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Hoherpriester

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Der Artikel Hoherpriester gehört zur Kategorie: Jüdischer Geistlicher, Altes Testament, Neues Testament, Hoherpriester

Der Begriff Hoherpriester (auch Hohepriester; selten Hoher Priester) bezeichnet überwiegend das höchste priesterliche Amt des Judentums in der Zeit des Jerusalemer Tempels (religiöser Titel). In anderem Zusammenhang oder in anderen Religionen kann das Wort auch die obersten einer Priesterschaft, bzw. Personen mit einer bestimmten kultischen Leitungsfunktion bezeichnen. Der folgende Artikel thematisiert hauptsächlich die Bedeutung des Wortes innerhalb der biblischen Überlieferung und der jüdischen Geschichte.

Schreibung

In den deutschen Bibelübersetzungen wie meist auch in der Fachliteratur findet sich der Begriff zusammen geschrieben, jedoch in den Wortbestandteilen gebeugt wie ein getrennt geschriebenes Wort (Akkusativ: den Hohenpriester; Genitiv: des Hohenpriesters). Orthographisch richtig ist bei Zusammenschreibung die Beugung des substantivischen Wortbestandteils (Akkusativ: den Hohepriester; Genitiv: des Hohepriesters). Die orthographisch ebenfalls korrekte Getrenntschreibung des Wortes (Akkusativ: den Hohen Priester; Genitiv: des Hohen Priesters) ist in diesem Zusammenhang ungebräuchlich.

Der Hohepriester in der Bibel

In der Bibel wird der Hohepriester häufig erwähnt. Als solcher erhält bereits der König Melchisedech vom späteren Patriarchen Abraham den Zehnt als freiwillige Abgabe (1. Mose 14,18ff). Als Hoherpriester gilt nach alttestamentlicher Überlieferung auch Aaron, der Bruder des Moses. Er wird von Gott selbst zum obersten Priester ausersehen (vgl. 2. Mose 28).

Aus anderen historischen Quellen lässt sich der Hohepriester seit 520 v. Chr. nachweisen. Im Alten Testament bezeichnen mehrere Bibelstellen und Prophezeiungen den Messias als Priesterkönig und wahren Hohenpriester - etwa in 1. Mose 14,18 und 2. Mose 28,1 (siehe auch Hebräer 4,7) oder im Psalm 110.

Auch das Neue Testament nimmt mehrmals auf den Hohenpriester Bezug. Nach Darstellung der Evangelien ist es der Hohepriester Kajafas, der Jesus verhört, ehe er ihn an Pontius Pilatus übergibt.

Im Neuen Testament wird der Begriff teilweise in erweiterter Bedeutung verwendet: auch die ehemaligen Hohenpriester (z.B. Hannas) und hohe Mitglieder der vornehmen fünf Priesterfamilien bzw. Leviten, aus denen diese ursprünglich stammten, werden als Hohepriester bezeichnet (vgl. Apostelgeschichte Kap. 4,6 ; in Kap. 5-19 allerdings nicht mehr).

Gemäß Kapitel 7 des Hebräerbriefes läuft das levitische Priestertum im Neuen Bund aus und Jesus gilt als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks:
"Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat: Jesus, den Sohn Gottes ... nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat." (Einheitsübersetzung, Hebr 4,14-16).

Funktion des Hohenpriesters

Bis in die Zeit der römischen Herrschaft hatte der Hohepriester sein Amt bis an sein Lebensende inne; das Amt selbst war erblich. Die Römer unterbrachen diese Linie, indem sie den Hohenpriester benannten und auch absetzten.

Im Bereich der Religion hatte der Hohepriester die zentrale Funktion. In allen Fragen der Religion, der Priesterschaft und des Gottesdienstes hatte er die oberste Aufsicht und Weisung. Er musste eine besondere kultische Reinheit wahren und war der einzige, der einmal im Jahr zu Jom Kippur (Versöhnungstag) das Allerheiligste des Tempels betreten durfte. Dort empfing er stellvertretend für das Volk die Vergebung Gottes. Im Jahreslauf brachte er die wichtigsten Opfer dar.

