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Finnische Sprache

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Finnisch (Eigenbezeichnung suomi) gehört zum ostseefinnischen Zweig der finno-ugrischen Sprachen. Damit ist es entfernt mit dem Ungarischen und eng mit dem Estnischen verwandt. Finnisch ist neben Schwedisch eine der beiden Amtssprachen in Finnland mit etwa 4,7 Millionen Muttersprachlern (92 % der Bevölkerung). Daneben ist es eine der Amtssprachen in der EU. In Schweden, wo es von ca. 300.000 Menschen gesprochen wird, ist Finnisch als offizielle Minderheitensprache anerkannt. Außerdem gibt es kleinere finnischsprachige Minderheiten in der nordnorwegischen Region Finnmark, im russischen Teil Kareliens und in Estland.

Das Finnische unterscheidet sich als finno-ugrische Sprache teilweise stark von den indogermanischen Sprachen, zu denen der Großteil der in Europa gesprochenen Sprachen gehört. Zu den Besonderheiten der finnischen Sprache gehören der agglutinierende Sprachbau, die große Anzahl (15) an Kasus, eine komplexe Morphophonologie (Vokalharmonie, Stufenwechsel), das Fehlen des grammatikalischen Geschlechts und ein konsonantenarmer Lautstand. Finnisch hat einen Ruf als schwer erlernbare Sprache, was zu großen Teilen seiner Andersartigkeit gegenüber den indogermanischen Sprachen geschuldet ist.

Sprachverwandtschaft

Das Finnische gehört zur Familie der finno-ugrischen Sprachen. Während die meisten in Europa gesprochenen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie angehören, gehören zu den finno-ugrischen Sprachen neben dem Finnischen nur die estnische, samische und die ungarische Sprache sowie eine Reihe von im europäischen Russland und in Nordsibirien gesprochenen Sprachen.

Die Verwandtschaft zwischen den verschiedenen dieser Familie angehörigen Sprachen lässt sich vielfach vor allem über die Sprachstruktur nachweisen, während der Wortschatz zuweilen nur noch wenige Ähnlichkeiten aufweist. So sind die Urformen des Finnischen und Ungarischen schon seit vielen Jahrtausenden getrennt, und die Verwandtschaft ist nicht näher als die Beziehung verschiedener indogermanischer Sprachen wie etwa Deutsch und Persisch.

Die finno-ugrischen Sprachen bilden zusammen mit der kleinen Gruppe der samojedischen Sprachen die uralische Sprachfamilie. Zusammen mit dem Estnischen, dem Ischorischen, dem Karelischen, dem Livischen, dem Võro, dem Wepsischen und dem Wotischen bildet das Finnische die Gruppe der ostseefinnischen Sprachen.

Geschichte

Frühgeschichte

Die uralischen Sprachen werden von Sprachwissenschaftlern auf eine gemeinsame uralische Ursprache zurückgeführt, welche zunächst in die samojedische und die finno-ugrische Ursprache zerfiel. Letztere spaltete sich sodann in die finnopermische und die ugrische Ursprache auf. Die finnopermische Ursprache brachte durch weiteren Zerfall die frühesten Urformen des Ostseefinnischen hervor, von welchen sich wiederum die samische Sprache abspaltete.

Die Zeiträume dieser Entwicklungsvorgänge, deren Rekonstruktion in erster Linie auf der Analyse von Wortschatz und Sprachstruktur der heutigen Sprachen beruht, lassen sich nur mit großer Schwierigkeit bestimmen. Es wird jedoch angenommen, dass die Absonderung der samischen Sprache vom frühen Finnischen spätestens um 1000 v. Chr. abgeschlossen war. Das Finnische stand bereits in prähistorischer Zeit mit germanischen und baltischen Sprachen im Kontakt und übernahm aus ihnen zahlreiche Lehnwörter.

Obwohl die Bewohner des heutigen Finnlands durchweg finno-ugrische Sprachen sprachen, entwickelte sich eine gemeinsame finnische Sprache erst in der Neuzeit. In der vorangegangenen Zeit spalteten sich die Bewohner Finnlands im Wesentlichen in drei Hauptstämme auf, die sprachlich wie kulturell erhebliche Unterschiede aufwiesen. Im Südwesten lebte die später als die „eigentlichen Finnen“ (varsinaissuomalaiset) bezeichnete Bevölkerungsgruppe. In dieser Region hatten sich germanischstämmige Zuwanderer aus Skandinavien mit der Bevölkerung vermischt und viele germanische Lehnwörter mitgebracht. Im Osten lebten die Karelier und in den Wäldern des Binnenlandes die Hämeer, welche sich anfangs wahrscheinlich noch nicht stark von den Samen unterschieden. Aus einer Vermischung der letztgenannten Bevölkerungsgruppen entstand später, aber noch vor dem Mittelalter, der Savo-Dialekt.

Entwicklung der Schriftsprache

Abbildung
Abckiria, das älteste Werk in finnischer Sprache
Bildherkunft

Die Entstehung einer einheitlichen finnischen Sprache, insbesondere der finnischen Schriftsprache, wurde begünstigt durch die Reformation. König Gustaf Wasa brach 1524 die Beziehungen zur katholischen Kirche ab und ordnete die Übernahme der lutherischen Lehren an. Zu diesen gehörte, dass das Wort Gottes in der Sprache des Volkes verkündet werden müsse. In der Folge begannen die Pfarrer, die notwendigen liturgischen Texte auch schriftlich aufzuzeichnen.

Die Veröffentlichung der ersten gedruckten Texte in finnischer Sprache geht auf das Werk des späteren Bischofs Mikael Agricola zurück. Der Schüler Martin Luthers begann bereits während seiner Studienzeit mit der Übersetzung religiöser Texte, insbesondere des Neuen Testaments. Zum ersten gedruckten finnischen Buch wurde die spätestens 1543 veröffentlichte „Fibel“ Abckiria, welche sich in erster Linie an Geistliche richtete und einen Katechismus enthielt. Die finnische Übersetzung des Neuen Testaments erschien 1548.

Agricola schuf eine Rechtschreibung auf Grundlage des Lateinischen, Deutschen und Schwedischen und legte die Grundlagen für eine finnische Schriftsprache. Er benutzte dabei in erster Linie den in der Gegend von Turku gesprochenen Dialekt, welcher damit auch zur Grundlage der sich entwickelnden gemeinsamen finnischen Sprache wurde.

Von der Bauernsprache zur Kultursprache

Auch nach der Schaffung einer Schriftsprache blieb die schriftliche Verwendung des Finnischen über Jahrhunderte rudimentär. Ab dem 16. Jahrhundert wurden auch Gesetze teilweise auf Finnisch geschrieben, ein finnischsprachiges kulturelles Leben gab es jedoch nicht: Im zu Schweden gehörenden Finnland war Schwedisch die Sprache der Verwaltung, der Bildung und der Kultur.

Erst nachdem Finnland 1809 unter russische Herrschaft gekommen war, begann sich ein finnisches Nationalbewusstsein zu entwickeln. Es formierte sich eine als „Fennomanen“ bezeichnete Bewegung, welche die finnische Sprache zur Kultursprache entwickeln wollte. Im frühen 19. Jahrhundert fehlten der Sprache hierfür aber noch alle Voraussetzungen. Die Grammatik war nie systematisch erfasst worden, und der Wortschatz spiegelte das Alltagsleben der bäuerlichen Landbevölkerung wider, entbehrte aber fast aller für Verwaltungs- und Kulturzwecke erforderlichen Vokabeln.

Das 1835 von Elias Lönnrot veröffentlichte Nationalepos Kalevala bestärkte die Rolle der finnischen Sprache. Durch die Aktivitäten der Fennomanen entstand eine finnischsprachige Literatur und Presse. Viele, muttersprachlich meist schwedischsprachige Angehörige der gebildeten Oberschicht arbeiteten an einer Weiterentwicklung der finnischen Sprache. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche Wörter geschaffen, welche in der finnischen Sprache bis dahin nicht existiert hatten. Den Idealen der finnischen Nationalbewegung folgend wurden die neuen Wörter dieser Zeit fast ausnahmslos nicht durch Lehnwörter, sondern gänzlich neu gebildet, oft durch Abwandlungen alter finnischer Wörter.

Der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begonnene Aufbau eines finnischsprachigen Schulwesens führte bis zur Jahrhundertwende dazu, dass sich eine gebildete finnischsprachige Bevölkerungsschicht entwickelte. Bis zum zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hatte sich Finnisch zu einer vollwertigen Kultursprache entwickelt, die im Wesentlichen dem heutigen Finnischen entspricht.

Siehe auch: Finnische Sprachpolitik

Rechtschreibung und Aussprache

Bedingt durch die Entstehungsgeschichte der finnischen Schriftsprache ist das finnische Alphabet identisch mit dem des Schwedischen. Es besteht aus den 26 Buchstaben des lateinischen Alphabetes, ergänzt um die Sonderzeichen å, ä und ö. Bei der alphabetischen Sortierung, z. B. in Wörterbüchern, werden die Umlaute in der genannten Reihenfolge am Ende des Alphabetes eingeordnet, nicht wie im Deutschen bei a und o. Der Buchstabe w, der insbesondere in älteren Texten oft frei mit dem gleichklingenden Buchstaben v ausgetauscht wird, wird dagegen bei der Sortierung meist nicht von letzterem unterschieden.

Die Buchstaben c, q, w, x, z und å kommen in finnischen Worten nicht vor, treten aber zuweilen in Fremdwörtern auf. Die Buchstaben b und f kommen nur in Lehnwörtern vor. Teilweise verwendet man bei Lehnwörtern für den Laut [] ein S mit Hatschek (š). Es kann aber auch durch sh oder einfach s ersetzt werden (z. B. šakki, shakki oder sakki „Schach“). Noch seltener ist die stimmhafte Entsprechung ž, die bei geographischen Bezeichnungen wie Fidži vorkommt.

Das Finnische hat eine fast völlig phonematische Orthographie, d. h. die Zuordnung von Phonemen (Lauten) und Graphemen (Buchstaben) ist eindeutig. Lehnwörter werden konsequent an die finnische Orthographie angepasst (z. B. filosofia „Philosophie“). Bei folgenden Buchstaben unterscheidet sich der Lautwert vom Deutschen:

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en:Template:Prettytable

{Highlight} Highlight1 | Buchstabe {Highlight} Highlight1 | Lautwert {Highlight} Highlight1 | Beschreibung
e [] stets offen, aber etwas geschlossener als in dt. wenn
h [] wie dt. h; auch vor Konsonanten deutlich ausgesprochen
k [] wie dt. k, aber unbehaucht
o [] stets offen wie in dt. toll
p [] wie dt. p, aber unbehaucht
r [] gerolltes r (Zungenspitzen-r)
s [] stets stimmlos wie in dt. Fass
t [] wie dt. t, aber unbehaucht
v [] wie dt. w
y [] wie dt. ü
ä [] offener als dt. ä, wie im engl. hat
ö [] stets offen wie in dt. Hölle

Zu den wenigen Ausnahmen in der Kongruenz von Buchstabe und Lautwert gehören die Buchstabenkombinationen nk und ng, die [] und [] gesprochen werden. Ferner wird ein vor einem p stehendes n durchgängig als m ausgesprochen (z. B. in kunpa gesprochen kumpa, aber auch in haen pallon gesprochen haem pallon). Nach bestimmten Typen von Wörtern tritt bei der Aussprache eine Verdopplung des Anfangskonsonanten des nachfolgenden Wortes oder Wortteiles auf, so z. B. nach auf -e endenden Wörtern (tervetuloa, gesprochen tervettuloa) oder nach verneinten Verben (en juo maitoa, gesprochen en juom maitoa). Beginnt das folgende Wort mit einem Vokal, tritt an die Stelle der Konsonantenverdopplung ein Glottisverschlusslaut [].

In der finnischen Aussprache spielt der Unterschied von langen und kurzen Lauten eine zentrale Rolle. Dieser Unterschied spiegelt sich konsequent in der Schreibweise wieder, indem lange Laute durch Doppelbuchstaben dargestellt werden. Dies betrifft sowohl Vokale als auch Konsonanten (tuli „Feuer“; tulli „Zoll“; tuuli „Wind“). Die langen Laute sind in der Regel exakt doppelt so lang wie der einfache Laut. Dabei ist die Qualität der Vokale unabhängig von ihrer Quantität. Anders als im Deutschen wird z. B. o stets [] gesprochen, unabhängig davon, ob es lang oder kurz ist. Die Verlängerung der Konsonanten k, p und t geschieht in der Weise, dass vor der Aussprache des Lautes kurz innegehalten wird.

Im Finnischen wird stets die erste Silbe eines Wortes betont. Daneben liegt ab der dritten Silbe auf jeder zweiten Silbe eine Nebenbetonung, wobei die letzte Silbe unbetont bleibt. Die Länge der Vokale ist unabhängig von der Betonung.

Phonologie

Phoneme

Das Finnische verfügt über acht Vokale (angegeben ist die IPA-Aussprache):

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{Highlight} Highlight1 rowspan="2" |   {Highlight} Highlight1 colspan="2" | vorne {Highlight} Highlight1 rowspan="2" | mitte {Highlight} Highlight1 rowspan="2" | hinten
{Highlight} Highlight1 | ung. {Highlight} Highlight1 | ger.
{Highlight} Highlight1 | geschlossen  
{Highlight} Highlight1 | halboffen  
{Highlight} Highlight1 | offen    

Daneben gibt es im Finnischen insgesamt 16 verschiedene Diphthonge, die als Phoneme gewertet werden: ai [], au [], ei [], eu [], ie [], iu [], oi [], ou [], ui [], uo [], yi [], yö [], äi [], äy [], öi [] und öy [].

