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Der Artikel Hans-Dietrich Genscher gehört zur Kategorie: Deutscher, Mann, Vizekanzler (Deutschland), Innenminister (Deutschland), Außenminister (Deutschland), Bundestagsabgeordneter, Bundesvorsitzender der FDP, LDPD-Mitglied, FDP-Mitglied, NSDAP-Mitglied, Ehrenbürger, Hochschullehrer (Berlin), Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst, Geboren 1927
Hans-Dietrich Genscher (* 21. März 1927 in Reideburg, heute zu Halle an der Saale) ist ein deutscher Politiker (FDP).
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Hans-Dietrich Genscher überreicht Präsident George H. W. Bush ein Stück der Berliner Mauer (21. November 1989) Bildherkunft |
Er war von 1969 bis 1974 Bundesminister des Innern sowie von 1974 bis 1992 Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Von 1974 bis 1985 war er außerdem Bundesvorsitzender der FDP.
Leben und Beruf
Nach dem Besuch einer Oberschule in Halle/Saale leistete Genscher 1943 Dienst als Luftwaffenhelfer, wurde ein Jahr später zum Reichsarbeitsdienst und 1945 zur Wehrmacht eingezogen. Zunächst geriet er kurz vor Kriegsende in amerikanische und später in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung arbeitete er zunächst als Bauhilfsarbeiter und legte dann 1946 die Ergänzungs-Reifeprüfung ab. Danach absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaft in Halle/Saale und Leipzig, welches er 1949 mit der ersten juristischen Staatsprüfung in Leipzig beendete. Nach seiner Flucht in die Bundesrepublik Deutschland 1952 legte er 1954 das zweite juristische Staatsexamen in Hamburg ab. Seitdem ist er als Rechtsanwalt zugelassen. 1956 wurde er zunächst wissenschaftlicher Assistent der FDP-Bundestagsfraktion, deren Geschäftsführer er von 1959 bis 1965 war. [[Image:Genscher_Tantzen.jpg|thumb|240px|right| Hans-Dietrich (2.v.l.) und Barbara (r.) Genscher 1989 mit Eilert und Jutta Tantzen.]]
Hans-Dietrich Genscher ist verheiratet mit Barbara Genscher, hat eine Tochter und lebt mit seiner Familie in Wachtberg bei Bonn.
Partei
1945 wurde er im Alter von 18 Jahren Mitglied der NSDAP. Genscher war von 1946 bis 1952 Mitglied der LDP in Halle/Saale. Seit 1952 ist er Mitglied der FDP. Von 1962 bis 1964 war er Bundesgeschäftsführer der FDP. 1968 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Vom 1. Oktober 1974 bis zum 23. Februar 1985 war er schließlich Bundesvorsitzender der FDP. In seine Amtszeit als Parteivorsitzender fiel auch die Wende von der sozialliberalen Koalition 1982 zur Koalition mit der CDU/CSU. Die FDP musste daraufhin schlechte Wahlergebnisse und Austritte ehemals führender Parteimitglieder, wie z.B. des bisherigen Generalsekretärs Günter Verheugen, in Kauf nehmen.
Abgeordneter
Genscher war von 1965 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag eingezogen.
Öffentliche Ämter
Nach der Bundestagswahl 1969 war Genscher maßgeblich an der Bildung der sozialliberalen Koalition beteiligt und wurde am 22. Oktober 1969 als Minister des Bundesinnenministeriums in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. In seine Amtszeit fiel die Geiselnahme israelischer Sportler 1972 während der Olympischen Spiele in München. Genscher stellte sich als Austauschgeisel zur Verfügung, dies wurde von den palästinensischen Geiselnehmern jedoch abgelehnt.
Nach dem Rücktritt von Willy Brandt und der Wahl von Walter Scheel zum Bundespräsidenten wurde Genscher am 16. Mai 1974 als Außenminister und Vizekanzler in die nun von Helmut Schmidt geleitete Bundesregierung berufen.
