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Frankfurter Paulskirche

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Der Artikel Frankfurter Paulskirche gehört zur Kategorie: Exzellent, Kultur (Frankfurt am Main), Geschichte von Frankfurt am Main, Kirchengebäude in Frankfurt am Main, Ehemaliges Kirchengebäude, Klassizistisches Bauwerk, Frankfurter Nationalversammlung, Parlamentsgebäude
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Die Paulskirche heute, vom Maintower aus gesehen
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Die Paulskirche in Frankfurt am Main wurde 1789 bis 1833 anstelle der 1786 abgerissenen mittelalterlichen Barfüßerkirche erbaut und diente bis 1944 als evangelische Hauptkirche Frankfurts. In dem klassizistischen Rundbau des Architekten Johann Friedrich Christian Hess tagten 1848 bis 1849 die Delegierten der Frankfurter Nationalversammlung, der ersten frei gewählten Volksvertretung Deutschlands. Am 18. März 1944 brannte die Paulskirche nach einem Bombenangriff aus und wurde nach dem Krieg als erstes historisches Gebäude Frankfurts wiederaufgebaut. Zum hundertsten Gedenktag der Nationalversammlung wurde sie am 18. Mai 1948 als Haus aller Deutschen wiedereröffnet. Seitdem ist sie ein nationales Denkmal und wird hauptsächlich für öffentliche Veranstaltungen genutzt.

Geschichte

Das Barfüßerkloster im Mittelalter

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Die Barfüßerkirche auf dem Merian-Plan von 1628
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Der Innenraum der Barfüßerkirche, 1653
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1270 wird das Frankfurter Barfüßerkloster erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich ist es jedoch bereits einige Jahrzehnte älter. Der Frankfurter Patrizier Achilles Augustus von Lersner berichtet in seiner 1706 erschienenen Chronik (Der weit-berühmten Freyen Reichs-, Wahl- und Handels-Stadt Franckfurt am Mayn Chronica), dass die Barfüßerkirche bereits 1238 bestanden haben muss, wie aus einer (nicht erhaltenen) Grabinschrift des Stifters Henrich Knoblauch an der Kirche hervorginge. Die Angabe erscheint plausibel, da ab 1221 zahlreiche Niederlassungen des Barfüßerordens in allen wichtigen deutschen Städten entstanden.

Die Barfüßer übernahmen zahlreiche seelsorgerliche Aufgaben in Frankfurt, dessen Bevölkerung im 13. Jahrhundert rasch anwuchs. Die Pfarreirechte für die gesamte Stadtbevölkerung lagen jedoch weiterhin ausschließlich beim kaiserlichen Stift St. Bartholomäus.

1314 löste die Wahl Ludwigs IV. zum König einen Konflikt mit dem Papst aus, in dessen Verlauf die Stadt Frankfurt zeitweise mit dem Interdikt belegt wurde. Während dieser Zeit spaltete sich auch der Frankfurter Klerus in Kaiserliche und Päpstliche. Der Historiker Johann Georg Battonn berichtete in seiner Oertlichen Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main (1866), dass das Kloster zwischen 1330 und 1350 geschlossen war; trotzdem fanden auch während des Interdikts zumindest vereinzelt Gottesdienste statt, die wohl von kaisertreuen Ordensbrüdern gehalten wurden.

In der Folgezeit zeigte das Barfüßerkloster eine besondere Nähe zum Rat der Stadt. Die Kirche und die anderen Einrichtungen des Klosters standen den Bürgern bereitwillig zur Verfügung, wenn die Stadt – zum Beispiel während der Messen oder bei der Kaiserwahl – von Fremden überfüllt war. Auch als Rathaus dienten die Klosteranlagen zeitweise, bis der Rat 1405 mit dem Römer ein genügend großes Rathaus ankaufte.

Im Gegensatz zur Ordensregel des Heiligen Franziskus sammelte der Orden in Frankfurt im Laufe der Zeit erhebliche Besitztümer an; erst nach der Ordensreform von 1469 wurde das Armutsgebot wieder streng befolgt und das Eigentum des Konvents dem Rat übergeben. In dieser Zeit lebten im Frankfurter Barfüßerkloster stets nicht mehr als ungefähr 10 Mönche. Unter den Mitgliedern des Frankfurter Konvents ist Thomas Murner, der von 1510 bis 1513 dort Lektor war, besonders hervorzuheben.

Noch im 15. Jahrhundert begann eine großzügige Erneuerung des Barfüßerklosters. 1478 errichtete man einen Kreuzgang, ab 1485 wurde die Kirche – vor allem der Lettner und die Gewölbe – ausgebaut. 1500 bis 1510 wurde der Chor neugebaut.

1522 hielt der Marburger Barfüßermönch Hartmann Ibach in der Katharinenkirche die erste reformatorische Predigt in Frankfurt. 1525 wurden mit Dionysius Melander und Johann Bernhard die ersten reformatorischen Prediger durch den Rat der Stadt beauftragt. Seit 1526 wurden in der Barfüßerkirche regelmäßig evangelische Predigten gehalten. Noch vor der 1530 erfolgten offiziellen Einführung der Reformation in Frankfurt wandten sich die letzten acht Konventualen mit einer Bittschrift an den Rat. Darin baten sie um die Übergabe des Klosters an den Rat und die Aussetzung einer Leibrente für den Unterhalt der Mönche. Eine Kommission des Rats unter Hamman von Holzhausen verhandelte mit den Bittstellern. Am 9. Juni 1529 wurde das Kloster an die Stadt übergeben. Bald danach heirateten mehrere der ehemaligen Mönche, ihr letzter Guardian Peter Pfeiffer wurde als dritter evangelischer Prediger des Rats eingestellt.

Die Barfüßerkirche wurde nun zu einer evangelischen Kirche. 1542 belegte die städtische Lateinschule die ehemaligen Klostergebäude, wo sie bis 1839 blieb.

Die Barfüßerkirche als evangelische Hauptkirche (1529 bis 1786)

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Darstellung des Innenraums, 1718
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Nach der „vorläufigen Suspendierung“ der katholischen Messe durch den Rat (23. April 1533) fanden in Frankfurt bis auf weiteres keine katholischen Gottesdienste mehr statt. Als größte und bedeutendste Kirche war zunächst St. Bartholomäus das Zentrum des kirchlichen Lebens, zumal der Rat die bisherige kirchliche Verfassung der Stadt unangetastet ließ. Alle Bürger der Stadt gehörten weiterhin zu einer Pfarrei, wie schon seit dem Mittelalter.

Nach dem Augsburger Interim wurden am 14. Oktober 1548 sechs katholische Stifts- und Ordenskirchen, darunter auch St. Bartholomäus, an ihre Orden bzw. Stiftsgeistlichen zurückgegeben. Den evangelischen Christen der Stadt, inzwischen rund 98 Prozent der Bürgerschaft, blieben die Barfüßer-, Katharinen-, Weißfrauen-, Peters-, Dreikönigskirche und die Kirche des Hospitals zum Heiligen Geist. Mit diesem Kompromiss sicherte der Rat die politische Unabhängigkeit der Stadt und ihre wichtigsten Privilegien, vor allem die Messen und die Kaiserwahlen. Dieser kluge Schritt zahlte sich aus: Seit 1562 wurden alle Kaiser nicht nur in Frankfurt gewählt, sondern auch gekrönt.

Die Barfüßerkirche als größte der verbliebenen evangelischen Kirchen wurde daher ab 1548 zur Hauptkirche. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde ihre Kapazität durch den Einbau von Emporen hinreichend erweitert. 1599 wurde die erste Orgel eingebaut, 1685 ein größerer Dachreiter aufgesetzt, in dem drei Glocken Platz fanden. Auch die Innenausstattung wurde ergänzt, so dass sich ihr Stil allmählich von der Gotik zum Barock veränderte. 1671 erhielt die Kirche eine neue Kanzel, einen Altar und eine neue Orgel. Das Altarbild schuf Matthäus Merian d.J..

In dieser Form genügte die Kirche bis ins 18. Jahrhundert den Anforderungen der Bürgerschaft. Die evangelischen Geistlichen der Stadt bildeten das evangelische Predigerministerium, dessen Vorsitzender, der Senior, zugleich Pfarrer der Barfüßerkirche war.

Von 1666 bis 1686 war Philipp Jakob Spener Senior in Frankfurt. In dieser Zeit verfasste er sein bedeutendstes Werk Pia Desideria oder Herzliches Verlangen nach gottgefälliger Besserung der wahren evangelischen Kirche (1675) und gründete 1670 die ersten collegia pietatis (Hauskreise). Mit seinem Weggang aus Frankfurt endete zunächst die Zeit des Pietismus in Frankfurt; unter seinen Nachfolgern setzte sich die strenge Lutherische Orthodoxie wieder durch. Doch gab es auch im 18. Jahrhundert immer wieder pietistische Pfarrer in Frankfurt. Der bedeutendste unter ihnen war zweifellos Johann Friedrich Starck, von 1723 bis 1756 Pfarrer an der Barfüßerkirche. Mit seinen pietistischen Erbauungsschriften war er der meistgelesene Schriftsteller seiner Zeit.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts machte sich allmählich die Baufälligkeit der alten Barfüßerkirche bemerkbar. Am 21. Februar 1782 fand der letzte Gottesdienst statt. Weil sich Risse im Gewölbe zeigten, verfügte der Rat die Schließung der Kirche. Im August 1786 begann ihr Abbruch, der Anfang 1787 abgeschlossen war.

Der Neubau der Paulskirche

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Entwurf von Andreas Liebhardt zum Neubau der Paulskirche, 1786
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Die Paulskirche 1848
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Über die Gestaltung des Neubaus waren sehr unterschiedliche Vorschläge erarbeitet worden. Der damalige Frankfurter Stadtbaumeister Johann Andreas Liebhardt schlug einen ovalen Hallenbau mit Kuppeldach und einem Turm im Westen der Kirche vor. Der Rat beauftragte jedoch die Architekten Johann Georg Christian Hess und Nicolas de Pigage, die ebenfalls Vorschläge eingereicht hatten, mit der Überarbeitung der Pläne. Als Liebhardt im Januar 1788 starb, ergab sich eine weitere Verzögerung. Schließlich erhielt Hess, der auch sein Nachfolger als Stadtbaumeister war, den Auftrag, neue Pläne zu erstellen und dabei gewisse Vorgaben des Rates einzuarbeiten.

1789 begann der Neubau. Als Baumaterial verwendete man – wie bei fast allen bedeutenden Frankfurter Bauwerken – roten Mainsandstein. Im Juni 1792 war das Gebäude bis auf das Dach, die Treppenhäuser und den Turm fertig gestellt. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Krise während der Koalitionskriege zog sich der Neubau von da an über einen längeren Zeitraum hin. 1796 erhielt die Kirche ein Dach, erst 1802 wurden Fenster eingesetzt, um den Bau vor der Witterung zu schützen. Turm und Treppenhäuser blieben jedoch weiterhin unvollendet.

Danach konnten erst 1810 wieder städtische Mittel für den Weiterbau bereitgestellt werden. Man vermietete die unfertige Kirche als Lagerraum an Frankfurter Kaufleute und wollte die Mieteinnahmen in den städtischen Bauetat einstellen. Sie wurden allerdings durch die hohen Kontributionen, die die Stadt infolge der französischen Besatzung zu leisten hatte, wieder aufgezehrt.

1816 wurde Johann Friedrich Christian Hess als Nachfolger seines Vaters zum Stadtbaumeister ernannt. Der für 1821 vorgesehene Weiterbau verzögerte sich jedoch weiterhin, zumal Hess durch einen weiteren Großbau – die Stadtbibliothek – beschäftigt war.

Die Verzögerung des Kirchenbaus war nicht allein eine Folge der Mittelknappheit nach den Koalitionskriegen. Nach der Wiederherstellung der Freien Stadt Frankfurt musste der Senat zunächst für geordnete politische Verhältnisse sorgen. Hierzu zählte auch die Reform der Kirchenordnung: Die städtischen Verfassung, die Constitutions-Ergänzungs-Acte, stellte 1816 das lutherische Konsistorium wieder her, das wie auch der reformierte und der katholische Kirchenvorstand seine Gemeinde vertrat. 1820 wurde ein von der Geistlichkeit unabhängiger evangelischer Gemeindevorstand berufen und schließlich, nach langen Verhandlungen, Anfang 1830 in der sogenannten Dotationsurkunde die finanzielle Ausstattung der Kirche geregelt. Die Stadt verpflichtete sich darin, für Wohnung und Gehalt der zwölf lutherischen Geistlichen zu sorgen und der lutherischen Gemeinde drei Schulen und sechs Kirchen „zum immerwährenden Gebrauch“ zu überlassen, darunter auch die Barfüßerkirche.

Unmittelbar darauf wurde im Frühjahr 1830, nach fast dreißigjähriger Unterbrechung, der Bau wieder aufgenommen. Die bereits fertig gestellten Bauteile waren inzwischen völlig verwahrlost, aus den zertrümmerten Fenstern und den unverglasten Fensterschächten des Turmes und der Treppenhäuser wuchsen Bäume und Sträucher.

Am 23. Mai 1833 beschloss das lutherische Konsistorium der Stadt, der neuen Kirche nach Paulus, dem Apostel des sola fide, den Namen Paulskirche zu geben. Der bisherige Name wurde für unpassend gehalten, „indem die Barfüßermönche ja selbst aus der katholischen Kirche wenigstens in Deutschland verschwunden sind“. Am gleichen Tag beschloss der städtische Senat, dass der Festgottesdienst zur Einweihung am 9. Juni 1833 stattfinden solle. In den Feiern zeigte sich das bürgerliche Repräsentationsbedürfnis der politischen Gemeinde, die kirchliche Zeremonie verlief eher schlicht. Die Einweihungspredigt hielt Pfarrer Anton Kirchner.

Die Paulskirche als Tagungsort der Nationalversammlung

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Einzug der Parlamentarier zu Beginn der Nationalversammlung
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Die Nationalversammlung in der Paulskirche
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Sitzung der Nationalversammlung im Juni 1848
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Als im Zuge der bürgerlichen Märzrevolution 1848 ein Sitz für das erste demokratisch gewählte gesamtdeutsche Parlament, die Nationalversammlung, gesucht wurde, bot sich die Paulskirche als größter und modernster Saal Frankfurts an. Am 18. März 1848 überreichten die Frankfurter Rechtsanwälte Binding und Friedrich Siegmund Jucho dem evangelischen Gemeindevorstand ein Schreiben, in dem sie um die Bereitstellung der Paulskirche baten. Bereits am 21. März erklärte sich der damalige Senior Dancker namens aller Vorstände „mit Freuden einverstanden“ und wies den Kirchendiener Meyer an, dem Vorbereitungskomitee zur Hand zu gehen.Hermann Dechent: Ich sah sie noch, die alte Zeit. Beiträge zur Frankfurter Kirchengeschichte von Jürgen Telschow (Hrsg.). Schriftenreihe des Ev. Regionalverbandes Nr. 11. Ev. Regionalverb., Frankfurt 1985, S. 209. Erst nach den Barrikadenkämpfen vom 18. März 1848 und der standrechtlichen Erschießung des Abgeordneten Robert Blum nach dem Oktoberaufstand in Wien kam es im Gemeindevorstand zu Auseinandersetzungen über die Nutzung der Kirche zu politischen Zwecken.

In aller Eile nahm man Ende März 1848 die notwendigen Umbauten vor: Wände und Fenster der Kirche wurden mit Fahnen in den Burschenschaftsfarben Schwarz-Rot-Gold geschmückt, die Kanzel wurde mit einem Tuch verhüllt, die Orgel durch einen breiten Vorhang verdeckt, der ein Frescogemälde von Philipp Veit zeigte: die Germania mit Fahne und Schwert, rechts und links von je ein Lorbeerkranz mit vaterländischen Versen. Anstelle des Altars wurde der Präsidententisch aufgebaut. „Wie völlig man sofort nach Eröffnung der Verhandlungen von dem kirchlichen Charakter des Versammlungsortes absah, fand seinen klarsten Ausdruck in der schroffen Ablehnung eines Eröffnungsgebetes, wobei Raveaux sagte, das Beten gehört in die Kirche und an das Wort erinnerte: Hilf dir selbst, so wird dir Gott helfen.“Telschow, a.a.O. S. 212f.