Das Finnische verfügt über 14 eigenständige Konsonantenphoneme. Weitere vier Konsonanten (in der Tabelle eingeklammert) kommen nur in Lehnwörtern vor.

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en:Template:Prettytable style="text-align:center"

{Highlight} Highlight1 |   {Highlight} Highlight1 | Bilabial {Highlight} Highlight1 | Labiodental {Highlight} Highlight1 | Dental {Highlight} Highlight1 | Alveolar {Highlight} Highlight1 | Postalveolar {Highlight} Highlight1 | Palatal {Highlight} Highlight1 | Velar {Highlight} Highlight1 | Glottal
{Highlight} Highlight1 | Plosive , ()   ,       , ()
{Highlight} Highlight1 | Nasale          
{Highlight} Highlight1 | Vibranten              
{Highlight} Highlight1 | Frikative   (),   ()    
{Highlight} Highlight1 | Approximanten              
{Highlight} Highlight1 | Laterale              

Das Finnische ist mit nur 14 Konsonantenphonemen eine konsonantenarme Sprache. In einem finnischen Text kommen auf 100 Vokale durchschnittlich 96 Konsonanten (zum Vergleich: im Deutschen sind es 177)Lauri Hakulinen: Suomen kielen rakenne ja kehitys. Helsinki 1941..

Es besteht kein Kontrast zwischen stimmhaften und stimmlosen Lauten. Der Laut [] nimmt als einziger stimmhafter Plosiv eine Sonderrolle im phonologischen System des Finnischen ein. Er kommt bei echt finnischen Wörtern nur im Inlaut als schwache Stufe von [] vor. Historisch geht er auf den Frikativ [] zurück, der mit d oder dh geschrieben wurde. Als der Laut [] nicht mehr gesprochen wurde, behielt man die Schreibung d bei und sprach sie, vor allem dem schwedischen Beispiel folgend, [] aus. Der Laut [] kommt in keinem finnischen Dialekt vor, dort ist der ursprüngliche Laut entweder ausgefallen oder hat sich zu [], [] oder [] entwickelt. Während der Zeit der Sprachenstreite im 19. und 20. Jahrhundert gab es Bestrebungen, den Buchstaben d als unfinnisch aufzugeben und jeweils durch ein t zu ersetzen. Diese Schule hat sich jedoch letztlich nicht durchsetzen können.

Bei traditionellen finnischen Wörtern können am Wortanfang keine Konsonantenverbindungen stehen. Ältere Lehnwörter wurden bei Bedarf angepasst: Bei ihnen ist nur der letzte Konsonant der Verbindung erhalten.

  • koulu (Schule) aus schwedisch skola
  • ranta (Strand) aus schwedisch strand

Bei neueren Lehnwörtern bleiben die Konsonantenverbindungen erhalten. Die Aussprache fällt allerdings manchen Finnen schwer und sie sprechen auch hier nur den letzten Konsonanten.

  • stressi (Stress)
  • professori (Professor)

Am Wortende können nur Vokale oder die Konsonanten -n, -t, -l, -r und -s stehen. Neuere Lehnwörter werden meist durch Anhängung eines -i gebildet (z. B. presidentti „Präsident“).

Vokalharmonie

Abbildung
Mengendiagramm zur Veranschaulichung des Systems der finnischen Vokalharmonie
Bildherkunft

Zu den zentralen Lautgesetzen des Finnischen gehört die Vokalharmonie. Die Hintervokale a, o und u können grundsätzlich nicht innerhalb eines Wortes zusammen mit den Vordervokalen ä, ö und y vorkommen. Endungen und andere Suffixe werden an die im Wortstamm enthaltenen Vokale angepasst:

  • talo (das Haus) – talossa (im Haus)
  • metsä (der Wald) – metsässä (im Wald)

Die Vokale e und i sind neutral und können innerhalb eines Wortes mit beiden Gruppen vorkommen. Enthält ein Wort nur neutrale Vokale, werden für die Endungen die vorderen Vokale verwendet:

  • meri (das Meer) – meressä (im Meer)

In zusammengesetzten Wörtern werden die Gesetze der Vokalharmonie auf jeden Wortbestandteil getrennt angewendet. Die Vokale der Endung richten sich nach den Vokalen im letzten Wortbestandteil:

  • Pohjanmeri (die Nordsee) – Pohjanmeressä (in der Nordsee)

Fremdwörter enthalten manchmal sowohl vordere als auch hintere Vokale. In der nachlässigen Aussprache werden dann meist vordere Vokale als die korrespondierenden hinteren ausgesprochen. Beispielsweise wird Olympia von manchen Sprechern wie Olumpia gesprochen.

Stufenwechsel

Die Konsonanten k, p und t sind in der Deklination wie der Konjugation finnischer Worte von einem Stufenwechsel betroffen. Sie kommen in einer „starken“ und einer „schwachen“ Stufe vor. Als Grundregel gilt, dass die starke Stufe verwendet wird, wenn die auf den Konsonanten folgende Wortsilbe offen ist, also auf einen Vokal endet (z. B. katu „die Straße“), während bei geschlossener Silbe die schwache Stufe steht (z. B. kadun „der Straße“). Wegen verschiedener Lautentwicklungen gibt es Unregelmäßigkeiten im Stufenwechsel, z. B. muss vor einem langen Vokal auch in einer geschlossenen Silbe die starke Stufe stehen (z. B. katuun „in die Straße“).

Bei der Mehrzahl der Wörter steht die Grundform (Nominativ bei Nomina, Infinitiv bei Verben) in der starken Stufe. Manche Wörter unterliegen dem umgekehrten Stufenwechsel, bei dem die Grundform in der schwachen Stufe steht und die flektierten Formen überwiegend die starke Stufe annehmen (z. B. tuote „das Produkt“ – tuotteen „des Produktes“).

Man unterscheidet zwischen quantitativem und qualitativem Stufenwechsel. Beim quantitativen Stufenwechsel werden doppelte Konsonanten in der schwachen Stufe zu einfachen reduziert:

  • kk → k: pankki (die Bank) – pankin (der Bank)
  • pp → p: oppia (lernen) – opin (ich lerne)
  • tt → t: katto (das Dach) – katot (die Dächer)

Vom qualitativen Stufenwechsel sind die Einzelkonsonanten k, p und t sowie zahlreiche Konsonantenverbindungen betroffen. Diese Art des Stufenwechsels ist nicht mehr produktiv, d. h. neuere Wörter sind nicht mehr von ihm betroffen (vgl. katu „die Straße“ – kadun „der Straße“, aber auto „das Auto“ – auton „des Autos“).

  • k → ∅: lukea (lesen) – luen (ich lese)
  • p → v: rapu (der Krebs) – ravun (des Krebses)
  • t → d: katu (die Straße) – kadulla (auf der Straße)
  • nk → ng: HelsinkiHelsingissä (in Helsinki)
  • mp → mm: kampa (der Kamm) – kammat (die Kämme)
  • lt → ll: valta (die Gewalt) – vallan (der Gewalt)
  • nt → nn: antaa (geben) – annan (ich gebe)
  • rt → rr: parta (der Bart) – parran (des Bartes)

Sonderfälle:

  • ik → j: poika (der Junge) – pojan (des Jungen)
  • hke → hje: rohkenen (ich wage) – rohjeta (wagen)
  • lke → lje: hylkeen (der Robbe) – hylje (die Robbe)
  • rke → rje: särkeä (zerbrechen) – särjen (ich zerbreche)
  • uku → uvu: luku (die Zahl) – luvun (der Zahl)
  • yky → yvy: kyky (die Fähigkeit) – kyvyn (der Fähigkeit)

Grammatik

Das Finnische ist eine agglutinierende Sprache. Das bedeutet, dass Suffixe (Nachsilben) benutzt werden, um grammatikalische Sachverhalte auszudrücken, die im Deutschen wie in den meisten indogermanischen Sprachen durch Einzelwörter (analytisch) ausgedrückt werden. Ein einziges Wort kann, durch eine Vielzahl von Suffixen erweitert, eine große Informationsfülle aufnehmen. Ein Beispiel ist das Wort taloissanikinko, das von der Grundform talo (Haus) abgeleitet ist und soviel wie „auch in meinen Häusern?“ bedeutet. Das Wort lässt sich folgendermaßen auflösen:

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talo -i -ssa -ni -kin -ko
Haus (Plural) in mein auch (Frage)

Auch im Bereich der Syntax werden Wörter synthetisch verknüpft, d. h. deutschen Nebensätzen entsprechen oft kompakte Partizipial- oder Infinitivkonstruktionen, Satzentsprechungen genannt. Allerdings hat der Einfluss indogermanischer Sprachen den finnischen Satzbau analytischer gemacht.

Im Finnischen existiert keine Genuskategorie. Sogar bei den Personalpronomina gibt es nur ein Wort hän für „er“ und „sie“.

Nomina

Zu den Nomina gehören Substantive, Adjektive, Pronomina und Zahlwörter. Die Deklinationsendungen sind für alle Nomina gleich. Allerdings werden sie nach den Veränderungen, die der Wortstamm durchmacht, in verschiedene Typen eingeteilt.

Bei der Deklination kann der Wortstamm, insbesondere durch den Stufenwechsel, verändert werden. Das Nomen kann dabei bis zu vier verschiedene Wortstammversionen haben. In Lehrbüchern sind diese zu Lernzwecken in der Regel durch Angabe des Nominativ Singular, des Genitiv Singular und des Partitiv Singular und Plural dargestellt. Die Stammveränderungen folgen meist bestimmten Regeln, die eine Herleitung aus der Stammform erlauben. Aus sprachgeschichtlichen Gründen sind die Veränderungen nicht immer regelmäßig (vgl. lasi – lasin „Glas“ und vesi – veden „Wasser“).

Das Finnische kennt weder unbestimmte noch bestimmte Artikel. Talo kann je nach Zusammenhang „das Haus“ oder „ein Haus“ bedeuten.

Kasus

Im Finnischen gibt es 15 Kasus (Fälle). Die meisten von ihnen übernehmen ähnliche Funktionen wie die Präpositionen im Deutschen. Aufgeteilt werden sie in grammatikalische Kasus, die in ihrer Funktion den deutschen Kasus ähneln, Lokalkasus, die konkrete und abstrakte örtliche Relationen bezeichnen und die so genannten marginalen Kasus, die in der heutigen Sprache nur noch selten benutzt und meist durch Präpositionen ersetzt werden. Neben den 15 Kasus gibt es 12 weitere Adverbialkasus, die nur für eine jeweils kleine Anzahl an Wörtern benutzt werden, z. B. den Prolativ, der den Weg ausdrückt, über den eine Handlung ausgeführt wird (z. B. postitse auf dem Postweg, kirjeitse brieflich).Panu Mäkinen: Adverbialkasus.

Die Kasus werden gebildet, indem die Kasusendungen an den Wortstamm angehängt werden. Die Kasusendungen sind unabhängig vom Worttyp einheitlich. Die Endungen im Plural entsprechen prinzipiell denen im Singular, wobei zwischen Wortstamm und Endung das Pluralkennzeichen -i- tritt (z. B. Singular talossa, Plural taloissa). Eine Ausnahme bildet der Nominativ mit der Pluralendung -t (talot).

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{Highlight} Highlight1 | Fall {Highlight} Highlight1 | Suffix {Highlight} Highlight1 | Beispiel {Highlight} Highlight1 | Übersetzung {Highlight} Highlight1 | Erklärung
style="background-color:#ABCDEF" Highlight4 align="left" colspan="5" | Grammatikalische Kasus
Nominativ - talo das Haus Grundform; Subjektskasus
Genitiv -n talon des Hauses Zugehörigkeit (wessen?)
Akkusativ -, -n 1) talon, talo das Haus Objektskasus
Partitiv -(t)a2) taloa das Haus Teilobjekt, unbestimmte Menge; kann als Objektskasus fungieren
style="background-color:#ABCDEF" Highlight4 align="left" colspan="5" | Innere Lokalkasus
Inessiv -ssa2) talossa im Haus im Raum (wo?)
Elativ -sta2) talosta aus dem Haus aus dem Raum (woher?)
Illativ -Vn3) taloon ins Haus in den Raum (wohin?)
style="background-color:#ABCDEF" Highlight4 align="left" colspan="5" | Äußere Lokalkasus
Adessiv -lla2) talolla am Haus bei, auf oder mit etwas (worauf?, womit?)
Ablativ -lta2) talolta vom Haus (weg) von etwas (von wo?)
Allativ -lle talolle zum Haus auf/zu etwas (auf/zu wem/was?); entspricht auch oft dem deutschen Dativ
style="background-color:#ABCDEF" Highlight4 align="left" colspan="5" | Abstrakte Lokalkasus
Essiv -na2) talona als Haus Zustand (als was?)
Translativ -ksi taloksi zum Haus (werden oder machen) Zustand als Ergebnis einer Veränderung
style="background-color:#ABCDEF" Highlight4 align="left" colspan="5" | Marginale Kasus
Abessiv -tta2) talotta ohne Haus Mangel, ohne etwas
Instruktiv -(i)n taloin mittelst Häusern Art und Weise (mittelst was?); in der Regel nur im Plural
Komitativ -(i)ne-4) taloineen mitsamt (seiner) Häuser Dazugehörigkeit (mit wem oder was zusammen?); steht stets im Plural

1) Die Form des Akkusativs entspricht im Singular je nach syntaktischer Stellung dem Nominativ oder dem Genitiv, im Plural entspricht er dem Nominativ.
2) Diese Endungen unterliegen der Vokalharmonie, d. h. anstelle des a kann ein ä stehen.
3) Verdopplung des vorangehenden Vokals + n; endet ein Wort auf einen Doppelvokal (maa Land, puu Baum, Holz), so wird einer Verdreifachung des Vokals durch Einfügen eines h vorgebeugt: maahan, puuhun. Gelegentlich wird auch die Silbe -seen verwandt: Porvoo (Ort in Finnland), Porvooseen
4) Der Komitativ verlangt ein Possessivsuffix mit Ausnahme der Adjektive.

