Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten
 
Friedrich II. (Preußen)

Toplinks zu diesem Thema:
Verlag, Folter, Akademie, Dissertation, Esprit, Mag, Polnisch, Regensburg, Rolle, Sklave, Sprache



Der Artikel Friedrich II. (Preußen) gehört zur Kategorie: Mann, Deutscher, König (Preußen), Militärperson (Preußen), Autor, Literatur (18. Jh.), Komponist (Klassik), Deutscher Komponist, Flötist, Hohenzollern, Freimaurer (18. Jh.), Deutscher Freimaurer, Geboren 1712, Gestorben 1786

Abbildung
Friedrich II. in späten Jahren
Bildherkunft

Abbildung
Friedrich II. von Preußen (der Große)
Bildherkunft

Friedrich II., auch Friedrich der Große oder der Alte Fritz genannt, (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam) war seit 1740 König in Preußen und seit 1772 König von Preußen. Er war das vierte Kind König Friedrich Wilhelms I. in Preußen und dessen Gattin Sophie Dorothea von Hannover. Seine beiden älteren Brüder starben bereits als Kleinkinder. In seiner Eigenschaft als Kurfürst und Markgraf von Brandenburg wird er als Friedrich IV. gezählt.

Leben

Jugend

Friedrich wurde von seinem Vater Friedrich Wilhelm I., dem „Soldatenkönig“, autoritär, hart und militärisch erzogen. 1730 unternahm er gemeinsam mit seinem Jugendfreund Hans Hermann von Katte einen möglicherweise bewusst dilettantisch geplanten Fluchtversuch nach England, der jedoch bereits in seinen Ansätzen vereitelt wurde. Beide wurden in der Festung Küstrin inhaftiert, wo Katte – einer umstrittenen Überlieferung zufolge vor den Augen Friedrichs – hingerichtet wurde. Zunächst war Katte von einem preußischen Kriegsgericht wegen Desertion zu lebenslanger Festungshaft verurteilt worden, Friedrichs Vater aber ließ dem Gericht mitteilen, es möge sich nochmals zusammensetzen und ein neues Urteil fällen, womit er die Richter unmissverständlich aufforderte, ein Todesurteil gegen Katte zu verhängen.

Enge Freundschaften verbanden Friedrich ebenfalls wiederum mit Mitgliedern des Hofes wie Friedrich Wilhelm von Grumbkow und Jacob Paul von Gundling, die in österreichischem Sold standen. Unter ihrem Einfluss heiratete er 1733 im Schloss Salzdahlum Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, eine entfernte Verwandte des Hauses Habsburg. Die Ehe blieb kinderlos. Friedrich lebte meistens von ihr getrennt und zeigte sich mit seiner Gemahlin lediglich zu Galafesten. Seine Frau nicht zu verstoßen, hatte er seinem Vater noch kurz vor dessen Tod versprechen müssen. Lediglich die Rheinsberger Jahre der beiden (1736–40) könnten glückliche Ehejahre gewesen sein, allerdings ist nicht sicher, ob sein Verhalten echt war oder mehr eine für den misstrauischen Vater bestimmte „Theateraufführung“.

König

Abbildung
Standbild auf der Hohenzollern-Burg
Bildherkunft

Unmittelbar nach seiner Thronbesteigung im Jahre 1740 begann Friedrich den Ersten Schlesischen Krieg, in dem er für das stark zergliederte und an Naturgütern arme Preußen eine wirtschaftlich starke Region erobern und eine Grenze schaffen wollte, die leichter zu verteidigen war.

Im ersten Krieg eroberte er mit seinem Generalfeldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin Schlesien. Im Zweiten Schlesischen Krieg verteidigte der Monarch diese Eroberung erfolgreich. Im Siebenjährigen Krieg marschierten seine Truppen in Kursachsen ein. Damit kam er einem koordinierten Angriff einer Allianz praktisch aller direkten Nachbarn Preußens einschließlich der Großmächte Österreich, Frankreich, Russland um wenige Monate zuvor, die vom österreichischen Kanzler Graf Kaunitz initiiert worden war. Das Zahlenverhältnis der Armee Preußens gegenüber dieser Allianz betrug etwa 1:3, das der reinen Bevölkerungszahl der Staaten etwa 1:20. Seines strategischen Geschicks wegen, das einige schwerwiegende taktische Fehlentscheidungen wieder relativierte, bürgerte sich für ihn der Beiname „der Große“ ein. Allein der Siebenjährige Krieg kostete eine Million Menschen das Leben, weite Landstriche wurden verwüstet. Thomas Mann nannte Friedrich II. in diesem Zusammenhang ein „Ungeheuer“.

Die Eroberung Schlesiens im Ersten Schlesischen Krieg (1740–42) nutzte die Schwäche Österreichs, die durch die Pragmatische Sanktion und den erst im Jahre 1739 beendeten Türkenkrieg entstanden war. Die mehrfach gefährdete Sicherung der neuen evangelischen – Niederschlesien war zu 95 % deutschsprachig und überwiegend evangelisch (68 %) – und reichen Provinz Schlesien im darauf folgenden Zweiten (1744–45) und Dritten Schlesischen Krieg, dem so genannten Siebenjährigen Krieg (1756–63), ließen das protestantische Preußen zum gleichberechtigten Partner in der europäischen „Pentarchie“ (Leopold von Ranke) werden. Die wenig angesehene preußische „Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches“ hatte sich gegen den Widerstand von schließlich fünf europäischen Großmächten (Frankreich, Österreich, Russland, Schweden, Sachsen-Polen) behauptet. Dadurch verschaffte er dem – gemäß dem Urteil vieler Geistesgrößen von Voltaire und Mirabeau bis Walther Rathenau und Sebastian Haffner – modernsten der damaligen Staaten eine sichere existenzielle Basis im politischen Konzert der damaligen Mächte. Neben Russland, Österreich, Frankreich und England hatte sich Preußen endgültig als fünfte europäische Großmacht etabliert.

Die Erste Teilung Polens (1772) ging auf eine Initiative Österreichs zurück. Österreich und das mit Preußen seit 1764 verbündete Russland standen zu jener Zeit am Rande eines bewaffneten Konflikts. Preußen annektierte das sogenannte Polnisch-Preußen bzw. Westpreußen. Seitdem nannte er sich Friedrich II., König von Preußen und nicht mehr, wie seine beiden Vorgänger, König in Preußen.

[[Bild:Adolph-von-Menzel-Tafelrunde.jpg|thumb|left|250px|Adolph Menzel

Tafelrunde König Friedrich II. (Mitte) in Sanssouci mit Voltaire (links) und den führenden Köpfen der Berliner Akademie; gemalt 1850, ehemals Nationalgalerie, Berlin; wohl 1945 im Flakturm Friedrichshain verbrannt.]]

Als junger König erregte er Aufsehen in Europa, weil er zumindest inoffiziell die Folter abschaffte (Befehl vom 3. Juni 1740 an den Justizminister Cocceji, zunächst noch mit dem Vorbehalt, dass Folter bei „großen Mordtaten, wo viele Menschen ums Leben gebracht“, noch angewendet werden könne; ohne jeden Vorbehalt abgeschafft 1754; im selben Jahr Verbot der Veröffentlichung des Folterverbotes), die Religionsfreiheit verkündete und das bis dahin österreichische Schlesien einverleibte. Sein Wahlspruch lautete: „Ich bin der erste Diener meines Staates“. Sehr verdient machte er sich um die Entwicklung des Rechts, insbesondere des Allgemeinen Landrechts. Als Anekdote zum Umgang des Königs mit dem Recht wird gern die Legende des Müllers von Sanssouci bemüht. Weitere, seine Regierungszeit kennzeichnenden innenpolitischen Taten waren in der Landwirtschaft die Einführung der Kartoffel als Nahrungsmittel, die Trockenlegung des Drömlings und des Oderbruches, Reformen im Militär- und Erziehungswesen sowie die Schaffung eines starken Beamtenstandes, der angehalten war, jeden Bürger gleich zu behandeln.

Die für Preußen in wirtschaftlicher Hinsicht nicht ganz uneigennützige Toleranz und Offenheit gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten wie Hugenotten und Katholiken ist eine feste Größe seiner Amtszeit: „Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren [(öffentlich) bekennen], erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren [bevölkern], so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen“ (aus einem Brief, 1740). Im Forum Fridericianum in Berlin stehen eine protestantische und eine katholische Kirche nebeneinander, ein Unikum im 18. Jahrhundert. Am 22. Juni 1740 schreibt er „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“. In der diskriminierenden Behandlung der Juden knüpfte Friedrich II. jedoch nahtlos an die Politik seiner Vorgänger an (Revidiertes General-Privileg 1750). Preußen war die erste absolute Monarchie Europas, in der eine zumindest eingeschränkte Pressefreiheit eingeführt wurde.

Außerdem war es im Preußen Friedrichs II. für alle Bürger möglich, sich brieflich oder sogar persönlich an den König zu wenden. Gemäß seiner berühmten Maxime „Der König ist der erste Diener des Staates“ versuchte er, zu große Auswüchse des Feudalsystems zu unterbinden. Dabei war er insbesondere misstrauisch gegenüber seinen eigenen Beamten, denen er im Zweifelsfall einen ausgeprägten Standesdünkel zum Nachteil der ärmeren Schichten unterstellte.

Es mißfällt mir sehr, daß mit den armen Leuten, die in Prozeßsachen in Berlin zu tun haben, so hart umgegangen wird und daß man sie mit Arrest bedroht, wie das beispielsweise mit dem Jacob Dreher aus Ostpreußen geschehen ist, der sich eines Prozesses wegen in Berlin aufhält und den die Polizei hat arrestieren wollen. Ich habe das bereits untersagt und möchte Euch hiermit zu erkennen geben, daß in meinen Augen ein armer Bauer ebenso viel gilt wie der vornehmste Graf und der reichste Edelmann. Das Recht gilt ebenso für vornehme wie für geringe Leute!“ (Brief Friedrichs an seinen Justizminister, 1777)

Die von ihm gewünschte und angeregte allgemeine Abschaffung bzw. Milderung der Leibeigenschaft scheiterte am massiven Widerstand des preußischen Landadels, wurde aber auf den königlichen Krondomänen schrittweise durchgesetzt. In den neu erschlossenen Gebieten wurden Dörfer errichtet und freie Bauern angesiedelt. Es war bei anstehender Verlängerung eines Pachtvertrags für staatlichen Grund üblich, dass Angestellte, Mägde, Knechte über ihre Behandlung befragt wurden und bei Missständen der Pächter, auch bei erfolgreichem Wirtschaften, ausgetauscht wurde.

Abbildung
Grabplatte auf der Terrasse von Schloss Sanssouci in Potsdam (von Bewunderern mit Kartoffeln belegt).
Bildherkunft

Während der Regentschaft Friedrich II. wurden ebenfalls Hunderte von Schulen gebaut. Das Landschulsystem krankte allerdings an der ungeregelten Lehrerausbildung. Häufig wurden ehemalige Unteroffiziere herangezogen, die des Lesens, Schreibens und Rechnens oft nur lückenhaft mächtig waren.