Vom 31. März bis zum 3. April 1848 war die Kirche Versammlungsort des Vorparlaments, das die Wahl zur Nationalversammlung vorbereitete. Am 18. Mai 1848 trat die Nationalversammlung zum ersten Mal hier zusammen und wurde deshalb auch Paulskirche oder Paulskirchenparlament genannt.

Zwischen 6. November 1848 und 9. Januar 1849 musste die Nationalversammlung für insgesamt 40 Sitzungen in die deutsch-reformierte Kirche am Kornmarkt ausweichen, da in der Kirche eine der ersten Zentralheizungen Deutschlands eingebaut wurde. Bis dahin hatte die „unerträgliche Kälte“ in der Kirche jeden Winter für Verdruss gesorgt; nunmehr sorgten zwei mit Steinkohle befeuerte Heizkessel und eine für die damalige Zeit hochmoderne Warmwasser-Fußbodenheizung für angenehme 15 °Réaumur (18 °Celsius) bei einer Außentemperatur von -8 °R (-10 °C).

Gleichzeitig hatte die Kirche eine Gasbeleuchtung aus 37 Lüstern erhalten. Der Mangel an Licht und Wärme konnte sich also nicht mehr hinderlich auf die Arbeit der Nationalversammlung auswirken, sondern höchstens die politische Großwetterlage.

Am 27. Oktober 1848 stimmte die Nationalversammlung für den Zusammenschluss aller Staaten des Deutschen Bundes zu einem Deutschen Reich unter Einbeziehung der deutschen Lande Österreichs. Diese sogenannte Großdeutsche Lösung scheiterte am Widerstand Kaiser Franz Josephs I., da sie auf eine Teilung Österreichs hinausgelaufen wäre. Die Nationalversammlung verfolgte daraufhin die kleindeutsche Lösung, ein Reich unter Führung Preußens und unter Ausschluss Österreichs.

Am 28. März 1849 verabschiedete die Nationalversammlung eine Reichsverfassung, die Paulskirchenverfassung. Die Mehrheit hatte sich dabei für ein Erbkaisertum ausgesprochen. Am 30. März wählte die Versammlung eine aus 32 Abgeordneten bestehende Kaiserdeputation, die am 3. April 1849 dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone anbot. Der König lehnte jedoch ab; er wollte kein konstitutioneller Monarch werden, sondern beharrte auf dem Gottesgnadentum.

Damit war die Märzrevolution gescheitert und die Nationalversammlung zerfiel. Die österreichischen und preußischen Abgeordneten legten ihre Mandate nieder, weitere folgten ihnen. Im Mai 1849 kam es in verschiedenen deutschen Staaten zu Aufständen zur Durchsetzung der Frankfurter Reichsverfassung (Reichsverfassungskampagne), die mit preußischer Hilfe mit Waffengewalt niedergeschlagen wurde. Am 31. Mai 1849 beschlossen die noch in Frankfurt verbliebenen Abgeordneten, die Nationalversammlung nach Stuttgart zu verlegen, um sich dem preußischen Einfluss zu entziehen. Damit endete nach etwas mehr als einem Jahr die Rolle der Paulskirche als Parlamentssitz.

Der Kirchengemeinde stand die Paulskirche über vier Jahre lang nicht zur Verfügung, von März 1848 bis Juni 1852. Während dieser Zeit nutzte man die Alte Nikolaikirche am Römerberg, die bereits während der langen Bauzeit als Ausweichquartier gedient hatte.

Die Paulskirche bis 1918

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Innenansicht nach der Renovierung 1892
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Die Paulskirche um 1900
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Nach der Rückgabe der Paulskirche an die Kirchengemeinde wurde 1856 eine von Anfang an geplante Einfriedung um den Altar gebaut. Nach dem Dombrand vom 14. August 1867 richtete man eine Feuerwache auf dem Turm ein (bis 1878).

In den Jahren 1892/1893 erfolgte die erste größere Renovierung des Innenraums: Der Maler Karl Grätz schmückte die Decke mit Bildern der vier Propheten Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel und mit 16 betenden Engeln. Auf der Brüstung der Empore wurden vor dem Orgelprospekt Statuen der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes aufgestellt.

Auch nach dem Verlust der staatlichen Unabhängigkeit und der Annexion durch Preußen 1866 blieb Frankfurt noch bis 1899 bei der aus dem Mittelalter überlieferten Kirchenverfassung. Das Stadtgebiet einschließlich Sachsenhausens bildete innerhalb der Kirchenprovinz Hessen-Nassau einen eigenen lutherischen Konsistorialbezirk mit einer einzigen Gemeinde. Die (seit 1830) zwölf Pfarrer – davon zwei an der Paulskirche – waren städtische Beamte und wurden auf den König von Preußen als Inhaber des Kirchenregiments vereidigt.

Erst am 27. September 1899 wurde die Kirchengemeinde- und Synodalordnung erlassen, in der die Vereinigung des lutherischen und reformierten Konsistoriums und die Aufteilung des Stadtgebiets in sechs lutherische Gemeinden, darunter auch die Paulsgemeinde, und zwei reformierte Gemeinden festgelegt wurde. Bislang hatten die evangelischen Frankfurter Familien selbst zu wählen, zu welcher Kirche oder zu welchem Prediger sie sich halten wollten; nunmehr wurden auch in Frankfurt Parochien eingeführt. Die Paulsgemeinde, die den dichtbesiedelten südlichen und östlichen Teil der Altstadt umfasste, zählte zu dieser Zeit bis zu 20.000 Gemeindeglieder.

In der Kaiserzeit fanden in der Paulskirche zahlreiche nationale Gedächtnisfeiern statt. Man ehrte die Parlamentarier Ernst Moritz Arndt, Ludwig Uhland und Wilhelm Jordan. 1908 fand die Eröffnungsfeier zum 11. Deutschen Turnfest statt, bei der 12.000 Turner aus aller Welt die Paulskirche besuchten und an Friedrich Ludwig Jahns Platz im Parlament eine Gedenktafel mit Silberband angebracht wurde. Nachdem am 10. März 1913 unter enormer Beteiligung die Jahrhundertfeier zum Gedächtnis der Freiheitskriege stattgefunden hatte, war die Paulskirche endgültig zu einer nationalen Gedenkstätte geworden.

Weimarer Republik

Mit der Novemberrevolution fiel das Staatskirchensystem in sich zusammen. Bei den demokratischen Kräften setzten sich zunächst die Anhänger einer Trennung von Staat und Kirche durch, wie sie bereits in der Paulskirchenverfassung gefordert worden war. Noch im November 1918 erließ der neue preußische Kulturminister und aktive Kirchengegner Adolph Hoffmann eine Reihe von entsprechenden Verordnungen und ließ den Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach aufheben. Hoffmann schied allerdings schon Anfang 1919 aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt, und die gemäßigten Kräfte setzten sich durch, die grundsätzlich an einer positiven Gestaltung des Verhältnisses von Staat und Kirche interessiert waren. In der Weimarer Reichsverfassung vom August 1919 wurden Glaubens- und Gewissensfreiheit garantiert.

Die Folgen des Ersten Weltkriegs, vor allem die Inflation von 1923, führten zu einer zunehmenden Verelendung der Altstadt, Davon war die Paulsgemeinde besonders betroffen. Unterstützungsvereine wie der „Evangelische Volksdienst“ mit ehrenamtlichen Helfern kümmerten sich insbesondere um die zahlreichen Jugendlichen, deren Zukunftsperspektiven wegen der sozialen Misere düster waren. Der wachsenden Kirchenferne in der organisierten Arbeiterbewegung versuchte man durch eine „Christliche Volksmission“ zu begegnen.

Politisch gehörten die meisten Pfarrer der Frankfurter Kirche dem deutschnationalen Lager an, Sie standen der Republik misstrauisch gegenüber und fürchteten einen allgemeinen Verfall von Sitten und Moral als Folge der zunehmenden Entkirchlichung der Gesellschaft. Die Sozialdemokratie und vor allem die kommunistische Gottlosenbewegung lehnten sie vehement ab. Besonders hervorzuheben ist der 1918 bis 1925 und 1929 bis 1939 an der Paulskirche wirkende Karl Veidt (1879–1946). Veidt war ein profilierter Theologe, und zugleich Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei im Reichstag und im preußischen Landtag.

Die Paulskirche wurde in den Zwanziger Jahren zu einem Brennpunkt politischer Auseinandersetzungen, da sie sowohl für die Kirche als auch für die kirchenfernen Parteien der Weimarer Republik ein Symbol war. Seit 1922 fanden jährlich am 11. August die Verfassungsfeiern in der Kirche statt. Zur Gedächtnisfeier für das 75-jährige Jubiläum der Nationalversammlung 1923 kamen Vertreter der Reichsregierung, aller deutscher Staaten und Österreichs.

Als das erste freigewählte deutsche Staatsoberhaupt, der Reichspräsident Friedrich Ebert, starb, beschloss der Frankfurter Magistrat am 2. März 1925, ihm ein Denkmal an der Paulskirchenfassade zu widmen. Der Bildhauer Richard Scheibe entwarf in nur sieben Tagen eine monumentale männliche Aktfigur aus Bronze, die in der östlichen Nische zwischen Turm und Kirchenhalle in vier Metern Höhe auf einem Steinsockel aufgestellt wurde.

Gegen das Denkmal protestierte der damalige Kirchenvorstand der Paulsgemeinde. Die sozialdemokratische Frankfurter Volksstimme antwortete daraufhin am 28. Juli 1926.

Der Kirchenvorstand der Paulskirche, der sich bekanntlich seit langer Zeit schon als Parteifiliale der Deutschnationalen und Völkischen betrachtet, erdreistet sich, in einem Schreiben an den Magistrat gegen die Aufstellung eines Ebertgedenksteins an der Paulskirche Stellung zu nehmen.
Die Zeitung interpretierte den Protest also rein politisch; auf die moralischen und ästhetischen Bedenken der konservativen Kirchenvertreter gegen die Statue eines nackten Mannes an der Kirche ging sie nicht ein.

Letztlich setzte sich die Behörde als Eigentümer der Kirche gegen den Widerstand der Gemeinde durch. Am 11. August 1926 weihte Oberbürgermeister Ludwig Landmann anlässlich der Verfassungsfeier die Denkmalstatue ein. Das Gemeindeblatt „Der Paulskirchenbote“ kommentierte das Denkmal sarkastisch: „Deutschland, dem man selbst das letzte Hemd noch ausgezogen hat“ – Eine Anspielung auf den nackten Jüngling und die Reparationszahlungen, zu denen Deutschland aufgrund des Versailler Vertrages verpflichtet war.

Welche Verbitterung in der Gemeinde über die staatliche Inanspruchnahme der Kirche herrschte, zeigt ein Zitat von Pfarrer Struckmeier aus der Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Paulskirche 1933.

Zu den Versuchen, die Paulskirche der demokratisch-republikanisch-pazifistischen Idee dienstbar zu machen, müssen die jahrelang von den Behörden in der Kirche veranstalteten Verfassungsfeiern gerechnet werden, in denen Redner zu Wort kamen, deren Gedankengänge mit nationalem, geschweige denn mit christlichem Geist nichts mehr zu tun hatten ... Der sichtbarste und eindrucksvollste Versuch nach dieser Richtung war die Anbringung des Ebert-Gedächtnis-Males an der Außenwand der Kirche ... Es bedurfte erst einer nationalen Revolution, um diesem Akt der Vergewaltigung nationalen und evangelischen Empfindens ein Ende zu bereiten.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Denkmal am 12. April 1933 abgebaut. Die inzwischen illegal publizierende „Arbeiterzeitung“ der KPD kommentierte in ihrer April-Ausgabe:

Ohne Ebert, Noske, Severing usw. wäre es doch unmöglich gewesen, daß heute SA und SS herumläuft. Wir Kommunisten machen den Nazis den Vorschlag, das Ebert-Standbild wieder an seinen alten Platz zu bringen und ihm den höchsten Nazi-Orden um den Hals zu hängen für unsterbliche Verdienste für die Reaktion.zit. nach Wolfgang Wippermann: Das Leben in Frankfurt zur NS-Zeit. Bd 4. Der Widerstand. Frankfurt am Main 1986, S. 36.

Das Denkmal überstand die Zeit des Nationalsozialismus eingelagert im Keller des Völkerkundemuseums, wurde aber nach dem Krieg nicht mehr an seinem ursprünglichen Ort aufgestellt, da sich der Künstler dagegen aussprach. Stattdessen schuf er mit Einwilligung der Stadt eine neue, stärker an den klassischen Idealen orientierte Figur, die am 28. Februar 1950 eingeweiht wurde. Das ursprüngliche Ebert-Denkmal steht seit 1989 im Innenhof des Historischen Museums.Zur Geschichte des Friedrich Ebert-Denkmals an der Paulskirche siehe auch:
Frankfurt 1933–1945. Dokumentation des Instituts für Stadtgeschichte

Die Zeit des Nationalsozialismus

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, die sich in Frankfurt mit der Kommunalwahl vom 12. März 1933 vollzog, begrüßte die Kirche zunächst die nationale Revolution und versuchte sie mit ihrem Gedanken einer umfassenden Volksmission zu verknüpfen. Am 21. März predigte Pfarrer Veidt vor etwa 1.500 Besuchern, darunter zahlreiche Schutzpolizisten, in einem Gottesdienst aus Anlass der Reichstagseröffnung, des „Tages von Potsdam“ und kritisierte die Weimarer Republik in scharfen Worten: „Es war nicht nur ein Verbrechen, sondern auch offenkundige Torheit, daß in der Revolution des Jahres 1918 und bei dem Staatsneubau 1919 bewußt der Bruch mit den nationalen, geistigen, sittlichen und religiösen Kräften, die unser Volk gestaltet und groß gemacht haben, vollzogen wurde.“ Er warnte, die nationale Bewegung müsse „über kurz oder lang versanden,... wenn sie nicht ihre tragende Kraft ... bei Jesus und aus dem Evangelium“ hole. „Staat, Volk und Volkstum gehören in den Bereich des Vergänglichen, während Ausgangspunkt und Ende des Reiches Gottes in der Ewigkeit liegen.“ Anders als viele seiner Amtsgenossen, war Veidt bereits seit 1929 ein profilierter Gegner des Nationalsozialismus. Aus Protest gegen den politischen Kurs Alfred Hugenbergs war er von der DNVP zum Christlich-Sozialen Volksdienst gewechselt, für den er bis 1933 Abgeordneter im preußischen Landtag war.

Veidt gehörte bald nach der Machtübernahme zu den führenden Vertretern des Pfarrernotbundes und war ab 1934 Vorsitzender des Landesbruderrates Nassau-Hessen der Bekennenden Kirche. Er wurde zu einer der Hauptfiguren des Kirchenkampfes in Frankfurt. Im Herbst 1934 wurde er durch die Kirchenleitung gemaßregelt und strafversetzt. Veidt hatte gegen den zwangsweisen Zusammenschluss der drei Evangelischen Landeskirchen von Frankfurt, Hessen und Nassau protestiert und gegen die Einsetzung des neuen Landesbischofs Ernst Ludwig Dietrich, eines Vertreters der völkischen Deutschen Christen. Veidt weigerte sich jedoch, seine Stelle an der Paulskirche zu räumen und klagte vor dem Frankfurter Landgericht gegen die Kirchenleitung. Am 10. März 1935 wurden die Schlösser der Paulskirche und der Alten Nikolaikirche getauscht, um ihn am Betreten der Kirche zu hindern. Mit Hilfe einiger Anhänger gelangte er dennoch in die Alte Nikolaikirche und hielt dort den ganzen Tag über eine Predigt nach der anderen. Oberbürgermeister Friedrich Krebs verfügte daraufhin am 16. März unter Berufung auf das Eigentumsrecht der Stadt die Schließung der Paulskirche, wurde jedoch am 9. April durch den Regierungspräsidenten in Wiesbaden angewiesen, sich neutral zu verhalten. Am 30. April gewann Veidt seinen Prozess gegen die Kirchenleitung. Die Disziplinarmaßnahmen wurden zurückgenommen, und ab Herbst 1935 durfte Veidt wieder als Paulskirchenpfarrer amtieren. Obwohl er seinen Kampf gegen die Landeskirche erfolgreich durchgestanden hatte, war er in den folgenden Jahren zunehmender Verfolgung durch die Gestapo ausgesetzt. Veidt wurde mit Redeverbot belegt und mehrfach in Haft genommen. 1939 wechselte er an die Matthäuskirche im Westend, wo er den Krieg und die Zerstörung der Stadt miterlebte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Paulskirche beim ersten Bombenangriff auf die Innenstadt am 5. Oktober 1943 von fünf Brandbomben getroffen, die jedoch rasch gelöscht werden konnten und keinen Schaden anrichteten. Daraufhin verstärkte man die Brandschutzmaßnahmen. Decken und Gebälk wurden mit feuerhemmenden Mitteln imprägniert und alle Türen mit Asbestplatten abgeschirmt. In der Kirche wurde eine Brandwache eingerichtet.

