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Jugendherberge

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Der Artikel Jugendherberge gehört zur Kategorie: Beherbergung, Jugend und Freizeit
Der Begriff Jugendherberge beschreibt umgangssprachlich eine vergleichsweise preisgünstige, eher einfache Unterkunft, im engeren Sinne bezeichnet er in Deutschland eine Herberge des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). International ist die englische Bezeichnung Hostel (Herberge) üblich, die in Deutschland auch zur Abgrenzung vom DJH verwendet wird.

In Deutschland ist die Bezeichnung Jugendherberge als Marke des Deutschen Jugendherbergswerks geschützt. Kommerziell betriebene Unterkünfte, die sich an Rucksackreisende wenden, bezeichnen sich daher auch in Deutschland meist als Hostel, Backpacker Hostel oder einfach Backpacker.

Jugendherbergen in Deutschland

Entstehung

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Dank an Richard Schirrmann aus aller Welt
Bildherkunft

Entstanden sind Jugendherbergen ab Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Jugendbewegung als Unterkünfte für junge Menschen, Jugendgruppen und Schulklassen. Im Jahre 1909 wurde in der heutigen Richard-Schirrmann-Schule in Altena durch Richard Schirrmann, einen damaligen Lehrer der Schule, die erste Jugendherberge der Welt eingerichtet. Dieses Provisorium wurde 1912 durch eine Jugendherberge auf der Burg Altena oberhalb der Stadt ersetzt, die heute als Teil des Museums der Burg Altena im Original zu besichtigen ist. Daneben besteht auch heute auf der Burg Altena eine Jugendherberge. 1911 gab es dann schon 17 Jugendherbergen, 1921 etwa 1.300 und 1928 rund 2.200 Jugendherbergen. Jugendherbergen hatten häufig große Schlafsäle und nur wenige kleinere Zimmer für die Betreuer.

Mit der reisenden Jugend überschritt die Idee rasch die nationalen Grenzen Deutschlands: Überall auf der Welt entstanden "Youth Hostels", die heute unter dem Dach des Weltverbandes Hostelling International mit 90 nationalen Verbände aus 80 Ländern und über 4.000 Jugendherbergen global zusammengefasst sind. Ideelle Zielsetzung ist unverändert seit fast einem Jahrhundert neben der Förderung des Jugendreisens auch das gemeinsame Eintreten für Frieden und Völkerverständigung auf empirischer Basis des interkulturellen Austausches und des Gewinnens eigener Erfahrungen im Rahmen des Emanzipationsprozesses junger Menschen.

Nutzergruppen/Altersgrenzen

Auch heute werden Jugendherbergen noch häufig für Gruppenreisen von Jugendlichen wie zum Beispiel Klassenfahrten in Anspruch genommen. Es gibt aber zunehmend auch ältere Gäste, viele Eltern bzw. Alleinerziehende mit Kindern, auch Senioren. In größeren Städten nehmen auch Geschäftsleute wie beispielsweise Messebesucher das Angebot der Jugendherbergen in Anspruch. Gründe dafür sind die günstigen Übernachtungspreise im Vergleich zum Hotel, aber auch der nähere Kontakt zu anderen Gästen und ein geselliger Umgang unter den Gästen. In den meisten Jugendherbergen gibt es daher heute auch kleinere so genannte "Familienzimmer", einige Jugendherbergen haben die großen Schlafräume ganz abgeschafft. Viele Jugendherbergen stellen sich auch sonst auf ein gemischtes Publikum ein.

Seit dem Jahr 2005 dürfen auch in Bayern ältere Alleinreisende ab 27 Jahren in Jugendherbergen übernachten. Allerdings werden Jugendliche sowie Jugend- und Schülergruppen weiterhin vorrangig berücksichtigt. Der bayerische Landesverband des DJH begründet dies mit der Zweckbindung von Investitionszuschüssen der bayerischen Staatsregierung an den Landesverband. Zudem sei eine „direkte Konkurrenz zum kommerziellen Beherbergungsgewerbe ... aufgrund der direkten und indirekten Subventionen nicht zu vertreten“.

