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Der Artikel Homeland gehört zur Kategorie: Apartheid, Geschichte (Südafrika), Ehemaliges südafrikanisches Homeland
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Südafrikanische Homelands Bildherkunft |
Als Homelands wurden während der Apartheid die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet. Die weißen Apartheid-Führer nannten die Homelands Bantustan. Sie wollten die Rassentrennung der Apartheid unter dem Motto der „separaten Entwicklung“ auch territorial durchsetzen und formell unabhängige Staaten der Schwarzen in Südafrika schaffen, deren Bewohnern (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Die Homelands blieben jedoch ökonomisch, finanziell und militärisch vollständig von Südafrika abhängig. De facto stellten sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar.
Die Schaffung von Bantustan lief auf die Isolierung und Aufsplitterung der schwarzen Bevölkerung hinaus. Die Schwarzen, die weiter in Südafrika arbeiteten und deshalb in Townships oder Hostels wohnten, waren plötzlich Fremde in Südafrika. Sie besaßen kein dauerhaftes Wohnrecht mehr. Durch diese Maßnahme wurde versucht, das zahlenmäßige Übergewicht der schwarzen Staatsangehörigen Südafrikas zugunsten der Weißen zu ändern. Diese Heuchelei der weißen Machthaber wurde von den Vereinten Nationen angeprangert und führte dazu, dass außer Südafrika kein Staat der Welt die Homelands als selbständig anerkannte. Auch die südafrikanische Widerstandsorganisation ANC lehnte die Homelands stets ab.
Es gab zehn Homelands. Das erste war die Transkei unter Häuptling Kaizer Daliwonga Matanzima, einem Cousin Nelson Mandelas, der ein erbitterter Gegner der Homelands war. Es beherbergte das Volk der Xhosa.
Die Entstehung
Von 1958 bis 1966 war Hendrik Frensch Verwoerd südafrikanischer Premierminister. In seine Amtszeit fiel die Umgestaltung der Reservate in Homelands nach dem Vorbild der in Natal bereits im 19. Jahrhundert üblichen Politik der Native Administration. Verwoerds Ziel war, selbständige Bantustans zu realisieren, ohne jedoch die Schwarzen als billige Arbeitskräfte in der weißen Wirtschaft zu verlieren. Diese Politik der Trennung oder Segregation zielte darauf ab, die sozialen Differenzen und ökonomischen Ungleichheiten zu legitimieren.Mit der Homeland-Politik sollte ein großer Teil der Schwarzen ausgegliedert werden, nicht zuletzt um einen von Schwarzen beherrschten Einheitsstaat zu verhindern. Verwoerd sprach denn auch vom multiracial unitary state. Er entwickelte eine viergleisige Politik, welche die Weißen, Schwarzen, Farbigen und Asiaten parallel nebeneinander fördern sollte. Er verstand diese Politik als Dekolonisationsprozess.
1959 wurde der Bantu Self-Government Act verabschiedet. Damit war die Basis gelegt, um die 42 bisherigen Reservate in acht Homelands zusammenzufassen, indem kleinere Bantu-Gebiete durch Landtausch an größere angeschlossen wurden. Später wurden die Homelands auf zehn aufgestockt. Die Homelands basierten zwar auf linguistischen und kulturellen Unterschieden, konnten den ethnischen Unterschieden jedoch nicht mehr so gut Rechnung tragen wie die Reservate. Die verschiedenen Bantu-Ethnien hatten gerne eine „weiße Pufferzone“, um sich von anderen Gruppen der Bantu abzugrenzen. Diese Zonen gingen durch die Zusammenfassung mehrheitlich verloren.
Jedes Homeland erhielt einen weißen Kommissär, der als offizieller Vertreter der Regierung handelte. Offiziell konnten die Häuptlinge ihre führende Position beibehalten. Tatsächlich waren die meisten von der Regierung als führende Personen der Homelands anerkannten Häuptlinge Nachfolger der alten Häuptlings-Lineage. Neu war einzig, dass sie auf der Gehaltsliste der Regierung standen. Setzten sich die Anführer gegen die Homeland-Politik zur Wehr, so wurde auf ihre traditionelle Position keine Rücksicht genommen. Getreu dem natalschen Vorbild setzte man sie kurzerhand ab und ersetzte sie durch regierungsgetreue Männer.