Am 12. März 1944 fand der letzte Gottesdienst in der Kirche statt. Am 18. März 1944 folgte der nächste schwere Luftangriff, der vor allem in der östlichen Altstadt schwere Schäden verursachte. Die Paulskirche und ihre Umgebung blieben zunächst unversehrt, gegen Ende des Angriffs trafen jedoch einige Brandbomben und setzten das Dach in Brand. Da die vorbereiteten Feuerlöschschläuche wegen des Druckabfalls in den Hydranten nicht eingesetzt werden konnten, fraß sich der Brand durch den Dachstuhl, bis das Gebälk zusammenstürzte und auch den Innenraum zerstörte. Vier Tage später fand der nächste Bombenangriff statt, der auch die restliche Altstadt Frankfurts fast vollständig zerstörte.

Die wiederaufgebaute Paulskirche als Nationaldenkmal

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Zwei Treppenaufgänge führen vom Untergeschoss ins Obergeschoss
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Innenraum der Paulskirche heute
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Als Symbol für die Freiheit und aufgrund ihrer Rolle als Wiege der Demokratie in Deutschland wurde sie als eines der ersten Gebäude in Frankfurt nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Leitung von Rudolf Schwarz wieder aufgebaut. Am 17. März 1947 wurde der neue Grundstein gelegt.

Aus Kostengründen und Mangel an Baumaterial wurde beim Wiederaufbau die ursprüngliche Innengestaltung stark verändert. Ein neuer Zwischenboden trennt das Untergeschoss, das heute als Ausstellungsraum dient, vom eigentlichen Saal im Obergeschoss. Vor allem aber wurde anstelle der früheren Kuppel ein Flachdach gebaut und sehr einfache Milchglasfenster eingesetzt.

Zum hundertjährigen Jubiläum der Nationalversammlung am 18. Mai 1948 wurde die wiederaufgebaute Kirche eröffnet. Die Festansprache hielt Fritz von Unruh. Seine „Rede an die Deutschen“ war eine kritische Analyse der NS-Zeit. Am 28. August 1948 bekam Fritz von Unruh in der Paulskirche den Goethepreis der Stadt Frankfurt verliehen. Seit 1949 wird der Goethepreis alle drei Jahre in der Paulskirche verliehen.

Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war die Wohnbevölkerung der Altstadt stark zurückgegangen. Die kleiner gewordene Paulsgemeinde benötigte keine so große Kirche mehr. Sie erhielt deshalb 1949 die wesentlich kleinere Alte Nikolaikirche am Römerberg als Gemeindekirche zugewiesen. Am 12. Mai 1953 wurde die Paulskirche aus der bisherigen Dotationsverpflichtung herausgenommen und gegen das Dominikanerkloster getauscht. Dabei verpflichtete sich die Stadt, dass das Kreuz auf der Kirche nicht entfernt werden darf.

Seit 1948 ist die Paulskirche somit keine Kirche mehr, sondern wird hauptsächlich für Ausstellungen und staatliche oder städtische Veranstaltungen genutzt. Am bekanntesten ist die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Rahmen der jährlichen Frankfurter Buchmesse. Die ersten beiden Buchmessen wurde 1949 und 1950 noch in der Paulskirche abgehalten, danach wurde sie auf das Messegelände verlegt.

Am 25. Juni 1963 besuchte der US-Präsident John F. Kennedy Frankfurt und sprach dabei auch in der Paulskirche. In seiner Ansprache wies er darauf hin, dass „kein anderes Gebäude in Deutschland begründeteren Anspruch auf den Ehrentitel der Wiege der deutschen Demokratie erheben“ könne.

Von 1988 bis 1991 wurde die Paulskirche renoviert. Dabei erhielt sie neue Fenster, die an die historischen Fenster vor 1944 erinnerten. Die ebenfalls diskutierte Wiederherstellung des alten Kuppeldaches unterblieb jedoch; das schlichte Flachdach der Nachkriegszeit galt inzwischen ebenfalls als denkmalschutzwürdig.

Am 16. April 1991 wurde das kolossale Wandgemälde Der Zug der Volksvertreter zur Paulskirche des Berliner Malers Johannes Grützke feierlich enthüllt.

Am 12. Juni 1994 spannte der französische Artist Philippe Petit ein 300 Meter langes Seil zwischen Paulskirche und Dom und vollführte darauf einen dreißigminütigen Hochseillauf. In 60 bis 70 Metern Höhe stellte er wichtige Ereignisse aus der Frankfurter Geschichte mimisch dar. Die Vorführung wurde vom Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt des Hessischen Rundfunks begleitet. Sie war ein Höhepunkt der 1200-Jahrfeiern der Stadt Frankfurt am Main und kam auf Initiative des Varietés Tigerpalast zustande.

Zur 150-Jahrfeier 1998 der Nationalversammlung wurde die Dauerausstellung „Die Paulskirche. Symbol demokratischer Freiheit und nationaler Einheit“ neu gestaltet.

Architektur

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Grundriss, 1896
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Blick auf die Paulskirche von der Neuen Kräme aus
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Plenarsaal, Obergeschoss
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Die Paulskirche ist ein klassizistischer, ovaler Zentralbau von ca. 40 auf 30 Metern, dem an der Südseite ein dreigeschossiger Turm auf quadratischem Grundriss vorgelagert ist. Der Turmeingang ist mit einer Giebelfront geschmückt, die von zwei dorischen Halbsäulen getragen wird. Die Fensteröffnungen in den Obergeschossen des Turmes werden von flachen Pilastern gerahmt, im zweiten Geschoss von dorischen und im dritten Geschoss von ionischen. Die Traufe liegt in einer Höhe von 28 Metern.

An der Nordost- und Norwestseite befinden sich zwei Treppenaufgänge, die bis zur Höhe der Attika hinaufreichen. Über der Attika erhob sich bis zur Zerstörung 1944 ein kuppelförmiges Deutsche Dach, das durch sieben kleine Mansarden aufgelockert war. Der Dachstuhl aus Tausenden von Bindern und Streben aus Tannen- und Eichenholz überspannte freitragend einen 37 Meter durchmessenden Tambour . Der ursprüngliche Entwurf von Johann Friedrich Christian Hess zeigte noch deutlicher das Vorbild des Pantheons in Rom. Er sah ein großes Oberlicht vor, um den Kirchenraum von oben zu beleuchten. Dieser Entwurf konnte jedoch aus Kostengrunden nicht ausgeführt werden.

Beim Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg verzichtete der Architekt Rudolf Schwarz auf die hohe Kuppel und errichtete ein nur leicht gewölbtes kupfergedecktes Dach. Diese Entscheidung wurde später häufig kritisiert, doch ließen die Umstände des Wiederaufbaus nichts anderes zu. Allein der Mangel an Bauholz und qualifizierten Zimmerern hätte keine Rekonstruktion des komplizierten Dachgebälks zugelassen. Bei der herrschenden Wohnungsnot wäre es zudem politisch nicht zu rechtfertigen gewesen, einen noch größeren Aufwand für den Wiederaufbau eines Denkmals zu treiben. Bei der Renovierung der Paulskirche 1984 bis 1988 respektierte man die Nachkriegsentscheidung und verzichtete auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes.

Im dritten Turmgeschoß ist der Glockenstuhl eingebaut. Darüber erhebt sich eine kupfergedeckte Laterne, in der 1838 durch den Physikalischen Verein eine astronomische Beobachtungsstation eingerichtet wurde. Nach den von hier aus täglich gegebenen Zeitsignalen justierte man bis 1893 die anderen Frankfurter Uhren.

Die Fassade der Paulskirche ist in zwei Geschosse gegliedert, die sich auf einem niedrigen Sockel erheben. Im Sockelgeschoß befanden sich ursprünglich keine Fenster, erst beim Wiederaufbau nach dem Krieg wurden auch hier Fensteröffnungen eingebracht, um das neu entstandene Untergeschoss zu beleuchten.

Große Rundbogenfenster im ersten und zweiten Geschoss sorgen für eine gute Beleuchtung des Innenraums. Der von Hess konzipierte Innenraum war nach Süden hin orientiert, wo sich an der Innenseite des Turms der Altar, darüber die Kanzel und auf der Empore die Orgel befanden. Die Empore wurde von 20 korinthischen Säulen getragen und bot 1200 Personen Platz. Im Parterre konnten über 500 Personen sitzen.

Alle Plätze orientierten sich nach Süden, zum Turmportal hin. Dort befanden sich Altar und Kanzel (in Form eines Kanzelaltars), darüber auf der Empore die Orgel. Symbolisch wurden damit die drei wesentlichen Elemente des lutherischen Gottesdienstes zusammengefasst, das Sakrament, die Verkündigung und der Lobpreis.

Bereits bei der Einweihung der Kirche zeigte sich ihre schlechte Akustik. Die Nachhallzeit war mit über fünf Sekunden viel zu lang und zwang den Prediger, unnatürlich langsam und gedehnt zu sprechen. Trotz mehrerer Versuche gelang es nie, die Probleme zu beheben. So wurde zunächst ein Schalldeckel über der Kanzel angeordnet, Um die Kirche als Versammlungssaal für die Nationalversammlung herzurichten, wurde eine zusätzliche, mit Leinwand bespannte und mit Leimfarbe gestrichene Holzdecke vom Dachstuhl abgehängt.

Beim Wiederaufbau wurde das Innenraumkonzept vollkommen verändert. Die Kirche erhielt ein Tiefgeschoß, in dem die nötigen Nebenräume eingerichtet wurden. Über eine Treppe im Turmeingang betritt man nun zunächst eine nur vier Meter hohe Wandelhalle mit einem Säulenkranz aus Marmor. Aus der Wandelhalle führen zwei Treppen entlang der geschwungenen Wand in den Saal hinauf, der somit wesentlich höher liegt als in der alten Kirche. Der 28 Meter hohe Festsaal ist betont schlicht gehalten, bis hin zum Gestühl, das an eine Aula oder ein Parlament erinnert. Durch den Verzicht auf die Emporen wirkt der Raum monumentaler als vor der Zerstörung. Einziger Schmuck der Wände sind die Flaggen der Bundesrepublik Deutschland, der sechzehn Bundesländer und der Stadt Frankfurt.

Städtebauliche Situation

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Die Paulskirche auf dem Ravenstein-Plan von 1861
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Die Paulskirche entstand in dem Viertel zwischen Neue Kräme im Osten, Schnurgasse im Norden, Wedelgasse und Paulsgasse im Süden und Kornmarkt im Westen, das auch nach der Niederlegung der alten Klostergebäude noch beengt war. Die Paulskirche war an drei Seiten von einer dichten Bebauung umgeben. Lediglich im Süden, vor der Turmfassade, erstreckte sich ein einigermaßen großzügiger, neu angelegter Platz, der Paulsplatz.

Im Osten der Kirche, zwischen Paulsplatz und Neuer Kräme, entstand etwa gleichzeitig mit der Kirche ein Häuserblock, dessen nördlichen Abschluss die 1840 bis 1842 errichtete Alte Börse bildete. Die Fläche für diesen neuen Block wurde frei, weil die ost-west-orientierte Barfüßerkirche und ihre Klostergebäude eine größere Ausdehnung nach Osten besaßen, während die Paulskirche als Zentralbau eine rund doppelt so große Nord-Süd-Ausdehnung besaß, aber nicht so weit nach Osten reichte.

Die beengte Lage der Kirche, die den großzügigen Bau kaum zur Wirkung kommen ließ, wurde bereits von Zeitgenossen kritisiert. Johann Wolfgang Goethe schrieb 1797:

Die neue lutherische Hauptkirche gibt leider viel zu denken. Sie ist als Gebäude nicht verwerflich, ob sie gleich im allermodernsten Sinne gebaut ist; allein da kein Platz in der Stadt weder wirklich noch denkbar ist, auf dem sie eigentlich stehen könnte und sollte, so hat man wohl den größten Fehler begangen, daß man zu einem solchen Platz eine solche Form wählte. Sie stickt, da man ringsherum wohl schwerlich viel wird abbrechen lassen, zwischen Gebäuden, die ihrer Natur und Kostbarkeit wegen unbeweglich sind, und will doch von allen Seiten gesehen sein; man sollte sie in großer Entfernung umgehen können ... Um sie herum ist das größte Gedräng und Bewegung der Messe, und es ist nicht daran gedacht, wie auch irgend nur ein Laden stattfinden könnte. Man wird also wenigstens in der Meßzeit hölzerne Buden an sie heranschieben müssen, die vielleicht mit der Zeit unbeweglich werden, wie man an der Katharinenkirche noch sieht und ehemals um den Münster von Straßburg sah.

Die zeitgenössischen Darstellungen, etwa die Abbildung oben, lassen den Platz größer erscheinen als er war. Die Delegierten, die auf dem Bild in die Kirche einziehen, müssen sich zuvor entweder durch die enge Wedelgasse gezwängt haben oder aus der auf den Platz mündenden Römerhalle gekommen sein.

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Die Rückseite der Paulskirche bei Nacht
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Paulskirche im Schnee
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Von 1893 bis 1906 wurde, zur Erschließung der Altstadt mit neuzeitlichen Verkehrsmitteln, ein Straßendurchbruch durchgeführt. Der Straßenzug Bethmann- und Braubachstraße verlief in west-östlicher Richtung etwa im Verlauf der bisherigen Paulsgasse über den südlichen Rand des Paulsplatzes. Östlich der Neuen Kräme wurde die neue Straße mitten durch die Häuserblocks der Altstadt gelegt, wobei zahlreiche wertvolle Gebäude, etwa der Nürnberger Hof, abgerissen wurden. Gleichzeitig mit dem Bau der Straße entstand das Neue Rathaus (1900-08, Franz van Hoven und Ludwig Neher), westlich an den Römer angrenzend. Die Bauteile nördlich und südlich der Bethmannstraße wurden dabei durch eine Brücke verbunden. An der neu entstandenen Kreuzung Neue Kräme und Braubachstraße gingen der Paulsplatz und der Römerberg nun direkt ineinander über. Schräg gegenüber dem mittelalterlichen Salzhaus, einem der schönsten Fachwerkhäuser der Stadt, entstand ein großes Wohn- und Geschäftshaus (F. Geldermacher, 1906), das trotz seiner gründezeitlichen Dimensionen Architekturelemente barocker Altstadthäuser aufgriff. Nach Fertigstellung des Straßendurchbruchs fuhr auch die Straßenbahn über den Paulsplatz.

Die Vernichtung der Altstadt im März 1944 und der anschließende Wiederaufbau veränderten die Umgebung der Kirche ein weiteres Mal erheblich. Der Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Kirche errichtete Straßenblock wurde nicht wiederaufgebaut, der Paulsplatz reicht deshalb heute bis an die Neue Kräme. Anfang der 50er Jahre wurde nördlich parallel zum ersten ein weiterer Straßendurchbruch durchgeführt, wiederum dem Verkehr (diesmal dem automobilen) zuliebe. Etwa im Verlauf der Schnurgasse, nördlich an der Paulskirche vorbei, wurde eine vierspurige Verkehrsschneise, die Berliner Straße, durch die Ruinen der Altstadt geschlagen. An dieser Straße befindet sich heute, direkt hinter der Paulskirche, ein Parkplatz für Touristenbusse. Diese Situation erleichtert sicherlich den Ablauf von Stadtrundfahrten, dient jedoch nicht der Schaffung eines attraktiven Stadtbilds.