Pronomina

Bei den Personalpronomina der 3. Person wird nicht zwischen männlicher (er) und weiblicher (sie) Form unterschieden, die beide hän lauten. Dafür ist aber auf eine Unterscheidung zwischen Menschen (hän/he) und Nichtmenschen (se/ne) zu achten.

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{Highlight} Highlight1 | Person {Highlight} Highlight1 | Finnisch {Highlight} Highlight1 | Deutsch
1. Sg. minä ich
2. Sg. sinä du
3. Sg. hän se er/sie (bei Menschen) er/sie/es (bei Nichtmenschen)
1. Pl. me wir
2. Pl. te ihr
3. Pl. he ne sie (bei Menschen) sie (bei Nichtmenschen)

Für die höfliche Anrede (Siezen) wird die 2. Person Plural Te verwendet. Das Siezen ist in Finnland aber weit weniger verbreitet als im Deutschen. Dagegen gelten neben dem Siezen auch verschiedene unpersönliche Redewendungen als höflich. So wird der Gesprächspartner bei offiziellen Anlässen oft mit dem bloßen Nachnamen (ohne Herr oder Frau) und in der 3. Person angesprochen. Gerne wird eine direkte Anrede durch die Wahl unpersönlicher Formulierungen auch ganz vermieden.

Die Demonstrativpronomina lauten tämä (dieser) und tuo (jener). Im Plural lauten sie nämä (diese) und nuo (jene). Das Fragepronomen lautet kuka (wer) bzw. mikä (was).

Die Pronomina werden wie die Nomen dekliniert. Die Personalpronomina haben im Akkusativ eine besondere Endung -t (minut, sinut etc.).

Possessivsuffixe

Im Gegensatz zum Deutschen werden Besitzverhältnisse nicht allein durch Pronomina (mein, dein etc.) sondern durch an das Wortende angehängte Suffixe angezeigt. Zusätzlich zum Possessivsuffix kann der Genitiv des Personalpronomens treten. Die Possessivsuffixe der 3. Person benötigen stets ein Bezugswort.

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{Highlight} Highlight1 | Person {Highlight} Highlight1 | Suffix {Highlight} Highlight1 | Beispielwort {Highlight} Highlight1 | Übersetzung
1. Sg. -ni (minun) taloni mein Haus
2. Sg. -si (sinun) talosi dein Haus
3. Sg. -nsa1), -Vn2) hänen talonsa sein/ihr Haus
1. Pl. -mme (meidän) talomme unser Haus
2. Pl. -nne (teidän) talonne euer Haus
3. Pl. -nsa1), -Vn2) heidän talonsa ihr Haus

1) Diese Endung unterliegt der Vokalharmonie, d. h. anstelle des a kann ein ä stehen.
2) Verdopplung des vorangehenden Vokals + n. Diese Variante kommt bei der Deklination vor (z. B. Inessiv hänen talossaan „in seinem/ihrem Haus“).

Die Possessivsuffixe treten auch bei Postpositionen auf, die ein Bezugswort im Genitiv verlangen.

  • (minun) edessäni (vor mir), (sinun) kanssasi (mit dir) etc.

Daneben können die Possessifsuffixe in den so genannten Satzentsprechungen das Subjekt anzeigen.

  • tultuani (nachdem ich gekommen war), haluamattasi (ohne, dass du es gewollt hättest) etc.
Zahlwörter

Die Bildung der finnischen Zahlwörter geht von den Grundzahlen von 1 bis zehn aus: yksi (1), kaksi (2), kolme (3), neljä (4), viisi (5), kuusi (6), seitsemän (7), kahdeksan (8), yhdeksän (9) und kymmenen (10). Ganze Zehner werden durch Anhängung von -kymmentä gebildet, also kaksikymmentä für „zwei Zehner“, also Zwanzig. Weitere Zahlen über 20 bilden sich durch einfache Anhängung der Zahl der Einer: kaksikymmentäyksi für Einundzwanzig. Entsprechend wird für Hunderter, Tausender usw. vorgegangen.

Die Zahlen von 11 bis 19 weichen von diesem System ab und werden gebildet durch Anhängung von -toista an die Einerzahl, also kaksitoista für Zwölf. Direkt übersetzt bedeutet dies „Zwei vom Zweiten“, also die zweite Zahl des zweiten Zehnerblockes. Dieses Zahlenbildungskonzept wurde früher auch für höhere Zahlen befolgt, so dass 35 als viisineljättä, also „Fünf vom Vierten“, gelesen wurde. Diese Ausdrucksweise ist jedoch aus der heutigen Sprache verschwunden, man findet sie nur noch in älteren Texten (z. B. bei den Kapitelangaben in der Kalevala). In ähnlicher Weise wird das Wort für Eineinhalb wie „die Hälfte vom Zweiten“, puolitoista gebildet.

Zu den Besonderheiten der finnischen Zahlwörter gehört, dass diese wie Nomen dekliniert werden: Kolmesta talosta für „aus drei Häusern.“ Diese Deklination betrifft bei aus mehreren Teilen zusammengesetzten Zahlwörtern alle Teile:

  • 234 Häuser: kaksisataakolmekymmentäneljä taloa
  • aus 234 Häusern: kahdestasadastakolmestakymmenestäneljästä talosta

Die Zahlwörter ab 2 verlangen, wenn sie im Nominativ oder Akkusativ stehen, für die gezählte Sache den Partitiv Singular: yksi auto (ein Auto), kaksi autoa (zwei Autos). In anderen Fällen stehen Zahlwort und gezähltes Wort im gleichen Fall, das Substantiv aber immer im Singular: kahdessa autossa (in zwei Autos).

Verben

Das finnische Verb hat vier Tempora (Präsens, Imperfekt, Perfekt und Plusquamperfekt), vier Modi (Indikativ, Konditional, Imperativ und Potential), mehrere Infinitive und ein Verbalsubstantiv sowie vier Partizipien. Das finnische Passiv unterscheidet sich vom deutschen Passiv und ist eine unpersönliche Form.

Die finnischen Verben werden in sechs Typen eingeteilt. Die Endungen sind für alle Typen gleich, aber die Wortstämme unterliegen bei der Konjugation unterschiedlichen Veränderungen. Bei der Konjugation kann der Wortstamm durch den Stufenwechsel verändert werden. Aus sprachgeschichtlichen Gründen sind diese Veränderungen nicht immer regelmäßig (vgl. tavata – tapaan „treffen“ und tavata – tavaan „buchstabieren“).

  • Typ 1: sanoa (sagen) – sanon (ich sage)
  • Typ 2: syödä (essen) – syön (ich esse)
  • Typ 3: tulla (kommen) – tulen (ich komme)
  • Typ 4: haluta (wollen) – haluan (ich will)
  • Typ 5: tarvita (benötigen) – tarvitsen (ich benötige)
  • Typ 6: paeta (fliehen) – pakenen (ich fliehe)
Konjugation

Konjugation des Verbs puhua (sprechen) im Präsens:

{Tausendfach verwendet}>

border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; "


Dies ist die vorrangig zu verwendende Formatvorlage für generell alle Tabellen. Ein Verwendungsbeispiel findet sich auf der Diskussionsseite.

Für zusätzliche CSS-Parameter kann ein Vorlagenparameter angegeben werden, Beispiel:

 
 ...

Für links- und rechtsseitig Ausgerichtete Tabellen siehe Vorlage:Prettytable-L und Vorlage:Prettytable-R.

Siehe auch: Hilfe:Tabellen, Abschnitt Tabellen in Wie gute Artikel aussehen.

Prettytable

en:Template:Prettytable

{Highlight} Highlight1 | Person {Highlight} Highlight1 | Endung {Highlight} Highlight1 | Beispielwort {Highlight} Highlight1 | Übersetzung
1. Sing. -n (minä) puhun ich spreche
2. Sing. -t (sinä) puhut du sprichst
3. Sing. -V1) hän puhuu er/sie spricht
1. Pl. -mme (me) puhumme wir sprechen
2. Pl. -tte (te) puhutte ihr sprecht
3. Pl. -vat2) he puhuvat sie sprechen

1) Verdopplung des vorangehenden Vokals
2) Diese Endung unterliegt der Vokalharmonie, d. h. statt des a kann ein ä stehen.

Die Personalpronomina der ersten und zweiten Person können weggelassen werden, da die Person bereits durch die Personalendung eindeutig bestimmt ist.

Tempora

Das Präsens bezeichnet gegenwärtige oder zukünftige Handlungen. Das Imperfekt (auch Präteritum) bezeichnet die abgeschlossene Vergangenheit. Es wird regelmäßig mit dem Tempuszeichen -i- gebildet. Die Endungen sind dieselben wie im Präsens.

  • puhun (ich spreche) – puhuin (ich sprach)

Das Perfekt bezeichnet eine Handlung, die in der Vergangenheit stattgefunden oder angefangen hat, aber noch weiterwirkt oder für die Gegenwart von Bedeutung ist. Es entspricht weitgehend dem englischen Present Perfect. Das Plusquamperfekt bezieht sich auf eine Handlung, die vor einem Vergleichszeitpunkt in der Vergangenheit stattfand. Perfekt und Plusquamperfekt werden mit dem Hilfsverb olla (sein) und dem Partizip Perfekt gebildet.

  • olen puhunut (ich habe gesprochen), olet puhunut (du hast gesprochen) etc.
  • olin puhunut (ich hatte gesprochen), olit puhunut (du hattest gesprochen) etc.

Das Futur ist im Finnischen nicht vorhanden. Zukünftige Handlungen werden durch das Präsens ausgedrückt (menen huomenna „ich gehe morgen“, „ich werde morgen gehen“). In den überwiegenden Fällen ist trotz des fehlenden Futurs eine eindeutige temporale Zuordnung möglich, insbesondere weil sich diese oft aus dem verwendeten Kasus erschließt (luen kirjaa „ich lese (gerade) ein Buch“, aber luen kirjan „ich werde ein Buch lesen“). Um den Zukunftsbezug eindeutig zu kennzeichnen, wird in neuerer Zeit manchmal in Übernahme von Konzepten indogermanischer Sprachen auch eine Umschreibung mit dem Verb tulla (kommen) verwendet (tulen menemään huomenna).

Modi

Der Indikativ ist der Grundmodus und wird zur Darstellung der Wirklichkeit benutzt.

  • puhun (ich spreche), puhut (du sprichst) etc.

Der Konditional drückt hypothetische oder bedingte Handlungen aus. Er wird mit dem Moduszeichen -isi- gebildet.

  • puhuisin (ich würde sprechen), puhuisit (du würdest sprechen)

Der Imperativ ist die Befehlsform. Neben den Imperativen der 2. Person Singular und Plural gibt es auch in der Umgangssprache heute selten benutzte Imperative für die 3. Person Singular und Plural und die 1. Person Plural.

  • puhu! (sprich!), puhukoon! (er spreche!), puhukaamme! (lasst uns sprechen!), puhukaa! (sprecht!), puhukoot! (sollen sie sprechen!)

Der Potential bezeichnet eine wahrscheinliche, aber nicht sichere Handlung. In der heutigen gesprochenen Sprache ist er recht selten. Er wird mit dem Moduszeichen -ne- gebildet.

  • puhunen (ich spreche wohl), puhunet (du sprichst wohl) etc.
Passiv

Anders als im Deutschen und den meisten anderen indogermanischen Sprachen ist das finnische Passiv keine Umkehrung des Aktivs, sondern eigentlich ein Impersonal, das am ehesten deutschen Formulierungen mit man entspricht. Es bezeichnet Handlungen, bei denen die ausführende Person ungenannt bleibt. Das Passiv könnte als eine Art „4. Person“ bezeichnet werden.

Das Kennzeichen des Passivs ist -ta/-tä-. Es kommt in allen Tempora und Modi vor.

  • Indikativ Präsens: puhutaan (es wird gesprochen/man spricht)
  • Indikativ Imperfekt: puhuttiin (es wurde gesprochen/man sprach)
  • Indikativ Perfekt: on puhuttu (es ist gesprochen worden/man hat gesprochen)
  • Indikativ Plusquamperfekt: oli puhuttu (es war gesprochen worden/man hatte gesprochen)
  • Konditional Präsens: puhuttaisiin (es würde gesprochen werden/man würde sprechen)
  • Konditional Perfekt: olisi puhuttu (es würde gesprochen worden sein/man würde gesprochen haben)
  • Imperativ Präsens: puhuttakoon! (es werde gesprochen!/man spreche!)
  • Imperativ Perfekt: olkoon puhuttu!
  • Potential Präsens: puhuttaneen (es wird wohl gesprochen/man spricht wohl)
  • Potential Perfekt: lienee puhuttu (es ist wohl gesprochen worden/man hat wohl gesprochen)

Gedachtes Subjekt eines Passivsatzes muss stets ein Mensch sein. Dem deutschen Ausdruck das Buch wird gelesen entspricht somit im Finnischen kirja luetaan mit der eigentlichen Bedeutung man liest das Buch.