Verwoerds Ideologie, wie auch diejenigen seiner nationalistischen Nachfolger, hatte vielseitige Folgen. Völlig neu war die Tendenz, die verschiedenen Bantu-Völker nicht als ethnische Einheit anzusehen, wie es bislang der Fall war, sondern als ethnische Gruppen. Eine schwarze Identität sollte vermieden, das Zusammengehörigkeitsgefühl geschwächt werden.
Des Weiteren wurden die Umsiedlungen forciert. Am stärksten davon betroffen waren schwarze Pächter sowie Besitzer so genannter Black Spots, wobei es sich um Schwarze handelte, die vor dem Natives Land Act von 1913 Grund und Boden außerhalb der späteren Homelands gekauft hatten. Tausende städtische Schwarze wurden in die Homelands deportiert. Insbesondere Alte, Kranke und Schwache, die als unproduktiv galten, waren davon betroffen. Damit externalisierte das Apartheidsystem die Armut von den Städten in die Homelands. Alleine zwischen 1960 und 1970 wurden 400.000 städtische Schwarze in die Homelands verfrachtet. Dementsprechend nahm die Bevölkerung in den Homelands kontinuierlich zu. Teilten sich 1955 noch durchschnittlich 60 Personen eine Quadratmeile, so waren es 1969 mit 110 Personen beinahe doppelt so viele. Die Bevölkerung in den Homelands stieg insgesamt von vier Millionen im Jahre 1960 auf 6,9 Millionen zehn Jahre später. Dafür sank die landwirtschaftliche Produktion in den Homelands innerhalb derselben Zeitspanne auf weniger als zwei Drittel. Die Homelands waren massiv überbevölkert, die landwirtschaftlich bebaubare Fläche nahm wegen der dichteren Besiedlung, der durch Überweidung und durch Abbrennen von Weiden verursachten Erosion sowie durch die starke Konkurrenz der weißen Farmer ab. Die Folge all dieser Faktoren war eine massive Verarmung der Homelands und, auf der Suche nach Arbeit, eine erneute Abwanderung der Bantu, im Wesentlichen der Männer, in die Städte. Die Frauen ihrerseits mussten nun nicht nur den Haushalt führen und die Kinder erziehen, sondern waren zusätzlich noch alleine für die Landwirtschaft verantwortlich.
Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Schwarzen von den Städten war denn auch das große Problem der Segregationspolitik. Mindestens die Hälfte der Schwarzen arbeitete außerhalb der Homelands.
Dies war jedoch nicht der einzige Grund, warum die Segregationspolitik auf rege Kritik stieß. Man warf den Verantwortlichen vor, die territoriale Trennung bringe lediglich einem kleinen Teil der Schwarzen einen gewissen Nutzen; insbesondere die außerhalb der Homelands lebenden Schwarzen verloren indes die letzten Reste ihrer ökonomischen und politischen Rechte, waren aber weiterhin von der Stadt abhängig, da die Homelands nur etwa ein Fünftel der schwarzen Bevölkerung ernähren konnten.
Die zehn Homelands
Die meisten Homelands waren keine zusammenhängenden Gebiete.Zusammenhängend waren Ciskei, KwaNdebele und QwaQwa, nicht zusammenhängend die Homelands Transkei, KwaZulu, Gazankulu, Bophuthatswana, Lebowa, Venda und KaNgwane.
Unabhängigkeit der Homelands
Durch die Verabschiedung weiterer Gesetze arbeitete das Apartheidsregime darauf hin, die Homelands in die Unabhängigkeit zu entlassen.Mit dem Bantu Homelands Citizenship Act von 1970 sollten alle Schwarzen Bürger eines Homelands werden, auch diejenigen, die außerhalb davon lebten. Die Bewohner der Homelands hatten somit zwei Staatsbürgerschaften: Eine interne, nämlich diejenige ihres Homelands, sowie eine externe, diejenige von Südafrika. Dank des Bantu Homelands Acts konnte die Regierung ein Jahr später den Homelands verschiedene Stufen der Selbstregierung zuschreiben. Die Schritte zur Selbständigkeit sahen folgendermaßen aus: Zuerst wurde eine gesetzgebende Versammlung als Vorläuferin eines Parlamentes eingerichtet. Dieser Exekutivrat war bevollmächtigt, in bestimmten internen Bereichen Gesetze zu erlassen. In einem zweiten Schritt, nach der Gewährung der internen Selbstregierung wurde der Exekutivrat der Territorialbehörde zu einem Kabinett umgebildet, dem ein Chefminister vorstand. Alle Portfolios, ausgenommen diejenigen der Verteidigung und der äußeren Angelegenheiten, wurden nun dieser Homeland-Regierung übertragen.
