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Der Artikel Forschungsanstalt Geisenheim gehört zur Kategorie: Gartenbau, Önologie, Rheingau, Landwirtschaftsbehörde (Deutschland), Exzellent
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Denkmal Eduard von Lade mit dem Hauptgebäude der Forschungsanstalt Geisenheim im Hintergrund (hinten rechts). Bildherkunft |
Die Forschungsanstalt für Garten- und Weinbau in Geisenheim/Rheingau wurde 1872 von Freiherr Eduard von Lade als damals „Königlich Preussische Lehranstalt für Obst- und Weinbau“ gegründet. Aufgaben der Forschungsanstalt waren anfangs die Forschung, vor allem in den Bereichen Weinbau und Pomologie (gr.: Lehre des Obstbaus), sowie die Organisation eines Studiums im Garten- und Weinbau in Geisenheim. 1972 wurden Forschung und Ausbildung institutionell getrennt. Die Forschungsanstalt nimmt weiterhin Aufgaben der Forschung in den Bereichen Garten- und Weinbau sowie Getränketechnologie wahr, während die Fachhochschule Wiesbaden in enger Kooperation mit der Forschungsanstalt den Fachbereich Geisenheim mit seinen sieben Studiengängen unterhält.
Finanziert wird die Forschungsanstalt Geisenheim, neben der Einwerbung von Drittmitteln, vor allem durch die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, die in einem Staatsvertrag Betrieb und Finanzierung der Forschungsanstalt geregelt haben.
Geschichtlicher Überblick
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Villa Monrepos mit Parkanlage – Aufnahme von 1887 Bildherkunft |
1872 wurde dank der Bemühungen Eduard von Lades per Dekret die Königlich Preussische Lehranstalt für Obst- und Weinbau gegründet. Eduard von Lade wurde 1817 in Geisenheim als Sohn eines vermögenden Weinhändlers geboren. Mit Export-, Bank- und auch Waffengeschäften im In- und Ausland erwarb er ein beträchtliches Vermögen und konnte sich bereits mit 44 Jahren 1861 in Geisenheim zur Ruhe setzen. Er ließ dort das Monrepos, einen luxuriösen Landsitz im klassizistischen Stil samt ausgedehnten Parkanlagen in der Nähe des Rheinufers errichten. Hier widmete er sich fortan seinen privaten Interessen, zu deren wichtigsten der Obstbau und die Züchtung neuer Obstsorten gehörten.
Dem preußischen König Wilhelm I. sowie Reichskanzler Otto von Bismarck soll er mehrfach Kisten mit ausgewählten Äpfeln und Birnen samt der Bitte, in der für den Obstbau bevorzugten Gegend Geisenheims eine „pomologische Hochschule“ gründen zu dürfen, gesendet haben. Nach einigen Jahren war er damit dann 1872 erfolgreich. In unmittelbarer Nähe zum Monrepos wurde Gelände erworben und Gebäudeanlagen, teils mit Geldern aus den Reparationszahlungen aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, errichtet.
Den Park schuf Heinrich Siesmayer. Direktor war seit 1879 Rudolf Goethe. Schnell entwickelte sich Geisenheim zu einem Zentrum für angewandte Forschung im Weinbau, im Obstbau und auch der Gartenkunst. Der Botaniker, Biologe, Phytopatologe, Züchter und Dozent Hermann Müller war erster Leiter der pflanzenphysiologischen Versuchsstation in Geisenheim. Hier züchtete er Ende des 19. Jahrhunderts auch die neue Weinrebsorte Müller-Thurgau (heute teilweise Rivaner genannt), allerdings nicht, wie oft falsch zu lesen ist als Kreuzung aus Riesling und Silvaner. Nach einigen Jahren wurde der Lehr- und Studienbetrieb aufgenommen und bereits 1894 gründete sich in Geisenheim die Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer, eine der ältesten Alumniverbindungen Deutschlands.
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Villa Monrepos mit Parkanlage heute Bildherkunft |
Die beiden Weltkriege wirkten sich unterschiedlich stark auf den Forschungs- und Lehrbetrieb der Forschungsanstalt aus. Konnte man nach dem Ersten Weltkrieg auf dem unbeschädigten Anstaltsgelände noch relativ schnell am Arbeitsbetrieb der Vorkriegsjahre anknüpfen, bedeutete der Zweite Weltkrieg eine deutliche Zäsur im Wirken der Forschungsanstalt. Bereits 1941 wurde der Lehr- und auch weitestgehend der Forschungsbetrieb eingestellt. Bei Bombenangriffen kamen Mitarbeiter der Forschungsanstalt ums Leben und Gebäude und Versuchsflächen wurden teils stark zerstört. Nach dem Krieg wurde die Arbeit wieder aufgenommen, nun als Behörde des neu gegründeten Bundeslandes Hessen. In den 50er bis 70er Jahren war Geisenheim wieder eines der wichtigsten Forschungs- und Ausbildungszentren für Gartenbau in Deutschland. Einmalig in Deutschland war auch das Studium des Weinbaus in Geisenheim - bis heute kann in Deutschland Weinbau (Önologie und Kellerwirtschaft) nur in Geisenheim am Fachbereich der Fachhochschule Wiesbaden studiert werden.
Ein weiterer wichtiger Einschnitt war die Trennung von Forschung und Lehre. 1972 wurde die Fachhochschule Wiesbaden gegründet und die Forschungsanstalt gab die Studiengänge Gartenbau, Weinbau und Landespflege an die neu gegründete Fachhochschule mit ihrem „grünen“ Studienort Geisenheim ab. Die Forschungsanstalt Geisenheim nimmt seither nur noch Forschungsaufgaben wahr, ihre Wissenschaftler sind aber teils weiterhin als Dozenten an der Fachhochschule im Lehrbetrieb aktiv.
1997 beging die Forschungsanstalt Geisenheim ihr 125-jähriges Jubiläum. Seit dem Ende der 1980er Jahre wurden die Baulichkeiten (Gewächshäuser, Laborgebäude, Hörsäle) modernisiert bzw. komplett neu errichtet; ein Prozess, der erst in den nächsten Jahren abgeschlossen sein wird.
Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die starren Organisationsstrukturen der Forschungsanstalt Geisenheim, die eine dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst direkt nachgeordnete Forschungseinrichtung ist, langsam aufgelöst. Mittlerweile wird an fünf Instituten mit insgesamt 13 Fachgebieten in wissenschaftlichen Projekten interdiziplinär zusammengearbeitet, so z.B. zu Themen der grünen Biotechnologie (Hypersensitivitätsfragen, Resistenzzüchtung), zu weinbaulichen Fragen, zu zukunftsorientierten Technologien und zu Fragen der Inneren Qualität und Wertgebenden Inhaltsstoffen im Wein-, Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenbau.
Verwaltungsstruktur
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Logo der Forschungsanstalt für Garten- und Weinbau in Geisenheim Bildherkunft |
Die Forschungsanstalt Geisenheim ist eine dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst direkt nachgeordnete Forschungseinrichtung. Sie wird von einem Direktor geleitet, der wiederum von einem Direktorium bei seiner Arbeit unterstützt wird. Ein Verwaltungsrat unterstützt den Direktor bei der Kommunikation mit den zuständigen Ministerien und Dienststellen. Ein Kuratorium berät die Forschungsanstalt bei grundlegenden Dingen wie z.B. dem Haushaltsplan oder dem Forschungsprogramm.
Direktor und Direktorium
Der Direktor ist seit 1988 Klaus Schaller (Professor für Bodenkunde und Pflanzenernährung an der Forschungsanstalt Geisenheim). Das ihm zur Seite stehende Direktorium besteht aus den Leitern der fünf Institute (Weinbau und Rebenzüchtung, Oenologie und Getränkeforschung, Gartenbau und Landschaftsbau, Biologie sowie Betriebswirtschaft und Technik). Ebenfalls zum Direktorium gehören ein Vertreter des wissenschaftlichen Personals sowie, mit beratener Stimme, der jeweilige Präsident der Fachhochschule Wiesbaden und der Verwaltungsleiter der Forschungsanstalt.
Das Direktorium befasst sich mit Themen wie Personal-, Investitions- und Haushaltsfragen sowie der Koordinierung von Forschungsvorhaben und -entwicklung.
Verwaltungsrat
Der Verwaltungsrat berät den jeweiligen Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst in allen grundsätzlichen Angelegenheiten der Forschungsanstalt. Hier werden auch für die Forschungsanstalt wichtige Entscheidungen getroffen wie zum Beispiel die Genehmigung von Entwürfen des Haushaltsvoranschlages, des Investitions- und des Forschungsprogrammes der Forschungsanstalt.
Er besteht aus dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst als Vorsitzenden und dem Landwirtschaftsminister als Stellvertreter. Ferner gehören ihm der Weinbauminister von Rheinland-Pfalz und der Bundesminister für Landwirtschaft (bzw. der Stellvertreter) an.
Mit beratender Stimme gehören dem Verwaltungsrat maximal drei auswärtige Wissenschaftler an, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vorgeschlagen und - nach Anhörung des Direktoriums - vom Verwaltungsrat bestellt werden. Außerdem hat der Direktor der Forschungsanstalt beratende Stimme.
Kuratorium
Das Kuratorium der Forschungsanstalt Geisenheim hat die Aufgabe, die Entwicklung und den perspektivischen Ausbau der Forschungsanstalt zu initiieren und zu fördern. Dazu kann das Kuratorium Empfehlungen abgeben und beratend tätig werden, insbesondere bei den Themengebieten Haushalt, Investitionsprogramme, Forschungsprogramme, Satzung der Forschungsanstalt.Das Kuratorium setzt sich aus Vertretern der
- zuständigen Landes- (Hessen, Rheinland-Pfalz) und Bundesministerien
- zuständigen Ausschüsse auf Landes- und Kommunalebene
- Fachverbände des Gartenbaus und der Landschaftsarchitektur
- Fachverbände des Weinbaus und der Getränketechnologie
- Universitäten Mainz und Gießen sowie der Fachhochschule Wiesbaden
- Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt Geisenheim
- Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer - Geisenheim Alumni Association
- sowie dem Vorsitzende des Personalrats der Forschungsanstalt und dem Direktor der Forschungsanstalt
zusammen. Zur gezielten Sacharbeit kann das Kuratorium Fachausschüsse benennen.
Forschungseinrichtungen
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Testung von Beet- und Balkonpflanzen im Fachgebiet Zierpflanzenbau Bildherkunft |
Neben dem administrativen Teil besteht die Forschungsanstalt aus 5 Instituten mit insgesamt 13 Fachgebieten, die sich unterschiedlichsten Bereichen der Forschung im Garten- und Weinbau widmen:
Institut für Weinbau und Rebenzüchtung
- Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung
- Fachgebiet Weinbau
- Fachgebiet Kellerwirtschaft
Institut für Oenologie und Getränkeforschung
- Fachgebiet Weinanalytik und Getränkeforschung
- Fachgebiet Mikrobiologie und Biochemie
Institut für Gartenbau
- Fachgebiet Gemüsebau
- Fachgebiet Obstbau
- Fachgebiet Zierpflanzenbau
Institut für Biologie
- Fachgebiet Botanik
- Fachgebiet Bodenkunde und Pflanzenernährung
- Fachgebiet Phytomedizin
Institut für Betriebswirtschaft und Technik
- Fachgebiet Betriebswirtschaft und Marktforschung
- Fachgebiet Technik
Aktuelle Forschungsprojekte
Die derzeit in Geisenheim stattfindende Forschung lässt sich in 3 übergeordnete Themenbereiche mit jeweils enger definierten Projekten unterteilen:- Innere Qualität und Markt ausgewählter wein- und gartenbaulicher Produkte
- Zukunftsorientierte Technologien
- Umweltstress und nachhaltige Pflanzenproduktion
Jedes Fachgebiet hat überdies noch eigene, in der Regel mehrjährige, Forschungsprojekte. Diese werden zum Teil auch interdisziplinär mit anderen Fachgebieten und externen Partnern bearbeitet (Detaillierte Beschreibungen von Forschungsschwerpunkten und -projekte sind auf der Homepage der Forschungsanstalt unter dem jeweiligen Fachgebiet zu finden):
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Begrünungsversuch im Rahmen des Forschungsthemas Ökologischer Weinbau in den Weinbergen des Fachgebiets Weinbau Bildherkunft |
Das Fachgebiet Weinbau arbeitet an einer Vielzahl aktueller Projekte. Eines der Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit deutschen, ungarischen und griechischen Partnern beschäftigt sich mit dem Komplex Umweltstress bei der Weinrebe und bei den Weintrauben. Stressituationen wie Wassermangel, ansteigende UV-B-Strahlung oder bodennahe Ozonbelastung lassen nachhaltige Auswirkungen auf die Inhaltsstoffbildung und die Aromaausprägung bei den Trauben vermuten. Umweltparameter werden mittels modernster ökophysiologischer Messtechnik dokumentiert und Auswirkungen auf Photosynthese, Transpiration und wertgebender Inhaltsstoffbildungen untersucht. Weitere Forschungsbereiche sind die Klärung komplexer Fragen zur Inhaltsstoffbildung in der Traube oder die Erstellung von Modellen zur Ertragsbildung im Weinbau. Angewandte Forschung im Weinbau beschäftigt sich mit Fragen der praxisorientierten Weiterentwicklung umweltorientierter Bewirtschaftungssysteme im Weinbau ("ökologischer Weinbau“) sowie der technologischen und ökologischen Effizienzsteigerung im Steillagenweinbau.