Nachdem die sozialliberale Koalition bei der Bundestagswahl 1980 erneut bestätigt worden war, wirkte Genscher schon bald - hierbei vor allem unterstützt durch den Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff - auf ein Ende der Koalition zwischen SPD und FDP hin. Grund waren die zwischen den Koalitionspartnern zunehmenden Differenzen insbesondere in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Auch der fehlende Rückhalt von Bundeskanzler Schmidt in dessen eigener Partei wurde als problematisch angesehen. Am 17. September 1982 trat Genscher gemeinsam mit den übrigen FDP-Bundesministern zurück.
Am 1. Oktober 1982 wurde dann in einem konstruktiven Misstrauensvotum der bisherige Oppositionsführer Helmut Kohl auch von dem Großteil der FDP-Bundestagsfraktion zum Bundeskanzler gewählt. Am 4. Oktober 1982 kehrte Genscher als Außenminister und Vizekanzler in die Bundesregierung zurück.
Als Außenminister stand er für eine Ausgleichspolitik zwischen Ost und West und entwickelte eigene Strategien für eine aktive Entspannungspolitik. Er hatte großen Anteil an der europäischen Einigung und am Gelingen der deutschen Wiedervereinigung, über die er 1990 mit seinem DDR-Amtskollegen Markus Meckel verhandelte. Anfänglich stand er jedoch den konsequenten Wiedervereinigungsplänen Bundeskanzler Kohls abwartend gegenüber. Im Spätsommer 1989 erreichte er die Ausreiseerlaubnis für diejenigen DDR-Bürger, die sich noch vor der Maueröffnung in die Prager bundesdeutsche Botschaft geflüchtet hatten. Daneben setzte er sich für eine wirksame Unterstützung der politischen Reformprozesse vor allem in Polen und Ungarn ein. Die dafür eingesetzten Mittel führten dazu, dass seine und Bundeskanzler Helmut Kohls Politik mitunter auch abfällig als Scheckbuchdiplomatie bezeichnet wurde.
Kritik rief die von Genscher betriebene frühzeitige Anerkennung der ehemals jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien durch die Bundesrepublik Deutschland im Dezember 1991 hervor. Diese war mit Österreich abgestimmt. Damit setzte er sich über das EG-Übereinkommen hinweg. Diesem folgend sollten eventuelle Anerkennungen eigentlich erst ab dem 15. Februar 1992 vollzogen und die Ergebnisse der sogenannten Badinter-Kommission abgewartet werden. Auch der UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar hatte die deutsche Bundesregierung gewarnt, dass eine Anerkennung von Slowenien und Kroatien zu einer Ausweitung der Aggression im bisherigen Jugoslawien führen werde.
Am 18. Mai 1992 schied Genscher auf eigenen Wunsch aus der Bundesregierung aus, der er insgesamt 23 Jahre angehört hatte. Seine Entscheidung hatte er drei Wochen zuvor, am 27. April 1992, überraschend bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt war er Europas dienstältester Außenminister.
Seit 1994 ist Genscher Honorarprofessor am Otto-Suhr-Institut für Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin, von 2001 bis 2003 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).
Hans-Dietrich Genscher ist Ehrenpräsident des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland.
Auszeichnungen
Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Halle (Saale) und der Stadt Berlin.
- 1982 - Karl-Valentin-Orden der Narrhalla München
- 1986 - Großkreuz der französischen Ehrenlegion
- 1988 - Radi-Orden von 1898 der Narragonia Regensburg
- 1990 - Preis Prinz von Asturien
- 1991 - Erster Preisträger des Kasseler Bürgerpreises „Das Glas der Vernunft“
- 1992 - Verleihung des Großen Verdienstkreuzes Polens und Ungarns
- 1992 - Goldenes Schlitzohr
- 1993 - Ehrendoktorwürde der Juristenfakultät der Universität Leipzig
- 1994 - Ehrensenator der Hochschule Bremerhaven
- 2003 - Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig
- 2006 - Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung
Zitate
- Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Nacht Ihre Ausreise [...in die Bundesrepublik möglich sein wird.] Das Satzende ging im Jubel unter. (Im Hof der Prager Botschaft der Bundesrepublik zu 10.000 ausreisewilligen DDR-Bürgern am 30. September 1989)
Literatur
- H.-D. Genscher: Erinnerungen, Siedler-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-88680-453-4 (nicht mehr im Handel erhältlich)
- Hans-Dieter Lucas (Hrsg.): Genscher, Deutschland und Europa. Nomos-Verlag, Baden-Baden 2002. ISBN 3-7890-7816-6
- Werner Filmer und Heribert Schwan: Hans-Dietrich Genscher. Aktualisierte Taschenbuchausgabe. Moewig-Verlag, Rastatt 1993. ISBN 3-8118-2815-0
Kabinette
Hans-Dietrich Genscher war Mitglied der Bundesregierungen unter Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl.