Ebenfalls 1970 wurde der Constitution Amendment Act erlassen, wonach der südafrikanische Staatspräsident eine oder mehrere afrikanische Sprachen als offizielle Landessprache anerkennen konnte.
1976 wurde die Transkei als erstes Homeland in die Quasi-Unabhängigkeit entlassen. Ein Jahr später folgte Bophuthatswana, 1979 Venda und 1981 Ciskei. Man muss deswegen von Quasi-Unabhängigkeit sprechen, weil die Homelands zwar offiziell tatsächlich selbständig, jedoch wirtschaftlich massiv von Südafrika abhängig waren und somit niemals eigenständig wirken konnten. Etwa drei Viertel sämtlicher Einnahmen der Homelands stammten aus der Regierungskasse von Südafrika. International wurden die vier oben genannten souveränen Staaten denn auch nie anerkannt. Weitere Ethnien, allen voran die Zulu unter Mangosuthu Buthelezi, hatten sich erfolgreich gegen die Autonomie ihres Homelands KwaZulu gewehrt.
Nach dem Ende des Apartheid-Regimes in Südafrika wurden die Homelands in die neun umorganisierten Provinzen der Republik integriert.
Das Leben in den Homelands
1960 lebten rund zwei Fünftel aller Schwarzen in Homelands. Bis 1985 stieg dieser Anteil auf etwa zwei Drittel. Dazwischen waren 3,5 Millionen Schwarze von städtischen Gebieten in die Homelands umgesiedelt worden. Die Fläche aller Homelands zusammengenommen umfasste rund 12 % des Staatslandes. Die Homelands waren jedoch nicht regelmäßig auf ganz Südafrika verteilt.Einfluss der Weißen
Die Homeland-Bewohner pflegten drei Arten von Kontakten zu den Weißen. So kamen sie mit Weißen in Berührung, die sich in den Homelands niedergelassen hatten. Weiße durften zwar in den Homelands kein Land besitzen, was ausschließlich Schwarzen vorbehalten war; es lebten jedoch einige weiße Offizielle wie Missionare, Händler und Arbeiter-Rekrutierer dort. Durch den Einfluss dieser Weißen entwickelten die Schwarzen neue Formen der Sprache, der Kleidung und der materiellen Kultur im Allgemeinen.Die Missionare brachten eine neue Religion, welche die Schwarzen oft mit ihrer traditionellen Religion verknüpften. Zum Beispiel wurde Gott auch von den Anhängern der traditionellen Religion als das einzige oberste Wesen anerkannt, das die Bantu bereits vor der Ankunft der Weißen gekannt hatten. Des Weiteren ersetzten Regengebete traditionelle Regenrituale. Katholische Segnungsrituale ersetzten wiederum traditionelle Rituale, welche die Bantu brauchten, um Haus, Felder, Vieh und so weiter gegen bösen Zauber und Hexerei zu schützen. Die verstorbenen Vorfahren spielten weiterhin eine bedeutende Rolle bei den Bantu. Pech, Arbeitslosigkeit, Verhaftung, Unfall und ähnliche Unglücke verbanden die Schwarzen damit, dass sich ihre Ahnen von ihnen abgewendet hatten. Glück im Spiel oder bei Wetten hingegen schrieben sie dem Wohlwollen der Vorfahren zu.
Die Erziehung wurde dem neuen Lebenssystem angepasst. Daneben waren die Schwarzen trotz der Segregation den Gesetzen der Weißen unterworfen, welche ihre traditionelle Kultur wesentlich einschränkten. So verbot die Regierung rituellen Totschlag. So genannte Zauberer oder Hexer wurden beim Ausüben ihrer Praktiken bestraft. Steuern wurden erhoben. Diverse Bußen sollten die Einhaltung dieser Gesetze garantieren. Es gab auch neue soziale Dienste wie Gesundheitsversorgung, Schulen oder ökonomische Entwicklungen. Dies alles beeinflusste das Leben der Schwarzen in den Homelands. Es entstand eine neue, veränderte Kultur. Durch den Kontakt mit angrenzenden weißen Farmern wurde das Leben der Schwarzen weiter beeinflusst. Insbesondere lernten die Schwarzen neue Formen der Landwirtschaft. Zum Dritten nahmen viele Schwarze einen Job außerhalb der Homelands an. Dadurch erwarben sie neue Kenntnisse als Houseboys, Minenarbeiter oder Ähnliches.
