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Der Artikel Jesuiten gehört zur Kategorie: Gegenreformation, Jesuitenorden
Die Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, SJ) ist eine katholische Ordensgemeinschaft für Männer. Sie wurde am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um Ignatius von Loyola gegründet, 1773 erfolgte das Jesuitenverbot, 1815 die Wiederzulassung. Die Bezeichnung „Jesuiten“ wurde zunächst als Spottname gebraucht, später aber auch vom Orden selbst übernommen.
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Il Gesù in Rom - Mutterkirche des Jesuitenordens Bildherkunft |
Allgemeines
Der Jesuitenorden gehört zu den Regularklerikern. Die Jesuiten haben keine besondere Ordenskleidung und kein gemeinsames Chorgebet. Mitglieder des Ordens tragen hinter ihrem Nachnamen den Namenszusatz SJ (Abkürzung für Societas Jesu). Symbol des Ordens ist das Monogramm IHS (die drei Anfangsbuchstaben des Namens Jesus in griechischer Schrift), welches oft auch gedeutet wurde als: Iesum Habemus Socium (Wir haben Jesus als Gefährten). Motto des Ordens ist die lateinische Wendung: Omnia Ad Maiorem Dei Gloriam (Alles zur höheren Ehre Gottes), oft abgekürzt OAMDG.Auf den Vorwurf, der Name “Gesellschaft Jesu“ sei eine Anmaßung, reagiert der zweite Generalobere, Diego Laínez, folgendermaßen:
- “Wieso, das steht doch in der heiligen Schrift!“ In 1. Kor 1,9 heißt es: Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus („eis koinonian tou uiou autou Iesou Christou“). Und auch 1. Joh spricht häufig von der „koinonia“. Das gilt demnach für alle Christen; jeder Christ dürfte sich somit Jesuit nennen. Dieser Name ist eigentlich kein Ordensname, sondern eher (streng genommen) ein Programm: „Zusammen mit Jesus vor Gott stehen“, das galt es in der Kirche wieder einzupflanzen.
Die Jesuiten geloben neben den evangelischen Räten der Armut, des Zölibats und des Gehorsams im wesentlichen die Bereitschaft zu jeder Sendung durch den Papst, also besonderen Papstgehorsam.
Die Aufnahme in den Jesuitenorden dauert wesentlich länger als bei anderen Orden und schließt ein abgeschlossenes Studium in Theologie und mindestens einem weiteren Fach ein. Seit dem 20. Jahrhundert gehören Jesuiten zu den fortschrittlicheren katholischen Theologen.
Die Exerzitien des Ignatius von Loyola bilden der Kern der jesuitischen (besser ignatianischen) Spiritualität. In diesen 30-tägigen "Geistlichen Übungen" betrachtet der Exerzitant (derjenige, der die Übungen macht) im Gebet und in der Meditation sein Leben und das Leben Jesu und wird dabei vom Exerzitienmeister begleitet. Heutzutage werden Exerzitien auch in kürzerer Form für Laien angeboten.
Der Orden hat zum 1. Januar 2006 insgesamt 19.564 Mitglieder, davon 13.735 Priester, 3.067 Scholastiker, 1.865 Brüder und 897 Novizen, die in 112 Ländern tätig sind. Eine große Zahl von Jesuiten weltweit arbeitet in Schulen und Universitäten. Wichtige andere Tätigkeitsfelder sind die Pfarr- und Jugendarbeit, die Begleitung von Exerzitien, die Sozial- und Flüchtlingsarbeit und die Medienarbeit.
Geschichte
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Ignatius von Loyola Bildherkunft |
Ordensgründung
Der Orden der Jesuiten wurde von Ignatius von Loyola gegründet und wesentlich gestaltet. Ignatius (geboren 1491) stammte aus baskischem Adel, war zunächst Offizier, bis ihm im Alter von dreißig Jahren eine Kriegsverwundung den weiteren Aufstieg in dieser Karriere versperrte. Mystische Erfahrungen nach diesem Lebenseinschnitt brachten ihn dazu, seinen weiteren Lebensweg von Gott bestimmen zu lassen. In seinem Pilgerbericht bezeichnet er sich als „Der Pilger“ und beschreibt, wie ihn in allem Gott geführt habe. Nach teils abenteuerlichen, teils fruchtbaren Vorstufen studierte er an verschiedenen Orten, seit 1528 in Paris, wo er 1535 zum Magister Artium promoviert wurde. In Paris sammelte er auch Gefährten um sich und verband sich mit ihnen am 15. August 1534 (Tag Mariä Himmelfahrt) auf dem Montmartre durch gemeinsame Gelübde. Die gelobte Wallfahrt und Seelsorgearbeit in Jerusalem erwiesen sich als undurchführbar. Statt dessen stellte sich die Gruppe Ende 1537 in Rom dem Papst Paul III. zur Verfügung. Dieser genehmigte drei Jahre später das bis 1762 geheime Grundstatut der Gemeinschaft (Constitutiones, mit der Bulle „Regimini militantis Ecclesiae“ vom 27. September 1540). Damit war die Gemeinschaft als Orden anerkannt. Ignatius wurde zum ersten Oberen gewählt und leitete den rasch wachsenden Orden von Rom aus bis zu seinem Lebensende am 31. Juli 1556.Darüber hinaus war die Ordensgründung Teil und Ausdruck einer katholischen Erneuerungsbewegung, die eine Reform der Kirche von der inneren Erneuerung und einer persönlichen Christusbeziehung erwartete.
Von den Ordensmitgliedern wurde eine strikte Unterwerfung unter die Heilige Schrift und die Lehre der katholischen Kirche erwartet. So erklärte Ignatius: :„Ich werde glauben, dass Weiß Schwarz ist, wenn es die Kirche so definiert.“ (Hierbei sind allerdings nur Glaubenssätze gemeint wie zum Beispiel: "Ich glaube, dass das Brot der Eucharistie der Leib Christi ist, wenn es die Kirche so definiert".)
Aufgrund des absoluten Gehorsams, der von seinen Gegnern als „Kadavergehorsam“ bezeichnet wird, seiner straffen Hierarchie und einer größtmöglichen persönlichen Flexibilität (ignatianisch: „Indifferenz“) konnte der Orden sehr schnell wachsen und so in sehr vielen Ländern aktiv werden.