Infinitive

Finnische Verben haben je nach Auffassung zwischen drei und fünf Infinitive und ein Verbalsubstantiv (die Anzahl der Infinitive variiert in unterschiedlichen Grammatiken). Der 1. Infinitiv (puhua „sprechen“) entspricht dem deutschen Infinitiv und ist die Grundform des Verbs. Die übrigen Infinitive werden dekliniert und dienen zur Bildung zahlreicher temporaler, modaler, finaler u. ä. Satzkonstruktionen (z. B. puhuessani „während ich spreche“, puhumatta „ohne zu sprechen“, olen puhumaisillani „ich bin nah dabei, zu sprechen“ etc.).

Das Verbalsubstantiv wird mit dem Suffix -minen gebildet und kann in allen Kasus dekliniert werden. Es entspricht dem substantivierten Infinitiv des Deutschen (puhuminen „das Sprechen“, puhumisen „des Sprechens“ etc.).

Partizipien

Im Finnischen gibt es vier Partizipien. Es gibt sie in zwei Zeitebenen (Präsens bzw. gleichzeitig und Perfekt bzw. vorzeitig) jeweils als aktive und passive Form. Daneben existiert ein Agenspartizip, das das Partizip Perfekt Passiv ersetzt, wenn das Agens (die handelnde Person) genannt wird.

  • Partizip Präsens Aktiv: puhuva (sprechend)
  • Partizip Präsens Passiv: puhuttava (zu sprechen)
  • Partizip Perfekt Aktiv: puhunut (gesprochen habend – Singular), puhuneet (gesprochen habend – Plural)
  • Partizip Perfekt Passiv: puhuttu (gesprochen)
  • Agenspartizip: puhuma + Genitiv oder Possessivsuffix (von jmd. gesprochen)
Verneinung

Die Verneinung wird mit dem speziellen Verneinungsverb ei und dem nicht konjugierten Verbstamm gebildet.

  • (minä) en puhu (ich spreche nicht)
  • (sinä) et puhu (du sprichst nicht)
  • hän ei puhu (er spricht nicht)
  • (me) emme puhu (wir sprechen nicht)
  • (te) ette puhu (ihr sprecht nicht)
  • he eivät puhu (sie sprechen nicht)

Das verneinte Imperfekt wird anders gebildet als der bejahte, nämlich mit ei und dem Partizip Perfekt des Verbs. Das verneinte Perfekt und Plusquamperfekt werden durch Verneinung des Hilfsverbs olla gebildet.

  • puhuin (ich sprach), puhuimme (wir sprachen) etc. – minä en puhunut (ich sprach nicht), me emme puhuneet (wir sprachen nicht) etc.
  • olen puhunut (ich habe gesprochen), olemme puhuneet (wir haben gesprochen) etc. – en ole puhunut (ich habe nicht gesprochen), emme ole puhuneet (wir haben nicht gesprochen) etc.
  • olin puhunut (ich hatte gesprochen), olimme puhuneet (wir hatten gesprochen) etc. – en ollut puhunut (ich hatte nicht gesprochen), emme olleet puhuneet (wir hatten nicht gesprochen) etc.

Beim verneinten Imperativ steht das Verneinungsverb in einer speziellen Imperativform älä.

  • puhu! (sprich!), puhukaa! (sprecht!) – älä puhu! (sprich nicht!), älkää puhuko! (sprecht nicht!)
Haben

Es gibt im Finnischen kein Wort für „haben“. Stattdessen verwendet man eine Konstruktion mit der 3. Person Singular von olla (sein) und dem Adessiv.

  • minulla on auto (wörtlich „bei mir ist ein Auto“: „ich habe ein Auto“)

Syntax

Wortstellung

Die übliche Wortfolge eines finnischen Satzes ist Subjekt-Prädikat-Objekt. Die Wortstellung ist prinzipiell frei, aber nicht beliebig. Wenn sie verändert wird, verändert sich auch die Satzbetonung. Neue Informationen treten meist ans Satzende. Vergleiche:

  • Koira puri miestä – Der Hund biss den Mann
  • Miestä puri koira – Den Mann biss ein Hund
  • Miestä koira puri – Es war der Mann, den der Hund biss (und nicht etwa jemand anders)
  • Koira miestä puri – Es war ein Hund, der den Mann biss (und kein anderes Tier)
  • Puri koira miestä – Doch, der Hund biss den Mann (als Erwiderung eines Zweifels, ob der Hund den Mann biss)
  • Puri miestä koira – Doch, ein Hund biss den Mann (als Erwiderung eines Zweifels, ob der Mann von einem Hund gebissen wurde)
Fragen

In Entscheidungsfragen steht das Verb am Satzanfang und wird mit der Fragepartikel -ko/-kö versehen. Wenn die Frage ein anderes Wort fokussiert, steht dieses mit der Fragepartikel am Satzanfang. Fragewörter hingegen werden nie mit der Fragepartikel versehen. Die Frage kann auch elliptisch sein.

  • Tuleeko Anna kesällä? – Kommt Anna im Sommer?
  • Annako tulee kesällä? – Ist es Anna, die im Sommer kommt?
  • Kesälläkö Anna tulee? – Kommt Anna im Sommer? (oder irgendwann anders)
  • Kuka tulee kesällä? Annako? – Wer kommt im Sommer? Anna?
Bei der Antwort auf eine Entscheidungsfrage entspricht dem deutschen „ja“ die Wiederholung des Verbs, dem deutschen „nein“ das Verneinungsverb.
Subjekt

Die Kategorien von Subjekt und Objekt sind im Finnischen weniger deutlich ausgeprägt als im Deutschen. Das Subjekt kann im Nominativ, Partitiv, nach manchen Auffassungen auch im Genitiv stehen oder auch völlig fehlen. Der Normalfall als Subjektskasus ist der Nominativ.

  • Tyttö näki linnun – Das Mädchen sah einen Vogel
Ein Partitivsubjekt kommt in den so genannten Existentialsätzen („es gibt“-Sätze) vor, wenn eine unbestimmte Menge bezeichnet wird.
  • Lasissa on maitoa – Im Glas ist Milch
Bei Sätzen, die eine Notwendigkeit audrücken, steht die finnische Entsprechung des deutschen Subjekts im Genitiv. Ob dieses als Subjekt aufgefasst werden kann, ist Auffassungssache.
  • Sinun täytyy tehdä se – Du musst das machen
Generische Sätze, die im Deutschen meist durch ein unpersönliches „man“ oder das formale Subjekt „es“ ausgedrückt werden, haben kein Subjekt.
  • Ulkona sataa – Draußen regnet es
Objekt

Das Objekt kann im Akkusativ oder Partitiv stehen. Das Objekt steht stets im Partitiv, wenn der Satz verneint ist.

  • Ostin kirjan (Akkusativ) – Ich kaufte das Buch
  • En ostanut kirjaa (Partitiv) – Ich kaufte das Buch nicht
In bejahenden Sätzen hat die Kasuswahl zwei Aufgaben. Der Akkusativ drückt eine quantitative Bestimmtheit aus, während der Partitiv benutzt wird, wenn eine unbestimmte oder unzählbare Menge gemeint ist.
  • Juon kahvia (Partitiv) – Ich trinke Kaffee (unbestimmte Menge)
  • Juon kahvin (Akkusativ) – Ich trinke einen/den Kaffee (= Ich trinke eine / diese Tasse Kaffee aus)
Außerdem kann ein Aspektunterschied ausgedrückt werden. Dabei drückt der Akkusativ eine perfektive oder resultative (abgeschlossene) und der Partitiv eine imperfektive oder irresultative (nicht abgeschlossene) Handlung aus.
  • Mies ampui hirveä (Partitiv) – Der Mann schoss auf den Elch
  • Mies ampui hirven (Akkusativ) – Der Mann erschoss den Elch
Satzentsprechungen

Bei den so genannten Satzentsprechungen handelt es sich um kompakte Infinitiv- oder Partizipialkonstruktionen, die einen Nebensatz ersetzen. Die Infinitivformen werden dabei dekliniert und drücken eine zeitliche, modale oder finale Bedeutung aus. Das Subjekt des Nebensatzes tritt in den Genitiv oder kann als Possessivsuffix angehängt werden.

  • Hän sanoo, että Pekka on sairas = Hän sanoo Pekan olevan sairas – Er sagt, dass Pekka krank ist
  • Syömme, kun olemme tulleet kotiin = Syömme kotiin tultuamme – Wir essen, wenn wir nach Hause gekommen sind
  • Menin kauppaan, jotta ostaisin maitoa = Menin kauppaan ostaakseni maitoa – Ich ging in den Laden, um Milch zu kaufen
  • Hän lähti ilman, että huomasin = Hän lähti huomaamattani – Er ging, ohne dass ich es bemerkte

Wortschatz

Wortbildung

Die finnische Sprache hat ein komplexes Wortbildungssystem, durch das von einem einzelnen Wortstamm eine Vielzahl von unterschiedlichen Begriffen abgeleitet werden können. Beispielsweise stammen die folgenden Wörter alle vom selben Wortstamm ab:
kirja („Buch“), kirjain („Buchstabe“), kirje („Brief“), kirjasto („Bibliothek“), kirjailija („Schriftsteller“), kirjallisuus („Literatur“), kirjoittaa („schreiben“), kirjallinen („schriftlich“), kirjata („buchen“, „eintragen“), kirjasin („Letter“, „Druckbuchstabe“)

Zur Wortbildung tragen viele Endsilben bei, die den Wortstamm in einen bestimmten Zusammenhang bringen. Im obigen Beispiel bedeuten beispielsweise -in ein Werkzeug oder -sto eine Ansammmlung. Weitere häufig verwendete Silben sind beispielsweise -la für eine Ortsbezeichnung oder -uri für einen Gegenstand bzw. einen Menschen, der eine (im Wortstamm steckende) Tätigkeit ausübt.

Durch Verbsuffixe können zahlreiche Bedeutungsnuancen ausgedrückt werden, z. B. nauraa („lachen“), naurahtaa („auflachen“), naureskella („vor sich hin lachen“), naurattaa („zum lachen bringen“).

Neologismen

Bei Neologismen werden im Finnischen generell eigenständige Wörter Fremdwörtern vorgezogen. Neue Begriffe werden oft auf Grundlage des vorhandenen Wortschatzes geschaffen (z. B. tietokone, wörtlich „Wissensmaschine“ = „Computer“, puhelin von puhua (sprechen) = „Telefon“). Für heute neu in die finnische Sprache zu übertragende Fremdworte gibt eine staatliche Kommission (Kielitoimisto) regelmäßig Empfehlungen ab, die aber nicht bindender Natur sind. In neuerer Zeit bürgern sich anstelle der eigenständigen finnischen Wortschöpfungen verstärkt auch direkte phonetische Übernahmen aus der jeweiligen Fremdsprache ein (z. B. für Scanner das übliche skanneri anstelle des empfohlenen kuvanlukija).

Lehnwörter

Im finnischen Wortschatz existieren Entlehnungen aus sehr unterschiedlichen Zeitschichten. Die historische Linguistik kann uralte Lehnwörter nachweisen, die aus der Zeit stammen, als die finno-ugrische und die indogermanische Ursprache sich noch nicht in die späteren Einzelsprachen aufgeteilt hatten, also wahrscheinlich dem 3. Jahrtausend v. Chr. So stammt das finnische Zahlwort für 100, sata wahrscheinlich aus einer Urform des IndoiranischenAsko Parpola: The Nāsatyas, the Chariot and Proto-Aryan religion. in: Journal of Indological Studies. 16–17.2004–2005, S. 39 (pdf). und ist mit dem Sanskrit-Wort śatam verwandt. Ebenfalls in prähistorischer Zeit, seit dem 1. Jahrtausend v. Chr., hatten die Vorfahren der Finnen Kontakte zu den Balten, Germanen und Slawen, aus deren Sprachen sie zahlreiche Wörter übernahmen. Die Lautgestalt dieser alten Lehnwörter hat sich im Finnischen oft besser erhalten als in den Ursprungssprachen. So ist das finnische kuningas noch sehr nah an der germanischen Urform *kuningaz, während das Wort sich in den heutigen germanischen Sprachen weiterentwickelt hat (dt. König, engl. king, schwed. konung etc.).

Der größte Teil der Lehnwörter im Finnischen stammt aber aus der schwedischen Sprache. Das heutige Finnland gehörte ab dem 12. Jahrhundert bis ins Jahr 1809 zum Königreich Schweden. Während dieser Zeit war die Oberschicht schwedischsprachig. In die finnische Sprache wurden sehr viele Lehnwörter aus dem Schwedischen übernommen, z. B. kuppi (schwed. kopp „Tasse“) oder auch die Wochentage maanantai, tiistai, usw. Die kurze Zugehörigkeit Finnlands zu Russland hat in der Sprache weit weniger Spuren hinterlassen, zumal Russisch nie Amtssprache war. In neuerer Zeit sind Lehnwörter aus dem Englischen dazugekommen, wenn auch in geringerem Umfang als zum Beispiel in der deutschen Sprache.