Wohl wichtiger als diese Kenntnisse war der Wandel ihrer Denkweise. Als Arbeiter waren die Schwarzen den Weißen untertan. Sie begegneten einer aus ihrer Sicht übermächtigen weißen Kultur, dem ihre eigene nicht viel entgegenzusetzen hatte. Daraus resultierte ein unterwürfiges Verhalten ohne jegliches Selbstbewusstsein.
Soziale und wirtschaftliche Situation
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Xhosa-Kinder in der ehemaligen Transkei Bildherkunft |
Die Voraussetzung für eine positive Entwicklung in den Homelands schien aufgrund der Tatsache, dass sie zumeist fruchtbare und wasserreiche Orte umfassten, gegeben. Homelands wurden ja an den traditionellen Siedlungsgebieten der Bantu errichtet, die diese mit einem sorgfältigen Auge auf die Wirtschaftlichkeit des Bodens ausgewählt hatten. Lediglich 35 % der Fläche Südafrikas weisen einen durchschnittlichen Regenfall von 500 mm pro Jahr auf, was als Minimum für einen erfolgreichen Trockenfeldbau gilt. In den Homelands war die bebaubare Fläche mit 76 % weit größer. Im Gegensatz dazu ist die Halbwüstenfläche mit nur 0,5 % in den Homelands um ein Vielfaches kleiner im Vergleich zu derjenigen von ganz Südafrika, die auf 27 % geschätzt wird. Die Armut war in den Homelands trotz dieser positiven Voraussetzungen enorm.
Die Bewohner der Homelands waren nicht nur durch die überdurchschnittliche Menge an Alten, Kindern und Kranken benachteiligt, sondern waren zusätzlich der Diskriminierung durch die Weißen ausgesetzt. So gab die Regierung für die Ausbildung eines weißen Kindes fünf Mal so viel aus, wie für diejenige eines schwarzen Kindes. Die Ausbildung der Schwarzen litt zusätzlich durch die Tatsache, dass viele junge Männer die Schule abbrechen mussten, um die Eltern finanziell zu unterstützen und dass viele Schwarze es sich nicht leisten konnten, ihre Kinder in die besseren Schulen der Weißen zu schicken. Nur etwa 14 % aller schulfähigen Kinder schlossen die Schule auch tatsächlich ab. Die meisten Schwarzen genossen nie die Ausbildung einer Berufslehre und mussten sich mit einem zweitklassigen Beruf zufrieden geben.
Verschiedene Maßnahmen der Regierung zielten darauf ab, die Schwarzen in die Homelands zu locken. Eine davon war die lokale Wirtschaftsförderung. Arbeitsmöglichkeiten nebst der Landwirtschaft waren in den Homelands kaum vorhanden. 1962 lebten rund 1,4 Millionen Schwarze in der Transkei. Davon hatten nur gerade 20.592 einen Job innerhalb der Homelands. Die Arbeitslosigkeit unter der schwarzen Bevölkerung wurde im Jahre 1977 auf 22 % geschätzt. Es ist zu vermuten, dass die in den Städten lebenden Schwarzen weit weniger davon betroffen waren als die in den Homelands lebenden. Jedoch wurden die Grenzen der Homelands in den 1980er Jahren zum Teil erweitert, so dass nahegelegene schwarze städtische Siedlungen in die Homelands integriert wurden. Die Siedlung Umlazi beispielsweise, in der Nähe von Durban gelegen, wurde ein Bestandteil von Kwazulu, oder das in der Nähe von East London gelegene Mdantsane wurde dem Homeland Ciskei einverleibt. Des Weiteren gewährte die Regierung den Industrieunternehmen Steuererleichterungen, falls sie sich entschlossen, ihren Betrieb an die Grenzen der Homelands anzusiedeln. Diese Dezentralisierung der Industrie brachte allerdings nicht den gewünschten Erfolg. 1960 erreichten die rund 30 % der Einwohner Südafrikas, die in den Homelands lebten, nur gerade 2,5 % der gesamten südafrikanischen Wertschöpfung. Zehn Jahre später sank diese Marke sogar auf 2 %. Um den in Homelands lebenden Schwarzen die Arbeit in außerhalb gelegenen Städten zu ermöglichen, wurden die Homelands mit Eisenbahnlinien oder Buslinien erschlossen. Eine Folge der wirtschaftlichen Anstrengungen war jedoch, dass in den Homelands ein klarer Trend zur Bevölkerungskonzentration an der Peripherie herrschte.