Ausstattung

Jugendherbergen besitzen immer Gemeinschaftseinrichtungen wie Sporteinrichtungen, Aufenthaltsräume und ähnliches und werben manchmal mit besonderen Angeboten und Ausstattungen wie Tagungs- und Seminarräumen, einer besonderen Eignung für Familien oder speziellen Kursangeboten.

Insbesondere bei den Jugendherbergen im ländlichen Raum befinden sich ein großes Gelände mit Spielplatz, Sportmöglichkeiten (Bolzplatz, Tischtennis, Volleyballfeld etc.) und meist auch einem Grill- und Lagerfeuerplatz direkt am Haus, durch Kontakte mit örtlichen Vereinen ergeben sich üblicherweise auch Möglichkeiten, kommunale Sporteinrichtungen zu nutzen.

Ein besonderer Schwerpunkt bei Investitionen in die Gebäude wurde in den letzten Jahrzehnten im Bereich der Sanitärausstattung gesetzt, deshalb gibt es inzwischen in den meisten Jugendherbergen auch sehr gut ausgestattete Zimmer mit Dusche und WC.

Pädagogisches Angebot

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Jugendherbergen und kommerziellen Einrichtungen (wie z.B. Hotels, Hostels oder Campingplätzen) liegt in der pädagogischen Ausrichtung von Jugendherbergen als Partner der Jugendarbeit und der Schulen. Neben der mittelbaren Schiene, also dem Verfügbarmachen von Gemeinschaftseinrichtungen und -unterkünften, unterstützen die Jugendherbergen Lehrer und Jugendgruppenleiter auch unmittelbar mit Hilfe von Programmangeboten bei der Einübung sozialen Lernens in der Schulklasse bzw. Gruppe. Ferner gibt es in jeder Jugendherberge ein so genanntes "Leiterzimmer", in dem sich die Gruppenleiter und Lehrer treffen können, um gemeinsam Ideen und Konzepte auszutauschen.

An einigen Standorten werden außerdem fachliche Schwerpunkte der erlebnis- oder freizeitpädagogischen Jugendarbeit gesetzt in Form von einer Profilierung der Jugendherberge, z.B. Umwelt- oder Kulturstudienplätze, Gut-Drauf-Jugendherbergen, Graslöwen-Freizeit- oder -Klassenfahrt-Jugendherbergen. Auf diese Weise werden Jugendherbergen zu Spiel- und Entfaltungsräumen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Unterstützt wird die sozialpädagogische Arbeit der Jugendherbergen vor Ort auch durch Kooperationen mit lokalen Trägern der Jugendhilfe, der freien und verbandlichen Jugendarbeit und der Schulen sowie durch ehrenamtliche Helfer.

Organisation

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Jugendherberge Nürnberg
Bildherkunft

In Deutschland sind über 550 Jugendherbergen im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), einem gemeinnützigen eingetragenen Verein, organisiert und arbeiten nach einheitlichen Qualitätsstandards. Dieser "Hauptverband" ist selbst nicht Eigentümer von Jugendherbergen, sondern sorgt für die ideelle Einheit, führt Zertifizierungsverfahren durch (z.B. für Studienplätze), organisiert den internationalen Austausch mit anderen Jugendherbergsverbänden, schult die Jugendherbergsmitarbeiter in Leitungsfunktionen und übernimmt zentrale Verwaltungsaufgaben für die ebenfalls gemeinnützigen Landesverbände.

Betreiber und meist auch Eigentümer der einzelnen Jugendherbergen sind die 14 Landesverbände des DJH, hinzu kommen eine Reihe freier Träger, oftmals Gemeinden, Städte oder Jugendverbände, die ihre Häuser nach den Bedingungen des DJH als Jugendherberge zur Verfügung stellen. Die Mitgliedschaft im Deutschen Jugendherbergswerk ist in Deutschland Voraussetzung für eine Übernachtung in einer Jugendherberge. Diese ist bei Anreise in einer Jugendherberge aber einfach zu bekommen.

