Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten
 
Indonesien

Toplinks zu diesem Thema:
Java, Gruppe, Gruppen, Unternehmen, Rahmen, Verlag, Ast, Autor, Bankrott, Dominanz, Englisch, Geld, Geschenk, Rolle, Schriftsteller, Spiralen



Der Artikel Indonesien gehört zur Kategorie: Indonesien, Staat, Indonesien, Südostasien, Inselgruppe (Asien)

Die Republik Indonesien (indon. Indonesia) wurde am 17. August 1945 proklamiert und am 27. Dezember 1949 unabhängig. Die Hauptstadt Jakarta hat etwa 11 Mio. Einwohner und liegt auf der Hauptinsel Java, auf der mehr als die Hälfte der Einwohner des Landes lebt. Der Name Indonesien setzt sich aus dem lateinischen Wort indus für Indien und dem griechischen Wort nesos für Insel zusammen.

Geografie

Lage

Abbildung
Lage von Indonesien
Bildherkunft

Die äquatoriale Inselkette ist bezüglich Fläche und Einwohnerzahl der größte Staat Südostasiens, der weltgrößte Inselstaat sowie mit etwa 280 Millionen Einwohnern viertgrößte Nation der Welt. Die Landfläche Indonesiens verteilt sich auf 17.508 Inseln, von denen rund 6000 bewohnt sind. Indonesien erstreckt sich in nord-südlicher Ausdehnung von etwa 6° nördlicher Breite bis 11° südlicher Breite über rund 1.875 km, in west-östlicher Ausdehnung von 95° bis 141° östlicher Länge über mehr als 5.000 km.

Nördlich von Indonesien liegen Malaysia, Singapur, die Philippinen und Palau, östlich Papua-Neuguinea, südlich Australien und der Indische Ozean, letzterer liegt auch westlich von Indonesien. Gegen die Malaiische Halbinsel mit dem westlichen Malaysia und Singapur wird Indonesien durch die Straße von Malakka abgegrenzt und Richtung philippinische Inseln durchläuft die Grenze die Celebes See.

Das indonesische Inselreich durchzieht eine große Anzahl von Meerengen, flachen Nebenmeeren und Seebecken. Im Norden führt eine der wichtigsten Wasserstrassen, die Straße von Malakka, von der Andamanensee in die Karimata-Straße, die nördlich in das Südchinesische Meer führt und südlich in die Javasee.

Die Javasee ist zentral gelegen und ist im Süden über Meerengen, wie die Sunda- oder Lombokstraße, mit dem indischen Ozean verbunden. Von der Celebes See zieht die Straße von Makassar in östliche Javasee und die Floressee, die an die Bandasee mit den Gewürzinseln angrenzt. Weitere kleine Meergebiete liegen südlich. Über dem indonesischen Teil der Insel Neuguinea liegt im Norden der Pazifik und südlich die Richtung Australien die Arafurasee und weiter östlich die Timorsee.

Zu Indonesien gehören die Großen (außer dem Nordteil Borneos) und die Kleinen Sunda-Inseln (außer Osttimor) sowie die Molukken, und damit der größte Teil des Indonesischen Archipels, außerdem gehört die Westhälfte Neuguineas (West-Papua, ehemals Irian Jaya) zu Indonesien. Damit liegt Indonesien nicht nur in Asien, sondern hat auch Anteil an Ozeanien.

Geologie

Die Gegend des modernen Indonesiens entwickelt sich ab dem Pleistozän, wo die heutige Inselregion noch mit dem asiatischen Festland verbunden war. Das Archipel entstand dann während der Tauperiode nach der ersten Eiszeit. Das Land ist vulkanisch geprägt und dadurch sehr gebirgig. Ein Ausläufer des Pazifischen Feuerrings verläuft quer durch Indonesien und führt zu teilweise großer seismischer Aktivität. Trotz der Bedrohungen durch Seebeben und die häufig noch aktiven Vulkane (zuletzt waren am 8. Juni 2004 der Mount Bromo sowie einen Tag später der Mount Awu ausgebrochen – zwei Tote, fünf Verletzte, seit Anfang 2006 entwickelt einer der gefährlichsten Vulkane der Welt, der Merapi in Zentral-Java, bedrohliche Aktivitäten) sind einige Inseln, insbesondere Java, dicht besiedelt, da der Boden fruchtbar ist und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Klima

bild:Klima_medan.png|Klimadiagramm Medan (Sumatra) bild:Klima_surabaya.png|Klimadiagramm Surabaya (Java) bild:Klima_ujungpandang.png|Klimadiagramm Makassar früher Ujung Pandang (Celebes)

Indonesien zählt zu den größten Regenwaldgebieten der Welt. Auf Borneo, Sumatra, Westjava, Papua, den Molukken und Sulawesi gibt es immerfeuchtes Tropen-Klima. Temperaturen schwanken im Jahresverlauf kaum und liegen im Mittel zwischen 25°C bis 27°C. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90% und vorherrschender Windstille spricht man auch von tropischer Schwüle. Die Niederschlagsmenge eines Jahres liegt zwischen 2000 mm und 4000 mm.

Auf dem übrigen Java, den kleinen Sundainseln und den Aruinseln bestimmt der Monsun das Klima. Er sorgt für gleichbleibend hohe Temperaturen, die aber innerhalb von 24 Stunden Schwankungen von 6°C - 12°C unterliegen können. Der Nordostmonsun führt vorwiegend trockene Luft mit sich und löst dadurch eine Trockenzeit (Wintermonsun genannt) aus.

In dieser niederschlagsarmen Zeit werfen die Bäume ihre Blätter ab und durchlaufen eine Art Ruhephase, in der die sogenannten Monsunwälder (lichte, grüne Wälder mit einer ausgeprägten Krautschicht) entstehen. Der Südwestmonsun nimmt über dem warmen Meer Feuchtigkeit auf und führt über dem Festland zu hohen Niederschlägen, die am Tag bis zu 50mm erreichen können und oft zu Überschwemmungen führen.

Flora und Fauna

Durch die geographische Lage beiderseits des Äquators besitzt Indonesien ein ausgesprochen tropisches Klima mit Monsunwinden, die von Juni bis September ein trockenes Klima mit wenig Regen und von Dezember bis März feuchte Luftmassen und viel Niederschlag mit sich bringen.

Die Wallace-Linie, zwischen Bali und Java bzw. Lombok und nördlich zwischen Kalimantan bezw. Borneo und Sulawesi trennt die Fauna und Flora biologisch zwischen Asien und Australien. Diese Trennlinie ist so benannt nach dem englischen Naturforscher Alfred Russel Wallace, der während seiner Reisen zwischen 1854 und 1862 festgestellt hat, dass bestimmte asiatische Säugetiere wie Elefanten, Tiger, Tapire und Orang Utan sehr wohl auf Sumatra, Java und Bali vorkommen, nicht aber auf Sulawesi, den Molukken und den kleinen Sunda Inseln.

Naturereignisse

Die größte Erdbebenkatastrophe der jüngeren Geschichte Indonesiens war das Seebeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004. Als am morgen gegen 7.58 Uhr die Erde vor der Nordwestküste Sumatras bebte, wurden viele Orte schwer beschädigt. Es war - mit 9,3 auf der Richterskala - das viert- oder fünftstärkste jemals gemessen Erdbeben. Nur ca. 15 Minuten später wurden die Menschen, vor allem an der Westküste Sumatras in der Region um Banda Aceh, von einem bis zu 15 Meter hohem Tsunami überrascht. In wenigen Minuten wurden ganze Küstengebiete verwüstet. Es starben allein in Indonesien über 170.000 Menschen.

Ein Erdbeben Stärke 6.2 mit katastrophalen Auswirkungen ereignete sich am 27. Mai 2006 in Zentral-Java bei Yogyakarta. Dabei starben nach Regierungsangaben annähernd 5.800 Menschen, bis zu 57.800 wurden verletzt, mehr als 130.000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt und bis zu 650.000 Menschen obdachlos. Außerdem führte es zu einer weiteren Verstärkung der Aktivitäten des Vulkans Merapi.

Seit 29. Mai 2006 bildet sich in der Nähe von Sidoarjo auf Java ein Schlammvulkan.

Am 17. Juli 2006 ereignete sich vor Java eine Seebeben mit anschliessendem Tsunami. 525 Menschen starben und 38.000 wurden obdachlos. Betroffen war vor allem die Stadt Pangandaran auf der indonesischen Insel Java. Die Weiterleitung der Tsunami Warnung wurde verpasst. Ein Erdstoß der Stärke 6,2 ereignete sich erneut am 19. Juli 2006 vor der indonesischen Küste, erklärte das Erdbebenwarnzentrum in Jakarta und gab diesmal die Warnung weiter.