Obwohl von Ignatius der Satz überliefert ist, dass er gerne aus dem Volk von Jesus stammen würde, haben sich auch bei den Jesuiten für maßgebliche Teile ihrer Geschichte antijüdische Strömungen durchsetzen können: So wurden von 1593 bis 1946 Menschen jüdischer Abstammung schweren Hindernissen bei der Aufnahme ausgesetzt: Ab 1593 durfte niemand Mitglied des Ordens werden, der jüdische Vorfahren hatte, entsprechende Mitglieder wurden ausgeschlossen. 1608 wurde diese Regelung geändert, so dass ein Kandidat nur beweisen musste, über fünf Generationen keine jüdischen Vorfahren zu haben. Diese Regel wurde zwar in den folgenden Jahrhunderten mehrfach abgemildert, z.B. 1923 auf den Nachweis von vier Generationen, und de facto wenig beachtet (man hat immer wieder davon dispensiert), aber erst 1946 wurde diese Regelung endgültig und vollständig abgeschafft.
Mary Ward gründete 1609 das Institut der Englischen Fräulein. Diese Organisation, die auf den Regeln des Ignatius von Loyola aufbaut, gilt inoffiziell als Orden der Jesuitinnen.
Gegenreformation und Barock
In Europa hatten Jesuiten bedeutsamen Anteil an der Gegenreformation, der katholischen Reaktion auf die als Häresie betrachtete protestantische Reformation. Der Orden gründete dazu in für den katholischen Glauben gefährdeten Ländern zunächst Ordenshäuser. Wo dies nicht möglich war wie zum Beispiel in Irland, England oder Deutschland, wurde das entsprechende Ordenshaus eben in Rom eröffnet, und die Patres sickerten zum Teil illegal ins Land. Da der Orden keine verbindliche Tracht hatte, konnte das oft unbemerkt gelingen.Von den Ordenshäusern aus entfalteten die Jesuiten eine rege Tätigkeit, die vor allem die Predigt und die Seelsorge einschließlich der Beichte umfasste. Hier entwickelten sie eine besondere Kasuistik, die bei der Zumessung von Bußen für Sünden auch die mildernden Umstände bei deren Begehen berücksichtigten. Da sie häufig auch die Seelsorger von Königen und Fürsten waren, übten sie auch einen gewissen politischen Einfluss aus.
Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld der Jesuiten war ihrem Gelübde gemäß die Bildung der Jugend: Die von den Jesuiten gegründeten Schulen und Universitäten (z.B. die Universitäten Ingolstadt und Vilnius im damaligen Polen) sollten Gewähr dafür bieten, dass kommende Generationen fest verwurzelt im katholischen Glauben heranwuchsen - modern ausgedrückt, sicherten sie sich damit langfristig die kulturelle Hegemonie.
Die Jesuiten propagierten darüber hinaus die Zeremonien. Der Prunk des organisierten Katholizismus sollte üppig finanziert und zelebriert werden, was Lutheranern und Calvinisten suspekt war. Sie förderten die barocke Baukunst und das Barocktheater, wobei sie mit dem so genannten Jesuitentheater eine eigene Tradition im Zuge der gegenreformatorischen Propaganda als "Sieg der Kirche" begründeten.
Als größter Erfolg der gegenreformatorischen Anstrengungen des Ordens wird Polen angesehen. Die Oberschicht des Landes, die Schlachta und die Bürger der Städte, war bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts mehrheitlich evangelisch geworden, wenngleich die Zersplitterung zwischen Lutheranern, Calvinisten und einzelnen Sekten groß war. Hierbei hatte die traditionelle polnische Toleranz ebenso eine Rolle gespielt wie der Einfluss der Hussiten hundert Jahre zuvor.
König Stephan Báthory (1533 - 1586) gestattete nun die Errichtung jesuitischer Ordenshäuser in Polen, angefangen 1564 mit Braunsberg, dann 1567 in Wilna, 1574 in Posen usw. Von hier begannen die Jesuiten, die durch ihren höheren Bildungsstand und ihre straffere Disziplin den anderen Orden und den Weltgeistlichen überlegen waren, mit Predigten, Seelsorge, Armenpflege und nicht zuletzt aber auch durch ihre Bildungsarbeit gerade in der Oberschicht die Rekatholisierung des Landes. Stephans Nachfolger König Sigismund III. Wasa (1586 - 1632) war bereits von Jesuiten erzogen worden, tolerierte ihre immer aggressivere gegenreformatorische Arbeit und ernannte nur noch Katholiken zu Senatoren. Beim Erfolg der Gegenreformation in Polen spielte neben den jesuitischen Bemühungen aber auch eine Rolle, dass die Landbevölkerung vom Protestantismus nur zu geringen Teilen erfasst worden war und Sigismunds Kriege gegen das protestantische Schweden und das orthodoxe Russland den Katholizismus quasi als Nationalreligion erscheinen ließen. In dieser Zeit kam auch zu gelegentlichen Brandstiftungen und Zerstörungen evangelischer Kirchen, die ein durch jesuitische Predigten aufgestachelter Mob verübte, z.B. 1603-16 in Posen, 1591 in Krakau, 1611 in Wilna. Diese zunehmend intolerante Religionspolitik fand ihren Abschluss, als der Sejm 1717 den Neubau evangelischer Kirchen verbot und alle seit 1632 erbauten niederzureißen befahl; für den Abfall vom katholischen Glauben war nun die Todesstrafe vorgesehen. Den Jesuiten war es in gerade einmal einem halben Jahrhundert gelungen, das Land dauerhaft im Schoße der katholischen Kirche zu verankern.
Mission
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Höllensturz - Gemälde des jesuitischen Chinamissionars Giuseppe Castiglione, 18. Jh. Bildherkunft |
Hauptartikel: Jesuitische Mission
Jesuiten arbeiteten als Missionare in China, Japan, Indien, Amerika. In China prägten sie im 18. Jahrhundert in erheblichem Maße das kulturelle Leben am Kaiserhof, wo sie u.a. als Maler und Astronomen tätig waren. Die Briefe des Jesuitenmissionars Franz Xaver fanden weite Verbreitung und weckten bei vielen Katholiken eine neue Begeisterung für die Mission.
In Paraguay bestand von 1610 bis 1767 ein Jesuitenstaat, in welchem die Jesuiten unter den Indianern ein christliches Sozialsystem eingeführt hatten. Auf diese Art konnten die Indianer in so genannten Reduktionen unabhängig von den spanischen und portugiesischen Kolonialherren und in Sicherheit vor ihnen leben.
Die jesuitische Mission in Lateinamerika wurde in Europa kontrovers beurteilt, besonders von Spanien und Portugal, wo man sie als Behinderung für die kolonialen Unternehmungen der eigenen Regierungen ansah. 1767 wurden die Jesuiten von den Spaniern aus Paraguay vertrieben.
