Toplinks zu diesem Thema:
Vergleich, Moratorium, Russisch, Sprache, Anlage, Autor, Elite, Gruppen, Homepage, Private homepage, Rolle, Venture
Der Artikel Kirgisistan gehört zur Kategorie: Staat, Kirgisistan, Zentralasien
Kirgisistan (kirgisisch Кыргызстан/Kyrgysstan, in der neuen kirgisischen Lateinschrift Kırgızstan) ist ein Land in Zentralasien.
Es grenzt im Norden an Kasachstan, im Südosten an China, im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan. Die Hauptstadt ist Bischkek.
Landesname
Im allgemeinen Sprachgebrauch und in den Medien Deutschlands herrscht eine gewisse Unklarheit über den genauen Landesnamen. Die laut Auswärtigem Amt offizielle deutschsprachige Landesbezeichnung lautet Kirgisistan. Ebenfalls verbreitet sind der Name Kirgistan sowie die zu Sowjetzeiten gängige Bezeichnung Kirgisien. Die Bezeichnungen Kirgisistan und Kirgistan auf der einen, sowie Kirgisien auf der anderen Seite, enthalten jeweils unterschiedliche politische Untertöne. Der Name Kirgisien stellt eine Eindeutschung der russischen Bezeichnung Киргизия/Kirgisija dar, die während der Zarenzeit und in der Sowjetunion galt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion versuchten die Kirgisen, ihre nationale Identität durch die Rückbesinnung auf ihre turksprachige Kultur zu stärken und wählten als Landesnamen Кыргызстан/Kyrgysstan. Dieser Name mit der ursprünglich persischen Endung für Region oder Land „-stan“ unterstreicht die kulturelle Beziehung zu anderen turksprachigen Ländern wie Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan. Umstritten ist hier, ob die korrekte Übertragung dieser Bezeichnung ins Deutsche Kirgisistan oder Kirgistan lautet. Kirgistan ist jedoch strenggenommen nicht korrekt, da diese Bezeichnung den Namen des Volkes verkürzt (das „i“ stellt den Genitiv dar) und übersetzt „Land der Kirgen“ bedeuten würde. Der einzige amtliche deutsche Name des Landes, den das Auswärtige Amt verwendet, lautet daher Kirgisistan (=„Land der Kirgisen“).
Geographie
Kirgisistan liegt im Hochgebirge Tienschan; die höchsten Erhebungen erreichen 7.439 m (Dschengisch Tschokusu) und 7.134 m. Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem im Tschüital im Norden und dem Ferghanatal im Süden sowie in geringerem Maße in Bergtälern wie dem um den großen See Yssykköl (kirgis. Ысыккөл). Den südlichen Abschluss des Landes bildet die Gebirgskette des Alai. Zu den bedeutendsten Flüssen des Landes gehören der Naryn, der Tschüi und der Talas.Bis in eine Höhe von 1.500 m besteht das Land aus Steppe, die allerdings durch weitläufige Bewässerungssysteme urbar gemacht worden ist. Ab 1.500 m herrschen alpine Wiesen und Weiden vor, die bis an die Schneefelder und Gletscher heranreichen. Die Wälder befinden sich in Höhenlagen von 1500 bis 4000 m ü. NN und beherbergen etwa 120 Baum- und Straucharten. Mit nur 4 % Waldfläche ist Kirgisistan eins der waldärmsten Länder Asiens, beherbergt aber die größten Walnusswälder der Welt. In den Wäldern leben Reh, Bär, Marder, Wildschwein und Luchs. In den Hochlagen gibt es die höchst seltenen Schneeleoparden und Marco-Polo-Schafe sowie Adler und Falken. Murmeltiere sind in den Hochwiesen weit verbreitet, und seit dem Zusammenbruch der sowjetischen Massenweidetierhaltung dringen Wölfe wieder in wachsender Zahl in die Weidegegenden ein.
Klima
![]() |
|
Satellitenbild von Kirgisistan Bildherkunft |
Das Klima Kirgisistans ist von trockenen und kontinentalen heißen Sommern und von kalten Wintern geprägt. Täglich kommt es zu erheblichen Temperaturschwankungen.
Bevölkerung
Die Kirgisen (64,9 % der Bevölkerung) sind ein Turkvolk und bekennen sich überwiegend zum sunnitischen Islam. Außerdem leben Usbeken (13,8 %), Russen (12,5 %), Dunganen (chinesische Muslime, 1,1 %), Uiguren (1,0 %), Ukrainer (1,0 %), Tadschiken (0,9 %), Tataren (0,9 %), Kasachen (0,9 %) und Angehörige weiterer Ethnien, wie etwa 57.000 Mescheten, im Lande. Anfang der 1990er Jahre lebten noch ca. 100.000 Deutsche (>Kirgisistandeutsche) (meist Baptisten oder Mennoniten) dort; sie sind inzwischen mehrheitlich nach Deutschland ausgewandert, aber es gibt noch kleine deutsche Gemeinden in Dörfern wie Luxemburg und Bergtal. 1999 gab es dennoch noch etwa 20.000 Deutsche (0,4 %) in Kirgisistan.