Bevölkerung

Religion

86 % der Indonesier sind Muslime. Praktisch alle gehören der sunnitischen Richtung an. Es gibt in Indonesien insgesamt nur etwa 100.000 Schiiten. Viele Indonesier praktizieren eine synkretische Form des Islam. Anhänger dieser Form wurden vom Anthropologen Clifford Geertz als Abangan bezeichnet, im Gegensatz zu den vorgeblich orthodoxer lebenden Santri.

Mit über 191 Millionen Moslems ist Indonesien der Staat mit der größten muslimischen Population (anzumerken ist jedoch, dass manche Völker in Indonesien aufgrund der Staatsideologie Pancasila, die den Glauben an einen Gott vorschreibt, den Islam zwar als ihre offizielle Religion angeben, jedoch Animismus praktizieren).
Etwa 10 % der Bevölkerung sind Christen (c.a 7 % evangelisch und 3 % römisch-katholisch). Das Christentum kam bereits vereinzelt im 15. Jh auf die Insel, doch viele nicht islamisierte Völker wie die Toraja oder die Batak konvertierten in Folge von Missionierung erst im 19. und 20. Jh zu der Religion. Bei der Missionierung der Batak spielten deutsche Missionare die entscheidende Rolle. Ausnahmen sind die Bewohner des heutige Nusa Tenggara Timur sowie der Molukken (Gewürzinseln) welche bereits im 16. und 17. Jh christanisiert wurden. In einigen Gebieten Indonesiens sind Christen aufgrund der Missionierung in der Mehrheit. Katholisch ist vor allem der Osten Indonesiens (Flores, Timur) geprägt. Protestantische Gebiete sind Nordsumatra und Nordsulawesi. Abgesehen davon leben viele Christen auch in den Großstädten Javas und Sumatras.

Allerdings hat der Ahnenkult und Geisterglaube nach wie vor einen großen Stellenwert bei vielen Indonesiern, gleichwohl sie Muslime, Christen, Hindus oder Buddhisten sind.

1,8 % der Bevölkerung sind Hindus (Bali, Lombok) und 1 % Buddhisten (meist Angehörige der chinesischen Minderheit).

Islam in Indonesien

Der Islam erreichte Indonesien erstmals im 10. Jahrhundert. Um 930 wurde in der Region Aceh das erste Sultanat gegründet. Lange Zeit blieb es dabei. Erst im 15. Jhd breitete sich der Islam durch indische und arabische Händler in Sumatra aus und erreichte Anfang des 16. Jahrhunderts auch Java. Viele damalige Fürsten - und mit ihnen die Bevölkerung - konvertierten daraufhin zum sunnitischen Islam. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Islam auch die übrigen indonesischen Inseln (z.B. Sulawesi).

Auf Java wurde der Islam durch die neun Gesandten Gottes, den Wali Songo (Wali = Oberhaupt, Songo = jav. Neun), verbreitet. Obwohl erwiesen ist, dass sie tatsächlich gelebt und auf Java gewirkt haben, dürfte das meiste der über sie überlieferten Geschichten in das Reich der Sage fallen. Die Wali Songo gründeten überall auf Java Moscheen und islamische Schulen, die Pesantren oder Pondok Pesantren. Diese Wirkungsstätten der Wali sind bis heute das Ziel von jährlichen Pilgerfahrten indonesischer Muslime.

Obwohl die Wali Songo getreu den Buchstaben des Korans reinen Islam lehrten, haben sich mit ihrer Duldung auch Traditionen, besonders in Zentral- und Ostjava erhalten, die eigentlich der Lehre des Islam widersprechen. Bestes Beispiel hierfür ist das „Wayang“, das berühmte indonesische Schattenspiel.

Insgesamt kann man sagen, dass es den Wali Songo zu verdanken ist, dass der in Indonesien praktizierte Islam liberaler ist als der in vielen arabischen Ländern. Die Mehrheit der indonesischen Muslime akzeptiert die verschiedenen Religionen und Kulturen in ihrem Land. Neben den Wali Songo gab es noch einen zehnten Prediger des Islam, Sheikh Siti Jenar. Siti Jenar war ursprünglich ein Schüler der Wali Songo, begann aber, den Islam völlig neu auszulegen und begründete eine eigene Lehre. Nachdem die Wali vergeblich versucht hatten, Siti Jenar zu bekehren, wurde er zum Tode verurteilt und enthauptet. Offiziell gehört Siti Jenar nicht zu den Wali, dennoch sind etwa 30 % der indonesischen Muslime Anhänger seiner Lehre. Diese bezeichnen sich als Abangan und leben vorwiegend auf Java. Doch nicht nur auf Java haben sich traditionelle Glaubensvorstellungen und vorislamische Traditionen bis heute erhalten, sondern auch bei den Einwohnern Sumatras und Kalimantans.

Im Zuge der japanischen Vision ein eigenes Kolonialreich aufzubauen wurden die muslimischen Führer der Unabhängigkeitsbewegung in Niederländisch-Indien durch die japanische Militäradministration konkret gefördert. US-Dokumente aus dem Zweiten Weltkrieg belegen, wie Japan über Jahrzehnte hinweg die Gruppe des Islam als politischen Faktor für ihre eigenen Zielsetzung radikalisierte (Religion wurde als politische Waffe entdeckt, Lit.: M.J. Schindehütte, 2006). Japan erhoffte sich durch die Stärkung des Faktors Religion innerhalb der Unabhängigkeitsbewegung einen starken Widerstand gegen die europäischen Kolonialmächte. Durch eine unabhängige asiatische Handelszone versprach sich Japan mehr Selbstständigkeit gegenüber dem Westen.

Die beiden größten moslemischen Organisationen Indonesiens sind die traditionalistische Nahdatul Ulama und die modernistische Muhammadiyah. Die Nadhlatul Ulama ist mit über 30 Millionen Mitgliedern die größte moslemische Organisation der Welt. Bekanntestes Mitglied ist ihr Mitbegründer und frühere Präsident Indonesiens Abdurrahman Wahid (Gus Dur).

Durch religiöse und gesellschaftliche Konflikte kamen auf den Molukken mehr als 9000 Menschen ums Leben; die meisten davon waren ambonesische Christen. In Zentral-Sulawesi fanden durch ähnliche Konflikte bisher mehr als 1000 Menschen den Tod. Teile von Zentral-Sulawesi (darunter der Poso- Bezirk), einer Region in der die Zahl der Muslime und Christen etwa gleich hoch ist, sind geprägt von einem eher konservativen Islam. Obowohl der überwiegende Teil der indonesischen Muslime nach wie vor moderat ist, gibt es in den letzten Jahren Anzeichen einer Radikalisierung.

In 16 Provinzen bildet die Scharia bereits die Grundlage der Rechtssprechung. Vor allem aus Aceh, Nordsulawesi wird in diesem Zusammenhang immer wieder von Bestrafungsaktionen wie öffentlichem Auspeitschen für Spieler oder auch sich öffentlich küssende Paare berichtet. Auch wurde erst kürzlich in der indonesischen Stadt Tangerang bei Jakarta das Küssen in der Öffentlichkeit verboten, wenn es länger als fünf Minuten dauert. Zusätzlich wurde Frauen polizeilich verboten nach 19 Uhr alleine spazieren zu gehen. Allerdings erklärte ein dafür zuständiger Polizeibeamter, dass man bei einer Nichteinhaltung des Gesetzes nicht gleich mit einer Verhaftung zu rechnen braucht. In der Hauptstadt selbst verschwanden Anfang 2006 Getränke mit einem Alkoholgehalt von über 5% aus den Supermarktregalen.

Weitere Gesetze, die die Verbreitung pornografischer Medien (wie z. B. Playboy) und pornographisches Verhalten einschränken sollen, sind ebenfalls in Planung. Offenbar fallen auch traditionelle Kostüme und Trachten unter die Kategorie. Dagegen regte sich allerdings Widerstand von Intellektuellen, Künstlern und Frauenrechtsorganisationen, die eine Stärkung des orthodoxen Islam befürchten.

Hinzuzufügen ist, dass jede ethnische Gruppe den Islam anders auslegt. Als orthodoxe Muslime sind vor allem die Maduresen, Minangkabau, Acehnesen und die Makaresen bekannt, während die Javaner und Osing traditionell eine gemäßigte Form des Islam praktizieren. Auf Sulawesi identizifieren sich viele je nach der Religionszugehörigkeit meist einfach nur als Muslime oder Christen.