Die Neue Kräme, die heute die Ostseite des Paulsplatzes bildet, wurde dank des freien Blicks auf die Paulskirche zu einem attraktiven Standort für zahlreiche Straßencafés, deren Terrassen im Sommer große Teile des Platzes einnehmen. Neben einigen weiteren Festen findet auf dem Paulsplatz, wie auch auf dem Römerberg und in der Neuen Kräme, der Frankfurter Weihnachtsmarkt statt.

Westlich der Kirche steht heute der Erweiterungsbau des Neuen Rathauses, nördlich und südlich führen die zwei Straßendurchbrüche der Berliner und der Braubachstraße an ihr vorbei. Die städtebauliche Situation der Ursprungszeit wurde ins genaue Gegenteil verkehrt: statt der engen und extrem dicht bebauten Einbindung ins Gefüge der Altstadt ist die Kirche heute nach fast allen Seiten hin freigestellt.

Ausstattung

Orgeln

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Innenraum der Paulskirche um 1833 mit der Walcker-Orgel
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Wann die erste Orgel in der Barfüßerkirche entstand, ist nicht bekannt. Bereits seit dem 14. Jahrhundert waren stets ein oder mehrere Orgelbauer in Frankfurt ansässig. 1466 werden zwei Orgeln in der Barfüßerkirche erwähnt;Carl Wolff, Rudolf Jung: Die Baudenkmäler in Frankfurt am Main. Bd. I. Kirchenbauten. Frankfurt 1896 es kann vermutet werden, dass zumindest eine davon damals schon länger bestand. Die zweite stammte wahrscheinlich von Leonhard Mertz, auch Magister Leonhardus genannt, der 1470 zum Guardian des Barfüßerkonvents gewählt wurde. Er war einer der bedeutendsten Orgelbauer seiner Zeit und schuf auch in Frankfurt nachweislich mehrere Werke, so für St. Bartholomäus, die Liebfrauenkirche und die Weißfrauenkirche.

Aus dem 16. Jahrhundert sind kaum Zeugnisse über die Orgeln bekannt. Lersner berichtet in seiner Chronik, dass 1599 bis 1604 von den Brüdern Grorock eine neue Orgel für die Barfüßerkirche errichtet war. Damals hatte es schon lange keinen Organisten mehr an der Kirche gegeben, so dass vermutlich keine der älteren Orgeln mehr in Gebrauch gewesen war. Das neue Werk galt als musikalisch sehr gelungen. Auf dem Holzschnitt von 1653 sieht man es auf der rechten Seite als „Schwalbennest“ an der südlichen Langhauswand in Höhe der Empore. Die Grorock-Orgel bestand über 100 Jahre und wurde immer wieder erneuert.

1736 beauftragte der Rat der Stadt den Schweizer Orgelbauer Johann Conrad Wegmann mit dem Bau einer neuen Orgel. Die Disposition des mit 41 Registern für die damalige Zeit sehr großen Werkes ist durch eine Beschreibung des mit Wegmann konkurrierenden Elsässer Orgelmeisters Johann Andreas Silbermann überliefert, in der er vernichtende Kritik an dem Werk seines Konkurrenten übt: „Erstlich bläst sie als wie der lebendige Teuffel und heulet auch schon und ist gelöth als wenn der Hund gekotzt hätte. Der Schien (=Prospekt) sieht wie Bley, die Füß stauchen sich schon, er kann sein Tag kein jämerlich Leben so gesehen haben als daß ist.“ Marc Schaefer (Hrsg.): Das Silbermann-Archiv. Der handschriftliche Nachlass des Orgelmachers Johann Andreas Silbermann (1712–1783). Amadeus Verlag, Winterthur 1994. ISBN 3-905049-39-2

Der Rat schien jedoch mit dem Werk, das immerhin 16.000 Gulden gekostet hatte, recht zufrieden zu sein. Beim Abbruch der Barfüßerkirche wurde die Orgel abgebaut und im benachbarten Gymnasium eingelagert. Die lange Lagerzeit bekam ihr allerdings nicht gut: Ob aus Mangel an Sorgfalt bei der Demontage oder wegen des Mutwillens der Gymnasiasten – 1808 waren nur noch Reste der Orgel vorhanden, die für 715 Gulden an den Schlossermeister Dissmann veräußert wurden.

1824, noch vor der Wiederaufnahme der Bauarbeiten an der noch immer unvollendeten Paulskirche, ließ der Rat einen Orgelneubau ausschreiben. Es bewarben sich 15 namhafte Orgelbauer „aus allen deutschen Gauen“, darunter auch der junge Eberhard Friedrich Walcker aus Ludwigsburg. Er schlug eine für die damalige Zeit neuartige Disposition mit einem hohen Anteil an Grundstimmen und verhältnismäßig wenigen Aliquoten, Mixturen und Zungenregistern vor. Im Oktober 1827 erhielt er von der Frankfurter Orgelkommission, welche die Angebote geprüft hatte, den Zuschlag.

Fast sechs Jahre arbeitete Walcker in seiner Ludwigsburger Werkstatt an der neuen Orgel, seinem opus 9. Sämtliche Teile wurden auf dem Wasserweg über Neckar, Rhein und Main nach Frankfurt transportiert. Da der Zollverein noch nicht bestand, mussten die Teile unterwegs dreimal verzollt werden: in Mannheim, Mainz und Höchst. Der Aufbau und vor allem die Intonation der Orgel stellten Walcker vor unerwartete Schwierigkeiten. Insbesondere das für die damalige Zeit sehr anspruchsvolle offene 32-Fuß-Register im Pedal versagte bei den ersten Versuchen. Nach einigen Umbauten gelang jedoch seine Intonation, und zur Einweihung der Paulskirche am 9. Juni 1833 erklang die Orgel erstmals vor einem großen Publikum. Die Frankfurter Zeitung schrieb am 14. Juni 1833: „Die neue Orgel steht nun als Meisterwerk da, das an Stärke des Tons, an Mannigfaltigkeit, Zartheit und Reinheit der Stimmen, keiner bis jetzt bekannten Orgel nachsteht, die meisten weit übertrifft.“

Die Walcker-Orgel besaß 74 Register, verteilt auf drei Manuale und zwei Pedale. Um sie mit Wind zu versorgen, benötigte sie 12 Blasebälge, die von zwei Calcanten getreten wurden. Sie stellte einen Meilenstein in der Geschichte des Orgelbaus dar und machte Walcker mit einem Schlag berühmt. Der Rat bot ihm das Frankfurter Bürgerrecht an. Walcker lehnte jedoch ab, da er einen Ruf nach Russland erhalten hatte, wo er in den Folgejahren zwei große Orgeln in Sankt Petersburg und Reval schuf.

1844 besuchte der französische Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll die Paulskirche, um die Orgel zu studieren. Er charakterisierte ihren Klang als schön, aber – aufgrund einer unzulänglichen Windversorgung – zu zaghaft: „Es ist ein schöner Mann, aber von Schwindsucht befallen.“

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Die Klais-Orgel von 1988
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In den folgenden Jahrzehnten wurde die Orgel stets gut instandgehalten. Ende des 19. Jahrhunderts machte jedoch der zunehmende Verschleiß der Mechanik und der Blasebälge eine umfassende Reparatur erforderlich. 1898 beauftragte das Hochbauamt damit die Firma Walcker. Die Orgel wurde jedoch nicht nur repariert, sondern auch entsprechend dem Klangideal der Spätromantik umgebaut. Die neue Disposition orientierte sich noch stärker am Orchesterklang als es früher der Fall gewesen war. Durch den Ausbau des zweiten Pedals wurde die Orgel auf 63 Stimmen verkleinert. Die bisherigen Schleifladen wurden auf Kegelladen mit pneumatischer Traktur umgestellt und die Tätigkeit der Calcanten durch ein elektrisches Gebläse ersetzt. Die pneumatische Traktur bewährte sich allerdings nicht; sie wurde bereits 1910 durch Walcker auf elektrische Traktur umgebaut. In dieser Form bestand die Orgel bis zu ihrem Untergang am 18. März 1944.

1947 beim Wiederaufbau wurde wiederum die Firma Walcker mit der Planung eines neuen Instrumentes beauftragt. Es entstand die Disposition einer dreimanualigen Orgel mit 50 Registern. Die Währungsreform entwertete jedoch die bis dahin gesammelten Spenden, und die Stadt Frankfurt konnte ihre Finanzierungszusagen nicht einlösen. Am 8. Dezember 1948 wurde daher eine provisorische Orgel installiert. Der Spieltisch besaß drei Manuale, von denen aber nur das III. Manual mit 13 Registern ausgeführt war. Ein Pedal war überhaupt nicht eingebaut worden.

Das Provisorium überdauerte fast vierzig Jahre, bis 1988 im Rahmen der Kirchenrenovierung eine neue Orgel durch die Firma Klais entstand. Die neue Paulskirchenorgel ist ein mittelgroßes Werk mit 45 Registern, verteilt auf drei Manuale und Pedal.

Glocken

Die alte Barfüßerkirche erhielt um das Jahr 1300 den ersten Dachreiter. Vermutlich hat die Kirche nur eine Läuteglocke besessen, dazu im Chor auch eine Uhr mit zwei kleinen Schlagglocken. 1685 zersprang die Glocke der Barfüßerkirche. Daraufhin wurde ein neuer Dachreiter errichtet, der Platz für drei Glocken bot, die von dem Glockengießer Benedict Schneidewind geliefert wurden.

Beim Abriss der Barfüßerkirche 1786 wurden die Glocken herabgenommen und eingelagert, um in den Neubau überführt zu werden. In den folgenden vierzig Jahren zersprang jedoch die kleinste der Barfüßerglocken. 1829 beschloss der städtische Rat daher die Anschaffung eines neuen Geläutes. Die mittlere Barfüßerglocke wurde der katholischen Gemeinde übergeben und in den Turm der Deutschordenskirche gebracht; die große Barfüßerglocke wurde in die neue Paulskirche überführt. Darüber hinaus wurden 1830 durch Carl Mappes, den letzten Frankfurter Glockengießer, weitere drei Glocken gegossen. Die Paulskirche erhielt somit ein Geläut aus vier Glocken:

  • Christusglocke cis′ (1830), Ø 1470 mm, Gewicht 1830 kg
  • Barfüßerglocke e′ (1685), Ø 1187 mm, 970 kg
  • Dankesglocke g′ (1830), Ø 984 mm, ca. 500 kg
  • Lutherglocke h′ (1830), Ø 720 mm, ca. 220 kg

Im ersten Weltkrieg, als rund die Hälfte der Frankfurter Glocken abgeliefert und als kriegswichtiger Rohstoff eingeschmolzen wurden, blieb das Paulskirchengeläut wegen seines historischen Wertes erhalten. 1942 wurden jedoch die Christus- und die Dankesglocke konfisziert und nach Hamburg auf den sogenannten Glockenfriedhof transportiert. Da jede Kirche eine Läuteglocke behalten durfte, fiel die Wahl auf die kleine Lutherglocke. Sie ging am 18. März 1944 mit der Paulskirche im Feuersturm unter.

Die Barfüßerglocke wurde im Tausch gegen eine gleichgroße jüngere Glocke in die Peterskirche gebracht und blieb dort als Läuteglocke. Sie überstand den Brand der Peterskirche, blieb dort nach dem Krieg im unzugänglich gewordenen Turm hängen und geriet in Vergessenheit.

Von den nach Hamburg abgelieferten Glocken aus ganz Deutschland hatten rund 14.000 den Krieg überstanden, darunter neben dem vollständigen Domgeläute auch die beiden Glocken der Paulskirche. Am 15. August 1947 wurden sie nach Frankfurt zurückgebracht. Sie kamen allerdings zunächst nicht mehr in die Paulskirche, da diese beim Wiederaufbau ein neues Geläut erhalten sollte.

Die Handelskammer der britischen Besatzungszone stiftete eine monumentale Stahlglocke, die Evangelische Kirche in Thüringen vier Bronzeglocken der Gießerei Schilling in Apolda. Alle Glocken waren musikalisch misslungen, was bei der Stahlglocke an ihrer falschen Konstruktion und bei den Bronzeglocken an dem zeitbedingten Mangel an hochwertiger Glockenbronze lag.

Die erhaltene Christusglocke wurde wieder in den Turm der Paulskirche gebracht, die Dankesglocke kam in das Historische Museum. Dort fand sich auch die verschollene Barfüßerglocke wieder, die 1965 beim Wiederaufbau der Peterskirche entdeckt worden war.

Wegen ihrer klanglichen Mängel wurden die Nachkriegsglocken seit den 1980er Jahren nicht mehr geläutet. 1987 wurde der Plan des Frankfurter Stadtgeläuts vollendet, den der Glockensachverständige Paul Smets 1954 entwickelt hatte. Die Nachkriegsglocken wurden dem Historischen Museum übergeben und durch drei neue Glocken der Karlsruher Glockengießerei ersetzt. Zusammen mit den historischen Glocken ergibt sich damit folgende Disposition:

  • Die Bürgerglocke (fis0, Ø 2266mm, Gewicht 8590 kg) erinnert an die Proklamation der Bürger- und Menschenrechte durch die Nationalversammlung. Sie trägt die Inschrift BÜRGERGLOCKE HEISSE ICH / DER BÜRGER RECHTE KÜNDE ICH / DIE KARLSRUHER GLOCKENGIESSEREI GOSS MICH 1987 und ein Bilderband mit Ereignissen der deutschen Geschichte 1848 bis 1949. Die Bürgerglocke ist eine der größten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland entstandenen Glocken.
  • Die Stadtglocke (h0, Ø 1689 mm, Gewicht 3690 kg) soll an die Toten des Krieges und die Zerstörung der Stadt erinnern.
  • Die historische Christusglocke cis′ löste sich beim Stadtgeläut am Pfingstsamstag 1997 aus ihrem Joch und stürzte herab, wobei sie vollkommen zerstört wurde. Als Ersatz goss die Firma Rincker in Sinn 1998 eine neue cis′-Glocke.
  • Barfüßerglocke e′ von 1685
  • Dankesglocke g′ von 1830
  • Die Lutherglocke h′ (Ø 860 mm, 437 kg) erinnert an die 1944 zerstörte alte Paulskirche. Sie wurde von der Frankfurter Künstlerin Franziska Lenz-Gerharz gestaltet und trägt die Inschrift EIN FESTE BURG IST UNSER GOTT.

Das Gesamtgewicht der Paulskirchenglocken beträgt ca. 16.000 kg. Damit ist es nach dem Domgeläute das zweitgrößte in Frankfurt.

Wandgemälde

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Die Wandelhalle
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1987 gewann der Berliner Maler Johannes Grützke einen Künstlerwettbewerb zur Gestaltung eines 32 auf drei Meter messenden Frieses für die Innenseite des ovalen Wandelganges. Sein kolossales Gemälde Der Zug der Volksvertreter entstand 1989 bis 1991 in seinem Atelier in Berlin, von wo es in die Kirche transportiert wurde. In zehn Szenen zeigt es die Parlamentarier im Verhältnis zum Volk. Während das Volk – bunte, allegorische Figuren – im Vordergrund verharrt, schreiten seine monochrom grau-schwarz gekleideten Vertreter hinter ihm vorbei, einem unsichtbaren Ziel entgegen. Das Deutsche Reich ist als antikisierende Frauenstatue dargestellt, die mit der linken Hand ihren schwangeren Leib stützt. Nur vereinzelt gibt es Bezüge zu konkreten historischen Ereignissen, z. B. in der Darstellung des füsilierten Robert Blum.