Siehe auch: Liste der Städte in Kirgisistan
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kirgisistans
Das Gebiet des heutigen Kirgisistan wurde im 8. Jahrhundert von turkstämmigen Kirgisen bevölkert. Den nächsten Eckpunkt der Geschichte markiert das Jahr 1219, als das Land von Dschingis Khan erobert wurde. Mit dem Zerfall der Mongolenreiche im 14. Jh. bildeten sich in der Region das Khanat Mongolistan, später zum Reich Kaschgarien gehörend. Das Gebiet blieb mongolisch, bis es im 18. Jahrhundert von den Chinesen unterworfen wurde. Ein gutes Jahrhundert später, zwischen 1865 und 1875, eroberte Russland schrittweise das Land und gliederte es ins Zarenreich ein. 1917 gab die Alasch-Orda-Bewegung ein kurzes Gastspiel in Kirgisistan, das allerdings 1919 wieder zu Ende ging. Nach 1919 wurde das Land schrittweise in die Sowjetunion eingegliedert (als Kirgisische SSR) und errang erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 seine Unabhängigkeit.
Das Parlament wählte Askar Akajew zum neuen Staatspräsidenten und gab sich 1993 eine Verfassung. Bei den Wahlen 1995 und 2000 wurde er in seinem Amt bestätigt. Seit Ende der 90er Jahre zeichnete sich ein zunehmend autoritärer Regierungsstil Akajews ab.
Nach den Parlamentswahlen 2005, die nach Angaben von OSZE-Beobachtern nicht demokratischen Standards entsprachen, kam es zu Unruhen, die zur so genannten Tulpenrevolution führten. Präsident Akajew und seine Regierung traten unter dem Druck der Demonstrationen am 23. März 2005 zurück. Oppositionsführer Kurmanbek Bakijew wurde zum Übergangspräsidenten bestimmt und bei den Präsidentschaftswahlen am 10. Juli im Amt bestätigt. Sein Partner Felix Kulow wurde Regierungschef.
Politik
![]() |
|
Zentralasien am Ende des 19. Jahrhunderts Bildherkunft |
Die Verfassung von 1993 ist an westlichen Vorbildern orientiert und sieht ein gewaltenteilendes Regierungssystem mit einer starken Stellung des Staatspräsidenten sowie eine weite Palette an Grundrechten vor. Durch Referenden zur Verfassungsänderung im Februar 1996 und Oktober 1998 wurde die ohnehin starke Stellung des Präsidenten zu Lasten des Parlaments weiter ausgebaut und der Trend zur autoritären Präsidialdemokratie bestätigt. Ein erneutes Verfassungsreferendum im Februar 2003 änderte daran wenig. Der Präsident konnte das Parlament auflösen, er bestimmte den Regierungschef, die Minister, Richter und Gouverneure der Oblaste. Die Exekutive besteht aus dem Regierungskabinett, den Ministerien und staatlichen Komitees, den Oblasten (Verwaltungsbezirken) und der lokalen Administration.
Nach dem Wahlgesetz hat jeder kirgisische Staatsbürger ungeachtet seiner Herkunft, Rasse, Geschlecht, Ethnie, religiösen oder politischen Überzeugungen ab 18 Jahren das Recht zu wählen und kann ab 25 Jahren selbst gewählt werden. Als erstes Land in Zentralasien hat Kirgisistan im Dezember 2001 Wahlen auf Ebene der Lokalverwaltungen abgehalten. Seit 2003 unterstützt die Weltbank die ländlichen Gemeinden bei der Erstellung und Durchführung ihrer eigenen örtlichen Investitionspläne, und ein deutsches Projekt, von der KfW finanziert, wird sich voraussichtlich 2005 ebenfalls an dieser Aufgabe beteiligen.
Bis März 2005 bestand das Parlament (Dschogorku Kenesch) aus zwei Kammern mit insgesamt 105 Sitzen, der ständig tagenden Gesetzgebenden Kammer (60 Sitze) und der Volkskammer (45 Sitze). Die Verfassungsänderung vom Februar 2003 führte dann ein Einkammersystem mit 75 Abgeordneten ein, was mit der Parlamentswahl von 2005 wirksam wurde.
Im Februar 1995 wurde erstmals in der kirgisischen Geschichte in demokratischen Wahlen ein Parlament gewählt. Die regierungsnahen Parteien erhielten damals rund 55 % der Stimmen. In den zweiten, von Wahlmanipulationen überschatteten Parlamentswahlen im Februar/März 2000, wurden 15 der 105 Sitze beider Kammern nach Parteilisten vergeben. Stärkste Partei wurde die oppositionelle Kommunistische Partei mit 27,7 % der Stimmen. Auf die vier regierungsnahen Parteien "Union Demokratischer Kräfte", "Demokratische Frauenpartei", die "Partei der Afghanistan-Veteranen" sowie die Partei "Mein Land" entfielen zusammen rund 40 %. Die übrigen fünf zur Wahl zugelassenen Parteien scheiterten an der 5%-Klausel. Es gibt in Kirgisistan mehr als 30 registrierte politische Parteien, deren Status durch das "Gesetz über politische Parteien" geregelt ist. Davon sind ca. neun Parteien der Opposition zuzuordnen. Genaue Abgrenzungen der Oppositionsparteien von Regierungsparteien und der Regierung nahestehenden Parteien sind nur in wenigen Fällen eindeutig möglich, da sich politische Bündnisse und Allianzen schnell ändern.