Der Orden als Bildungsinstitution
Die Jesuiten spielten lange eine dominierende Rolle im Bildungssystem Europas. Die Anregung zur Einrichtung von Bildungsstätten ging auf Ignatius von Loyola selbst zurück, der 1551 vorschlug dort außer Theologie auch Logik und die antiken Klassiker, zu lehren; später kamen noch Mathematik, Astronomie, Physik und Philosophie hinzu. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gab es in ganz Europa zahlreiche Schulen, an denen z.B. die Söhne von Adligen unterrichtet wurden. Aber auch Vertreter niedrigerer sozialer Klassen konnten mit Hilfe der Ausbildung sozial aufsteigen und sogar in Regierungsämter gelangen.
Obwohl sich die Jesuiten den Zielen der Aufklärung wie Toleranz, Fortschrittsglaube und Skepsis gegenüber allem, was rationaler Kritik nicht standhält, entgegenstemmten, wäre das nach ihr benannte Zeitalter ohne das breite Bildungsangebot des Jesuitenordens nicht denkbar gewesen. Aus den Reihen der Schüler kamen u.a. Rugjer Josip Bošković, René Descartes, Voltaire, Marie-Jean-Antoine-Nicolas Caritat, Marquis de Condorcet, Denis Diderot und Henry Humphrey Evans Lloyd hervor.
Ein weiterer wichtiger Beitrag war, dass in Publikationen des Ordens, wie der dem "Journal de Trévoux" öffentlich zeitgenössische Literatur diskutiert werden konnte ohne dabei Inquisition oder Zensur zu fürchten. Aus diesem Grund bedauerte selbst Voltaire den Niedergang des Ordens im späteren Verlauf des 18.Jahrhunderts.
Weltweit unterhalten die Jesuiten heutzutage Hochschulen, Schulen und Internate (siehe hier), in denen sie insgesamt mehr als 2 Millionen jungen Menschen allgemeine Bildungsinhalte vermitteln mit der Absicht, sie dabei zugleich auf ihr späteres Leben nach den Grundsätzen des (katholisch-) christlichen Menschenbildes vorzubereiten: zu "Menschen für andere" sollen sie heranreifen.
Verfolgungen
Grundlage: Die „Monita Secreta“
Der Jesuitenorden war lange Zeit starken Anfeindungen ausgesetzt, da er häufig von seinen Gegnern zahlreicher Verschwörungen verdächtigt wurde: Das Bild eines finsteren, romhörigen Jesuiten, der im Geheimen Intrigen spinnt, um nationale, protestantische oder aufklärerische Bestrebungen zu torpedieren, steht am Anfang der Geschichte der politischen Verschwörungstheorien der Neuzeit.Die klassische Textgrundlage für Jesuitenfeindschaft lieferten die „Monita Secreta“ (lat. für „geheime Ermahnungen“), die 1614 in Krakau erschienen, und sich selbst als Instruktionen des fünften Ordensgenerals Claudio Aquaviva an die Patres ausgeben. Zweifel an der Authentizität des Dokuments sind jedoch angebracht. So soll das Dokument von Herzog Christian von Braunschweig entdeckt worden sein, der jedoch zum Zeitpunkt des ersten Auftauchens der „Monita secreta“ gerade einmal zwölf Jahre alt war. Auch widersprechen sich die Angaben des Fundortes. Genannt werden Paderborn, Prag, Lüttich, Antwerpen, Glatz sowie ein gekaperter Ostindiensegler. Gegner der Kritik führen die „Monita secreta“ dagegen auf den Polen Hieronim Zahorowski zurück, der 1611 aus dem Orden ausgeschlossen worden war.
Den „Monita Secreta“ zufolge seien die Jesuiten aufgefordert, buchstäblich jedes Mittel anzuwenden, um Macht und Wohlstand des Ordens zu vermehren, wobei diese "wahren" Ziele strikt geheimzuhalten wären. So wird zum Beispiel empfohlen, Einfluss auf die Großen und Mächtigen dieser Welt zu gewinnen, indem man sich als Beichtvater großzügiger zeigt als Geistliche anderer Orden, die man durch Verleumdungen und andere Mittel von einflussreichen kirchlichen Ämtern möglichst fernhalten solle; politische und private Geheimnisse der Fürsten gelte es durch Bestechung ihrer Günstlinge und Diener herauszubekommen; reiche Witwen solle man dazu bewegen, nicht wieder zu heiraten, damit sie ihr Vermögen dem Orden vermachen können; ihre Kinder sollten aus dem gleichen Grund dazu gebracht werden, dem Orden beizutreten; dringend wird dazu geraten, die wahren Vermögensverhältnisse des Ordens nicht an den Papst zu melden, sondern sich stattdessen ihm gegenüber und in der Öffentlichkeit stets als bedürftig, gegenüber den Armen aber als großzügig hinzustellen.
Damit sind bereits die zentralen Vorwürfe der darauf folgenden Geschichte umrissen: Die Jesuiten seien habgierig und machtlüstern, sie würden Intrigen spinnen und konspirativ arbeiten, sie würden auf unrechtmäßige Weise Einfluss auf die Politik ausüben und geheime Anweisungen aus dem Ausland bekommen, sie wären bedenkenlos in der Wahl ihrer Mittel und lax in ihrer Moral. Diese Stereotypen, die vor allem im England vor der Glorious Revolution weit verbreitet waren und in der so genannten Papisten-Verschwörung von 1678 ihren blutigen Höhepunkt fanden, gingen im 18. Jahrhundert auch in den Diskurs der Aufklärung ein, etwa in der Encyclopédie und bei dem radikal antiklerikalen Voltaire, die nur den Vorwurf moralischer Laxheit gegen den des religiösen Fanatismus austauschten.
Die Aufhebung des Ordens im 18. Jahrhundert
Bei den Angriffen auf die Jesuiten, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einsetzten und zur Aufhebung des Ordens im Jahre 1773 führten, wurden diese konspirationistischen Stereotypen jeweils aktualisiert und auf die spezifische Situation des Landes zugeschnitten. So unterschiedlich die Motive der verschiedenen Staaten waren, die Jesuiten zu verfolgen, Verschwörungstheorien spielten dabei jedes Mal eine Rolle.