Ethnische Gruppen

Laut dem indonesischen Census von 2001 leben in Indonesien insgesamt über 300 verschiedene Völker, von denen die meisten malaiischer Herkunft sind. Die größten Völker verteilen sich auf die Bevölkerung wie folgt:

Javaner (41,7 %), Sundanesen (15,4 %), Malaien (3,4 %), Maduresen (3,3 %), Batak (3,0 %), Minangkabau (2,7 %), Betawi (2,5 %), Bugis (2,5 %), Bantenesen (2,1 %), Banjaresen (1,7 %), Balinesen (1,5 %), Sasak (1,3 %), Makassaresen (1,0 %), Cirebon (0,9 %), Chinesen (0,9 %), Gorontalo (0.8 %), Acehnesen (0.4%) (wobei aufgrund des Krieges nur etwa die Hälfte der Bevölkerung des Bundesstaates Aceh erfasst wurde), Torajah (0.4%)

Malaiische Völker stellen in Sumatra, Java, Sulawesi, Bali und durch Einwanderung mittlerweile auch in Kalimantan die Mehrheit. Dagegen leben im Osten vorwiegend zumeist Völker die aus Vermischung von malaiischen Einwanderern und der ursprünglichen melanesischen Bevölkerung hervorgegangen sind, während Neuguinea eine rein melanesische Bevölkerung hat.

Dazu kommen noch z.B. die Acehnesen, Toraja, Bajau, Wewewa, Bauzi, Lampung, Tengger, Osing, Badui, Gorontalo und viele andere Gruppen, die aber meist weniger als 1 % an der Gesamtbevölkerung stellen und Mischformen, wie etwa die auf Sumba lebenden Wewewa, die zur Hälfte malaiischer und melanesischer Herkunft sind. Außerdem leben noch vereinzelt polynesische Völker in dem Inselstaat.

Als bevölkerungsreichste Gruppe sind die Javaner in Indonesien die politisch dominierende Gruppe. Durch das umstrittene Projekt Transmigrasi wurde versucht, das Problem der Bevölkerungskonzentration auf der Insel Java (ca. 1000 Einwohner pro km²) zu lösen, was vor allem auf Borneo und Sulawesi zu schwerwiegenden Zusammenstößen mit der heimischen Bevölkerung führte.

Im indonesischen Teil von Neuguinea leben vorwiegend Melanesier.

Chinesische Minderheit

In Indonesien leben insgesamt 1,739 Mio. Chinesen, die meisten davon auf der Hauptinsel Java. Doch auch auf Sumatra und Kalimantan sind Chinesen heimisch. Die meisten Chinesen kamen in das Land, als Indonesien noch eine niederländische Kolonie war.

Sie sind besonders einflussreich in der Wirtschaft, was besonders in den letzten Jahren häufig zu Pogromen führte.

Diskriminierungen

Nach der Erlangung der Unabhängigkeit Indonesiens 1946 wurden viele Chinesen außer Landes gedrängt. Die Regierung verbannte Chinesen ohne indonesische Staatsbürgerschaft aus kleinen Orten und beraubte Zehntausende ihrer Lebensgrundlage. Präsident Sukarno wollte damit den Pribumi (den einheimischen Indonesiern) die Kontrolle über den Handel in den Dörfern verschaffen. Nach der Machtergreifung Suhartos und der Hetze und den Morden an mutmaßlichen Kommunisten (die Chinesen wurden oft grundlos beschuldigt, Kommunisten zu sein) zwischen 1965 und 1967 verkündete Suharto einen Präsidialerlass über "Die Politik zur Lösung des chinesischen Problems" und einen weiteren zu Religion, Glauben und chinesischen Gebräuchen.

Chinesischsprachige Schulen wurden geschlossen, Kulturvereinigungen wurden aufgelöst, der Verkauf chinesischsprachiger Bücher und Zeitschriften, sogar die Verwendung chinesischer Schriftzeichen in Kalendern, bei Firmenzeichen oder an Geschäften wurde verboten. Eine einzige staatlich kontrollierte chinesischsprachige Tageszeitung wurde erlaubt. Die Indonesierung chinesischer Namen wurde massiv vorangetrieben. Merkmale kultureller Identität wie z. B. die Feier des chinesischen Neujahrsfestes wurden verboten bzw. in private Haushalte verbannt. Die Ausweise vieler ethnischer Chinesen unterscheiden sich anhand eines speziellen Codes von denen der Pribumi. Im Februar 1998 räumte sogar ein Vertreter des indonesischen Verteidigungsministeriums ein, ethnische Chinesen sähen sich Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn sie als Beamte oder beim Militär Karriere machen wollten, und würden zudem beim Zutritt zu staatlichen Universitäten benachteiligt.

Die Überarbeitung der diskriminierenden Gesetze wurde am 16. September 1998 von dem damaligen Präsidenten Habibie in einem Erlass angeordnet (siehe auch: Völkermord an den Chinesen Indonesiens).

Soziale Strukturen

Über 27 % der insgesamt 241 Mio Indonesier leben in Armut, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Während in Java, der Hauptinsel des Landes, etwa 23 % in Armut leben, gibt es manche Provinzen, besonders im Osten, in denen der Anteil der armen Bevölkerung bei 44 % liegt.

Besonders in Großstädten wie Jakarta gibt es ausgedehnte Slums. Auf Java gibt es etwa 1,7 Mio. Straßenkinder. Die Slums, in denen viele Menschen unter erbärmlichen Bedingungen leben müssen, sind Zentren von radikalen Islamisten, die einen Teil der dortigen Bevölkerung für ihre Ideen gewinnen konnten, was sich hin und wieder in antiamerikanischen Demonstrationen äußert. Straßenkinder (vornehmlich Jungen) werden mitunter von radikalislamistischen Gruppen aufgegriffen und landen in illegalen islamischen Schulen.

Bevölkerungsdichte Indonesiens

Abbildung
Verteilung der Bevölkerung in Indonesien
Bildherkunft

Die Bevölkerungsdichte der vielen indonesischen Inseln unterscheidet sich stark voneinander, auch auf den einzelnen Inseln ist sie ungleich verteilt. Während in den Provinzen Papua, Maluku und Maluku Utara im Durchschnitt maximal 30 Personen auf einem Km² leben, liegt sie etwa auf dem indonesischen Teil der Insel Borneo bei 10-100 Einwohnern/Km² oder bei 30-300 Einwohnern/Km² auf Sumatra. Die Insel mit der höchsten Dichte ist Java - 600 bis über 1000 Einwohnern/Km² - mit den am dichtesten besiedelten Provinzen Jakarta (der Hauptstadtprovinz) und Yogyakarta.

Java ist aufgrund des fruchtbaren Bodens und der Hauptstadt sehr dicht besiedelt, was zu einem starken Fortschrittsgefälle zwischen den Inselgruppen geführt hat. Die Regierung siedelt deshalb im Rahmen des Transmigrasi-Projektes seit 1969 Familien aus Java auf dünner besiedelte Inseln um, was bisher vor allem zu vielen Konflikten und Problemen geführt hat.

Geschichte

Kultur

Die Nationalhymne Indonesia Raya wurde von Wage Rudolf Soepratman komponiert. Typische indonesische Musikinstrumente sind das Gamelan und Angklung. Ein traditioneller Zeitvertreib ist das indonesische Schattenspiel Wayang. Die indonesische Kultur (Musik, Literatur, Malerei) wurde im 9. und 10. Jahrhundert zuerst vom Buddhismus, und ab dem 13. Jhd zunehmend vom Hinduismus geprägt. Eine weitere hochentwickelte Kunst ist die Batik, die in Indonesien seit Jahrhunderten beheimatet ist. In aufwendiger Technik werden reiche Muster mit Blumen und Vogelmotiven, Spiralen und phantasievoller Struktur entwickelt. Heute ist die Batik ein Exportprodukt Indonesiens. Reis ist ein Grundnahrungsmittel, das bis zu dreimal am Tag gegessen wird. Überall durchziehen Reisterrassen das Land. Viele Mythen erzählen, dass der Reis ein Geschenk des Himmels ist.

Durch die Vielzahl der Völker Indonesiens bestehen jedoch große Unterschiede zwischen den Kulturen der einzelnen Regionen.

bis zum 16. Jahrhundert

Abbildung
Buddhistische Tempelanlage Borobudur (erbaut ca. 750–850).
Bildherkunft

Abbildung
Hinduistische Tempelanlage Prambanan (erbaut ca. 850).
Bildherkunft

Den Grundstock der indonesischen Bevölkerung bilden mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind.

  • 5. Jahrhundert: Früheste Einflüsse des Buddhismus auf Indonesien.
  • ab 7. Jahrhundert: Buddhistisches Königreich von Srivijaya auf Sumatra.
  • ab 8. Jahrhundert: Buddhistische Sailendra-Dynastie. Errichtung des Borobudur, des weltweit größten buddhistischen Baudenkmals, auf Java.
  • ab Ende des 13. Jahrhunderts: Das letzte große Hinduimperium Majapahit herrschte auf Java und später den umliegenden Inseln.
  • ab 15. Jahrhundert: In Indonesien setzt sich der Islam durch. Die damaligen Stammesführer übernahmen diese Religion von arabischen Kaufleuten und konvertierten. Die Bevölkerung tat es ihnen gleich. Der Islam war eine Revolution zum vorherigen System. Im Islam war jeder Mensch gleich. Hinduismus und Buddhismus überleben bis heute nur auf den Inseln Bali (siehe beispielsweise: Besakih) und Lombok, wo sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch geprägte) Mischkultur herausbildet hat.