Friedrich starb am 17. August 1786 in Schloss Sanssouci in seinem Sessel. Obwohl er in einer Gruft auf der Terrasse von Schloss Sanssouci neben seinen Hunden beerdigt werden wollte, ließ ihn sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. in der Potsdamer Garnisonkirche in einer hinter dem Altar befindlichen Gruft an der Seite seines despotischen Vaters, Friedrich Wilhelm I., beisetzen. 1944 wurde der Sarg in die Elisabethkirche nach Marburg verbracht und kam 1952 – auf die Initiative S.K.H. Prinz Louis Ferdinands von Preußen hin – in die Kapelle der Burg Hohenzollern. Erst nach der Wiedervereinigung der deutschen Staaten 1990, am 17. August 1991, wird der letzte Wille des großen Königs erfüllt und der Sarg Friedrichs II. wieder nach Potsdam überführt, um dort in der bereits zu Lebzeiten Friedrichs vollendeten Gruft beerdigt zu werden. Somit wurde Friedrichs altes Bonmot, in Französisch, „Quand je suis là, je suis sans souci“ (Wenn ich da bin, bin ich ohne Sorgen) endlich zur Wahrheit. Dennoch wurde der testamentarische Wunsch des Königs bei der Überführung seiner sterblichen Hülle nach Sanssouci wiederum mißachtet. Der König verlangte, nachts, nur in kleinstem Gefolge und beim Schein einer Laterne beigesetzt zu werden. Das entsprach seinem philosophischen Anspruch. Stattdessen gestaltete sich die Beisetzung auf dem Weinberg von Sanssouci zu einer Selbstinszenierung der Bundesregierung in der Art eines Staatsbegräbnisses, welches von militärischen Ehren begleitet wurde.

Feldherr

Abbildung
Friedrich II. von Preußen als Feldherr
Bildherkunft

In Ergänzung seiner Leistungen auf nichtmilitärischen Gebieten ist Friedrich II. auch als bedeutender Feldherr ins Geschichtsbewusstsein der Mit- und Nachwelt eingegangen.

Er schlug in elf Kriegsjahren 15 Schlachten, siegte zwölfmal (Mollwitz 1741; Chotusitz 1742; Hohenfriedberg 1745, Soor 1745; Lobositz 1756; Prag 1757; Roßbach 1757, Leuthen 1757; Zorndorf 1758; Liegnitz 1760; Torgau 1760; Burkersdorf 1762), unterlag dreimal (Kolin 1757, Hochkirch 1758, Kunersdorf 1759). Im Belagerungskrieg war er weit weniger glücklich; einer erfolgreichen Belagerung (Schweidnitz 1762) stehen drei Fehlschläge gegenüber (Prag 1757; Olmütz 1758; Dresden 1760). Seine Generäle schlugen sieben Schlachten, unterlagen fünfmal (Groß-Jägersdorf 1757; Breslau 1757; Kay 1759; Maxen 1759; Landshut 1760), siegten zweimal (Kesselsdorf 1745 unter Generalfeldmarschall Leopold von Anhalt-Dessau, Freiberg 1762 unter General Prinz Heinrich von Preußen). Zwar verlor Friedrich durch die Niederlage von Kolin den Nimbus der Unbesiegbarkeit, aber er galt bei seinen Gegnern weiterhin als unberechenbar und kaum zu bezwingen. Seit 1760 konnte er sich auf seinen vierzehn Jahre jüngeren Bruder Prinz Heinrich stützen, dem er das Kommando auf dem jeweils untergeordneten Kriegsschauplatz übertrug.

Über die Strapazen und persönlichen Verluste der Feldzüge war Friedrich II. früh gealtert. Die intellektuelle Weltoffenheit des jungen Königs wich der Verbitterung und dem Zynismus. Im Bayerischen Erbfolgekrieg (1778/79), auch als „Kartoffelkrieg“ bekannt, vereitelte Friedrich II. die Bestrebungen des Habsburgers und deutschen Kaisers Joseph II., Belgien gegen große Teile Bayerns zu tauschen. Ohne das Eingreifen Preußens wäre Bayern heute mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit Teil Österreichs. Das österreichische Festhalten am bayerisch-belgischen Tauschprojekt beantwortete Preußen mit der Gründung des protestantisch dominierten Fürstenbunds (1785).

Persönlichkeit

Abbildung
Das Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci. Gemälde von Adolph von Menzel
Bildherkunft

Friedrich korrespondierte mit Voltaire und empfing ihn über längere Zeit in Potsdam. Als er jedoch Preußen verließ, ohne um Erlaubnis zu fragen, ließ ihn Friedrich für längere Zeit in Frankfurt am Main verhaften. Voltaire schrieb ihm 1760: „Der Schatz Ihrer Weisheit ist verdorben durch die unselige Freude, die es Ihnen immer gemacht hat, alle anderen Menschen demütigen zu wollen...“

Friedrich schrieb zahlreiche Werke in französischer Sprache. Europaweit berühmt wurde sein „Anti-Machiavell“ (1740), in dem er staatspolitische Grundsätze des Machiavelli einer kritischen, aufgeklärten Analyse unterwarf.

Er war an Kunst in jeder Form interessiert, skizzierte beispielsweise selbst sein Potsdamer Schloss Sanssouci und ließ es von Knobelsdorff ausführen, legte eine bedeutende Bildersammlung an, spielte sehr gut Querflöte (Flötenlehrer Johann Joachim Quantz) und komponierte auf gehobenem Niveau. Sein Kunstgeschmack war sehr gefestigt, aber statisch, so dass er europäische Entwicklungen in vielen Bereichen kaum beachtete. Weithin bekannt ist sein – von Friedrichs Hofmusiker Carl Philipp Emanuel Bach arrangiertes – Treffen mit Johann Sebastian Bach 1747 in Sanssouci. Im Zuge dieser Begegnung schrieb Bach sein berühmtes „Musikalisches Opfer“ über das von Friedrich vorgegebene „Königliche Thema“.

Ein aus der Sicht des deutschen Bildungsbürgertums großes Ärgernis war seine Schrift De la Littérature Allemande (Über die deutsche Literatur, 1780), in der er durchaus kenntnisreich, aber aus einer an der Hofkultur und am europäischen Zentrum Paris orientierten Sicht den Aufschwung der deutschsprachigen Literatur verurteilte. Als einer von wenigen traute sich Erich Kästner 1925, eine Dissertation darüber zu verfassen.

Friedrich schonte sich wenig, so dass insbesondere die zahlreichen Kriegszüge, an denen er persönlich teilnahm – was bei Regenten der damaligen Zeit durchaus nicht selbstverständlich war –, sehr an ihm zehrten. Doch nicht zuletzt trug diese eiserne Konsequenz des „roi charmant“ aus Sanssouci in den schweren Zeiten des Siebenjährigen Krieges, die zudem vom Tod enger Freunde wie des Generals von Winterfeldt, seiner geliebten Schwester Wilhelmine von Bayreuth oder des Feldmarschalls Keith überschattet wurden, zu seinem bis heute nicht verblassten Ruhm bei. Der zu dieser Zeit oft von Selbstmordgedanken geplagte Monarch hielt bis zum mühsam errungenen Sieg durch und bewahrte Preußen vor Besetzung, Teilung und einer französisch-österreichischen Hegemonie. Nicht nur seine Schlachtensiege, sondern auch seine Charakterstärke und Durchhaltefähigkeit und der dabei nie geschwundene, wenn auch eigenwillige Sinn für Gerechtigkeit und Mitleid machten ihn zum „Großen König“.

Bis heute wird – trotz oder wegen vieler Indizien u. a. in Briefen des Königs selbst und seiner Schwester Wilhelmine sehr kontrovers darüber diskutiert, ob Friedrich der Große tatsächlich homosexuell oder zumindest bisexuell war.

Unstrittig ist, dass er ein sehr distanziertes Verhältnis zu Frauen hatte. Die Obduktion nach seinem Tode ergab keine Hinweise auf eine körperliche Erklärung für dieses Verhalten, jedoch gab es Auskünfte seines Leibarztes Johann Georg Zimmermann, demnach Friedrich sich kurz vor seiner Hochzeit eine Geschlechtskrankheit zugezogen hatte. Einige der wenigen Frauen, denen er Respekt zollte, waren die so genannte „große Landgräfin“ Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken und Katharina die Große, der er mehrere Gedichte widmete und mit der er in einem regen Briefverkehr stand. Er erwartete von Frauen den gleichen schöngeistigen Esprit, für den seine Tafelrunden gerühmt wurden.

Historische Bedeutung

Abbildung
Der Stern des Schwarzen Adlerordens, den der König immer an der Uniform trug
Bildherkunft

Die Bemühungen des aufgeklärt-absolutistischen Königs zur Entwicklung des Rechtssystems gehörten zu seiner Zeit zu den umwälzendsten auf dem europäischen Kontinent und fanden Nachahmer wie Joseph II.. Dabei ging er durchaus rücksichtslos vor, wenn es ihm notwendig schien. Das gilt auch für seine europäische Großmachtpolitik, zu deren Durchsetzung er die bereits unter seinem Vater, dem so genannten Soldatenkönig, aufgebaute Armee einsetzte und für die er mehr Kriege vom Zaun brach, als jeder seiner Vorgänger und Nachfolger.

Die kurz vor seinem Lebensende von ihm angestoßenen Rechtsreformen führten schließlich unter den Preußischen Reformern zur Befreiung der Bauern aus der Leibeigenschaft, nicht nur auf den Staatsdomänen, sondern auch auf den großen Gütern des dagegen frondierenden preußischen Adels (siehe Friedrich August Ludwig von der Marwitz).

Als Verdienst bis in die heutige Zeit gilt die Abschaffung der Folter durch Friedrich den Großen. Grundlage für eine auch real wirksame Humanisierung wurden 1779/80 in der großen Justizreform und der damit einhergehenden Befreiung der niederen Stände von der Willkür des Adels eingeleitet. „Sie müssen nur wissen, dass der geringste Bauer, ja was noch mehr ist, der Bettler ebenso wohl ein Mensch ist wie seine Majestät sind, und dem alle Justiz widerfahren muss; indem vor der Justiz alle Leute gleich sind, es mag sein ein Prinz, der gegen einen Bauern klagt oder umgekehrt, so ist der Prinz vor der Justiz dem Bauern gleich, und bei solchen Gelegenheiten muss nach der Gerechtigkeit widerfahren werden, ohne Ansehen der Person.

Nichtsdestotrotz galt es wegen des brutalen Drills als Unglück, als einfacher Soldat in Friedrichs Armee dienen zu müssen. („Die Soldaten müssen durch härteste Gewalt an die Fahne gebunden werden“, Friedrich II.). Zehntausende von Deserteuren flohen aus Preußen. Mirabeau bemerkte: „Andere Staaten besitzen eine Armee, Preußen ist eine Armee, die einen Staat besitzt“.

Bereits bei seinem Regierungsantritt gab er dem Professor Formey den Auftrag, in Berlin eine französische Zeitung für Politik und Literatur zu gründen. An den Minister v. Podewils erging der Befehl, die Zensur für den nichtpolitischen Teil der Zeitungen aufzuheben. „Gazetten, wenn sie interessant sein sollen, dürfen nicht genieret werden!“, so Friedrich in seiner Order. Politische Äußerungen unterlagen freilich nach wie vor der Zensur. „Jeder Untertan in diesem Land wird als geborener Sklave betrachtet“, schrieb Graf Ernst Christof von Manteuffel an den verbannten Philosophen Christian Wolff. Folgende Denker wurden auf Befehl Friedrichs II. verbannt oder verhaftet: Herder, Lessing, Winckelmann, Klopstock, Wieland, Knobelsdorff, Carl Philipp Emanuel Bach, Nahl, Boumann (der Ältere), Büring, Legeay, Gontard und viele andere.