Ausstellungen

In der Wandelhalle des Untergeschosses wurde 1985 die Dauerausstellung „Die Paulskirche. Symbol demokratischer Freiheit und nationaler Einheit“ eingerichtet und 1998 zum 150-jährigen Jubiläum der Nationalversammlung aktualisiert und überarbeitet. Gelegentlich finden hier auch Sonderausstellungen statt. 1997 wurde beispielsweise die umstrittene erste Fassung der Wehrmachtsausstellung Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941–1944 des Hamburger Institutes für Sozialforschung gezeigt. Die kontroversen Diskussionen in der Öffentlichkeit zu dieser Darstellung der Verbrechen der Wehrmacht führten später zur Überarbeitung der in vielen Städten gezeigten Wanderausstellung.

Auch im Tiefgeschoß der Paulskirche finden von Zeit zu Zeit Ausstellungen statt, zuletzt über Die Reichskanzler der Weimarer Republik – Zwölf Lebensläufe in Bildern.

Denkmäler an der Paulskirche

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Ebert-Denkmal von Richard Scheibe
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Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus von Hans Wimmer
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Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Tafeln und Denkmäler an der Außenfassade der Kirche angebracht, um an bedeutende Personen oder Ereignisse der deutschen Geschichte zu erinnern. Das erste war das bereits erwähnte, von dem damaligen Leiter des Städelschen Kunstinstituts Richard Scheibe geschaffene Denkmal für den ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Es wurde am 11. August 1926 eingeweiht und am 12. April 1933 nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wieder entfernt. Nach dem Wiederaufbau schuf Richard Scheibe eine neue Statue für das Ebert-Denkmal, da er gegen die Wiederaufstellung des alten Ebert-Denkmals Einwände erhoben hatte, Das neue Ebert-Denkmal wurde am 28. Februar 1950 durch den Frankfurter Oberbürgermeister Walter Kolb und den hessischen Ministerpräsidenten Christian Stock feierlich enthüllt. Das Denkmal befindet sich an der Ostseite des Turmes.

Links unterhalb des Ebert-Denkmals wurde 1980 zum 275. Todestag von Philipp Jakob Spener eine Gedenktafel angebracht. Sie erinnert daran, dass Spener von 1666 bis 1686 Senior des lutherischen Predigerministeriums von Frankfurt. Während dieser Zeit entstand sein 1675 erschienenes Hauptwerk Pia Desideria oder Herzliches Verlangen nach gottgefälliger Besserung der wahren evangelischen Kirche, zudem gründete er 1670 die ersten collegia pietatis (Hauskreise).

An der Südostseite des Kirchenschiffes befindet sich eine Gedenktafel für den hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn. Es folgt eine steinerne Relieftafel für Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom Stein, der 1816 wegen seiner Verdienste um die Wiederherstellung der städtischen Freiheit zum Ehrenbürger ernannt wurde. Die Tafel wurde 1931 zu seinem 100. Todestag angebracht.

Mit Theodor Heuss ist einem weiteren Ehrenbürger Frankfurts etwas weiter nördlich eine Plakette gewidmet. An der Nordostseite der Kirche folgt eine am 25. Juni 1966 durch Oberbürgermeister Willi Brundert enthüllte Relieftafel für den ermordeten amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Er hatte am 25. Juni 1963 in der Paulskirche eine Rede gehalten, aus der die Tafel den Satz zitiert: „Niemand soll von dieser unserer atlantischen Generation sagen, wir hätten Ideale und Visionen der Vergangenheit, Zielstreben und Entschlossenheit unseren Gegnern überlassen.“

Neben dem Nordeingang der Paulskirche wurde 2002 eine Plakette des Deutschen Turnerbundes angebracht. Damit wird aus Anlass des 150. Todestages des Turnvaters Jahn die historische Verbindung zwischen der Turnbewegung und der Nationalversammlung geehrt.

Am nordwestlichen Treppenturm der Paulskirche befindet sich seit 1964 ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Die von dem Bildhauer Hans Wimmer geschaffene Statue steht auf einem Sockel, welcher die Namen der nationalsozialistischen Konzentrationslager trägt. Neben dem Denkmal wurde eine Gedenktafel für Johanna Kirchner angebracht.

An der Südwestseite der Kirche folgen weitere Gedenktafeln für Carl Schurz sowie für den Präsidenten der Nationalversammlung Heinrich von Gagern. Die Westseite des Turmes trägt seit 2002 aus Anlass seines 100. Todestages eine Plakette für den ersten freigewählten Oberbürgermeister von Frankfurt, Walter Kolb.

Bild:DSCF1185.JPG|Gedenktafel für Philipp Jacob Spener Bild:DSCF1188.JPG|Gedenkplakette für Carl Schurz Bild:Walter Kolb, Paulskirche.jpg|Gedenktafel für Walter Kolb

Literatur

  • Dieter Bartetzko: Denkmal für den Aufbau Deutschlands – Die Paulskirche in Frankfurt am Main. Hrsg. v. Elmar Lixenfeld. Königstein i. Ts. 1998. (Mit Literaturverzeichnis). ISBN 3-7845-4475-4
  • Friedrich Bothe: Geschichte der Stadt Frankfurt am Main. Verlag Wolfgang Weidlich, Frankfurt 1977. ISBN 3-8035-8920-7
  • Evelyn Hils-Brockhoff, Sabine Hock: Die Paulskirche. Symbol demokratischer Freiheit und nationaler Einheit. Begleitbroschüre zur Dauerausstellung des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt in der Wandelhalle der Paulskirche. Erschienen anlässlich der 150-Jahr-Feier der ersten Deutschen Nationalversammlung. Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt a.M. 1998.
  • Konrad Bund (Hrsg.): Frankfurter Glockenbuch. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt 1986.
  • Roman Fischer (Hrsg.): Von der Barfüßerkirche zur Paulskirche  Studien zur Frankfurter Geschichte. Bd 44. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 2000. ISBN 3-7829-0502-4
  • Frankfurter Historische Kommission (Hrsg.): Frankfurt am Main – Die Geschichte der Stadt in neun Beiträgen. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1991. ISBN 3-7995-4158-6
  • Bernhard Müller: Bilderatlas zur Geschichte der Stadt Frankfurt am Main. Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt 1916.
  • Evangelischer Regionalverband Frankfurt (Hrsg.): Alles für Deutschland, Deutschland für Christus. Evangelische Kirche in Frankfurt am Main 1929 bis 1945. Katalog zur Ausstellung vom 29. April bis 12. Juli 1985 im Dominikanerkloster Frankfurt. Evang. Regionalverb., Frankfurt am Main 1985. ISBN 3-922179-08-8
  • Werner Becher (Hrsg.): Durchs Kreuz zur Krone. Quellen zur Geschichte der Paulskirchengemeinde im 20. Jahrhundert. Schriftenreihe des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt Nr. 17. Evang. Regionalverb., Frankfurt am Main 2003. ISBN 3-922179-18-5
  • Wolfgang Wippermann: Das Leben in Frankfurt zur NS-Zeit. Bd 4. Der Widerstand. Kramer, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-7829-0314-5

Quellen

Weblinks

   

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Diskussion der Autoren über den Artikel: Frankfurter Paulskirche


Gliederung, Orgel, Glocken, Rundgemälde

...fehlen mir noch ein bisschen. Die Orgel ist durchaus hörenswert, wird nur leider zu selten und v.a. unregelmäßig bespielt. Da andere schneller seín können und dürfen, verspreche ich hier nichts - mein Versprechen für das nächste Jahr ist nur, bald für die Glocken zu sorgen. Wer mag sich um den Rest kümmern (vorausgesetzt, er/sie ist meiner Meinung) ? --FotoFux 21:01, 30. Dez 2005 (CET)

Die Paulskirche steht schon lange auf meiner Liste, ich bin aber noch beim Quellenstudium. Vielleicht klappt es ja im Januar! Über die Glocken habe ich schon ein bißchen im Artikel Frankfurter Stadtgeläut geschrieben, weil hier im Hauptartikel noch gar nichts dazu steht. --Flibbertigibbet 09:09, 31. Dez 2005 (CET)

Schöner Absatz über die Orgel, danke :-) Wie ist denn das mit dem genannten "Ausbau des zweiten Pedals", mit dem die Stimmen reduziert wurden. Ausbau meint ja meistens, dass erweitert wird, ist hier gemeint, dass das 2. Pedal entfernt wurde? Ich gehe davon aus, vielleicht kann man's auch anders schreiben. --Fnbecker 17:08, 21. Okt. 2006 (CEST)

Abgeschlossene Lesenswert-Diskussion

Die Paulskirche in Frankfurt am Main wurde 1789 bis 1833 anstelle der 1786 abgerissenen mittelalterlichen Barfüßerkirche erbaut und diente bis 1944 als evangelische Hauptkirche Frankfurts. In dem klassizistischen Rundbau des Architekten Johann Friedrich Christian Hess tagten 1848-1849 die Delegierten der Frankfurter Nationalversammlung, der ersten frei gewählten Volksvertretung Deutschlands.

Ich habe den Artikel in den letzten Wochen erheblich ausgebaut und möchte ihn hiermit zur Wahl stellen (ohne eigenes Votum) --Flibbertigibbet 22:58, 31. Jan 2006 (CET)

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    Pro Ich bin begeistert! Meiner Meinung nach auch exzellent, wenn die Bildauswahl und Bildanordnung verbessert wird (Geschichte zu sehr überladen mit Bildern, im unteren Abschnitt dafür keine mehr) ... Cottbus 08:45, 1. Feb 2006 (CET)

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      Pro : Der Begeisterung von Cottbus kann ich mich nur anschließen, wobei ich hinzufügen muss, dass ich die Bildverteilung, so wie sie gerade besteht, für durchaus sinnvoll halte. --AFBorchert 09:07, 1. Feb 2006 (CET)

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        Pro wirklich sehr schön, finde ich auch ! --JHeuser 20:50, 1. Feb 2006 (CET)

        • pro - klasse Artikel, hat Potential zum exzellenten. Threedots Threedots 22:41, 1. Feb 2006 (CET)
        • Exzellent--Stzer 06:21, 2. Feb 2006 (CET)
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          Pro

          Pro --Wladyslaw Sojka 16:06, 2. Feb 2006 (CET)

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            Pro

            Pro sehr, sehr schön, hervorragendes Beispiel für die zunehmende Qualität, explizit gefällt mir auch die Bildauswahl, weiter zur Exzellenz-Wahl --Geos 16:49, 2. Feb 2006 (CET)

            • pro natürlich, ich denke, Du kannst ihn bedenkenlos bei den Exzellenten vorschlagen. --Michael König [[Benutzer Diskussion:Magadan|[Magadan]]] 03:19, 4. Feb 2006 (CET)
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              Pro

              Pro - bekäme auch bei den Exzellenten von mir ein Pro. Einzige Bedingung: Sprachlich könnte man vielleicht noch mal leicht glätten. Ich weiß, dass "wurde"-Konstruktionen bei einem Bauwerk schwer zu vermeiden sind, aber gelegentlich treten sie im Text doch etwas gehäuft auf. Inhaltlich aber: Prima! --Fb78 Fb78 16:15, 4. Feb 2006 (CET)

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                Pro - --Spacefrank 13:26, 5. Feb 2006 (CET)

                • pro, zur Exzellenz fehlen mir aber noch Bilder zur Ausstattung. --Mogelzahn 15:48, 5. Feb 2006 (CET)
                Das ist leider schwierig. Von den Glocken kenne ich keine gemeinfreien Bilder, und die Innenausstattung (z.B. der Grützke-Fries) unterliegt dem Urheberrecht. Im Innern der Kirche gibt es leider keine Panoramafreiheit. Ich suche aber trotzdem mal, ob ich noch etwas finden kann. --Flibbertigibbet 20:42, 5. Feb 2006 (CET)
                Naja, bei einer über 150 Jahre alten Kirche wirds doch auch Teile der Ausstattung geben, deren Urheberrechtsschutz inzwischen abgelaufen ist, oder? --Mogelzahn 17:10, 7. Feb 2006 (CET)

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                Contra

                Contra Die Darstellung der Geschichte der Paulskirche zur Zeit der Weimarer Republik ist stark tendenziös. Der Kirchenfeindlichkeit der Sozialdemokratischen Partei damals ist nicht erwähnt, ihr Versuch, in diesem Denkmalsstreit den Nimbus der Paulskirche für sich selbst politisch zu beanspruchen, und ihr Versuch, die evangelische Kirche, die sich nicht vereinnahmen lassen wollte, an die Wand zu drängen. Weiterhin fehlt die Geschichte der Paulskirche im Nationalsozialismus (Kirchenkampf im Dritten Reich) völlig. Dass die evangelische Kirche zwei Pfarrer für die Paulskirche hatte, wovon einer der Bekennenden Kirche angehörte, den sie aber schließlich auf Druck der Nazis seines Amtes entheben musste, den anderen traktierte die Gestapo, verbot seine Bibelstunden, ... sowas gehört unbedingt zur Geschichte der Paulskirche und sollte nicht schamhaft verschwiegen werden. Auch das ist deutsche Geschichte, nicht nur Frankfurter Lokalgeschichte. Giro 22:27, 5. Feb 2006 (CET)

                babbel net soviel, trags' eifach selber ei! ;-) (lieber Gruß von einem Frankfurter) 84.178.184.85 22:06, 6. Feb 2006 (CET)
                das werde ich auch machen, wird aber noch ein paar Tage dauern, weil ich mir dazu als Quelle das "Jahrbuch der Evangelischen Kirche in Deutschland" noch besorgen muss. Über die Paulsgemeinde gibt es noch einiges Material des Regionalverbandes der Evangelischen Kirche. Aus welchem Buch diese tendenziöse Darstellung des Denkmalstreits im Artikel hier entnommen ist, möchte ich aber eigentlich mal wissen. Giro 18:19, 8. Feb 2006 (CET)

                Fortsetzung der Diskussion

                Ich wüßte gerne mal, was an der Darstellung der Geschichte des Ebert-Denkmals tendenziös sein soll - ich finde sie ausgesprochen neutral und sachlich und habe das jetzt noch mit Zitaten ergänzt, Die Informationen stammen im wesentlichen von [LINK], einer Webseite des Instituts für Stadtgeschichte. Den Link habe ich unter den Quellen eingefügt. Daß die evangelische Kirche während der Weimarer Republik nicht unbedingt zu deren Stützen gehörte, ist sicher ein Thema für sich, und daß mancher deutschnationale Pfarrer, der die "Nationale Revolution" begrüßte, später selbst verfolgt wurde, ist m.E. auch nicht so ungewöhnlich. Wenn Du zu den spezifischen Ereignissen in der Paulsgemeinde weitergehende Informationen hast, ergänze den Beitrag bitte! Ich habe dazu leider nichts in meinen Unterlagen. An und für sich hätte ich den Artikel aufgrund der Voten bei der Lesenswert-Kandidatur gleich weitergeleitet zu . Aber jetzt warte ich gerne noch ein paar Tage. --Flibbertigibbet 20:58, 8. Feb 2006 (CET)

                joh, was das Ebert-Denkmal an der Paulskirche angeht, werde ihn schon ergänzen und korrigieren, jetzt drängel mal nicht so. Ich habe gesehen, dass Du als Quelle einen Webartikel von Frau Janine Burnicki vom Historischen Museum Frankfurt angibst. Offenbar keine bessere Quelle. Den Webartikel kenne ich genauso wie das Selbstverständnis dieses Museums, das von jeher zu den Bastionen der Frankfurter Sozialdemokraten gehört. Was Frau Burnicki da schreibt, ist reichlich marginal. Bei der Paulskirche geht es um Deutschland und Schwarz-Rot-Gold, dafür steht sie seit 1848, und darum ging es bei diesem Denkmal. Reichspräsidentenwahl nach dem Tode Eberts 1925, es gibt den rechten Block Schwarz-Weiss-Rot mit Hindenburg. Die Sozialdemokraten kriegen Druck von den Kommunisten auf der linken Seite, wollen in die bürgerliche vaterländische Mitte, rufen Schwarz-Rot-Gold aus (was vorher garnicht ihre Farben waren), gründen das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, und für dieses neue Image brauchen sie die Paulskirche. Schließlich hatte gerade vor kurzem im Dolchstoßprozess gegen Ebert ein deutsches Gericht festgestellt, dass sie erwiesenermaßen Vaterlandsverräter wären. Sehr schlechte Wahlaussichten damit. Vaterland und Schwarz-Rot-Gold sollen Stimmen bringen. Die Facts zur Wahl kannst Du in jeder besseren Geschichte Deutschlands nachlesen. Dieser Hintergrund gehört (in Kurzfassung) in den Abschnitt über das Denkmal. Das war nicht einfach so mal eine Idee des Frankfurter Magistrats, die eine Erinnerungsstätte für Ebert wollten. Was ein Pfarrer der Paulskirche 8 Jahre später dazu sagte, ist auch ziemlich nebensächlich. Schließlich liesse sich auch zur damals enorm provozierenden Ästhetik dieses Denkmal noch einiges sagen.