Das Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung widmet sich den eher klassischen Forschungsbereichen Kreuzungszüchtung und Klonselektion sowie Fragen zur Standortanpassung von Unterlagsreben in Deutschland. Bei letzterem Forschungsprojekt werden über 50 Versuchsanlagen in den deutschen Weinanbaugebieten betrieben wo neben deutschen Unterlagssorten auch ausländische Unterlagen eingesetzt und mit diesen verglichen werden. Im biotechnologischen Forschungsbereich arbeitet das Fachgebiet mittels RAPD-PCR an der Verfeinerung von Methoden zur Unterscheidung von Rebsorten („Genetischer Fingerabdruck“). Forschungsarbeiten im Bereich „Somatische Embryogenese“ dienen der Trennung von Chimären und der Entwicklung neuer Klone aus alten Rebsorten.
Das Fachgebiet Kellerwirtschaft arbeitet eng mit dem Fachgebiet Weinbau zusammen, mit dem es auch räumlich verbunden ist. Forschungsthemen sind z.B. die Optimierung von önologischen Verfahren zur Steigerung der Weinqualität wie der Einfluss von Mostvorklärung auf die Weinqualität oder die Veränderung der primären Aromastoffe während der Traubenreife, der Traubenverarbeitung und der Weinlagerung. Ein weiterer großer Forschungsbereich ist die Rotweinresistenzzüchtung bei Kernobsthaushaltes wie z.B. die Wasserstress-Toleranz verschiedener Rosen-Genotypen. Auch die Quantifizierung haltbarkeitsrelevanter Produktionsfaktoren wie Genotyp, Standweite, Klimabedingungen sowie Ernährung und Nacherntebehandlung werden untersucht. Im Forschungsbereich „Urbane Pflanzenkultur“ wird die Sauerstoffbereich unterschiedlicher Begrünungssysteme (Erdsubstrat, Seramis, Blähton) untersucht. Ein weiteres Thema dieses Forschungsschwerpunktes ist der Ersatz von Torf durch Rohstoffe aus dem Recyclingbereich (Spanplatten, Sägemehl) oder durch nachwachsende Rohstoffe (Öllein, Hanf). Dritter Schwerpunkt ist das Umpflanzverhalten von Ziergehölzen und die Einflüsse kulturtechnischer Maßnahmen aus den Bereichen Bewässerung, Düngung, Ernte auf diese.
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In vitro-Kultur von Vitis (Weinrebe), Fachgebiet Botanik Bildherkunft |
Interdisziplinär arbeitet das Institut für Biologie der Forschungsanstalt Geisenheim. Das Fachgebiet Botanik beschäftigt sich mit Untersuchungen zur Reblaus
Das Fachgebiet Bodenkunde und Pflanzenernährung arbeitet hauptsächlich im Bereich Weinbau. Hier wird z.B. an der Ermittlung des Einflusses der Wasser- und Stickstoffversorgung und weinbaulicher Maßnahmen auf die Aromenbildung der Reben geforscht. Im Fachgebiet wurde im Gartenbau seit fast 50 Jahren kontinuierlich im Bereich AZERCA (Azaleen, Ericen und Camelien) geforscht. Dieser Forschungsschwerpunkt wurde allerdings in den letzten Jahren zugunsten anderer Forschungsprojekte deutlich reduziert.
Vielfältig sind die Forschungsbereiche im Fachgebiet Phytomedizin. Allgemein wird in garten- und weinbaulichen Forschungsprojekten an folgenden Themen gearbeitet: Optimierung der Rhizo- und Phyllosphärenmikroflora, Entwicklung umweltfreundlicher Pflanzenschutzmaßnahmen, Prognose von Krankheits- und Schädlingsaufkommen sowie der Risikominimierung bei geschlossenen Bewässerungssystemen.
Auch im Fachgebiet Betriebswirtschaft und Marktforschung erstrecken sich die Forschungsthemen sowohl auf den garten- und auf den weinbaulichen Bereich. Forschungsthemen sind hier z.B. Untersuchungen zum Verbraucherverhalten, zur Marktentwicklung und zu Marktstrukturen, Unternehmens- und Erfolgsanalysen oder die Analyse von Marketinginstrumenten in den jeweiligen Branchen.
Gleichermaßen wird die Forschung im Fachgebiet Technik gehandhabt. Forschungsthemen hier sind z.B. die verfahrenstechnischen Entwicklungen für die Pflanzenbewässerung und -düngung unter Glas oder die Verbesserung der Bewirtschaftung von Weinbau-Steillagen.
Lehre und Studium in Geisenheim
Der Lehrbetrieb an der Forschungsanstalt (1872 bis 1971)
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Zentrales Verwaltungsgebäude der Forschungsanstalt, aufgenommen vor dem Ersten Weltkrieg Bildherkunft |
Bereits im Gründungsstatut der Forschungsanstalt wurde der Lehrbetrieb geregelt. Im Gründungsjahr 1872 konnten 6 Studenten, die so genannten „Eleven“ begrüßt werden. Angeboten wurde ein „Höherer Lehrgang“ mit 4-6 Semester für Gymnasiasten und Realschüler sowie ein „Praktischer Lehrgang“ über 2 Semester für Schüler der praktischen Gärtnerei. Von Anfang an angeboten wurden auch Kurzlehrgänge für Hospitanten, d.h. Fortbildungskurse für im Beruf Stehende wie z.B. Lehrer, Baumwärter und andere.
