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Frankenstein (Buch)

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Der Artikel Frankenstein (Buch) gehört zur Kategorie: Literarische Figur, Literarisches Werk, Literatur (19. Jh.), Literatur (Englisch), Roman, Epik, Horrorliteratur, SF-Literatur, Ingolstadt
Victor Frankenstein oder der moderne Prometheus, ist ein Roman von Mary Shelley, der 1819 erstmals anonym veröffentlicht wurde. Er erzählt die Geschichte des jungen Schweizer Victor Frankenstein, der an der damals berühmten Universität Ingolstadt einen künstlichen Menschen erschafft. Dieser rebelliert und tötet den Bruder Victors, William, dessen junge Braut Elisabeth sowie dessen Freund Henri. Das Monster ist auch für den Tod von Victors Vater Alphonse und dessen Dienerin Justine verantwortlich. Die Anfangsbuchstaben der Vornamen seiner Opfer ergeben - anagrammatisch verschoben - Jahwe, den Namen des jüdischen Schöpfergottes. Der Roman kann daher auch als symbolischer Gottesmord gelesen werden. Das Monster ist jedoch während des ganzen Romans im Status des einerseits Unwissenden, andererseits Unglücklichen. Vergeblich fordert es von seinem Schöpfer Verantwortlichkeit und Unterstützung, bevor es in durchaus verzweifelter Aggression reagiert. Es will Frankenstein nicht töten, sondern ihm genauso viele seelische Schmerzen bereiten, ihn in genau so schreckliche Einsamkeit stoßen, wie es selbst fühlt.

Die Handlung ist, wie damals nicht unüblich, in einen Briefroman eingebettet. Viktor Frankenstein erzählt seine Geschichte dem Leiter einer Forschungsexpediton, einem Mann namens Walton, der ihn in der Arktis antrifft. Der Roman wird so auch zu einem Lehrstück. Denn Frankenstein gibt deutlich zu verstehen, dass seine Erzählung auch eine Warnung an den Zuhörer und damit auch die Leser sein soll. Er warnt vor einer entgrenzten Vernunft, die sich zu einem Gott aufschwingt, und es sich anmaßt, lebendige Materie zu schaffen. Die Figur des Victor Frankenstein weist damit Verwandtschaft zum Faustischen einerseits und zum Prometheus-Mythos andererseits auf.

Entstehung

Geschrieben wurde der Roman in der Villa Diodati in der Nähe des Genfer Sees. Dort verbrachten Mary Shelley (damals noch Mary Wollstonecraft Godwin), ihre Stiefschwester Clare Clairmont, ihr (zukünftiger) Ehemann Percy Bysshe Shelley, Lord Byron und dessen Leibarzt John Polidori den Sommer 1816. Dieses Jahr ging aufgrund des Ausbruchs des Vulkans Tambora im Jahr zuvor als das Jahr ohne Sommer in die Geschichte ein. Aufgrund des extrem schlechten Wetters konnten die Anwesenden oft das Haus nicht verlassen. So beschlossen sie, jeweils eine Schauergeschichte zu schreiben und den anderen vorzutragen. Mary Shelley schrieb die Geschichte Frankenstein und Byrons Leibarzt John Polidori (1795-1821) verfasste Vampyr - eine Vampirgeschichte lange vor dem Entstehen von Bram Stokers Dracula.

Shelley entlehnte den Namen des Monster-Erschaffers vermutlich von der Burg Frankenstein an der Bergstraße in der Nähe des südhessischen Darmstadt. Shelley hatte ihre Reise von Basel zurück nach London auf dem Rhein unternommen, der in Sichtweite des Berges fließt, auf dem die Ruinen der Burg zu sehen sind. Verbürgt ist auch, dass Shelley in einem Gasthaus im nahen Darmstadt-Eberstadt eingekehrt war. Es ist wahrscheinlich, dass sie sich zudem von der Person des Alchemisten Johann Konrad Dippel (16731734), der in früheren Zeiten in der Burg ein Labor besessen haben soll, inspirieren ließ.