Weblinks
- Homepage von Hans-Dietrich Genscher
- Biographie beim Deutschen Historischen Museum
- Webseite des Hans-Dietrich-Genscher-Preises der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
{{Personendaten|
NAME=Genscher, Hans-Dietrich
|ALTERNATIVNAMEN= |KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (FDP), 1969-1974 Innenminister, 1974-1992 Außenminister der BRD |GEBURTSDATUM=21. März 1927 |GEBURTSORT=Reideburg, Saalkreis |STERBEDATUM= |STERBEORT= }}
nds:Hans-Dietrich Genscher
Diskussion der Autoren über den Artikel: Hans-Dietrich Genscher
Kleine Änderung
Hab kurz die plumpe Überschrift "Partei" in "Parteilaufbahn" umbenannt. Anonym 19. Sept. 2006, 9:00 (CEST)- Hab kurz die plumpe Umbenennung wieder rückgängig gemacht. --TMFS 09:30, 19. Sep 2006 (CEST)
Genschers Edelmut
Der Artikel hat, möglicherweise unabsichtlich, die Tendenz, Genschers Wirken zu verherrlichen, und zwar durch zwei Erwähnungen, auf die Genscher selbst gerne zurückkommt, wenn es gilt, sein politisches Wirken zu schildern:
- a) „In seine Amtszeit fiel die Geiselnahme jüdischer Sportler während der Olympischen Spiele 1972 in München, bei der sich Genscher als Austauschgeisel zur Verfügung stellte.“ Das klingt edel, läßt aber außer Acht, daß Genscher bei seinem Angebot zu keiner Zeit Gefahr lief, daß es auch angenommen werden könnte. Dagegen wußte er genau, daß zumindest Teile des Publikums damals und später sein verbales Angebot als heroische und edle, da altruistische und lebensgefährliche Tat bewerten würden. Wer Genscher kennt, kann sich seinen eigenen Reim darauf machen.
- b) Zitat: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, daß heute Nacht Ihre Ausreise [...in die Bundesrepublik möglich sein wird.] Das Satzende ging im Jubel unter. (Im Hof der Prager Botschaft der Bundesrepublik zu 10.000 ausreisewilligen DDR-Bürgern am 30. September 1989)“. Es schien Genscher wohl selbst und auch den in der Botschaft Eingeschlossenen, als komme der Erlöser, der es geschafft hat, den Eingeschlossenen die Freiheit zu bringen. Niemand hat damals gefragt, worauf die Ausreisemöglichkeit letztlich zurückzuführen war, wer sie ausgehandelt hat, und wie lange, wieviel qualvolle Stunden, Genscher die in der Botschaft Bangenden im Ungewissen hielt, um ihnen die gute Nachricht selbst überbringen zu können.
Es wäre m.E. sinnvoll, den Artikel daraufhin zu prüfen und fortzuschreiben.