Den Anfang machte Portugal. Hier war der Marquês von Pombal leitender Minister, ein Anhänger des aufgeklärten Absolutismus, dem die Jesuiten schon deshalb ein Dorn im Auge waren, weil sie sich den Versuchen widersetzten, die portugiesische Kirche der absoluten Macht seines Königs, Josephs I. (Dom José I), zu unterwerfen. Konkreter Anlass seiner Feindschaft gegen den Orden waren die jesuitischen Indianerreduktionen im spanischen Südamerika. Als 1750 sieben dieser Siedlungen geräumt werden sollten, weil ihr Gebiet bei einem Gebietstausch an die portugiesische Krone fallen sollte, wehrten sich die dort lebenden Indios gewaltsam gegen ihre Umsiedlung. Obwohl der Orden die Indios zu Gehorsam aufgerufen hatte, machte Pombal ihn für den fünf Jahre währenden Kleinkrieg verantwortlich. Dies genügte zusammen mit dem Vorwurf, die Jesuiten würden in den Kolonien einen "Staat im Staate" bilden, um die übrig gebliebenen Reduktionen in Brasilien auflösen zu lassen. Die öffentliche Predigt des Jesuiten Gabriel Malagrida, wonach das verheerende Erdbeben des Jahres 1755, das Lissabon zerstörte, Gottes Strafe für die gottlose und kirchenfeindliche Politik der Regierung sei, vergiftete die Beziehungen weiter. Ein Attentat auf den König im September 1758 brachte das Fass zum Überlaufen. Pombal stellte, ohne zureichende Beweise präsentieren zu können, die Jesuiten als Drahtzieher des Anschlags hin und ließ Malagrida und neun weitere Patres verhaften. Im Januar 1759 wurden die Besitzungen des Ordens beschlagnahmt, im Oktober erfolgte die Ausweisung sämtlicher Jesuiten aus Portugal.
In Frankreich geriet der Orden zum einen durch die aufstrebenden Jansenisten unter Druck, die sich in ihrem Kampf um die geistliche und politische Vorherrschaft der oben genannten Stereotypen und Verschwörungstheorien bedienten: So verbreiteten sie zum Beispiel das Gerücht, der Orden hätte Robert François Damiens 1751 beauftragt, ein Attentat auf König Ludwig XV. zu verüben. Zum anderen war er der Krone im Weg, die in den gallikanischen Artikeln von 1682 jeglichen Anspruch der Kirche und dem Papst auf weltliche Macht geleugnet hatte. Anlass zur Aufhebung bot - ähnlich wie in Portugal - die Missionstätigkeit des Ordens in Übersee. Antoine de LaValette, der Generalobere der Jesuitenmissionen in Lateinamerika, war wegen verbotener Handelstätigkeit auf Martinique ins Visier geraten. Als er 1755 Bankrott ging und Schulden im Wert von 2,4 Millionen Livres hinterließ, weigerten sich die französischen Jesuiten zu zahlen. Sie behaupteten, jedes Jesuitenhaus wirtschafte selbstständig, und lehnten eine Gesamthaftung des Ordens ab. Dies führte zu einem Prozess vor dem jansenistisch dominierten "Parlement" (Gericht) von Paris, in dem 1764 die bis dahin geheimen Consitutiones des Ordens aufgedeckt wurden. Dass die französischen Patres dem Papst absoluten Gehorsam schuldeten, also mehr Loyalität als der französischen Krone, löste erhebliche Empörung aus. Das Pariser Parlement verbot den Jesuiten daraufhin jegliche Verbindung mit ihren Oberen und zog ihren Besitz ein. Im November 1764 folgte König Ludwig XV. mit einem Edikt, in dem den verbliebenen Jesuiten ein Treueeid auf ihn abverlangt wurde, den aber nur sechs von ihnen zu leisten bereit waren. Damit war die Tätigkeit des Ordens in Frankreich beendet.
In Spanien bot ebenfalls der Jesuitenstaat von Paraguay Anlass zum Verbot des Ordens. Um sie instand zu setzen sich gegen die Sklavenjäger aus São Paulo, die berüchtigten Paulistaner Bandeiranten, zu verteidigen, hatten die Jesuiten ihren Indios gestattet, sich zu bewaffnen, was dem Vorurteil, sie strebten nach eigener politischer Macht, weitere Nahrung gegeben hatte. Als es 1766 zum so genannten "Madrider Hutaufstand" kam - die Regierung hatte mit dem Verbot, Sombreros zu tragen und einer gleichzeitigen Steuererhöhung den Zorn der Bürger erregt - wurden, wider gegen alle Evidenz, die Jesuiten als angebliche Drahtzieher dafür verantwortlich gemacht. Im Februar 1767 wurde der Orden in Spanien und den spanischen Gebieten in Amerika aufgehoben, gleichzeitig wurden auch die Reduktionen aufgelöst.
Ein Territorialkonflikt zwischen dem bourbonisch regierten Herzogtum Parma und dem Kirchenstaat bot schließlich den anderen bourbonischen Thronen von Frankreich und Spanien sowie Portugal einen Ansatz, Druck auf die Kurie auszuüben, den verhassten Orden gänzlich aufheben zu lassen. Nach zähen Verhandlungen fügte sich Clemens XIV. und hob am 21. August 1773 mit dem Breve "Dominus ac redemptor noster" den Orden auf. Im Jahr darauf wurden drei kleinere Territorien zurückgegeben, die die bourbonischen Mächte besetzt hatten, um Druck auf die Kurie auszuüben.
Nach der Aufhebung ihres Ordens sammelten sich die Jesuiten in verschiedenen Genossenschaften zur Herz-Jesu-Verehrung, die zum Teil sogar die Jesuitenregel übernahmen, zum Beispiel in der 1794 gegründeten Gesellschaft des Hl. Herzens Jesu oder den drei Jahre später gestifteten Paccanaristen. Mit dem Ende des Ordens endeten die Verschwörungstheorien gegen ihn noch keineswegs: Man argwöhnte, er würde seine Arbeit im Geheimen fortsetzen, und als Clemens XIV. im September 1773 verstarb, munkelte Jean Baptiste d'Alembert in einem Brief an König Friedrich II. von Preußen, der Papst sei sicher einem Giftanschlag der rachsüchtigen Jesuiten erlegen.
In Russland und in Preußen, wo die nicht-katholischen Regierungen die päpstliche Autorität nicht anerkannten, fanden einige der Jesuiten Zuflucht, vor allem weil die Zarin Katharina die Große und Friedrich II. die Vorteile des jesuitischen Schulsystems nicht aufgeben wollten und weil beide Herrscher für die katholische Bevölkerung Polens, welches zwischen Russland und Preußen aufgeteilt worden war, Seelsorger benötigten.
Verfolgungen im 19. und 20. Jahrhundert
1814 wurde die Gesellschaft Jesu von Papst Pius VII. wieder zugelassen. Trotz immer neuer Vertreibungen und Verbote wuchs der Orden schnell wieder zu alter Größe.