Friedrich ist ein typischer Repräsentant des sogenannten aufgeklärten Absolutismus. Er selbst bezeichnete sich als erster Diener des Staates, dem das Wohl seiner Untertanen vor das eigene zu gehen habe. Ihm zu Ehren wurde seine Büste in der Walhalla aufgestellt. Nach seinem Tod wurden zahlreiche weitere Denkmale errichtet; das bedeutendste ist das große Reiterstandbild Friedrichs des Großen Unter den Linden in Berlin. Diese Statue wurde im Krieg gerettet und noch zu Zeiten der DDR wieder aufgestellt. Dies geschah im Jahre 1980, als in der DDR ein Umdenkprozess über die historische Rolle Friedrich II. stattfand.

Jedoch war und ist die Aufgeklärtheit Friedrichs nicht unumstritten. Freiherr vom Stein stellte 1807 bezüglich der preußischen Staatsform fest:„... keine ständische Verfassung, kein als Vereinigungspunkt dienender, tätiger Staatsrat, keine Einrichtungen, wo sich Gemeingeist, Übersicht des Ganzen bilden, gewisse feste Verwaltungsmaximen sich entwickeln konnten“. Ein weiterer bedeutender Zeitgenosse – Johann Joachim Winckelmann – schrieb über Friedrich II.: „Es schaudert mich die Haut – vom Haupte bis zu den Zehen – wenn ich an preußischen Despotismus und an den Schinder der Völker denke“. Franz Mehring urteilte über die Herrschaft Friedrichs II.: „Es hieße Wasser in die Spree tragen, wenn wir noch nachweisen wollten, daß dieser aufgeklärte Despotismus mit dem Zeitalter der deutschen Humanität, dem Lessing die erste Bahn brach, schlechterdings gar nichts zu tun hat“.

Friedrich der Große und die Kartoffel

Ausstellung über die Geschichte der Kartoffel in Preußen
  • Die Kartoffel hat in Preußen auch ein historisch verbürgtes Datum: den 24. März 1756. Der Tag, an welchem dem König der Geduldsfaden mit seinen renitenten Untertanen riss. Ab sofort wurde nicht mehr propagiert, sondern befohlen. In seinem berühmten Kartoffelbefehl ordnete er an, dass die Pächter auf den Staatsgütern die Kartoffeln anzubauen hätten.

Verklärung

In den letzten zwei Jahrhunderten war der Mythos rund um Friedrich II. einem stetigen Wandel unterworfen. Galt der „Alte Fritz“ bis 1870 noch als Begründer des deutschen Dualismus, so nutzten ihn spätere Generationen schamlos für ihre propagandistischen Zwecke aus. Viele Politiker und Aristokraten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts versuchten, ihm nachzueifern und stilisierten ihn zum Wegbereiter des protestantischen Deutschland. Ein Beispiel für solcherlei Verklärung sind die Fridericus-Rex-Filme der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Friedrich war einer der ersten Prominenten, deren Biographie für das zu jener Zeit gerade im Kommen begriffene Medium Kino aufbereitet wurde.

Ihren Höhepunkt erreichte die Glorifizierung Friedrichs im Dritten Reich unter der Federführung des Propagandaministers Joseph Goebbels. Das Regime bezeichnete ihn nicht nur als „ersten Nationalsozialisten“ – Friedrich und dessen Gefolgsleute wurden auch zum Inbegriff deutscher Disziplin, Standhaftigkeit und Vaterlandstreue hochstilisiert.

So rechtfertigten die Nazis in den letzten Kriegsmonaten beispielsweise die Einberufung der „Hitlerjungen“ zum sogenannten „Volkssturm“ mit der Begründung, Friedrich habe auch 15-jährige Adelssöhne zu Leutnants erhoben.

So wurde die Legende des charismatischen Preußenkönigs jahrhundertelang von politischen Machthabern missbraucht; ob er als „undeutsch“ oder „deutschnational“ bezeichnet wurde, unterlag dabei dem jeweiligen Zeitgeist.

Vorfahren

 
           ┌──< Friedrich Wilhelm (1620–1688)
           │    Kurfürst von Brandenburg
           │
      ┌──< Friedrich I. (1657–1713)
      │    König in Preußen
      │    │
      │    └──< Louise Henriette von Oranien (1627–1667),
      │         ...
      │
 ┌──< Friedrich Wilhelm I. (1688–1740), der Soldatenkönig
 │    König in Preußen
 │    │
 │    │    ┌──< Ernst August (1629–1698),
 │    │    │    Kurfürst von Hannover, siehe unten
 │    │    │
 │    └──< Sophie Charlotte von Hannover (1668–1705)
 │         │
 │         └──< Sophie von der Pfalz (1630–1714)
 │              siehe unten
 │               ...
 │
 Friedrich II. (1712–1786), Friedrich der Große
 König von Preußen
 │
 │         ┌──< Ernst August (1629–1698),
 │         │    Kurfürst von Hannover, siehe oben
 │         │
 │    ┌──< Georg I. (1660–1727)
 │    │    König von Großbritannien und Kurfürst von Hannover
 │    │    │
 │    │    └──< Sophie von der Pfalz (1630–1714)
 │    │         siehe oben
 │    │
 └──< Sophie Dorothea von Hannover (1687–1757)
      ...
      │
      │    ┌──< Georg Wilhelm (1624–1705)
      │    │    Herzog von Braunschweig und Lüneburg in Calenberg und Lüneburg
      │    │
      └──< Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg (1666–1726), Prinzessin von Ahlden
           ...
           │
           └──< Eleonore d'Olbreuse (1639–1722)
                ...

Siehe auch: Das Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci, Liste der Herrscher namens Friedrich

Werke

  • Gustav Berthold Volz (Hrsg.): Die Werke Friedrichs des Großen in deutscher Übersetzung. 10 Bde., Hobbing, Berlin 1912-1914
  • Max Hein (Hrsg.): Die Briefe Friedrichs des Großen in deutscher Übersetzung. 2 Bde., Hobbing, Berlin 1914
  • Woldemar von Seidlitz (Hrsg.): Gedanken und Erinnerungen. Werke, Briefe, Gespräche, Gedichte, Erlasse, Berichte und Anekdoten. Phaidon-Verlag, Essen 1996, ISBN 3-88851-167-4

Literatur

  • Karl Otmar Freiherr von Aretin u. a.: Friedrich der Große. Herrscher zwischen Tradition und Fortschritt. Orbis-Verlag, München 1991, ISBN 3-572-00507-8
  • Thomas Carlyle: Friedrich der Große. [Übersetzung: Karl Linnebach] Verlag von Th. Knaur Nachf., Berlin 1929
  • Siegfried Fischer-Fabian: Preußens Gloria. Der Aufstieg eines Staates. Kaiser, Klagenfurt 1991, ISBN 3-7043-4043-X
  • James R.. Gaines: Evening in the Palace of Reason. Bach meets Frederick the Great in the age of enlightement. Harper Perennial Books, London 2005, ISBN 0-00-715658-8
  • Karl Gass: "Über Friedrich II., den aufgeklärten Despoten Preußens", in: junge Welt vom 14.+ 16.-19. Juli 2001
  • Oswald Hauser (Hrsg.): Friedrich der Große in seiner Zeit. Böhlau, Köln 1987, ISBN 3-412-08186-8
  • Erich Kästner: Friedrich der Große und die deutsche Literatur. Die Erwiderungen auf seine Schrift «De la littérature allemande», Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1972 (= Studien zur Poetik und Geschichte der Literatur; 21) [zugl.: Leipzig, Univ., Diss., 1925 u.d.T.: Die Erwiderungen auf Friedrichs des Großen Schrift «De la Littérarure Allemande». Ein Beitrag zur Charakteristik der deutschen Geistigkeit um 1780], ISBN 3-17-087238-9
  • Johannes Kunisch: Friedrich der Große. Der König und seine Zeit. Beck, München 2004, ISBN 3-406-52209-2
  • Christian Graf von Krockow: Friedrich der Grosse. Ein Lebensbild. Bastei Lübbe, Bergisch-Gladbach 2000, ISBN 3-404-61460-7
  • Franz Kugler: Geschichte Friedrichs des Großen (Mit Illustrationen von Adolph Menzel). Weber, Leipzig 1840
  • Peter Lill: Friedrich der Große, Anekdoten. Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1991, ISBN 3-548-34865-3
  • Ingrid Mittenzwei: Friedrich II. von Preußen. Eine Biographie. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1990, ISBN 3-326-004001
  • Theodor Schieder: Friedrich der Große. Ein Königtum der Widersprüche. Friedrich II. im siebenjährigen Krieg. Propyläen-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-549-07157-4
  • Wolfgang Venohr: Der große König. Friedrich II. im siebenjährigen Krieg. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1995, ISBN 3-7857-0681-2
  • Wolfgang Venohr: Fridericus Rex. Friedrich der Große – Porträt einer Doppelnatur. Lübbe, Bergisch Gladbach 2000, ISBN 3-7857-2026-2
  • Dieter Wunderlich: Vernetzte Karrieren. Friedrich der Große, Maria Theresia und Katharina die Große. Pustet, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1720-0
  • Carl Lindberg: Friedrich der Große, Der König als Diener seines Staates, Wiener Verlag, Wien 1976
  • Wilhelm Bringmann: Friedrich der Große. Ein Porträt. Herbert Utz Verlag, München 2006, ISBN 3-8316-0630-7

Glosse und Skurriles

Heinz Erhardt dichtete über ihn:

Vom Alten Fritz

Vom Alten Fritz, dem Preußenkönig,
weiß man zwar viel, doch viel zu wenig.
So ist zum Beispiel nicht bekannt,
dass er die Bratkartoffel erfand!
Drum heißen sie auch – das ist kein Witz –
Pommes Fritz!

Was wollte der Dichter uns damit sagen? Klar, die Kartoffel wurde vom Alten Fritz in Preußen eingeführt. Hingegen mit dem Versuch, die Seidenraupe in Preußen heimisch zu machen, scheiterte er.

Siehe auch

Weblinks

{{Personendaten|NAME=Friedrich II. |ALTERNATIVNAMEN=Friedrich der Große, König Friedrich II. von Preußen |KURZBESCHREIBUNG=König von Preußen |GEBURTSDATUM=24. Januar 1712 |GEBURTSORT=Berlin |STERBEDATUM=17. August 1786 |STERBEORT=Potsdam }}


Diskussion der Autoren über den Artikel: Friedrich II. (Preußen)


Neutralitätswarnung

Dies ist kein neutraler Artikel sondern ein einziger Lobgesang auf einen durchaus umstrittenen Despoten. Von wissenschaftlicher Distanz keine Spur! Hier ist dringend eine kritische Überarbeitung nötig! Daß Friedrich z.B. durch seine Kriege Preußen zum "Stabilisator in Mitteleuropa und Anwalt der deutschen Einheitsidee vor aller Welt" machte und "Mitteleuropa vor einer fragwürdigen französisch-österreichischen Hegemonie bewahrte" gehört meines Erachtens einfach nicht in eine moderne Enzyklopädie! S.E. 80.184.71.222 10:32, 8. Okt 2004 (CEST)

Friedrich war nicht im Geringsten an einer Einheit Deutschlands interessiert. Lediglich an einem Gleichgewicht der Mächte in Europa, was auch der Grund für die Intervention im bayrischen Erbfolgekrieg war.

