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Johnston-Atoll

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Der Artikel Johnston-Atoll gehört zur Kategorie: Inselgruppe (Pazifischer Ozean), Inselgruppe (Atoll), Unbewohnte Insel, Insel (Pazifischer Ozean), Abhängiges Gebiet (Vereinigte Staaten), Kernwaffentestgelände
Abbildung
Karte des Johnston-Atolls
Bildherkunft

Der Johnston-Atoll ist ein Atoll im Nordpazifik, 1.150 km südwestlich von Hawaii. Die 2,8 km² große Inselgruppe gehört politisch zu den USA. Die Hauptinsel Johnstoninsel zählte bis 2004 etwa 317 Einwohner. Sie ist reich an Guanoablagerungen. Verwaltet wird das Atoll von den US-Luftstreitkräften.

Die Inselgruppe besteht aus einem Korallenriff, den beiden stark durch den Menschen veränderten Inseln Johnston Island (Johnstoninsel) und Sand Island sowie den zwei künstlichen Inseln Akau (im Norden) und Hikina (im Osten).

Die Inseln wurden von den USA für Kernwaffentests benutzt und 1962 bei der Explosion eines Flugkörpers stark mit Plutonium verseucht. Seit 1972 fanden regelmäßig Tests statt und bis 2000 dienten die Inseln als Lagerstätten für radioaktives Material sowie für die Vernichtung chemischer und biologischer Waffen wie Sarin-Nervengas und Agent Orange. 2000 begannen Aufräumarbeiten.

Die einzigen Bewohner sind US-Militärs und ihre zivilen Angestellten, die die Anlage instand halten.

Die Inseln wurden von den USA mittlerweile zum Naturschutzgebiet erklärt, weil sich hier Seevögel und Meeresschildkröten paaren. Bis 2004 wollte die US-Armee den Stützpunkt völlig räumen.

Geschichte

Das 1807 von dem Briten C. J. Johnston entdeckte Atoll wurde 1858 Teil des Königreiches Hawaii. 1898 wurde die Inselgruppe von den USA besetzt und von 1958 bis 1975 als Raketenstartplatz benutzt, wobei sich die Abschussrampe bei befand.

Von der Johnstoninsel wurden auch Raketen für hochatmosphärische Tests von Wasserstoffbomben gestartet. So startete am 1. August 1958 eine Redstone-Rakete mit einem 3,8 Megatonnen-Sprengkopf zum Zweck eines Kernwaffentests in 77,8 Kilometer Höhe. Weitere Raketen für hochatmosphärische Atombombentests wurden von der Johnstoninsel am 12. August 1958 in eine Höhe von 43 Kilometern und am 9. Juli 1962 im Rahmen der Operation Starfish Prime gestartet, wobei der auftretendende EMP zahlreiche elektrische und elektronische Geräte auf Oahu (Hawaii) störte.

Dieser Start hätte schon am 20. Juni 1962 durchgeführt werden sollen, doch explodierte damals die Rakete in einer Höhe von 10 Kilometern. Hierbei wurde die benachbarte Sand Island mit Plutonium kontaminiert. Bei einem Startversuch am 26. Juli 1962 explodierte die Rakete mit dem Atomsprengkopf auf der Abschussrampe, wodurch diese zerstört und das umliegende Areal mit Plutonium kontaminiert wurde. Dies führte zu einer fast vierteljährigen Pause der Experimente. Diese wurden am 16. Oktober 1962 wieder aufgenommen, wobei es wieder zu einem Fehlschlag kam. Die Rakete vom Typ Thor DSV-2E explodierte in einer Höhe von 10 Kilometern, wobei auf der Johnstoninsel auch etwas radioaktiver Niederschlag fiel.

Weitere Raketen zum Zweck hochatmosphärischer Atombombentests wurden gestartet:

Nachdem keine oberirdischen Kernwaffentests mehr möglich waren, wurden von der Johnstoninsel bis 1975 zahlreiche Forschungsraketen (auch für die zivile Forschung) in Höhen von bis zu 1148 Kilometern gestartet. Ende der 1980er Jahre wurde auf der Insel eine Anlage für die Verbrennung chemischer Kampfstoffe errichtet. Im Jahre 2005 wurde das Atoll von der General Services Administration zum Verkauf angeboten. [LINK]

Weblinks


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Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Johnston-Atoll und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).