Ethnische Zusammensetzung
Die Homelands waren mit Rücksicht auf die unterschiedlichen Ethnien errichtet worden. Jede Ethnie hatte somit ihr eigenes Territorium, das beinahe ausschließlich ihnen gehörte. Gemäß dem Zensus von 1970 war Bophuthatswana das ethnisch differenzierteste Homeland. 68 % der 880.000 De-facto-Einwohner gehörten den Tswana an. Die Nähe zum Industriegebiet mit hauptsächlicher Minentätigkeit rund um Pretoria-Witwatersrand zog weitere Ethnien an. So lebten in Bophuthatswana neben den Tswana, den rund 8.000 Weißen, Farbigen und Asiaten auch etliche Xhosa, Pedi, Basotho, Shangana-Tsonga und Zulu. In den übrigen Homelands stellte jeweils eine einzige Ethnie fast die gesamte Bevölkerung: Die beiden Homelands Transkei und Ciskei bewohnten die Xhosa zu 95 bzw. 97 %. In KwaZulu bildeten die Zulu mit 97,5 % die Mehrheit, in Lebowa die Pedi mit 83 %, in Gazankulu die Shangana-Tsonga mit 86 %, in Venda die Venda mit 90 %, in QwaQwa die Basotho mit 99,6 %.Literatur
- Halbach, Axel, J.: Die südafrikanischen Bantu-Homelands – Konzept – Struktur – Entwicklungsperspektiven. IFO – Institut für Wirtschaftsforschung München (Hg.); Afrika-Studien Nr. 90, 1976.
- Horrell, Muriel: The African Homelands of South Africa. South African Institute of Race Relations (Hg.); Pietermaritzburg: The Natal Witness, 1973.
- Kaur, Abnash: South Africa and Bantustans. Delhi: Kalinga Publications, 1995
- Lang, Andrea: Separate Development und das Departement of Bantu. Administration in Südafrika – Geschichte und Analyse der Spezialverwaltung für Schwarze. Arbeiten aus dem Institut für Afrika-Kunde 103. Hamburg: Verbund Stiftung Deutsches Übersee-Institut (Hg.), 1999
- Rogers, Barbara: South Africa: The „Bantu Homelands“. London: Christian Action Publications, 1972.
Diskussion der Autoren über den Artikel: Homeland
Das Leben in den Homelands
Die Fläche aller Homelands zusammengenommen umfasste rund 12% des Staatslandes. Die Homelands waren jedoch nicht regelmäßig auf ganz Südafrika verteilt. Basutoland beispielsweise war zu hundert Prozent im Besitz der Schwarzen, Swaziland nur zu 40%.
