Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten
 
Hausrind

Toplinks zu diesem Thema:
Englisch, Rolle



Der Artikel Hausrind gehört zur Kategorie: Haustier, Rind
Hausrind
Abbildung
Fleckvieh
Bildherkunft

Systematik Kategorie:Vorlage:Taxonomievorlage
Unterordnung

Kategorie:Vorlage:Taxonomievorlage : || Wiederkäuer (Ruminantia)

Familie

Kategorie:Vorlage:Taxonomievorlage : || Hornträger (Bovidae)

Unterfamilie

Kategorie:Vorlage:Taxonomievorlage : || Rinder (Bovinae)

Gattung

Kategorie:Vorlage:Taxonomievorlage : || Bos

Art

Kategorie:Vorlage:Taxonomievorlage : || Wildrind (Bos taurus)

Unterart

Kategorie:Vorlage:Taxonomievorlage : || Hausrind

Wissenschaftlicher Name
Bos taurus taurus

Als Hausrind oder schlicht Rind bezeichnet man das zunächst wegen seines Fleisches, später auch wegen seiner Milch und seiner Zugleistung domestizierte Wildrind (Bos taurus).

Die meisten heutigen Hausrinder (taurine oder echte Hausrinder), einschließlich des Zebu stammen vom Ur oder Auerochsen (Bos taurus primigenius) ab, der in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas lebte und seine größte Population im Alluvium hatte, danach gingen seine Bestände allmählich zurück. Am Ende waren vor allem die Jagd und menschliche Eingriffe in die Natur Gründe für die Ausrottung des Urs. Die letzte bekannte Urkuh in Europa wurde 1627 in Polen getötet. Die Domestikation zum Hausrind erfolgte bereits im 9. Jahrtausend v. Chr. Als Beleg gilt, dass ab 8.300 v. Chr. Rinder zusammen mit Ackerbauern auf das bis dahin rinderlose Zypern gelangten.

Seitdem hat der Mensch eine große Zahl unterschiedlicher Rinderrassen gezüchtet, in die teilweise auch andere wilde Rinderarten als Bos taurus (etwa der amerikanische Bison beim Beefalo) eingekreuzt wurden. Vor allem in Asien sind weitere Tiere domestiziert worden, die von anderen Arten herstammen, so das Balirind (Bos javanicus f. domestica) aus dem Banteng (Bos javanicus), das Gayal (Stirnrind) (Bos gaurus f. frontalis) aus dem Gaur (Bos gaurus), das Hausyak (Bos mutus f. grunniens) aus dem Wildyak (Bos mutus) und der im Gegensatz zu den eigentlichen Rindern der Gattung Bos zur Gattung Bubalus zählende Hausbüffel (Bubalus bubalis f. bubalis) aus dem Wasserbüffel (Bubalus bubalis f. arnee).

Bezeichnungen

  • Jungtiere werden als Kalb bezeichnet. Im Allgäu bezeichnet man weibliche Jungtiere als Schumpen.
  • Im Alter von 4 Monaten bis 1 Jahr heißt das Jungrind Fresser (je nach Geschlecht Bullen- oder Färsenfresser).
  • Das geschlechtsreife weibliche Hausrind heißt Kuh, dient es zur Milch- bzw. Fleischgewinnung, wird es auch Milchkuh bzw. Mutterkuh genannt.
    • Ein geschlechtsreifes weibliches Rind vor dem ersten Kalben heißt Färse, Kalbin (Österreich, Süddeutschland), Queen, Queene oder Starke.
  • Das geschlechtsreife männliche Hausrind heißt Bulle oder Stier, Farren oder Fasel, im südbadischen Hägel oder Hage und in der Schweiz auch Muni.
    • Ein kastriertes männliches Rind heißt Ochse.