Der erste Präsident Askar Akajew wurde 1990 vom kirgisischen Obersten Sowjet in das Amt des Staatspräsidenten gewählt und im Dezember 1995 in den ersten freien Wahlen mit 70 % der Stimmen wiedergewählt. Obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten vorsah, entschied das Verfassungsgericht im Sommer 1998, dass der Präsident sich im Jahr 2000 erneut zur Wahl stellen konnte, da bei seiner ersten Wahl die erst 1993 in Kraft getretene Verfassung noch nicht galt.
![]() |
|
Kirgisische Bauern in der Nähe des Issyk Köl Bildherkunft |
Das in den ersten Jahren der Unabhängigkeit als "Insel der Demokratie" bekannte Land sah sich seitdem mit zunehmender internationaler Kritik im Menschenrechtsbereich konfrontiert. Sowohl die Parlamentswahlen im Februar/März 2000 wie auch die Präsidentschaftswahl am 29. Oktober 2000 wurden von der OSZE, die Beobachtermissionen entsandt hatte, als nicht den Kriterien der OSZE entsprechend kritisiert. Die Verurteilung des ehemaligen Vizepräsidenten, Sicherheitsministers und Bischkeker Bürgermeisters, Felix Kulow, im März 2001 wegen Amts- und Machtmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis, die Verhaftung des Parlamentariers Asimbek Beknasarow im Januar 2002, ebenfalls wegen Machtmissbrauchs, und der Tod von fünf Demonstranten durch Polizeischüsse in der Stadt Aksy im März 2002 löste im In- und Ausland Proteste aus. Zwar herrschte im Land insgesamt noch immer ein im Vergleich zu anderen zentralasiatischen Staaten eher liberales Klima mit einer aktiven und starken Zivilgesellschaft, aber positive Reformschritte wie Ansätze zu Reformen im Justizwesen und der Gefängnisverwaltung, Einführung von Wahlen auf Ebene der Lokaladministration u. a. waren begleitet von anhaltenden Einschüchterungsversuchen gegenüber unabhängigen Stimmen aus Presse und Opposition.
Bei weitgehender Gewährleistung der Religionsfreiheit ging die Regierung besonders nach dem Einbruch von Freischärlern im Südwesten des Landes in den Jahren 1999 und 2000 und infolge der Ereignisse vom 11. September 2001 konsequent gegen fundamentalistisch-islamische Gruppen vor, die sie als eine Gefahr für die säkulare Struktur und Stabilität des Landes betrachtete.
![]() |
|
Kirgisische Hochweide mit dem Tien Shan Gebirge im Hintergrund Bildherkunft |
Kirgisistan ist den wichtigsten Menschenrechtsabkommen beigetreten und hat sich dem OSZE-Wertekanon unterworfen. Die kirgisische Verfassung garantiert eine weite Palette von Grundrechten, deren Durchsetzbarkeit aber selten von den Bürgern getestet wird. Es gibt weder eine rechtsstaatliche Tradition noch eine unabhängige Justiz. Aus Anlass des 50. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte verkündete Präsident Akajew am 5. Dezember 1998 ein zweijähriges Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe (von 1996 bis 1998 wurden 82 Todesurteile vollstreckt). Das Moratorium wurde seitdem alljährlich erneuert und ist weiterhin gültig. Ende 2002 trat der erste Ombudsman des Landes seinen Dienst an.
- Mitgliedschaften: Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), Shanghai Cooperation Organisation (SCO), Collective Security Treaty Organization (CSTO), Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft (EURASEC), Economic Cooperation Organization (ECO), Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und Zentralasien-Gipfel der Türkischen Republiken (OATCT).
- Nationalfeiertag: 31. August
Machtwechsel 2005
Im Februar und März 2005 fanden in zwei Runden Wahlen zum kirgisischen Parlament statt, zu denen die OSZE, GUS und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) Wahlbeobachter entsandten. Präsident Askar Akajew warf der Opposition im Vorfeld der Wahlen vor, sich "Technologien der samtenen Revolution" zu bedienen. Seine Aussage bezog sich auf die kurz vorher stattgefundenen Ereignisse in Georgien und der Ukraine, bei denen die jeweiligen Demokratie-Bewegungen dieser Länder einen Machtwechsel herbeiführen konnten. Aufgrund der durch internationale Beobachter gestützten Vermutung, Akajew habe die Abstimmung zu seinen Gunsten manipuliert, kam es ab Mitte März 2005 zu teilweise gewalttätigen Protestdemonstrationen, vor allem im wirtschaftlich rückständigen Süden des Landes. Am 24. März 2005 wurde die Regierung gestürzt. Eine Menschenmenge stürmte den Regierungssitz in Bischkek. Der Präsident floh nach Kasachstan und von dort nach Moskau.