Seit der Zeit der Makkabäer war der Hohepriester gleichzeitig auch der oberste politische Führer. Er war Vorsitzender des Hohen Rates oder Sanhedrin (Synedrion). Dieser Rat war der höchste jüdische Gerichtshof und die wichtigste politische Institution, die selbst unter der Herrschaft der Römer noch über erhebliche Autonomie verfügte. Für die Besatzungsmacht war der Hohepriester damit der zentrale Ansprechpartner.

In einem der letzten Bücher des AT, dem Ersten Buch der Makkabäer heißt es dazu (1 Makk 14,41-44):

Darum beschlossen die Juden und ihre Priester, Simeon solle für immer ihr Anführer und Hoherpriester sein, bis ein wahrer Prophet auftrete.
Auch solle er ihr Befehlshaber sein und für das Heiligtum Sorge tragen; durch ihn seien die Beamten zu ernennen für die Arbeiten am Tempel, für das Land, das Heer und die Festungen.
[Er solle für das Heiligtum Sorge tragen.] Alle hätten ihm zu gehorchen. Jede Urkunde im Land müsse in seinem Namen ausgestellt werden. Auch dürfe er sich in Gold und Purpur kleiden.
Keinem aus dem Volk oder aus der Priesterschaft sei es erlaubt, eine dieser Bestimmungen außer Kraft zu setzen, gegen seine Anordnungen zu verstoßen, ohne seine Erlaubnis im Land eine Versammlung einzuberufen, Purpur zu tragen oder eine goldene Spange anzulegen.

Nach der Zerstörung des Tempels (70 n. Chr.)

Nach dem großen Jüdischen Aufstand zerstörten die Römer im Jahr 70 den Jerusalemer Tempel und damit das kultische Zentrum des Judentums. Der Tempelkult und die kultische Rolle des Hohenpriesters hatten über die Tempelzerstörung hinaus keinen Bestand. Doch schon vorher trachtete Rom, den Einfluss der Oberpriester zu begrenzen. Eine Analyse zur Verhaftung des Paulus schreibt: Deshalb wurde ihm das Anlegen der hohenpriesterlichen Amtstracht nur an bestimmten hohen Feiertagen erlaubt. Ferner ließ man einen Hohenpriester nie sehr lange auf seinem Posten, sondern wechselte häufiger, damit er nicht allzu großes Ansehen erlangen konnte.

Die alten kultischen Formen wurden nicht weitergeführt, der Vorsitz des Synedriums wurde von einem Patriarchen übernommen. In der weiteren Entwicklung des Judentums ging die führende Rolle auf die Schriftgelehrten bzw. die Pharisäer über. Die heutige Funktion eines Oberrabbiners hat jedoch mit jener eines früheren Hohepriesters nur wenig gemeinsam.

Die von den Päpsten verwendete Selbstbezeichnung Summus pontifex knüpft zwar an den Begriff des Hohenpriesters an, zugleich bedeutet die Bezugnahme auf römisch-rechtliche Kategorien (Pontifex Maximus) eine klare Distanzierung vom israelitischen Priesterbegriff. Als vicarius Christi verweist der Papst, und mit ihm die gesamte Priesterschaft, auf Jesus Christus als einzigen Priester (Mittler zwischen Gott und den Menschen) des Neuen Bundes.

