre "kako-".

"Eu-" bedeutet nicht "schön-" (das wäre "kall(i)-"), sondern "gut-" oder "wohl-". Insofern wäre allenfalls "Eutopie" eine "Verballhornung" zu "Utopie", ist aber bloß eine Präzisierung. "Dystopie" ist nichts von alledem.

P. S.: Die Abschnitte lassen sich nicht einzeln zum Bearbeiten anklicken. Wer es kann, möge es einbauen.

-- 84.190.103.186 13:53, 9. Okt. 2006 (CEST)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Dystopie und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).