Sprachformen

Umgangssprache

Im Finnischen unterscheiden sich geschriebene und gesprochene Sprache mehr als in den meisten anderen europäischen Sprachen. Die Unterschiede sind sowohl lautlicher als grammatikalischer Natur. Die Schriftsprache wird für fast alle geschriebenen Texte verwendet; eine Ausnahme bilden informelle Nachrichten (E-Mails, SMS-Mitteilungen etc.). In Gesprächssituationen wird dagegen fast ausschließlich die Umgangssprache gesprochen, außer bei besonders formellen Anlässen. Die Umgangssprache variiert je nach dialektalem Hintergrund, Alter und sozialer Stellung des Sprechers, aber auch bei ein und derselben Person je nach Situation.

Die finnische Umgangssprache basiert im Wesentlichen auf dem Dialekt von Helsinki, hat sich aber zu einer überregional gesprochenen Standardsprache entwickelt.

Die wichtigsten Merkmale der Umgangssprache sind:

  • Lautliche Verschleifung: mä oon statt minä olen (ich bin), lukee statt lukea (lesen)
  • Gebrauch der sächlichen Pronomina der 3. Person (Singular se, Plural ne) auch für Personen (statt hän, he)
  • In der 1. und 2. Person werden die Personalpronomina meist genannt: mä kuulen statt kuulen (ich höre)
  • Verlust der Possessivsuffixe zugunsten des Genitivs der Personalpronomina: mun auto statt autoni (mein Auto)
  • Unterschiede in der Konjugation: Ersetzung der 1. Person Plural durch die Passivkonstruktion: me mennään statt me menemme (wir gehen); Die 3. Person Plural übernimmt die Form der 3. Person Singular: autot ajaa statt autot ajavat (die Autos fahren)
  • Bevorzugung analytischer Konstruktionen: Satzentsprechungen werden durch Nebensätze ersetzt: kun mä olin tullut statt tultuani (als ich gekommen war); Die selteneren Kasus wie der Abessiv werden durch Präpositionen ersetzt: ilman rahaa statt rahatta (ohne Geld)
  • Vor allem im informellen Bereich Abkürzung von Wörtern: telkkari statt televisio (Fernseher)

Dialekte

Die Unterschiede zwischen den finnischen Dialekten sind recht gering, sie unterscheiden sich fast ausschließlich in der Aussprache. Die finnischen Dialekte teilen sich in eine westliche und eine östliche Hauptgruppe. Die Einordnung der im nordschwedischen Torne-Tal gesprochenen Meänkieli ist umstritten. In Finnland wird es meist als westfinnischer Dialekt angesehen, während es in Schweden als eigenständige Sprache klassifiziert und auch an Schulen als Schriftsprache gelehrt wird.

Westfinnische Dialekte

Ostfinnische Dialekte

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen westlichen und östlichen Dialekten ist die Entsprechung des schriftsprachlichen d. In den westfinnischen Dialekten ist der Laut meist durch r oder l ersetzt (tehrä statt tehdä), in den ostfinnischen ist er ausgefallen (tehä). In den Südwestdialekten fallen Vokale am Wortende oft aus (z. B. pitk statt pitkä). Die östlichen Dialekte verfügen über palatalisierte Konsonanten (z. B. vesj statt vesi).

Sprachbeispiel

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

Kaikki ihmiset syntyvät vapaina ja tasavertaisina arvoltaan ja oikeuksiltaan. Heille on annettu järki ja omatunto, ja heidän on toimittava toisiaan kohtaan veljeyden hengessä.
[]
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

Quellenangaben

Literatur

Grammatiken

  • Fred Karlsson: Finnische Grammatik. Autorisierte Übersetzung aus dem Finnischen von Karl-Heinz Rabe. Bearbeitet von Cornelius Hasselblatt und Paula Jääsalmi-Krüger. 4. Auflage. Buske, Hamburg 2004. ISBN 3-87548-203-4
  • Eva Buchholz: Grammatik der finnischen Sprache. Hempen, Bremen 2004. ISBN 3-934106-40-4
  • Martin Putz: Finnische Grammatik. Praesens, Wien 2002. ISBN 3-7069-0128-5 (Die Grammatik enthält zahlreiche diachrone Erklärungen)

Lehrbücher

  • Richard Semrau: Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Finnisch. Langenscheidt, Berlin 1996. ISBN 3-468-26140-3
  • Marja-Liisa Steiner: Finnisch für Sie. 4. Auflage. Hueber, Ismaning 1989. ISBN 3-19-005076-7
  • Senja Riekkinen-Gebbert: Yksi, kaksi, kolme. Finnisch für Deutschsprachige. Lehrbuch. Hempen, Bremen 2003. ISBN 3-934106-23-4
  • Hillevi Low: Finnisch für Globetrotter. 2. Auflage. Rump, Bielefeld 1989. ISBN 3-922376-14-2
  • Anna-Liisa Lepäsmaa, Leena Silfverberg: Suomen kielen alkeisoppikirja ISBN 951-792-034-2 (einsprachig, aber auch für Anfänger)

Weblinks

   

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ang:Finnisc sprǣc hsb:Finšćina lmo:Fínich nds:Finnsche Spraak simple:Finnish language


Diskussion der Autoren über den Artikel: Finnische Sprache


Das finde ich ja super, es gibt tatsächlich noch mehr Finnisch-Enthusiasten in Deutschland. Kann mir jemand ein gutes Internetforum zum Thema empfehlen, was ich bisher so gefunden habe waren meistens nur irgendwelche nützlichen Redewendungen und so, nichts für Kenner...

Ich habe diesen Absatz herausgenommen:

Der Buchstabe d hat dabei eine Sonderrolle, denn er existiert nur, um verschiedene Dialekte einheitlich schreiben zu können. Er entspricht einem stimmhaften, dentalen Frikativ (Englisch ,th' in ,this') einer älteren Sprachestufe, der heute in den meisten Dialekten nicht gesprochen wird. Einige Dialekte haben ihn aber behalten, und dort klingt er wie r or l. Beispiel: ,ehdi' wird i.A. wie ,ehi' gesprochen.
Von einer Sonderrolle des "d" ist mir nichts bekannt. Das "d" steht zwar nicht am Wortanfang (außer in Fremd/Lehnwörtern), aber in der Wortmitte kommt es häufig vor, zumal es ja auch durch den Stufenwechsel aus dem "t" abgeleitet wird.
Schade, dass der Autor anonym geschrieben hat, daher konnte ich ihn nicht fragen, woher er diese Information hat. --Plenz 01:02, 28. Mär 2004 (CET)

Der anonyme Autor hatte Recht. Allerdings handelt es sich bei dieser Bemerkung um eine derart fachspezifische Angelegenheit, dass sie in einem Lexikonartikel ohne Schaden wegbleiben kann.
Bei der Behandlung des Stufenwechsels - der fürs Finnische zentral ist - habe ich die minutiös aufgeführten Details durch eine allgemein gültige Regel am Anfang ergänzt. Meiner Meinung nach würde dies für einen enzyklopädischen Artikel reichen; alle anderen Beispiele gehören in eine Grammatik. Was meinen andere User? Seidl 8. Mai 2004

Ich meine auch, dass man nicht zu sehr ins Detail gehen sollte. Ich wäre auch dafür, die eher verwirrende Vielfalt von Beispielen bei den 15 Fällen deutlich zu reduzieren, vor allem sollte "tämä" mit dem aus der Regel fallenden "tänne" verschwinden. Auch "maanantaina" sollte weg: entweder bringt man ALLE Fälle, die zeitliche Bedeutung haben (seit..., bis..., während...) oder gar keinen. Eine kurze Bemerkung am Ende der Auflistung der Fälle "Einige Fälle können auch eine zeitbezogene Bedeutung haben" sollte genügen. --Plenz 00:05, 10. Mai 2004 (CEST)

== als kurze erklärung ist es sehr o.k.! die vielen sprachlichen möglichkeiten, die durch verbformen wie einen infinitiv im illativ (mennään tanssimaan, aloitan kirjoittamaan...... - übrigens auch eine der in der umgangssprache gängigsten varianten, futurformen und auch befehlsformen auszudrücken), im elativ 'kun lakkaa satamasta, häen lakkaa satamasta' (hört man nicht so oft...'lakata' bedeutet 'aufhören, etwas zu tun' plus elatiivi, auch bei anderen verben wird diese form benützt) auffällig in dieser sehr fein strukturierten sprache ist, daß grammatikalische regeln auf sämtliche, vom typ unterschiedliche wortformen (also nomen, verben, adjektive,....) bis auf ganz wenige ausnahmen, angewandt werden, und auch für dazugestoßene fremdwörter ohne weiteres nachzudenken die richtigen formen gefunden werden. (verben IMMER '3. verbstamm', auf -ta; siehe 'treenata').)

Stufenwechsel

Stufenwechsel: Was ist mit den Wörtern auf -s, die mit -ks- wechseln? Beispiel: Saturnus 'Saturn', Gen. Saturnuksen. Kann man sie (im Abschnitt "Stufenwechsel") unter "von der schwachen zur starken Stufe (s-ks)" anführen? -- AurinKo 01:51, 28. Dez 2004 (CET)

Da liegst Du leider falsch. Bei s --> ks tritt überhaupt kein Stufenwechsel auf, denn "Sa-tur-nus" hat eine geschlossene Silbe und "Sa-tur-nuk-sen" ebenfalls. Der Wechsel von s nach ks selbst ist auch kein Stufenwechsel (falls Du das gemeint haben solltest), sondern eine Stammformveränderung. --Plenz 08:47, 28. Dez 2004 (CET)

Stimmt. Die Esten haben diese Besonderheit nicht, sondern sie sagen vabadus -> vabadused (Freiheit, -en). Der Wechsel s-ks ist mir ein großes Rätsel, besonders da die estnische Weise sich mit der finnischen Wechslung -nen-s-set (saksalainen, saksalais-, saksalaiset) verknüpfen läßt. Ich glaube, daß der Buchstabe k nur für Klarheit dazwischengekommen ist. Sie wissen wohl, wer ich bin.

Noch mal: Stammformveränderungen und Stufenwechsel sind völlig verschiedene Dinge (wenn auch der Stufenwechsel von den Stammformveränderungen abhängen kann). Es gibt zahlreiche Stammformveränderungen (z.B. hiiri -> hiiren, kansi -> kannen, sydän -> sydämen), die genau so wenig mit dem Stufenwechsel zu tun haben wie s -> ks. --Plenz 19:59, 26. Okt 2005 (CEST)

Sie haben wieder recht. Ich habe jedoch nur auf die Wechslung s-ks hingewiesen, nicht auf Änderung der Stammform. Hiire-hiiren kommt vielleicht davon, dass hiiri irgenwann "singere" o.ä. mit e endend war, und kansi-kannen davon, dass kansi früher kanti hiess, genauso wie vesi-veti oder käsi-käti.

Sollte man nicht bei den Verben statt des unbedeutenden Imperativ das Pefekt darstellen? Meines Erachten gibt es kein Stufenwechsel von k -> g, sondern wie auch im Beispiel dargestellt nk -> ng. Ich habe das berichtigt G.K. 13:56, 4. Feb 2005 (CET)

Audiobeispiele

Kann jemand Audiobeispiele für die genannten Wörter geben? das würde das Verständnis enorm erleichtern, besonders bei Wörtern wie sauna (au wie dt.); laina (ai wie dt. ai in Mai); seura (nicht wie im dt., sondern e+u); tie (nicht langes i, sondern i+e); leipä (ei wie e+i) usw., aber vor allem das "päättyy".

danke, --Abdull 14:06, 23. Jan 2005 (CET)

Das mit dem "selten" stimmt schon lange nicht mehr!

Den Teil würde ich komplett ändern:

"Allerdings kommen b, c, f, q, w, š, x, z, ž und å nur ganz selten (in Fremdwörtern) vor"

in

"Allerdings kommen b, c, d, f und w nur in Fremdwörtern und Wörtern der Jugendsprache und des 'slangi' (z. B. benssiini, duuni) sowie š, x, z, ž und å nur sehr selten in Fremdwörtern vor."

Der Unterschied muss sein, da es bei den letzteren Wörtern maximal 10 gibt, aber bei Wörtern mit b, c, d, f und w vor allem im Helsinkier "Stadinslangi" eine ganze Menge. Von "selten" kann keine Rede mehr sein. -andy 217.94.162.136 11:59, 11. Jun 2005 (CEST)

Änderungen vom 28.8.05

Im Kapitel "Fälle" musste ich etliche Änderungen vornehmen.

  • "es tritt eventuell der Stufenwechsel auf" bedeutet Eulen nach Athen tragen. Weg damit.
  • "Das Wort "suomea" (finnisch) steht hier für den Akkusativ" ist völlig falsch, "suomea" ist Partitiv!
  • Die "nämä"-Formen habe ich beseitigt, sie sind schwierig zu übersetzen und nicht besonders anschaulich.
--Plenz 18:43, 28. Aug 2005 (CEST)

"Artikel"

Das Finnische hat grundsätzlich keine Artikel, weder bestimmte noch unbestimmte. Jedoch gibt es Ähnlichkeiten mit den "Artikel-Sprachen" bei der Bestimmung einer Sache. Man verwendet oft, meines achtens immer mehr und mehr, das Wort se genauso wie z.B. die Deutschen ihre Artikel, um den Sachinhalt verständlich zu ermitteln. Meiner Meinung nach sollte dieser Punkt der finnischen Grammatik überarbeitet werden.