1487 umfuhr der Portugiese Bartolomeu Diaz erstmals das Kap der Guten Hoffnung und fand damit den Seeweg nach Indien. In der Folge stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor, um den bislang von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu übernehmen. Nach fast 100-jähriger portugiesischer Dominanz setzten sich um 1600 die Niederländer als Kolonialherren durch.

17. bis 19. Jahrhundert

Als Niederländisch-Ostindien war Indonesien eine der ersten holländischen Kolonien. Mithilfe ihres Rohstoffreichtums erlangte die Kolonialmacht einen großen Wohlstand. Nach der Auflösung der Vereinigten Handelskompanie im Jahre 1799 übernahm der Staat Niederlande die Kolonie. In der Zeit, in der Napoleon I. in den Niederlanden herrschte, waren die niederländischen Kolonien in Südostasien von den Briten besetzt worden. 1816 erhielten die Niederländer die Herrschaft über das indonesische Inselreich zurück, mussten allerdings im Vertrag von London auf Ceylon und das Kapland verzichten.

  • 18251830: Volksaufstand auf Java gegen die niederländische Kolonialherrschaft. Den Kämpfen fallen über 200.000 Javaner und 8000 Europäer zum Opfer.

Nach 1816 zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die Engländer, eine Pacht von den einheimischen Bauern ein: In jedem Dorf hatte der Vorsteher dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen Reisernte entsprach. General-Gouverneur Johannes van den Bosch erwirkte, dass um 1830 ein neues System eingeführt wurde, das so genannte cultuurstelsel. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederländische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichten Buch Max Havelaar.

1870 wurde das cultuurstelsel schließlich nach einer Entscheidung im Parlament des niederländischen Mutterlandes abgeschafft. Fortan war es für niederländische Privatleute möglich, Land von den einheimischen Bauern zu pachten, um hierauf Plantagen anzulegen.

Anfang 20. Jahrhundert

  • 1908: Die Niederlande dehnen, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf den gesamten indonesischen Archipel aus. Lediglich die Provinz Aceh (Atjeh) im Norden Sumatras vermag zu widerstehen, wird aber nach einem über dreißigjährigen Krieg ebenfalls unterworfen.
  • 1912: Mit der Gründung der Sarekat Islam („Islamische Vereinigung“) erwächst der indonesische Nationalismus zu einer Massenbewegung.
  • 1926: Die Kommunistische Partei (PKI) ruft zum revolutionären Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheitert an der überlegenen niederländischen Kolonialmacht.
  • 1927: Nach der Zerschlagung der PKI nimmt die von Sukarno (1901–1970) gegründete Partai Nasional Indonesia den Kampf gegen die Niederländer auf.

Japanische Besatzung

  • Februar/März 1942: Im Zweiten Weltkrieg erobert Japan Niederländisch-Indien.
  • März 1943: Unter japanischer Besatzung erklärt sich Indonesien (erstmals) als von den Niederlanden unabhängig.

Ende 1941 begannen die Japaner, die indonesischen Inseln zu besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und der Verbesserung ihrer strategischen Position. Von Stützpunkten auf den indonesischen Inseln wurden die australischen Städte Darwin und Broome bombardiert. Im März 1942 kapitulierten die Niederländer. Die fast 350-jährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten Indonesier begrüßten die Japaner als Befreier vom Joch der Europäer. Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die asiatischen Nachbarn ein Schreckens- und Willkürregime aufbauten. Die Herrschaft der Japaner endete mit deren Kapitulation am 15. August 1945.

Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt

Am 17. August 1945 rufen Sukarno und Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus (Staatsname: Indonesia). Mit den Grundsätzen der Pancasila gibt sich der Staat eine eigentümliche Verfassung. Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckt sich zunächst auf die Inseln Java, Sumatra und Madura. Die übrigen Inseln werden von den Niederländern gehalten. Erster Präsident der Republik Indonesien wird Achmed Sukarno. Von Juli 1947 bis Dezember 1948 besetzen die Niederländer weite Territorien der aufständischen Republik. Deren Gebietshoheit beschränkt sich nur noch auf Zentraljava und das Hochland von Sumatra.

Die aufständischen Indonesier antworten mit Guerillakrieg. Am 18. Dezember 1948 gelingt es den Niederländern, Sukarno und fast die ganze Regierung zu verhaften. Da die USA bei Ausweitung der Kämpfe eine kommunistische Machtübernahme befürchten, drängen sie die Niederlande zum Nachgeben. Am 25. April 1949 wird die bis 1956 bestehende Niederländisch-Indonesische Union gebildet, am 27. Dezember wird die Unabhängigkeit der Republik Indonesien (neuer Staatsname: Republik Indonesia Serikat) von den Niederlanden anerkannt, der niederländische Teil von Neuguinea West-Papua bleibt jedoch unter niederländischer Verwaltung.

  • 17. August 1950: Das seit der Unabhängigkeit föderal strukturierte Indonesien wird in einen Einheitsstaat umgewandelt (neuer Staatsname: Republik Indonesia). Der christliche Teil der Bevölkerung der Molukken proklamiert die unabhängige Republik Maluku Selatan. Der Sezessionsversuch wird von der indonesischen Armee jedoch mit Waffengewalt unterdrückt. Indonesische Truppen besetzen im November die Hauptstadt Ambon und erobern bis 1955 die gesamte Republik Maluku Selatan.
  • 15. Februar 1956: Indonesien kündigt die 1949 geschlossene Union mit den Niederlanden.
  • 1. Mai 1963: West-Papua (Irian Barat) gerät de facto vollständig unter indonesische Kontrolle.
  • 16. September 1963: Die Gründung Malaysias und die Eingliederung von Sabah und Sarawak in die malaysische Föderation führt zu ernsthaften Spannungen mit Indonesien. Bis 1966 kommt es immer wieder zu Kämpfen auf Borneo. Malaysia wird dabei von Großbritannien und Australien mit Truppen unterstützt.
  • 30. September 1965: Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes provoziert einen angeblichen kommunistischen Umsturzversuch (G30S/PKI). Dieser scheitert an einem Gegenputsch rechtgerichteter Armeeangehöriger, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen umgebracht werden, vor allem tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) und Chinesen (Völkermord an den Chinesen Indonesiens). Dies gilt als einer der größten politisch motivierten Massenmorde der jüngeren Geschichte. Die Vorgänge sind bis heute nur unzureichend untersucht, daher sind genaue Angaben zur Zahl der Opfer nicht möglich.
  • 1. Januar 1966: Währungsreform: 1000 alte Rupiah = 1 neue Rupiah = 100 neue Sen.
  • 11. März 1966:Der Oberbefehlshaber der Kostrad-Brigaden Suharto erzwingt von Sukarno die Vollmacht zur Regierungsbildung.
  • 12. März 1967: Suharto wird „geschäftsführender Staatspräsident“; Sukarno bleibt nominelles Staatsoberhaupt.
  • 27. März 1968: Suharto übernimmt auch formal das Amt des Staatspräsidenten.
  • 1969: West-Papua (Irian Barat) wird indonesische Provinz und erhält den Namen „Irian Jaya“.
  • 21. Juni 1970: Tod des Staatsgründers Achmad Sukarno.
  • 5. August 1973: Anhaltende soziale Spannungen entladen sich in Rassenkonflikten, die sich gegen die chinesische Minderheit richten.
  • 28. November 1975: Portugal zieht sich aus seiner Kolonie Ost-Timor zurück. Die „Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Ost-Timor“ (FRETILIN) ruft die Unabhängigkeit aus (wirksam erst am 20. Mai 2002).
  • 2. Dezember 1975 überfallen in den Niederlanden extremistische Mitglieder der 35.000 dort lebenden Ambonesen (Süd-Molukken) einen Zug und am 4. Dezember das indonesische Generalkonsulat in Amsterdam und nehmen Geiseln mit dem Ziel, dass sich die niederländische Regierung für die Ambonesen in Indonesien einsetzt. Vier Geiseln werden erschossen. Die niederländische Regierung bleibt hart, die Ambonesen geben am 19. Dezember auf.
  • 7. Dezember 1975: Staatschef Suharto befiehlt die militärische Invasion Osttimors. In den folgenden Wochen werden 60.000 Menschen getötet, 10 % der Bevölkerung.
  • 17. Juni 1976: Osttimor wird dem indonesischen Staatsverband eingegliedert. Auf Sumatra wurde die Wiederstandsbewegung ASNLF gegründet.
  • 11. November 1981: Die UN-Generalversammlung fordert für Osttimor das Selbstbestimmungsrecht.
Unruhen von 1998

Viele Indonesier machten die chinesische Minderheit verantwortlich für die Wirtschaftskrise im Jahre 1998. Es kam zu Studentenprotesten an verschiedenen Universitäten Indonesiens. Als die Regierung am 5. Mai des Jahres die Preise für Benzin, öffentliche Verkehrsmittel und Strom erhöhte, schlossen sich auch andere Bevölkerungsgruppen den Protesten an. Mehr als 1000 Menschen randalierten in der Stadt Medan, setzten Fahrzeuge und Geschäfte von Chinesen in Brand, während die Läden von muslimischen Geschäftsleuten dagegen meist verschont blieben. Die Unruhen hielten drei Tage an. Mehr als 1000 Gebäude wurden zerstört.