Nutzung

Abbildung
Rinder
Bildherkunft

Abbildung
Kühe (gemalt von Anton Braith). Gemälde aus dem Braith-Mali-Museum in Biberach/Riß
Bildherkunft

Hausrinder sind in mehrerer Hinsicht nützlich, wobei einige Rassen im Hinblick auf eine oder mehrere bestimmte Nutzungsarten besonders gezüchtet wurden. Man unterscheidet dabei die Zweinutzungsrassen von den milch- bzw. fleischbetonten Rassen. Neben Milch, Fleisch und Leder liefern Rinder Gülle oder Jauche und Mist, die in der Landwirtschaft als natürliche Düngemittel bzw. auch als Brenn- und Baumaterial eine wichtige Rolle spielen, außerdem erfüllen besonders Ochsen in vielen Teilen der Welt noch heute als Zugtiere für Karren oder zum Pflügen eine wichtige Funktion. Des Weiteren sind Tiere wie das Heckrind ein wichtiger Faktor in der Landschaftspflege und im Naturschutz (Almwirtschaft). Eine Kuh hat eine natürliche Lebenserwartung von 20 Jahren.

Bei den Rindern selbst lassen sich die Nutzungsrichtungen Milchproduktion und Fleischproduktion unterscheiden. Es gibt Rassen, die überwiegend auf eine der beiden Nutzungsrichtungen hin gezüchtet wurden, aber auch solche, bei denen beide Nutzungsrichtungen züchterisch bearbeitet werden (=Doppelnutzung, DN). Die Unterschiede zwischen beiden Richtungen sind genetisch bedingt:

Rassen mit hoher Milchleistung zeigen typischerweise hohe Spiegel endogen synthetisierter Wachstumshormone (Somatotropin, BST). Typische Milchvieh-Rassen sind beispielsweise Holstein-Friesian (= Rot- und Schwarzbunte, HF), Braunvieh (= Brown Swiss, BS) oder Fleckvieh (= Simmentaler, FV) als Doppelnutzungsrind.

Fleischrinder haben eine günstigere Struktur des Fleisches (Faserigkeit, Marmorierung). Früher wurden männliche Tiere zur Verbesserung des Fleisches kastriert und somit zu Ochsen gemacht. Heutzutage ist dies in Deutschland nur noch in extensiven Haltungsformen üblich. Es werden sowohl männliche als auch weibliche Tiere geschlachtet. Verbreitete Fleischrassen sind beispielsweise Hereford, Charolais und Limousin, daneben andere, mehr regional verbreitete Rassen wie Angus und Galloway. Bei der Nutzungsrichtung Fleischproduktion wird zwischen Rassen unterschieden, die ein schnelles Wachstum aufweisen, aber nicht zwangsläufig großrahmig sind (zum Beispiel Limousin) und solchen Rassen, die auf ein hohes Endgewicht kommen (beispielsweise Charolais).

Verbreitung

Hausrinder sind weltweit verbreitet, wobei die Zebu-Rassen wesentlich besser an die Tropen angepasst sind als Rassen europäischen Ursprungs. Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts brachten Europäer das Hausrind nach Amerika, auf viele Inseln und nach Australien und Neuseeland, wo sich bald große verwilderte Bestände entwickelten, die jedoch ab den 18. Jahrhundert begannen zusammenzubrechen. Heute gibt es lediglich auf der Insel Amsterdam noch eine Population verwilderter Hausrinder. Seit Anfang der 1980er Jahre gibt es eine Population von Heckrindern im Oostvaardersplassen, die weitgehend ohne Einfluss des Menschen lebt. Indien ist das Land mit dem größten Hausrind-Vorkommen: Dort leben ca. 226 Millionen Rinder. In China sind es dagegen "nur" 108 Millionen, in den USA 96 Millionen und in Deutschland knapp 14 Millionen.

Anatomie

Abbildung
Teile des Rindes.
Bildherkunft

Abbildung
Schädel eines Hausrindes.
Bildherkunft

Abbildung
Magen eines Hausrindes.
a: Speiseröhre
b: Pansen
c: Netzmagen
d: Blättermagen
e: Labmagen
f: Darm
Bildherkunft

Kühe sind wie Pferde auch Pflanzenfresser, nutzen aber als Wiederkäuer wie auch Schafe und Kamele die Nahrung weit besser aus. Die Nahrung durchläuft 4 Mägen (Pansen, Netzmagen, Blättermagen, Labmagen). Trotzdem hat auch Kuhkot, landläufig als Kuhfladen bezeichnet, noch einen nennenswerten Brennwert. Getrocknete Kuhfladen werden deshalb in der 3. Welt als Brennstoff benutzt.

Die Kuh produziert beim Wiederkauen 10 - 20 Liter Speichelflüssigkeit am Tag.

