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Der Artikel Eduard Weniaminowitsch Limonow gehört zur Kategorie: Autor, Dissident, Literatur (21. Jh.), Literatur (Russisch), Mann, Russe, Geboren 1943
Eduard Weniaminowitsch Limonow (russisch , eigentlich Eduard Weniaminowitsch Sawenko, russ. ; * 22. Februar 1943) ist ein russischer Autor und Politiker. Er ist eine der umstrittensten, widersprüchlichsten und schillerndsten Personen des heutigen Russlands.
Eduard Limonow ist das Pseudonym des russischen Schriftstellers und Poeten Sawenko. Limonow wurde in den 1970ern als russischer Untergrundliterat berühmt und eckte schon früh mit den Behörden an. Er wurde als bekannter Dissident des Landes verwiesen.
Seine provokanten Werke haben weltweit Interesse geweckt. Er spricht aufgrund seiner langjährigen Aufenthalte in Paris und New York außer Russisch auch Französisch und Englisch; kam in Kontakt mit herausragenden Persönlichkeiten der Kunstszene (z.B. Salvador Dalí) und der radikalen politischen Szene (z.B. Jean-Marie Le Pen) und beteiligte sich aktiv am serbisch-bosnischen Krieg (was seinem Image deutlich schadete).
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kehrte er nach Russland zurück und gründete die Nationalbolschewistische Partei (NBP), die offen antidemokratische und faschistische Positionen vertritt. Im Jahr 2003 wurde er aufgrund einer umstrittenen Anklage wegen terroristischer Umtriebe verurteilt, ist aber mittlerweile in Freiheit. Viele prominente Unterstützter, darunter der PEN-Club setzten sich für seine Freilassung ein. Sein aktuelles (2003) Buch "Ein anderes Russland - Skizzierung der Zukunft" schrieb er inhaftiert im Moskauer Gefängnis.
Leben
Limonow, der sich als untergrund Avant-Garde-Lyriker einen Namen gemacht hatte, wurde 1974 aus der Sowjetunion ausgewiesen. In den folgenden Jahren lebte er in den USA und Frankreich. Aber auch dort bewahrte er sich die Rolle des vehementen Protestlers gegen Machtstrukturen. Er wurde zum Dissidenten innerhalb der Dissidentenszene. Er warf den USA vor, ein ähnliches System wie in der Sowjetunion zu besitzen; nur sei das US-amerikanische wesentlich weiter entwickelt und hätte eine weiter entwickelte Propaganda. Echter Dissenz sei auch in den USA unerwünscht. Limonow hatte große Probleme seine politischen Ansichten in den USA publizieren zu können. Auch der Versuch auf Romane umzusteigen schlugen fehl. Auch Bücher wie der 1979 autobiographisch geprägte Roman Fuck Off, Amerika fanden im dem Land keinen Anklang, ließen ihn aber international zum Kultautor werden. Als seine Bücher allerdings in Frankreich positiv aufgenommen wurden, siedelte er 1982 in dieses Land über. In den folgenden Jahren veröffentlichte er einige Bücher, die als herausragend in der zeitgemäßen russischen Literatur gelten. Darunter die Memoiren eines russischen Punks - die epische Erzählung des Wochenendes eines russischen Teenagers im post-stalinistischen Charkiw. Sein Stil war dabei kalt und brutal. Er nahm die französische literarische Szene im Sturm. Das Cosmopolitan-Magazin zählte ihn 1987 zu den 40 wichtigsten Intellektuellen Frankreichs, im selben Jahr erhielt er ebenfalls die französische Staatsbürgerschaft. Auch in Frankreich schrieb er in politischen Magazinen: er begann auf der radikalen Linken, wechselte dann aber zur radikalen Rechten.1991 erkannte ihm Michail Gorbatschow wieder die russische Staatsbürgerschaft zu. Sein Roman "Ich bin's, Eddie" (Titel der deutschen Ausgabe:"Fuck off, Amerika"), hatte bis dahin 1,5 Millionen Exemplare verkauft. Danach wurde sein politisches Handeln endgültig anti-westlich. Er unterstützte die Putschisten gegen Boris Jelzin, kämpfte auf seiten der Serben im Jugoslawienkrieg. Er saß als designierter Innenminister im Schattenkabinett des Nationalisten Wladimir Schirinowski und gründete schließlich die Nationalbolschewistische Partei Russlands. Für viele ehemalige Freunde und Bekannte gilt er mittlerweile als Antisemit und Rassist, obwohl von ihm selbst keine Äußerungen bekannt sind, die dies substanziell bestätigen würden.
Zurück in Russland publizierte er unter anderem das vehement regierungskritische Limonka-Magazin. Er wurde verhaftet kurz nachdem er ein Buch über den Aluminium-Oligarchen Anatoli Bikow zu Ende geschrieben hatte. Limonow fordert die Verstaatlichung des Eigentums, den Boykott westlicher Waren und beschimpft russische Liberale als Marionetten des Westens. Insbesondere in der alternativen Jugendkultur und unter Intellektuellen findet er seine Anhänger.
Werk
Limonow wurde von Daniil Charms und Wladimir Majakowski beeinflusst. In der westlichen Literatur hat ihn vor allem die Avantgarde der 1960er und 1970er bewegt. Er sagt, die ersten westlichen Texte, die er übersetzt habe, seien von Lou Reed gewesen. Seine Begeisterung für die Skinheadkultur stammt wahrscheinlich von den Sex Pistols und The Clash.
Ab April 2001 saß er im Lefortowo-Gefängnis des FSB bei Moskau ein. Er war angeklagt, einen Putsch in Kasachstan geplant zu haben, illegal Waffen zu besitzen und eine illegale Miliz gegründet zu haben. Bei einem Schuldspruch hätten ihm bis zu 30 Jahren Haft gedroht. Die Stichhaltigkeit der Anklage beruhte auf den Aussagen zweier Teenager, denen viele Beobachter unterstellen, dass sie versuchten ihren eigenen Kopf zu retten. Limonow galt für viele als einer der wenigen, der es geschafft hat, gleich in zwei politischen Systemen als Dissident verfolgt zu werden. Seit 2002 wurden insbesondere in Frankreich Bestrebungen deutlich, seine Freilassung zu fordern. Eine Petition dieses Inhalts wurde von zahlreichen Autoren, Verlegern und Journalisten unterzeichnet. Darunter befinden sich ebenso russische Exilanten wie geborene Franzosen von allen Seiten des politischen Spektrums. Die PEN-Clubs in Russland, Italien, Spanien, Belgien, Taiwan und anderen Ländern setzten sich für seine Freilassung ein. Im Frühjahr 2003 wurde er wegen Terrorismus verurteilt, nach Anrechnung der Untersuchungshaft ist Limonow aber wieder in Freiheit.
Weblinks
{{Personendaten|
NAME=Limonow, Eduard Weniaminowitsch
|ALTERNATIVNAMEN=Sawenko, Eduard Weniaminowitsch [bürgerl. Name] |KURZBESCHREIBUNG=Russischer Autor und Politiker |GEBURTSDATUM=22. Februar 1943 |GEBURTSORT= |STERBEDATUM= |STERBEORT= }}