                Zur Geschichte der Paulskirche zwischen 1933 und 1945: Im Artikel steht noch nichts Nennenswertes. Dafür schau ich mir jetzt aber das Material der evangelischen Kirche nochmal an. Der zeitgeschichtliche Hintergrund dazu ist der Kirchenkampf. Was Dich aber nicht abhalten soll, auch noch was zu tun.:-)) Giro 22:24, 8. Feb 2006 (CET)

                Inzwischen habe ich mir die Nachträge von heute genauer angeschaut. Die Formulierungen sind polemisch ausgefallen und auch von der angegebenen Quellenlage nicht gedeckt. Besagte Festschrift zum 100jährigen Bestehen wurde auch von beiden Pfarrern herausgegeben, nicht von einem. Angeblich hätten sie sich gegen die Demokratie gewandt. Pfarrer Karl Veidt taucht im Text überhaupt nicht auf. Das ist ganz klar keine neutrale Darstellung mehr. Ihr zeichnet ein Zerrbild der Evangelischen Kirche. Schade. Lasst Euch doch nicht zu solchen emotionalen und unsachlichen Reaktionen hinreissen, wenn ihr etwas Kritik an Eurer Arbeit abbekommt. 89.48.19.73 23:21, 8. Feb 2006 (CET)= Giro 23:22, 8. Feb 2006 (CET)

                Hallo Giro, bevor Du wirklich anfängst, den ganzen Artikel umzuschreiben, sollten wir besser mal in der Diskussion abstimmen, wo das eigentlich hinführen soll. M.E. geht es unter dem Lemma Frankfurter Paulskirche in erster Linie um eine Beschreibung des Bauwerks und seiner Geschichte. Die Kirchengeschichte von Frankfurt, in der die Paulskirche zweifellos einen bedeutenden Stellenwert einnimmt, verdient einen eigenen Artikel. Deine heutigen Änderungen gehören daher m.E. nicht in den Paulskirchenartikel (weil sie nicht paulskirchenspezifisch sind, sondern die Frankfurter Kirche insgesamt betreffen), sondern z.B. in den Artikel über den Dotationsvertrag. Darin fehlt nämlich noch der Abschnitt zwischen 1802 und 1830.

                Mir ist auch immer noch nicht klar, worauf Du den Vorwurf der mangelnden Neutralität gründest. Alles, was ich bisher geschrieben oder zitiert habe, ist anhand der Quellen, der Literaturangaben und der Weblinks belegt. Das vermisse ich bei deinen bisherigen Edits leider völlig: Du hast z.B. gestern folgende Passage eingefügt: "(als) der zunächst zur Verfügung gestellte Kaisersaal des Frankfurter Römer sich als nicht gross genug erwies, wurde die Frankfurter Paulskirche ausgewählt." Wie kann das sein, wo doch schon am 18. März 1848 (also 13 Tage nach der Heidelberger Versammlung) die Anfrage an den Gemeindevorstand ging? --Flibbertigibbet 18:48, 10. Feb 2006 (CET)

                @Flibbertigibbet:

                • Dass der Artikeltext nicht neutral ist, habe ich begründet. Offenbar konntest oder wolltest Du ihn nicht richtigstellen. Du hast die kirchenfeindliche Polemik sogar noch verschärft.
                Achte bitte auf deine Wortwahl! Die einzigen polemischen, um nicht zusagen ausfälligen, Bemerkungen in der ganzen Diskussion stammen bislang von Dir. Ich habe klargestellt, daß ich den von mir stammenden Text sehr wohl für neutral halte und warte nun auf deinen Input. Dann werden wir weitersehen. --Flibbertigibbet 22:02, 10. Feb 2006 (CET)
                • Die Geschichte der Paulskirche ist eine politische Geschichte. Sie ist ein Bauwerk von historischer Bedeutung. Deswegen muss der Artikel sie in die Zeitgeschichte einbetten. Im 19. Jahrhundert ist das Thema die Nationalversammlung. Im 20. Jahrhundert ist das Thema das Spannungsverhältnis von Kirche und Staat. Auch die Eigentumsverhältnisse am Bauwerk spielen da eine Rolle. Deswegen die Erwähnung der Dotation.
                Du hast auf jeden Fall recht, daß der Hinweis auf die Dotation bereits in diesen Abschnitt gehört - bisher findet er sich erst im Abschnitt über den Wiederaufbau. --Flibbertigibbet 22:02, 10. Feb 2006 (CET)
                • Den Abschnitt über den Denkmalstreit werde ich geradeziehen. Du hast zwar einen Link benannt, aber da findet sich unzuverlässiger Kram einer jungen städtischen Angestellten, die selbst im Vorspann erklärt, wissenschaftlichen Ansprüchen nicht zu genügen. Aber von Dir wird dieses fragwürdige Material hier in geradezu denunzierender Weise verwendet. Geh ruhig mal selbst wie ich ins Dominikanerkloster und lies Dich durch die Archive. Ich habe das Wichtigste über die Paulskirche zwischen 1918 und 1945 von dort und schon seit langem zu Hause gesammelt. Schon vor der großen Ausstellung dort über diese Zeit im Jahre 1985. Du denkst wohl, es gibt keine Mitglieder der Paulsgemeinde mehr, die die Ereignisse selbst erlebt haben ? Ich kenne welche.
                Deine herabsetzenden Bemerkungen finde ich ungehörig. Das Institut für Stadtgeschichte und das Historische Museum sind zuverlässige Quellen, und die Webseiten dieser Institute sind selbstverständlich genauso zitierfähig wie ihre sonstigen Publikationen. Wenn Du bessere oder weiterführende Quellen hast, immer her damit! Aber das geht ja wohl auch ohne Ausfälligkeiten. --Flibbertigibbet 22:02, 10. Feb 2006 (CET)
                • Das Schicksal der Paulskirchenpfarrers Karl Veidt in der Nazizeit zu verschweigen, ist einfach ganz übel. Ich kenne keine seriöse Veröffentlichung über die Paulskirche in der Nazizeit, die ihn verschweigt. Wenn ich mal guten Willen bei Dir annehme (was mir schwerfällt), hast Du kein einziges Buch darüber gelesen und infolgedessen keine Ahnung.
                Teil dein Wissen einfach mit mir, so wie auch ich versuche meines zu teilen. Du hast aber kein Recht beleidigend zu werden. Es ist in der Tat so, daß ich über Karl Veidt nur wenig weiß. Er war Vorsitzenden des Landesbruderrats der Bekennenden Kirche Nassau-Hessen und Gegner des deutschchristlichen Propstes Alfred Trommershausen. Dafür wurde er verfolgt. In den von mir verwendeten Quellen, die sich wie bereits gesagt im wesentlichen mit der Geschichte der Paulskirche (und nicht der Geschichte des Kirchenkampfes in Frankfurt) beschäftigen, taucht sein Name überhaupt nicht auf. Aber ich freue mich, wenn Du diese Bildungslücke schließt. Klick einfach auf den roten Link, schreib eine Biographie über ihn, und alles wird gut! --Flibbertigibbet 22:02, 10. Feb 2006 (CET)
                • In der Hauptsache diese Themen werde ich beginnen und völlig neu schreiben. Dazu ein paar ergänzende Sätze über die Kaiserzeit. Giro 20:04, 10. Feb 2006 (CET)
                Das wäre schön, vor allem wenn Du dich dabei nicht so im Ton vergreifst wie schon einige Male in dieser Diskussion. Und nimm bitte guten Willen an – auch wenn es schwerfällt. Der Friede sei mit Dir! --Flibbertigibbet 22:02, 10. Feb 2006 (CET)
                Wenn ich ernstnehmen soll, dass Du hier keine Polemik betreiben willst, gut gesinnt bist, aber nur zu wenig Wissen hast, dann zeige guten Willen und korrigiere doch einfach die Passagen über die Paulskirche in der Zeit von 1918 bis 1944 selbst. Damit Du Dich einlesen kannst, empfehle ich Dir als leicht zugängliche Quellen zur Paulskirchengeschichte in dieser Zeit:
                • "Durchs Kreuz zur Krone" Quellen zur Geschichte der Paulskirchengemeinde im 20ten Jahrhundert", 2003, ISBN 3-922179-18-5
                • "Alles für Deutschland, Deutschland für Christus" Katalog zur gleichnamigen Ausstellung 1985, ISBN 3-922 179-11-8
                • "Die evangelische Kirche von Frankfurt am Main in Geschichte und Gegenwart" 1978 (ISSN 0344-3957)
                Drei Bücher sind vielleicht für manchen ein bißchen viel für ein, zwei Bildschirmseiten, die dabei herauskommen, aber die solltest Du Dir für einen Paulskirchenartikel, der exzellent werden will, schon reintun. Diese Bücher kriegst Du laut bookbutler alle im Buchhandel, am einfachsten aber beim evangelischen Regionalverband, der sie herausgegeben hat. hope this helps Giro 23:03, 10. Feb 2006 (CET)

                Also, lieber Giro,

                1. der Kollege Flibbertigibbet ist der zur Zeit beste Autor zur Frankfurter Stadtgeschichte, den wir in Wikipedia haben. Du darfst also grundsätzlich davon ausgehen, daß er weiß, wovon er schreibt, und daß er seriöse Quellen verwendet. Es gibt also keinen Anlaß, seine Kompetenz in Frage zu stellen.
                2. er ist überdies einer der freundlichsten Menschen in diesem Projekt und hat es bestimmt nicht verdient, auf solche Weise angeranzt zu werden; noch dazu von einem Kollegen, der bislang noch nicht durch allzu intensive Mitarbeit aufgefallen ist.
                3. Du bist herzlich willkommen, hier mitzuarbeiten, das sage ich im Namen des ganzen Projekts Wikipedia im allgemeinen und des Portal:Frankfurt Rhein-Main, das Du sicher kennst, im besonderen. Wir freuen uns immer über engagierte Autoren, die Artikel über unsere schöne Stadt schreiben möchten. Wir sind mit diesem Portal eine recht aktive Truppe innerhalb von Wikipedia, es gibt außer dem Portal:Berlin keine zweite so erfolgreiche Stadt-Autorengruppe. Die Atmosphäre ist gut, und, verlaß Dich drauf, sie wird es auch bleiben.
                4. Deshalb bitte ich dich ganz freundlich, Deinen Ton zu ändern. Wenn Du Anregungen hast oder der Meinung bist, ein bestimmter Abschnitt sei nicht richtig dargestellt, dann diskutiere das hier mit den anderen Autoren in menschenwürdigem Ton. Wir haben gewisse Erfahrung mit einem historisch sehr, sozial dagegen komplett inkompetenten Autor und reagieren deshalb etwas allergisch, und es wäre auch schön, wenn es bei dem einen Problemfall bleiben würde.
                5. Wir arbeiten hier alle freiwillig. Wenn Du etwas bestimmtes im Artikel erwaähnt haben möchtest, dann trage es ein und belege es mit Quellen. Befehle nicht anderen, das für Dich zu tun.
                6. Die Arbeit hier ist Gemeinschaftsarbeit. Änderungen werden nicht einfach neugeschrieben, sondern (in solchen Fällen wie hier) gemeinsam besprochen. Es bringt keinen Mehrwert, eine "tendenziöse" Darstellung durch eine andere zu ersetzen.
                7. Da die Diskussion nur um einen kleinen und nicht direkt zentralen Teil des Artikels geht, werde ich die Neutralitätswarnung herausnehmen, weil sie den Leser in unzulässigem Maße verunsichert.

                So. Ich bitte also um eine sachliche und freundschaftliche Diskussion, wir werden eine Lösung für die von Dir angesprochenen Passagen finden, mit der alle leben können. Viele Grüße --Magadan Magadan 14:17, 11. Feb 2006 (CET)

                @Magadan: Danke für die Blumen zur Begrüßung, die ich natürlich gerne auch zurückgebe.Wenn ich Dich recht verstanden habe, hast Du zum Artikelinhalt selbst nichts gesagt. Wie auch immer, Flibbertigibbet, dem ich einige der erbetenen Quellen ja genannt habe, soll gerne die Chance haben, diese Quellen zu lesen und den Text des Abschnitts zu korrigieren. Wenn er bei seiner Meinung bleiben will, oder einen sachlichen Kommentar zu den Quellen oder ihrer Zuverlässigkeit abgeben will, auch das ist völlig in Ordnung. Wir müssen das nicht überstürzen, ich werde mich aus diesem Abschnitt, den ich bekanntlich für nicht richtig und für nicht NPOV halte, einfach noch eine Weile heraushalten. Ich werde hier aber schon wieder vorbeikommen, weil der Text nicht auf Dauer so bleiben sollte, wie er jetzt ist. Giro 20:59, 12. Feb 2006 (CET)

                @Flibbertigibbet: habe auf der Kandidatenseite gesehen, dass Du meine Sichtweise inzwischen nicht für völlig falsch hältst, und Dir Literatur beschafft hast. Das freut mich, und deswegen hier noch ein paar Fakten zum Hintergrund, die für mein Bild vom Streit um Eberts Denkmal wichtig sind (nicht um sie in den Artikeltext zu bringen, sondern für eine Antwort auf die Frage, wer sich bei dem Denkmal eigentlich wegen was gestritten hat).