Die Gewalt erreichte ihren Höhepunkt in den Tagen vom 12. bis zum 14. Mai 1998 in Jakarta. Wieder begannen die Ausschreitungen nach friedlichen Studentendemonstrationen. Das Militär duldete diese zunächst, solange sie auf dem Gelände der jeweiligen Universitäten verblieben. Am 12. Mai jedoch wurden vier Studenten bei friedlichen Protesten auf dem Campus der Universität Trisakti erschossen. Es wird vermutet, dass die Schützen Angehörige der Streitkräfte waren. Unmittelbar danach und bei der Trauerfeier am folgenden Tag kam es zu massiven Übergriffen. Innerhalb von drei Tagen wurden ganze Stadtteile Jakartas ausgeplündert. Geschäfte, Banken, Autos und Wohnhäuser fielen Brandanschlägen zum Opfer. Chinesische Stadtviertel waren besonders betroffen. Die staatliche indonesische Menschenrechtskommission Komnas HAM zog später folgende Bilanz: 1188 Todesopfer, 101 Verletzte sowie 40 Einkaufszentren, 2479 Geschäfte und 1604 Häuser, die geplündert und niedergebrannt wurden. 1119 Autos, 1026 Wohnungen und 382 Büros wurden demoliert oder angezündet. Die Toten gehörten dabei nur zu einem kleinen Teil der chinesischen Minderheit an. Viele andere waren Plünderer, die in den schon brennenden Häusern eingeschlossen wurden.

  • 19981999: Nach der Entmachtung von General Suharto übernimmt Bacharuddin Jusuf Habibie (* 1936), bis dahin Vize-Präsident, das Amt des Staatspräsidenten.
  • 19. April 1999 Bombenanschlag auf die mit 600 Gläubigen vollbesetzte Hauptmoschee in Jakarta (3 Verletzte); 20. Oktober: Abdurrahman Wahid (* 1940) wird erster frei gewählter Staatspräsident.
  • 31. Oktober 1999: Die letzten indonesischen Soldaten verlassen Osttimor nachdem sie das Land in Schutt und Asche gelegt haben und eine internationale Friedenstruppe im September in Dili landete.
  • 1. August 2000 Eine Bombe explodiert vor der Residenz des philippinischen Botschafters in Jakarta (2 Tote, 23 Verletzte); (13. September) In der Tiefgarage der Börse von Jakarta detoniert eine Autobombe (15 Tote, 27 Verletzte); (24. Dezember) 15 Bombenanschläge auf christliche Kirchen (16 Tote, mehr als 100 Verletzte).
  • 1. Januar 2001: Irian Jaya erhält innere Autonomie.
  • Juli 2001: Megawati Sukarnoputri (*1944), Tochter des Staatsgründers Sukarno, wird neue Staatspräsidentin; (23. September) In einem belebten Einkaufszentrum in Jakarta explodieren zwei Bomben (mehrere Verletzte)
  • 20. Mai 2002: Osttimor erhält die Unabhängigkeit (República Democrática de Timor-Leste).
  • 12. Oktober 2002: Islamistischer Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali (202 Tote und mehr als 300 Verletzte).
  • 18. Mai 2003: Verhängung des Kriegsrechts in der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz Aceh (Atjeh) im äußersten Norden der Insel Sumatra – Großoffensive mit 40.000 Soldaten. Mehr als 1000 Menschen sterben, 20.000 sind auf der Flucht; (5. August) Ein Selbstmordattentäter sprengt sich vor dem Marriott-Hotel in Jakarta in die Luft (12 Tote, 150 Verletzte).
  • 10. Januar 2004: In einem Café auf der Insel Palopo explodiert eine Bombe (vier Tote); Abschaffung der indirekten Wahl des Staatspräsidenten; (5. Juli) Erstmals direkte Präsidentschaftswahlen, bei der kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit erreicht; (9. September) ein Bombenanschlag auf die australische Botschaft in Hauptstadt Jakarta forderte 11 Tote und über 150 Verletzte; (20. September) Der Herausforderer und frühere General Susilo Bambang Yudhoyono siegt in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin Megawati Sukarnoputri.
  • 26. Dezember 2004: Bei einem Seebeben westlich vor der Insel Sumatra werden (neben zehntausenden Menschen in anderen Ländern) auch über 200.000 Einwohner Indonesiens getötet (Stand: Mitte März 2005).
  • 1. Oktober 2005: Erneut Terroranschlag auf Bali: Im Abstand weniger Minuten explodieren gegen 19 Uhr Ortszeit 3 Bomben in Jimbaran und Kuta. Bei den Explosionen kommen 23 Menschen ums Leben, einschließlich dreier Selbstmordattentäter.

Staatsgebilde

Die ehemalige niederländische Kolonie ist heute eine Präsidialrepublik. Die Verfassung von 1945 sieht die Gewaltenteilung vor. Nach dem Sturz Suhartos 1998 wurden umfangreiche Reformen umgesetzt. Das Einkammerparlament (Abgeordnetenhaus) hat 500 auf fünf Jahre gewählte Abgeordnete (bis 2004 waren 38 davon vom Präsidenten ernannte Militärs). Die beratende Volksversammlung, die früher den Präsidenten wählte und übergreifende politische Themen berät, besteht aus dem Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie 65 Vertretern von Standesorganisationen und kommt damit auf 700 Mitglieder.

Seit 2004 ist der Majelis Permusyawaratan Rakyat (MPR) ein Zweikammerparlament. Dieses höchste Legislativorgan besteht aus den 550 DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) Abgeordneten und 128 Regionalvertretern (DPD). Der DPD (Dewan Perwakilan Daerah) ist somit eine im Rahmen der Dezentralisierungspolitik neu geschaffene 2. Kammer.

Seit den Wahlen 2004 ist Indonesien in der Weltöffentlichkeit als demokratischer Staat anerkannt.

Präsident

Seit 2004 wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Erster direkt gewählter Präsident wurde der frühere General Susilo Bambang Yudhoyono. Der ehemalige Sicherheitsminister erhielt bei der Stichwahl am 20. September 2004 fast 61 Prozent der Stimmen. Er löst damit die bisherige Staatschefin Megawati Sukarnoputri ab, die nur auf gut 39 Prozent kam. Schon beim ersten Wahlgang am 5. Juli 2004 hatte der Ex-General die meisten Stimmen erzielt, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Deshalb war eine Stichwahl gegen die zweitplatzierte Megawati nötig geworden. Die Tochter von Republikgründer Sukarno war im Sommer 2001 an die Staatsspitze gerückt, nachdem ihr Vorgänger Abdurrahman Wahid aus dem Amt gedrängt worden war.

Parteien

Indonesien hat ein Mehrparteiensystem mit einer großen Anzahl von Parteien. Vorherrschende Partei unter Suharto war Golkar. Ihr Einfluss ist weiterhin groß, aber nicht mehr dominant. Der derzeitige Präsident Yudhoyono kandidierte bei der Präsidentschaftswahl 2004 für die neu gegründete Demokratische Partei, seine Vorgängerin und Kontrahentin Megawati für die PDI-P.

Militär

Hauptartikel: Streitkräfte Indonesiens

Die Streikräfte Indonesiens heißen Tentara Nasional Indonesia (TNI) und bestehen aus etwa 250.000 Soldaten. Sie sind grob in Armee, die Marine, die Marinestreitkräfte und die Luftwaffe untergliedert. Die Armee hat mit etwa 196.000 Soldaten die bei weitem größten Kapazitäten. Lange Zeit gehörte auch die indonesische Landespolizei zu den Streitkräften. Im April 1999 begann man mit der Ausgliederung der Landespolizei, dieser Prozess wurde im Juli 2000 formell abgeschlossen. Mit 150.000 Angestellten hat die Polizei eine weit kleinere Mannschaftsstärke als in den meisten anderen Staaten. Hinzu kommen noch etwa 120.000 Mitglieder der örtlichen Polizei, so dass sich die Gesamtstärke auf etwa 270.000 Personen beziffern lässt.

Staatsausgaben

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für Der Verteidungshaushalt Indonesiens beträgt nur 3% des Bruttosozialprodukts, doch führt das Militär eine Reihe von Unternehmen und Stiftungen, die weiteres Geld einbringen.