Das Problem ist daß es 2 gegensätzliche Standpunkte gibt. Wer mal die zutiefst unseriösen (und peinlichen) Hasstiraden eines Rudolf Augstein zum Thema gelesen hat kennt den genau entgegengesetzten Standpunkt. Eine objektive Bewertung eines so vielschichtigen Charakters und Herrschers ist nicht einfach. Und eine solche zu schreiben die von Vertretern beider Standpunkte (z.B. von Österreichern) aktzeptiert werden kann ist unmöglich.
Viel Glück bei dem Versuch.

Den National-Begriff Deutschland im heutigen Sinne gab es im 18ten Jahrhundert noch gar nicht. Preußen war ein Vielvölkerstaat, mit Polen, Deutschen, teilweise Dänen, Prussen, Balten, Russen, Lutheranern, Calvinisten, Katholiken, Juden mit einer vielzahl gesprochener Sprachen und auseinanderhängender Territorien. Fritz II sprach sehr viel besser französisch als deutsch. Dass sich der Preussische König seit 1701 König nennen durfte, lag nur daran, dass er Territorien besaß, die nicht von einem deutschen Kaiser oder einem polnischen König abhängig waren, also weder polnisch, noch deutsch, sondern nur preussisch waren. Ein Gleichgewicht der Mächte, war nicht nur das -häufig unbeachtet gebliebene- Ziel Fritzens, sondern später auch Bismarcks, Churchills, Kennedys. Gleichgewichte haben in der Geschichte viele Kriege vermieden. Sieg-Frieden selten. Thomas7 14:18, 15. Okt 2004 (CEST)

die neutralitätswarnung steht jetzt schon bald 2 monate drin - es wäre schön, wenn derjenige, der sie eingestellt hat, sich auch etwas bemühen würde, die beanstandeten stellen npov-fähig umzuformulieren. soweit ich sehe, geht es nur um einige wenige sätze (die man durchaus als ein wenig hagiographisch empfinden kann). grüße, Hoch auf einem Baum 21:14, 6. Dez 2004 (CET)

Ist das nun erledigt? --Robert Huber 23:49, 13. Jan 2005 (CET)

Die oben aufgeführte Neutralitätswarnung ist in einigen Bereichen sicher richtig angebracht. Leider verletzt aber diese Neutralitätswarnung gemäß den Klauseln von Wikipedia auf jedem Fall die Neutralität, wenn hier z.B. von einem "durchaus umstrittenen Despoten" (wieso Despot?, bei wem und warum umstritten?, usw.) die Rede ist. Die Tatsache, das Friedrich der Zweite aber unbestritten eine sehr vielschichtige Person gewesen ist, macht es aber umso reizvoller, sich mit Ihm eingehender zu beschäftigen. Vor dieser Aufgabe im Rahmen der Enzyklopädie solte man daher nicht zurückschrecken. Wie interessant diese Aufgabe ist zeigt allein die Frage, ob Friedrich schon die deutsche Einheitsidee verfolgte. Aufgrund seines Lebenswirkens ist eher davon auszugehen, dass er - wie in der Neutralitätswarnung erwähnt - einen europäischen Kräfteausgleich angestrebt hat. Aber andere bedeutende Zeitgenossen, wie z.B. Goethe oder Voltaire haben aus Friedrichs Wirken mehr abgeleitet: So spricht Voltaire kurz vor seinem Tod in seinem letzten Brief an Friedrich davon, dass Friedrich die "Säule der germanischen Freiheit" ist. Also gab es auch schon zu Friedrichs Zeit große Interpretationsräume...

Ich werde in den nächsten Tagen durch Streichung bzw. Ergänzung versuchen, den Artikel auf eine neutrale Ebene zu heben. Ansonsten sind aber in diesem Artikel sehr viele richtige Fakten aufgeführt und ist daher als Grundlage für die Enzyklopädie durchaus verwendbar. (Norbert, 25.01.2005)

An was hängt es denn noch? Wann kann die Warnung denn aus dem Artikel genommen werden? Kek00207 17:16, 11. Feb 2005 (CET)


Der Absatz: Die Freiheit der Presse wurde verglichen mit der Herrschaft seiner Vorgänger weiter eingeschränkt. "Jeder Untertan in diesem Land wird als geborener Sklave betrachtet", schrieb Graf Ernst Christof von Manteuffel an den verbannten Philosophen Christian Wolff. Folgende Denker wurden auf Befehl Friedrichs II. verbannt oder verhaftet: Herder, Lessing, Winckelmann, Klopstock, Wieland, Knobelsdorff, Carl Philipp Emanuel Bach, Nahls, Boumann (der Ältere), Büring, Legeay, Gontard und viele andere.

Ist nach meinen Kenntnissen kompletter Unsinn. Das weitgehend unzensierte Erscheinen der Zeitungen, jedenfalls der innenpolitische Teil wurde von Friedrich erstmalig eingeführt und erst seine Nachfolger haben das schnell und deutlich wieder runtergefahren. Auch von einer Verhaftung/Verbannung von Lessing oder Knobelsdorff steht in den betreffenden Wikipedia Einträgen kein Wort (die anderen habe ich nicht überprüft). Das alles ist nicht nur nicht neutral, es ist eindeutig falsch. Da sind wohl mit jemandem die Pferde durchgegangen. Grade in Sachen "Deutsche Literatur" kann man Friedrich sehr wohl komplette Ignoranz, nicht aber Feindseligkeit vorwerfen.

Dann: wieso wird im Text der 7jährige Krieg Preussen angelastet? Wenn man denn zwingend eine Partei bzw eine Person benennen muß dann doch bitte Österreich bzw von Kaunitz, der die Allianz zur und die Pläne für die Aufteilung Preussens an die Verbündeten gemacht hat und nicht Friedrich. Kriegsverursacher muß nicht zwingend der sein, der den Ersten Schuss tut.

Weiter: Den Philosophen Voltaire, mit dessen Anwesenheit am preußischen Hof sich Friedrich der II. gern schmückte, ließ er in Frankfurt am Main verhaften als dieser Preußen verlassen wollte. Voltaire schrieb ihm 1760: "»Der Schatz Ihrer Weisheit ist verdorben durch die unselige Freude, die es Ihnen immer gemacht hat, alle anderen Menschen demütigen zu wollen..."

Ist eine sehr sehr vereinfachende, auslassende und damit ABSOLUT unneutrale Zusammenfassung eines längerfristigen Problems. In diesem Zusammenhang ausschließlich Voltaire zu zitieren, der in diesem Streit ja schließlich Partei war und den Blickwinkel der Gegenpartei komplett auszusparen ist ziemlich schlechter Stil. Es war vor allem das (belegte) Auftreten Voltaires am Hof und in der Stadt Berlin, das diesen Streit verursacht hat. (Spekulationen und gegenseitige Betrügereien mit einem jüdischen Pfandleiher, eine Schmähschrift gegen Pierre de Maupertuis,dem Präsidenten der Berliner Akademie trotz deutlicher Warnung Friedrichs- Quelle: jedes mir bekannte Friedrich Buch, das so ins Detail geht) Infolgedessen reiste Voltaire letztendlich ab, ohne vorher den vom König zurückverlangten Gedichtband (Friedrichs Gedichte=persönliche Gegenstände, im Vertrauen übergeben) zurückzugeben, was der Grund für die Festnahme in Frankfurt war, die solange dauerte, bis besagter Gedichtband übergeben wurde. Danach haben sich beide, auch öffentlich, bösartig und spöttisch übereinander ausgelassen. Das Ganze kann man, so es denn wichtig ist, im Text erwähnen, aber in dieser Form in den kritischen Betrachtungen hat es nichts zu suchen. Offensichtlich vom gleichen Autor, wie der vorher erwähnte Absatz.

 Der Eintrag ist nun deutlich ausgewogener als früher aber grade der Bereich kritische Beurteilung sollte mal ein paar Quellen für etwas abenteuerliche Behauptungen anführen oder überarbeitet werden. Ich will die betreffenden Absätze nicht einfach löschen aber ich denke das wäre der richtige Ansatz :)

Dass der Artikel nicht neutral ist, ist ja ganz schön, aber könnte jetzt wenigstens jemand sagen, was wirklich gewesen ist? Es ist nämlich schwer, eine Hausarbeit auf Vermutungen aufzubauen und leider kann man in diesem Fall nur vermuten... PHre4k, 05.07.05

Naja was da kritisiert wurde sind Episoden die letztendlich für einen Abriss über F2. völlig überflüssig sind. Und da besagte Teile tatsächlich ziemlich tendenziös geschrieben sind würde ich sie einfach streichen.

War Fritz II schwul?

Ich sehe nicht, dass nach den wissenschaftlich etablierten Definitionen von Homosexualität (siehe Dannecker/Reiche: Der gewöhnliche Homosexuelle) Fritz II schwul oder homosexuell war. Den Satz

Daß Friedrich nach heutiger Definition homosexuell war, wird kaum noch in Zweifel gezogen.

müßte also belegt werden. Thomas7 12:22, 15. Okt 2004 (CEST)

kannste haben: Hergemöller, Bernd-Ulrich, Mann für Mann, Biographisches Lexikon zur Geschichte von Freundesliebe und mannlicher Sexualität im deutschen Sprachraum, Hamburg 1998, S. 248, WilhelmRosendahl

Und was steht da? Vielleicht schreibst Du auch, welche Ausgabe Du verwendest. Die eingebundene Ausgabe kostet 88, die broschierte nur 7,95 bei Amazon. Vielleicht zitierst Du das mal hier. Zu Hitler gibts ja auch zwei Bücher, die dessen Homosexualität belegen wollen. Beide umstritten und (nicht nur nach den Kriterien Dannecker/Reiche) nicht allgemein akzeptiert. Da der Begriff Homosexualität im 18 Jahrhundert nicht vorhanden war, ist eine solche Zeitreise, wie Dein Satz, ziemlich unhistorisch. Ich bin zwar kein Jurist, aber ein Beleg für mich wäre z.B. eine eigene schriftliche Äusserung oder zwei unabhängige Zeugnisse. Eine apologetisches Outing würde m.E. kein Beleg/Beweis sein. Thomas7 14:08, 15. Okt 2004 (CEST)

Da weißt Du ja mehr als ich. Ich habe die gebundene und daß es eine andere gibt, ist mir neu. Ist die auch von 1998? Da stehen 4 Spalten ü/ Friedrich m. w. A., die werde ich jetzt kaum abschreiben. Was willst Du eigtl. ? Sollen wir hier "zeitgrecht" was von "Sodomie" schreiben? Da versteht man alleridns heute was ganz anderes drunter. Und Danneker als einzigen Maßstab zu nehmen, ist ja wohl auch zweifelhaft! WilhelmRosendahl

Die Behauptung Friedrich II von Preußen war homosexuell ist ungefähr so exakt wie die Behauptung Fritz II glaubte nicht an Ufos. Die Bedeutung des Begriffs Homosexualität ist extrem kulturabhängig und noch mehr zeitachsen-abhängig und sollte besser dort verwendet werden, wo die Definition klar ist. Sodomie wäre vermutlich aus anderen Gründen ebenfalls keine angebrachte Kategorie, da ich mal das Vorhandensein Sodomie Fritzens belegende Quellen sehr bezweifle. Der volkstümliche Organisator Friedrich II, ausgestattet mit absoluter Macht hätte vermutlich jedwede Quelle unterdrückt und beseitigt, die dieses - für die damalige Zeit geltende Kapitalverbrechen - ihm angelastet hätte. Vielleicht kannst Du den Beleg nenne, auf den sich Herr Hergemöller bei seiner Äusserung stützt, da ich mal stark vermute, dass Herr Hergemöller Fritz nicht inflagranti erwischt hat (und selbst das nach Dannecker/Reiche für deren Definition nicht mal hinreicht). Thomas7 19:57, 16. Okt 2004 (CEST)