Dieser Satz ist absolut nicht richtig und sollte in einem exzellenten Artikel nicht vorkommen. Weder Lesotho (Basutoland) noch Swaziland waren jemals Homelands, sie gehörten auch nie zu Südafrika oder der damailigen Südafrikanischen Union. Verstehe ich den Satz vielleicht falsch? --Zakysant 21:46, 3. Aug 2005 (CEST)
"Die Voraussetzung für eine positive Entwicklung in den Homelands schien aufgrund der Tatsache, dass sie zumeist fruchtbare und wasserreiche Orte umfassten, gegeben." Da habe ich aber was ganz anderes gehört, zumal es überhaupt nicht im Interesse der weißen lag, das sich die Homelands wirtschaftlich gut entwickeln. hab noch zu wenig ahnung vom Thema, da ich aber dieses Semester ein Seminar zu Südarfika besuche werd ich da näheres Erfahren und dann evtl hier reinschreiben. Ähnliches gilt für "Homelands wurden ja an den traditionellen Siedlungsgebieten der Bantu errichtet". Erstens sind die Bantu nur eine Ethnie in Südafrika, zweitens wurden die Schwarzen meines Wissens eben aus ihren "angestammten" Siedlungsgebieten vertrieben/umgesiedelte in unfruchtbare trockene Gebiete. Dafür brauch man sich nur mal die Karte der Homelands anschauen und in ne physikalische Karte Südafrikas zu schauen und dazu den Abschnitt zum Klima im Südafrika Hauptartikel zu lesen. "Verwoerds Ideologie, wie auch diejenigen seiner nationalistischen Nachfolger, hatte vielseitige Folgen. Völlig neu war die Tendenz, die verschiedenen Bantu-Völker nicht als ethnische Einheit anzusehen, wie es bislang der Fall war, sondern als ethnische Gruppen." Die Aussage dieses Satzes bleibt mir völlig unklar. Ausserdem ist eines der Probleme der Zuordnung, dass die Südafrikanischen Ethnien/Völker gar nicht so getrennt waren und sich auch nicht so gesehen haben. Zum Beispiel gab es viele "Mischehen". Die Schwarzen wurden dann einfach einer Gruppe zugeordnet, egal ob sie sich selber dieser Gruppe zugehörig fühlten/abstammten oder nicht! Wie gesagt, sobald ich mich etwas eingelesen hab kann ich auch Quellen dafür bringen. --ratte vom fels 20:14, 23. Okt. 2006 (CEST)
Was noch komplett fehlt sind die Wohnbedingungen in den Homelands, die der Arbeiter in den Städten auch, obwohl letzteres evtl zu weit weg vom thema is. etwas konkreter zur ernährungssituation wäre auch ganz gut imho. --rattevomfels 20:14, 23. Okt. 2006 (CEST)
Das Leben in den Homelands
In diesem Abschnitt wird die Bezeichnung 'Bantu' als Synonym für 'Schwarze' benutzt. Der Begriff 'Bantu' stammt aus der Linguistik und bezeichnet eine bestimmte Gruppe afrikanischer Sprachen, zu denen auch einige der in Südafrika gesprochenen gehören, aber nicht alle. Als allgemeine Bezeichnung für Südafrikaner schwarzer Hautfarbe ist er ein Begriff der Apartheid-Ideologie und sollte daher in einem exzellenten Artikel nicht so undifferenziert verwendet werden.
Unklar
"Das erste Bantustan wurde die Transkei unter Häuptling Kaiser Matanzima, dem Cousin von Nelson Mandela, der ein erbitterter Gegner der Homelands war."
Wer war Gegner? Matanzima oder Mandela
- Mandela. --Napa 14:53, 26. Sep 2005 (CEST)
Wann
wurden sie denn abgeschafft? Ferner würde mich interessieren, was Homelands von Reservaten unterscheidet.
Wie
Wie wurden sie wieder abgeschafft? Da die Homelands unabhängige Staaten waren, geht soetwas ja nur bilateral. In einem Exzellenten Artikel sollte etwas mehr dazu stehen als "wurden in ... integriert". --Braunbaer 17:30, 9. Jun 2006 (CEST)- Ich nehme an, dass die Einwohner der Homelands diese als das ansahen, als was sie wohl auch gedacht waren, als Werkzeug der Apartheid nämlich, und deshalb der Integration ncihts entgegensetzten, und da die anderen Staaten die Homelands sowieso nicht anerkannten, machten sie wohl auch keine Probleme.--Hannes2 Hannes2 20:21, 15. Aug 2006 (CEST)
Exzellent?
Ich meine, der Artikel ist noch etwas zu wenig ausgebaut um den Titel Exzellenter Artikel zu tragen. --62.203.136.190 17:20, 10. Jun 2006 (CEST)
- abgesehen davon ist der ganze absatz Einfluss der Weißen gelinde gesagt ethnozentristisch (Zitat:"Sie begegneten einer übermächtigen weißen Kultur, dem ihre eigene nicht viel entgegenzusetzen hatte. Daraus resultierte ein unterwürfiges Verhalten ohne jegliches Selbstbewusstsein.") und historisch falsch. Europäische Missionare und Siedler waren seit Ende des 17 Jh. in Südafrika, Schwarze arbeiteten seit Ende des 19.Jh. in den Minen etc.