Dieser experimentierte oben in der Burg. Da dies dem Pfarrer im Dorf missfiel, setzte er das Gerücht in die Welt, der junge Dippel würde Leichen ausgraben und mit ihnen Versuche machen. Aus Menschenteilen habe er einen Unhold geschaffen, ihn mit Zauberkräften zum Leben erweckt und ihn in seinem Kerker eingesperrt. Da dieser Unhold aber groß und stark sei, habe er sich nach drei Tagen aus seinem Gefängnis befreit und seinen Erschaffer erschlagen. Danach sei er in die Wälder geflüchtet und fange junge Mädchen und kleine Kinder, um mit ihnen zu spielen. Wenn er genug gespielt habe, koche er sie bei lebendigen Leibe und fresse sie auf.

Ingolstadt wählte die Autorin mutmaßlich als Handlungsort, da sich hier bis 1800 eine berühmte medizinische Fakultät befand. In Ingolstadt wurde 1776 auch der Illuminatenorden gegründet, dem u. a. Goethe, Knigge und Herder angehörten. Shelleys Mann Percy Bysshe Shelley wird eine geistige Nähe zu den Idealen des Geheimbundes nachgesagt. Percy Bysshe Shelley, Mary Shelley und Goethe verbindet auf jeden Fall eine intensive Beschäftigung mit dem Prometheus-Stoff. Zum anderen stand die Universität Ingolstadt unter einem starken Einfluss des Jesuitenordens und war ein wichtiger Ort der Gegenreformation. In Ingolstadt erinnert heute noch eine nächtliche Frankenstein-Stadtführung (seit 1995) an den berühmten Studenten. 1800 wurde die Universität nach Landshut und 1826 nach München verlegt - die direkte Nachfolgerin der Universität Ingolstadt ist somit die heutige Ludwig-Maximilians-Universität München.

Zu den Personen

Viktor Frankenstein

Er erschafft das Monster (im Buch Unhold genannt). Er lebt in Genf und studiert in Ingolstadt. Während der Zeit auf der Universität erschafft er das Monster, vor dem er flieht. Das Monster fordert Frankenstein auf, noch ein Monster zu erschaffen, weil der Unhold von allen gehasst wird. Als Frankenstein die zweite Schöpfung abbricht, flieht das Monster nach Russland. Es wird von Viktor verfolgt, der das Monster um jeden Preis töten will.

Frankensteins Monster (Unhold)

Es wird von Viktor Frankenstein erschaffen. Das Monster ist am Anfang nicht böse, weil es noch glaubt, dass es von den Menschen akzeptiert wird. Er hilft heimlich einer Familie über ein Jahr beim Holz hacken, und als er sich zu erkennen geben will, flieht die Familie vor ihm. Das macht ihn böse, und er ist auf der Suche nach seinem Schöpfer. Da der Unhold das Tagebuch Frankensteins mitgenommen hatte, weiß er nun, wo sein Schöpfer lebt. Nach einer langen Jagd in Russland tötet das Monster schließlich Frankenstein. Im ersten Frankenstein-Film setzte man zur Kennzeichnung des Monsters Schrauben in den Hals, da es zu dieser Zeit noch keine farbigen Filme gab. Zusätzlich dienten sie als Stromleiter. In den Filmen wird das Monster durch ein Gewitter zum Leben erweckt. Das Monster hat nach dem Buch keine Schrauben und wurde nicht durch Blitze zu Leben erweckt.

Robert Walton

Robert Walton ist ein junger Mann, mit dessen Briefen der Roman beginnt. Walton befindet sich auf einer Expedition zum Nordpol. Während sein Schiff von Packeis gefangen ist, trifft er auf den schwerkranken Victor Frankenstein, den er pflegt und der Walton daraufhin seine Geschichte erzählt.

Elisabeth Lavenza

Die Familie Frankenstein hat sie adoptiert. Sie ist Viktor Frankensteins Stiefschwester. Später soll sie Viktor heiraten. In der Hochzeitsnacht wird sie von Frankensteins Monster ermordet, als Viktor sich auf die Suche nach dem Monster begibt.

Alphonse Frankenstein

Er ist der Vater von Viktor Frankenstein. Im Verlauf des Buches stirbt er an einer Krankheit.

Wilhelm Frankenstein

Er ist der leibliche Bruder von Viktor Frankenstein. Als er beim Versteck spielen auf das Monster trifft, wird er vom Monster umgebracht. Da Wilhelm ein Medaillon trug, nimmt das Monster es mit und hängt es Viktors und Wilhelms Stiefschwester um. Für das Gericht sieht es dann so aus, als habe sie Wilhelm umgebracht.