Die neuen Machthaber, eine lose Zweckkoalition aus Akajewgegnern ohne eindeutige Führung und klares Programm, erkannten zuerst das noch bestehende alte Parlament an und kündeten Neuwahlen für den Herbst 2005 an. Am Abend des 24. März 2005 wurde Ischenbai Kadyrbekow vom Oberhaus des alten Parlaments zum Übergangspräsidenten gewählt, dann aber nicht vom Unterhaus bestätigt. Am Morgen des 25. März 2005 teilte der frühere Premierminister Kurmanbek Bakijew mit, er sei zum amtierenden Staats- und Regierungschef gewählt worden. Innerhalb der folgenden Tage wurde dann das neue Parlament doch anerkannt, und beide Häuser des alten lösten sich auf. Felix Kulow, erst am 24. März aus der Haft befreit und zum Sicherheitskoordinator ernannt, trat bereits fünf Tage später von diesem Posten zurück und kündigte seine Kandidatur bei den nächsten Präsidentschaftswahlen an.
Am 3. April erklärte Askar Akajew im russischen Fernsehen seinen Rücktritt als Präsident, und am 4. April unterschrieb er in der kirgisischen Botschaft in Moskau die entsprechende Erklärung. Danach befasste sich das kirgisische Parlament mehrfach mit dieser Angelegenheit, akzeptierte den Rücktritt aber erst am 11. April, nachdem es erst eine Reihe der mannigfachen Privilegien (Immunität, finanzielle und wirtschaftliche Vergünstigungen, Grundbesitz usw.) annulliert hatte, die dem ehemaligen Präsidenten und seiner Familie in den letzten Jahren zugeschanzt worden waren.
Neue Präsidentschaftswahlen fanden am 10. Juli 2005 statt. Übergangspräsident Kurmanbek Bakijew gewann diese mit sehr großem Vorsprung und ernannte nach seinem Amtsantritt Felix Kulow zum Ministerpräsidenten.
Siehe auch: Parlamentswahlen in Kirgisistan 2005
Verwaltungsgliederung
![]() |
|
Verwaltungsgliederung Kirgisistans Bildherkunft |
Kirgisistan ist in 7 Gebiete (kirgis. область/oblast, pl. областтар/oblasttar) und den zu keinem Gebiet gehörenden Hauptstadtdistrikt (шаар/schaar, dt. Stadt) Bischkek gegliedert. Die Gebiete untergliedern sich wiederum in 40 Landkreise (район/rajon, pl. райондор/rajondor). Die Stadt Bischkek ist in 4 Kreise untergliedert. Die Landkreise wiederum untergliedern sich in insgesamt 473 ländliche Lokalverwaltungen (айыл өкмөтү/ajyl ökmötü, dt. Dorfregierung) und 22 Städte.
| Oblast | kirgisische Bezeichnung | Nr. auf der Karte | Verwaltungssitz |
| Gebiet Batken | Баткен областы | (2) | Batken |
| Gebiet Tschüi | Чүй областы | (3) | Tokmok |
| Gebiet Dschalalabat | Жалалабат областы | (4) | Dschalalabat |
| Gebiet Naryn | Нарын областы | (5) | Naryn |
| Gebiet Osch | Ош областы | (6) | Osch |
| Gebiet Talas | Талас областы | (7) | Talas |
| Gebiet Yssykköl | Ысыккөл областы | (8) | Karakol |
| Stadt Bischkek | (1) |
Infrastruktur
Hochgebirge trennen den Norden und den Süden Kirgisistans. Die Verkehrsverbindungen sind grundsätzlich mangelhaft, abgesehen von der Gegend um Bischkek. Eine ganzjährlich benutzbare Straßenverbindung von Bischkek in den Süden besteht erst seit 2003. In den Bezirken Osch, Batken und Dschalalabat sind die Hauptdurchgangsstraßen durch häufige Grenzübergänge durch usbekisches und tadschikisches Gebiet behindert, da der Straßenbau während der Sowjetzeit ohne Berücksichtigung administrativer Grenzen ausgeführt wurde. Es gibt tägliche Flugverbindung von Bischkek nach Osch und mehrfach wöchentlich auch von Bischkek nach Dschalalabat. Es gibt zwei Straßenverbindungen nach China, die aber im Winter häufig durch schwere Schneefälle und Lawinen blockiert sind.
Das minimale Schienennetz, im Grunde lediglich letzte Ausläufer des ehemaligen sowjetischen Eisenbahnnetzes und heute durch die Grenzen mit Kasachstan und Usbekistan durchschnitten, hat eine Länge von nur 370 km und spielt kaum eine Rolle im inländischen Verkehr. Allerdings bestehen fahrplanmäßige Personen- und Frachtverbindungen bis nach Moskau.
Auf dem See Yssykköl besteht geringer Schiffsverkehr.
