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Gottfried Ludolf Camphausen

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Der Artikel Gottfried Ludolf Camphausen gehört zur Kategorie: Mann, Deutscher, Ministerpräsident (Preußen), Mitglied der Preußischen Nationalversammlung, Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Geboren 1803, Gestorben 1890
Gottfried Ludolf Camphausen (* 10. Januar 1803 in Hünshoven im Regierungsbezirk Aachen; † 3. Dezember 1890 in Köln) war preußischer Ministerpräsident in der Revolutionszeit von März bis Juli 1848.

Er gründete 1825 mit einem älteren Bruder in Köln ein Handlungs- und Bankhaus. Er finanzierte gemeinnützige Unternehmungen wie die rheinische Dampfschleppschifffahrt, den Bau von Eisenbahnen u.ä. mit, wurde 1831 Mitglied des Stadtrats und 1833 der Handelskammer. Bis 1837 schrieb er insgesamt 18 Denkschriften zu Wirtschaftsfragen. Die wohl berühmteste ist die vom Eisernen Rhein, der „Eisenbahn von Köln nach Antwerpen“.

1842 wurde er in den rheinischen Provinziallandtag, 1847 in den Vereinigten Landtag gewählt, wo er den periodischen Zusammentritt dieser Versammlung beantragte. Obwohl er nur selten auf der Tribüne erschien, besaß er in hervorragendem Maß das Vertrauen der Liberalen und stand auch am Hof in Ansehen. Seit Februar 1848 Mitglied des Vereinigten ständischen Ausschusses, wurde er nach dem Rücktritt des Grafen Arnim-Boitzenburg am 29. März 1848 zur Bildung eines neuen Ministeriums berufen, worin er den Vorsitz übernahm. Doch erlosch seine Popularität sehr bald, da er mit seiner Ansicht, dass die Bewegung bereits zu weit gegangen sei, nicht zurückhielt. Als der von ihm vorgelegte, von David Hansemann ausgearbeitete Verfassungsentwurf keinen Beifall fand, nahm er 20. Juni seine Entlassung.

Die Aufforderung des Reichsverwesers, im Juli 1848 in das Reichsministerium, der Exekutive des Paulskirchenparlaments, einzutreten, lehnte er ab, ging aber als Bevollmächtigter Preußens bei der deutschen Zentralgewalt nach Frankfurt, um hier den seiner Ansicht nach zu weit gehenden demokratischen Tendenzen der Majorität entgegentreten und eine Verständigung mit der spezifisch preußischen Partei anzubahnen. Er bekämpfte die Kaiseridee und die Reichsverfassung, gegen welche er eine gemeinschaftliche Erklärung von 31 Regierungen veranlaßte, und war Urheber der preußischen Zirkularnote vom 23. Jan. 1849, worin die Errichtung eines engern Bundesstaats unter Leitung Preußens angekündigt wurde. Als das Ministerium Brandenburg eine andre Politik einschlug, nahm er Ende April 1849 seine Entlassung. In der preußischen Ersten Kammer von 1849-50, dem späteren Herrenhaus, machte er noch einmal seine vermittelnde Politik mit Erfolg geltend, verteidigte auch im Unionsparlament in Erfurt 1850 als Referent des Verfassungsausschusses die Annahme der Verfassung en bloc und befand sich in der Ersten Kammer von 1850-51 in den Reihen der Opposition. Nach seinem Austritt aus dem Staatsdienst trat er zuerst in seine frühere Stellung als Associé des Bankhauses A. u. L. Camphausen, dann ganz in das Privatleben zurück.

Gottfried Ludolf Camphausen war der Bruder des preußischen Finanzministers Otto von Camphausen.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn Du den Artikel soweit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen.

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Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Gottfried Ludolf Camphausen und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).