Konsonantenhäufungen im Finnischen

Warum enthält kein einheimisches finnisches Wort eine der folgenden Konsonantenhäufungen: kl, kr, pl, pr, tr? --84.61.30.85 10:49, 28. Dez 2005 (CET)

Im Finnischen gibt es so gut wie nie 2 Konsonanten am Wortanfang, sondern üblicherweise nur einen! Bei deutschen Lehnwörtern wie z. B. "rouva" (kommt von "Frau") wurde das F am Anfang gestrichen. 2 Konsonanten am Wortanfang sind für Finnen schwer auszusprechen. Das Lehnwort "stressi" ("Streß"), das am Anfang 3 Konsonanten hintereinander aufweist, wird von den meisten Leuten "tressi" oder sogar "ressi" ausgesprochen.

Warum enthält kein einheimisches finnisches Wort im Wortinnern eine der folgenden Konsonantenhäufungen?: kl, kr, pl, pr, tr? --84.61.49.162 18:26, 7. Feb 2006 (CET)

Es gibt einige Wörter auch mit diesen Konsonantenkombinationen, aber die Buchstaben können nicht zur selben Silbe gehören. Es ist den Finnen aber etwas "unnatürlich", eine Konsonantenhäufung mitten im Wort mit einer Sperrlaut wie k oder t zu beginnen. Andersrum (lk, rk, lp, rp, rt) gibt es keine Probleme. Uns faulen Finnen sollte nämlich auch das Reden möglichst mühelos sein. --81.175.176.183 07:32, 17. Feb 2006 (CET)

Englische Lehnwörter

Warum gibt es so wenige englische Lehnwörter? Ich vermute, dass dies weniger an Nationalstolz und an "Sprache bewahren" liegt, sondern viel mehr daran, dass ausländische Wörter schwierig zu benutzen sind: sie gehorchen oft nicht der Vokalharmonie und sind selten so aufgebaut, dass man die finnischen Endungen ohne weiteres anhängen kann. Was meinen Experten zu meiner Theorie? --Plenz 00:57, 21. Feb 2006 (CET)

Wahrscheinlich beides. Im Finnischen werden generell öfter Fremdwörter durch finnische Ausdrücke ersetzt (z.B. puhelin für "Telefon"). Dass englische Wörter sich lautlich schlecht ins Finnische eingliedern lassen, stimmt natürlich auch, das wird bestimmt auch eine Rolle spielen. Was die Endungen angeht, bei Fremdwörtern wird meistens ein i (z.B. stressi) angehängt, damit sie in das finnische Deklinationsschema passen. --BishkekRocks 17:11, 21. Feb 2006 (CET)

Pojke

Ist pojke wirklich ein Lehnwort aus dem finnischen? Ich dachte immer, das sei das gleiche Grundwort wie engl. boy. Leider kann ich kein schwedisch. Kuppi ist natürlich als Bsp. genauso gut.
(Verschoben - Neue Beitäge bitte immer unten einfügen. Das geht, indem man auf das "+" neben "Seite bearbeiten" klickt. Danke)
Zur Frage: Ja, dem ist so. Habe es sogar in dem Wälzer Suomen kielen rakenne ja kehitys von Lauri Hakulinen nachgeschlagen, dort wird poika als eigenständiges finnisches Wort aufgelistet. Übrigens heißt es auf norwegisch gutt und dänisch dreng, was darauf hinweist dass pojke kein skandinavisches Wort ist. Die Ähnlichkeit mit boy ist wahrscheinlich zufällig. --BishkekRocks 14:38, 26. Feb 2006 (CET)
boy entspricht allerhöchstvermutlich deutsch "Bube". [LINK].--Janneman 18:06, 20. Apr 2006 (CEST)

Nützliche Redewendungen

Ich habe mir erlaubt den Abschnitt "Nützliche Redewendungen" rauszunehmen, weil er IMO nicht in einen enzyklopädischen Artikel gehört. Man könnte auch sagen: Wikipedia ist kein Sprachführer (dafür gibt es Wikibooks). Wer protestieren möchte, soll laut aufschreien und/oder hier seine Einwände vortragen. --BishkekRocks 20:16, 26. Mär 2006 (CEST)

Deklinationstypen / Konjugationstypen

Mit etwas Verwunderung sehe ich, dass es sechs Typen von Verben geben soll. In Langenscheidts "30 Stunden Finnisch" stehen viel mehr, und im Wörterbuch aus der ehem. DDR stehen noch mehr. Wegen meines Umzugs kann ich jetzt nichts Genaueres dazu schreiben, die Bücher stecken in irgendwelchen Kartons, und mir fehlt deswegen auch die Zeit, aber zu diesem Thema müsste noch mehr geschrieben werden. Auch der Satz "Um ein Nomen deklinieren zu können, muss man seinen Nominativ, Genitiv und Partitiv erlernen." stimmt so nicht, vielmehr muss man den Nominativ, den Vokalstamm und (falls vorhanden) den Konsonantstamm kennen. Wenn sich niemand zu berufen fühlt, mache ich das auch selbst, aber das kann leider noch dauern. --Plenz 21:34, 30. Mär 2006 (CEST)

Tatsächlich? Meine Grammatik sagt sechs. Was die Sache mit Nominativ, Vokalstamm und Konsonantenstamm angeht, läuft das nicht auf das Selbe hinaus? Ich bin bei solchen Sachen ein bisschen aufgeschmissen, weil ich als Muttersprachler sowas natürlich nie systematisch gelernt habe. Deshalb freue ich mich natürlich, wenn du auch dazu beitragen kannst. --BishkekRocks 14:41, 31. Mär 2006 (CEST)

"... wird der finnische Wortschatz beispielsweise im Perussanakirja in 49 Deklinations- und 24 Konjugationstypen eingeteilt." [LINK] Es kommt dabei wohl auch sehr darauf an, ob man bei besonderen Typen diese als Ausnahme/Variante eines anderen Typs ansieht oder ob man diese immer als eigenständigen Typ zählt. Wegen der Stammformen: im Lateinischen muss man bei jedem Deklinationstyp tatsächlich den Nominativ, Genitiv und die übrigen Fälle lernen, nämlich weil diese auch je nach Typ verschiedene Endungen haben. Da im Finnischen aber die Endungen immer die selben sind, muss man nur die Deklinations- und Konjugationstypen lernen (jedenfalls die gebräuchlichsten). Zum Beispiel: den kritisierten Satz verstehe ich so, dass man bei "silta" lernen muss, dass der Genitiv "sillan" lautet. Das stimmt aber nicht. Man muss nur wissen, dass "silta" zum selben Deklinationstyp gehört wie "ilta" und dass dessen Vokalstamm "illa-" lautet. --Plenz 17:46, 31. Mär 2006 (CEST)

Um noch mal drauf zurückzukommen: Das mit den Konjugationstypen ist eine Frage der Einteilung. Es sechs Grundtypen, die je nachdem, ob sie dem Stufenwechsel unterliegen und nach den unterschiedlichen Veränderungen im Imperfekt noch weiter unterteilt werden können. Das Finnisch-Deutsche Großwörterbuch kommt so sogar auf glatte 45 Typen!
Bei der Deklinationsgeschichte reden wir immer noch aneinander vorbei. Ob man den Nominativ, Genitiv und Partitiv oder Nominativ, Vokalstamm und Konsonantenstamm lernt läuft aus das selbe hinaus. Bei silta muss man halt wissen, dass der Vokalstamm silla- heißt, und das lernt man pragmatischerweise, indem man sich den Genitiv sillan merkt. Der Partitiv kommt noch für die Fälle dazu, wo es einen Konsonantenstamm gibt dazu (Suomi, Suomen, Suomea und lohi, lohen, lohta). Ob man hier sagt, lohi hat den Partitiv lohta oder lohi hat den Konsonantenstamm loh- ist Jacke wie Hose. Also, inhatlich meinen wir das selbe, über die Formulierung kann man reden. --BishkekRocks 23:07, 2. Apr 2006 (CEST)

Sorry, aber Du lernst nicht den Genitiv! Der Genitiv ist IMMER -n, den musst Du Dir nur einmal merken und der gilt für alle Nomen. Wenn Du schreibst, Du musst den Genitiv lernen, könnte jemand, der Latein kann, denken, dass Finnisch ähnlich wie Lateinisch aufgebaut wäre. Stimmt aber nicht: in Latein gibt es je nach Stammform verschiedene Kasus-Endungen, im Finnischen sind die Kasus-Endungen immer (mit Ausnahmen wie Illativ) gleich. Deshalb kommt es hier auf die Formulierung an, OK? --Plenz 13:33, 6. Apr 2006 (CEST)

Ich muss mich hier mal auf die Seite von BishkekRocks schlagen. Nach heute gelehrter Einteilung hat das Finnische sechs Verbformen. Alles andere ist Variation dieser Formen. Diese Variationen folgen fast alle bestimmten Regeln, so dass man sie nicht extra lernen muss. Und die Frage mit Genetiv und Vokalstamm ist nun wirklich eine Frage der Darstellung. In der Praxis lernt kein Mensch den Vokalstamm als solchen, sondern eben in der Form des Genetivs. Weil es sonst eben kein Wort ist. So wird das gelehrt. Wenn man also davon spricht, was man lernen muss, kann man mit gutem Recht vom Genetiv sprechen. Und da ist keineswegs irgendeine Aussage drin enthalten, dass der Genetiv verschiedene Endungen hätte. --ThePeter 16:38, 6. Apr 2006 (CEST)

Ich bin ebnefalls einer Meinung mit BishkekRocks und ThePeter. In wie viele Verbgruppen man die finnische Sprache nun aufteilt ist, finde ich, nicht so wichtig, darüber, dass es 6 Hauptgruppen sind, seid ihr euch ja eigentlich einig. Was Vokalstamm usw angeht: In Langenscheidts praktischem Sprachlehrgang (schätzungsweise 2. Lektion) steht, dass man den Vokalstamm erhält, indem man von der Genitivform das -n wegnimmt. Natürlich macht man das irgendwann nicht mehr so, aber für Anfänger ist es ein gutes Rezept, häufig weiß man ja, wie der Genitiv klingt, weil man das Wort eben irgendwo schon mal gehört hat. -- HANNA 18:16, 23. Apr 2006 (CEST)

Ich wiederhole mich ungern, aber es scheint mir nötig zu sein: im Lateinischen muss man bei jeder Stammform den Genitiv lernen, im Finnischen nicht. Diesen Unterschied halte ich für sehr wichtig. Wer nicht weiß, was ich meine, sollte sich mal Grammatik des Lateinischen anschauen. --Plenz 11:23, 25. Apr 2006 (CEST)
Tschuldige mal, aber der Artikel heißt Finnische Sprache, nicht Vergleich der finnischen Sprache mit dem Lateinischen. Nur weil du gerade zufällig Latein gelernt hast, macht das diesen Vergleich keineswegs wichtiger als den Vergleich mit dem Türkischen oder Mongolischen. Und jeder Finnisch Lernende lernt nun mal jeweils den Genitiv. Du darfst natürlich statt mainoksen auch gerne mainokse- lernen, wenn du das anschaulicher findest. Du bleibst damit aber in der Minderheit. --ThePeter 11:40, 25. Apr 2006 (CEST)

Im Lateinischen muss man viel oder wenig den Genitiv lernen wie im Finnischen; es reicht, dass man den Stamm und den Deklinationstyp kennt - was man praktischerweise macht indem man den Genitiv mitlernt. Das ist nicht grundsätzlich anders als im Finnischen, nur dass die unterschiedlichen Deklinationstypen auch unterschiedliche Endungen haben. --BishkekRocks 15:26, 25. Apr 2006 (CEST)

Ich habe die Stelle jetzt mal umformuliert und hoffe, dass damit alle leben können. --ThePeter 18:44, 25. Apr 2006 (CEST)

Denke schon :-). Eigentlich war die Diskussion sowieso ziemlich müßig, da sowohl meine als Plenzens Auffassung richtig waren - es waren halt nur unterschiedliche Ansichtsweisen. --BishkekRocks 19:26, 25. Apr 2006 (CEST)

Finnisch hat keine Deklinationstypen, und auch keine Konjugationstypen (oder: nur ein). Die unterschieden, die wir sehen, sind Stammklasseunterschieden, ein ganz anderes Phänomen. In Indo-Europäische sprachen haben phonologisch identische stammtypen verschiedene suffixe, in Finnisch ist es umgekehrt: Phonologisch verschiedene Stammtypen haben (normalerweise) identische Suffixe, und relativ marginal haben sie auch verschiedene Suffixe (wie Ill. -Vn, -hin, -seen/-siin, Par -A, tA, tta), diese Variation ist doch immer von Stammtypus reguliert. So ist es nicht in die IE-Sprachen. Trondtr 11:59, 27. Apr 2006 (CEST).