Qualitätssteigerung

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Das Café im modernen Jugendgästehaus Prüm
Bildherkunft

In den letzten Jahren gab es bei der Qualität der Jugendherberge einen enormen Aufstiegs-Trend zu beobachten. Viele Jugendherbergen, vor allem in Großstädten, wurden komplett renoviert oder neu gebaut und zeigen nun einen vorher für Jugendherbergen total unüblichen Komfort und Standard. Besonders in Rheinland-Pfalz und im Saarland entwickelte sich ein Großteil der Häuser in fast hotelartige Unterkünfte. Dieser Trend geht weiter - im Jahr 2006 werden insgesamt 13 komplett modernisierte oder neu gebaute Jugendherbergen ihre Türen öffnen.

Youth Hostels

Youth Hostel ist die englischsprachige Bezeichnung für Jugendherberge. Daher bezeichnet das Wort in englischsprachigen Ländern wie Neuseeland, Australien, Großbritannien oder Südafrika sowohl Herbergen des jeweiligen Jugendherbergsverbandes wie auch private (Jugend-) Herbergen. Heute hat sich der Begriff Hostel als Bezeichnung für Rucksacktouristen-Unterkünfte etabliert, in dem man kein Zimmer, sondern nur ein Bett bucht.

Hostels finden sich hauptsächlich in Metropolen, aber auch viele kleinere, touristisch attraktive Orte wie zum Beispiel Interlaken in der Schweiz oder Brügge in Belgien verfügen über eine ausgezeichnete Hostel-Infrastruktur. Sie richten sich vornehmlich an ein internationales Publikum, und gängige Verkehrssprache ist somit Englisch. Nach den Erfolgen im Ausland finden sie sich auch zunehmend in Deutschland und entwickeln sich als kommerzielle und gewinnorientierte Unternehmen nur an profitablen Standorten zu einer privatwirtschaftlichen Konkurrenz für Jugendherbergen des gemeinnützigen Deutschen Jugendherbergswerks und Hotels im preisgünstigen Marktsegment. Die qualitativ sehr einfache Unterbringung in meist Vier- bis Zehn-Bett-Zimmern (so genannten Dorms = englisch für Schlafsäle) ermöglicht es, günstige Preise auch im Zentrum von Städten und an touristischen Schwerpunkten anzubieten. Hinzu kommt ein Serviceangebot, das unter anderem Gemeinschaftsduschen, Küchen zur Selbstversorgung, Waschmaschinen und Informationen zu individueller Erkundung der jeweiligen Stadt oder Region umfasst und den Geldbeutel schont. Der zur Zeit höchste Standard ist erreicht, wenn es Dusche und Waschbecken auf den Zimmern gibt, wenn jedes Bett über einen lichtdichten Vorhang, einen Punktstrahler und ein Schließfach verfügt, jeder Einzelne im Zimmer über einen eigenen Schlüssel oder Magnetkarte verfügt und wenn Sammelfrühstück, Bettwäsche sowie Bettenmachen zum Service gehören. Auch der Internet-Zugang, im Idealfall als WLAN frei im Zimmer verfügbar, und die 24-Stunden-Rezeption setzen sich zunehmend durch. Mittlerweile haben sich in vielen Städten Deutschlands private Youth Hostels etabliert. Vor allem in Berlin und München können Backpacker unter einer Vielzahl von guten Youth Hostels wählen.