Mitgliedschaft internationaler Organisationen

Indonesien ist Mitglied in der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), ist aber mittlerweile zu einem Netto-Importeur von Erdöl geworden, da die eigenen Vorkommen fast erschöpft sind. Weitere Mitgliedschaften: Internationaler Währungsfond, Welthandelsorganisation, ASEAN.

Administrative Gliederung

Hauptartikel: Administrative Gliederung Indonesiens

Indonesien ist administrativ derzeit in 33 Teile gegliedert, darunter 30 Provinzen, 2 Sonderregionen und der Hauptstadtdistrikt (daerah khusus ibukota) Jakarta. In jüngster Zeit wurden einige neue Provinzen von bereits bestehenden abgetrennt (2003 Irian Jaya Barat und 2004 Sulawesi Barat). Die indonesische Regierung plant die Errichtung weiterer neuer Provinzen.

Eine Ebene unter den Provinzen gibt es 357 Verwaltungsbezirke, die seit der Verwaltungsreform 2001 eine große administrative Bedeutung besitzen.

Wirtschaft

Abbildung
Landwirtschaft in Indonesien
Bildherkunft

Allgemeines

Indonesiens Wirtschaft basiert auf dem Prinzip der Marktwirtschaft, wird an vielen Stellen aber von der Regierung beeinflusst. Einige große Unternehmen sind in Staatsbesitz. 1997/1998 erschütterte eine Wirtschaftskrise verschiedene Staaten in Ost- und Südostasien, wovon auch Indonesien stark betroffen war (Asienkrise). Die Währung verlor 75% ihres Wertes und viele Betriebe gingen bankrott. Derzeit ist die indonesische Wirtschaft aber einigermaßen stabil und hat eine Wachstumsrate von etwa 5 Prozent. Die Währung ist die Indonesische Rupiah.

Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2004 3.500 USD pro Kopf [LINK], jedoch lebt ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Fast die Hälfte der Beschäftigten ist in der Landwirtschaft tätig. Viele multinationale Unternehmen nutzen den Reichtum an natürlichen Bodenschätzen im Land und haben Niederlassungen. Der Gold- und Kupferproduzent PT Freeport Indonesia ist größter Steuerzahler des Staates, er betreibt in West-Papua die größte Goldmine der Welt.

Umwelt

Der Regenwald Indonesiens gilt als der artenreichste weltweit. Dennoch werden die Regenwälder Indonesiens so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Etwa 88 % des Holzes stammen aus illegalem Einschlag. Dieser dramatische Trend spiegelt sich auch im Zustand des Artenbestandes wieder: Indonesien hat derzeit die längste Liste an vom Aussterben bedrohten Arten.

Die Holzwirtschaft ist nur für einen Teil der Urwaldzerstörung verantwortlich. Große Flächen werden gerodet und/oder abgebrannt, um Bodenschätze zu gewinnen oder um Agrarwirtschaft zu betreiben, vor allem Papier- oder Ölpalmen-Plantagen. Beim Abbrennen der Wälder, insbesondere in Gebieten mit viel Torf, entsteht starker Rauch der sich zeitweise auch auf die Nachbarländer Malaysia, Singapur und Brunei erstreckt und gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet und zu politischen Konflikten führt. Besonders stark und monatelang anhaltend war der Rauch in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2005.

Die Humusschicht der gerodeten Flächen ist jedoch zu dünn, als dass sie langfristig agrarwirtschaftlich genutzt werden könnte. So wird auf dem ehemaligen artenreichen Regenwaldboden nur einige Jahre angebaut, bevor er nutzlos und ausgelaugt brachliegt. Meist siedelt sich dort dann das hartnäckige Elefantengras an, das das Areal in eine ökologische Wüste verwandelt. Den Bauern bleibt keine andere Möglichkeit, als Regenwald für neue Anbauflächen zu roden.

Export

Einige Exportprodukte sind Gold, Kupfer, Holzprodukte, Agrarprodukte (Palmöl, Reis, Erdnüsse, Kakao, Kaffee), Textilien und Mineralien. Außerdem gibt es einige attraktive Ziele für den Tourismus, etwa auf Bali oder Flores.

Tourismus

Der Tourismus ist für das Land eine wichtige Einnahmequelle. Besonders für Bali, welches jedes Jahr von ca. 4 Millionen Touristen besucht wird, die vornehmlich aus Australien, den USA und Europa stammen. Allerdings sind die Besucherzahlen hier nach der Balibombe stark zurückgegangen. Tourismus gibt es auch auf Komodo, wo der Komodowaran heimisch ist. Nordsulawesi, insbesondere das Gebiet um Manado (v.a. Bunaken und die Lembeh Straße) und die Togian-Inseln sind bekannt als Taucherparadies, das Toraja-Gebiet im Süden Sulawesis berühmt für seinen Totenkult. Allerdings hat der Tourismus in Indonesien durch Anschläge auf Bali in den letzten Jahren deutliche Einschnitte erlebt, von denen er sich jedoch langsam wieder erholt.

Bankwesen

Die ehemals staatliche Mikrofinanz-Bank Bank Rakyat Indonesia ist mittlerweile zum Teil privatisiert.

Siehe auch

verwandte Themen

Portal:Indonesien, Liste der Städte in Indonesien, Vulkan, Tsunami

Weblinks

Literatur

  • Mochtar Lubis: Dämmerung in Jakarta. Der Autor verbrachte die Jahre 1956 bis 1965 im Gefängnis oder unter Hausarrest. Nach seiner Rehabilitierung gewährt er einen Blick hinter die politischen und gesellschaftlichen Kulissen und Randbedingungen der verschiedenen Gesellschaftsschichten. ISBN 3-293-20098-2
  • Gernot Voltz: Sumatra ist überall. Humorvolles Reisetagebuch. ISBN 3-89573-091-2
  • Nigel Barley: Hello Mister Puttymann. Auch in Realität Ethnologe des British Museum in London, schreibt er im Slapstick-Charakter seine Erlebnisse im Toraja-Gebiet Sulawesis. ISBN 3-423-12580-2
  • Inge Schubart: Ärztin im Dschungel von Sumatra. Ereignisreiche Leben der Ärztin im Dschungel 1950-60. ISBN 3-7987-0327-2
  • Ida Pfeiffer: Abenteuer Inselwelt. Vierjährige Reise der österreichischen Reiseliteratin 1851 durch Borneo, Sumatra und Java. ISBN 3-900478-70-8
  • Max Dauthendey: Zu Anfang des 20. Jh. bekannter, deutscher Reiseschriftsteller. Seine vielfältigen Veröffentlichungen finden sich unter: http://www.gutenberg.aol.de...
  • GEO Magazin, 6/86: Der Millionen-Umzug im Wettlauf mit der Zeit. Zum Transmigrasi-Problem; immer noch akutelles Problem.
  • Steven Drakeley: The history of Indonesia, Westport, Connecticut : Greenwood, 2005, 201 S., ISBN 0-313-33114-6
  • Raggi, Philippe : Indonésie, la nouvelle donne, Éd. de l’Harmattan, 2000.
  • Cayrac Blanchard, Françoise : L'armée et le pouvoir en Indonésie, Édition L'Harmattan, 1992.
  • Cayrac Blanchard, Françoise ; Dovert, Stéphane ; Durand, Frédéric : Indonésie - un demi-siècle de construction nationale, Édition L'Harmattan, 1992.
  • Martin Jankowski: Indonesisches Sekundenbuch Gedichte, zweisprachig (indonesisch-deutsch), übersetzt von Katrin Bandel, indonesische Nachdichtungen von Dorothea Rosa Herliany, Begleitwort von Goenawan Mohamad, Magelang (Java): Indonesiatera, 2006, ISBN 929-775-001-x
  • Matti Justus Schindehütte: Zivilreligon als Verantwortung der Gesellschaft - Religion als politischer Faktor innerhalb der Entwicklung der Pancasila Indonesiens Abera Verlag: Hamburg 2006. Paperback, 276 Seiten, 6 s/w-Abbildungen, 10 s/w-Fotos, 1 Karte ISBN 3-934376-80-0
  • Maria Blechmann-Antweiler: Ohne uns geht es nicht - Ein Jahr bei Frauen in Indonesien. Der einjährige Aufenthalt in einer indonesischen Familie auf Sulawesi wird lebhaft beschrieben, LIT-Verlag, ISBN 3-8258-5645-3

{{NaviBlock |Navigationsleiste_ASEAN-Staaten |Navigationsleiste OPEC |Navigationsleiste Mitgliedstaaten OIC |Navigationsleiste Staaten in Asien }}

ast:Indonesia ilo:Indonesia nds:Indonesien pam:Indonesia scn:Indunesia simple:Indonesia tet:Indonézia zh-min-nan:Ìn-nî


Diskussion der Autoren über den Artikel: Indonesien


Quellen

(ausgelagert aus dem Artikel)

Anmerkung

Die muslimischen Namen werden in Indonesien anders geschrieben. ich hatte das teilweise geändert, aber das wurde wieder rückgängig gemacht.