So, wie es jetzt ist, kann ich das eine präzise Formulierung nennen, großes Lob. Was meinen Vorredner betrifft: zumindest bei Langenscheidt steht über den Tabellen ganz fett "Konjugationstypen" und "Deklinationstypen" drüber. --Plenz 12:33, 27. Apr 2006 (CEST)
Ja, ich habe auch noch nie davon gehört, dass sich der Ausdruck "Deklinationstypen" ausschließlich auf Suffixveränderungen beziehen soll. Die Stammveränderungen sind ebenso Teil der Deklination wie die Suffixe. --ThePeter 13:14, 27. Apr 2006 (CEST)

Lesenswert-Kandidatur Finnische Sprache

Finnisch (Eigenbezeichnung suomi) gehört zum ostseefinnischen Zweig der finno-ugrischen Sprachen. Damit ist es entfernt mit dem Ungarischen und eng mit dem Estnischen verwandt. Finnisch ist eine der beiden Amtssprachen in Finnland mit etwa 4,7 Millionen Sprechern (92 % der Bevölkerung). Daneben ist es eine der Amtssprachen in der EU. In Schweden, wo es von ca. 300.000 Menschen gesprochen wird, ist Finnisch als offizielle Minderheitensprache anerkannt. Außerdem gibt es kleinere finnischsprachige Minderheiten in der nordnorwegischen Region Finnmark, im russischen Teil Kareliens und in Estland.
  • Als einer der Hauptautoren natürlich
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    Neutral Neutral . --BishkekRocks 16:12, 16. Apr 2006 (CEST)

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      Pro

      Pro - da bleiben keine Fragen offen, alle wichtigen Aspekte werden angesprochen. --Kapitän Nemo 21:37, 16. Apr 2006 (CEST)

      • contra viel zu detailliert und ausschweifend. Teile der Grammitk sollten in einen Unterartikel „finnische Grammatik“ ausgelagert werden, hier ist viel zu straffen. 84.165.238.197 22:39, 16. Apr 2006 (CEST)
      Das sehe ich absolut nicht so, die Länge der Abschnitte geht voll in Ordnung. --Mkill 03:02, 17. Apr 2006 (CEST)
      Die Auslagerung des Grammatikabschnittes wird bei einigen Sprachartikeln tatsächlich so praktiziert. Mir persönlich gefällt das nicht so, aber das ist wohl eine Geschmacksfrage. --BishkekRocks 12:50, 17. Apr 2006 (CEST)
      Es kommt auf die Länge an. Man kann einen eigenen Artikel Finnische Grammatik basteln, wenn man entsprechnend viel Material hat. Das ist bisher aber nicht nötig. --Mkill 18:19, 17. Apr 2006 (CEST)

      • pro - Grammatik und Phonetik sehr ausführlich, dadurch allerdings Ungleichgewicht zu anderen Bereichen. Durch die vielen Beispiele und Flektionstabellen erscheint der Artikel zwar stellenweise tatsächlich wie eine Schulgrammatik, aber ohne geht es imho eben auch nicht. Nochne Frage zur Phonetik: Die Rechnung mit der Konsonantenarmut kommt mir etwas seltsam vor, das liegt ja eher an der phonematischen Orthographie, also daran, dass lange Vokale doppelt geschrieben werden; wenn man nach Phonemen zählt, schmilzt die Vokallastigkeit wohl ziemlich zusammen? Zur Exzellenz müsste noch mehr zur Diachronie stehen; vielleicht wären ein paar Vergleiche mit Ungarisch (hal/kala und so) und anderen fu-Sprachen erhellend, und überhaupt zur historischen Sonderrolle der Sprachwissenschaft in Finnland (ich glaube, kein Volk ist so linguistikgeil wie die Finnen). Im Kapitel "Wortschatz" könnte man etwas über den nachgerade isländischen Sprachpurismus verlieren, ein paar Beispiele für Entlehnungen aus dem deutschen (Jääkäriprikaati, oder der allseits beliebte seksi-treffi), und finnische Lehnwörter im deutschen (mir fällt grad nur Russland ein).--Janneman 02:50, 17. Apr 2006 (CEST)
      Danke für das ausführliche Feedback! Das waren sehr hilfreiche Anregungen, die ich bei Gelegenheit einfließen lassen werde. Zur Frage mit den Konsonanten: Ich habe die Angabe aus Lauri Hakulinens Suomen kielen rakenne ja kehitys, das zwar schon etwas angestaubt (1941) aber wohl immer noch eine Autorität ist. Leider verliert Hakulinen kein Wort dazu, wie die Rechnung zustande gekommen ist. --BishkekRocks 12:50, 17. Apr 2006 (CEST)
      Der Einwand mit den Doppelvokalen trägt nicht, weil es im gleichen Maße Doppelkonsonanten gibt, die ebenfalls nur einen langen Laut darstellen. Vgl. z.B. suunnilleen (=ungefähr), zweimal Doppelvokal, zweimal Doppelkonsonant. Vergleiche mit dem Ungarischen wären in dem Artikel IMO fehl am Platze. Es ist ein Artikel über die finnische Sprache. Diese ist mit dem Ungarischen ähnlich verwandt wie Deutsch mit dem Iranischen. Ein solcher Vergleich gehört allenfalls in den Artikel Finno-ugrische Sprachen. Äh, und wie bitte soll Russland ein Lehnwort aus dem Finnischen sein (finnisch Venäjä)??? Ach ja, Votum neutral wegen meiner Beteiligung am Geschichtsteil. --ThePeter 19:40, 19. Apr 2006 (CEST)
      Rus/Russland wurde aus finn. Ruotsi = Schweden entlehnt (wg. den Warägern), allerdings musste ich gerade feststellen, dass Ruotsi selbst wohl ein sehr altes Lehnwort aus dem Altnordischen roðr (rudern) ist, kommt also darauf an, wie weit man zurückgehen mag. Einen Vergleich mit Ungarisch fände ich schon deshalb nicht schlecht, weil die Verwandtschaft der beiden Sprachen, so entfernt sie auch sein mag, das vermutlich einzige ist, dass jeder fennougristisch Unbeleckte aus dem Stand über das Finnische weiß; außerdem ersetzen solche Vergleiche für das Finnische ja die Diachronie, die wegen der dünnen schriftlichen Quellenlage sonst nicht allzu weit in die Vergangenheit zu gehen vermag. Und die Doppelkonsonanten werden doch im Gegensatz zu den Doppelvokalen auch zweifach artikuliert (kukka hat ein Phonem mehr als kuka, deucht mir).--Janneman 17:21, 20. Apr 2006 (CEST)
      Oje, bei Ruotsi/Russland muss ich mich geschlagen geben, ich hatte ja keine Ahnung. :) Aber bei den Konsonanten ist das nicht so. Ein Doppelkonsonant wird lang gesprochen, nicht zweimal. Bei kukka ist das k „länger“ als bei kuka, indem vor dem Konsonanten kurz innegehalten und das k dann stärker herausgepresst wird. Es wird aber nicht kuk-ka gesagt. Aber im Detail ist das vielleicht ein Thema für die Artikeldiskussionsseite... --ThePeter 18:36, 20. Apr 2006 (CEST)
      • Pro - Gelungener Artikel! --Mkill 02:58, 17. Apr 2006 (CEST)
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        Pro --Wladyslaw Sojka 10:56, 19. Apr 2006 (CEST)

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          Pro hatte mich schon immer interessiert und bin nun wirklich schkauer, verständlich geschrieben--Udimu 22:57, 19. Apr 2006 (CEST)

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            Pro Sehr lehrreicher informativer Artikel. --Cascari Cascari 15:40, 20. Apr 2006 (CEST)

            Zahlwörter

            Ich finde die deklinations Angaben bei den Zahlwörtern durchaus sinnvoll. Man könnte sonst ja auch einen neuen Artikel "Finnische Grammatik" erstellen. --Saippuakauppias 01:12, 30. Apr 2006 (CEST)

            Die Deklinationsangaben sind bei den Zahlen nicht sinnvoller als bei jedem anderen Wort. Die Deklinationsliste ist bei Lichte betrachtet nichts anderes als eine Liste von zehn finnischen Wörtern mit ihrer Deklination und den deutschen Bedeutungen. Das artet meiner Meinung nach zu einem Wörterbuch aus, das den Leser nur langweilt. Auch in einem gesonderten Grammatikartikel hätte das keinen Platz, weil die Deklination einzelner Worte nicht wirklich eine allgemeine Frage der Grammatik ist. Der einzige grammatikalisch interessante Aspekt der Zahlendeklination ist, dass alle Teile dekliniert werden. --ThePeter 10:31, 30. Apr 2006 (CEST)
            Die Zahlen könnten meinetwegen ruhig in einer Tabelle dargestellt werden, aber die Deklinationsangaben gehen tatsächlich unnötig ins Detail. --BishkekRocks 12:40, 30. Apr 2006 (CEST)

            Von mir aus könnten die ersten beiden Absätze komplett entfallen. Für das Wichtigste halte ich die Inkongruenz: dass das Gezählte im Singular steht. --Plenz 12:03, 1. Mai 2006 (CEST)

            Wegen den Deklinationsangaben bin ich mit euch absolut einig, dass sie unnötig sind. Aber die Ordinalzahlen finde ich durchaus sinnvoll, da sie sich z.T. nicht von der Kardinalzahl ableiten lassen, wie kaksi -> toinen. --Saippuakauppias 18:41, 1. Mai 2006 (CEST)
            Das Wort für Apfel (omena) lässt sich auch nicht von kaksi ableiten. Willst du das dann auch aufnehmen? Entschuldige die überspitzte Formulierung, aber weder die WP im Allgemeinen noch dieser Artikel im Speziellen sollen ein Wörterbuch sein. Die Auflistung des Wortes toinen bringt dem interessierten Leser keinen Erkenntnisgewinn, außer dass er dann eben das Wort für Zweiter kennt. Eben ungefähr so wichtig wie omena. --ThePeter 19:07, 1. Mai 2006 (CEST)
            toinen hat eine wichtige Funktion bei den Kardinalzahlen von 11 bis 19 (yksitoista aus yksi und toinen). Und weil früher ja auch die anderen Zahlen grösser als 21 so gebildet wurden, ist es doch durchaus relevant. (Sonst können wir uns gleich auch die Kardinalzahlen von 1 bis 10 sparen, denn die lassen sich auch nicht von kaksi ableiten.) --Saippuakauppias 00:37, 2. Mai 2006 (CEST)
            Deswegen ist ja die Bildung der Zahlen 11 bis 19 im Text auch erklärt. Ebenso wie die früheren höheren Zahlen. --ThePeter 07:27, 2. Mai 2006 (CEST)

            Abgeschlossene Exzellenz-Diskussion (erfolgreich)

            Beginn der Kandidatur: 29. April 2006

            Nach toller Überarbeitung von BishkekRocks mit viel Beifall als lesenswert befunden. Danach nochmal dran gefeilt, also stelle ich den Beitrag hier zur Diskussion. Als (wenn auch untergeordneter) Mitautor stimme ich neutral. --ThePeter 14:44, 29. Apr 2006 (CEST)

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              Pro - gefällt mir --Kapitän Nemo 22:27, 29. Apr 2006 (CEST)

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                Pro . Sehr übersichtlich, alles notwendige ist drin, schöner Artikel. --Thomas_Goldammer Thomas_Goldammer/Thomas Goldammer/Bewertung 17:09, 1. Mai 2006 (CEST)

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                  Pro . Umfassender Artikel, der wirklich alles enthält, was im Rahmen eines Lexikonartikels gesagt werden kann und soll. Sehr klar gegliedert. An wenigen Stellen von eingeschränkter „Oma-Tauglichkeit“, was sich bei sprachwissenschaftlichen Artikeln aber kaum vermeiden lässt. Kleiner Verbesserungsvorschlag: In der Kasustabelle könnten die Übersetzungen zum Adessiv und Allativ bei Lesern ohne Vorkenntnisse den Fehlschluss nahelegen, dass es um Oben-Unten-Beziehungen geht. Ich würde deshalb für „talolla“ „am Haus“ und für „talolle“ „zum Haus“ vorschlagen, was wohl auch eher dem Sprachgebrauch entspricht („auf das Haus“ benutzen eigentlich nur Dachdecker und Korporierte). Beim Translativ würde ich aus Gründen der Eindeutigkeit vorschlagen: „zum Haus (werden)“. In Anmerkung 1) zur Kasustabelle könnte man vielleicht das „je nach syntaktischer Stellung“ noch etwas konkretisieren, und zu dem Satz „Dagegen gelten verschiedene unpersönliche Redewendungen als höflich" im Pronomina-Absatz fände ich ein Beispiel gut. Das sind aber alles Kleinigkeiten, der Artikel ist klar exzellent. Jossi 23:35, 1. Mai 2006 (CEST)

                  Danke für die Anregungen, die ich in den Artikel eingebaut habe. Abgesehen von der Konkretisierung von „je nach syntaktischer Stellung.“ Das letztere beschäftigt viele Finnischlerner über Jahre, manche lernen es nie. Das ist zu komplex für eine Fußnote (letztendlich aber auch zu nebensächlich für einen eigenen Abschnitt). --ThePeter 17:13, 2. Mai 2006 (CEST)

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                    Pro Struktur, Inhalt und Umfang überzeugend, Verständlichkeit trotz Tiefgang auch für linguist. Laien gewahrt. So sollten alle WP-Artikel über bedeutende Sprachen geschrieben sein. Meine Anerkennung! --Ernst Kausen 15:14, 3. Mai 2006 (CEST)

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                      Pro --Wladyslaw Sojka 10:59, 4. Mai 2006 (CEST)

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                        Pro Sehr interessant, werde ich mir jetzt öfter anschauen. --Scooter Scooter 00:06, 5. Mai 2006 (CEST)

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                          Pro - Sehr verständlich geschrieben, wirklich ein toller Artikel! --Raanogh 19:41, 5. Mai 2006 (CEST)

                          Info: In dem Artikel fehlt eine Bezugnahme auf das Verb "sein". Wenn es das wie in den Turksprachen so nicht gibt, sollte dies noch erwähnt werden. Tritonus05 21:30, 8. Mai 2006 (CEST)