Wirtschaft
Das 1991 unabhängig gewordene Land übernahm eine vollkommen auf den Markt der Sowjetunion ausgerichtete Wirtschaftsstruktur. Die Restrukturierung derselben und die Privatisierung der Betriebe wurden zwar in Angriff genommen, auch mit Hilfe internationaler Organisationen wie des IWF und der Weltbank, gerieten aber immer wieder aufgrund Korruption, politischer Opposition und mangelndem Investoreninteresses ins Stocken. Dennoch bekam die Regierung ein ökonomisches Grundproblem postsowjetischer Staaten, hohe öffentliche Ausgaben bei gleichzeitigem Einbruch der Staatseinnahmen, relativ gut in den Griff. Das Haushaltsdefizit nahm im Laufe der 1990er stetig ab, sodass 2001 sogar ein kleiner Überschuss vermeldet werden konnte. Dennoch bleibt die Haushaltsplanung problematisch. Naturkatastrophen in den darauffolgenden Jahren erhöhten die öffentlichen Ausgaben und sorgen für ein Haushaltsdefizit 2002 und 2003. Ein großer Schwarzmarkt (geschätzte 40-50 % des BIP), korrupte und inkonsequente Steuereintreibung und niedrige Steuersätze sorgen für sehr beschränkte Haushaltsmittel; Maßnahmen wie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 20 % im Jahre 2004 wurden ergriffen.
Mit 35 % des BIP ist die Landwirtschaft die Basis kirgisischer Wirtschaft. 75 % des Ackerlandes wurden an die ländliche Bevölkerung verteilt, der Rest wurde den ländlichen Gemeindeverwaltungen unterstellt, damit sie durch Pachteinnahmen eine eigene Finanzquelle haben. 85 % der landwirtschaftlichen Produktion stammen mittlerweile aus Privatbetrieben. In der kirgisischen Landwirtschaft sind nach dem starken Rückgang im Zuge des Zusammenbruchs der UdSSR seit einigen Jahren wieder Zuwächse zu verzeichnen, und die Gesamtproduktion liegt heute deutlich über der der letzten Sowjetjahre. Angebaut werden in den Tälern vorwiegend Weizen, Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse, im Süden außerdem Tabak und Baumwolle. Problematisch für die Landwirtschaft sind das unbeständige Wetter, zahlreiche Naturkatastrophen und die Knappheit von Düngemitteln, Maschinen und Treibstoff.
Mit über 35 % trägt der Dienstleistungssektor seit einiger Zeit mehr zum BIP bei als die dominierende Landwirtschaft. Die Liberalisierung der kirgisischen Wirtschaft führte zum Erstehen unzähliger Familienbetriebe im Einzelhandels- und Nahrungsmittelgewerbe.
Die landschaftliche Schönheit Kirgisistans birgt ein gewisses touristisches Potenzial, das zur Realisierung aber eine entsprechende, noch nicht vorhandene Infrastruktur voraussetzt. So beschränkt sich der Fremdenverkehr bisher größtenteils auf die jährlich etwa 400.000 Besucher aus den ehemaligen Sowjetrepubliken und auf junge Abenteuertouristen.
Weitere 15 % des BIP bildet die Industrie, vorrangig die Gewinnung von Gold und in geringerem Ausmaß Antimon aus Minen in den abgelegenen Bergregionen des Landes. Die staatseigene Gesellschaft Kyrgysaltyn überwacht die Tätigkeiten aller Minen. Es wird mit der Erschöpfung der betriebenen Minen im Jahre 2009 gerechnet; es gibt nur wenig Fortschritt im Entdecken und Erschließen neuer Vorkommen.
Die zum größten Teil ebenfalls staatlich kontrollierte Förderung von Gas, Öl und Kohle ist im Vergleich zu den anderen zentralasiatischen Republiken marginal. Das ohnehin beschränkte Potenzial kann aufgrund mangelnder und mangelhafter Anlagen nicht optimal genutzt werden.
Kirgisistan besitzt Uranvorkommen; eine Anlage zur Herstellung von angereichertem Uran ist in Planung. Diese soll von einem russisch-kasachisch-kirgisischem Joint Venture erstellt und betrieben werden; die Gelder kommen zum Großteil aus Russland. Ein erhebliches Problem, das dringend gelöst werden muss, sind die vielen ungesicherten nuklearen Abfalllager aus sowjetischer Zeit; die Weltbank hat 2004 mit einem ersten Projekt diese Problematik in Angriff genommen.
Mit Ausnahme der Textil- und Nahrungsmittelindustrie können andere Industriebranchen kein oder kaum Wachstum seit den frühen 1990er Jahren nachweisen; sogar im Vergleich zu den anderen GUS-Staaten war der Rückgang der Industrieproduktion um 70 % sehr dramatisch. Kaum Investitionen und Umstrukturierungen lassen darauf schließen, dass es in näherer Zukunft keine Basis für eine grundlegende Erholung der kirgisischen Industrie geben wird.
Eine strenge Währungspolitik konnte die Inflation von über 700 % (1993) und 200 % (1994) auf Werte um 4 % im Jahre 2006 drücken.
Regionale Disparitäten
Während zu Sowjetzeiten im Norden moderne urbane Zentren gegründet wurden, blieb der Süden mit seiner großen usbekischen Minderheit ländlicher geprägt. Ethnische Konflikte im Süden sowie eine Unterrepräsentanz des Südens in der kirgisischen Politik bergen weiter ein Spannungspotenzial. Diesem wird mit präsidentaler Kontrolle über die Provinzgouverneure einerseits sowie Investitionsprogrammen für den Süden andererseits zu begegnen versucht.