Literatur

Historisch
  • Klaus-Dietrich Schunck: "Hoherpriester und Politiker? Die Stellung der Hohenpriester von Jaddua bis Jonatan zur jüdischen Gemeinde und zum hellenistischen Staat". In: Vetus Testamentum 44 (1994), S. 498-512
  • Urban C. von Wahlde: "The Relationships between Pharisees and Chief Priests. Some Observations on the Texts in Matthew, John and Josephus". In: New Testament Studies 42 (1996), S. 506-522
  • A. I. Baumgarten: "The Zadokite Priests at Qumran. A Reconsideration". In: Dead Sea Discoveries 4,2 (1997), S. 137-156
  • Benjamin E. Scolnic: Chronology and Papponymy. A List of the Judean High Priests of the Persian Period. South Florida Studies in the History of Judaism 206. Scholars Press, Atlanta 1999 ISBN 0-7885-0578-5
  • Deborah W. Rooke: Zadok's Heirs. The Role and Development of the High Priesthood in Ancient Israel. Oxford Theological Monographs. Oxford Univ. Press, Oxford u.a. 2000 ISBN 0-19-826998-6
  • James C. VanderKam: "Jewish High Priests of the Persian Period: Is the List Complete?" (1990) In: Ders.: From Revelation to Canon. Studies in the Hebrew Bible and Second Temple Literature. Supplements to the Journal for the study of Judaism 62. Brill, Leiden u.a. 2000, S. 177-200
  • James C. VanderKam: "People and High Priesthood in Early Maccabean Times" (1991). In: Ders.: From Revelation to Canon. Studies in the Hebrew Bible and Second Temple Literature. Supplements to the Journal for the study of Judaism 62. Brill, Leiden u.a. 2000, S. 201-223
  • Eckart Otto: "Gab es 'historische' und 'fiktive' Aaroniden im Alten Testament?" In: Zeitschrift für Altorientalische und Biblische Rechtsgeschichte 7 (2001), S. 403-414
  • Gary N. Knoppers: "The Relationship of the Priestly Genealogies to the History of the High Priesthood in Jerusalem". In: Oded Lipschits, Joseph Blenkinsopp (Hrsg.): Judah and the Judeans in the Neo-Babylonian Period. Eisenbrauns, Winona Lake 2003, S. 109-133
  • Lester L. Grabbe: "Were the Pre-Maccabean High Priests 'Zadokites'?" In: Cheryl Exum, Hugh Godfrey Maturin Williamson (Hrsg.): Reading from Right to Left. Essays on the Hebrew Bible in Honour of David J. A. Clines. JSOTSup 373. Academic Press, Sheffield 2003, S. 205-215
  • Reinhard Gregor Kratz: "Statthalter, Hohepriester und Schreiber im perserzeitlichen Juda". In: Ders.: Das Judentum im Zeitalter des Zweiten Tempels. Forschungen zum Alten Testament 42. Mohr Siebeck, Tübingen 2004, S. 93-119

Theologische Deutungen

  • Crispin H. T. Fletcher-Louis: "The High Priest as Divine Mediator in the Hebrew Bible. Dan 7:13 as a Test Case". In: Society of Biblical Literature 1997 Seminar Papers. SBL Seminar Paper Series 36. Scholars Press, Atlanta 1997, S. 161-193
  • Armin Schmitt: "Ein Lobgedicht auf Simeon, den Hohepriester (Sir 50,1-24)". In: Markus Witte (Hrsg.): Gott und Mensch im Dialog. Festschrift für Otto Kaiser zum 80. Geburtstag. Bd. 2. BZAW 345. de Gruyter, Berlin 2004, S. 873-896
  • Margaret Barker: The Great High Priest. The Temple Roots of Christian Liturgy. Clark, London u.a. Reprint 2006
  • Michael Keenan Jones: Toward a Christology of Christ the High Priest. Tesi Gregoriana, Serie Teologia 135. Editrice Pontificia Università Gregoriana, Rom 2006

Qumran

  • George J. Brooke: "4QTestament of Levi d (?) and the Messianic Servant High Priest". In: Martinus C. De Boer (Hrsg.): From Jesus to John. Essays on Jesus and New Testament Christology in Honour of Marinus de Jonge. JSNTSup 84. JSOT Press, Sheffield 1993, S. 83-100
  • Martin G. Abegg Jr.: "1QSb and the Elusive High Priest". In: Shalom M. Paul, Robert A. Kraft, Lawrence H. Schiffman und Weston W. Fields (Hrsg.): Emanuel. Studies in Hebrew Bible, Septuagint and Dead Sea Scrolls in Honor of Emanuel Tov. Supplements to Vetus Testamentum 94. Brill, Leiden/Boston 2003, S. 3-16