  • erstens sind Dannecker/Reiche völlig veraltet und keine Päpste für die Definition der Homosexualität. Zweitens kann man mit solch konstruktivistischen Auffassungen jedes Phänomen "zeitachsen-abhängig" definieren und damit zum Verschwinden bringen. Keiner bezweifelt, daß auch die Geschichtswissenschaft zeitgebunden ist. Wollten wir uns aus unserer heutigen Perspektive ausklinken, müßten wir aber auf die Forschung insgesamt verzichten. Kauf Dir doch das Buch, wenn Du es lesen willst. Im übrigen sehe ich nicht ein, wieso ich hier nachweisen soll, daß Fritz homosexuell war. Vielleicht unternimmst Du mal den Versuch nachzuweisen, daß er heterosexuell war, was ja jeder unterstellen würde, wenn die Frage der Homosexualität hier nicht erörtert würde. WilhelmRosendahl

Zumindest haben Dannecker/Reiche seriöse Wissenschaft gemacht und sind zitierfähig. Ihre Diskussionen des Begriffs Homosexualität tragen bis heute und sind nicht veraltet. Aus zwei Gründen brauche ich nicht beweisen, dass FritzII heterosexuell war: erstens behaupte ich das nicht (war er vermutlich auch wirklich nicht) und zweitens gibts ja wohl noch ein paar mehr Schuhkartons im Bereich des Sexuellen. Wenn Du aber schreibst, dass er homosexuell war, musst Du das m.E. auch belegen. Sonst bräuchte ich auch nicht belegen, dass Du Kolportage statt Enzyklopaedie betreibst. Ist es so schwer die Quellen zu nennen, auf die sich Hergemöller stützt? Oder äussert er auch nur Vermutungen? Dass FritzII nicht intensiv mit seiner Frau zusammengelebt hat, unterscheidet ihn nicht von seinem Großvater väterlicherseits FritzI. Für Kinderlosigkeit gibts auch mehr - nicht mal unbedingt zwingende - Gründe, wie die Homosexualität. Thomas7 23:17, 17. Okt 2004 (CEST)

Sag mal, Du hast die Weisheit wohl auch mit Schuhlöffeln gefressen. Dannecker ist zitierfähig und Professor Hergemöller nicht? Auf dieser Bla-Bal-Ebene unterhalt ich ich nicht weiter. Was ist überhaupt Dein Problem? Ist Fritz II Dein großes Idol? Wenn ja frag ich mich was hinter dieser Abneigung steckt, das Thema (mit welchem Begriff auch immer) in seinem Lebenslauf zu verzeichnen. Bist Du der große Homo-Hasser, der Fritz "besudelt" sieht oder die größtes Klemmschwester unter der Sonne? (Ich weiß, daß das nicht sachlich war, aber Du hast die sachliche Ebene ja auch schon lange verlassen, wag es also nicht, darauf zu replizieren). Mach lieber endlich 'nen konstruktiven Vorschlag, wie Du Fritzens "schwieriges Verhältnis zu Frauen" und die vielen Anspielungen der Zeitgenossen auf seinen "Umgang" mit "jungen Männern" hier so unterbringst, daß wir beide damit leben können. Den Satz betreffend die Homosexualität einfach zu löschen, wie Du es anfangs versucht hast, ist jedenfalls unter aller Kanone! Oder halt endlich die Klappe! So unterschiedliche Ansicht sind wir Friedrich betreffend im Ergebnis doch gar nicht! Deinen Beitrag zum Nationalstaat (s. o.) würde ich voll und ganz unterschreiben! WilhelmRosendahl

Gemach, Gemach. Warum zitierst Du nicht einfach ein- oder zweizeilig die Quellen, auf die sich Hergemöller stützt? Thomas7 11:44, 18. Okt 2004 (CEST)

Du hast meine Eintragung gelöscht, nicht etwa verändert oder relativiert, was ja wohl das sinnvollste gewesen wäre, ohne vorher nachzufragen. Das ist ziemlich arrogant. Ich schreibe hier jeden Tag iregendetwas, ohne es zu belegen. Ich würde aber nie auf die Idee kommen, einen Eintrag oder Teile desselben, der mir nicht passt, ohne vorherige Anfrage im Diskussionsforum oder falls ersichtlich, bei dem der es geschrieben hat.
Wenn du der Meinung bist, das stimmt nicht, beleg du es doch oder schreib Deine Ansicht dahinter. over!

Du behauptest positiv. Du stehst in der Pflicht Quellen zu nennen. Du beantwortest auch wortreich meine Frage nicht, warum du nicht ein- oder zweizeilig die Quellen nennst, auf die sich Hergemöller stützt. Hast Du das Buch nicht, zitierst Du aus der Erinnerung oder schreibt Hergemöller ganz was anderes? Kolportage gehört in die Bunte Illustrierte, nicht in eine Enzyklopaedie. Vielleicht schreibt nächste Woche jemand, Fritz II sei Holländer gewesen und nennt keine/n Beleg/Quelle. Wie sollte man Deiner Meinung nach damit umgehen? Thomas7 15:26, 18. Okt 2004 (CEST)

Ah, ein Flamewar, schoen. Ich versuch mal, wenn auch eher cool, was Vernuenftiges zur Diskussion beizutragen: gerade wurde ne neue Biographie zu Fritz veroeffentlicht. Auf http://www.welt.de/data/200... gibt es ein Interview mit dem Autor. Auch das Thema der moeglichen Homosexualitaet werde deiskutiert. Zusammengefasst: eher nicht Homosexuel, sonder Asexuel. (Ueber diese Form der (nicht-)Sexualitaet gibt es im uebrigen leider keinen Wikipedia eintrag) --Uv 13:00, 26. Okt 2004 (CEST)

Nun Asexuell, was immer das heissen soll. Ich würde eher Menschen- und Frauenfeind sagen. Fritz-Wilhelm I, Fritz Vater war gewalttätig, schlug seine Kinder blutig fürs Vokabellernen und hatte die Grausamkeit, einen Justizmord vor den Augen seines Sohns ausführen zu lassen. Da soll man nicht zum zynischen Menschenfeind werden;, insbesondere Fritz II, der durchaus alle fünf Sinne beieinander hatte und seinen Verstand auch auf das Böse ansetzte. Dem Pomp des Großvaters und dessen Finanzskandalen (z.B. die Zwangs-Feuerversicherung) und dem beengten Geiz des Vaters setzte er einen den eigenen ziehmlich desillusionierten Verstand entgegen. Thomas7 14:32, 26. Okt 2004 (CEST)

Du hast recht, asexuel ist nicht richtig definiert. Hatte hier meine eigene Definition im Kopf, die natürlich nicht allgemein anerkannt ist. Als solches war es ungeschickt, diesen Begriff zu wählen. Was ich damit meinte: Keine Lust auf Sex, kein sexuelles Verlangen. Eine Form davon (vermutlich die verbreiteste, zumindest meiner eher kleinen Erfahrung nach) hat psychologische Gründe: das Nichtertragen von Intimität mit anderen Menschen, sexueller Missbrauch in der Kindheit, Ekel vor Körperflüssigkeiten, Scham, etc. Zugegebenermassen kenne ich Fritz 2 nicht allzugut (deshalb bin ich ja auf dieser Seite gelandet), aber der Artikel in der Welt lösste bei mir spontan diese Assoziation aus. Dein Kommentar hat dies weiter unterstützt, finde ich, wenn auch aus einer etwas anderen (nicht schlechterer) Sichtweise heraus. Egal, den Kampf sollen Historiker, Psychologen und Sexualwissenschaftler austragen, nicht ich. Eigentlich sollten wir lieber darüber diskutieren, was in der Wikipedia stehen sollte. Ich bin dafür, den jetzigen Satz zu relativieren. Wie wäre "Bis heute ist nicht klar, aus welchen Gründen keine Liebesbeziehung Friedrichs
bekannt ist. Eine Vermutung ist, dass er homosexuell war." ? --Uv 17:22, 26. Okt 2004 (CEST)

Ich weiß nicht, ob wirklich keine Liebesbeziehung Friedrichs bekannt ist. Diese Prämisse steckt in Deiner Formulierung. Und selbst wenn, vielleicht hat er solche Beziehungen - auch wegen seiner Frau - gut verheimlicht. Es gibt auch heute Ehepaare mit getrennten Schlafzimmern. Schlußfolgerungen daraus sollten m.E. bei lebenden Personen tabu, bei historischen Personen mindestens gut belegt sein. Als absoluter Fürst brauchte Fritz II keine Rücksicht auf die Meinung seiner Zeitgenossen zu nehmen, das ist aber kein Beweis, dass er solche Rüchsicht nicht genommen hat. Fest steht m.W.n. nur, dass er verheiratet war. Berichterstattung und Kolportage über sexuelle Themen machen neugierig und ziehen häufig auch Fliegen an. Da mit Unwahrheit, Ungenauigkeit aber auch Vermutungen zu arbeiten, endet häufig in einer Schlammschlacht, wie oben schon ansatzweise nachzulesen. Thomas7 10:51, 27. Okt 2004 (CEST)

nur weil ich gerade bei seinem bruder Heinrich von Preußen auf diese sache stieß, hier noch folgende quelle:

zitat: Die Spannungen zwischen den Brüdern [heinrich von preußen und friedrich]in jener Zeit haben allerdings noch einen sehr persönlichen Grund. Beide sind homosexuell, und beide sind in den 1740er Jahren in denselben jungen Mann verliebt, einen Pagen aus dem Geschlecht derer von Marwitz. Der eifersüchtige Friedrich schreibt seinem Bruder Briefe, in denen es von abgefeimten Bosheiten nur so wimmelt. ....

grüße, Hoch auf einem Baum 21:14, 6. Dez 2004 (CET)

Ich gestatte mir anzumerken: Weder Friedrich der Große noch Prinz Heinrich hatten Günstlinge oder gar "Maitres", also (offensichtliche) homosexuelle Geliebte. Sie hatten auch keine "Favoritinnen" oder Mätressen. Zu ihren Frauen bestand kein Kontakt. Offensichtlich waren beide an Sexualität desinteressiert.

Friedrich litt an Stoffwechselkrankheiten wie Gicht, dazu Verdauungsstörungen und Hämorrhoiden. Diese ständigen Leiden (einem 1777 verfaßten Aufsatz über Märsche im Krieg fügte Friedrich bei: "scriptum in dolore" - "unter Schmerzen geschrieben") standen einer sexuellen Betätigung im Wege, erleichterten sie zumindest nicht.


Auch der Chevalier de Seingalt, besser bekannt als Casanova, spricht in seinen Memoiren zwei oder drei Mal kurz über die Homosexualität von Friedrich, den er von verschiedenen Gesprächen her kannte. Casanova ließ sich über diese Homosexualität von Friedrich nicht weiter aus, weil er davon ausging, das seine Zeitgenossen (wenigstens die Gebildeten) darüber sowieso Bescheid wußten, und dem war auch so. Das einzige, worüber Casanova sich wunderte, war eine gewisse Zurschaustellung dieser Homosexualität. Casanova erwähnt, das jeder Soldat (siehe dafür weiter unten das Voltaire-Zitat), der Friedrich zu Willen war, von diesem eine goldene Uhr geschenkt bekam und diese auch ganz offen trug. Jeder wußte also Bescheid, es wurde gar kein Aufhebens darum gemacht. Außerdem erwähnt Casanova genau das gleiche wie Voltaire (Zitat etwas weiter unten) bezüglich der sexuellen Vorliebe von Friedrich: Friedrich würde die Rolle der Frau dabei einnehmen.Für Zitatensuche bin ich zu faul, steht alles in Band 10 oder 11 der Memoiren Casanovas, der bekanntlich ein überaus genauer Chronist seiner Epoche war.

