Der Artikel Ehrendoktor gehört zur Kategorie: Akademische Bildung, Titel
Ein Ehrendoktor (Dr. h. c.; Dr. E. h.) ist ein ehrenhalber verliehener Grad einer Universität oder Fakultät, der für besondere Verdienste verliehen wird.
„honoris causa“
Die Bezeichnung honoris causa (abgekürzt h. c.) leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „ehrenhalber“ (ursprünglich: „Ehren halber“ bzw. „der Ehre wegen“). Hat eine Person mehrere Ehrendoktortitel verliehen bekommen, so ist die Abkürzung h. c. mult., was für honoris causa multiplex steht, also die mehrfache Ehrendoktorwürde.
Verleihung
Die Ehrendoktorwürde wird in der Regel an geeignete Persönlichkeiten für allgemeine oder unmittelbare Verdienste um die Hochschule oder die Fakultät verliehen; häufig erfolgt eine Verleihung aber auch aus politischen, finanziellen oder anderen Gründen, bei denen es schwerfällt, einen Bezug zu der betreffenden Hochschule zu erkennen.
An den deutschen Hochschulen wird die Verleihung in der Regel sehr zurückhaltend gehandhabt. Hier erfolgt die Verleihung in der Regel aufgrund hervorragender Verdienste auf wissenschaftlichem Gebiet.
Im Gegensatz zur ordentlichen Promotion ist zur Verleihung eines Ehrendoktorgrades keine Prüfung vorgesehen. Die Vorgehensweise und die genauen Bedingungen für die Verleihung regeln die Promotionsordnungen der Universitätsfakultäten.
In der Regel wird durch den Geehrten anlässlich der Verleihung ein wissenschaftlicher Vortrag gehalten.
Das Ehrenpromotions-Recht für die Technischen Hochschulen („Dr.-Ing. E. h.“) wurde in Preußen durch Erlass von Kaiser Wilhelm II. (in seiner Funktion als preußischer König) erst im Oktober 1899 eingeführt.
Beispiel für ein Ehrenpromotionsverfahren
Dieses Beispiel stammt von der Universität Augsburg:„Das Ehrenpromotionsverfahren ist auf begründeten Antrag der Mehrheit der Professoren des Fachbereichsrats einzuleiten. Der Fachbereichsrat bestellt mindestens zwei fachlich zuständige Professoren zur Begutachtung der wissenschaftlichen Leistungen der zu ehrenden Persönlichkeit. Der Antrag und die Gutachten sind den Mitgliedern des Fachbereichsrats und allen Professoren des Fachbereichs vorzulegen. Diese können innerhalb eines Monats schriftliche Stellungnahmen abgeben. Über die Verleihung des Ehrendoktorgrades entscheidet der Fachbereichsrat unter Würdigung des Antrags und der Gutachten sowie der vorgelegten Stellungnahmen.“ (Auszug aus § 29 der allgemeinen Promotionsordnung der Universität Augsburg)
Rekorde
Die meisten Ehrendoktorwürden, nämlich mittlerweile 150, erhielt der US-amerikanische katholische Theologe Theodore Hesburgh, weshalb ihn das Guinness-Buch der Rekorde schon seit Jahrzehnten als Titelhalter in dieser Beziehung führt. Über 105 Ehrendoktorate wurden bis heute dem Präsidenten der Soka Gakkai International Daisaku Ikeda verliehen. 47 Ehrendoktorate erhielt Buckminster Fuller. Ebenfalls recht viele Ehrendoktortitel, bislang 43, wurden Tenzin Gyatso, dem XIV. Dalai Lama, verliehen, zumeist von US-amerikanischen Hochschulen.Gekaufte Ehrendoktorentitel
Es ist heutzutage möglich sich auch einen Ehrendoktortitel von amerikanischen Kirchen verleihen zu lassen. Für diese Titel muss man nichts herausragendes geleistet haben, man überweist ihnen nur eine Spende und bekommt verschiedene Doktortitel verliehen. Diese Doktorentitel kann man aber nur sehr eingeschränkt in der BRD führen.