Während das Deutsche Jugendherbergswerk auch jugendliche Gruppenreisende als Zielgruppe sieht und das Ambiente dort eher klassisch ist, setzen die Hostels auf Individualreisende, meist im Alter bis zu 40 Jahren. Überdurchschnittlich ist die Anzahl der Studenten. Gerade amerikanische Studenten nutzen die Zeit vor Eintritt ins Berufsleben häufig zu einer Rundreise durch die europäischen Metropolen. Viele Gäste schätzen die Möglichkeit der Kontaktaufnahme auf den Zimmern und in den Gemeinschaftsräumen mit dem internationalen Publikum, während man in einem Hotel eher abgeschirmt wohnt. Manche Hostels haben sich zu regelrechten Orten für Kontaktaufnahme und Parties entwickelt und bieten auch ein Rahmenprogramm wie beispielsweise Disco oder Livemusik, zu dem bisweilen auch das heimische Publikum Zugang hat. Da in diesen Hostels auch die Nacht laut ist, raten diese dem Ruheliebenden oft von einer Buchung ab. Auch größere Reisegruppen, insbesondere Schulklassen, werden hier eher nicht so gern gesehen oder aber in getrennten Häusern untergebracht.

Es gibt einen Streit zwischen dem Jugendherbergswerk und den privaten Hostelbetreibern. Letzteren fehlt durch den Schutz der Marke „Jugendherberge“ die deutsche Bezeichnung für ein Hostel. Der Streit relativiert sich aber inzwischen durch die unterschiedlichen Zielgruppen und die Verbreitung des Begriffes „Hostel“ auch in Deutschland.

Entstehung

Die Anfänge der modernen "Backpacker Hostels" gehen zurück auf die 60er Jahre mit der Hippie-Bewegung und deren Trips durch die Welt. So entstanden vor allem in Asien und Australien die ersten Herbergen, bewohnt von Aussteigern aus den westlichen Industrienationen gemeinsam mit Extrem-Bergsteigern (Afghanistan, Tibet) und anderen abenteuerorientierten Reisenden. Ihnen folgten bald breitere Ströme von abenteuerlustigen und kulturell interessierten Weltenbummlern.

Mit den Reisenden kam die Idee bald zurück nach Europa. Seit den 1970er Jahren eröffneten die ersten privaten Hostels vor allem in Großbritannien, in Frankreich und den Niederlanden. Nach dem Mauerfall wurde auch Deutschland zunehmend attraktiv. So eröffneten zu Anfang der 1990er Jahre die ersten deutschen Häuser.

Die Marke „Jugendherberge“

Der Schutz des Begriffs „Jugendherberge“ als Wortmarke des Deutsche Jugendherbergswerks (DJH) ist umstritten. Das DJH hat die Marke im Jahr 1998 eintragen lassen und bisher erfolgreich verteidigt.

So hat das Oberlandesgericht München Anfang im April 2005 einem Unterlassungs-Anspruch des DJH gegen einen Münchener Hostelier Recht gegeben. Dieser hatte Werbung im Internet mit dem Wort „Jugendherberge“ betrieben. Die Richter waren der Auffassung, dieses Verhalten sei nach dem Markenrecht sittenwidrig, irreführend und fange Kunden ab (AZ. 29 U 5753/04).

Zur Zeit läuft jedoch die Klage eines privaten Hostel-Betreibers mit dem Ziel, die Marke löschen zu lassen.

Das DJH beruft sich darauf, die Bezeichnung in die deutsche Sprache eingeführt zu haben und den Begriff nur für die eigenen Unterkünfte verwenden zu wollen, die hohen Qualitätsanforderungen entsprechen. Der Kläger ist der Meinung, dass der Begriff ein allgemein beschreibender Teil der deutschen Sprache geworden ist. Insbesondere ergebe die Suche im Wörterbuch für den englischen Begriff „youth hostel“ stets die Übersetzung „Jugendherberge“, so dass private Anbieter benachteiligt seien.