Kurz nach der Gründung des Deutschen Reiches wurden die Jesuiten während des sogenannten Kulturkampfes 1872 des Landes verwiesen. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurden 1917 diese Jesuitengesetze wieder aufgehoben.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Jesuiten wie die Freimaurer unter die „Volksschädlinge“ gerechnet. Mehrere Patres wurden mit Predigtverboten belegt, in ihrer Tätigkeit eingeschränkt, verfolgt und in Konzentrationslagern interniert. Pater Rupert Mayer, ein bedeutender Männerseelsorger und Prediger an der Münchener Jesuitenkirche St. Michael, wurde ins Exil verbannt. Pater Alfred Delp wurde als Mitglied des Kreisauer Kreises inhaftiert und in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Zahlreiche weitere Ordensmitglieder aus ganz Europa waren im sogenannten [[Pfarrerblock (KZ Dachau)| Priesterblock]] im KZ Dachau interniert.
In der Schweizer Verfassung (nach dem Sonderbundskrieg) von 1848 gab es einen Jesuitenartikel, der nicht nur dem Orden selbst, sondern allen Jesuiten jede Tätigkeit in Staat und Kirche untersagte. Dieser Artikel wurde 1973 aufgehoben.
In Spanien wurde die Gesellschaft Jesu mehrmals verboten, so etwa unter Isabella II. im Zuge des Ersten Carlistenkriegs und später erneut in der Zweiten Republik, die im Spanischen Bürgerkrieg unterging.
In San Salvador ermordeten im Jahre 1989 Militärangehörige acht Personen an der zentralamerikanischen Universität José Simeón Cañas (UCA), darunter Studierende, Bedienstete und den Rektor Ignacio Ellacuría. Die UCA ist eine 1965 von Jesuiten gegründeten Universität.
Jesuiten in Deutschland heute
Die Provinz der deutschen Jesuiten geht aus dem Zusammenschluss der Norddeutschen und der Süddeutschen Jesuitenprovinz im Jahre 2004 hervor. Sie zählt heute 440 Mitglieder und hat zahlreiche Niederlassungen, schwerpunktmäßig in München, Nürnberg, Mannheim-Ludwigshafen, Frankfurt, Berlin, Hamburg und Stockholm. Geleitet wird die Provinz von Pater Provinzial Stefan Dartmann SJ. Der Sitz des Provinzialates ist in München. Besonders wichtige Einrichtungen:- Noviziat in Nürnberg
- Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt
- Hochschule für Philosophie München
- Gymnasien in Berlin (Canisius-Kolleg Berlin), St. Blasien (Kolleg St. Blasien) und Bonn-Bad Godesberg (Aloisiuskolleg).
- Pfarrgemeinde und Kunststation St. Peter (Köln) in Köln
- Akademien in Köln, Ludwigshafen und Nürnberg
- Jesuitenkirchen in Heidelberg, München, Mannheim und Stockholm
Generalobere des Ordens
- Ignatius von Loyola 1541-1556 (Jahreszahlen bezeichnen die Amtszeit)
- Diego Laínez 1558–1565
- Francisco de Borja 1565–1572
- Everard Mercurian 1573–1580
- Claudio Aquaviva 1581–1615
- Mutio Vitelleschi 1615–1645
- Vincenzo Carafa 1646–1649
- Francisco Piccolomini 1649–1651
- Luigi Gottifredi 1652–1652
- Goswin Nickel 1652–1664
- Gian Paolo Oliva 1664–1681
- Charles de Noyelle 1682–1686
- Thyrsus González 1687–1705
- Michelangelo Tamburini 1706–1730
- Franz Retz 1730–1750
- Ignazio Visconti 1751–1755
- Luigi Centurioni 1755–1757
- Lorenzo Ricci 1758–1775 --- 1773 Auflösung des Ordens
- Tadeusz Brzozowski 1814–1820 --- 1814 Wiedererrichtung des Ordens
- Aloisius Fortis 1820–1829
- Joannes Philippus Roothaan 1829–1853
- Pierre Jean Beckx 1853–1887
- Antonius Maria Anderledy 1887-1892
- Louis Martin 1892–1901
- Franz Xaver Wernz 1906–1914
- Wladimir Ledóchowski 1915–1942
- Jean Baptiste Janssens 1946–1964
- Pedro Arrupe 1965–1983
- Peter Hans Kolvenbach seit 1983
Während der Auflösung des Ordens führten ihn:
- 1782–1785 Stanislaw Czerniewicz
- 1785–1798 Gabriel Lenkiewicz
- 1799–1802 Franciscus Kareu
- 1802–1805 Gabriel Gruber
Kommissarische Generäle waren 1981-1983 Paolo Dezza und Giuseppe Pittau für den in Folge eines Schlaganfalls verhinderten Pedro Arrupe.
Für Jesuiten, die nicht Generalobere waren, siehe auch: Liste bedeutender Jesuiten
Literatur
- Jonathan Wright: Die Jesuiten. Mythos - Macht - Mission. Magnus Verlag, Essen 2005, ISBN 3-88400-430-1
- Peter Claus Hartmann: Die Jesuiten. Beck'sche Reihe 2171. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-44771-6
- Stefan Kiechle / Clemens Maaß (Hrsg.): Der Jesuitenorden heute. TOPOSplus-Taschenbücher 328. 2. Aufl. Matthias-Grünewald-Verl., Mainz 2001, ISBN 3-7867-8328-4
- Jürgen Stillig: Jesuiten, Ketzer und Konvertiten in Niedersachsen. Untersuchungen zum Religions- und Bildungswesen im Hochstift Hildesheim in der Frühen Neuzeit. Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim 22. Bernward, Hildesheim 1993, ISBN 3-87065-745-6
- Rüdiger Funiok/Harald Schöndorf (Hrsg.): Ignatius von Loyola und die Pädagogik der Jesuiten. Ein Modell für Schule und Persönlichkeitsbildung. Auer, Donauwörth 2000, ISBN 3-403-03225-6
- Klaus Mertes: Verantwortung lernen - Schule im Geist der Exerzitien. Ignatianische Impulse. Echter, Würzburg 2004, ISBN 3-429-02537-0
- François de Dainville: L'éducation des Jésuites (XVIe-XVIIIe siècles). éd. de Minuit, Paris 1978. (Le sens commun). ISBN 2-7073-0222-8.
- Bernhard Duhr: Text der Studienordnung von 1599 und 1832. In: Ders.: Die Studienordnung der Gesellschaft Jesu. Herdersche Verlagshandlung, Freiburg i. Breisgau 1896.