Der Lehrplan des „Höheren Lehrganges“ war sehr umfangreich. Er umfasste als Grundlage die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, dazu Hauptfächer wie z.B. Allgemeiner Pflanzenbau, Obstkultur, Obsttreiberei, Weinbau, Rebkultur, Traubenkenntnis, Gemüsebau, Landschaftsgärtnerei oder Planzeichnen. Als Nebenfächer werden Gärtnerische Buchführung, Bienenzucht und Seidenbau(!) genannt.
Die für Forschungszwecke gebauten und genutzten Anlagen wurden selbstverständlich auch für den Lehrbetrieb genutzt. Zur Verfügung standen hier u.a. Baum- und Rebschulen, Muttergärten, Weinberge, ein Obstpark, die Formschule, Treibhäuser sowie Bibliothek und Geräte- und Modellsammlung. Dazu kamen einige Jahre später u.a. eine Pflanzenphysiologische Versuchsanstalt (Wirkungsstätte von Prof. Müller-Thurgau, ein Schüler von Julius Sachs), ein Oenochemisches Laboratorium, eine Meteorologische Versuchsstation II. Ordnung, eine Obstverwertungsstation sowie ein Weintreibhaus hinzu.
In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts hatte die Forschungsanstalt im Durchschnitt 50 Hörer, davon 20 im höheren 2-jährigen Lehrbetrieb. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde der Lehrbetrieb mehrmals umstrukturiert und ausgebaut. 1912 wurden folgende Lehrgänge angeboten: Weinbau, Obstbau, Obst- und Gartenbau und Gartenkunst. Die Anzahl der „Eleven“ betrug zu dieser Zeit bereits 90 Studenten. Bereits 1894 gründete sich die „Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer“ (VEG) die damit eine (wenn nicht sogar die) älteste Alumnivereinigung in Deutschland ist. Schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Fachkongresse durch die VEG durchgeführt. Die Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer - Geisenheim Alumni Association zählt derzeit mehr als 2.000 Mitglieder weltweit und bringt sich seit ihrer Gründung intensiv in die Forschungs- und Lehrgeschichte Geisenheims mit ein.
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Historische Postkarte (Anfang des 20. Jahrhunderts) mit den Gewächshausanlagen der Forschungsanstalt Bildherkunft |
Im Ersten Weltkrieg kam der Lehrbetrieb zum Erliegen und wurde 1919 mit 14 Eleven wieder aufgenommen. Im Zuge weiterer Umstrukturierungen wurden 1920 aus den „Eleven“ „Hörer“ mit dem Abschluss „Staatlich geprüfter Techniker“. Zum 50-jährigen Jubiläum der Forschungsanstalt 1922 konnte man wieder auf einen geordneten Lehrbetrieb schauen und auf insgesamt 2.765 Hörer (Studenten) und 10.625 „Kursisten“ aus der Praxis (Teilnehmer der 2-jährigen Praktischen Lehrgänge) zurückblicken.
Weitere Entwicklungen des Lehrbetriebes in Geisenheim zeigten die Anpassungsfähigkeit aber auch den Bedarf aus der Garten- und Weinbaupraxis. Eine 2. staatliche Fachprüfung führte Absolventen des höheren Geisenheimer Lehrbetriebes zum Titel „Staatlich diplomierter Garten-, Obst- oder Weinbauinspektor“. Ein in den 1920er-Jahren eingeführtes 5. Semester sorgte für die Lehrbefähigung und die Ausbildung von Fachlehrer im Garten-, Obst- und Weinbau.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Forschung in Geisenheim weit stärker gewichtet als die Lehre. Auch die Forschungsanstalt Geisenheim sollte ihren (Forschungs-)Beitrag zur autarken Nahrungsmittelversorgung des Reiches leisten. 1934 erfolgte die Umbenennung der Forschungsanstalt in „Versuchs- und Forschungsanstalt“, verschiedene Lehrangebote wurden eingestellt oder liefen aus. Es gab zudem Bestrebungen des damaligen Leiters der Forschungsanstalt, Prof. C.F. Rudloff, Forschung und Lehre dauerhaft zu trennen und die Lehre in Geisenheim auszulagern. Dies wurde von Ehemaligen allerdings entschieden abgelehnt. Ab 1943 war endgültig klar, dass die „Höhere Gartenbauschule“ in Geisenheim weiter bestehen bleiben sollte.
Mitte 1941 kam der Lehrbetrieb in Geisenheim allerdings kriegsbedingt zum Erliegen. Aus dem Zweiten Weltkrieg ging die Forschungsanstalt mit nicht unerheblichen Zerstörungen in die Nachkriegszeit. Auch kamen Mitarbeiter der Forschungsanstalt ums Leben. Auf den Versuchsflächen musste bereits während des Krieges Gemüse zur Ernährung der Bevölkerung angebaut werden. 1946 kam die Forschungsanstalt zum Land Hessen. Der Lehrbetrieb wurde langsam wieder aufgenommen: Am 1. April 1946 fingen 80 Hörer mit ihrem Studium an. Studienrichtungen waren: Weinbau und Kellerwirtschaft, Obstbau und Gemüsebau, Zierpflanzenbau und Gemüsebau sowie Gartengestaltung. Die Zahl der Hörer stieg in der Nachkriegszeit wieder schnell an, von 1951 bis 1957 wurden sogar Aufnahmeprüfungen für Hörer durchgeführt. Von 1946 bis 1961 verließen 858 Absolventen die Forschungsanstalt, davon gehörten 28 % der Fachrichtung Weinbau an, 23 % der Fachrichtung Obst- und Gemüsebau, 20 % der Fachrichtung Zierpflanzenbau und Gemüsebau sowie 29 % der Fachrichtung Gartengestaltung. 1960 wurde das 6-semestrige Studium in Geisenheim eingeführt, Geisenheim wurde somit zur Ingenieurschule. Damit einhergehend wurde nach 90 Jahren die Technikerausbildung abgeschafft. 1968 wurde eine neue Fachrichtung in Geisenheim eingeführt, die „Getränketechnologie“.