Justine Moritz

Sie ist ein junges Mädchen, das mit zwölf Jahren durch Caroline Frankenstein in den Frankensteinischen Haushalt aufgenommen wurde und von da an als Dienerin tätig war. Nach dem Tod des kleinen Wilhelm wird bei ihr das Medallion gefunden, welches Wilhelm vor seinem Tode getragen hatte und welches das Monster entwendet hatte. Sie wird des Mordes an Wilhelm beschuldigt und dafür hingerichtet.

Henry Clerval

Er ist der beste Freund Viktor Frankensteins. Er reist mit Viktor nach England, um sich dort weiterzubilden. Während Viktor an seinem zweiten Geschöpf arbeitet, reist er an den gleichen Ort und wird von Frankensteins Monster ermordet. Viktor Frankenstein wird dafür beschuldigt, aber es stellt sich heraus, dass er es nicht gewesen sein kann.

Ernest Frankenstein

Ernest ist der nächst jüngere Bruder von Victor Frankenstein. Er spielt mit Wilhelm verstecken, als die Kreatur Wilhelm tötet.

Verfilmungen

Das Buch erfährt seine erste filmische Adaption bereits 1910 als eine Produktion der Edison Company. 1931 adaptiert dann James Whale in dem Film Frankenstein den Stoff relativ frei für Universal Pictures unter Aufgriff filmexpressionistischer Ästhetiken und Verfahrensweisen mit Boris Karloff in der Hauptrolle und verhilft dem Wesen, dank des unverwechselbaren Make-ups von Maskenbildnerlegende Jack Pierce, zu seinem bis heute emblematischen Antlitz. 1935 folgt die Fortsetzung Frankensteins Braut, die im vorangegangenen Film übersehene Aspekte der literarischen Vorlage aufgreift und nahtlos an die Ereignisse des ersten Films anschließt. In dem folgenden Film Frankensteins Sohn tritt Boris Karloff zum letzten Mal auf der Kinoleinwand als Frankensteins Monster auf. In einigen weiteren Universal-Filmen der 1930er und 1940er Jahre wird der Stoff kommerziell für zum Teil nur zweitklassige Produktionen ausgeschlachtet. Erst 1958 gelingt es den britischen Hammer-Studios mit dem Film Frankensteins Fluch das Motiv unter Rekurs auf die klassischen Filme der Universal-Periode wieder zu popularisieren. Der Film nimmt in vielerlei Hinsicht eine Schlüsselposition ein: Er ist nicht nur Auftakt einer kaum überschaubaren Serie von Horrorfilmen und Serials, für die der Name der Produktionsgesellschaft trotz zahlreicher Ausflüge in andere Genres bis heute Synonym ist, er stellt auch die Weichen der eng miteinander verknüpften Karrieren von Peter Cushing und Christopher Lee. Beide sind in den folgenden Jahren oft, meist als Antipoden, vor der Kamera zu sehen. Ferner wird das erstmalige Auftauchen von tiefrotem Blut in diesem Film von der heutigen Kulturwissenschaft als das Anheben des Splatterfilms gewertet. Dem großen finanziellen Erfolg des Films folgen weitere Sequels, in denen die Geschichte lose weiter erzählt, aber auch variiert und durchdekliniert wird. In den 70er Jahren kommt die Serie schließlich, wie auch der klassische Horrorfilm an sich, unter den Eindrücken des erstarkenden Splatterfilms und den ungleich spekulativeren so genannten Eastern zum Erliegen. Der Stoff scheint ausgebrannt und nurmehr für zweitklassige Fernsehstücke verwertbar. Im Jahr 1994 kommt schließlich der Film Mary Shelley's Frankenstein mit Robert de Niro als Kreatur in die Kinos, der sich damit Legitimation verleiht, die Geschichte erstmals dicht an der literarischen Vorlage filmisch aufzubereiten. Trotz einiger nach wie vor attestierbarer Abweichungen kann der ambitionierte, aber nicht immer gelungene Film vor dieser Selbsteinschätzung im wesentlichen standhalten. Regie führte Kenneth Branagh, der Darsteller des Victor Frankenstein.

Wiewohl die Bezeichnung Frankensteins Monster ausgehend von der literarischen Vorlage die passende wäre, bürgerte sich im Zuge der zahlreichen Filme auch für die Kreatur selbst der Name Frankenstein ein. Eine Verschiebung, die von den Filmen nach Whales Erfolgsfilm perpetuiert wurde: Dort taucht der Name mithin bereits im Titel als Synonym für die Kreatur auf (Beispiel: Frankenstein meets the Wolf Man (1943)).

