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Hadschi Baktasch Wali

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Der Artikel Hadschi Baktasch Wali gehört zur Kategorie: Mann, Mystiker, Sufi, Person des Islam, Alevitentum
Hadschi Baktāsch Wali (arab. «Der heilige Hadschi Baktāsch»; türkische Schreibweise: Hacı Bektaş Veli) war ein Mystiker (Sufi) aus Khorasan, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Anatolien lebte und wirkte. Nach ihm ist die Bektaschi-Tariqa (Bektaschi-Derwisch-Orden) benannt, die aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von ihm selbst gegründet wurde.

Über sein Leben ist nicht viel bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass eine Person dieses Namens existiert hat und bedeutenden Einfluss auf die Bevölkerung Anatoliens hatte. Alles weitere fällt in den Bereich der Legende.

Die Hauptquelle für das Leben Hadschi Baktāschs ist die Walāyat-Nāma (türk: Velayet-Name) des türkischen Gelehrten Uzun Firdausi-e TawilA. Gölpinarli, ed., 1958, ff. xix-xxv aus dem späten 15. Jahrhundert, geschrieben in anatol. Türkisch.

Herkunft

Hadschi Baktāsch wurde in Nischapur im Westen Khorasans (heute Iran) geboren. Nach der Walāyat-Nāma war er der Sohn eines gewissen Sayyid Muhammad bin Musā und - so wird behauptet - ein Urenkel des Imam Mūsā al-Kāẓim, des 7. Imam der Imamiten - ein offensichtlicher Fehler des Autors, denn diese Angabe ist zeitlich betrachtet unmöglich.

Ob er tatsächlich aus Nischapur stammte, ist durch andere Quellen nicht nachweisbar. Die Bezeichnung "Khorasan erleri" (türk. "die Heiligen Khorasans") war bei den turkmenischen Nomaden Anatoliens ein allgemeiner Ehrentitel für viele Mystiker und religiöse Gelehrten jener Zeit, denn das ostpersische Khorasan war zu jener Zeit ein Zentrum der islamischen Blütezeit. Sie ist aber auch gleichzeitig ein Indiz dafür, dass Hadschi Baktāsch wohl tatsächlich aus Khorasan stammte und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit persischer Abstammung warKöprülü, "Hacı Bektaş Veli", f. 295, 1920H. Algar, "Khorāsanian Sufī Hāji Bektāŝ", Encyclopædia Iranica, v, f. 117, Online Edition 2006, denn zur Lebzeit Hadschi Baktāschs hatte sich das Reich der Rum-Seldschuken zu einer Fluchtstätte für persische Gelehrten und Heilige entwickelt, die aus ihrer Heimat aufgrund der mongolischen Invasion fliehen mussten - wohl der Kern der türkischen Redewendung. (siehe auch: Rumi, Attar)

Der Legende nach war er zum Zeitpunkt seiner Flucht nach Anatolien ein vierzigjähriger Derwisch der Yesevi-Tariqa und der khalifa (Stellvertreter) Ahmad Yasawis, des Begründers des Ordens. Aber auch das ist zeitlich betrachtet unmöglich und ist eher als eine spätere Innovation, die die beiden Heiligen zusammenführen soll, anzusehen.

Glaubhafter ist hingegen die Annahme, dass Hadschi Baktāsch zu den Qalandari-Sufis Bābā Rassul-Allāh Eliyās Khorāsānīs (1240 hingerichtet) gehört hat. Diese Annahme wird durch frühe Chronographen der Mevlevi-Derwische indirekt bestätigt, die ihn als einen anti-orthodoxen Mystiker mit "gnostischer Illumination"Aflākī, 1953, I, S. 381-82 beschrieben, welcher "die Scharia vollkommen ablehnte", was für ostpersische Qalandari-Mystiker jener Zeit sehr typisch war.Elvân Çelebi, ed., 1984, S. 17Erünsal/Ocak, "Hacı Bektaş Veli", Introduction, xli-xlv.

Geschichte

Hadschi Baktāsch ließ sich in Sulucakarahöyük (heute Hacıbektaş, Provinz Nevşehir) nieder, möglicherweise aus dem Grund, weil es dort zur damaligen Zeit wenig Tekkes gab. Sulucakarahöyük war ein entlegener Ort, weit entfernt von den Zentren Anatoliens, wo das politische Geschehen und ein reger Handel stattfanden.