Nach längerer Diskussion im Vorfeld wurde Ende der 1960er Jahre die Gründung der Fachhochschulen vorbereitet, die eine Überführung der Ingenieurschulen in den Hochschulbereich ermöglichte. Die Ingenieurschule Geisenheim sollte zur neu zu gründenden Fachhochschule Wiesbaden kommen; die Einrichtung von zwei Fachbereichen, Weinbau und Getränketechnologie sowie Gartenbau und Landespflege, waren vorgesehen. Am 1. August 1971 war die Neugründung letztendlich vollzogen und der Lehrbetrieb in Geisenheim ging auf die Fachhochschule Wiesbaden über.
Studium an der Fachhochschule Wiesbaden – Studienort Geisenheim (1971 bis 2005)
1970 hatte die Ingenieurschule in Geisenheim bereits 430 Studierende und war bundesweit ein renommierter Studienort für die Berufsbereiche Garten- und Weinbau und Gartenarchitektur. Mit Verabschiedung des Fachhochschulgesetzes am 9. Juli 1970 und dessen Inkrafttreten am 1. August 1971 wurde die Fachhochschule Wiesbaden gegründet. Die Ingenieurschule Geisenheim ging dabei in den neu gegründeten Fachbereichen Gartenbau und Landespflege sowie Weinbau und Getränketechnologie der FH Wiesbaden auf. In den beiden Fachbereichen wurden nun die Studiengänge Gartenbau, Weinbau, Landespflege sowie Getränketechnologie angeboten, der neu vergebene Abschluss lautete Diplom-Ingenieur (FH).
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Weinbaustudenten bei einem Weinbeurteilungsseminar Bildherkunft |
Durch die Gründung der Fachhochschule Wiesbaden wurde in Geisenheim nach fast 100 Jahren Forschung und Lehre institutionell getrennt. Allerdings arbeiteten von Anfang an beide Institutionen eng zusammen. So wurden in der Lehre neben reinen Fachhochschulprofessoren auch Wissenschaftler der Forschungsanstalt integriert. Die leitenden Wissenschaftler der Fachgebiete sind bis heute zu 50 % Professoren der Fachhochschule mit entsprechender Lehrverpflichtung in ihrem jeweiligen Fachgebiet. Auch die weiteren Wissenschaftler der Forschungsanstalt sind mehr oder weniger in die Lehre eingebunden.
In den nächsten Jahrzehnten stieg die Zahl der Studierenden in Geisenheim kontinuierlich an. Die Studien- und Prüfungsordnungen wurden mehrfach den aktuellen Erfordernissen angepasst. Große Veränderungen folgten dann erst wieder zum Ende des 20. Jahrhunderts als, beginnend durch die Bologna-Erklärung 1999, auch in Geisenheim über die Einführung der konsekutiv gestuften Studiengänge Bachelor und Master nachgedacht wurde. Nach entsprechender Vorbereitung wurde 2003 der Diplom-Studiengang Gartenbau in den Bachelor-Studiengang Gartenbau-Management umgewandelt, ergänzend dazu wird ein Master-Studiengang Global Horticulture angeboten. 2005 folgte der Studiengang Landschaftsarchitektur (vormals Landespflege) mit der Umwandlung des Diplom-Studiengangs in einen Bachelor-Studiengang. Ebenfalls neu angeboten wird seitdem der Master-Studiengang UMIB, Umweltmanagement und Infrastrukturplanung in Ballungsräumen. Bei dem Diplom-Studiengang Weinbau und Getränketechnologie ist die Umwandlung in einen Bachelor-Studiengang in Vorbereitung, seit 2004 wird bereits der Master-Studiengang Oenologie (zusammen mit der Universität Gießen) angeboten.
Der Fachbereich Geisenheim (ab 2005)
Seit März 2005 sind die beiden Fachbereiche Weinbau und Getränketechnologie sowie Gartenbau und Landschaftsarchitektur fusioniert und bilden zusammen mit weiterem Lehrpersonal der FH Wiesbaden (EDV, Mathematik, Physik, Chemie) den Fachbereich Geisenheim. Einhergehend mit dieser Konzentrierung wird die stufenweise Umstellung des Studienangebotes von Diplomabschlüssen zu Bachelor- und Masterabschlüssen im Wintersemester 2007/2008 abgeschlossen sein.Internationale Kooperation
Seit der Tätigkeit von Prof. Hermann Müller Ende des 19. Jahrhunderts besteht eine traditionell enge Verbindung und Kooperation mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil (Schweiz). Ebenfalls in der Schweiz, in Changins, befindet sich die Station Féderale de Recherches en Production Végétale. Ein weiterer wichtiger Partner in Europa ist die Bundesanstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg (Österreich). Mit den traditionellen Weinanbauländern Frankreich, Italien kooperiert die Forschungsanstalt insbesondere bei den Forschungsgebieten Weinbau und Kellerwirtschaft. Hier sind das Istituto Sperimentale di Viticoltura in Conegliano (Italien), das Istituto Agrario di San Michele all' Aldige (Italien) und die Universitäten in Montpellier und Bordeaux (Frankreich) zu nennen. Forschungspartner in Ungarn sind die dortigen Forschungsanstalten Kecskemét und Eger. In Griechenland arbeitet die Universität Thessaloniki mit der Forschungsanstalt in Fragen der Weinbauforschung zusammen.Internationale Forschungspartner sind die z.B. das Rajamangala Institute of Technology (Thailand), die Charles Sturt University in Wagga-Wagga (Australien), die CCS Haryana Agricultural University, Hisar (Indien), die Weinbauversuchsstation in Nijtvoorby sowie die Universität Stellenbosch (Südafrika) und die Cornell University, New York (USA).
Neben Universitäten und Forschungseinrichtungen finden auch mit staatlichen und nichtstaatlichen Vereinigungen und Institutionen eine Zusammenarbeit bei Projekten des Garten- und Weinbaus in unterschiedlichster Form statt.