So schreibt man beispielsweise: Achmad, Mohammad ...

- Malik

Zahlen + Indonesien

hallo! ich wollte soeben die Zahlen umschreiben, sowohl die indonesische botschaft als auch der fischer weltalmanach 2005 geben die einwohnerzahlen mit 211 Mill, an dann hab ich ein wenig weitergesucht und die zahlen die auf der seite stehen im cia fact book gefunden, ist halt die frage wem man jetzt mehr traut ;-) - der nicht unbeachtliche unterschied sind immerhin fast 30 millionen menschen und das sind mehr als 10% der tatsächlichen BewohnerInnen ! [LINK] ? Subversiv-action 16:47, 25. Jan 2005 (CET)
[LINK] about 210 million ich korrigiere die zahlen jetzt auf fischer weltalmanach angaben ! Subversiv-action 14:42, 5. Feb 2005 (CET)

Datumsverschiebung

Ich habe gehört, 1998 hätte Indonesien sein Kalendersystem dem internationalen Kalender angepasst, mal eben 4 Jahre übersprungen und von 1994 auf 1998 gewechselt. Kann das jemand bestätigen? --Sr 20:03, 29. Jun 2005 (CEST)

Unabhängigkeit

Die Angabe, dass die Unabhängigkeit erst am 27.12.49 erfolgte, ist nicht ohne politische/historische Wertung. An diesem Datum haben die Niederlande die Unabhängigkeit Indonesiens anerkannt. In Indonesien gilt immer der 17.8.45 als Unabhängigkeitsdatum.

Kann ich nur zustimmen, aber es gibt diesbezüglich auch eine neue Entwicklung, die Niederländer haben letztes Jahr erstmals den 17.8.45 als Unabhängigkeitstag anerkannt,

Ozeanien oder Asien?

Können wir uns mal entscheiden, zu welchem Kontinent Indonesien nun gehört? Wir haben sowohl die Ozeanien-, als auch die Asien-Leiste im Artikel... MfG -- CdaMVvWgS 07:34, 19. Mai 2005 (CEST)

das gleiche moechte ich auch fuer Timor-Leste (Osttimor) vorschlagen @ entscheiden .. wobei ich in beiden faellen doch eher fuer asien plaedieren wuerde .. Gruss --Lofor 15:11, 19. Mai 2005 (CEST)

Ich würde auch meinen, beides gehört wohl zu Asien. Aber wenn wir beide Leisten drinnen lassen, bleibt es unklar. Handeln ist gefragt. MfG -- CdaMVvWgS 22:41, 24. Mai 2005 (CEST)

Raten bringt wohl nicht viel. In en:Indonesia steht zwar eine Navigationsleiste Oceania, dort ist Ind. selbst aber gar nicht eingetragen. In Bahasa (http://id.wikipedia.org/wik... stehen nur Navigationsleisten für ASEAN und für Blockfreie Staaten. Unter Ozeanien steht dann eindeutig zweideutig: Ozeanien wird verschieden definiert... In einer weiteren werden auch Australien und der Indonesische Archipel (mit Indonesien, Brunei, Ost-Timor, Teilen von Malaysia und den Philippinen) hinzu gezählt. In en:Oceania ist es genauso unentschlossen: Parts of the Malay archipelago and West Papua are sometimes included in Oceania as part of Melanesia, especially in an ethnic or linguistic context. Politically, however, these are usually grouped as Asian countries under South-east Asia. Also für mich klingt das so: politisch Asien, kulturell (auch) Ozeanien, geografisch mitten drin. Doppelzuteilungen gibts ja auch bei der Türkei, Russland, Panama und weiß ich wo noch. Ich bin für so lassen wie es ist. --Phlo 23:47, 24. Mai 2005 (CEST)

Handeln ist nicht raten ( ; die Artikel über Ozeanien in der deut. und eng. WP unterscheiden sich schon zumindest ganz klar von der Aufmachung - zu recht. Das "Indonesische Archipel (mit Indonesien, Brunei, Ost-Timor, Teilen von Malaysia und den Philippinen)" befindet sich ganz klar nicht unter dem Abschnitt "Countries and Territories of Oceania" sondern unter "Other interpretations ..". (so habe ich das auch gelernt) Ich meine wir sollten die hier genannten Länder schnellmöglichst aus den jeweiligen Leisten entfernen und den deutschen Artikel Ozeanien anpassen d.h.: NavLeiste - "Other interpretations" = bessere (richtigere) Leisten. Erst einigen, dann handeln. Gruss --Lofor 20:54, 25. Mai 2005 (CEST)

Kultur

Der Abschnitt ist ein bisschen dünn, oder? Indonesien hat doch wohl ein bisschen mehr hervorgebracht als eine Nationalhymne? Ich war noch nie da, aber mir kommt Tempelbau und Gamelan-Musik in den Sinn. --Johannes Hüsing 09:59, 24. Jun 2005 (CEST)

Kategorie Inseln Indonesien

Sorry, bin neu hier. Gibt es noch keine Kategorie Inseln Indonesien oder suche ich einfach nur falsch? --Nikswieweg 8. Jul 2005 00:43 (CEST)

Hallo Nikswieweg, die Kategorie Indonesische Insel gibt es schon. Der Kram ist meist unter oder aehnliches eingeordnet. Gruss --Lofor 8. Jul 2005 12:59 (CEST)

Danke Lofor, in den Philippinen hieß das Insel (Philippinen), da dachte es wäre für alle Länder einheitlich. Sollte man vielleicht mal darüber nachdenken. --Nikswieweg 8. Jul 2005 22:25 (CEST)

Religion

Wie konnten sich in Java eigentlich der Islam mit der Hinduistischen Tradition vermischen? Die beiden Religionen sind doch total unterschiedlich und in Indien geschah dies ja auch nicht??!!

"Katastrophale" Rechtschreibung

Hallo 84.58.196.26! Aus deiner (korrekten) Sicht mag die hiesige Rechtschreibung stellenweise katastrophal sein. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass nicht alle in Gramatik und korrekter Schreibweise Koryphäen sein können und nicht immer einen Duden direkt greifbar haben; trotzdem sind ihre sachlichen Beiträge hier sehr gerne gesehen. Damit sie - und das schreibe ich auch auf meine Vahne ;-) - nicht demotiviert werden, möchte ich anregen künftig etwas "wohlwollendere" Bemerkungen anzubringen und einfach nur zu schreiben "Korr R" oder ähnliches. Das hört sich doch dann gleich viel freundlicher an. :-) --Nikswieweg 20:06, 10. Aug 2005 (CEST)

Es wird von euch immer betreffend Religion Islam abgegrenzt : ob es sunntien oder Schiiten sind; hört auf damit ! Es sind alle Brüder und jeder wird respektiert (Natürlich auch andere Religionen)

Warum grenzt ihr nicht andere religionen sehr detailiert ab !!!! Also hört auf damit !

Wirtschaft

Es steht gar nix über Wirtschaft drin, mag nicht jemand etwas schreiben? schlägt vor: --Phlo 17:48, 11. Aug 2005 (CEST)

hab jetzt ein bisschen was zusammengestellt, ist aber sicher noch verbesserungswürdig. --Phlo 19:23, 11. Aug 2005 (CEST)

Zu: "Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2004 3.500 USD pro Kopf [1]" In der Quelle steht genau genommen: "GDP - per capita: purchasing power parity - $3,700 (2005 est.) " Zwischen 3700 US-Dollar und 3700 US-Dollar purchasing power parity in Indonesien gibt es aber einen erheblichen Unterschied (laut factbook etwa Faktor 4). Siehe oben im Artikel "BIP/Einwohner 954 US-$ (2004)". Das ist die weitaus realistischere Zahl.

Malaien

Von woher erfolgte eigentlich die Einwanderung? ich hab gehört die Malaien sollen mit den Polynesiern im Pazifik verwandt sein?

Lesenswert-Diskussion

dito pro --Historiograf 23:04, 26. Aug 2005 (CEST)

  • Abbildung
    Symbol oppose vote.svg
    Bildherkunft
    Contra

    Contra Etwas dürftig für so ein großes Land. Nur zwei Zeilen im Abschnitt Kultur. Die Literaturliste besteht nur aus der Erwähnung eines GEO-Hefts. Gruß Boris Fernbacher 19:11, 27. Aug 2005 (CEST)

    • contra - Der Artikel sieht zwar schon besser als als vor einem halben Jahr, aber lesenswert ist der noch lange nicht (Geschichtsteil ist fast unlesbar, 2 Worte zu ASEAN, dürftige Einleitung, Literatur, Wirtschaft ist sehr knapp, ...) --Kliv 12:19, 28. Aug 2005 (CEST)

    • Abbildung
      Symbol oppose vote.svg
      Bildherkunft
      Contra

      Contra - Bevoelkerung: wirtschaftlich wichtige chinesische Minderheit wird nicht erwaehnt.

