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Der Artikel Friede von Utrecht gehört zur Kategorie: Friedensvertrag, 1713
{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Frieden von Utrecht, der den Spanischen Erbfolgekrieg beendete. Für den Frieden von Utrecht, der den Seekrieg zwischen der Hanse und England beendete, siehe Frieden von Utrecht (1474).}}
Der Friede von Utrecht umfasst mehrere zum Ende des Spanischen Erbfolgekriegs 1713 im niederländischen Utrecht geschlossene Friedensverträge.
Verlauf
Die Verhandlungen dauerten bereits seit Januar 1712 an und führten im Frühjahr und Sommer 1713 zum Abschluss von Friedensverträgen zwischen der Mehrheit der am Spanischen Erbfolgekrieg beteiligten Staaten. Kaiser Karl VI. erkannte die Einigung jedoch wegen weiter gehender Ansprüche zunächst nicht an. Nach einer kurzzeitigen Wiederaufnahme des Kriegs durch Frankreich musste er 1714 aber die Vereinbarungen mit dem Frieden von Rastatt und dem Frieden von Baden für Österreich und das Heilige Römische Reich im Wesentlichen bestätigen. Das Heilige Römische Reich und Portugal schlossen mit Spanien erst später Friedensverträge ab.Vereinbarungen
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Europa im Jahre 1713 nach den Friedensverträgen von Rastatt und Utrecht Bildherkunft |
Philipp V. von Anjou, Enkel Ludwigs XIV. von Frankreich, dessen Inthronisierung als spanischer König den Krieg ausgelöst hatte, da die Gefahr einer übermächtigen Verbindung von Frankreich und Spanien bestand, wurde nun anerkannt. Im Gegenzug verzichteten Philipp und Frankreichs Thronprätendenten für sich und ihre Nachkommen auf sämtliche Ansprüche auf den Thron des jeweils anderen Staates. Der Weg zu dieser Einigung war dadurch frei geworden, dass Phillips Gegenkandidat Karl von Habsburg mittlerweile durch den überraschenden kinderlosen Tod seines Bruders selbst Herrscher von Österreich und deutscher Kaiser geworden war, so dass die übrigen europäischen Mächte Philipp nun als das deutlich kleinere Übel betrachteten.
Spanien wurde zerteilt. Das Hauptland und die Kolonien blieben bei Philipp. Die so genannten Nebenlande gingen überwiegend an Österreich, dies betraf die spanischen Niederlande, die Königreiche Neapel und Sardinien sowie das Herzogtum Mailand. Das Königreich Sizilien ging an Savoyen. Großbritannien erhielt Gibraltar und Menorca, außerdem das Monopol für den Sklavenhandel mit den spanischen Kolonien in Amerika. Die Vereinigten Niederlande konnten sich zur Sicherung gegen weitere französische Angriffe lediglich eine Reihe von Festungen in den spanischen Niederlanden sichern. Frankreich musste in Nordamerika Neufundland, Neuschottland und Neubraunschweig an England abtreten und das annektierte Gebiet um die Hudson Bay zurückgeben. Dass Frankreich nur diese relativ geringen Zugeständnisse machen musste, war einem Regierungswechsel in England zu verdanken.
Als Philipp V. am 5. November 1712 auf die Erbfolge in Frankreich für sich und seine Nachkommen feierlichst verzichtete und diese Urkunde von Ludwig XIV. bestätigt wurde, was eine Union Spaniens mit Frankreich für die Zukunft verhinderte, schlossen England und bald auch die Niederlande mit Frankreich Waffenstillstand, dem am 11. April 1713 der förmliche Abschluss des Friedens zu Utrecht folgte. Bald darauf traten auch Portugal, Savoyen und Preußen dem allgemeinen Frieden bei.
- Philipp V. erhielt Spanien mit den außereuropäischen Besitzungen, welches aber nie mit Frankreich vereinigt werden durfte.
- Frankreich erkannte die Thronfolge in England an und trat an dieses die Länder Neufundland und Neuschottland ab, erhielt aber dafür die Grafschaft Barcelonnette und von den Oraniern das Fürstentum Orange.
- Spanien trat England Gibraltar und Menorca sowie beträchtliche Handelsvorteile im spanischen Amerika ab (Asiento de negros).
- Preußen bekam das Oberquartier des Geldern und Neuchâtel mit Valangin zugesprochen.
- Savoyen erhielt eine Anzahl Grenzfestungen und, was noch wichtiger war, die Rangerhöhung eines König von Sizilien.
- Die Generalstaaten bekamen eine abschließende Regelung über die Barrièrefestungen und Handelsvergünstigungen im Bereich der spanischen Kolonien.
Ergebnis
Der kontinuierliche Abstieg Spaniens, der mit der Loslösung der Niederlande und der Vernichtung der Großen Armada begann, zunächst von der Position der beherrschenden Seemacht, dann mit dem Pyrenäenfrieden auch aus der Riege der europäischen Großmächte, erreichte mit diesem weiteren Verlustfrieden seinen vorläufigen Tiefpunkt und Abschluss.Frankreichs Expansion wurde gestoppt, den Hegemoniebestrebungen Ludwig XIV. in Europa wurde ein Ende gesetzt, der allerchristlichste Herrscher konnte dennoch mit den Bestimmungen zufrieden sein. Die spanische Krone verblieb in bourbonischem Besitz, womit die Gefahr einer spanischen Umklammerung Frankreichs endgültig beseitigt war.
Österreich vergrößerte seinen Besitz, der aber weit verteilt blieb. Dennoch war das Habsburger Reich nach den Friedensverträgen von Rijswijk und Utrecht zur Großmacht im europäischen Ensemble aufgestiegen.
Am stärksten profitierte Großbritannien vom Frieden von Utrecht. Seine Gleichgewichtspolitik begann sich langsam durchzusetzen, es gewann strategisch wichtige Flottenstützpunkte im Mittelmeer. Seine Position als Großmacht zur See kann es ausbauen, die Vergrößerungen seiner Besitzungen in Nordamerika legten die Grundlage für die Kolonie Kanada. Dies alles bildete die Basis für den späteren Erfolg im Frieden von Paris.
Der Frieden von Utrecht wird allgemein als der erste Ansatzpunkt für die spätere "Balance of Power" gesehen, in deren Folge sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts allmählich eine Pentarchie entwickeln wird. Ein neues Zeitalter, welches am Horizont heraufzieht, hat sich angekündigt.
Diskussion der Autoren über den Artikel: Friede von Utrecht
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- Weiter ausbauen oder eigener Abschnitt in Spanischer Erbfolgekrieg. --Frank Schulenburg 16:54, 16. Apr 2005 (CEST)