Institutionen der Forschungsanstalt Geisenheim
Weingut der Forschungsanstalt Geisenheim
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Blick über die Lage „Geisenheimer Fuchsberg“ Bildherkunft |
Die Forschungsanstalt Geisenheim unterhält ein eigenes Weingut, dessen Produkte regelmäßig nationale und internationale Auszeichnungen verliehen bekommt. Aufgrund der Versuchsarbeit in den Fachgebieten Weinbau und Kellerwirtschaft wird hier ein typisches Sortiment an Weinen, Sekten und Bränden angeboten. Schwerpunkt bildet natürlich der Riesling, vertreten sind allerdings auch Rebsorten aus Versuchsanlagen wie z.B. Gamaret, Zweigelt, Frühburgunder oder Auxerrois.
Angebaut wird in Geisenheimer und Rüdesheimer Lagen wie z.B. Geisenheimer Fuchsberg, Geisenheimer Kläuserweg, Rüdesheimer Burgweg oder Geisenheimer Mäuerchen.
Park der Forschungsanstalt
Der Park der Forschungsanstalt Geisenheim ist in zwei Teile gegliedert. Es gibt die Parkanlagen rund um die Hauptgebäude der Forschungsanstalt sowie die Parkanlagen rund um die Villa Monrepos. Vor allem erstere weisen eine Vielzahl seltener Bäume und Sträucher auf, darunter z.B. ein Milchorangenbaum (Maclura pomifera) sowie ein Exemplar des Taschentuchbaums (Davidia involucrata var. vilmoriniana). Weitere Raritäten sind der Zoeschener Ahorn (Acer x zoeschense), der Davids-Ahorn (Acer davidii) die Engelmanns-Buche (Fagus engelmannii), Lotus-Pflaume (Diospyrus lotus), ein männliches und ein weibliches Exemplar des Ginkgos (Ginkgo biloba), die Geschlitztblättrige Walnuss (Juglans regia Laciniata), die Orangen-Kirsche (Idesia polycarpa), die Geschlitztblättrige Kastanie (Aesculus hippocastanum 'Laciniata), der Geweihbaum (Gymnocladus dioica), der Guttaperchabaum (Eucommia ulmoides) und die Weihrauch-Zeder (Calocedrus decurrens).
Viele der gepflanzten Bäume sind über 100 Jahre alt. Die Parkanlagen rund um das Monrepos wurden von den Gebrüder Siesmayer, die unter anderem auch den Palmengarten Frankfurt gestalteten, geplant. Sie waren zur Zeit ihrer Entstehung und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein vor allem für ihre Formobstgehölze und Blumenrabatten berühmt (unter anderem Erwähnung in Meyers Konversations-Lexikon von 1894).
Hauptbibliothek
1872 wurde mit der Gründung der Forschungsanstalt Geisenheim eine Bibliothek eingerichtet. Die Hauptbibliothek weist zusammen mit den 17 Fachbibliotheken der Fachgebiete einen Gesamtbestand von insgesamt 111.320 Bänden auf (Stand: 1. Januar 2005). 1969 wurde die Bibliothek der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V. in den Bestand der Hauptbibliothek integriert, 1990 wurde die Hauptbibliothek der Forschungsanstalt Geisenheim in das „Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland“ aufgenommen. In der Hauptbibliothek finden sich auch die Jahresberichte der Forschungsanstalt Geisenheim.
Persönlichkeiten der Forschungsanstalt
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Hermann Müller Bildherkunft |
Verschiedene international bekannte Wissenschaftler haben an der Forschungsanstalt Geisenheim gearbeitet, beispielsweise Hermann Müller (1850–1927), der Leiter der Pflanzenphysiologischen Station der Forschungsanstalt. Er war Gründer der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil/Schweiz und züchtete in Geisenheim 1882 die Müller-Thurgau-Rebe, die erfolgreichste Reb-Neuzüchtung weltweit. Heinrich Birk war als erfolgreicher Rebzüchter bekannter Rebsorten wie z.B. Ehrenfelser vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in Geisenheim tätig.
Sein Nachfolger, Helmut Becker (1927–1990), leitete von 1964 bis 1990 das Institut für Rebenzüchtung an der Forschungsanstalt Geisenheim. Er war Dozent für Rebzüchtung und Rebveredlung und besaß eine weltweite Reputation. Gerhard Troost (1906–1999) studierte 1929 Weinbau in Geisenheim und war danach langjähriger Mitarbeiter und Professor an der Forschungsanstalt in Geisenheim. Er baute das Institut für Kellerwirtschaft und Getränketechnologie auf und führte in Geisenheim den Studiengang Getränketechnologie ein. Troost war Autor der wissenschaftlichen Standardwerke Technologie des Weines, das mittlerweile in 6. Auflage erscheint, und Sekt, Schaumwein, Perlwein.
Literatur
- Hessische Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau Geisenheim/Rhein (Hrsg.): Geisenheim 1872-1972. 100 Jahre Forschung und Lehre für Wein-, Obst- und Gartenbau. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1972 ISBN 3-8001-3023-8
- Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt Geisenheim (Hrsg.): 125 Jahre Forschungsanstalt Geisenheim - Festschrift zum 125jährigen Jubiläum. 1. Auflage. Eigenverlag, Geisenheim 1997
- Förderkreis Kulturdenkmäler Geisenheim (Hrsg.): Geisenheimer Erinnerungen : (1817 - 1972) ; Eduard von Lade und die Lehr- und Forschungsanstalt. Paul Claus, 2005
Weblinks
- Offizielle Webseite - Forschungsanstalt Geisenheim
- Wiesbadener Kurier - 12-teilige Artikelreihe zur Forschungsanstalt
- Fachbereich Geisenheim - Studium an der FH Wiesbaden in Geisenheim
- FH Wiesbaden - Offizielle Webseite der Fachhochschule Wiesbaden
- geisenheimer.de - Webseite der Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer
- asparagus-info.org - Forschungsprojekt des Fachgebietes Gemüsebau zu Spargel
- hefefinder.de - Forschungsprojekt des Fachgebiets Mikrobiologie zu Hefen
- vitisvinum.info - Lexikon von Weinbaubegriffen in 5 Sprachen
- Park Villa Monrepos vom Süden aus gesehen (360°-Panorama)
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Forschungsanstalt Geisenheim
Heinrich Birk
Hallo Martin
Gabriele hat noch einen Artikel zu Heinrich Birk verfasst: Kriegen wire den auch och irgendwo verlinkt? - Pbous 00:29, 20. Nov 2005 (CET)
- Hallo!