                • Es ist wenige Jahre nach dem 1. Weltkrieg. Magdeburger Gericht bescheinigt Ebert, mit der Streikleitung in der Rüstungsindustrie Landesverrat begangen zu haben. Dolchstoßlegende: das Heer war unbesiegt und wurde verraten. Novemberverräter.
                • Paulskirchenpfarrer G. Struckmeier war Divisionspfarrer an der 2. Marnefront. Die Porträts vieler ev. Frankfurter Pfarrer dieser Jahre zeigen Schmisse, sie gehörten schlagenden Verbindungen an. Das war für damalige Verhältnisse ganz normal, Theologen paukten.
                • In der Paulskirche fanden die jährlichen Totengedächtnisfeiern des Kyffhäuserverbandes statt, auch der Kriegsgräbervorsorge (wie auch heute noch), Fahnenweihen nationaler Verbände.
                • Das Denkmal, das einen nackten jungen Mann darstellt, ist für die damaligen Moralvorstellungen eine Provokation. Besonders für die, die damals in der Paulskirche ihre Trauerfeiern hatten.
                • Die SPD hatte nur 16 von 72 Sitzen im Frankfurter Parlament. Der Veteranenverband der SPD, das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hat seine Trauerfeiern nicht in der Paulskirche abgehalten. Die Umzüge der Genossen fanden im Gallus, in Griesheim statt, an der industriellen Peripherie, wurden in Frankfurt kaum richtig wahrgenommen. Frankfurt war national und eigentlich ziemlich liberal.
                • In Frankfurt gab es kaum ein Industrieproletariat, Frankfurt war Handelsstadt. Frankfurts Industrie steckte 1925 in den Kinderschuhen. Zahlenmäßig gab es keine nennenswerte demokratische Linke. Die "Volksstimme" war verbalradikal. Die USPD hatte nur 1 Sitz von 72, ihr führender Kopf war 1918 Dramaturg am Frankfurter Theater. Frankfurts Spartakisten waren Bürgersöhne, Maler, Literaten gewesen, die arbeiten gehen nicht nötig hatten.
                Soweit mal mein Bild vom Hintergrund des Denkmalstreits. Da sehe ich beim Streit um Eberts Denkmal an der Paulskirche wirklich keinen Streit um Demokratie und Parlamentarismus. Darum ist es überhaupt nicht gegangen, denke ich. Meinst Du, Du kannst diese Beurteilung aufrechterhalten ? Giro 01:00, 14. Feb 2006 (CET)

                Ich habe jetzt mal den Abschnitt über das 19. Jahrhundert und die Weimarer Republik überarbeitet. Man kann natürlich unmöglich auf alle Aspekte eingehen, das würden den Rahmen des Artikels völlig sprengen. Ich habe versucht, mich auf die für die Geschichte der Paulskirche wesentlichen Punkte zu konzentrieren. Die Quellen ergänze ich noch, ebenso wie den Abschnitt über die Nazizeit.
                Ich denke, daß die Hintergründe des Denkmalstreites damit jetzt deutlicher sind. Du hast sicher recht, daß es im Kern kein Streit um Demokratie und Parlamentarismus war. So hatte ich das auch gar nicht verstanden, sondern der Kirchenvorstand und die Pfarrer sahen sich als Opfer staatlicher Übergriffe. Das geht doch aus dem Struckmeier-Zitat klar hervor. Die Reaktion der Gegenseite war ein politischer Reflex, wie man an dem Zitat der „Frankfurter Volksstimme“ schön sieht. Ein Glück, daß es solche Reflexe heute nicht mehr gibt und alle Auseinandersetzungen streng sachlich und lösungsorientiert geführt werden :-) --Flibbertigibbet 00:57, 15. Feb 2006 (CET)

                sehr schön gemacht, wirklich! In der Fassung nehme ich meinen POV-Vorwurf jetzt erstmal zurück, genauso meinen Verdacht einer bewussten Polemik. Damit habe ich Dir unrecht getan. Du hast auch wirklich noch einiges ausgegraben. Trotzdem möchte ich den Absatz noch etwas überarbeiten. Ich glaube, wir schaffen das jetzt "streng sachlich", an mir solls nicht liegen. Gründe sind:
                • der Absatz ist ziemlich lang geraten, ich will Deinen Text etwas kürzen. Mir fehlt nämlich auch noch ein kurzer Hinweis, daß die Paulskirche Anfang des Jahrhunderts von der Predigerkirche zur Gemeindekirche wurde. Das ist wichtig, weil das den Kern des Konfliktstoffs mit den Nazis in den 30er Jahren abgab.
                • Der spätere Konflikt mit den Nazis sollte auch kurz erwähnt werden. Aus meiner Sicht passierte an der Paulskirche, was der ev. Kirche überhaupt passierte: sie erhoffte in weiten Teilen eine führende Rolle als Staatskirche einer "Nationalen Erhebung" (Struckmeier-Rede 1933), wurde aber in 3-4 Jahren fast völlig kaltgestellt, ihre zaghaft aufkommende Opposition wurde verfolgt (Paulskirchenpfarrer Karl Veidt).
                • Paulskirchenpfarrer Struckmeier war nicht Mitglied der DNVP, wie Du schreibst, sondern 1933 Mitglied der NSDAP und wechselte dann zur Opposition gegen die Deutschen Christen
                • Die Volksstimme war keine Zeitung, wie Du schreibst, sondern das Mitteilungsblatt der Frankfurter SPD, ein Käseblatt mit geringer Auflage. Das Zitat kann man getrost streichen, es führt nur in die Irre. Giro 13:21, 15. Feb 2006 (CET)
                Ich werde also in den nächsten Tagen den Abschnitt in diesem Sinne kürzen, ändern und ergänzen. Giro 13:21, 15. Feb 2006 (CET)

                Weimarer Republik und Nationalsozialismus

                Daß wir inzwischen in der Beurteilung dieser Zeit offenbar eine ganz ähnliche Sichtweise haben, freut mich richtig. Ich hätte die Abschnitte natürlich anders geschrieben, auch andere Ereignisse erwähnt, aber viele Wege führen nach Frankfurt. Nehmen wir ruhig Deinen Text zur Grundlage. Dann geht es aus meiner Sicht nur noch um kleinere Fragen. Zwei Dinge rings um den Text zum Denkmalstreit:
                • das Zitat aus der Festschrift gegen die Verfassungsfeiern: Du verwendest es, um die langdauernde Verärgerung wegen des Übergriffs der Behörden zu zeigen, lässt aber offen, was es mit den Verfassungsfeiern auf sich hat. Wenn man das Zitat schon bringt, sollte man mE auch den Hintergrund bringen: Es ist doch nicht so, daß hier mal so gegen die Verfassung vom Leder gezogen wurde, sondern es geht um den Nationalfeiertag der Weimarer Republik, den 13. August, der seit 1922 (oder 23?) in der Paulskirche gefeiert wurde. Das war eine willkürliche Regelung Eberts. Der echte alte Nationalfeiertag war im Januar und feierte die Neugründung des Deutschen Reichs nach dem Einigungskrieg 1870/71 gegen Frankreich. Auch die Burschenschaften, die ja zum Gründungsmythos der Paulskirche gehören, boykottierten diesen 13. August. Man identifizierte sich noch gerne mit der deutschen Einheit und dem Sieg gegen Frankreich, wofür der alte Nationalfeiertag steht. Ich sehe für diesen Punkt zwei Möglichkeiten:
                  • a) Zitat ganz weglassen. Das käme auch der Kürze des Abschnitts zugute.
                  • b) Zitat wie geschildert erläutern. Zum "Tag von Potsdam", den Du ja auch hineingebracht hast (sehr gut!), würde ein weiteres Paulskirchenmotiv von republikweiter Bedeutung erwähnt. Abschnitt wird aber länger.
                • Du erwähnst die Reaktion der Frankfurter Volksstimme. Dieses Blatt hatte mit der Paulskirche und mit dem, wofür sie in der Geschichte steht, eigentlich garnichts zu tun. Oder weisst Du etwas anderes ? Das war nur ein simpler antiklerikaler Reflex, der wenig erhellt oder belegt. Sieben Zeilen im Text, den man einsparen kann. Giro 21:33, 20. Feb 2006 (CET)

                Das Struckmeyer-Zitat halte ich für wichtig - es war ja nicht einfach so dahingeschrieben, sondern steht in einer Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum. Da schreibt man nur, was einem am Herzen liegt - "Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über".
                Ich habe den Punkt mit den Verfassungsfeiern ergänzt. Die fanden erstmals 1921 statt, seit 1922 offiziell auf Anweisung des Reichspräsidenten. Verfassungstag war der 11.8., nicht der 13.8. - das verwechselst Du vielleicht mit dem Mauerbau :-) - also fand auch die Einweihung des Ebert-Denkmals an einem Verfassungstag statt. Den Gegensatz zum 18. Januar sehe ich übrigens nicht - die Weimarer Republik konnte ja schlecht eine Kaiserkrönung feiern, die noch dazu in Versailles stattgefunden hat! Das war eben nur für die Monarchisten wichtig.

                Die Frankfurter Volksstimme war das Mitteilungsblatt der Frankfurter SPD und nicht so ganz unbedeutend, wenn man sich ihre Mitarbeiter ansieht. Ich habe das Zitat aufgenommen, weil es belegt ist und die Gegenposition zum Protest des Kirchenvorstands formuliert. So ist das halt mit dem "Neutral Point of View" - je konkreter desto besser. --Flibbertigibbet 22:42, 21. Feb 2006 (CET)
                Jetzt kommen wir doch wieder einige Zweifel, ob wir die Vorfälle um die Paulskirche in der Weimarer Zeit ähnlich sehen.
                NPOV wäre Dein Text, wenn die beiden wörtlichen Zitate in dem historischen Kontext verwendet würden, indem die Sätze gesagt wurden. Den hast Du aber in beiden Fällen weggelassen, sodaß nun ein falscher Eindruck entsteht. Das sozialdemokratische Mitteilungsblatt hat einen der üblichen antiklerikalen Artikel veröffentlicht. In Deiner Verwendung des Zitats wird es aber zum Verteidiger der Paulskirchenverfassung. Das Heidelberger Programm der SPD von 1925 sah nun leider wirklich anders aus, da stand die SPD nicht mit beiden Beinen auf dem Boden der Weimarer Verfassung, das war gerade mal höchstens ein Bein. Dieses Programm von 1925 war noch ziemlich nahe an der Räterepublik. Die Revolutionsfeier des Frankfurter Arbeiter- und Soldatenrates in der Paulskirche, die mit der Befreiung von Schwerverbrechern und Schwarzhändlern aus dem Gefängnis im Klapperfeld endete, wolltest Du auch nicht im Artikel haben. Für die Stellung der SPD zur Novemberrevolution und zur Weimarer Republik wäre diese Revolutionsfeier historisch wohl von größerem Bedeutungsgehalt gewesen als Dein Zitat, das nicht im Kontext steht, aus dem es stammt. Ich konstatiere da doch eine gewisse Einäugigkeit. Dann frage ich mich natürlich auch, warum Du aus den verschiedenen Pressereaktionen, die Deine Quelle schildert, ausgerechnet dieses gewählt hast, die anderen aber weggelassen hast.

                was das zweite Zitat betrifft, so lässt Du ebenfalls den historischen Bezug weg, aus dem es stammt, den Nationalfeiertag. Auch hier entsteht dadurch ein falscher Eindruck. Die Auseinandersetzung um das Datum des Nationalfeiertags ist ein echtes Paulskirchenthema. Die Paulskirche steht für die deutsche Einheit, genauso wie der Nationalfeiertag im Januar für die deutsche Einheit stand. Der Verfassungstag im August ist, wie schon sein Name sagt, bloß ein Verfassungstag. Ich muss mich doch wirklich wundern, daß Du den Nationalfeiertag als "Kaiserkrönung" abtust. Vielleicht solltest Du mal nachlesen, warum wohl der Verfassungstag im August im Weimarer Parlament nie zur Abstimmung gelangte. Er hätte keine Mehrheit bekommen. Wenn Du das zweite Zitat verwenden willst, muß dieser Hintergrund natürlich erwähnt werden, sonst bleibt das schiefe Bild, das sich jetzt aus dem aktuellen Text ergibt. Giro 21:04, 22. Feb 2006 (CET)
                Tut mir leid, aber ich kann Deine Kritik nicht nachvollziehen, obwohl ich jetzt nochmal die gesamte mir zur Verfügung stehende Literatur gewälzt habe. M.E. sind beide Zitate im richtigen Zusammenhang verwendet.
                Das Zitat aus der Volksstimme stammt nicht aus irgendeinem antiklerikalen Kontext, sondern es ist eine gezielte Stellungnahme zu dem Protest des Paulskirchenvorstandes gegen die geplante Denkmalerrichtung. Bei dem Streit ging es auch nicht um die Stellung der SPD zur Weimarer Verfassung oder zu revolutionären Umtrieben, sondern um die in der Öffentlichkeit geführte Auseinandersetzung, ob der Frankfurter Magistrat das Recht hatte, ein Denkmal für den höchsten Repräsentanten der Republik an einer der Stadt gehörenden Kirche zu errichten. Das scheinen außerhalb der Kirche fast alle so gesehen zu haben - z.B. erwähnt Bothe in seiner 1929 erschienenen "Geschichte der Stadt Frankfurt am Main" das Denkmal lobend. Der die Arme emporreckende Jüngling ist für ihn ein Symbol des Deutschen Volkes, das sich nach einem Schicksalsschlag zu neuer Kraft erhebt.
                Das Struckmeyer-Zitat hat als historischen Bezug die Machtergreifung 1933 und nicht den Nationalfeiertag. Struckmeyer rechnet mit den Verfassungsfeiern und der Errichtung des Denkmals ab. Das Auftreten von Repräsentanten der Republik ("demokratisch-republikanisch-pazifistisch"), deren Gedankengänge er nur als unchristlich wahrnahm, erscheint ihm als "Vergewaltigung", vor der sogar bereit ist, sich in die Arme der "nationalen Revolution" zu flüchten.
                Das paßt natürlich zu der naiven Hoffnung vieler in der Frankfurter Kirche, daß die Machtergreifung der Nazis die religiöse Wiederererweckung des deutschen Volkes auslösen müsse. Hier irrte Struckmeyer bekanntlich nicht als einziger. Die Auseinandersetzung mit den Folgen dieses Irrtums führte dann in den Kirchenkampf, wie im Artikel beschrieben.
                Fazit: Ich schlage vor, das jetzt so zu lassen. Notfalls könnte man das Struckmeyer-Zitat auch in die Quellenangaben nehmen und sich im Artikel auf den Satz beschränken: "Noch 1933 kritisierte Pfarrer Struckmeier in einer Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Paulskirche die Verfassungsfeiern und die Errichtung des Ebert-Denkmals als unzulässige Eingriffe des Staates in die Rechte der Kirchengemeinde."
                Alles andere würde auf eine Dissertation über die Geschichte des Verhältnisses von Staat und Kirche in Frankfurt am Main von 1918 bis 1933 hinauslaufen und den Rahmen des Paulskirchenartikels etwas sprengen. --Flibbertigibbet 11:26, 27. Feb 2006 (CET)

                Länge

                Der Artikel ist inzwischen relativ lang. Leider ist er dadurch auch unübersichtlich geworden. Ich frage mich, ob man nicht einzelne Teile auslagern sollte, damit sie für Suchende schneller gefunden werden können. Gerade lange Artikel werden häufig nicht gelesen, weil Leser mit Fachkenntnisse bereits fast alles kennen und sich langweilen, Neulinge hingegen nur eine bestimmte Information suchen, aber nicht bereit sind, den ganzen Artikel dafür zu suchen. Die Wikipedia erfüllt ja vor allem auch die Funktion, schnell Informationen nachzuschlagen. Auch andere etablierte Enzyklopädien erhalten viele kleine Artikel. Auch haben Untersuchungen gezeigt, dass eine vernetze Enzyklopädie wie die Wikipedia dann besonders beim Informationsauffinden hilft, wenn sie viele kurze, aber gut verlinkte Artikel enthält und nicht einige lange. Ich vergleiche das mit einem Gehirn: die einzelne Gehirnzelle kann für sich fast nichts, ist jedoch mit 20.000 anderen Gehirnzellen verbunden und feuert bei Bedarf. Die Verlinkung macht es hier und nicht die Größe der Zelle. Stern 22:40, 22. Feb 2006 (CET)

                Solche pauschalen Massenedits liebe ich :-) Der Artikel hat in der Druckvorschau 19 Seiten, das ist im Vergleich zu der für diesen Artikel verwendeten Literatur hochkompakt und für ein bedeutendes Bauwerk wie die Paulskirche nicht unangemessen. Und was soll man eigentlich auslagern? Etwa Architektur der Frankfurter Paulskirche oder Orgeln der Frankfurter Paulskirche? Da ziehe ich einen gut gegliederten Übersichtsartikel vor. Deinen Hinweis auf die "neuronale Struktur" der Wikipedia finde ich ziemlich müßig. Wenn Du konkrete Vorschläge zur besseren Verlinkung des Artikels hast, drück doch einfach den "Seite bearbeiten"-Knopf. Autoren-Rechte hat schließlich jeder hier :-) --Flibbertigibbet 01:01, 24. Feb 2006 (CET)