Hebräerbrief

  • Michael Mees: "Die Hohepriester-Theologie des Hebräerbriefes im Vergleich mit dem Ersten Clemensbrief". In: Biblische Zeitschrift 22 (1978), S. 115-124
  • Keijo Nissilä: Das Hohepriestermotiv im Hebräerbrief. Eine exegetische Untersuchung. Schriften der Finnischen Exegetischen Gesellschaft 33. Helsinki 1979 ISBN 951-95184-8-7
  • William R. G. Loader: Sohn und Hoherpriester. Eine traditionsgeschichtliche Untersuchung zur Christologie des Hebräerbriefes. WMANT 53. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. 1981 ISBN 3-7887-0646-5
  • Jürgen Roloff: "Der mitleidende Hohepriester. Zur Frage nach der Bedeutung des irdischen Jesus für die Christologie des Hebräerbriefes". In: Martin Karrer (Hrsg.): Exegetische Verantwortung in der Kirche. Aufsätze. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1990, S. 144-167
  • Franz Laub: Glaubenskrise und neu auszulegendes Bekenntnis. Zur Intention der Hohepriesterchristologie des Hebräerbriefs. In: Josef Hainz (Hrsg.): Theologie im Werden. Studien zu den theologischen Konzeptionen im Neuen Testament. Paderborn/Wien: Schöningh 1992, S. 377-396
  • David R. Anderson: The King-Priest of Psalm 110 in Hebrews. Studies in Biblical Literature 21. Lang, New York u.a. 2001 ISBN 0-8204-4574-6
  • Patrick Gray: "Brotherly Love and the High Priest Christology of Hebrews". In: Journal of Biblical Literature 122 (2003), S. 335-351
  • Claus-Peter März: "'Wir haben einen Hohenpriester ...'. Anmerkungen zur kulttheologischen Argumentation des Hebräerbriefes" (2003). In: Ders.: Studien zum Hebräerbrief. Stuttgarter biblische Aufsatzbände 39. Stuttgart: Verl. Kath. Bibelwerk 2005, S. 47-64

Siehe auch

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Hoherpriester


Der Begriff heißt nun einmal "Hohepriester", nach neuer Rechtschreibung "Hohe Priester", aber nicht "Hoherpriester" ohne vorangestellten unbestimmten Artikel "ein". Der Titel des Artikels muß also heißen "Hohe Priester" oder, wenn man sich nicht an die neue Rechtschreibung hält, "Hohepriester". Die Wahl des Titels "Hoherpriester" ist für mich nichts weiter als die Eitelkeit und das Profilierungsbestreben des Autors und muß korrigiert werden. Eindeutigkeit ist keine Eigenschaft von Sprache, aber in einer Enzyklopädie erwarten wir sie, als Autoren dieser Enzyklopädie streben wir nach ihr.

Nach neuer Rechtschreibung heißt das Ding der Hohepriester, des Hohepriesters usw. - Getrennt geschrieben wird nur bei Beugung des ersten Wortteils. Sagt zumindest der Duden in seiner 21. Auflage. Nach neuer Rechtschreibung, um es noch einmal explizit zu bemerken. Nachlesen ... - das mit den Eitelkeiten und Profilierungsbestrebungen klingt in dem Zusammenhang übrigens auch nicht so richtig gut, das nur als Rückmeldung. --Grauesel 23:26, 20. Apr 2005 (CEST)

  • Den Begriff Hoherpriester habe ich noch nie gehört. Diese Umleitung sollte entfernt werden. -- Matt1971 ♪♫♪ 21:48, 18. Jun 2006 (CEST)