Schon bald nach seiner Ankunft verbreitete sich sein Ruf als spiritueller Führer. Gesinnungsleute halfen ihm, seine Lehre zu systematisieren. Ein Kloster wurde gebaut und zahlreiche Schüler - hauptsächlich aus den turkmenischen Nomadenstämmen - sammelten sich um ihn. Wanderne Derwische trugen seine Lehre in Dörfer und Städte. Einer der bekanntesten unter ihnen war der dichtende Derwisch des Bektaschi-Tariqa, Yunus Emre (gest. ca. 1321), der die Lehren von Hadschi Baktāsch in unzähligen Gedichten festhielt. Ein anderer, nicht weniger bekannte Schüler war der persische Dichter und Wanderprediger Schams von Tabriz, der Dschalal ad-Din Rumi zu seinen mystischen Gedichten inspirierte.

Lehre und Werke

Das einzige Werk, dass glaubhauft auf Hadschi Baktāsch selbst zurückgeführt werden kann, ist das Maqālāt, im Türkischen auch als Küçük Velayet-Name bekannt. Es wurde auf Arabisch veröffentlicht, basierend auf seine Reden, die er in türkischer Sprache für die turkmenischen Nomaden hielt.

Seine Gedanken waren zu seiner Zeit revolutionär und faszinierten Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen.

Philosophie

Auf Hadschi Baktāsch Wali gehen Hunderte von Aussprüchen zurück, die seine Philosophie erläutern und von Aleviten bzw. Bektaschis überliefert werden:
  • Das Universum ist die sichtbare Gestalt Gottes
  • Rituelle Gebete machen keinen Menschen besser
  • Die Taten zählen, nicht die Worte
  • Betet nicht mit den Knien, sondern mit dem Herzen
  • Das wichtigste Buch zum Lesen ist der Mensch
  • Glücklich ist, wer die Gedankenfinsternis erhellt
  • Ermögliche den Frauen eine gute Bildung
  • Es gibt kein Gegeneinander von Gott und Mensch, sondern ein Miteinander in tiefer Verbundenheit
  • Rost glüht nicht von selbst, sondern durch das Feuer
  • Der Verstand sitzt im Kopf, nicht in der Krone
  • Was Du suchst, findest Du in Dir selbst, nicht in Jerusalem, nicht in Mekka

Einfluss

Auch heute noch nennen sich die türkischen/kurdischen Aleviten (die eine schiitisch beeinflusste Glaubensrichtung darstellen und neben anderen Imamen insbesondere Ali, den Vetter und Schwiegersohn Mohammeds verehren) "Aleviten-Bektaschiten".

Quellen und Literaturangaben

Weblinks

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|ALTERNATIVNAMEN=Bektaş |KURZBESCHREIBUNG=Mystiker |GEBURTSDATUM= |GEBURTSORT= |STERBEDATUM= |STERBEORT= }}


Diskussion der Autoren über den Artikel: Hadschi Baktasch Wali


NAMENSDISKUSSION

Wenn jemand einen Namen hat, dann kann man diesen nicht eindeutschen! Name ist Name, egal wie mans ausspricht, er wird gleich geschrieben, dazu ist ein Name da.ERDINC 01:32, 15. Nov 2004 (CET)

Die Lage ist im Allgemeinen kompliziert, aber in diesem Fall nehme ich an, dass Du genau das Richtige getan hast. Wobei wohl "Haci Bektaş Veli" noch korrekter wäre?
Zum allgemeinen komplizierten Fall: Der Name wurde doch zu seinen Lebzeiten in Arabischer Schrift geschrieben. Und für Arabsiche Schrift, gibt es wie für Kyrillisch, Georgisch etc. verschiedenen System der Umwandlung in lateinische Schrift, deswegen heißt es ja im Deutschen Schewardnadse und im Englischen . Die Wikipedia-Umschriftregeln für Arabisch und Persisch sind hier: Wikipedia:Namenskonventionen/Arabisch.
Wenn ich das alles jetzt richtig verstanden habe, ist "Haci Bektaş Veli" vom allgemeinen Teil der Regeln aber nicht betroffen, da hier der in der Türkei selbst vorgenommen Umstellung des Alphabets zu folgen ist: Wikipedia:Namenskonventionen/Arabisch#Osmanische_Transkription.
Pjacobi 16:36, 15. Nov 2004 (CET)

Ich weiß, es ist für europäische Menschen nicht gerade üblich eine Zeichenumänderung bei Namen durchzuführen, weil viele europäischen Sprachen fast über ein identisches Alphabet verfügen, aber in der Türkei wird bei solchen Angelegenheiten hart durchgegriffen, bestes Beispiel dafür: Vikipedia =) Da es im Türkischen kein "w" gibt, wurde es einfach gegen ein "v" (das ebenfalls wie ein "w" gelesen wird) ausgetauscht. Liebe Grüße ERDINC 22:55, 16. Nov 2004 (CET)

PS: Einer der Gründe wieso ich kein "ş" verwendet hab ist die unterschiedliche Kodierung (Windows, ISO, UTF8) dafür!

