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Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim

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Der Artikel Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim gehört zur Kategorie: Justizvollzugsanstalt (Deutschland), Bauwerk in Stuttgart, RAF
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Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim
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Die Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim ist ein weit über die Grenzen der Stadt Stuttgart hinaus bekanntes Gefängnis. Die Anstalt liegt im Stuttgarter Stadtteil Stammheim, dem nördlichsten Stadtbezirk der Landeshauptstadt.

Die Justizvollzugsanstalt Stuttgart ist sachlich und örtlich zuständig für Männer im geschlossenen Vollzug mit Freiheitsstrafen bis zu 1 Jahr und 3 Monaten, Freiheitsstrafen von mehr als 1 Jahr und 3 Monaten, Untersuchungshaft und Strafarrest. 2005 saßen rund 950 Häftlinge in der Stuttgarter JVA ein. Im Jahr 2005/06 wurde das Gefängnis durch einen Neubau erweitert. Die JVA Stuttgart ist eine von insgesamt 18 Justizvollzugsanstalten mit 26 Außenstellen in Baden-Württemberg.

Geschichte

Die Justizvollzugsanstalt wurde 1959 bis 1963 nach den damals modernsten Erkenntnissen der Sicherheit erbaut und 1964 in Betrieb genommen. 2005 wurde ein weiteres Hafthaus in Fertigbauweise angegliedert, das Platz für 120 Inhaftierte bietet. Zukünftig ist die Verlegung des nahe gelegenen Vollzugskrankenhauses Hohenasperg hierher geplant.

Die JVA im Rahmen der RAF-Prozesse

Eigens für die Prozesse gegen Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) wurde 1975 neben dem Gelände der Haftanstalt eine gepanzerte Mehrzweckhalle erbaut. Aus Furcht vor etwaigen Befreiungsversuchen mit Hubschraubern wurde diese Halle – ebenso wie der Hofgang – großflächig mit Stahlnetzen überspannt. Die Baukosten für die Erweiterung betrugen zwölf Mio. DM (6,14 Mio €).

Nachdem sich Ulrike Meinhof bereits am 9. Mai 1976 erhängt hatte, töteten sich im deutschen Herbst am 18. Oktober 1977 drei weitere Mitglieder der RAF im Hochsicherheitstrakt: Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Kritiker zweifeln am Suizid und vermuten Mord bzw. Totschlag als Todesursache. Sie führen an, dass in einer Strafanstalt Gefangene – insbesondere solche, die einen Status wie die Mitglieder der RAF hatten – kaum unbemerkt über Schusswaffen hätten verfügen können. Darüberhinaus sind die Untersuchungen der Todesumstände von Widersprüchen und Justizfehlern überschattet gewesen. Das vierte inhaftierte Mitglied der Gruppe, Irmgard Möller, überlebte eine Stichverletzung in die Brust, mit der sie in ihrer Zelle aufgefunden wurde. Sie bestreitet bis heute die offizielle Version eines kollektiven Suizids.

Mittlerweile haben Aussagen von RAF-Aussteigern diese Zweifel ausgeräumt. Die RAF-Mitglieder Brigitte Mohnhaupt und Susanne Albrecht stellten gegenüber anderen RAF-Mitgliedern (der 2.Generation) die Mord-Version in Abrede mit der Begründung, die Stammheimer Gefangenen seien bis zuletzt selbstbestimmt gewesen und hätten mit ihrem Selbstmord die RAF zur „Fortsetzung des Kampfes“ veranlassen wollen. Auch die Schilderungen des Vollzugsbeamten Horst Bubeck lassen die Selbstmord-Version wahrscheinlicher erscheinen.

Während der RAF-Inhaftierungen stand die JVA unter dem Vorwurf der Isolationshaft. Die Aussagen von Bubeck sowie die mit einer geschmuggelten Kamera gegenseitig aufgenommen Fotos der Gefangenen wurden von offizieller Seite genutzt, die Behauptungen von verschärften Haftbedingungen und Isolationsfolter zu relativieren.

Video/Fernsehen

Literatur

  • Tatjana Botzat, Elisabeth Kiderlen und Frank Wolff: Ein deutscher Herbst. Zustände 1977. ISBN 3801503151
  • Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex. Hamburg Hoffmann und Campe 1987 ISBN 3-455-08253-X
  • Kurt Oesterle: Stammheim, München 2005, ISBN 3453620070. Bericht des in Stammheim eingesetzten Justizvollzugsbeamten Horst Bubeck über die RAF-Häftlinge
  • Wir waren so unheimlich konsequent..., Ein Gespräch zur Geschichte der RAF mit Stefan Wisniewski, ID Verlag, Berlin, ISBN 3-89408-074-4

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim


Interessant bleibt für mich, daß „Der Stern”, wer macht sich die Mühe, den Schiefzackigen ein wenig symmetrischer zu rücken?, klar zum Ausdruck brachte, daß in der fraglichen Nacht - wegen Reparatur-Arbeiten -, wie es heißt, die Stammheimer Alarmanlage der Außenhautsicherung abgeschaltet war sowie ein eigenes Treppenhaus an der Außenwand, an den inneren Wächtern vorbei, Zutritt für die berechtigten Schlüsselträger bot, unbemerkt jederzeit zu Verhören oder anderen Tätigkeiten das Gebäude im Obergeschoss zu betreten. Wo natürlich eben die fraglichen Personen untergebracht waren. Daß diese ablebten, und eine zu genaue Untersuchung oder gegenteilige Vermutungen nicht statthaft waren, nun, das ist Geschichte. Daß es eine Operation im Verbund war, einerseits Mogadischu, gleichzeitig der Stammheim-Zugang, darf auch nicht frei diskutiert werden. Aus RAF-Papieren, die dazu bekannt wurden, wenn man sich persönlich intensiv darum kümmerte, wird allerdings klar, wie das alles gefingert worden ist. Helmut Schmidt sprach einmal von der „Raison d'Etat”, also der Staatsräson, der sich vieles unterzuordnen habe. Inzwischen hat er selber erkennen müssen, auch nur ein nützlicher I, eh, Knecht im Getriebe der ganz Mächtigen gewesen zu sein. Seine Hobbies halten ihn nur noch am Leben. --84.44.137.233 22:50, 24. Jan 2006 (CET)

Ah, so so... Douglasdakota 18:08, 24. Jun 2006 (CEST)

Warum landen eigentlich alle Terrorverdächtigen in Deutschland, wie jetzt die vermeintlichen Kofferbomber in Stammheim? Ist Stammheim das nächste Hochsicherheitsgefängnis von Karlsruhe oder gibt es andere Gründe?


Der "Kofferbomber" sitzt in Berlin Moabit ein.

Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).