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Der Artikel Gasparo Tagliacozzi gehört zur Kategorie: Mann, Italiener, Mediziner (16. Jh.)
Gasparo Tagliacozzi (* 1546 in Bologna; † 7. November 1599) war ein italienischer Chirurg.
Er studierte an der Universität Bologna unter Gerolamo Cardano.
Gegen Ende des 14. Jhdts. entwickelte die sizilianische Familie Branca (Branca der Ältere und sein Sohn Antonio Branca) eine operative Alternative zur Rhinoplastik, den gestielten Armlappen (Distanzlappen). Rhinoplastik fand in jenen Zeiten hauptsächlich bei duell- oder kriegsbedingten Verstümmelungen und beim syphilitischen Zerfall der Nase Anwendung. Tagliacozzi erlangte Weltruhm, indem er dieses Verfahren als Italienische Methode etablierte. Sie wird unter der Bezeichnung Lappenplastik noch heute in abgewandelter Form und Anwendung zur Deckung von Weichteildefekten als Leistenlappen durchgeführt. Tagliacozzi begründete mit seinen Schriften die Entstehung der plastischen Chirurgie in Europa.
Werke
- De Curtorum Chirurgia per Insitionem Libri Duo (Venedig 1597)
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Gasparo Tagliacozzi
Die eigens am Schluss in einem Tafelteil gedruckten 23 feinen Holzschnitte zeigen die zuvor im Werk beschriebenen Gerätschaften und Verfahren für die operative Korrektur von Nasen, Ohren und Lippen. Grosse Aufmerksamkeit erregte die im Werk geschilderte
Bei der von Tagliacozzi geschilderten Methode löste man einen Hautlappen teilweise vom Oberarm und liess ihn sich zu einem lebensfähigen Gewebe entwickeln. Danach wurde der immer noch am Arm hängende Lappen zugeschnitten und an die Überreste der Nase angenäht. Der Patientenarm blieb dann während vierzehn Tagen mit der Nase verbunden, bis der Hautlappen schliesslich vom Arm getrennt und zu einer neuen Nase geformt wurde. Die ganze Prozedur dauerte zwischen drei und fünf Monaten.
Die plastische Chirurgie, in Indien seit der Antike bekannt, wurde im 16. Jh. offenbar bereits in Süditalien von Empirikern praktiziert. Es war indes Tagliacozzis Verdienst, die plastische Chirurgie perfektioniert und durch seine Publikation der medizinischen Praxis zugänglich gemacht zu haben.