Hier in der de.wikipedia (und in ku.wikipedia, tr.wikipedia) ist alles UTF-8 und wird auch korrekt so in den HTTP Headern angezeigt. Damit sind alle Sonderzeichen erlaubt und werden auch in Artikelnamen verwendet, wobei dann meist ein REDIRECT gesetzt wird, damit man auch ohne Sonderzeichen den Artikel erreichen kann). --Pjacobi 23:08, 16. Nov 2004 (CET)

Eigentlich hab ich nicht an die HTML Dateikodierung sondern an die Schriftkodierung auf dem jeweiligen Benutzersystem gedacht =D [also die Geschichte mit: wie tippt man ein "ş" ein usw].
Herzliche Grüße ERDINC 23:39, 16. Nov 2004 (CET)

PS: Mit diesen neuen Informationen werde ich natürlich den Artikel verschieben = )

Darstellungsseitig muss sich der Browser um alles kümmern. Wenn er das nicht schafft oder vom OS daran gehindert wird, ist der Computer älter als 10 Jahre. Die Tastatureingabe ist kniffliger, siehe Wikipedia:Sonderzeichen#Tastaturtreiber. --Pjacobi 23:53, 16. Nov 2004 (CET)

Einfluss: … häufig große sunnitische Glaubenslehrer und Ordensführer als Wegbereiter oder Anhänger ihrer Lehre bezeichnen, so beispielsweise Yunus Emre, Taptuk Emre … Hacı Bektaş-ı Veli… Yunus Emre, Taptuk Emre, Haci Bektas-i Veli Sunniten ist ja was ganz neues!!! Habt ihr schon die Gedichten von Yunus Emre gelesen. Beschreibt er in seinen religiösen Texten über Bekir, Omar, Osman oder über Ali und Muhammed. Er hat Gedichte über Hasan und Hüseyin. Falls ihr belege reiche ich euch es!!!! Ihr sollt das Buch von Haci Bektas-i Veli Makalat lesen, dann würdet ihr auch so ein quatsch nicht schreiben.

ANATOLISCHER HUMANISMUS

Haci Bektas Veli, war kein Anhänger des Islam im heutigen Sinne,
sein Orden galt nicht dem Islam, der im heutigen Kontext auf
die Sunniten geführt wird, sondern dem anatolischen Humanismus.

Sein Leben bestand nicht aus Gebet und Koran,
so wie es viele sunnitische Gelehrte behaupten.

Im Gegenteil, er selbst sagt (Niederschriften),
das er DERWISCH ist und nicht zu denen gehören will,
die den Pfad Gottes in der Moschee etc suchen.

Der Grund wieso sie ihn in den Sufismus-Topf stecken ist,
dass damit eine stärkere Gebundenheit zum Islam hergestellt werden soll,
man will eigentlich sagen, er hat den Koran anders interpretiert,
und nichts weiter. Doch er hat nicht -bloss- den Islam interpretiert,
sondern auch gleichzeitig eine Menschlichkeit beschworen, die es bis
heute gibt: Die Aleviten und Betkaschiten.

LG ERDINC 01:37, 18. Nov 2004 (CET)

Hallo ERDINC, warum meinst Du, daß Derwische keine Sunniten seien? Derwische sind die Anhänger des Sufismus, und innerhalb dieser mystischen Richtung existieren hunderte verschiedener Tariqas, die meisten davon sind sunnitisch, andere schiitisch, wieder andere sind überhaupt ganz schwer einzuordnen. Es gibt also Derwische auf der ganzen Welt, aber ich vermute, daß Du den Begriff Derwisch auf den Bektaschi-Orden beschränkst und somit auf Deine obige Aussage kommst. Viele Grüße, --Mounir 12:34, 27. Sep 2005 (CEST)

VOLK

Genau dieselbe Arroganz (ANATOLISCHER HUMANISMUS) in Bezug auf Zugehörigkeit haben die
sunnitsch-türkischen Gelehrten benutzt um HACI BEKTAS VELI zu einem Türken zu machen, er sei Türkmene ...