- also eigentlich steht nichts in diesem absatz, was speziell für die zeit nach 1959 und die errichtung der homelands wäre. er kann meiner meinung nach deshalb auch gelöscht werden. --Alim 14:27, 14. Aug 2006 (CEST)
- Sorry, wenn ich mich erst jetzt an der Diskussion beteilige. Ich stehe jetzt etwas auf dem Schlauch: Inwiefern soll der zitierte Satz eurozentristisch sein? Und wieso soll deswegen der ganze Abschnitt gelöscht werden? --Napa 18:32, 15. Aug 2006 (CEST)
- der 1. satz behauptet eine überlegenheit "einer weißen kultur". genau dies versteht man unter Ethnozentrismus. eine solche aussage entspricht so ziemlich der rassistischen ideologie der apartheid und die homelands waren ein mittel, diese ideologie mehr oder weniger gewaltsam durchzusetzen. auch die oben schonmal angemerkte übernahme von begriffen/ definitionen, die aus der südafrikanischen apartheidspolitik stammen, finde ich hier bedenklich.
- was ist unter "nichts entgegenzusetzen" zu verstehen? es hat während der gesamten zeit der widerstand gegen das apartheidssystem gegeben.
- und schließlich: "Daraus resultierte ein unterwürfiges Verhalten ohne jegliches Selbstbewusstsein." was ist das für eine aussage in einem lexikonartikel? wer war unterwürfig ohne selbstbewußtsein?
- alle mitglieder politischer organisationen wie ANC und PAC, seit ihrem verbot durch des Unlawful Organisations Act im untergrund tätig? die ca 1400 menschen, die zwischen 1950 und 1978 aufgrund politischer aktivitäten mit einem Bann (hausarrest ohne kontakte zur aussenwelt) belegt wurden? alle schriftsteller, fotographen, journalisten, die zensiert und mit berufsverboten belegt wurden? alle afrikaner, die den aufrufen des ANC zu zivilen ungehorsam (bespw. gegen die passgesetze) folgten, trotz zu erwartender massiver repressalien vonseiten der polizei? alle menschen, die an demonstrationen teilnahmen, die nicht nur einmal von polizei und militär zusammengeschossen wurden? alle arbeiter, die sich trotz verboten in gewerkschaften organisierten? alle frauen, die sich in den homelands und townships zusammenschlossen und widerstand leisteten? die black concsiousness bewegung? die South African Student Organisation? Mandela? Biko? Magubane? Sisulu? Tambo? Nyembe? die zahllosen menschen, die inhaftiert, gefoltert, getötet wurden? die, die sich von diesem terrorregime nicht abschrecken ließen und weiter für ihre menschenrechte kämpften?
- das ganze kapitel klingt wie aus einer broschüre der Regierung Verwoerd und steht inhaltlich auch entgegen dem vorher geschriebenen zu Homeland, den artikeln Apartheid, Südafrika und einzelnen Personenartikeln.
- zum thema lernen: wie ich oben schon schrieb ist es auch historisch falsch, zu behaupten "die Schwarzen" lernten durch oder mit der einrichtung der homelands noch etwas, was sie nicht schon jahrzehntelang taten, nämlich auf farmen und in minen arbeiten. mit dem Industrial Conciliation Act von 1956 war ihnen sogar nur noch erlaubt als bergarbeiter oder in der landwirtschaft zu arbeiten. bereits 1952 war im Bantu Education Act ein minderwertiges Schulsystem für Schwarze festgelegt worden. das einzige was "die Schwarzen" von "den Weißen" lernen durften, war, dass sie entweder den ihnen zugewiesenen platz im system einnehmen oder sich erschießen lassen durften.
- meines erachtens sollte unter einer überschrift Leben in den Homelands eher etwas zu lesen sein, wie trotz dieser trostlosen situation überhaupt leben und die hoffnung auf überleben möglich war. --Alim 22:13, 18. Aug 2006 (CEST)
- Offenbar sind die Textstellen mehrdeutig. Es wird nicht behauptet, dass die weisse Kultur der schwarzen Kultur überlegen sei, sondern dass viele Schwarzen das so sahen. Das hat mit Eurozentrismus nichts zu tun, sondern ist aus der Sicht der Schwarzen geschrieben.