In der Konkordanz zur Einheitsübersetzung gibt es die Stichworte "Hoher Rat", aber: "Hoherpriester". Die erste biblische Erwähnung finde ich in "bis der Hohepriester stirbt" (auch ). finden sich sogar die "Höhenpriester" (Kulte auf den Höhen), aber (): "Jojakim, der zu jener Zeit Hoherpriester... war" (ebenso ). Weiter: "Darum ernennen wir dich heute zum Hohenpriester" (), : "Er bestätigte ihn ihm Hohenpriesteramt". Akkusativ: "König Demetrius grüßt Simeon, den Hohenpriester (), Genitiv: "Regierung Simenons, des Hohenpriesters..." () Mehrzahl: "Hohepriester waren Hannas und Kajaphas (Lk 3,2). "Da sagte Pilatus zu den Hohenpriestern..." () Usw. usw. Im wissenschaftlichen und biblischen Sprachgebrauch ist also eindeutig die Grundform "Hoherpriester", in der Beugung der "Hohepriester", des "Hohenpriesters" usw. --Robert Huber 00:39, 19. Jun 2006 (CEST)

Artikel verschieben?

Ich finde trotzdem, dass man hier die neue Rechtschreibung übernehmen sollte: Hohepriester/Hohe Priester, Gen. Hohepriesters/Hohen Priesters, dat. u. acc. getrennt. Übrigens ist diese die Bezeichnung eines Amtes und wird in der Literatur meistens (oder ausschließlich?) in der determinierten Form des Singulars verwendet. (Was auch der Grund der neuen Rechtschreibung sein dürfte). Also verschieben? --A.Sala 21:23, 23. Sep 2006 (CEST)
Die Trennung der beiden Wörter hätte für sich, daß die sonst unübliche Beugung im Wort damit behoben wäre. Mit einem Lemma Hoher Priester wäre ich einverstanden. Wir sollten aber vielleicht noch den Rat von anderen Fachleuten einholen... --Robert Huber 09:11, 24. Sep 2006 (CEST)
Für mich sind Duden, Wahrig usw. Experten genug... Du meinst aber andere WP-Benutzer. Wen könnte man da zu Rate ziehen? --A.Sala 20:28, 24. Sep 2006 (CEST)
Oben hat Grauesel angemerkt (der sich leider verabschiedet hat), die 21. Auflage des Duden würde Hoherpriester zusammen schreiben. Also das würde mich nochmal interessieren, wer jetzt recht hat. Wir könnten Irmgard nochmals um Rat fragen, die auch einiges zum Artikel beigetragen hat und stets durch Kompetenz besticht. --Robert Huber 22:21, 24. Sep 2006 (CEST)

Wahrscheinlich habe ich mir die Sache unkomplizierter dargestellt, als es ist. Tatsächlich bin ich der (erschlossenen) Form „Hoherpriester“ nie begegnet und habe mich auf die neue Auflage des „Wahrig“ verlassen. Deutsch ist aber nicht meine Muttersprache und die deutsche (Fach)literatur lese ich erst seit ein paar Jahren. Was ich hier feststellen kann:

  1. der Fachbegriff (oder der Namen des Amts) findet sich oft mit unflektierten Adjektiv und zusammengeschrieben. Aber eben auch getrennt. Die Flexion wie bei canoo angegeben wird, ist korrekt.
  2. Wahrig (2006) gibt beide Formen an: mit unflektierten Adjektiv und zusammengeschrieben / flektiert und getrennt (Anmerkungen dazu habe ich hier auf Seite 47f gefunden.
Hier aber (Artikel und Kat.) haben wir – so scheint es mir – eine Form die von den o.g. Fällen nicht gedeckt ist... --A.Sala 12:41, 25. Sep 2006 (CEST)

Die Form hier ist die gleiche wie in deutschen Standardlexika: Jerusalemer Bibellexikon: Hoherpriester. Rienecker Lexikon zur Bibel (1998): Hoherpriester, Brockhaus 1958 Hoherpriester/Hohepriester. Es ist dabei darauf zu achten (gerade für nicht-Muttersprachler) dass der Nominativ ohne Artikel "Hoherpriester" und mit Artikel "der Hohepriester" ist. Da wir hier die Lemmata ohne Artikel haben, bin ich entschieden für Hoherpriester und gegen eine Verschiebung. Irmgard 15:39, 25. Sep 2006 (CEST)
Habe gerade die soeben erschienene neueste Ausgabe des "LTHK" (Lexikon für Theologie und Kirche) angeschaut. Da steht auch "Hoherpriester". Wir sind hier kein Wörterbuch, das Der Hohepriester bzw. Hohepriester, der voraussetzen würde. Schließe mich darum Irmgard an. --Robert Huber 16:19, 25. Sep 2006 (CEST)