- Sorry, diesen Beitrag hier habe ich wohl total übersehen! Ich habe Birk bei den Persönlichkeiten eingebaut, Danke für den Hinweis. Gruss Martin Bahmann 18:45, 29. Jan 2006 (CET)
Getränketechnologie
Also außer das die GTler wieder mal zu kurz kommen ist der Artikel doch ganz manierlich, was soll da redigiert werden Martin ??? --Symposiarch 22:27, 30. Jan 2006 (CET)
- Hallo!
- Stimmt, die GT'ler kommen wie immer etwas zu kurz :-) Ich werde versuchen, sie noch hier und da einzubauen, OK? 2 Punkte fehl(t)en meines Erachtens noch, um den Artikel richtig rund zu machen: 1.Die bessere Beschreibung des Parks und vor allem der dort vorkommenden selteneren Gehölze. Das habe ich jetzt nachgetragen, Bilder kommen dazu erst im Sommer. 2. Die Beschreibung aktueller Forschungsprojekte und -trends in Geisenheim ist sehr dürftig und liegt nur als Liste vor. Da bin ich gerade dabei, diese als Fliesstext auszuformulieren und getrennt nach den Überschriften Weinbau, Gartenbau, Getränketechnologie (!) und Interdisziplinär einzuarbeiten. Danach nochmal in Ruhe rüberlesen lassen und schauen, ob noch etwas fehlt. Wenn Du noch eine Idee hast...? Gruss Martin Bahmann 09:45, 31. Jan 2006 (CET)
Review November 05 - Februar 06
Ein bereits sehr ausführlicher Artikel von Martin Bahmann, den ich gerne zur Exzellenzkandidatur vorschlagen würde. --Nina 20:44, 19. Nov 2005 (CET)Viel ist nicht zu beanstanden, finde ich. Der Abschnitt "Internationale Kooperation" könnte in Text umgewandelt werden, bzw. einen einleitenden Satz erhalten. --Nina 13:11, 20. Nov 2005 (CET)
- Mache ich bei der nächsten Bearbeitung. Gruss Martin Bahmann 10:08, 27. Dez 2005 (CET)
Den zweimaligen Geschichtsteil finde ich etwas unglücklich. Kann man den nicht zusammenlegen? und die "aktuellen Forschungsprojekte" sagen in der Form nicht viel. Wahrscheinlich wäre da etwas Text, was denn wie geforscht wird, sinnvoller für den Leser, der nicht eh schon weiss, was an der FA los ist. -- Southpark 18:32, 28. Nov 2005 (CET)
- Sorry für die lange Pause bis zur Beantwortung aber die Vorweihnachtszeit war ziemlich wikipediafeindlich :-) Die aktuellen Forschungsprojekte sind eigentlich nach wie vor noch noch Baustelle, da ergänze ich auf jeden Fall noch umfangreicher (bin schon beim schreiben). Was die Historie angeht: ich schaue mir das nochmal in Ruhe an. Die Geschichte der Lehre in Geisenheim ist in der Tat reichlich lang geworden, hat aber teilweise einen anderen Verlauf als die der Forschungsanstalt. Mal sehen, ob ich da etwas verbessern kann. Ebenfalls ausgebaut wird übrigens noch das Kapitel Park und die dort befindlichen seltenen/alten Bäume und Pflanzen. Gruss Martin Bahmann 10:08, 27. Dez 2005 (CET)
Kurzes Update zum Artikel:
Das Kapitel Park und Interessante Gehölze ist jetzt ausgebaut und ergänzt worden. Bilder kommen erst im Sommer. Das Kapitel Aktuelle Forschungsprojekte ist jetzt ebenfalls deutlich ausgebaut worden, die Hälfte der Fachgebiete habe ich mit je einer Kurzbeschreibung ihrer aktuellen Projekte durch. Der Rest folgt in den nächsten Tagen. Gruss Martin Bahmann 18:14, 2. Feb 2006 (CET)
Alle noch fehlenden Inhalte (hier vor allem Forschung und Bebilderung) sind nun endlich nachgetragen und der Artikel in meinen Augen fertig gestellt (wenn auch mit einer beträchtlichen und nicht beabsichtigten Länge). Falls noch jemand rüberschauen und Kritk/Anregungen abgeben möchte, wäre das jetzt der beste Zeitpunkt ;-) Gruss Martin Bahmann 15:39, 9. Feb 2006 (CET)
Hei Martin, die Liste der interessanten Gehölze würde rausnehmen, weil sie vielleicht etwas zu weit führt. Die eine oder andere Art kann doch noch im Text drüber erwähnt werden. Sonst ist da immer noch das Problem der doppelten Erwähnung des Geschichteils, aber ich habe auch keine bessere Idee, wie man das lösen könnte. Ansonsten ist der Artikel exzellent :). --Nina 21:50, 12. Feb 2006 (CET)
- Hi Nina...man könnte sowohl den Park mit seinen Gehölzen (und ab Sommer mehr Bilder) und den Geschichtsteil zur Ausbildung/Studium in Geisenheim aus dem Hauptartikel als separate Artikel "Forschungsanstalt(Park)" und "Forschungsanstalt(Ausbildung)" ausgliedern. Gute Idee? Bin mir noch nicht sicher. Die gelisteten Gehölze sind übrigens schon ziemliche Raritäten in Deutschland und haben somit (IMHO) einen gewissen enzyklopädischen Wert. Gruss Martin Bahmann 09:16, 14. Feb 2006 (CET)
Ich denke, beides in einem Artikel ist übersichtlicher und vermeidet eine doppelte Einleitung. Was hältst Du davon, die Liste einfach nur in Form einer Aufzählung in den Text zu integrieren? Dann werden die Raritäten erwähnt, aber die Liste wäre nicht mehr notwendig. Ich probiere das mal. --Nina 09:44, 14. Feb 2006 (CET)
- Sieht gut aus, prima! Von mir aus ist der Artikel jetzt so OK. Gruss Martin Bahmann 16:16, 14. Feb 2006 (CET)
Exzellenz-Diskussion
Beginn der Kandidatur: 14.02. Ein sehr ausführlicher Artikel von Martin Bahmann, der aus dem Review kommt (wo aber nicht mehr viel verbessert werden musste).- pro --Nina 20:33, 14. Feb 2006 (CET)
- pro - gefiel mir bereits im Review sehr gut, klasse Artikel -- Achim Raschka 22:36, 14. Feb 2006 (CET)