                Exzellenz-Diskussion

                Beginn der Kandidatur: 08. Februar, einer der

                • pro, sehr gelungener Artikel. --BS Thurner Hof 21:07, 8. Feb 2006 (CET)
                • contra, siehe Neutralitätsdebatte auf der Disk.-Seite. Giro 11:56, 9. Feb 2006 (CET)
                  • praktisch muss der ganze Teil des Artikels über die Geschichte der Paulskirche nach 1850 überarbeitet werden. So ist das nichts. Ich habe schonmal angefangen. Wenn aber meine Beiträge weiterhin kommentarlos gelöscht werden, könnt ihr ihn ruhig excellent nennen und dann dieses Pamphlet in der Pfeife rauchen.
                • pro - mit der Bitte an den Hauptautor, die strittige Passage in bewährter Weise selbst zu recherchieren und in Kurzform einzubauen und wie gewohnt zu belegen. Gemessen an der Gesamtgeschichte der Kirche sollte das nicht überdimensioniert dargestellt werden und passt eher in einen eigenen Artikel. Wer die Diskussion gelesen hat, weiss, das Giro da trotz vorgegebenem Fachwissen leider wenig kooperativ ist und scheinbar auch wenig Besserung zu erwarten ist (wobei ich nicht so richtig nachvollziehen kann, wo das Problem liegt...mangelnder Wille zur echten Zusammenarbeit? Kann doch nicht so schwer sein.). Last but not least denke ich, dass das Layout unter "Die Paulskirche bis zur Zerstörung 1944" nicht so bleiben wird, oder? Gruss Martin Bahmann 08:47, 13. Feb 2006 (CET)
                  • wäre doch unfair, wenn ich jetzt einfach nur meinen eigenen Text reinschreibe. Hat doch beim ersten Versuch schon Stress gegeben. In Büchern recherchieren braucht Zeit, ok, ich warte. Der "Hauptautor" hat aber doch schon mit der Thematik angefangen, mit der Erweiterung von Dotationsvertrag. Was sagt der Vertrag dazu: darf die Stadt trotz Kirchenprotest einfach ein Denkmal an der Kirche anbringen ? Ich für mein Teil werde den Denkmalsstreit von 1925/6 im Artikel über den Bildhauer Richard Scheibe mal ergänzen, und vielleicht kommen wir danach mal zur wirklich wichtigen Frage: ging es beim Denkmalsstreit um Demokratie und Parlamentarismus, wie es jetzt im Artikel steht ? Ich meine, leider, leider nicht, schön wärs ja gewesen. Scheibe hat unter den Nazis sogar Karriere gemacht. Käme man gar nicht drauf, wenn man den Artikel liest. In meiner Sicht ging es um die nationalistische Einstellung der Kirche auf der einen Seite und war ein Eingriff wilhelminischer Behörden in kirchliche Selbständigkeit auf der anderen Seite. Staat wie Kirche, beide haben nicht im Traum an die Trennung von Kirche und Staat, die in der Weimarer Verfassung stand, gedacht. Hatten ausschließlich die preussische Staatskirche im Kopf. Der Denkmalsstreit an der Paulskirche exemplifiziert das gut. Wenn wir dieses Thema im Artikel einvernehmlich hingekriegt haben sollten, und das braucht wohl kaum mehr Zeilen, als jetzt schon dastehen, kriegen wir vielleicht auch noch die Zeit bis 1944 hin. Giro 18:10, 13. Feb 2006 (CET)
                Ich habe mir schon die passende Literatur besorgt und werde den Artikel in den nächsten Tagen überarbeiten, ohne ihn ausufern zu lassen. Ich denke schon, daß das noch mal eine Verbesserung wird. Die Vorschläge von Giro gehen in die richtige Richtung, und bis zum Ende der Kandidatur ist noch genug Zeit, um alles zu richten. Übrigens fehlte noch das Kandidaten-Bapperl, ich hab's gerade ergänzt. --Flibbertigibbet 23:12, 13. Feb 2006 (CET)

                • pro, Klasse Artikel. Gut und flüssig geschrieben. --Else2

                • Nachdem ich der Paulskirche heute Nachmittag einen kleinen Besuch abgestattet habe, muss ich auch hier einen Beitrag leisten. Ich finde den Artikel toll, damit ein
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                  Pro

                  Pro von mir, auch im Hinblick darauf, dass es durch die Anregungen von Giro noch Verbesserungen gab und vielleicht auch noch geben wird. Dies sind für mich aber nur Details, die das ohnehin schon hohe Niveau nur noch verbessern können. Vielleicht sollte man aber noch erwähnen, dass es im Erdgeschoss der Paulskirche eine Dauerausstellung zu ihrer Geschichte mit Filmvorführung etc. gibt. Hier finden auch öfter Sonderausstellungen statt, so z.B. vor einigen Jahren die so genannte Wehrmachtsausstellung. Auch im Untergeschoss gibt es momentan eine Ausstellung zur Weimarer Republik. Den Plenarsaal, den eine sehr ruhige und erhabene Athmosphäre charakterisiert, schmücken die Flaggen der 16 Bundesländer sowie diejenige von Frankfurt und Deutschland. -- Querido 17:44, 17. Feb 2006 (CET)

                  Vielen Dank für alle Vorschläge. Ich habe im Dialog mit Giro den Abschnitt über die Zeit bis 1945 erheblich ausgebaut (siehe Literaturverzeichnis) und auch ansonsten noch ein paar Kleinigkeiten ergänzt (u.a. auch noch ein paar Bilder). --Flibbertigibbet 23:42, 19. Feb 2006 (CET)

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                    Contra Der Abschnitt über die Architektur der Kirche ist, besonders den Wiederaufbau betreffend, unzureichend. Stattdessen riesige Bleiwüsten zu Orgeldetails usw. Für Inspirationen siehe z.B. http://www.aufbau-ffm.de/se... -- Jcr 16:10, 25. Feb 2006 (CET)

                    Pixelwüsten?
                    Ach ja: pro natürlich --Magadan Magadan 14:48, 25. Feb 2006 (CET)

                    • Nach zahlreichen Ergänzungen jetzt auch
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                      Pro

                      Pro --Melkom 13:01, 26. Feb 2006 (CET)

                      Änderungen in den Abschnitten "Weimarer Republik" und "Zeit des Nationalsozialismus" von heute

                      Nachdem ich ja schon vor einiger Zeit einige kritische Anmerkungen gemacht habe, die wenig Gehör fanden, habe die Abschnitte nun durch geeignete Ergänzungen bzw. Straffungen näher an eine Darstellung des Frankfurter Kirchenkampfes gebracht, die ich gefunden habe in: Wippermann, Wolfgang, Das Leben in Frankfurt zur NS-Zeit, Band IV, Copyright 1986 Stadt Frankfurt am Main, ISBN 3-7829-0314-5 Giro 17:25, 20. Apr 2006 (CEST)
                      Ich finde nicht in Ordnung, daß Du in einem als exzellent gekennzeichneten Artikel willkürlich Textabschnitte löschst. Deshalb habe ich sie wieder eingefügt und bitte dich das so zu lassen.
                      Das von Dir eingefügte Zitat aus der "Arbeiterzeitung" ist nicht belegt. Daß es sich um die "Arbeiterzeitung Frankfurt (Main)" handelte und nicht die bekannte Arbeiter-Zeitung, kann man nur vermuten. Kannst Du dazu bitte die Quelle angeben? Im übrigen geht es dabei doch offenbar eher um eine Abrechnung der Kommunisten mit den Sozialdemokraten, insofern stellt sich mir die Frage, ob das wesentlich zum Artikel über die Paulskirche beiträgt?
                      Den Satz "Wenige Tage später wurde das Denkmal von Heinrich Heine zerschlagen, und am 10.Mai brannten auf dem Frankfurter Römerberg die Scheiterhaufen aus Büchern." habe ich erst einnmal herausgenommen. Mir ist nicht klar, was das mit der Paulskirche zu tun hat. Außerdem ist es inhaltlich falsch. Das Heine-Denkmal von Georg Kolbe wurde am 27. April 1933 umgestürzt, überstand aber die Nazizeit unter dem Namen "Frühlingslied von Kolbe". 1947 wurde es wieder an seinem Platz in der Taunusanlage aufgestellt. --Flibbertigibbet 20:49, 20. Apr 2006 (CEST)

                      willkürlich gelöscht habe ich da gar nichts, auch ein als "exzellent" gekennzeichneter Artikel kann noch verbessert werden. Wie ich schon gesagt habe, dieser Abschnitt enthielt sehr viel "evangelische Kirche"-Text, und weniger politischen. Nun denn, sowas hängt von den Vorlieben des jeweiligen Autors ab. Die Paulskirche ist aber ein eminent politisches Thema. Das Ebert-Denkmal an der Paulskirche wurde vor allem als politisches Symbol für die Weimarer Republik begriffen. Zur politischen Seite der Paulskirche gehört eben auch der Widerstand aus der kommunistischen Arbeiterbewegung und seine Einstellung zur Weimarer Republik, den sollte man schon erwähnen. Das Zitat belegt diese Einstellung. Nachdem der erste Pfarrer der Paulskirche im Artikel ja schon in Zitaten zu Wort kommt, kann man auf den zweiten Pfarrer zugunsten der Arbeiterbewegung ja mal verzichten. Das Zitat ist auch nicht unbelegt, sondern hier oben auf der Diskussionsseite habe ich die Quelle benannt. Da das Buch von der Stadt Frankfurt herausgeben wurde, wirst Du es ja wohl nicht für unzuverlässig halten. Soll ich Dir jetzt die Seite noch heraussuchen, oder was möchtest Du ? Giro 21:18, 20. Apr 2006 (CEST) ich habe Dir jetzt sogar die Seite herausgesucht, damit Du nicht so lange lesen musst: auf Seite 36 steht das Zitat. Giro 21:50, 20. Apr 2006 (CEST)
                      Danke für die Quellenangabe, ich habe sie im Artikel eingefügt.--Flibbertigibbet 23:43, 20. Apr 2006 (CEST)
                      Zu Deiner Frage nach dem Zusammenhang zum Heine-Denkmal: Daß nach der Machtergreifung 1933 innerhalb weniger Tage sowohl das Ebert-Denkmal an der Paulskirche als auch das Heine-Denkmal verschwinden, das kommt Dir zusammenhanglos vor? Das fragst Du doch nicht im Ernst. Giro 21:40, 20. Apr 2006 (CEST)
                      Mir ist schon klar, wie die Machtergreifung abgelaufen ist und was alles dazugehört. Aber ich bin auch dafür beim Thema zu bleiben, und das heißt nun einmal Paulskirche. Die Geschichte des Ebert-Denkmals steht hier nur, weil es an der Paulskirche hing. Was nicht unmittelbar mit der Paulskirche zusammenhängt, gehört auch nicht in diesen Artikel! --Flibbertigibbet 23:43, 20. Apr 2006 (CEST)
                      • Das Zitat aus der Festschrift von 1933 habe ich jetzt drin gelassen, weil Du offenbar großen Wert darauf legst. Ich habe aber Deine Interpretation richtiggestellt. Wie es ja wörtlich drinsteht, geht das Zitat im Kern gegen die Weimarer Verfassung. Eigentlich ist dieses Motiv jetzt doppelt vorhanden, denn auch das Zitat von Veith geht in dieselbe Richtung und ist sogar prägnanter. Aber wenn Du mich so freundlich bittest...man trennt sich schwer von Eigenem, das verstehe ich ja schon.
                      Ich lege in der Tat Wert auf das Zitat aus der Jubiläumsschrift. Das ist eine wichtige Quelle, die belegt, warum die Kirchenvertreter 1933 ihre Hoffnung auf die "nationale Revolution" gesetzt haben. Im übrigen ergänzen sich die Äußerungen Struckmeiers und Veidts, deshalb fand ich deine Ergänzungen aus Veidts Predigt vom 21. März auch gut. Struckmeier bewältigt in der Jubiläumsschrift seinen Frust über die Verfassungsfeiern und die Anbringung des Denkmals, also sehr lokale Ereignisse, während Veidt einen großen Bogen von der Revolution 1918 zur erhofften christlich-nationalen Erneuerung schlägt.
                      Im übrigen empfinde ich deine "Richtigstellung" keineswegs als Verbesserung, sondern als Interpretation. Struckmeier polemisierte nicht gegen die Verfassung, sondern gegen die Verfassungsfeiern in der Kirche. Für die zweifellos vorhandene Ablehnung der Weimarer Verfassung in kirchlichen Kreisen gibt das Zitat nichts her, dafür gibt es andere Quellen. Aber das gehört auch nicht in diesen Artikel, sondern in einen Artikel über Kirchengeschichte in der Weimarer Republik. Ich habe die Passage deshalb nochmal überarbeitet. --Flibbertigibbet 23:43, 20. Apr 2006 (CEST)
                      Struckmeier schlägt den Sack (Verfassungsfeiern) und meint den Esel (Verfassung), würde ich mal stark annehmen. Aber in Ordnung, ich habe Dich jetzt verstanden. Dieses eine Zitat möchtest Du wegen der staatlichen Übergriffe auf das Gebäude, das andere (Veith)-Zitat wegen der illusionären christlich-nationalen Erneuerung. Damit kann ich leben, kann so bleiben.

                      • Zur Arbeiterzeitung: eine illegale Tageszeitung war das nicht, sowas hat es in Deutschland meines Wissens im Nationalsozialismus nirgends gegeben. Deswegen habe ich nachgeschaut: es war die April-Ausgabe 1933.

                      • Heine-Denkmal und Bücherverbrennung: den Details gehe ich nach und werde sie dann wieder einbringen Giro 22:41, 20. Apr 2006 (CEST)
                      Bitte nur, wenn es absolut zur Paulskirche gehört! Sonst schreib es lieber in die Artikel Frankfurter Wallanlagen und Römerberg (Frankfurt). --Flibbertigibbet 23:43, 20. Apr 2006 (CEST)
                      Mit den beiden Denkmälern wurden Symbole der Weimarer Republik zerstört, und das Ebert-Denkmal an der Paulskirche war das prominenteste. Das gehört doch zur Paulskirche und wird doch wohl im Artikel stehen können. Ich will Dir nicht unterstellen, daß Du was gegen Heine hättest, aber Du kommst mir langsam vor wie Struckmeier, der seine heilige Kirche vor mißliebiger Politik bewahren wollte. Giro 00:26, 21. Apr 2006 (CEST)
                      Bitte argumentiere sachlich, so wie ich es auch versuche, und spekulier nicht über meine Motive. Wenn Dir etwas an meiner Argumentation unverständlich ist, stell bitte offene Fragen.
                      Es geht mir nicht um das Ebert-Denkmal. Meine Frage war, was das Heine-Denkmal oder die Bücherverbrennung mit der Paulskirche zu tun haben? Um zu verstehen, was mit der Paulskirche in der Weimarer Republik und 1933 geschah, muß man keineswegs ALLES aufzählen, was in dieser Zeit sonst noch geschehen ist.
                      Im übrigen halte ich deine Begründung, daß das Heine-Denkmal als Symbol der Weimarer Republik gestürzt wurde, für eine persönliche Interpretation, solange du sie nicht mit Quellen belegst. Das Frankfurter Heine-Denkmal wurde 1913 von Georg Kolbe geschaffen, also lange vor der Weimarer Republik. Es wurde von Frankfurter Bürgern gestiftet, um einen deutschen Dichter jüdischer Abstammung zu ehren. Mag sein, daß die Nazis es 1933 AUCH als Symbol der Weimarer Republik angesehen und deshalb umgestürzt haben; aber hauptsächlich doch wohl, weil sie Antisemiten waren.
                      Aber wie dem auch gewesen sein mag, das Wissen darüber gehört in einen Artikel über das Heinrich-Heine-Denkmal Frankfurt, oder vielleicht allenfalls in die Artikel Heinrich Heine oder Georg Kolbe. Ich sehe noch nicht, wie es zur sinnvollen Weiterentwicklung des Paulskirchenartikels (der mir nun einmal sehr am Herzen liegt) beiträgt. --Flibbertigibbet 02:37, 21. Apr 2006 (CEST)

                      Ich gehe zur Zeit Artikel über Frankfurt am Main durch, um zu schauen, wo die dazu gehörende Geschichte der Juden unerwähnt bleibt. Wichtige Informationen will ich dann ergänzen, auch in diesem Artikel hier. Die Quellen kann ich Dir dann immer nennen, damit kriegst Du meine Beiträge, die Dir so mißfallen, nicht weg. In welche Artikel solche Informationen jeweils gehören, darüber bist Du offenbar anderer Meinung als ich. Das ist halt so. Ich hingegen bin der Meinung, daß dieser Artikel hier ziemlich Schlagseite hat. Zuviel Baugeschichte, zuviel evangelische Kirche, zuwenig Politk. Das ist halt auch so. Giro 10:39, 21. Apr 2006 (CEST)

                      Frage

                      Wie viel Abgeordnete gab es denn da ?

                      Laut Artikel Frankfurter Nationalversammlung waren es inklusive der Nachrücker 809. Die einzelnen Mitglieder finden sich in der Liste Mitglieder der Frankfurter Nationalversammlung. --Flibbertigibbet 23:13, 26. Sep 2006 (CEST)


                      Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Frankfurter Paulskirche und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).