Weblinks
- Jesuiten in Deutschland - www.jesuiten.org
- Jesuiten in Österreich - www.jesuiten.at
- Der Jesuitenorden auf www.heiligenlexikon.de
- Jesuiten in Rom - Kurie der Gesellschaft Jesu
- Exerzitien - Geistliche Übungen
- Heutzutage Jesuit werden - Noviziat
- Jesuitische Erziehung [LINK]
- Online-Edition von Ordensregeln 1615-1617 [LINK] im Projekt CAMENA
- Online-Edition der Historia Societatis Jesu [LINK] im Projekt CAMENA
- Jesuitentheater (historicum.net)
zh-min-nan:Iâ-so͘-hōe
Diskussion der Autoren über den Artikel: Jesuiten
Bedeutung der Jesuiten für die Bildung
Die Bedeutung des Ordens für das Europa der Aufklärung wird in dem Artikel gar nicht angesprochen. Immerhin ermöglichten seine Einrichtungen wenig begüterten jungen Männern eine gute Ausbildung. Man denke nur an einige der Schüler: Voltaire, Diderot, Lloyd, Condorcet. Dies gilt auch für die Wissenschaft zu der mir der Jesuit Boscovic einfällt der im 18.Jh. fast 60 Bücher über Physik und Mathematik veröffentlicht. Es wäre also schön wenn jemand der sich mit der Materie auskennt auch die Bildungspolitik des Ordens systematisch erklären könnte. (31.März 2006)
- Lieber anonymer Teilnehmer, danke für den Hinweis. Es wäre schön, wenn du die Informationen ergänzen könntest: Die ersten Schritte sind ganz einfach. Gruß, --Phi 18:00, 31. Mär 2006 (CEST)
Okay, ich habe einen entsprechenden Abschnitt eingefügt. Allerdings ist mein Wissen darüber begrenzt und es wäre trotzdem schön, wenn sich jemand mit mehr Sachkenntnis diesem wirlich wichtigen Thema annehmen könnte. memnon335bc 02:03, 07.April 2006 (CEST)
Uneinheitliche Namensgebung
Bei der Durchsicht der Jesuiten-Artikel sehe ich gerade, daß einige Artikel den Namenszusatz SJ vermerken (z.B. Athansius Kircher), andere wieder nicht (Teilhard de Chardin). Soll und kann man das vereinheitlichen? Weiß jemand, ob SJ wirklich echter Namensbestandteil ist? --Leogfischer 17:16, 25. Aug 2005 (CEST)
Das mit dem Grundsätze lehren und für ihren Orden zu werben halte ich als Altschüler des Kollegs St. Blasien für etwas zu drastisch; was meinen andere? - EBB 21:41, 2. Feb 2004 (CET)
Ist die Figur Naphta wirklich ein berühmter Jesuit, nur weil er der Widersacher Settembrinis im Zauberberg ist? Beim Folgen des Links kommt man auf eine Begriffserklärung ....--Larus1 14:12, 23. Aug 2004 (CEST)
Der Wiki-Beitrag behauptet beiläufig, ein Zweck der Jesuitenkollegs sei es, für den Orden zu werben. Als ich 1946/47 Kollegianer in St. Blasien war, haben die Patres uns Schülern ausdrücklich erklärt, das Internat wolle nicht etwa möglichst viele Jesuiten oder auch nur katholische Priester anwerben, sondern hoffe im Gegenteil, dass wir Schüler später als Laien, nicht in Dienst und Auftrag der Kirche im privaten und öffentlichen Leben die Grundsätze des (katholischen) Christentums verwirklichen und dergestalt vielleicht lebende Beispiele katholisch-christlichen Lebens geben. Ich will aber den Halbsatz nicht eigenmächtig löschen, sondern zum Nachdenken darüber anregen, wie soeben geschehen. --Fiege 22:46, 30. Dez 2004 (CET)
Noch eine Erinnerung ans Kolleg St. Blasien 1946/47. Der damalige Rector des Kollegs (Internats- und Schulleiter und zugleich Oberer der örtlichen Jesuitengemeinschaft) hieß Otto Faller, stammte aus einer kinderreichen Familie in dem winzigen Örtchen Saig bei Neustadt, jetzt Titisee-Neustadt im Schwarzwald ( "Die Fallers" als die Schwarzwälderfamilie wurden erst Jahrzehnte später bekannt). Oft von ihm gehörte Ermunterung an uns Oberprimaner, wenn es galt, in einem lateinischen oder griechischen Text eine schwierige Stelle zu übersetzen: "Nur Mut!" Auch bei Wiki bekam ich zur Begrüßung zugerufen: "Nur Mut!" Gemäß diesem Motto fasse ich nun Mut und ändere im Artikel über die Jesuiten die Aussage über die Absicht der jesuitischen Bildungseinrichtungen, wie im vorangehenden Abschnitt dargestellt.--Fiege 19:21, 20. Jan 2005 (CET)
ort
Weiß zufällig jemand WO der Jesuiten Orden gegründet wurde ? --Lofor 23:37, 21. Jan 2005 (CET)
- Montmartre Paris 1534 am 15. August (Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel). Gründer Ignatius war noch nicht zum Priester geweiht, auch die Magisterprüfung bestand er erst im folgenden Jahr. Immerhin war er mit seinen 43 Lebensjahren schon ein bemoostes Haupt.--Fiege 22:33, 26. Jan 2005 (CET)
Überarbeitung Januar 2005
Hallo, ich möchte die Weiterarbeit an dem Artikel anregen. - Leider habe ich selber kaum Literatur zu dem Thema, um ihn inhaltlich zu verbessern. Stilistisch besonders aufgefallen sind mir im Artikel bislang:
- Aufzählungen in der Einleitung, wo ein Fließtext für den Leser greifbarer wäre. - Man kann die dort getroffenen Aussagen sicher auch Überschriften zuordnen - und bei Bedarf nach inhaltlicher Relevanz in andere Textabschnitte einordnen.
- Der Artikel ist auf Deutschland fixiert, die de.wikipedia aber international deutschsprachig gedacht.
- Besonders 'wohlmeinende' Formulierungen, wie der große Männerseelsorger stehen im Widerspruch zu einem neutralem Standpunkt für ein Lexikon.
- ... mich persönlich würden hier in diesem Artikel besonders ein paar Stichworte für die Gründe des Verbots interessieren ... da steckt, meiner Meinung nach, noch viel Potential drin.
- Vielleicht eignen sich inhaltliche Abschnitte auch für eigene Unterartikel, wie beispielsweise jetzt schon der Artikel über die Reduktionen. Gruß, --Sputnik 19:48, 24. Jan 2005 (CET)
- Einige Worte mehr zum Noviziat, formal wie inhaltlich, und dem vierten Gelübde, dem Rang des Professen, dem Unterschied zwischen Patres und Brüdern, wäre vielleicht auch nicht verkehrt.