Rassen

Abbildung
Hausrinder in Thailand: Kuh mit Kalb
Bildherkunft

Abbildung
Herefordbulle, Australien
Bildherkunft

Abbildung
Grauviehkalb im Tiroler Pitztal
Bildherkunft

Es gibt eine große Zahl von Rinderrassen, die für verschiedene Ansprüche gezüchtet werden. Allerdings gehen gerade in der heutigen Zeit wegen der durch den wirtschaftlichen Druck verstärkten Massentierhaltung und Technisierung der Landwirtschaft viele Rassen verloren. Aus diesem Grund wird jedes Jahr in Deutschland durch die GEH eine gefährdete Haustierrasse des Jahres gewählt, um auf diese Situation aufmerksam zu machen. Zur Katalogisierung der Rinderrassen und Kennzeichnung im Rinderpass gibt es einen verbindlichen Rasseschlüssel.

Einige Rassen des Hausrindes

Krankheiten und Parasiten

Siehe auch

Weblinks

als:Hausrind nds:Rindveeh pam:Baka


Diskussion der Autoren über den Artikel: Hausrind


ich wollte nur wissen wann die Kühe(geschlechtsreifes weibliches Rind, wie ich ja jetzt weiß) ihre Kälber(nicht geschlechtsreifes Rind) von einem Bullen (geschlechtsreifes männliches Tier)zeugen lassen. schade. steht da nicht. und nennt man das bei Rindern auch Brunftzeit?? Adieu, Sandra

Unsere Kühe haben einen dreiwöchigen Zyklus wie die meisten Säugenutztiere in unseren Ställen, der übers ganze Jahr geht, da man ihenn eine Saisonalität abgewöhnt hat. Alle drei Wochen also kommen die Kühe in Brunst (heisst es beim Nutztier). Dann verlangt es ihnen nach einem Bullen und sie stehen still, wenn sie besprungen werden. Zu Beginn der Brunst bespringen sie auch gerne andere (die Hormone halt). Also wenn man zwei Kühe auf der Wiede sieht, die sich gegenseitig bespringen, sind das keine Lesben, sondern die, die steht ist in der Hauptbrunst udn die die springt bald auch! Die meisten Kühe hier bei uns haben nur das zweifelhafte Vergnügen von einem Besamungstechniker oder einem Tierarzt besamt zu werden, dafür bekommen sie dann das Sperma eines wirklich tollen Bullen und die Zucht geht schnell voran!


Die weibliche Form des Hausrindes heisst nicht automatisch Milchkuh, da die Kühe der Fleischrinder Mutterkühe heissen, weil man die besser nicht melken sollte, weil sie einen dann in Grund und Boden trampeln, weil ihre Milch ausschliesslich für ihre Kälber ist!

nicht-europäischen Rinderrassen

Kennt sich jemand mit nicht-europäischen Rinderrassen wie Sanga, Brahmanen, Nguni, ... aus? Oder werden die nicht in Zuchtbüchern geführt?


Ich habe :Bild:Bulle-110404.jpg hochgeladen. Wenn jemand das Tier bestimmen kann, kann das Bild entsprechend eingebaut werden. --Martinroell 12:53, 11. Apr 2004 (CEST)

... das issn Galloway! vgl. http://www.rind-bw.de/flrsc...

Ich kenne mich nur mit europäischen Rassen aus und da auch nur mit den gängigen. Die anderen sind einfach "nur" an ein anderes Klima u.a. adaptiert: Können besser mit Hitzestreß um usw.; --Crazybyte 10:21, 18. Apr 2004 (CEST)

...jetzt steht da wieder der Schmarren von wegen Kühe wären Sinker, weil sie keinen Schließmuskel hätten. Ist wohl nicht totzukriegen, die falsche legende...??? Zerohund 10:28, 15. Jul 2004 (CEST)

Speichel

Aus dem Artikel Kuh (dort entfernt, da es eher hierhergehört): Die Kuh produziert beim Wiederkauen 200 Liter Speichelflüssigkeit am Tag.