Siehe auch

Camping, Fremdenverkehr, Gastgeberdienst, Pension, Rucksacktourismus

Weblinks

Jugendherbergen in Deutschland und den Nachbarländern

Private Hostels und Billighotels

Zur Marke "Jugendherberge"


Diskussion der Autoren über den Artikel: Jugendherberge


Diesem Artikel fehlt noch einiges: Geschichte der Jugendherbergen, Abgrenzung zwischen den Jugendherbergen des DJH und privaten Hostels, Situation in Österreich und der Schweiz. Vielleicht erbarmt sich ja einer, der mehr darüber weiß als ich :-) --Birger Fricke Birger_Fricke 20:36, 14. Mär 2005 (CET)

Nach einigem Überlegen habe ich nun den Artikel "Hostel" hier eingearbeitet. Meiner Meinung nach bringt es für den Leser mehr, wenn DJH-Herbergen und private Hostels in einem Artikel behandelt werden. Insbesondere, weil "Hostel" in englischsprachigen Ländern auch die Bezeichnung für eine Herberge des örtlichen Jugendherbergswerkes ist. Außerdem habe ich den Text sprachlich überarbeitet und versucht Doppelungen zu entfernen. --Birger Fricke Birger_Fricke 19:01, 17. Mai 2005 (CEST)

Zur Marke "Jugendherberge" siehe auch eine Diskussion unter [LINK]. Heißt das nun, dass der verdammte Artikel wieder fein säuberlich getrennt werden muss? --Birger Fricke Birger_Fricke 21:14, 17. Mai 2005 (CEST)

Hups, gleichzeitig und vollkommen unabhängig ist folgendes bei "Spiegel Online" zum Streit um die Marke "Jugendherberge" aufgetaucht: [LINK] --Birger Fricke Birger_Fricke 21:59, 17. Mai 2005 (CEST)

Quelle für die historischen Zahlen

http://www.museum-leuchtenb...

aus Artikel hierher kopiert -- Lley 23:11, 19. Mai 2005 (CEST)

Jugendherbergen subventioniert?

In Bayern dürfen ältere Alleinreisende allerdings bis heute nicht in Jugendherbergen übernachten -- diese Regelung besteht vermutlich, um privaten Gasthöfen keine subventionierte Konkurrenz zu machen.

Die bayrische Sonderregelung hatte ich mal so in den Artikel eingefügt, nicht aber die Begründung. Ist die tatsächlich stichhaltig? Bzw. sind Jugenherbergen wirklich subventioniert? -- Lley 23:03, 19. Mai 2005 (CEST)

Das Deutsche Jugendherbergswerk und seine Landesverbände sind als gemeinnützig anerkannt und daher weitgehend von Steuern befreit. Wenn man die Steuerbefreiung als einziges Kriterium heranzieht, können sie günstiger sein als normale Gasthöfe. Kritiker könnten dies vermutlich als Subventionierung bezeichnen. Andererseits werden die Jugendherbergen auch speziell ausgestattet, um den besonderen Anforderungen der jugendlichen Gäste zu entsprechen. Die Formulierung sollte also geändert werden, um diesen Sachverhalt neutral und verständlich auszudrücken. Grüße, --Birger Fricke Birger_Fricke 11:53, 20. Mai 2005 (CEST)

Ich denke eine Subventionierung bezeichnet man am neutralsten als Subventionierung; denn das diese mit einem öffentlichen Interesse begründet wird, ist schließlich das mindeste was man als Steuerzahler erwarten kann. Der Term müsste sonst "ungerechtfertigte Subventionierung" lauten.
Im übrigen wird i.d.R. der Neubau von Jugendherbergen bezuschusst (Neueröffnung in Potsdam); und die Gemeinnützigkeit erlaubt die Beschäftigung von Zivilidienstleistenden; es handelt sich also nicht um die Steuerbefreiung allein.--Peter Weissbach