Die letzte Andrungs-Rückgängigmachung verstehe ich nicht so ganz, normalerweise werden doch reine Auflistungen nicht so gerne gesehen, oder? Und die letzte Version hat die Vita in einen Artikel verpackt. --Elya 22:53, 11. Sep 2003 (CEST)
- Sorry, das war mein Fehler: da hab ich schief gekuckt, ich hab nur die Geburtsdaten als Überschrift gesehen und das für ein Experiment gehalten. Hab meine Rückgängigmachung rückgängig gemacht. Ulrich.fuchs 23:46, 11. Sep 2003 (CEST)
Tja, was haltet Ihr denn vom letzen Satz, ist das so OK, was der anonyme Mensch da reingeschrieben hat? Was meint Ihr? --Geschichtsfan 19:34, 28. Mär 2004 (CEST)
Genscher soll Mitglied der NSDAP gewesen sein:
hier steht, daß Genscher NSDAP-Mitglied gewesen ist:
http://www.spiegel.de/polit...
>>Der alte Jens weist alle Verdächtigungen zurück, hat für alles eine Erklärung, siehe etwa die Süddeutsche vom 8. 12. Gerd Simon, ein Mitarbeiter des Internationalen Germanistenlexikons, drückt aus, worum es geht: "Als Genscher als Außenminister zurücktrat, nicht zuletzt weil seine NSDAP-Mitgliedschaft publik wurde, habe auch ich das für eine überzogene Reaktion gehalten. Berechtigterweise vorzuwerfen war ihm dabei wenig mehr als dass er das so lange verschwiegen hatte. Genau dieser Vorwurf muss nun aber im Fall „Jens“ deutlicher ausfallen, weil das ein Licht auf seine moraltriefenden Auslassungen über Akademiker und Politiker wirft, die die Vergangenheit im 3. Reich und nicht zuletzt deren „Vergangenheitsbewältigung“ betrafen (das kollektive Verschweigen von Jugendsünden ist ja auch eine solche) (...)"<< Aus: http://people.freenet.de/No... 212.82.249.134 19:40, 28. Mär 2004 (CEST)
Aus Diskussion:Bundestag:
- Seriöse Quellen, in denen von einer NSDAP-Mitgliedschaft Genschers gesprochen wird, konnte ich mit Google nicht finden. Einzig un allein in der FAZ ist eine kryptische Andeutung zu finden: FAZ-Kommentar - Der Nachlaß der Partei - Von Rainer Blasius Der Zusammenhang ist wohl nur mit Hintergrundwissen aus der Zeit der Spekulationen zu verstehen. Vielleicht sucht davon ausgehend jemand noch einmal nach weiteren Quellen? --HenHei 18:36, 29. Mär 2004 (CEST)
- Bloß können Journalisten, Zeitungen und Medien usw., die so etwas lieber vertuschen, noch als seriös betrachtet werden ? Natürlich nicht. Und das oder anderes zu schreiben, liegt auch nicht im Ermessen der normalen Journalisten, sondern wird von den Abteilungsleitern und Chefredakteuren festgelegt und gegebenenfalls zensiert. Und der jeweilige Journalist, der es an vorauseilendem Gehorsam mangeln ließ, wird sodann abgestraft oder gleich entlassen. Meinungsfreiheit im Kapitalismus. Also wieso soll ein Schreiberling von der FAZ glaubwürdiger und "seriöser" (=ernsthafter) sein, als einer von der Prawda oder vom Neuen Deutschland ? Die FAZ oder die meisten anderen Blätter sind auch keineswegs neutral, wollen sie auch gar nicht sein. Vieles von deren Artikeln würde hier bei Wikipedia nicht als neutral durchgehen.
- Hallo Henning, nein ich denke, es ist OK so. In einer anderen Version dieses Artikel stand, dass Genscher auf Grund seiner bekannt gewordenen NSDAP-Mitgliedschaft von seinem Posten als Außenminister zurückgetreten ist. Das stimmt ja so nun überhaupt nicht. Man kann den Text so lassen, denke ich. --Geschichtsfan 18:45, 29. Mär 2004 (CEST)
weitere Quellen zur NSDAP-Mitgliedschaft:
- siehe auch: http://homepages.uni-tuebin...
- In einer gedruckten Spiegelausgabe stand es auch mal, daß Genscher mit 18 in die NSDAP eingetreten ist. Welche das ist, müßte ein anderer herausfinden.