Macht das Sinn? Ist eine ganze Menge. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die viel sabbern, aber 200 Liter? --Slomox Slomox 00:10, 26. Mär 2005 (CET)

So, nun hat eine IP es auch hier eingefügt. Ist das korrekt mit den 200 Litern oder nicht? --Slomox Slomox 01:23, 5. Apr 2005 (CEST)

Ich habe bei LOEFFLER, ISBN 3-8252-0013-2 eine Angabe von KOLB, 1974 gefunden, die habe ich in den Artikel eingefügt: 98 - 190 Liter/Tag Landwirt 11:00, 11. Apr 2005 (CEST)

Wow, kaum zu glauben, also war es im Grunde richtig. Vielen Dank! --Slomox Slomox 20:34, 15. Apr 2005 (CEST)

Die Kuh produziert ihren Speichel hauptsächlich nicht zum Sabbern sondern um das Millieu im Pansen zu erhalten. Der Speichel erhält viel Bicarbonat, der die kurzkettigen Fettsäuren, die die Mikoorganismen aus den Strukturkohlenhydraten machen, abpuffert und damit den pH so hoch hält, dass all diese Mikroorganismen nicht absterben!

BHV-1

Kleine Anregung für die Krankheiten: BHV (Boviner Herpesvirus). Die BHV-1 Freiheit gewinnt, besonders bei Züchtern, an Bedeutung.--Norman 08:56, 13. Jun 2005 (CEST)

Masse

Irgend jemand sollte doch wissen, wie schwer Rinder so werden, meinetwegen auch wie schwer die kleinsten und wie schwer die grössten Rinder sind... Wäre wohl als Basisinformation interessannt, gerade für Stadtmenschen Ausserirdische, o.ä. (... was! ich hätte nie gedacht, dass eine Kuh so gross ist! und soooooooooo schnell... *g*) Ebikoner 84.227.150.8 23:43, 24. Sep 2005 (CEST)

Da unter Hausrind eine ganze Reihe teilweise recht unterschiedlicher Varianten fallen, lässt sich das schwer angeben. Bei der in Deutschland am meisten verbreiteten Rasse, dem Holstein-Rind sind aber ungefähre Zahlen angegeben. --Slomox Slomox 00:49, 25. Sep 2005 (CEST)

Alter

Hallo, weiß denn jemand noch, wie alt Rinder/Kühe werden können, wenn sie nicht nach Absinken der Milchleistung oder Erreichen des Schlachtgewichts vorzeitig abtreten? Ich habe bisher nichts darüber gefunden, außer eine 16-jährige Gnadenbrotkuh. Danke, Thomas

meine Großeltern selig hatten Landwirtschaft und berichteten auch schon von Kühen, die 25 Jahre alt und mehr wurden. Inwieweit heutige Hochleistungskühe noch, slebst wenn man sie nicht schlachtete, ein Alter von 30 Jahren erreichen können, weiß ich nicht.

Früher waren auch gute Mutterkühe ab dem 3. oder 4. Kalb begehrt (und die besten blieben dann auch bis zum natürlichen Tod oder einer Notschlachtung auf dem Hof und die Landwirte hatten zu solchen Tieren meist eine enge emotionale Beziehung. Heutige Hochleistungskühe landen dagegen mit spätestens 4 Jahren beim Metzger. --W-j-s 16:50, 1. Jul 2006 (CEST)

Hallo, können Kühe bzw. Rinder schwimmen? Wir diskutieren gerade, ob sie untergehen, da ihr Schließmuskel nicht funktioniert und sie mit Wasser volllaufen! Uschi

Können Kühe schwimmen ?

Hallo, in unserer Familie ist die Frage aufgekommen, ob Kühe schwimmen können ? Ein Diskussionsteilnehmer behauptete dabei, Kühe würden bei zu hoch stehendem Wasser quasi "volllaufen", da ihr Schließmuskel dem Wasserdruck nicht standhielte. Stimmt das ?

Gine

Empfohlener Artikel: http://www.zeit.de/2003/37/... Landwirt 22:52, 1. Nov. 2006 (CET)

Toter Weblink

Bei mehreren automatisierten Botläufen wurde der folgende Weblink als nicht verfügbar erkannt. Bitte überprüfe, ob der Link tatsächlich down ist, und korrigiere oder entferne ihn in diesem Fall!

--Zwobot 23:43, 6. Nov. 2006 (CET)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Hausrind und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).