Um nochmal auf Katte zurückzukommen: Es ist nur auf den ersten Blick eigenartig, das Friedrich Wilhelm I den armen Katte hinrichten ließ, obwohl das Urteil des Gerichts auf Lebenslänglich lautete. Diese Verschärfung des Urteils war auch damals ungewöhnlich. Friedrich Wilhelm I war aber kein Berserker, sondern ein sehr rationaler Fürst. Er wußte natürlich, daß seine Untertanen Bescheid wußten oder wenigstens darüber tuschelten, warum sein Sohn mit einem Mann und nicht mit einer Frau durchbrannte. DAS war es, was den Zorn von Friedrich Wilhelm I erregte, weil jeder Ansehensverlust des Kronprinzen natürlich auch sein eigener Ansehensverlust war. Und das glaubte er nur durch ein überhartes Urteil halbwegs wieder ausgleichen zu können.

--82.83.81.6 01:12, 15. Aug 2006 (CEST) Bender

 - User 172.180.216.120 -

War Fritz zoophil?

Klingt jetzt vielleicht etwas gar abgehoben/unglaubwürdig, stützt sich aber auf folgende zwei Punkte:

  • Fritz wollte laut diesem Artikel neben seinen Hunden auf der Terasse von Sanssouci begraben werden
  • Fritz wandte die Todesstrafe bei zoophilen Handlungen nicht an. Laut Krafft-Ebing verurteilte Fritz einen Kavalleristen, der mit einer Stute sexuellen Kontakt hatte, nicht mehr zum Tode: „Der Kerl ist ein Schwein und soll unter die Infanterie gesteckt werden." ; siehe dazu auch http://www.rosenbauer.de/ha...

Das reicht wohl kaum für eine Erwähnung im Wikipedia-Eintrag, steht aber in schöner Übereinstimmung mit anderen spekulativen Diskussionsbeiträgen auf dieser Seite.

Man könnte dazu zwei weitere von Fritz' Zitaten anfügen:

- "Ich glaube, ein Mensch, der gegen ein treues Tier gleichgültig sein kann, wird gegen seinesgleichen nicht dankbarer sein, und wenn man vor die Wahl gestellt wird, ist es besser, zu empfindsam als zu hart zu sein."

- "Hunde haben alle Guten Eigenschaften der Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen."

Zumindest ein Tierfreund war er also offensichtlich.

Es gibt ein ähnliches Zitat von Mark Twain. War der auch zoophil? Oder doch nur ein illusionsloser Menschenkenner? Den Umkehrschluß, daß jeder Tierfreund zoophil ist möchte aber hoffentlich keiner ziehen. Etwas absurder Beitrag (in der Tat aber nicht der Einzige hier :) -- Andi5lebt 23:11, 17. Aug 2006 (CEST)

Beleg und Quelle

Und was schreibt Voltaire über den Tagesablauf des Königs (Voltaire: Über den König von Preussen, Memoiren, Insel Verlag 1967, S. 28) zitat: "War seine Majestät gekleidet und gestiefelt, huldigte der Stoiker für ein paar Augenblicke der Sekte Epikurs: er ließ zwei oder drei Favoriten kommen, Leutnants aus seinem Regiment oder Pagen, Heiduken oder junge Kadetten. Man trank Kaffee. Derjenige, der das Taschentuch zugeworfen bekam, blieb eine halbe Stunde mit dem König allein. Es kam dabei nicht bis zum Äußersten; da der Prinz zu Lebzeiten seines Vaters bei seinen flüchtigen Liebschaften ziemlich malträtiert und schlecht geheilt worden war; die erste Rolle konnte er nicht spielen, er mußte sich mit der zweiten begnügen." Die Interpretation bleibt Euch überlassen ...

gruß, mj

Genau dieses Zitat ist gehört zum Kern des Problems. Voltaire schied in äußerstem Unfrieden von Friedrich, wobei die Kränkungen beidseitig und sehr tief waren. Voltaire scheidet also als unvoreingenommener Zeuge aus. Möglicherweise steht also hier sogar üble Nachrede zum Schaden Friedrichs zur Debatte. (davon abgesehen: wenn eine geschichtliche Persönlichkeit nur bekannt genug ist, findet sich inzwischen immer jemand, der dieser Person Schwulsein "nachweist")

Es ist etwas Schönes, hinzuschreiben, was man denkt; das ist des Menschen Vorrecht. François Marie Arouet 15:03, 14. Dez 2004 (CET)

Witz ist das Niesen des Gehirns. Dabei ist ein immer witziger Mensch genauso unausstehlich und unappetitlich wie ein Kerl mit chronischem Schnupfen, aber ohne Taschentuch. Alfred Polgar 15:10, 14. Dez 2004 (CET)

Chinesisches Sprichwort: gedenke der Quelle wenn Du trinkst. Thomas7 supports free speech and fair behaviour for all wikipedians Disput 15:21, 14. Dez 2004 (CET)


neues Thema Bei Hans Hermann von Katte steht:

Doch Katte traf der ganze Zorn des über das Verhalten seines Sohnes überaus verärgerten, Friedrich Wilhelms I., der die Strafe, um ein Exempel zu statuieren, in ein Todesurteil umwandeln und Katte quasi 'vor den Augen' Friedrichs enthaupten ließ (in Wirklichkeit konnte Friedrich aus seiner Zelle den Hinrichtungsort nicht sehen, aber alles hören).

kann mal jemand klären, ob er nun sehen oder nur hören konnte, wie Katte hingerichtet wurde? WilhelmRosendahl

Laut Wolfgang Venohr (Fredericus Rex, Portrait einer Doppelnatur) verlor F nach dem kurzen Gespräch mit Katte,das er vom Fenster aus bei dessen Vorbeigeführt werden hatte, das Bewußtsein. Konnte also deswegen die Hinrichtung nicht mitansehen. Außerdem ist von mehreren Personen in seiner unmittelbaren Umgebung die Rede, weswegen ich davon ausgehe, daß das tatsächlich so geschehen und bezeugt worden ist.

Lesenswert-Diskussion

Friedrich II., auch Friedrich der Große oder der Alte Fritz genannt, (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam) war König von Preußen.

  • pro - auch er ist imho längst lesenswert Achim Raschka 00:24, 15. Aug 2005 (CEST)
  • Abbildung
    Symbol support vote.svg
    Bildherkunft
    Pro

    Pro --Debauchery 17:33, 15. Aug 2005 (CEST)

    • Abbildung
      Symbol support vote.svg
      Bildherkunft
      Pro

      Pro --Nasiruddin 21:31, 15. Aug 2005 (CEST)

      • Abbildung
        Symbol support vote.svg
        Bildherkunft
        Pro

        Pro --Alma 12:29, 18. Aug 2005 (CEST)

        Abbildung des Bruststerns schwarzer Adlerorden

        Die Erwähnung der Lagerinschriften von Buchenwald ist m. E. unpassend

        Sie steht nicht in geschichtlichem Zusammenhang mit der Figur Friedrichs des Grossen bzw. dem abgebildeten Orden. Ich würde den entsprechenden Kommentar deshalb entfernen.

        Verbannungen?

        Könnten für die Verbannungen Quellen genannt werden, denn zum Beispiel wurde Christian Wolff von Friedrichs Vater 1723 verbannt und von Friedrich mit Antritt seiner Regentschaft nach Halle zurückberufen.(Taureck, Bernhard - In: Friedrich der Goße und die Philosophie. 1986 Reclam Stuttgart. S.: 11)
        Auch aus einem Brief Friedrichs an Wolff vom 23. Mai 1740 wird die Achtung Friedrichs für Wolff klar: "...bin überzeugt, daß alle die sie gelesen haben, den Verfasser schätzen müssen." ( Bardong. S.: 76 )
        Diesbezuglich sollte geklärt werden ob das Zitat von Ernst Christof von Manteuffel nicht auch aus der Zeit vor Friedrichs Regentschaft stammt.
        Wenn keine Belege für die anderen Verbannungen genannt werden können, sollte dieser Teil gelöscht werden.
        MfG ––85.178.231.140 21:20, 7. Jan 2006 (CET)

        Wie oben über dieser merkwürdigen Schwul-oder-nicht Diskussion schon steht: Der Absatz Kritische Betrachtungen ist absolut unneutral und nennt keine Quellen für abenteuerliche, teilweise definitiv falsche Behauptungen.

        positive Bewertung / kritische Bewertung

        Was haben denn Kapitel in dieser Form in einem Lexikon verloren? Das ist eine lexikalisch unbefriedigender Kompromiß. Ich will die Absätze aber auch ungern löschen: Hat jemand einen Vorschlag, wie eine bessere Integration in den Artikel (ohne gut/schlecht Denken) möglich ist?

        Wo hast du eigentlich formulieren gelernt?

        Einordnung in die Kategorie "Deutscher"

        Merkwürdig und fast amüsant, dass Friedrich II., der ja bekanntermaßen von der deutschen Sprache und Literatur wenig hielt und der sich um die Reichsinteressen ebenso wenig scherte, in diese Kategorie kommt, während Joseph II., der im Gegensatz dazu ein recht ausgeprägtes deutsches Nationalbewusstsein besaß und sich auch kulturell für eine deutsche Emanzipation einsetzte (zb deutsches Nationalsingspiel), außen vor bleibt, weil er nicht auf dem Gebiet des 1871er-Reiches geboren wurde. Ich will damit nicht sagen, dass Friedrich kein gebürtiger Deutscher war, aber dennoch bleibt ein Nachgeschmack zurück.

        Tja, Österreicher und Deutschland...

        Nachgeschmack? Informier dich mal zum Thema bayrischer Erbfolgekrieg. Dort wurde ein ausländischer Agressor (JosephII.) durch Intervention des "uninteressierten" FriedrichII. von der Besetzung eines deutschen (sic!) Staates (Bayern) abgebracht. Wer vertrat hier "deutsche" Interessen? Seit dem 30.jährigen Krieg konnten Frankreich und Österreich im Gebiet des kleinstaaterischen deutschen Reiches machen was sie wollten. Erst das durch Friedrich zur europäischen Großmacht gemachte Preussen begann damit die Interessen der "deutschen Staaten" zu verteidigen. Wenn auch nicht aus Deutschnationalismus sondern mit dem Ziel das Gleichgewicht zwischen den Großmächten nicht zu gefährden. Damit hat Friedrich aber die absoluten Grundlagen gelegt auf denen in der Bismarckära ein echtes deustches Reich gemacht wurde. Übrigens wieder ohne Österreich.
        Weder SeppII. noch seine kriegswütige Mutter waren an "Deutschland" interessiert. (Sorry für Polemik am Schluß :) )

        Hätte Joseph II. Bayern ganz oder teilweise dauerhaft für Österreich sichern können, dann wäre das sicher keine Einverleibung deutschen Territoriums durch einen ausländischen Eroberer gewesen, sondern ein deutscher Fürst hätte bloß einen anderen deutschen Fürsten um seine Herrschaft gebracht. Denn was macht Joseph II. zum Ausländer? Die Staatsgrenzen von 2006? Für das Reich und für Deutschland wäre ein österreichischer Sieg hier eine gute Sache gewesen, Österreich hätte sich viel eher nach Norden als nach Osten orientiert und vielleicht eine Nationalstaatsgründung zustande gebracht, die nicht gut 12 Millionen Deutsche ausgeschlossen hätte, wie es 1871 geschehen ist. Preußisch-Partikularistische Gleichgewichstschunkeleien haben hingegen das eher Reich zerrissen und damit Deutschland für lange Zeit jeder staatlichen Klammer beraubt.