- >>Im Zuge der Wiedervereinigung gingen die einst als hochbrisantes politi-sches Herrschaftsinstrument eingeschätzten "Beuteakten" am 1. Juli 1994 in die Obhut des Bundesarchivs über - zu einem Zeitpunkt, als Kenner der Geschichte des Nationalsozialismus im BDC keine "großen Geheimnisse" mehr vermuteten und außerdem durch den Tod von Tätern aus dem "Drit-ten Reich" und von Akteuren aus der frühen Bundesrepublik mit NSDAP-Hintergrund eine Art von "biologischer Entsorgung der deutschen Ge-schichte" stattgefunden hatte. Vor zehn Jahren dachte niemand daran, daß vielleicht noch kleine Geheimnisse in den Millionen Karteikarten schlummerten und die - im wahrsten Sinne des Wortes - eine oder andere Partei-Jugendsünde einzelner Prominenter ans Tageslicht bringen könn-ten. Damals interessierte man sich gerade einmal für die Eintrittsmodalitä-ten des 1927 geborenen Hans-Dietrich Genscher, der bis 1992 an der Spitze des Auswärtigen Amts gestanden hatte. Jüngst sind einige hochbetagte Germanisten von ihrer Biographie insofern eingeholt worden, als in den NSDAP-Mitgliederkarteien Spuren ihrer "Par-teigenossen"-Existenz gefunden worden waren. Als der Herausgeber des "Internationalen Germanistenlexikons" sie damit im Vorfeld der Publikati-on konfrontierte, präsentierten sich die Großen ihres Fachs ziemlich klein, indem sie den Wahrheitsgehalt der Unterlagen anzweifelten und rechtliche Schritte androhten. Davon ließen sich die aufgebrachten Emeriti immerhin abhalten durch ein Gutachten des Münchener Instituts für Zeitgeschichte, das die Frage beantwortet, ob jemand ohne eigenes Zutun überhaupt Mit-glied der NSDAP werden konnte. Der Befund ist eindeutig: Demnach sei "den im Bundesarchiv verwahrten Karten aus der Mitgliederkartei der NSDAP in jedem Fall ein individueller Antrag auf Mitgliedschaft in der Par-tei und dessen Genehmigung durch die regionalen und zentralen Parteiin-stanzen vorausgegangen". Laut NSDAP-Satzung erfolgte der Beitritt ord-nungsgemäß erst "mit der Aushändigung der von der Reichsleitung ausgestellten Mitgliedskarte an den aufzunehmenden Volksgenossen". Dazu sei es während der Kriegswirren "in vielen Fällen" nicht mehr gekommen.<< Aus: http://www.augias.de/archiv...
Noch Ende der 60er Jahre waren mehrals ein Drittel aller leitenden Beamtender Bundesbank (Zentralbankrat undVorstandsmitglieder der Landeszentral-banken) frühere NSDAP-Mitglieder. Quellen: Handelsblatt, 24./25.7. und 29.7.98
Meines Wissens konnte man erst im Alter von 18 Jahren Mitglied der NSDAP werden. Genscher ist am 21. März 1945 18 Jahre alt geworden. Er müßte also in den letzten sieben Wochen des Dritten Reiches noch in die Partei eingetreten sein. Dafür hätte ich doch gern einen seriösen Beleg, der über eine nur lapidare Erwähnung in einem Online-Artikel hinausgeht. Bis das nicht eindeutig geklärt ist, muss die NSDAP-Mitgliedschaft raus. --TMFS 23:04, 25. Mai 2005 (CEST)
- Auch 7 Wochen Mitgliedschaft zählen, also muss es wieder rein, und der Aufnahmeantrag wurde i.A. schon Monate vorher eingereicht. Und wenn einer noch in die NSDAP eintrat, obwohl schon an allen Ecken die NS-Verbrechen offenbar wurden, dann zeugt das von besonderer ideologischer Verbundenheit. Die Mitgliedschaft ist - siehe obige Quellen - schon vielfach belegt, nicht jedoch, dass er nach 45 wieder aus der NSDAP ausgetreten ist. 217.184.19.210 00:42, 5. Jun 2005 (CEST)
Und Links und Quellen sind hier ja nun haufenweise angegeben worden, die Sache ist eindeutig geklärt, ist auch nicht nur online greifbar, sondern z.B. in den Druckausgaben des Spiegel. Hier eine weitere Quelle http://en.wikipedia.org/wik... . Hier eine gedruckte Quelle für Internetmuffel: Braunbuch - Norbert Podewin (Hrsg.): "Braunbuch". Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik und in Westberlin. Staat, Wirtschaft, Verwaltung, Armee, Justiz, Wissenschaft. Edition Ost, Berlin 2002, ISBN 3360010337 . erhard
Weitere Quellen für Genschers NSDAP-Mitgliedschaft(sowie für die von Walter Scheel):
- http://www.bundesregierung....