Wirtschaftliche Außenbeziehungen
Als erster GUS-Staat wurde Kirgisistan 1998 Mitglied der WTO. Geschichte und isolierte Lage des Landes binden es aber weiterhin eng an die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Auslandsverschuldung beläuft sich auf 1 Mrd. Euro (das entspricht 85 % des BIP) und ist vor allem auf schlecht geplante und durchgeführte Investitionsprogramme zurückzuführen, die mit ausländischen (insbesondere türkischen und russischen) Krediten in den ersten Jahren der Unabhängigkeit finanziert wurden. Ziel der Regierung war es daher, ausländische Direktinvestitionen ins Land zu bekommen sowie den Exportsektor jenseits des traditionellen Goldexports auszubauen. Dieser sorgt für 40 % der Exporteinnahmen und sogar für über zwei Drittel der Einnahmen aus Exporten in Nicht-GUS-Staaten. Importiert wird immer noch hauptsächlich aus den GUS, vor allem Kasachstan bildet sich als Haupthandelspartner in der Region heraus, zuungunsten des anderen Nachbarn Usbekistan, mit dem es wiederholt zu Grenzstreitigkeiten gekommen ist.
Kultur
Einen zentralen Platz in der kirgisischen Kultur nehmen Pferdezucht und Jurte ein. Der Stellenwert der Jurte lässt sich leicht an der Tatsache ablesen, dass die Nationalflagge das Gestänge einer Jurte um die obere Rauchabzugsöffnung darstellt. Die Strahlen im Kreis sollen übrigens die verschiedenen kirgisischen Stämme darstellen, die sich unter Manas vereinigt haben.
Es existiert eine lange Tradition der Filz- und Lederbearbeitung.
Die Falknerjagd, insbesondere mit Adlern, hat eine lange Tradition im Land.
Kirgisische Literatur
Das zentrale Werk der kirgisischen Literatur ist das große Manas-Epos, erheblich länger als die Odyssee und seit etwa 1000 Jahren durch mündliche Überlieferung bewahrt und weitergeformt. Es besingt die Taten des mythologischen Helden Manas und seiner Gefährten, die im 10. Jahrhundert im Kampf mit den benachbarten Uiguren die kirgisische Freiheit bewahrten.
Der wohl bekannteste moderne kirgisische Autor ist der in russischer Sprache schreibende Tschynggys Aitmatow.
Ansonsten bleibt die kirgisische Literatur im Vergleich zu den Literaturen anderer Turkvölker der ehemaligen Sowjetunion relativ unterentwicklet. Es liegt teils daran, dass der grosse Teil der kirgisischen Bevölkerung, auch der ethnischen Kirgisen der kirgisischen Sprache nicht mächtig ist. Selbst die kirgisische Elite und die städtische Bevölkerung ziehen vor, sich auf Russisch zu unterhalten.
Literatur
- Wassilios Klein: Das nestorianische Christentum an den Handelswegen durch Kyrgyzstan bis zum 14. Jh.. Brepols, Turnhout 2000 (Silk Road Studies, 3), ISBN 2-503-51035-3
- Thomas Scholl: Kirgistan entdecken, Trescher Reihe Reisen, 2. Aufl. Berlin 2006, ISBN 3-89794-076-0
Weblinks
- engl. World Book of Facts
- Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes
- Erich Sczepanski, Länderdossier: Kirgisistan (Globaldefence.net, 24.04.2005)
- Linksammlungen zu Kirgisistan des Osteuropa-Netzwerks
- Telepolis: Revolution, die dritte ...
- Geographischer Überblick über Kirgisistan geoWEB Graz - Institut für Geographie und Raumforschung, Uni Graz]
- Bilder und Erlebnisse einer Reise durch das Bergland Kirgisistans
- Sehr guter Radreisebericht Kirgisistan
- Bilder, Informationen (auch zu den „Kirgisistandeutschen“)
- Bilder und allg. Informationen über Kirgisistan – private Homepage
als:Kirgisistan bat-smg:Kirkizėjė nds:Kirgisien pam:Kyrgyzstan simple:Kyrgyzstan udm:Киргизия zh-min-nan:Kyrgyzstan
Diskussion der Autoren über den Artikel: Kirgisistan
Wieso wird das Datum der Eroberung durch Dschingis Khan nicht geändert. Der konnte doch kaum über 60 Jahre nach seinem Tod noch an solchen Eroberungszügen teilnehmen?
Was für ein Unfug steht denn hier unter Geschichte?? Hendrik
Der anonyme Benutzer hat an einigen Stellen Unfug hinterlassen (vgl. Mato Grosso). Das ist seit Mitte November nicht aufgefallen. -- Triebtäter 16:11, 18. Dez 2004 (CET)
Einen kurzen Augenblick nachdenken...
Wenn ihr hier es schon KirgisIStan nennt, dann solltet ihr auch kirgisisisch sagen... :/ Kirgistan = kirgisisch Kirgisistan = kirgisisisch
Kirgistan und nicht Kirgisistan
Hallo... Also ich frage mich wie ueberhaupt jemand zu KirgisIStan gekommen ist. Im Englischen heisst es ja auch Kyrgyzstan und nicht Kyrgyzyztan... Ich finde es ehrlich gesagt laecherlich und habe noch nie gehoert, dass man das so nennt (bis jetzt...). Ist es jetzt nur vom Auswaertigem Amt so bestimmt...? Kasachstan heisst auch nicht Kasachachstan...