        Bayern war ein Staat, Österreich war ein Staat. Ergo war J2 ein ausländischer Agressor und im Gegensatz zu ihm hatte F2 eben NICHT die absicht Bayern für sich zu besetzen, war also kein ausländischer Agressor. Seine Motivation war also offensichtlich eine völlig andere.Nichts anderes hatte ich behauptet. Die Deutung, obwohl recht offensichtlich, überlasse ich den Anderen.Eine "Nationalstaatsgründung" auf diese Weise hätte imho aber sehr napoleoneske und entschieden zu katholische Züge gehabt, als das sie im erwähnten Teil Deutschlands einfach aktzeptiert worden wäre. Das Ganze ist aber eh wildeste Spekulation. "Was wäre geworden, wenn" ist oft ein interesantes Gedankenspiel aber historisch selten irgendwie zielführend.

        Friedrichs Folterverbot

        Vielleicht wäre auch dieser Aspekt noch ganz interessant zu bedenken: Friedrich der Große schaffte die Folter ab, bzw. verringerte sie, damit die Verurteilten besser in den Arbeitslagern zu gebrauchen waren.

        Wer immer noch darauf beharrt, daß die Folter in Preußen durch Friedrich abgeschafft wurde möchte bitte nachlesen: Bruno Preisendörfer (2000) "Staatsbildung als Königskunst". Die Folter wurde zwar verboten, dieses Verbot durfte aber nicht an die Öffentlichkeit getragen werden - also ist die Folter nur inoffiziell abgeschafft. --Mistral 20:27, 29. Jan 2006 (CET)

        Genau. Wie gut wären französisch-paradiesische Zustände gewesen? In Frankreich gab es Folter und jeder wußte es. Gefällt dir besser, oder?

        ? Hier geht es um Exaktheit und nicht um Wertung. --Mistral 21:50, 2. Feb 2006 (CET)

        An Mistral: Ich kenne die Schriften des Bruno Preisendörfer nicht. Sollte die Behauptung, jemand (Friedrich selbst??) habe verboten, das Folterverbot "an die Öffentlichkeit zu tragen", zutreffen, dann ist der wikipedia-Artikel in sich widersprüchlich. Wie kann man behaupten, Friedrich habe mit der Abschaffung der Folter großes Aufsehen erregt, wenn doch das Folterverbot gar nicht publik war?

        Ich bitte darum, aus dem Schriften des Herrn Preisendörfer oder noch besser: aus den Schriften Friedrichs selbst das Dokument zu nennen (Datum, Adressat, Fundstelle), das es verbietet, die Abschaffung der Folter publik zu machen.

         - User 172.180.216.120 -
        

        Eine Unterscheidung in "offiziell" und "inoffiziell" ist in diesem Zusammenhang völlig unsinnig und dumm. Entweder der König hat die Folter abgeschafft, dann war es offiziel, weil der König befahl, oder der König hat die Folter nicht abgeschafft, dann weder offiziell noch inoffiziell. "Inoffiziell" bedeutet "außerdienstlich". Eine königl. Order ist aber per definitionem immer dienstlich, da es sich sonst um keine Order handeln würde. Mein Vorschlag: Man lerne zuerst die Feinheiten der deutschen Sprache, bevor man sich anschickt, Spitzfindigkeiten zu erfinden, die keine sind.

        "Am dritten Tag seiner Regierung, am 3. Juni 1740, erließ Friedrich an Cocceji eine Kabinettsordre [...]. Der König ordnete [...] an 'in seinen Landen bei denen Inquisition die Tortur gänzlich abzuschaffen' [...] Gänzlich, das hieß [...]; ganz gänzlich wurde sie erst 1754 abgeschafft, und auch dann noch nicht. 1772 und 1777 ist die königliche Genehmigung, Tortur anzuwenden, nachweisbar. [...] In einem anderen Fall indes verfügte der König, als die Verurteilung eines zweifellos schuldigen Verbrechers an dessen Leugnen zu scheitern drohte, das mangelnde Geständnis durch Prügel zu erzwingen. Damit war die Tortur in einer neuen und gefährlicheren Form wiederhergestellt. Früher war ein förmliches Erkenntnis eines landesherrlichen Gerichts erforderlich, jetzt genügte, daß ein Untersuchungsrichter Lust zu prügeln verspürte. [...] So sieht Holtze denn wohl auch zu Recht in der Abschaffung der Folter nur 'einen Geistesblitz von rein theoretischer Bedeutung'. Die Aufhebung der Tortur wie auch die Milderung mancher Strafen wurde nur den Kollegien und Schöppenstühlen mitgeteilt." (Augstein (1968) "Preussens Friedrich und die Deutschen" S. 223 ff.)--Mistral 13:56, 10. Feb 2006 (CET)

        An anonymen Beitrag: ""Inoffiziell" bedeutet "außerdienstlich"" - Das ist nicht die Ganze Wahrheit. Schlag doch einfach mal im Duden nach ("inoffiziell: nicht amtlich; außerdienstlich; vertraulich; nicht förmlich"). Da das Folterverbot nur wenigen ausgewählten Personen bekannt gemacht wurde, ist es wohl als vertraulich und nicht amtlich anzusehen; ergo inoffiziell. Bitte unterlaß in Zukunft einfach Deinen herablassenden Ton und Unterstellung von Dummheit. Das bringt uns nicht weiter.--Mistral 14:07, 10. Feb 2006 (CET)

        An User 172.180.216.120: Du hast Recht, wenn Du von Widersprüchlichkeit des Artikels sprichst. Ohne Detailwissen klingt es gegensätzlich. Es sollte einfach noch in aller Kürze dem Leser klar gemacht werden, daß die Idee die Folter abzuschaffen in Preußen wichtige Ansätze der Umsetzung gefunden hat, ohne dabei wegzulassen, daß es praktisch dennoch möglich war gefoltert zu werden. Dazu sollte das Wörtchen inoffiziell dienen, was allein offensichtlich ungeeignet ist den Sachverhalt so darzustellen.--Mistral 14:14, 10. Feb 2006 (CET)

        "Durch eine allerdings nie veröffentlichte Kabinettsorder vom 3. Juni 1740 verfügte er: 'bei denen Inquisition die Tortur gänzlich abzuschaffen.' Freilich nahm er sofort Einschränkungen vor." (Mittenzwei (1980) "Friedrich II. von Preußen" S.41)--Mistral 14:39, 10. Feb 2006 (CET)

        Ich darf zusammenfassen:

        a) Ein Verbot, das Folterverbot zu veröffentlichen, gab es nicht. Zumindest vermag hier niemand einen Nachweis für dieses Verbot zu erbringen. Das Folterverbot ist nicht absichtlich veröffentlicht worden, einfach weil Kabinettsordres nicht zur allgemeinen Bekanntgabe bestimmt waren. Aus der Nicht-Veröffentlichung ergibt sich aber kein Veröffentlichungsverbot.

        b) Es ist unter Friedrich dem Großen endlos geprügelt worden, allerdings in der Armee.

        c) Leider ist Herr Augstein tot; ich würde ihn gerne nach den 1772 und 1777 angeblich ergangenen Genehmigungen für die Anwendung der Folter fragen. Herr Augstein war 1772 und 1777 nicht zugegen; woher hat er sein Wissen?

        d) Was ein Herr Holtze schreibt vom Folterverbot als bloßem Geistesblitz von rein theoretischer Bedeutung, erstaunt mich. Oder spielt er darauf an, daß es im Preußen Friedrichs des Großen kaum Gewaltkriminalität gab? Das ganze 18. Jh. ist voller Geschichten über Räuberbanden (Karaseck, der "bayrische Hiesl", "Schinderhannes" Johann Bückler usw. usw.), aber nicht in Preußen. Es kam einmal vor (3/1784) daß ein Kaffeeschmuggler, der Berliner Lebensmittelhändler Schulz, mitten in Berlin einen Steuerbeamten erschoß. Fr. d. Gr. war außer sich vor Wut darüber, aber selbst in diesem Zusammenhang ist nie auch nur gedacht worden an Folter.

        e) In Preußen ist (möglicherweise von extrem seltenen Ausnahmefällen abgesehen) kein Zivilist, also kein ziviler Straftäter oder Tatverdächtiger gefoltert (geprügelt) worden. Die 1740-54 möglichen Ausnahmen ("große Mordtaten" etc.) sind niemals eingetreten.

         - User 172.180.216.120 -
        

        zu d) Friedrich Holtze "Geschichte des Kammergerichts in Brandenburg-Preußen", Berlin 1901. Bei Holtze, op. cit., t. III, p.186 "So war denn auch seine erste vielgefeierte That auf dem Gebiete des Rechtswesens die Aufhebung der Folter, wenn man genauer zusieht, vorwiegend ein Geistesblitz von rein theoretischer Bedeutung, den man sehr unrichtig als Zeichen einer neuen Ära zu bezeichnen liebt. Es war wohl hauptsächlich der ja verzeihliche Wunsch, der staunenden Welt zu zeigen, wie aufgeklärt er sei, sogar noch aufgeklärter als die von ihm bewunderten Franzosen; aber praktisch war die Sache ohne Wirkung, denn es war seitdem nur üblich, die gegen Verbrecher zur Erzielung von Geständnissen angewandten Zwangsmaßregeln nicht mehr Folter zu nennen, und man nahm dabei noch den Übelstand mit in den Kauf, daß diese Zwangsmaßregeln jetzt ohne die bei Folter vorgeschriebenen Cautelen angewendet wurden. Dies war unvermeidlich, da das damalige Strafverfahren die Folter nicht entbehren konnte und es nicht angängig war, ohne eine Änderung desselben ein Glied daraus zu entfernen."

        An Herrn Mistral: Ich wüsste nicht, wann ich Ihnen angeboten hätte, Du zu mir zu sagen. Aber sei's drum. Gerade Herrn Augstein als Quelle heranzuziehen, halte ich für nicht seriös, zumal doch hinlänglich bekannt sein dürfte, dass Herr Augstein gerade im Bezug auf die preußische Thematik genauso voreingenommen war wie es im gleichzeitig unmöglich war, seine Ausfälle abgrundtiefen Hasses gegen die katholische Kirche einzustellen. Die Unterscheidung in "offiziell" und "inoffiziell" ist, was sie immer war in diesem Zusammenhang, nämlich dumm. Selbst wenn zur damaligen Zeit etwas als vertraulich eingestuft wurde, bedeutete dies noch keineswegs, dass es nicht amtlich war. Gerade in Ämtern wird das Wort "streng vertraulich" ja benutzt, und ich lasse mir nicht einreden, dass es sich bei diese Angelegenheiten stets nur um private Dinge handelt. Etwas Logik im Denken täte uns allen gut. Da ich es aber nicht für meine Pflicht ansehe, Ihnen Nachhilfe in dieser grundlegenden Disziplin seriöser Wissenschaft zu geben, werde ich mich beschränken, das kleine Wörtchen "inoffiziell" immer wieder zu entfernen. Ach und noch etwas: Es war gerade Friedrich, der die Prügelstrafe in der Armee aufhob. Glauben Sie nicht, was Herr Augstein sagt, und vor allem, seien Sie nicht anachronistisch (die Bedeutung dieses Wortes steht auch im Duden) und legen Sie nicht Massstäbe an, die damals noch nicht ziemlich waren.