- http://www.wsws.org/de/2005...
- http://people.freenet.de/No...
- http://www.faz.net/s/Rub7FC...
- http://www.auswaertiges-amt...
- http://www.zeit.de/2005/15/...
- http://www.zeit.de/2004/04/...
- http://www.gruene-partei.de...
- http://www.abendblatt.de/da...
- http://jungle-world.com/sei...
- http://www.spiegel.de/kultu...
- http://www.vvn.telebus.de/a...
- http://www.taz.de/pt/2005/0...
- http://66.249.93.104/search...
- http://www.trybuna.com.pl/n...
- Und immer noch keine zuverlässige Quelle. Zehmal Quellen der Art Jungleworld ist nicht gleich "haufenweise", und schon gar nicht zuverlässig. Viele andere Quellenlinks sind nicht mehr aktuell (ich habe nicht alle nachgeschaut). Ob er nun wirklich in die NSDAP eintrat in den letzten Wochen des Reiches, ist ebendeswegen unklar weil es ja bereits an allen Ecken und Enden krachte. Lustigerweise nimmt 217.184.19.210 den Eintritt aber als unumstössliche Tatsache an und folgert daraus weil er in den letzten Wochen erfolgt sei das sei schlimmer zu bewerten. Und die IP sagt noch, dass es nicht belegt sei dass er nach 45 wieder austrat - das ist ja besonders lustig. 213.42.2.28 10:28, 14. Jul 2006 (CEST)
Genschers "Verdienste":
- vorzeitige Anerkennung der Unabhänigkeit Sloweniens und Kroatiens: Genscher wird die Rolle eines Mittlers und Helden in der Jugoslawienfrage in diesem Artikel zugesprochen. Tatsache ist aber, dass die vorzeitige Anerkennung der beiden Staaten zum Aufflammen des Konflikts geführt hat. "Die deutsche Politik (Genscher)hat die Probleme z.t. selbst hergestellt, die sie später glaubte militärisch bekämpfen zu müssen (Sommer 2001:85)"
Selbst UNO Generalsekretär de Cuellar warnte Genscher -> die Folgen waren verheerend. "Wenn es in D'land in der Politik noch Verbrecher gäbe nach Hitler, die es glücklicherweise nicht gibt, hätte Genscher sicher Anspruch auf die erste Reihe" (Theweleit 2002)
Theweleit, Klaus (2002): Der Knall. 11. September, das Verschwinden der REalität und ein Kriegsmodell. Sommer, Gert (2001): Menschenrechtsverletzungen als LEgitimation des Jugoslawien-Kosovo-Krieges?
- "Zerschlagung Jugoslawiens durch Anerkennung Sloweniens und Kroatiens im Alleingang. Kroatien – unter Franjo Tudjman und der faschistoiden „Kroatischen demokratischen Gemeinschaft“ (HDZ) – wird massiv mit
- was kann Genscher für Nazi-Söldner? Daß manche Menschen für Geld töten und es riskieren, durch ebensolche Handlungen getötet zu werden sieht man auch anderswo im Moment.
Rabauz 01:37, 18. Mai 2004 (CEST)
- "Der Krieg in den früheren jugoslawischen Republiken wird durch ein massives und komplexes System von Waffenlieferungen per Schiff nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina, finanziert und organisiert von Deutschland, angeheizt" – „Defense & Foreign Affairs Strategic Policy“, 31 Dez 1992
- was jetzt? Aus Eurer Sicht wars wahrscheinlich ganz richtig daß die spanische Republik im Bürgerkrieg keine Waffen bekommen hat, oder?