- Pro
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Bildherkunft -- Vorbildlicher Artikel zu einer Forschungseinrichtung und Martin stellt sogar noch eine ausführlichere bebilderung in Aussicht. Aber auch ohne diese Sahnehäubchen ein Super-Artikel -- Pbous 08:28, 15. Feb 2006 (CET)Pro
- pro – ein sehr gelungener und informativer Beitrag. An einigen Stellen könnten vielleicht Kleinigkeiten nachgessert werden wie beispielsweise hier: „Die beiden Weltkriege bedeuteten jeweils eine tiefe Zäsur im Forschungs- und Lehrbetrieb der Forschungsanstalt Geisenheim.“ Nach einem solchen Satz erwartet mensch eigentlich eine knappe Erläuterung der tiefen Zäsur, die aber nicht kommt, es geht sofort weiter mit den 50er, 60er Jahren, so dass der zitierte Satz im Grunde nichts aussagt. Ich sehe inzwischen , dass das unten bezogen auf die Ebene der „Lehre/Studium“ erläutert wird. Dann sollte am Zitat ein entsprechender Verweis stehen. Ferner: Der Aufbau könnte vielleicht noch einmal überdacht werden: für mich kam ziemlich unvermittelt nach der sehr gelungenen Darstellung der „aktuellen Forschungsprojekte“ der historische Rückgriff auf den Lehrbetrieb 1872 ff. Ein Vorziehen würde zwar wiederum „Lehre und Studium“ zerreißen, könnte aber dennoch für Fachfremde wie mich den Beitrag insgesamt historisch stringenter und damit verständlicher machen. Die einleitende „Historie“ ist unterm Strich eigentlich mehr eine schnelle, stichpunktartige Übersicht und sollte deshalb ggfs. besser "Geschichtlicher (oder Historischer) Überblick" heißen??--Lienhard Schulz 20:04, 15. Feb 2006 (CET)
- Hallo! Danke für die Anregungen. Die Sache mit der "Zäsur" nach den beiden Weltkriegen habe ich etwas umgeschrieben und hoffe, dass es jetzt besser erläutert wurde (naja, leichte Redundanzen gibt es nun aber ich hoffe, sie sind nicht so schlimm). Überschrift habe ich auch abgeändert. Zur Strukturierung....ich bin da für jeden guten Vorschlag offen. In Geisenheim ist halt immer alles zweigeteilt: Forschung und Lehre. Das Kapitel "Lehre" sollte eigentlich bei weitem nicht so lang werden aber nach Lektüre der ersten Literaturreferenz ("Geisenheim 1872-1972...") gab es m.E. aber soviel Interessantes zu schreiben. Wie gesagt, ich bin für Vorschläge der Leserschaft zur Gliederung absolut offen. Gruss Martin Bahmann 15:55, 18. Feb 2006 (CET)
- Pro
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Bildherkunft - Julius1990 21:50, 24. Feb 2006 (CET)Pro
- Abwartend. Sehr gute Textsubstanz, schön bebildert. Von der Exzellenz trennen den Artikel eigentlich nur noch Formalia: eine korrekte Typographie mit Anführungszeichen („“) und Gedankenstrichen (–) sowie sauber formatierte Literaturangaben (vgl. Wikipedia:Literatur). -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 11:50, 6. Mär 2006 (CET)
Sternwarte, Gartendirektor, Statuen
So exzellent finde ich den Artikel auch wieder nicht: Es fehlt z.B. bisher jeder Hinweis auf die 1886 errichtete (nicht erhaltene) Sternwarte auf dem Mittelbau von Schloss Monrepos, die auf dem Foto von 1887 sogar deutlich zu sehen ist und im Artikel über Lade auch behandelt ist. Zu Lebzeiten Lades befand sich "ein stattliches Linsenteleskop auf Schloss Monrepos, das in ganz Europa seinesgleichen suchte"[LINK], zumindest war es wohl eines der damals größten. Auch kommt nicht klar heraus, wann denn das Schloß Monrepos genau errichtet wurde, gleich nach Geländeerwerb 1861 oder später? Bitte im Kapitel zum Park auch die Statuen im Park ergänzen [LINK]. Übrigens: Der Park, den Lade anlegen ließ, wurde zwar von Siesmeyer entworfen, aber vom herzoglich nassauischen Gartendirektor Karl Friedrich Thelemann umgesetzt. Ein Plan der historischen Gartenanlagen wäre auch schön. Generelle Überlegung: Vielleicht sogar Park und Schloss Monrepos in einen eigenen Artikel auslagern? --217.233.44.15 22:32, 11. Okt. 2006 (CEST)
- Hallo! Ob der Artikel Exzellent ist oder nicht, kann/muss jeder für sich entscheiden. Der Artikel beschäftigt sich aber nicht mit dem Monrepos. "Schloss Monrepos" ist übrigens als Bezeichnung des Gebäudes falsch. Auch von Lade sprach immer nur von der Villa Monrepos. Das Schloss ist wohl eine Erfindung der Stadt Geisenheim um etwas mehr zu glänzen ;-)
- Es spricht ja nichts dagegen, einen Artikel Villa Monrepos (Geisenheim) zu erstellen, der sich mit der Historie, Baukunst, astronomischen Details wie Sternwarte und den wirklich erwähnenswerten Gartenanlagen inkl. der Skulpturen usw. beschäftigt. Für deine Vorschläge wäre so ein Artikel der ideale Ort. Für die Forschungsanstalt, deren Schwerpunkt nunmal die Forschung (und auch die Lehre, siehe besondere Konstruktion) ist, ist der historische Teil schon fast zu lang. Ich bin derzeit leider zeitlich in einigen anderen Projekten hier involviert aber wenn Du einen Artikel wie vorgeschlagen anfangen würdest, würde ich bestimmt öfters reinschauen und das ein oder andere ergänzen. Gruss Martin Bahmann 09:54, 12. Okt. 2006 (CEST)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Forschungsanstalt Geisenheim und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).