                          Weil es das Verb für "sein" sehr wohl gibt und das Finnische in dieser Hinsicht aus Sicht eines deutschsprachigen Lesers keine Besonderheiten zu bieten hat, halte ich eine Erwähnung für überflüssig. --BishkekRocks 21:44, 8. Mai 2006 (CEST)

                          Ein solch wichtiges Verb sollte trotzdem Erwähnung finden. Werden die Asdrücke "ich bin", "du bist" usw. aus jeweils einem oder zwei Wörtern gebildet...? Tritonus05 18:58, 10. Mai 2006 (CEST)

                          Die Existenz des Wortes sein ist in keiner Sprache eine Besonderheit. Lediglich dessen Fehlen, weil das die absolute Ausnahme ist. Die Bildung (ein oder zwei Worte) ist auch nicht anders als beiu anderen Verben. Eine Darstellung dieses einzelnen Verbes wäre eine Aufblähung und damit Verschlechterung des Artikels. Aber ist das von dir jetzt ein pro oder ein contra? Rein inhaltliche Diskussionen ohne Bezug zur Exzellenzdiskussion ("Info") sollten auf der Artikeldiskussionsseite geführt werden, nicht hier. --ThePeter 08:41, 11. Mai 2006 (CEST)

                          Kontra: Ich finde, der sehr umfangreiche Grammatikteil sollte in einen eigenen Artikel „finnische Grammatik“ ausgelagert werden. So schlaegt er alles andere tot. Inhaltlich keine Einwaende. Jörg Knappen Jörg Knappen 17:43, 15. Mai 2006 (CEST)

                          Das Auslagern von Grammatik-Teilen aus Sprachartikeln wäre absoluter Blödsinn! Sie sollten im Gegenteil den Kern aller Artikel über Einzelsprachen ausmachen! --Ernst Kausen 02:42, 17. Mai 2006 (CEST)

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                            Pro - Äußerst interessant zu lesen und trotz der Länge übersichtlich!!! (vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von Marvolo (Marvolo • Beiträge) --BishkekRocks 23:10, 15. Mai 2006 (CEST))

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                              Pro -- Wingman 22:05, 17. Mai 2006 (CEST) Auswertung: 9 pro, 1 contra, das nicht gravierend ist: Erfolgreich! -- Tobnu 01:33, 19. Mai 2006 (CEST)

                              Siezen und Duzen

                              Ich habe eine nötige Korrigierung zu diesem Thema im Artikel gemacht, die aber als "Verschlimmbesserung" revertiert wurde. Wieder einmal wird eine richtige und aktuelle Information anstatt einer falschen und alten nicht akzeptiert. Benutzer ThePeter hat seine sehr eigenartigen Auffassungen übers Anreden in Finnland offenbar aus uralten Films geschöpft. --80.222.120.8 22:55, 23. Jul 2006 (CEST)

                              Tut mir leid, aber meine Auffassungen schöpfe ich aus meinem täglichen Sprechverkehr mit Finnen aller Art. Es ist eine volkstümliche Überspritzung zu behaupten, die Jugend würde das Siezen nicht mehr kennen. Es wird nur sehr selten angewendet, wie es ja auch im Artikel steht. Die unpersönliche Anrede ist in offiziellen Anlässen absolut üblich (nicht mit Hän, das stand aber auch nicht im Artikel). Schau dir halt mal politische Diskussionssendung oder sowas im Fernsehen an, da wird Matti Vanhanen eben mit Vanhanen angesprochen ("Onko Vanhanen samaa mieltä?"). --ThePeter 08:40, 24. Jul 2006 (CEST)
                              Natürlich siezen sich Jugendliche nicht gegenseitig, aber wenn es um die Anrede von älteren oder höhergestellten Personen geht würde ich sogar behaupten, dass das Siezen bei der jüngeren Generation verbreiteter ist als bei der älteren. Was die unpersönliche Anrede angeht, sicher gibt es auch die Anrede mit der 3. Person und dem Nachnamen, aber noch typischer finde ich es, dass die Person total weggelassen wird, also "Wie spät es wohl sein mag?" statt "Können Sie mir sagen, wie spät es ist?". --BishkekRocks 13:05, 24. Jul 2006 (CEST)
                              Da hast du recht. Habe eine kleine Ergänzung gemacht. --ThePeter 13:27, 24. Jul 2006 (CEST)
                              Alles nur grobe Verallgemeinerung, sage ich dazu. Die "Finnen aller Art" von ThePeter scheinen gut ausgebildete Helsinkianer und Verkäufer bei Stockmann zu sein. Wie das ganze finnische Volk spricht und einander anredet, kommt in diesem Artikel leider immer noch nicht richtig hervor. Es ist jedoch tröstend, dass das hier durch höfliche Deutschen übermittelte Bild über uns Finnen schöner als die Wahrheit ist. Das Siezen ist aber wirklich fast verschwunden. --80.222.120.8 00:32, 25. Jul 2006 (CEST)
                              Natürlich ist das Siezen fast verschwunden. Es besteht aber ein Unterschied zwischen "nicht benutzen" und "nicht kennen". Im übrgien ist das Nicht-Siezen in Finnland keineswegs weniger höflich als das Siezen in Deutschland. Das ist nur eine Frage der Gebräuche. Hier ist im übrigen nicht der richtige Platz, die Diskussion über den Verfall der finnischen Sitten zu führen. Dafür sind die Leserbriefseiten bei Helsingin Sanomat da. ;) --ThePeter 09:28, 25. Jul 2006 (CEST)
                              Ich wollte mich über die allgemeine Degeration des Umgangs auch nicht beklagen, sondern nur eine fehlerhafte Information berichtigen. Leider gelingt das gar nicht, sondern geht in diesen dummen Wortklingel unter. --80.222.120.8 12:46, 25. Jul 2006 (CEST)
                              Liebe IP, du hast hier jetzt drei Beiträge gebracht, in denen kein einziger sachlicher Satz zu finden ist. Jetzt greifst du noch zu Beleidigungen. Ich gehe davon aus, dass dein nächster Beitrag entweder konkret zum Artikel etwas beiträgt oder ansonsten unterbleibt. --ThePeter 13:18, 25. Jul 2006 (CEST)
                              Das habe ich in meinem ersten Beitrag gemacht, und zwar direkt und konkret zum Artikel. Wenn das nicht hingenommen wird und der Nachbar besser weiss, wie das Leben in meinem Haus ist, kann ich nix tun. Du hast dagegen jederzeit eine Möglichkeit, den Artikel zu korrigieren, wofür du jetzt sicher genügend informiert bist. --80.222.120.8 13:45, 25. Jul 2006 (CEST)

                              Besinnung und Herkunft der Vokale

                              Das Finnische hat sogenannte vordere und hintere Vokale, die wegen der Vokalharmonie im gleichen Wort nicht hervortreten können, Lehnwörter ausgenommen. Die phonetische Besinnung von Vokalen lässt jedoch vermuten, dass die Herkunft der Laute und ihrer Umlaute nicht gleich wäre oder dass sie früher phonetisch ähnlicher gewesen wären. Warum kann mann im Finnischen einen Satz mit vielen Umlauten, wie z.B. "Isi käy töissä" (Papa geht in die Arbeit) ganz verständlich, obgleich natürlich nicht sprachrichtig, auch in der Form "Isi kau toissa" sagen? Es kommt ganz selten vor, dass ein lautlich umformulierter Satz zum Missverständnis führen würde. Dasselbe gilt auch andersrum: Mit dem Satz "Tyle minyn lyökseni!" (Tule minun luokseni/Komm zu mir) kann man die Redensart einer ausländischen Dame nachmachen, ohne den Sachinhalt zu ändern. --Insulare fennice 15:32, 26. Jul 2006 (CEST)

                              Deine Beobachtung halte ich so nicht für ganz richtig. Siehe die Wortpaare luoda/lyödä, suoda/syödä, tuo/työ, käyrä/kaura usw. usw. usw. Da kann man sich hinreichend viele missverständliche Sätze ausdenken. --ThePeter 16:36, 26. Jul 2006 (CEST)
                              Ach, ich habe was ganz anderes gemeint, als nur einzelne Wörter, die schon einen klaren Unterschied haben können. Hoffentlich meldet sich jemand, der Phonetik tiefer als nur mit so groben Beispielen erklären kann. --Insulare fennice 17:10, 26. Jul 2006 (CEST)
                              Ach ja, willkommen in der WP, ehemalige 80.222.120.8. Aber auch als angemeldeter Benutzer darfst du dich um Sachlichkeit bemühen. Ansonsten hör bitte auf zu stören. --ThePeter 17:17, 26. Jul 2006 (CEST)
                              Deine bis auf das Herumposaunen meiner alten Daten gehende Fürsorge ist sehr beispielhaft. Ich erwarte jedoch lieber Kommentare, die dem Thema (hier Besinnung und Herkunft der Vokale) dienen. --Insulare fennice 17:33, 26. Jul 2006 (CEST)
                              Ich habe dazu einen sachlichen Kommentar abgegeben, du hast es vorgezogen, darauf mit Polemik zu reagieren. Mit diesem Stil wirst du in der Wikipedia nicht viele fruchtbare Diskussionen zustande bringen. --ThePeter 19:26, 26. Jul 2006 (CEST)
                              Fortsetzung und Einigungsvorschlag auf meiner Diskussionseite. --Insulare fennice 20:01, 26. Jul 2006 (CEST)

                              "teilweise"

                              Ich hatte durchaus meine Gründe, warum ich das Wort "teilweise" in den Artikel geschrieben habe, deshalb ist es nicht bloß Ballast. Das Finnische ist über eine so lange Zeit von indogermanischen Sprachen beeinflusst worden, dass es sich ihnen nicht nur im Bereich des Wortschatzes sondern auch in Grammatik und Syntax angenähert hat. Im Vergleich z. B. zum Arabischen stellen sich die Unterschiede zwischen dem Finnischen und dem indogermanischen Sprachen weitaus kleiner dar. Daher das "teilweise". --BishkekRocks 10:59, 1. Sep 2006 (CEST)

                              Hm. Es besteht ein starker Unterschied. Eigentlich ist es nicht unbedingt notwendig klarzustellen, dass es auch noch unterschiedlichere Sprachen gibt. Das "stark" enthält ja keinen Superlativ in dem Sinne, dass es sich um den stärksten möglichen Unterschied handelt. Und es ist ja auch so, dass zwei Sprachen noch so verschieden sein können, irgendwelche Gemeinsamkeiten gibt es immer, und damit ist der Unterschied tatsächlich immer nur teilweise. Ich meine, in diesem Fall hat die IP Recht: Das "teilweise" transportiert keine zusätzliche Erkenntnis. --ThePeter 11:34, 1. Sep 2006 (CEST)
                              Ich habe bloß was gegen das Klischee, dass Finnisch vom Mars kommt, und bleibe bei meiner Meinung. Andererseits, es ist bloß ein kleines Wörtchen, also werde ich es auch nicht an die große Glocke hängen. --BishkekRocks 11:58, 1. Sep 2006 (CEST)
                              Na ja, Arabisch kommt ja auch nicht vom Mars. Und wenn Finnisch nicht so ungewöhnlich wäre, hätte es mich nie so gefesselt und würde ich jetzt nicht in Helsinki sitzen... :) --ThePeter 12:13, 1. Sep 2006 (CEST)

                              Mehr Siezen?

                              Ich habe von einer Finnischlehrerin in Deutschland gehört, dass das Siezen in Finnland in den letzten Jahren zugenommen hat. Als ich im Sommer in Finnland war, habe ich in einigen Läden (verschiedene Regionen) festgestellt, dass mich die Verkäufer /-innen, die nicht wesentlich jünger, bzw. älter als ich sind, mich gesiezt haben. Vorher war das eigentlich nie so. Möglicherweise habe ich auch nur mehr darauf geachtet, als sonst, wegen der Aussage der Finnischlehrerin. Jedenfalls kenne ich es so, dass man in der Armee die Vorgesetzten siezt und sonst wesentlich ältere Leute (situationsbedingt). ... Alokas te, juurikin te..... Asento! Taakse poistu!.....Valmistautuka ulossiirtoon, varustus: taisteluvarustus ja luha mukaan!!! hahaha =)

                              P.S.: Möglicherweise steht mein "Senf" nicht da wo er stehen sollte, ich schreibe normalerweise nichts in wikipedia rein. Bezieht sich auf "Siezen und Duzen" (oder wie das hieß)(Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 84.168.92.213 (84.168.92.213 • Beiträge) 16:20, 1 Sep 2006) -- ThePeter 15:29, 1. Sep 2006 (CEST)

                              Du schreibst hier schon ganz richtig, signiere aber bitte deine Beiträge (mit vier Tilden: , die Software fügt dann deine Signatur ein). Was die Sache angeht: Ich persönlich kann eine solche Beobachtung nicht bestätigen. In Läden bin ich schon immer (sporadisch) gesiezt worden, und bei der Armee war das definitiv schon immer so. Wenn man der öffentlichen Diskussion glauben darf, geht das Siezen eher noch weiter zurück. Letztendlich taugen natürlich alle diese Beobachtungen nicht als Ergänzung des Wikipedia-Artikels, weil sie als extrem kleine Stichprobe und subjektive Wahrnehmung keinen statistischen Aussagewert haben. Grüße --ThePeter 15:29, 1. Sep 2006 (CEST)


                              Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Finnische Sprache und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).