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Frankenstein (Buch)


Ich habe einmal etwas davon gehört das Frankenstein und Drakula etwas miteinander zu tun haben => Wette der Autoren oder so...

...weiß da jemand was davon? Generator 14:45, 24. Sep 2003 (CEST)

..beides sind Bücher, die man lesen kann, wenn man will (es gibt wirklich dumme Fragen). Nein, nicht, daß ich wüßte.

frankenstein & dracula

die beiden haben etwas miteinander zu tun.

mary shelley verbrachte mit ihrem mann percy shelley, ihrer schwester und lord byron (einem guten freund) und dessen leibarzt in einem betsimmten sommer, während ein paar gewitternächten die zeit in der villa diodati. sie erzählten sich dort schauergeschichten. mary shelley schrieb daraufhin die geschichte 'frankenstein' und byrons leibarzt verfasste 'the vampyre' - damit lieferte er bram stoker die vorlage für seinen roman 'dracula'

gruß sara SaraZ@gmx.net

Dann sollte man das einarbeiten... Generator 13:32, 2. Jul 2004 (CEST)

einarbeiten vom frankensteins draculabezug

ja, ich find das wichtig, das das drin steht. ich schreibs rein. die jahreszehal, die werde ich nach suche noch ergänzen. 213.235.223.125 21:25, 11. Jul 2004 (CEST)

außer das "Vampyr" lange vor "Dracula" erschien und stoker die Geschichte eventuell kannte, deutet nichts auf eine Verbindung zwischen diesen beiden hin. Insofern hat "Frankenstein" mit allen späteren unheimlichen Romanen/Novellen zu tun....

Name der Kreatur?

Hat Frankenstein dem Monster im Roman einen Namen gegeben? --SchlauFuchs 18:12, 15. Mär 2006 (CET)

Nein.-Elchjagd 18:16, 17. Apr 2006 (CEST)

Grimm / Frankenstein / Lady Clairmont

Durch eine Anfrage aus Darmstadt (siehe www.grimmforum.de) bin ich auf die Aussagen in der Wikipedia gestoßen, der Frankenstein-Roman habe etwas mit den Brüdern Grimm zu tun. Unsere Recherchen in der Berliner Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel wie auch eine Erkundigung bei Prof. Rölleke in Wuppertal, einem Experten für die Grimmschen Märchen, blieben aber ergebnislos: ein Frankenstein-Text war in den Grimmschen Märchen nie enthalten; es ist uns nichts darüber bekannt und in der bei uns vorhandenen Grimm-Literatur nichts darüber zu finden, daß Jacob Grimm mit Lady Clairmont in Kontakt war, daß die Brüder Grimm ihr die Erstausgabe der Märchen zur Übersetzung geschickt hätten. Den Wikipedia-AutorInnen des Frankenstein-Artikels wären wir deshalb sehr dankbar, wenn sie mitteilen könnten, woher die Informationen zu Beziehungen Grimm / Clairmont stammen und ob sich belegen läßt, daß Clairmont die Grimmschen Märchen übersetzt hat. In jedem Fall bedarf der entsprechende Abschnitt des Artikels einer Überarbeitung, besonders weil es kein Grimmsches Frankenstein-Märchen gegeben hat. Bfrml 00:21, 15. Aug 2006 (CEST)

Mary Shelley und Galvani

Ich habe folgendes gelesen ("Das Buch der verrückten Experimente", Reto U. Schneider, Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2006): Luigi Galvanis klassische Experimente mit Froschschenkeln, die nach Berührung mit Elektrizität zu zucken begannen (sinngemäß!) wurden auf der ganzen Welt nachgeahmt, so auch von einem schottischen Arzt, namens James Lind. In seinem Labor besuchte ihn während dieser Versuche immer der Schuljunge Percy Shelley, der spätere Mann von Mary Shelley. In dem oben erwähnten Buch wird es so dargestellt, als ob diese Versuche zunächst den Jungen beeindruckt und der wiederum später seine Frau damit beeindruckt hat; letztlich also die Galvanischen Experimente die Entstehung des Romans "Frankenstein" stark beeinflusst haben. Wenn im Originaltext aber die Erweckung von Frankensteins Monster durch Elektrizität gar nicht vorkommt, kann das ja aber nicht stimmen, oder?



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Frankenstein (Buch) und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).