Siehe auch: Doktor, Promotion (Doktor), Professor
Gesprochene Wikipedia
Diskussion der Autoren über den Artikel: Ehrendoktor
Der Artikel über Ferdinand Schneider erwähnt, er musste aus finanziellen Gründen eine solche Ehrung ablehnen. muss oder musste der Geehrte etwas zahlen?
- Die passende Klasse in der RVK ist AL 23800 (Akademische Würden) - leider ist dort praktisch nichts eingetragen. -- JakobVoss 01:26, 14. Jul 2005 (CEST)
In Deutschland wird in der Regel eine Ehrenpromotion nur aufgrund besonderer (wissenschaftlicher) Verdienste vorgenommen. Dabei hält der Geehrte oft einen Vortrag. Es ist aber keine Antrittsvorlesung, wie dies bei Professoren üblich ist, die ihre Professur "antreten".84.159.84.198 22:51, 17. Feb 2006 (CET)
Akademischer Grad oder nicht?
Der Titel sagt alles. Ist Dr. h.c. jetzt ein akademischer Grad oder nicht? der Artikel "Akademischer Grad" verneint das nämlich.
- Diese Seite hat noch einen Mangel/Widerspruch: Unter "Akademischer Grad" wird betont, dass der Ehrendoktor kein Grad, sondern eine Auszeichnung sei.aus dem Artikel kopiert --Diba Diba 00:07, 16. Aug 2005 (CEST)
Müsste der Artikel nicht eigentlich umbenannt werden, wenn er schon in der Liste der Lateinischen Phrasen steht?--Keigauna 20:35, 23. Nov 2005 (CET)
Der Dr. h.c. ist ein ehrenhalber verliehener akademischer Grad, was den Hochschulgesetzen der Länder eindeutig zu entnehmen ist. In Österreich hingegen ist der Ehrendoktor tatsächlich kein akademischer Grad.--213.6.96.131 18:40, 15. Jan 2006 (CET)
- Uter Doktor steht: "Die Ehrendoktorwürde ist kein akademischer Grad." Eins von beidem muss also korrigiert werden, sonst haben wir einen Widerspruch in der Wikipedia.
- Wenn 213.6.96.131 schreibt in Österreich ist es kein akademischer Grad, während in Deutschland ein h.c. ein Ehrenhalber verliehener Grad ist, dann ist es doch so, dass man das wohl auch genauso im Artikel darstellen sollte, oder sehe ich das falsch, denn ein Anerkannter Doktorgrad würde ja heissen, dass der Mensch mit der Ehrung den Titel ohne die Abkürzung h.c. führen darf, während der andere nur in Verbindung mit dem h.c. genannt werden darf, oder ist das falsch? Ehrenhalber ist ehrenhalber, was soviel Bedeutet wie: Es darf lobend erwähnt werden, wenn die Rede von dieser Person ist, doch sie darf sich nicht offiziell so nennen? Oder ist mein Verständnis für diese Sache ganz unter ferner liefen?--Keigauna 19:39, 21. Apr 2006 (CEST)
Rekorde
Verzeihung, aber der bisherige Eintrag "Den derzeitigen Rekord in Ehrendoktorwürden hält der Dalai Lama mit 43 Titeln und ist damit eher buddhistisch untypisch ein Fall für Guiness Buch der Rekorde. Die meisten Würden stammten dabei von US-amerikanischen Schulen, deren Umsätze danach ebenfalls rekordmäßig anstiegen." ist schlicht Kokolores. Laut englischsprachiger Wikipedia ist der Titelhalter , was auch ein mir vorliegendes Guinness-Buch von 1987 bestätigt. Danach hatte Hesburgh seinerzeit schon schlappe 111 Ehrendoktorwürden gesammelt. Ich habe das daher mal geschmeidig korrigiert. --J.-H. Janßen 16:32, 14. Dez 2005 (CET)In der Regel
trugen die Ritter rote Bärte. Aber hier wird zu oft "in der Regel" geschrieben.