Man fühlt sich dadurch ja fast schon beleidigt, wenn man da mal gewohnt hat...
- Ursprünglich kannte ich dieses Land unter Kirgisistan. Aber ich habe erfahren, dass auch die Kirgisen und Russen es Kyrgyzstan nennen. Also bin ich auch für eine Umbenennung des Artikels!
Wappen
Das Wappen von Kirgisistan: http://en.wikipedia.org/wik...
- Bitte nicht einfügen, es hat keine ausreichenden Informationen zum Urheber bzw. zur Lizenz. --Zenogantner 16:29, 24. Mär 2005 (CET)
Interimspräsident
Wer ist denn nun Präsident? Manche Quellen sagen immer noch Kadyrbekow, andere meinen Kadyrbekow sei vom Oberhaus gewählt, das Unterhaus habe aber Bakijew ernannt oder umgekehrt, und wieder andere meinen Bakijew hätte einfach erklärt, das Parlament habe ihn zum Premier und Präsidenten gewählt... bleibt die Frage was wir hier jetzt hinschreiben --Kiffahh 12:27, 25. Mär 2005 (CET)Hast du konkrete Quellen, wo jetzt noch Kadyrbekow genannt wird? Ich habe Bakijew auch als Präsidenten eingetragen, nachdem dies bei ARD und BBC gemeldet wurde, und auf der russischen Internetseite von Newsru steht er auch. Gruß --Tilman Berger 12:34, 25. Mär 2005 (CET)
Hmh, ne, inzwischen haben so ziemlich alle quellen Bakijew übernommen, also wirds wohl stimmen... die Ernennung von Kadyrow shceint hinfällig zu sein.--Kiffahh 12:49, 25. Mär 2005 (CET)
Kirgisien vs. Kirgisistan
Ich habe eine Expertin im Fernesehen gesehen, die sagte, beide Namensformen sind gleich "gut". Allerdings empfinde ich "Kirgisien" doch als die üblichere. Auch im Wortschatzlexikon der Uni Leipzig wird der Begriff "Kirgisien" dem Begriff "Kirgisistan" weit vorgezogen. Ebenso wird die Bezeichnung bspw. bei "Tagesschau", "Heute" und "wissen.de" benutzt. Möglicherweise wird "Kirgisistan" lediglich in Anlehnung an die übliche englische Bezeichnung des Staates auch im Deutschen relativ häufig benutzt. Ich schlage vor, den Artikel zu verschieben, weil doch sehr viel darauf hindeutet, dass in den deutschsprachigen Medien "Kirgisien" gängiger ist. Stern Stern 02:07, 26. Mär 2005 (CET)
Es gibt noch eine weitere Variante, nämlich Kirgistan, die halte ich deswegen für gar nicht so ungeeignet, weil sie der Eigenbezeichnung des Landes (Kyrgyzstan) nahe steht. Kirgisistan lehne ich genauso ab wie du, das ist offenkundig eine neuere künstliche Bezeichnung von wem auch immer (nicht englisch, dort heißt es offenbar Kyrgyzstan!), zu Kirgisien stehe ich neutral. Nach Betrachtung des Wortschatzlexikons (Kirgisien HK 15, Kirgistan HK 16, Kirgisistan HK 18) bin ich nun für die Verschiebung des Artikels auf Kirgisien! Gruß --Tilman Berger 08:22, 26. Mär 2005 (CET)
Ich möchte mich für die gängige Variante ausprechen, daher Kirgisien, Viele Grüße --Taube Nuss 09:28, 26. Mär 2005 (CET)
- Gegen die Verschiebung habe ich nichts einzuwenden, allerdings ist Kirgisistan keineswegs eine neuere küstliche Bezeichnung, sondern geht genauso wie Kirgistan und Kyrgyzstan auf die Zusammensetzung des Ethnonyms mit dem in Zentralasien zur Bildung von Landesbezeichnungen üblichen Morphem -stan zurück und ist ganuso "alt" wie diese beiden, nämlich jetzt 80 Jahre. Gebildet wurde der Landesname ebenso wie diejenigen der Nachbarländer in den 1920er Jahren bei der Gründung der entsprechenden Sowjetrepubliken. Das einige dieser Namen auf -istan (Usbekistan, Turkmenistan), andere bloß auf -stan enden (Kasachstan bzw. kasachisch Qazaqstan), liegt an der Phonetik der jeweiligen Sprachen, von denen einige einen allgemeinen Ausfall des unbetonten -i- kennen, andere hingegen zumindest in der normativen Aussprache und Schreibung nicht. Beim Kirgisischen scheint es damals eine gewisse Unsicherheit gegeben zu haben, da es noch keinerlei eigenständige kirgisische Schriftsprache gab, daher ist der Landesname sowohl in drei- als auch in viersilbiger Form in Umlauf gekommen. 1001 17:25, 29. Mär 2005 (CEST)