- „Mit jedem Schuss kommt Kroatien seiner Unabhängigkeit näher“ – Hans Dietrich Genscher FDP, Bundesaußenminister, Aug 1991 in: „Konkret“, 10/1995
- Ich halte es auch für erwähnenswert, das einer der an der "europäischen Einigung " arbeitet, einem erwartungsgemäß blutigen Sezessionskrieg Vorschub leistet, vergl. Biographie Horst Telstschik . Gruß IM Tulpe
NSDAP-Mitglied
Moin! Gibt es einen vernünftigen Grund, die Kategorisierung rauszurevertieren oder besteht ein (POV-)Konsens, das ein objektiver Sachverhalt nicht kategorisierwürdig ist (wonach man sich dann die Verantwortlichen Gedanken über Sinn und Zweck von Parteimitgliedschafts-Kategorien machen müßten). --Asthma 18:34, 30. Nov 2005 (CET)
- Ich hatte die Kategorie auch schon mal hinzugefügt, das wurde aber vom Mogelzahn wieder revertiert. Der Grund dafür war, dass Genschers NSDAP-Mitgliedschaft eben nicht als „objektiver Sachverhalt“ anerkannt wurde (vgl. hier, Mogelzahn, Mogelzahn/Archiv2, TMFS/Diskussionsarchiv oder TMFS/Diskussionsarchiv). Und in der Tat ist die Quellenlage in diesem Fall bis jetzt recht dünn, denn es gibt zwar eine ganze Reihe von Medien, die behaupten, Genscher sei NSDAP-Mitglied gewesen, aber einen Beleg findet man dort nicht. Und schon gar keinen Hinweis darauf, ob die Mitgliedschaft durch die Meldung eins übereifrigen HJ-Funktionärs oder aber aus eigenem Antrieb zustande gekommen sein soll. Diese Information wäre aber z.B. für die hier diskutierte Relevanz der Mitgliedschaft für die Kategorisiertung wichtig.
- Ich denke aber, dass es Konsens ist, dass eine nachgewiesene bewusste NSDAP-Mitgliedschaft auch kategorisiert werden sollte. Nur den Nachweis muss man eben auch erbringen. --Hjaekel 22:58, 8. Dez 2005 (CET)
- Letzteres sehe ich genauso. (Ansonsten müsste man die Kategorie in NSDAP-Mitglied, bei dem wir die Mitgliedschaft wichtig finden umbennnen.)
- Man kann jedoch meiner Meinung nach den Nachweis durch die obige Linkliste als erbracht ansehehn. grüße, Hoch auf einem Baum 23:32, 8. Dez 2005 (CET)
- Daran sieht man die Grenzen von Wikipedia: Die Welt entstand erst mit der Verbreitung des Internets, alles vor 1995 muß Legende sein, denn sonst gäbe es ja Beweise im Internet... (wer Ironie findet...) amanda, im Jahre 11 nach dem Urknall
Anfrage
Man sagte mir das Genscher als Soldat in Lutherstadt Wittenberg gedient haben soll? Ist das richtig oder falsch? Wenn er in Wittenberg gedient hat, sollte dies auch in seinem Lebenslauf erscheinen. Dann müsste ich ihn in die Persöhlichkeitsliste von Wittenberg eintragen, weil er die Bedingungen zur Eintragung in die Liste erfüllt. Könnte mich jemand darüber benachrichtigen, bitte über mein Profil. mfg Torsten Schleese 22:21, 25. Dez 2005 (CET)Direktmandat 1990?
Aus dem Artikel hierher verschoben:
Der war doch 1990 über Direktamndat aus Halle eingezogen oder irre ich mich?
- Nein, über das Direktmandat im Wahlkreis Halle-Altstadt ist Uwe-Bernd Lühr (auch FDP) eingezogen. --TMFS 00:49, 5. Apr 2006 (CEST)