Eine mit der Gemeinnützigkeit verbundene Steuerbefreiung würde ich eigentlich nicht als Subventionierung bezeichnen, Zuschüsse zum Bau von JH natürlich schon. Aber wie dem auch sei, dies „vermutlich“ im Artikel geht sowieso nicht. Ich habe jetzt mal die Begründung des bayerischen Landesverbandes des DJH in den Artikel geschrieben (inhaltlich hat sich da nicht so viel geändert), lediglich die Gemeinnützigkeit herausgelassen. Da das ja für alle anderen Länder genauso gilt, ist das IMO nicht stichhaltig. -- Lley 15:35, 25. Jun 2005 (CEST)

Qualitätsunterschiede

Der Artikel sollte darstellen, dass für Jugendherbergen, die der International Youth Hostel Federation angeschlossen sind und unter Hostelling International firmieren - also beispielsweise die Jugendherbergen des DJH - weltweit bestimmte Qualitätsstandards festgelegt wurden. Bei anderen Herbergen kann man sich da nicht so sicher sein. Leider rutschen mir gerade keine flüssigen Formulierungen aus den Fingern - fühlt sich jemand anders berufen? --Birger Fricke Birger_Fricke 01:24, 21. Mai 2005 (CEST)

Als Betreiber eines Hostel bin ich natürlich versucht zu behaupten, das sehr wohl Qualitätsunterschiede bestehen, und zwar eher zu Gunsten privater Hostels. Ich denke jedoch, das 1.) eine - immer subjektive - Qualitätseinschätzung in der der Objektivität verpflichteten Wikipedia nichts verloren hat, 2.) die weltweiten Qualitätsstandards Fiktion sind (hat sie jemand gesehen?) und 3.) die Denkweise in solchen Standards schlussendlich zu der Annahme führt, das MCDonalds eine qualitative Bereicherung der Esskultur ist.
Es gibt z.B. für die Aufnahme ins Backpackernetwork einen Anforderungskatalog, der regelt aber im wesentlichen die Abgrenzung zu anderen Beherbergungsformen.--Peter Weissbach

Hallo Peter, danke für die Infos. Meines Wissens wird der Qualitätsunterschied zumindest vom DJH behauptet. Und man könnte schreiben, dass dieser Unterschied von privaten Hostelbetreibern bestritten wird :-) (Sowohl die von mir besuchten Jugendherbergen wie auch Hostels waren qualitativ jeweils ok - kritisch würde ich eher einige günstige Absteigen betrachten, die sich sogar "Hotel" nennen.) Eine bessere Abgrenzung zu anderen Beherbergungsformen würde dem Artikel auch nicht schaden - welche Anforderungen stellt denn das Backpackernetwork? --Birger Fricke Birger_Fricke 11:19, 24. Mai 2005 (CEST)

Hallo Birger! sorry das ich erst jetzt dazu komme... nochmal vorab, das backpackernetwork will mit seinen Kriterien nicht definieren, wie ein Hostel sein sollte, das sind mehr unsere privaten Idealvorstellungen die da eingeflossen sind, die aber schon dafür sorgen das unsere Mitglieder für einen bestimmten Hosteltyp stehen. den Fragebogen gibts hier: http://www.backpackernetwor...
die wesentlichen Kriterien, die uns von DJH und Hotel abgrenzen sind momentan:
- privat geführt
- die mitarbeitenden Eigentümer haben das Sagen in der Firma (Schutz vor Finanzinvestoren)
- die Mehrzahl der Betten steht in Mehrbettzimmern zur Verfügung
- es wird hauptsächlich bettenweise, nicht zimmerweise vermietet
- es existiert eine Selbstkocherküche
- maximal 200 Betten
- weniger als 50% Gruppengeschäft
- keine Schließzeiten, keine Altersbeschränkungen, keine Mitgliedschaft nötig

Hinzukommt der Gesamteindruck im Haus - dazu wird es von einem Mitglied besichtigt, und die Mitgliedschaft hat 1 Jahr Probezeit.--Peter Weissbach 14.06.2005

@Peter Weissbach, alias 213.191.38.154: Würdest Du bitte damit aufhören, hier ständig Werbespam hereindrücken zu wollen. --Blaubahn 14:50, 23. Jun 2005 (CEST)