Es waere evtl. angebracht, die zum Teil zweifelhafte Rolle der Jesuiten in der Mission in Asien zu beleuchten. Anekdotisch habe ich von asiatischen Historikern von Waffenschmuggel etc. geheort. Im englischen Artikel wird auch der Begriff "footsoldiers of the pope" erwaehnt, der fuer mich auch zur Bedeutung des Begriffs Jesuit gehoert. Wenn das allgemeiner Sprachgebrauch ist, koennte man das evtl. aufnehmen. sn 2.9.05
Häresi
n auf die als Häresie betrachtete protestantische Reformation.
--> muss das nicht getreu dem Häresie-Artikel dann eigentlich Schisma heissen, schaut Euch mal die Definition von Häresie an.
Abschnit "weitere bekannte Jesuiten"
Ist der Abschnit "weitere bekannte Jesuiten" so wirklich noch sinnvoll? Es handelt sich hier um eine reine Aufzählung. Es gibt aber bereits eine Jesuit, über die man zum selben Ergebnis kommen kann. Das finde ich auch wesentlich schöner als ständig im Hauptartikel eine immer länger werdende Personenliste pflegen zu müssen. --HerbertErwin 13:39, 31. Dez 2005 (CET)- Ich bin sowieso immer gegen Listen. Von mir aus können sie weg. --Phi 14:15, 31. Dez 2005 (CET)
- Arbeitet da derzeit sonst noch jemand an diesem Artikel, den wir fragen müssten? Ansonsten würde ich den Abschnitt mal in die Diskussionsseite kopieren.--HerbertErwin 16:33, 31. Dez 2005 (CET)
weitere bekannte Jesuiten
A Rodolfo Acquaviva (selig), Giulio Alenio, Jean Joseph Marie Amiot, Modest Andlauer, Juan Andres, Francois d'Aguillon, Jean Denis Attiret B Florian Bahr, Jakob Balde, Augustin Barruel, Kardinal Augustin Bea, Robert Bellarmin (heilig, Kirchenlehrer), Jacques Berthieu (selig), Andrew Bobola,Karl von Borango, Rudjer Josip Boskovitsch, Jean de Brébeuf (heilig) C Petrus Canisius (heilig, Kirchenlehrer),John Carroll, Giuseppe Castiglione, Michel de Certeau,Petrus Claver (heilig), Frederick C. Copleston D Alfred Delp, Heinrich Dumoulin, Jacques Dupuis, Aimé Duval E Ignacio Ellacuría, Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Luis Espinal F Peter Faber (selig), Luis Frois G Mario von Galli,Joseph Gelineau, Heiner Geißler (vorübergehend), Anton Gogeisl, Roque González von Santa Cruz (heilig), Baltasar Gracián,Rutilio Grande, Francesco Maria Grimaldi, Alois Grillmeier, Johann Grueber H August von Hallerstein, Friedhelm Hengsbach, Franz de Hieronymo (heilig), Gerard Manley Hopkins J Philipp Jeningen, Isaak Jogues (heilig) K Albert Keller, Athanasius Kircher, Ignaz Kögler, Stanislaus Kostka (heilig) L Michael Florent van Langren, Rupert Lay, Johannes Baptist Lotz M Martin Malachi, Ignacio Martín-Baró, Carlo Maria Martini, Julianus Maunoir (selig), Rupert Mayer (selig), Hans Bernhard Meyer, Anthony de Mello, Paul Miki (heilig) N Oswald von Nell-Breuning, Josef Neuner O Huub Oosterhuis R Hugo Rahner, Karl Rahner, Alexandre Rhodes, Matteo Ricci, Giovanni Riccioli, José María Rubio y Peralta (heilig) S Friedrich August Georg von Sachsen, Johann Michael Sailer, Jakob Salès (selig), Wilhelm Saultemouche (selig), Adam Schall von Bell, Georg Scherer, Gerolamo Sersale, Ignaz Sichelbarth, Friedrich Spee von Langenfeld, Georg Sporschill, Jón Sveinsson T Emanuele Tesauro, Pierre Teilhard de Chardin, Gottfried Thelen V Ferdinand Verbiest W Béla Weissmahr X Franz Xaver (Francisco de Xavier y Jassu)
Nicht unerwähnt bleiben soll auch die fiktive Figur des Jesuiten
Leo Naphta im Roman Der Zauberberg von Thomas Mann, die als Gegenspieler zu Settembrini agiert.
Zensur: "Unseriöser Link"
Was ist an diesem Link "unseriös", verheerter Phi?
- Jesuitentheater (Historicum.net)
Detaillierte Argumentation erbeten in Form einer Apologie oder Rübe ab - wie bei Jesuiten üblich. - Gegrüßet sei Jesus Christus! - 84.146.242.102 23:21, 7. Jan 2006 (CET)
- Pater, peccavi - ich hab aus Versehen einen Link mehr gelöscht als ich wollte. Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa! Wieviel Jahre Fegefeuer machtndisjetz? --Phi 09:31, 8. Jan 2006 (CET)
Abgeschlossene Lesenswert-Diskussion (abgelehnt)
Die Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, SJ) ist eine katholische Ordensgemeinschaft für Männer. Sie wurde am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um Ignatius von Loyola gegründet. Die Bezeichnung „Jesuiten“ wurde zunächst als Spottname gebraucht, später aber auch vom Orden selbst übernommen.- Neutral
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BildherkunftNeutral Schade, dass nichts über die Marianische Kongregation (MK bzw. KO) in Österreich, die in Innsbruck von den Jesuiten geleitet wird, drin steht. Denn dort sind die Jesuiten wirklich um die dortigen Jugendlichen bemüht.- Pro
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Bildherkunft Sehr schöner und umfassender Artikel --GS 21:04, 14. Feb 2006 (CET)Pro
- Neutral
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BildherkunftNeutral mit deutlichem Hang zum contra - die Geschichte wird zum Ende hin immer dünner. Und si cum jesuitis, non cum jesu itis würde ich spasseshalber auch erwähnen, wenn schon die Chose mit den "schlauen Jungs" kommt.--Janneman 21:36, 14. Feb 2006 (CET)- Contra
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Bildherkunft - also, damit er für mich lesenswert ist, will ich nicht innerhalb 10 Zeilen 2x die Anzahl der Ordensmitglieder lesen und nicht zweimal erfahren, dass die Jesuiten in Deutschland drei Gymnasien haben, sondern zumindest wo sie heute in D, CH und A vertreten sind. Ein paar bekanntere Jesuiten wie Karl Rahner, Petrus Canisius oder Teilhard de Chardin könnte man auch noch erwähnen, die Liste muss ja nicht so lange wie in der englischen WP sein. Das Kapitel Verfolgungen ist mir zu hagiographisch angehaucht (wieder gegen alle Evidenz, die Jesuiten als angebliche Drahtzieher dafür verantwortlich gemacht). Dafür fehlt hier das für uns doch interessante HRR völlig, die Habsburger hatten doch sicher auch eine Meinung zu dem Thema. Die externen Link im Fließtext stören auch. Insgesamt würde sich schon empfehlen, einiges aus der englischen WP zu übernehmen. --Griensteidl 22:32, 14. Feb 2006 (CET)Contra