Lemmaschreibung (und Kat): Recht haben IMHO tatsächlich alle irgendwie; Grauesel und sala mit dem Hinweis auf die korrekte Rechtschreibung (mit dem kleinen Pferdefuß, dass die amtlich herausgegebene Wortliste den Begriff leider nicht enthält, S. 172, Duden und Wahrig also "nur" schlussfolgern), robby und Irmgard ebenso mit dem Hinweis auf den fachlichen Gebrauch und die Schreibung der Bibelausgaben (mit dem kleinen Pferdefuß, dass auch dies offenbar nicht ganz einheitlich gilt; vgl. zB die Literaturangabe in diesem Artikel unter "theologische Deutungen": Armin Schmitt: "Ein Lobgedicht auf Simeon, den Hohepriester (Sir 50,1-24)").
Die Schreibung mit flektiertem Adjektiv und davon getrenntem Substantiv halte ich persönlich für ungebräuchlich im hier gemeinten (sic) Zusammenhang (deshalb messe ich auch dem entsprechenden Google-Fight ;) eher weniger Bedeutung zu) (nochwas: auch die kleine Analogie zu Hohes Lied ist IMHO zu vernachlässigen, weil das Adjektiv dort mehr Bedeutung trägt als in der Titulatur, die hier gemeint ist). Ich plädiere also dafür, die in den meisten (allen?) Bibelausgaben etablierte Lemmaschreibung beizubehalten; der Redirect hierher macht ja hinreichend deutlich, dass es sich bei Hohepriester nicht um eine Falschschreibung, sondern um eine Schreibvariante handelt. Die Änderung von sala in der Einleitung ist also korrekt.
btw.: Interessant ist in diesem Zusammenhang die genauere Überprüfung der Schreibung im Artikeltext selbst; diese verdeutlicht, dass selbst Experten auf dem Gebiet übersehen, wenn die Schreibung nicht einheitlich mit Flexion des adjektivischen Wortbestandteils durchgezogen ist ;) --> Auch das Neue Testament nimmt mehrmals auf den Hohepriester Bezug. heißt es im dritten Absatz unter der ersten Überschrift. (ändere ich gleich) Grüße --Rax Rax 22:23, 26. Sep 2006 (CEST)

Anfrage

Abbildung
Geste von Hohepriestern
Bildherkunft

Weiß jemand, was diese Geste bedeutet, wie sie heißt, zu welchen Anlässen sie gegeben wird und wie sie entstanden ist? :en:Kohen spricht bei dem Bild von einer Begrüßung der (jüdischgläubigen) Gemeinde zu Beginn des Gottesdienstes. Vielleicht könnte jemand das Bild mit einer passenden Bildunterschrift in den Artikel bringen. -- Matt1971 ♪♫♪ 21:08, 27. Mai 2006 (CEST)

Ich habe das vor vielen Jahren mal auf einer jüdischen Website angefragt: [LINK], daraus: "The Torah commands the kohanim, the descendants of Aharon, to bless the Jewish people. They are to stand in front of the congregation, raise their hands to shoulder level and pronounce the "priestly blessings" found in the Book of Numbers (6:22): "May G-d bless you and keep you...." This commandment has been performed by kohanim in synagogues until this very day. The prevalent custom today is that the hands are held together palms-down, and the fingers are split such that there are 5 spaces: One space between the thumbs, a space between the thumb and first finger of each hand, and a space between the second and third finger of each hand. The five spaces are an allusion to the verse in Song of Songs 2:8 which states that Hashem "peeks through the cracks in the wall." In other words, Hashem protects and watches the Jewish people even when He is hidden. "
Herzliche Grüße, HeikoEvermann 13:17, 27. Sep 2006 (CEST)


Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Hoherpriester und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).