Ich hab diesen Teil natürlich auch ergänzt mit der seit langem
bewiesenen These, dass "er kommt aus Khorasan", bloß eine östliche
Herkunft angibt.

Haci Bektas Veli war höchstwahrscheinlich Afghane. Wen kümmert',
außer die türkischen Gelehrten die wiedermal alles besser wissen.

LG ERDINC 01:45, 18. Nov 2004 (CET)

PS: Selbes Debakel mit Yunus Emre ... er sei Türke und Sunnit!
Yunus Emre sagt selber in seinem Gedicht, dass er Derwisch ist!
Armer Yunus - wenn er dass wüsste =D

GEDICHT 1

Die Liebe Freunde ist sonnengleich
Ein lieblos Herz ist steinengleich
Kahl ist das Herz des Versteinten giftig seine Zunge
Spricht er auch zahm sein Wort ist dem Krieg gleich
Wer liebt der brennt wird kerzenweich
Steinherzen dunkeln harten Wintern gleich
Sterne von Verliebten wachen über Sultans Zelt einer Garde gleich
Vergiß die Furcht o Yunus vergiß alles Andere
Nur der Mensch der liebt wird einem Derwisch gleich

GEDICHT 2

ACH SCHÖPFRAD, warum klagest du?
Ich leide, darum klage ich.
Denn sieh, ich liebe meinen Herrn,
Und eben darum klage ich.

Mein Name ist das Schmerzensrad,
Mein Wasser fließt so glatt, so glatt,
Wie es der Herr befohlen hat
Und eben darum klage ich.

Sie fanden mich auf Bergeswächt,
Sie brachen Arm und Bein mir schlecht,
Zum Schöpfrad schien ich ihnen recht,
Und eben darum klage ich.

Zurecht schnitt mich der Zimmermann,
Wies jedem Glied die Stelle an.
Von Gott kam dieser Jammer an
Und eben darum klage ich.

Ich zieh das Wasser aus dem Grund,
Ich gieß es aus und dreh' mich rund.
Seht, was ich leide Stund' um Stund'!
Und eben darum klage ich.

Ich war ein Baum auf Bergen fern,
Nicht süß noch bitter ist mein Kern.
Ich bete stets zu meinem Herrn,
Und eben darum klage ich.

Der Derwisch Yunus seufzt sein Ach,
Der Sünde gilt sein Tränenbach -
Ich liebe Gott ja allgemach,
Und eben darum klage ich.

von Yunus Emre

Einfluss: … häufig große sunnitische Glaubenslehrer und Ordensführer als Wegbereiter oder Anhänger ihrer Lehre bezeichnen, so beispielsweise Yunus Emre, Taptuk Emre … Hacı Bektaş-ı Veli… Yunus Emre, Taptuk Emre, Haci Bektas-i Veli Sunniten ist ja was ganz neues!!! Habt ihr schon die Gedichten von Yunus Emre gelesen. Beschreibt er in seinen religiösen Texten über Bekir, Omar, Osman oder über Ali und Muhammed. Er hat Gedichte über Hasan und Hüseyin. Falls ihr belege reiche ich euch es!!!! Ihr sollt das Buch von Haci Bektas-i Veli Makalat lesen, dann würdet ihr auch so ein quatsch nicht schreiben.

Überarbeitung

Ich habe den Artikel überarbeitet und zu den strittigeren Aussagen Quellen hinzugefügt, die hauptsächlich auf den Artikel der Encyclopaedia Iranica basieren. Da die Iranica ein authoritatives Werk ist, sind weitere Änderungen, die diese strittigen Themen (seine Herkunft, sein Geburtsort, seine Bindung zu anderen Sufi-Heiligen, die Sprache seiner Veröffentlichungen, etc) betreffen, durch glaubwürdige und ernsthafte Fachliteratur zu belegen.

Zudem habe ich den Artikel nach "Hadschi Baktasch Wali" (korrekte Übernahme aus dem Arabischen) verschoben; auch die Iranica benutzt eine ähnliche Schreibweise, die - aus technischen Problemen - so nicht direkt übernommen werden kann. Die häufig benutzte türkische Schreibweise wird natürlich hierher redirected und ist auch im Einleitungssatz enthalten.

--Phoenix2 00:37, 26. Jul 2006 (CEST)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Hadschi Baktasch Wali und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).