Ich bin seit fast 30 Jahren allein, mit der Familie, mit Jugendgruppen und mit Schulklassen auf der ganzen Welt in Jugendherbergen gewesen. Ich gewinne bei dieser Diskussion und auch bei der Änderungshistorie in Wikipedia fast den Eindruck, als ob Ho(s)tels krampfhaft versuchen, das Jugendherbergswerk zu kopieren und diese Webseite mit Kommetaren und Links voll zu spammen, hinter denen sich immer wieder dieselben drei, vier Ho(s)tel-Betreiber verbergen.
Auch die Qualitätsargumente von Peter Weissbach erschließen sich mir nicht:
- Ich habe die Jugendherbergseltern/-leitungen bei meinen vielen Aufenthalten immer so erlebt, als ob es ihre eigene Jugendherberge wäre, die sie da führen.
- Mehrbettzimmer sind in Jugendherbergen sowieso die Regel, wobei ich nie Zimmer- sondern immer Bettenpreise bezahlen musste.
- Ein gemeinnütziger Verein wie das DJH hat eine Satzung, die auch Finanzinvestoren abschreckt, weil da geregelt ist, wer das Vermögen bekommt, wenn der Verein sich auflöst.
- Wenn ich die Herbergseltern gefragt habe, durfte ich immer in einer sauberen Jugendherbergsküche für meine Kiddies kochen.
- Eigentlich alle Jugendherbergen, in denen ich war, hatten so 100 bis 150 Betten (Ausnahme war New York, die war größer)
- Man muss nur reden mit den Herbergseltern, dann gibts einen Hausschlüssel für die Großen und Schließzeit für die Kleinen ... und für so viel Flexibilität und Freundlichkeit, wie ich in Jugendherbergen erlebt habe, zahle ich gern die 20 Euro Mitgliedsbeitrag für die ganze Familie im Jahr. Schönen Gruß :-) Karin
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Hostels

Folgende Absätze habe ich aus dem Abschnitt Hostels entfernt, da sie mir nicht verständlich genug oder unbelegt erschienen:

Ein Hostel hat im Gegensatz zu Jugendherbergen keine Altersbegrenzung, keine Schließzeiten. In Holland zum Beispiel, verbindet der Verband der Jugendherbergen private als auch staatliche oder kirchliche Organisationen.

Dies ist in Deutschland nicht möglich, da kirchliche und staatliche Organisationen nur mit den Jugendherbergen des gemeinnützigen Deutschen Jugendherbergswerks zusammenarbeiten und sogar in deren Auftrag Jugendherbergen als Aufgabe der kirchlichen und kommunalen Jugendarbeit mitbetreiben (zum Beispiel in Landshut, Straubing, Bamberg oder Frauenau). Profitorientierte kommerzielle Hostels privater Hotelbetreiber erfüllen diese strengen Kriterien, insbesondere im Bereich der Jugendbildung und des Jugendschutzes, nicht.

Auch DJH-Jugendherbergen haben keine generelle Altersbeschränkung, dies müsste man schon ausführlicher darstellen. Und wer mit wem und warum zusammenarbeitet, müsste man verständlich darstellen. Auch die von irgendjemand im Quelltext hinterlassene Frage Warum nicht? sollte dabei beantwortet werden. Grüße, --Birger Fricke Birger_Fricke 02:04, 26. Okt 2005 (CEST)

Ach ja, den Halbsatz über den bewussten Verzicht auf Standards bzw. Klassifizierung habe ich auch rausgeworfen, weil es ja auch gerade unter den privaten Hostels Zusammenschlüsse gibt, die auf gemeinsame Standards achten. Möglicherweise ist jedoch gemeint, dass sich die Hostels keine Sterne verpassen lassen, wie dies bei der Hotels der Fall ist, aber das geht aus dem bisherigen Text nicht hervor und ich habe auch keine Infos dazu. --Birger Fricke Birger_Fricke 02:10, 26. Okt 2005 (CEST)