- Contra
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Bildherkunft siehe Griensteidl. Außerdem stört mich die Liste "Alle Generäle der Societas Jesu (mit der Dauer ihrer Amtszeit)" Cottbus 05:56, 15. Feb 2006 (CET)Contra
- Neutral
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BildherkunftNeutral Der Artikel ist bereits sehr weit ausgebaut und durchaus ein würdiger Kandidat (wenn man die obigen Kritikpunkte ausmerzt), aber ich würde das Gewicht anders legen. Der entscheidende Teil der jesuitischen Mission ist ausgelagert nach Jesuitische Mission, aber was davon im Artikel zurückgeblieben ist wird der weltgeschichtlichen Bedeutung meiner Meinung nach nicht gerecht. Das sollte doppelt- bis dreimal so umfangreich sein. Statt dessen nimmt die Jesuitenverfolgung breiten Raum ein. Die ist natürlich auch wichtig, aber eventuell kann man statt dessen in diesem Bereich auslagern. Eine Liste der Generäle der Societas Jesu wäre auch eine mögliche Auslagerung, statt dessen könnte man ein Kapitel „bedeutende Persönlichkeiten der Jesuiten“ einfügen und dann Persönlichkeiten wie Francisco de Xavier y Jassu jeweils 3-4 Zeilen widmen. --Mkill 16:08, 16. Feb 2006 (CET)- contra Bei Geschichte der Jesuiten wäre ich zu einem pro geneigt, aber zu "Jesuiten heute" steht da fast gaar nichts drin. Zweimal die Zahl der Mitglieder, zweimal die drei Schulen in Deutschland und einmal die beiden Hochschulen und das war es auch. Zur heutigen Stellung innerhalb der katholischen Kirche, oder sonstwo auf der Welt, Einfluss in katholischen Ländern findet sich gar nichts aktuelles. -- Southpark Southpark 04:35, 19. Feb 2006 (CET)
- Neutral
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BildherkunftNeutral Mir ist vor allem aufgefallen, das nicht zu den Jesuitenkollegien im Artikel steht. Soweit ich weiß waren eine zeitlang alle Artistenfakultäten im HHR jesuitisch geprägt, d.h nahezu jeder katholische Student wurde nach jesuitischen Grundsätzen ausgebildet.--Catrin 22:36, 20. Feb 2006 (CET)- Contra
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Bildherkunft reicht noch nicht für einen guten Artikel. --Masterwix 08:46, 21. Feb 2006 (CET)Contra
Geschichte: Verfolgungen: Grundlagen
Wenngleich der Abschnitt inhaltlich korrekt sein mag, ist er doch von den Formulierungen her POV-gefärbt:
- Der kritische, die Jesuiten der Verschwörung verdächtigende POV wird als "Wahnbild" tituliert. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Verschwörungstheorien wird dabei zumindest vergessen, dass es keiner psychischer Defekte bedarf, um einen entsprechenden POV einzunehmen. Damit wird zumindest schonmal jeder Leser unnötig vor den Kopf gestoßen, der nur mangels anderer Informationen bislang unreflektiert den POV der Verschwörungstheoretiker übernommen hat.
- Die „Monita Secreta“ wird ohne Nachweis als "Fälschung" tituliert, die Theorie von der Autorenschaft Hieronim Zahorowski ebenso unbewiesen als unumstößliche "Wahrheit". Zumindest mildere Begriffe wären hier meines Erachtens angebracht.
- Es wird unnötiges und POV-gefärbtes Gefasel verwendet ("... tat ihrer Glaubwürdigkeit ebenso wenig Abbruch wie...")
- Es werden auffallend viele Begriffe verlinkt, die mit dem Themenkreis "Verschwörung" zu tun haben, meines Erachtens z.T. völlig unnötig, als wolle jemand über die Links bewusst ein Spiegelbild des Innenlebens eines Paranoikers aufbauen: Verschwörung, Machtstreben, Konspiration, Feindbilder, wohin man sich auch wendet.
--Clipka 00:00, 21. Mär 2006 (CET)
Geschichte: Verfolgung: 18. Jahrhundert
Auch dieser Abschnitt enthält POV-gefärbte Formulierungen und sollte bei Gelegenheit entsprechend überarbeitet werden.
Der Abschnitt über das 19./20. Jahrhundert ist dagegen NPOV, und im Gegenteil vielleicht eher zu trocken.
--Clipka 00:20, 21. Mär 2006 (CET)
- Ändere doch einfach, was dir nicht gefällt, liebe Clipka: Es ist ja schließlich ein Wiki. MfG, --Phi 17:14, 21. Mär 2006 (CET)
- Bevor falsche Gerüchte aufkommen: "lieber Clipka", wenn ich bitten darf
--Clipka 22:37, 21. Mär 2006 (CET)
Pierre Teilhard de Chardin
Viel weiß ich ja nicht über ihn, aber soweit mir bekannt ist, hat er die Entwicklung des Ordens der Jesuiten doch mit bestimmt/geformt. Im Artikel fehlt er aber. Vielleicht kann ja jemand mit mehr Ahnung als ich etwas passendes hinzufügen. Zumindest unter die Liste Berühmter Jesuiten sollte er doch schon kommen. Oder ist er etwa doch nicht so bekannt bzw. wichtig? -- termi 22:58, 1. Okt. 2006 (CEST)
- In der verlinkten Liste der berühmten Jesuiten steht er drin. Die Liste in diesem Artikel enthält nur die Generaloberen. Ich werde die Überschrift jetzt mal ändern, weil sie widersprüchlich ist. --Sr. F 08:21, 2. Okt 2006 (CEST)
Ok, danke für die Aufklärung -- termi 23:32, 2. Okt. 2006 (CEST)
Jesuiten in Deutschland heute
Die Jesuitenkirchen in Heidelberg und Mannheim sind heute keine Enrichtungen des Ordens. Nur weil die mal von den Jesuiten gegründet wurden, gehören die nicht an dieser Stelle in den Artikel. JMHO --FideKoeln 22:40, 5. Okt 2006 (CEST)
Jesuitenprovinzen
Es fehlt jegliche Erklärung der ganzen Organisation, vom General bis zu den Jesuitenprovinzen, die sich z.B. in Europa keineswegs immer mit den nationalen Ländergrenzen decken.--Dunnhaupt 22:47, 22. Okt. 2006 (CEST)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Jesuiten und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).





