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James Rennell

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Der Artikel James Rennell gehört zur Kategorie: Mann, Brite, Geograph, Historiker, Ozeanograph, Geboren 1742, Gestorben 1830
Major James Rennell, Mitglied der Royal Society (F.R.S.), (* 3. Dezember 1742 nahe Chudleigh, Grafschaft Devon; † 29. März 1830 in London) war ein britischer Geograph, Historiker und Pionier der Ozeanographie.

Biografie

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Portrait von James Rennell (1799)
Bildherkunft

James Rennell war der Sohn eines britischen Artillerie-Offiziers, der kurz nach der Geburt seines Sohnes im Kampf getötet wurde. Er trat 1756 zu Beginn des Siebenjährigen Krieges als Seekadett in die königlich-britische Marine ein und war 1758 an einem Angriff auf Cherbourg und dem für die Briten katastrophal verlaufenen Gefecht von St. Cast beteiligt. Nach dem Ende des Krieges 1763 sah er keine weitere Möglichkeit, in der Marine befördert zu werden und trat in den Dienst der Britischen Ostindien-Kompanie. Er wurde 1764 zum Vermesser der Besitzungen der Kompanie in Bengalen ernannt und erhielt den Rang eines Hauptmanns der Bengalischen Pioniere. Mit dieser Tätigkeit verbrachte er die folgenden 13 Jahre. 1766 wurde er in einem Gefecht mit Sannyasis (religiöse Fanatiker) durch einen Säbelhieb so schwer verwundet, dass die resultierende Verletzung nie mehr vollständig ausheilte. 1772 heiratete er seine Frau Jane Thackeray. Zum Major befördert, wurde er 1777 in den Ruhestand entlassen. Er erhielt eine jährliche Rente von 600 Pfund Sterling.

Die meiste Zeit der verbleibenden 53 Jahre seines Lebens verbrachte er in London. Sie waren geprägt von seiner wissenschaftlichen Arbeit, die seine bedeutendste Lebensleistung darstellt. Hauptquelle seiner Forschungen waren Unterlagen aus dem Ostindienhaus, der Zentrale der Britischen Ostindien-Kompanie. Seine bekanntesten Werke in Bezug auf Geographie und Geschichte waren:

  • der „Bengal Atlas“(Atlas von Bengalen) von 1779
  • die erste geographisch exakte Karte Indiens 1783
  • das Buch „On the geografical system of Herodotus“ (Über das geographische System Herodots) von 1800
  • verschiedene Studien über die Geographie Nordafrikas, die auf den Entdeckungen Mungo Parks und Friedrich Konrad Hornemanns beruhten
  • die „Comparative Geography of Wester Asia“ (Vergleichende Geographie West-Asiens) posthum veröffentlicht 1831

Weiterhin lieferte er Beiträge zur Archäologie in denen er sich zum Beispiel mit dem genauen Standort der Stadt Babylon auseinandersetzte, oder versuchte, den Landeplatz von Julius Cäsar in Britannien zu bestimmen.

Abbildung
Von Rennell erstellte Karte der Meeresströmungen der Ozeane um Afrika (1799). Faszinierend ist die sehr exakte Darstellung der Strömungen und Winde im Vergleich zu der fast völlig phantasiehaften Darstellung des inneren Afrika, das erst nach 1877 den Europäern fast vollständig bekannt war
Bildherkunft

Rennells wichtigster wissenschaftlicher Beitrag sind jedoch seine hydrographischen Arbeiten, in denen er den Verlauf der Meeresströmungen und Winde des Atlantischen und des Indischen Ozeans untersuchte. Er begann sich für diese Themen zu interessieren, als er sich zusammen mit seiner Familie auf der Rückreise nach London befand, die mit 11 Monaten sehr lang dauerte. * Während der Umrundung des Kaps der guten Hoffnung, die besonders viel Zeit in Anspruch nahm, kartierte er die Meeresströmungen, die heute als Agulhasstrom bekannt sind und veröffentlichte seine Ergebnisse in der Schrift „the banks and currents at the Lagullas“ im Jahr 1778. Diese Schrift in eine der ersten wissenschaftlichen Abhandlungen über Themen der Ozeanographie. Während der nächsten Jahrzehnte beschäftigte sich Rennel jedoch hauptsächlichen mit anderen wissenschaftlichen Themen, bis er nach dem Tod seiner Frau 1810, wieder damit begann, die ozeanischen Strömungen zu untersuchen. Mittels einer Unmenge an seemännischen Aufzeichnungen und Logbüchern gelang es ihm eine detaillierte Karte aller Meeresströmungen des Atlantischen Ozeans zu erstellen. Während seiner letzten Lebensjahre schrieb er dann an seinem wissenschaftlich bedeutendstem Werk „Currents of Atlantic Ocean“ (Die Strömungen des atlantischen Ozeans), das schließlich posthum von seiner Tochter Jane im Jahr 1832 veröffentlicht wurde. Die Gewissenhaftigkeit, mit er seine Untersuchungen durchgeführt hatte, war so groß, das seine Erkenntnisse erst im Jahr 1936 bedeutend verbessert werden konnten. Aufgrund dieser Leistungen wird er heute als ein Pionier der Ozeanographie angesehen.

Bereits 1781 wurde er zum Mitglied der Royal Society gewählt, die auch heute noch eine der wichtigsten wissenschaftlichen Institutionen in Großbritannien darstellt. Er wurde 1791 mit der goldenen Copley-Medaille und 1825 mit dem Literaturpreis der Royal Society ausgezeichnet. Nach seinem Tod wurde er im Hauptschiff der Westminster Abbey bestattet.

Anmerkung

James Rennell hat in seinem Buch „On the Geography of Herodotus“ eine durchschnittliche Fahrtzeit von vier Monaten für die Strecke von London nach Bombay angegeben, wenn moderne Schiffe des späten 18. Jahrhunderts benutzt werden. Die Dauer seiner Rückreise betrug jedoch 11 Monate. Obwohl er mit seiner Familie einen Zwischenhalt auf St. Helena machte, weil seine Frau schwanger war, dauerte die Reise bis zu dieser Insel trotzdem sechs Monate.

Weblinks

{{Personendaten|

 NAME=Rennell, James

|ALTERNATIVNAMEN= |KURZBESCHREIBUNG=britischer Geograph, Historiker und Pionier der Ozeanographie |GEBURTSDATUM=3. Dezember 1742 |GEBURTSORT=nahe Chudleigh, Grafschaft Devon |STERBEDATUM=29. März 1830 |STERBEORT=London }}



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff James Rennell und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).