      Geschichte - Kolonialzeit von 1600-1800 existiert nur in 2, 3 Saetzen. Alles nach dem 2. Weltkrieg ist reine chronologische Liste, die in einen eigenen Artikel gehoert, statt dessen muss hier Fliesstext hin. Asienkrise wird nicht erwaehnt, dabei traf sie Indonesien am haertesten. Statt dessen massenweise Stichpunkte zu Osttimor, diese sollten rausgetrennt werden und einen eigenen Abschnitt oder Artikel bekommen. Begriff Reformasi fehlt.

      Wirtschaft / Politik: Stichwort crony capitalism fehlt.

      Insgesamt zu viele Luecken. -- Mkill - ノート 09:52, 30. Aug 2005 (CEST)

      • Abbildung
        Symbol oppose vote.svg
        Bildherkunft
        Contra

        Contra Der Großteil des Artikels (Geschichte) sind nur Stichpunkte. Hier wäre Fließtext mit detaillierterer Information wünschenswert. Den Abschnitt könnte man dann in einen Artikel über die Geschichte Indonesiens auslagern und sich in diesem auf wichtige Punkte beschränken. DieBevölkerungsstruktur ist momentan nur unzureichend dargestellt. Es fehlen auch viele Informationen über Stadte, Infrastruktur, Wirtschaft die unbedingt noch dazugehören, bevor der Artikel lesenswert sein kann Sentry 12:36, 2. Sep 2005 (CEST)

        >Den Grundstock der indonesischen Bevölkerung bilden >mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in >mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind. Zitat aus dem Text! Ist das wirklich so? Ich halte das für falsch. Wo gibt es Belege?

        Familienplanungsprogramm Indonesiens

        Der Artikel Familienplanungsprogramm Indonesiens dümpelt als eine Art Sprachspende vor sich hin. Wäre schön, wenn sich da mal jemand drum kümmern könnte. --Siehe-auch-Löscher 10:16, 5. Sep 2005 (CEST)

        Klima

        Im Geografie Teil steht folgendes:

        "Die Niederschläge werden vor allem durch die Monsunwinde hervorgerufen; dabei fallen im westlichen Teil des Archipels ganzjährig hohe Niederschläge, während im östlichen Teil der Südwest-Monsun relativ trocken ist, da die herangeführten Luftmassen aus dem trockenen Australien stammen und nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen konnten."

        Ich bin mir nicht sicher, dass das so stimmt. Besonders geht es mir dabei um den östlichen Teil und da besonders um dem Südwest-Monsun, da der, wenn ich mich recht erinnere, nur auf der Nordhalbkugel auftreten kann, und sich der größere Teil Indonesiens südlich des Äquators befindet. Der Monsun auf der Südhalbkugel müsste daher aus aus dem Nord-Westen kommen. Ich bin daher der Meinung, dass es an der Stelle eher der Südost-Passat sein müsste, der dann auch wirklich trockene Luft aus Australien bringen könnte. Mirko.b 15.09.2005, 14:43 MEZ

        Der Klima-Abschnitt ist wirklich sehr grob verallgemeinernd, eine einfache West-Ostaufteilung sagt nicht viel aus. Schon die Klimadiagramme widersprechen der These: Balikpapan auf Borneo liegt östlich von Surabaya (Java), trotzdem ist es dort sehr viel feuchter. Der Abschnitt gehört von einem Wetter-Experten verbessert und erweitert. Habe selber leider wenig Ahnung davon. --Etagenklo 21:51, 23. Apr 2006 (CEST)

        Lesenswert-Diskussion, Oktober 2005

        • pro bis auf Literatur. da könnte mehr stehen (Unterschrift?)
        • Abbildung
          Symbol neutral vote.svg
          Bildherkunft
          Neutral Neutral , da nur kurz überflogen, denn der Artikel taucht hier in fast regelmäßigen Abständen auf. Soweit ich das gesehen habe, scheint sich an zentralen Punkten aber immer noch nicht viel getan zu haben. Während die Abschnitte anfangs noch einen vernünftigen Umfang haben, bricht das auf der Hälfte des Artikels ein und wichtige Abschnitte verweisen nur noch auf andere Artikel oder externe Links. Es fehlen noch immer viele Angaben zur Bevölkerungsverteilung, -struktur und -entwicklung sowie Siedlungs-, Ballungs- und Wirtschaftsräumen und Städten, soweit ich das sehen konnte. Wahrscheinlich auch noch andere Punkte, die in einem Länderartikel nicht fehlen sollten. Außerdem ist der Geschichtsteil größtenteils listenförmig. In der Form ist Indonesien also noch keineswegs lesenswert; wenn sich Interessierte finden, sollte man mal darüber nachdenken, den Artikel in den Fokus zu stellen und erstmal ordentlich zu überarbeiten, anstatt ihn immer wieder hier zur Wahl zu stellen --Sentry 23:57, 5. Okt 2005 (CEST)
          • Fettes Contra. Beim letzten Versuch habe ich einige Kritikpunkte genannt, diese lassen sich auf der Diskussionsseite nachlesen. Aus der Liste wurde gerade mal einer erfüllt (Chinesen bei der Aufzählung der Minderheiten eingefügt). Alles, was mehr Arbeit macht, wurde einfach ignoriert. So nicht, Freunde, einfach wieder reinstellen und auf besseres Wetter hoffen. Im Übrigen halte ich eine Kandidatur ohne Unterschrift für ungültig. -- Mkill - ノート 01:15, 6. Okt 2005 (CEST)
          • Abbildung
            Symbol oppose vote.svg
            Bildherkunft
            Contra

            Contra insgesamt fehlt zu viel oder existiert nur als Liste --Schlendrian Schlendrian 11:08, 8. Okt 2005 (CEST)

            Darf ich meinen Wunsch einfügen? Ich habe es gern, wenn so ein paar Daten gleich vorn zu sehen sind - in diesem Falle die Währung: 100 IDR (Indonesische Rupien?) entsprechen 0,0090 EURO.

            Geschichte Indonesiens

            Ich schreibe gerade an einem extra-Artikel über die Geschichte Indonesiens. Da die sehr umfangreich ist werd ich noch 1-2 Wochen brauchen und darum die Bitte den Artikel nicht ohne Absprache mit mir anzulegen bzw. große Änderungen an dem Abschnitt in diesem Artikel vorzunehmen.

            Über Mitarbeit, ganz gleich zu welchem Zeitabschnitt, würde ich mich sehr freuen. --SoIssetEben! 20:46, 16. Apr 2006 (CEST)

            Eine Woche ist um und ich bin noch nicht mal bei der Kolonisation (ziemlich viel anderes um die Ohren, schwere Quellenlage)....kann also noch dauern --SoIssetEben! 22:33, 23. Apr 2006 (CEST)

            Mitarbeit ==> SoIssetEben!/Temp Gruss --Lofor 13:53, 28. Jun 2006 (CEST)

            Da ich gerade eine nicht absehbare Wiki-Pause mache, kann sich jeder, der sich an der Geschichte Indonesiens versuchen möchte, sehr gerne meinen Draft nutzen. Link siehe oben. Ciao --SoIssetEben! 23:25, 14. Jul 2006 (CEST)

            BIP

            BIP im text und im rechten kasten falsch. siehe bip-liste! 8.9.2006

            Andere Quellen, andere Zahlen. Gruß, J budissin-J budissin 17:45, 8. Sep 2006 (CEST)

            Religionsfreiheit in Indonesien? Fabianus, Dominggus und Marinus hingerichtet!

            http://www.kath.net/detail....

            Wo bleibt die Empörung des Westens, Demonstrationen, Steine gegen Moscheen, eine neue Art Karrikaturenstreit, Kreuzzug?

            21. September 2006, 21:10 Hingerichtet

            Die drei Katholiken Fabianus Tibo (60), Dominggus da Silva (42) und Marinus Riwu (48) wurden am Freitag am Morgen (Lokalzeit) in Indonesien hingerichtet

            Indonesien (www.kath.net) Die drei indonesischen Katholiken Fabianus Fabianus Tibo (60), Dominggus da Silva (42) und Marinus Riwu (48) wurden am Freitag kurz nach Mitternacht (Lokalzeit) in Indonesien durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Die drei waren seit fünf Jahren inhaftiert. Ihnen wurde vorgeworfen, verantwortlich für ein Massaker auf der Insel Sulawesi gewesen zu sein, bei dem im Jahr 2000 rund 150 Muslime ums Leben kamen. Die drei Männer betonten stets ihre Unschuld.

            Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt über illegale Methoden beim Gerichtsverfahren geklagt. Aufgrund der internationalen Proteste war die Hinrichtung bereits mehrmals verschoben worden. Sogar der Papst appellierte an den indonesischen Präsidenten und bat um Gnade für die drei Katholiken.

            --Bene16 14:02, 22. Sep 2006 (CEST)



            Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Indonesien und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).