- Natürlich arbeiteten Schwarze schon vorher in Minen, aber mit der Apartheid und den Homeland wurde das System ausgeprägter. Ausserdem machte die Landwirtschaft in diesen Jahren einen starken Wandel durch. Hätten die Schwarzen abgeschottet in ihren Homelands gelebt, hätten sie davon nichts mitgekriegt. Da sie im Kontakt mit den Weissen standen, war dies nicht der Fall.
- Und natürlich gab es bereits zu Anfangszeiten der Homelands Widerstand. Die Frage ist aber, wie sich sich die Schwarzen, die Anzahlmässig den weissen etwa um den Faktor vier überlegen waren, sich von einer "handvoll" Weissen dominieren liessen. Das dies nicht ging, wenn die Schwarzen den Weissen selbstbewusst gegenübertraten haben wir zum Ende der Apartheid gesehen. Weshalb es aber z.B. 1960 noch ging, erklärt unter anderem dieser Abschnitt: Auch wenn einige Widerstand zu leisten begannen; die allermeisten verhielten sich passiv. --Napa 08:13, 19. Aug 2006 (CEST)
- was bedeuten die wertungen "übermächtige weiße kultur" denn dann, wenn nicht überlegenheit? welche schwarzen haben das so gesehen? quellen?
- was änderte sich an minenarbeit oder landwirtschaft? ausser das mit der schrittweißen entrechtung urbaner afrikaner und arbeiter durch die umsiedlungsaktionen und die verweigerung der staatsbürgerrechte, die möglichkeiten sich politisch zu organisieren drastisch eingeschnitten wurden.
- wie und das das arpartheidssystem zumindestens über einen zeitraum von ein paar jahrzehnten funktionierte ist bestimmt nicht mit mangelndem selbstbewußtsein "der schwarzen" zu erklären. --Alim 10:26, 19. Aug 2006 (CEST)
- Auch da kann ich mal versuchen die Quellen zu rekonstruieren. Das kann allerdings einige Zeit dauern, habe derzeit leider nur sehr beschränkt Zeit. --Napa 11:13, 19. Aug 2006 (CEST)
- das wäre gut. die literaturangaben hier sind ja teilweise aus den 70ern. mittlerweile gibt es aktuelle historische und sozialwissenschaftliche forschung zur apartheid, die sehr differenziert die rollen der einzelnen politischen akteure untersucht.
- ich habe leider auch grade nicht soviel zeit, deshalb würde ich auch vorschlagen, den artikel mal ins review zu schieben. wärst du damit einverstanden? --Alim 11:21, 19. Aug 2006 (CEST)
- Klar, von mir aus gerne. --Napa 11:40, 19. Aug 2006 (CEST)
Also mir ist der Artikel stellenweise auch viel zu tendenziell (s.o.) um als exzellenter Artikel gelten zu können. Hier sollte mal einer in neuere Quellen schauen und den ganzen Artikel überarbeiten. Wie gesagt werd ich sehen was ICH machen kann, wird aber nicht die komplette Überarbeitung sein. --ratte vom fels 20:14, 23. Okt. 2006 (CEST)
Abwahl-Diskussion
Diese Wiederwahl-Kandidatur läuft vom 24. Oktober bis zum 13. November 2006.Wenn man sich die Diskussionsseite dieses Artikel anschaut, findet man erstaunlich viele Einträge, die die Qualität dieses Artikels anzweifeln. Da Homeland schon 2004 zu den Exzellenten kam und sich die Qualitätsanforderungen seither verschärft haben, liste ich den Artikel mal hier auf, um ihn einer erneuten Bewertung zu unterziehen --Zakysant 20:16, 24. Okt. 2006 (CEST)
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Bildherkunft
Contra Der Artikel kommt mir für das Thema etwas kurz vor. Vor allem fällt mir auf:
- Es gab zehn Homelands. Das erste war die Transkei wieso Transkei das erste war erfährt man nicht (Gründungsdatum?) und über die anderen fehlt die entsprechende Information ganz. Nur über die Karte und die Linkliste am Ende erfährt man die Namen der anderen.
- Es steht viel über die Handlungen und Absichten der Regierung drin, aber nicht was die Schwarzen allgemein davon hielten, bzw. wie sie politisch darauf reagierten.
- Keine Information was mit den Homelands nach dem Ende der Apartheit geschehen ist. Wie war die Entwicklung, wie sieht es heute dort aus. -- Nevfennas 22:41, 9. Nov. 2006 (CET)