BackpackersInn

Den neu eingestellten Absatz über das BackpackersInn habe ich gelöscht. Zum einen hörte sich das etwas zu sehr nach Werbetext an, vor allem bezweifle ich es aber auch: Eine Bar in einer Jugendherberge ist aufgrund der Gemeindenützigkeit meiner Meinung nach gar nicht möglich. Außerdem bin ich mal in einer (ehemaligen) Jugendherberge gewesen, die ihren Status als Jugendherberge gerade aberkannt bekommen hatte, gerade weil sie einen Getränkeausschank im Garten betrieb. -- Lley 12:21, 12. Dez 2005 (CET)

Hi Lley! Werbetext....naja gut,ich sehs ja ein, war vielleicht ein wenig sehr dick aufgetragen :-) Das ein Bar in einer Jugendherberge aber nicht möglich ist, stimmt sicher nicht. Weiss ja nett wo du da mal warst, ein Schankbetrieb im Garten, muss ja auch nett sein. Die BackpackersInn, welche sich in vielen JH's heute finden (was Fakt ist, keine Werbung!), sind A keine Schankbetriebe in dem Sinne, sondern nur für Gäste des Hauses zugänglich, somit als Angebot wie ein Süßigkeitenautomat zu werten und B aufgrund der geringen Preise sehr wohl mit der Idee der Gemeinnützigkeit zu vereinbaren und nicht als Einnahmequelle zu sehen. -- Latriene 16:11, 12. Dez 2005 (CEST)

Nicht öffentlich zugänglich ist natürlich ein Argument ... Ich bin aber nach wie vor skeptisch. Zum einen, weil ich schon in verschiedenen Jugendherbergen gewesen bin, so etwas aber noch nicht gesehen habe, zum anderen, weil BackpackersInn in meinen Ohren mehr nach der Konkurrenz (private Hostels - siehe Artikel) klingt. Wenn du dir so sicher bist, dass es das in vielen JHs gibt, nenne doch einfach mal ein paar (oder gib einen anderen Beleg). -- Lley 17:25, 12. Dez 2005 (CET)

Ich kann mir gerne die Mühe machen und noch n paar JH rausfinden, wo es dieses Angebot gibt. Sicher gibt es ein solches Angebot in der JH Hannover. Das kann ich dir so genau sagen, da ich dort Zivildienst abgeleistet habe. Kann dir bei Gelegenheit aber auch gerne noch weitere nennen! -- Latriene 15:10 , 20. Dez 2005 (CEST)

Hostels

Ich wollte nur kurz schreiben, dass das erste Hostel 1994 in Berlin aufgemacht hat. Das war mein Chef. Aber ich will hier auch keine Werbung machen. Und vielleicht sollte man mal erwähnen, dass inzwischen allein in Berlin über 30 Hostels existieren mit ca. 10.000 Betten. Ich weiß nicht, wie viel es insgesamt in Deutschland sind, doch fast jede Woche hört man von einer neuen Eröffnung.

Geschlossene Jugendherbergen (DJH)

Mich würde es mal interessieren, welche JH des deutschen Jugendherbergsverband aus welchen Gründen aus immer geschlossen wurden. Hat jemand Infos und Quellen? Lg

Das wäre eine unendlich lange Reihe. Vor alllem im Osten wurden nach 1990 viele kleine Jugendherbergen dicht gemacht, weil kaum noch staatliche Zuschüsse flossen. Auskunft darüber müsste der jeweilige DJH-Landesverband geben können. --Hejkal Hejkal 22:37, 26. Sep 2006 (CEST)

Allerdings wären Infos und kleine Texte von Seiten unbeteiligter Personen hilfreicher, da LV meist nur kurze, eintönige Statements geben. Lg gw.



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Jugendherberge und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).