        Was ist mit den anderen Quellen? Was ist mit Punkt b) von User 172.180.216.120 und der Aussage "Es war gerade Friedrich, der die Prügelstrafe in der Armee aufhob."? Warum kommen keine konstruktiveren Vorschläge als "immer wieder zu entfernen."? Es ist doch wohl klar, was inoffiziell in diesem Zusammenhang zum Ausdruck bringen sollte. Und zu Vertraulichkeit: ist denn ein Folterverbot offiziell, wenn sich weder Angeklagter noch Verteidiger darauf berufen können?

        "Glauben Sie nicht, was Herr Augstein sagt" soviel zu "Nachhilfe in dieser grundlegenden Disziplin seriöser Wissenschaft" :) --Mistral 13:05, 14. Feb 2006 (CET)

        Ich habe niemals gesagt, daß Friedrich der Große die Prügelstrafe in der Armee aufgehoben hätte. Im Gegenteil, ich habe gesagt (siehe oben), daß in der Armee Friedrichs des Großen endlos geprügelt worden ist. Die Prügelstrafe in der Armee wurde erst 1807 teilweise abgeschafft; ein normaler Soldat durfte nicht geprügelt werden, aber ein Soldat, der in die "zweite Klasse des Soldatenstandes" versetzt war (als Strafe z.B. für Diebstahl), unterlag noch der Prügelstrafe. Die "zweite Klasse des Soldatenstandes" wurde 1872 abgeschafft. Prügeln blieb in Preußen auf dem Lande bis 1900, in Deutschland für Lehrlinge bis 1951 legal. Es gab die "Gesindeordnung" für (erwachsene!!) ländliche Arbeitnehmer, und das Gesinde war der "väterlichen Zucht" des Herrn unterworfen. Väterliche Zucht hieß: Der Gutsherr durfte dem Landarbeiter Stockhiebe überziehen, so wie der Vater seinen dreijährigen Sohn verprügeln durfte. Das Züchtigungsrecht gegen erwachsenes "Gesinde" wurde durch Art. 95 Abs. 3 EGBGB abgeschafft. Die "väterliche Zucht" des Lehrausbilders gegen den Lehrling wurde erst 1951 durch Streichung des § 127a Gewerbeordnung beseitigt.

         - User 172.180.216.120 -
        

        Es hat doch auch keiner 172.180.216.120 die Aussage unterstellt, daß die Prügelstrafe in der Armee unter Friedrich II. aufgehoben wurde. --Mistral 18:22, 19. Mär 2006 (CET)

        Friedrichs Bedeutung als Schriftsteller

        "Er schrieb selbst zahlreiche Werke in französischer Sprache und war einer der weitest verbreiteten Schriftsteller des 18. Jahrhunderts." Inwieweit ist denn diese Aussage belegbar? Viel zu schreiben ist ja das eine - weitest verbreitet zu sein das andere.--Mistral 12:10, 1. Feb 2006 (CET)

        Forum Fridericianum (FF)

        Kurze Anfrage: Wer hat denn da "Im Forum Fridericianum in Berlin stehen eine protestantische und eine katholische Kirche nebeneinander, ein Unikum im 18. Jahrhundert." geschrieben? Hier liegt wohl eine Verwechslung zwischen dem Forum Fridericianum und dem Gendarmenmarkt vor! An letzterem stehen die beiden Kirchen, am erstgenannten eher nicht (dort finden wir aber ein auch nicht ganz unbekanntes Opernhaus (auch von F2 gesponsert) und die Hedwigskathedrale (F2) sowie die "Kommode" )...

        Das Forum Fridericianum ist nicht wie Du meinst mit dem Bebelplatz gleichzusetzen, sondorn meint meines Wissens nach einen größeren Bereich als einen einzelnen Platz. Zum Forum Fridericianum gehört meines Erachtens der Bereich zwischen Friedichstraße, Leipzigerstraße und der Spree(einschiesslich Museumsinsel).

        --85.178.205.153 16:17, 1. Feb 2006 (CET)

        Zweites Problem bei der FF Definition ist der Unterschied von Entwurf und tatsächlich realisiertem. --Mistral 22:24, 1. Feb 2006 (CET)

        Geschwister

        Habe mir erlaubt, "das zweite Kind" zum "vierten" Kind zu machen. Die ältere Schwester - das zweitgeborenen Kind, hatte ja zeitlebens ein gutes Verhältnis zu ihrem kleinen Bruder, die beiden ersten Söhne (also Kind 1 und Kind 3) hatten das erste Lebensjahr nicht überlebt.

        • wurde eingearbeitet--FredericII 03:10, 29. Nov. 2006 (CET)

        deutsche vs. französische Sprache

        Frage: Was soll denn dieser Satz wohl bedeuten?

        Deutsch sprach der Koenig nur Mangelhaft und von deutscher Kultur und Literatur wusste er nur sehr wenig.

        Ich kann mir kaum vorstellen, dass der stimmen sollte. Welche Sprache außer Deutsch soll er denn sonst gesprochen haben? Und wenn er, wie nur einen Satz weiter steht, an Kunst in jeder Form interessiert gewesen sein soll, dann passt das damit überhaupt nicht zusammen, dass er von deutscher Literatur nichts gewusst haben soll. Also werde ich den Satz einmal löschen, da ich den Eindruck habe, dass da jemand die Wikipedia nicht wirklich weiterbringen wollte... --Kobraton 18:18, 21. Aug 2005 (CEST)

        Wohingegen ich den Eindruck habe, daß du dich mit dem Thema entschieden zu wenig beschäftigt hast, um etwas zu löschen. Andernfalls wüßtest du, daß F. französisch sprach, las, schrieb, konversierte (Wie übrigens der Größte Teil des deutschen Adels dieser Zeit). Sein Deutsch war gesprochen, wie geschrieben extrem mangelhaft (In unzähligen Abhandlungen, Artikeln und Briefen Friedrichs absolut nachprüfbar), literarisch konzentrierte er sich auf französische Literatur und ignorierte die gerade erwachende Deutsche (Goethe) vollständig. Deswegen ist dieser von dir gelöschte Satz zwar etwas undifferenziert und zu kurz, aber absolut zutreffend. Übrigens wird manchmal F.s Popularität beim Volk, vor allem bei den Soldaten auch auf sein sehr volkstümliches "Kutscherdeutsch" zurückgeführt.

        "Judenporzellanverordnung"

        Ich habe mir erlaubt, den Hinweis auf eine "Judenporzellanverordnung" 1763 zu entfernen. Was ist damit gemeint? Fr. d. Gr. hatte die preußische Münze an den jüdischen Unternehmer Ephraim verpachtet. Daran knüpft die dumme Anekdote, der König habe Ephraim gezwungen, das Porzellan, das 1761 bei der Plünderung des Schlosses Charlottenburg durch russische Truppen zerbrochen worden war, zu bezahlen, und ihm dafür die Scherben gegeben. Ist das die "Judenporzellanverordnung"? Dann verweise ich auf Wilhelm Hertslet, "Der Treppenwitz der Weltgeschichte", 8. Aufl. 1917, S. 284: Dort wird diese Anekdote als völlig unbewiesen und quellenlos verworfen.

         - User 172.180.216.120 -
        

        Keine Ahnung, was mit "Judenporzellanverordnung" gemeint ist. Bei Graf von Krockow (1992) "Preussen. Eine Bilanz." S.101 lese ich grad: "Im übrigen hat Friedrich den Juden Abgaben auferlegt, wo er nur konnte - oder sie zu Zwangskäufen bei seiner Porzellanmanufaktur genötigt." Geht ja irgendwie in die Richtung, aber es wird sich nicht auf eine "Verordnung" bezogen. --Mistral 09:24, 11. Feb 2006 (CET)

        Krönung?

        Zitat (Leben/König, Anfang): Unmittelbar nach seiner Krönung im Jahr 1740 begann er den 1. Schlesischen Krieg....
        Soviel ich weiß, hat sich F. nicht krönen lassen (hätte er ja nach Königsberg reisen müssen). Weiß es jemand genau? Wäre dann vielleicht auch einen Satz wert. Schlage als Alternative Amtsantritt oder Inthronisation vor. -- Cloogshicer 18:39, 29. Mär 2006 (CEST)

        Der König fing einfach an zu regieren, er machte an genau den Akten und Vorgängen weiter, wo sein Vater aufgehört hat. Eine wie auch immer geartete förmliche Thronbesteigung fand nicht statt. --Sebastian35 13:49, 28. Aug 2006 (CEST)

        • Der einzige, der als preußischer König gekrönt wurde, war Friedrich I. am 18. Januar 1701 in Königsberg. Bei den folgenden Monarchen fanden Krönungen nicht mehr statt.--FredericII 03:31, 23. Nov. 2006 (CET)

        Mal am Rande: Wo ist Wikiquote ?

        Noch am letzten Wochenende konnte ich mir eine paar Zitate von Friedrich durchlesen... aber nun scheint man WQ eingestapmft zu haben... oder hab ich da was nicht mitbekommen ?--Modgamers 07:17, 7. Jul 2006 (CEST)

        Bildwarnung

        Die unten genannten Bilder, die in diesem Artikel verwendet werden, sind auf Commons gelöscht oder zur Löschung vorgeschlagen worden. Bitte entferne die Bilder gegebenenfalls aus dem Artikel oder beteilige dich an der betreffenden Diskussion auf Commons. Diese Nachricht wurde automatisch von CommonsTicker erzeugt.
        • {{TickerEntry
        |status= |editor= |notice= |page=Image:Friedrich-II-Preußen-Totenmaske.jpg |image=Friedrich-II-Preußen-Totenmaske.jpg |user=Shizhao |type=deleted |action=deleted |action2= |comment= |latecomer=1 }}
        -- DuesenBot 12:18, 4. Sep 2006 (CEST)

        Verunglückter Satzbau

        Hier ist im Laufe der Umarbeitungen etwas schiefgegangen. Könnte jemand Kompetentes das wieder grade biegen?

        "Enge Freundschaften verbanden Friedrich ebenfalls wiederum von Mitgliedern des Hofes wie Friedrich Wilhelm von Grumbkow und Jacob Paul von Gundling, die in österreichischem Sold standen, beeinflusst worden war, heiratete er Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, eine entfernte Verwandte des Hauses Habsburg."

        --84.190.62.162 00:11, 30. Sep 2006 (CEST)

        Bilder

        Abbildung
        Bild 1
        Bildherkunft
        Abbildung
        Bild 2
        Bildherkunft
        Ich finde, rein emotional, das Bild am Anfang (Bild 1), als Einleitung, nicht so sehr günstig. Irgendwie stellt man sich den alten Fritz doch immer eher so wie auf Bild 2 vor und das erste Bild eines Artikels sollte doch eher so richtig typisch für die beschriebene Person sein, oder? Ich gebe aber zu dass das wirklich eine emotionale Sache ist... MfG --DAJ 10:38, 7. Nov. 2006 (CET)
        • Ich habe es geändert, mal sehen wie es ankommt.--FredericII 00:40, 22. Nov. 2006 (CET)
        Also mir gefällt es :-) MfG --DAJ 09:07, 22. Nov. 2006 (CET)


        Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Friedrich II. (Preußen) und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).