- Hätten sich die damaligen Namensbildner doch ans Kasachische gehalten, das dem Kirgisischen von den türkischen Nachbarsprachen am nächsten ist (Kirgisen wurden sogar eine Zeitlang als die Bergkasachen betrachtet, was allerdings eher eine rassistische Zuschreibung war). Das Suffix -stan ist übrigens den iranischen Sprachen entnommen, eine Zusammensetzung von Morphemen/Worten aus verschiedenen Sprachfamilien ist nunmal nicht so klar normierbar, wie das innerhalb einer Sprache/Sprachfamilie manchmal noch geht. --Venni 15:07, 31. Mär 2005 (CEST)
- Die Kirgisen nennen ihr Land Kirgistan und ihren Staat Kirgisische Republik. Sie hassen den Namen Kirgisien (Kirgisia) den ihnen die Russen aufzwangen. Der Artikel sollte unbedingt wieder Kirgistan betitelt werden. 06:24, 14. Apr 2005 Cosal, nachgetragen von Elya^
- M. E. ist Kirgisien tatsächlich der "politisch korrekte" Name, der heute auch in den Nachrichtensendungen gewählt wird. Ich meine aber, das war früher anders oder täusche ich mich da? In meinem Diercke-Atlas von 92 steht jedenfalls noch Kirgisistan. Ich glaube auch, den Name Kirgisien zum ersten Mal vor vielleicht 2 Jahren gehört zu haben. Bis dahin war mir das Land nur als Kirgis(is)tan bekannt. Wenn es tatsächlich diese Wandlung der Bezeichnung gegeben hat, dann wäre es doch eine wichtige Information, WIESO es dazu kam. Im Artikel Tschechien findet sich z. B. die Info, wieso das Land nicht (mehr) Tschechei heißt. So etwas ähnliches sollte hier dann doch auch stehen, denke ich. Bisher ist nur die Rede von "Unklarheit" - die gibt es vielleicht im privaten, nicht aber im politischen Sprachgebrauch. Grüße Geisslr 07:28, 27. Apr 2005 (CEST)
nicht ständig den Namen ändern!
Partysan hat im Artikel überall Kirgisien durch Kirgisistan ersetzt. Ich erlaube mir, dies rückgängig zu machen - es gibt keinen Grund, gerade den seltensten Namen zu verwenden (s.o.) und das auch noch ohne jede vorherige Diskussion. Gruß --Tilman Berger 23:21, 7. Apr 2005 (CEST)
Hallo Tilman! Gerade der Name Kirgisistan ist aber richtig (vgl. Auswärtiges Amt). "Kirgisien" wird am häufigsten verwendet, ist aber politisch unkorrekt, weil es lediglich eine Eindeutschung des russischen Namens darstellt. "Kirgistan" ist eine fehlerhafte Übersetzung des englischen Namens "Kyrgyzstan". 'z' und 's' wurden ignoriert und einfach zu 's' zusammengefasst. Gruß Hanno Meissner 20:30, 11. Mai 2005 (CEST)
Lieber Hanno, das Problem, ob man Kirgisistan, Kirgistan oder Kirgisien verwenden soll, ist alles andere als trivial. Alle drei Namen sind einigermaßen gebräuchlich (s. die obigen Angaben zu den Häufigkeitsklassen), und was dabei richtig ist, ist nicht einfach zu entscheiden. Ich würde mich beispielsweise dagegen wehren, dass man die Meinung des Auswärtigen Amts als verbindlich ansieht, das tun wir auch sonst nicht, und wenn das Auswärtige Amt dann auch noch den seltensten der drei Namen verwendet, werde ich noch skeptischer. Kirgisien als politisch inkorrekt zu bezeichnen, halte ich auch für etwas überzogen, natürlich ist der Name dem russischen ähnlich, aber er ist immerhin nach einem im Deutschen produktiven Modell gebildet (vgl. Rumänien, Bulgarien etc.). Ich persönlich verwende Kirgistan und zwar deswegen, weil ich Leute kenne, die öfter dort sind und bei ihren Berichten genau diesen Namen verwenden, aber in der Wikipedia geht es eben weder nach deinen oder meinen persönlichen Vorlieben noch nach richtig oder falsch, sondern auf dem Weg eines (meist komplizierten) Konsenses bzw. durch Abstimmung. Ich persönlich meine, dass wir zunächst mal (nach den Ergebnissen einer früheren Diskussion, s.o.) bei Kirgisien bleiben sollten, und wenn ein anderer Name dann erkennbar häufiger wird, kann man es sich ja noch mal überlegen. Gruß --Tilman Berger 22:49, 11. Mai 2005 (CEST)
- PS: Ich sehe gerade, dass die kirgisische Botschaft die Homepage www.botschaft-kirgisien.de hat. Die wissen offenbar auch nicht, dass der Name politisch inkorrekt ist... --Tilman Berger 22:50, 11. Mai 2005 (CEST)
Ja, im Grunde stimme ich dir zu! Es ist wirklich so, dass kein Mensch außer dem Außwärtigen Amt die Bezeichnung "Kirgisistan" verwendet. Ich bin auch froh, dass wir hier in der Wikipedia nicht "Moldau" für Moldawien verwenden, nur weil das Auswärtige Amt dies tut. Gruß Hanno Meissner 12:55, 12. Mai 2005 (CEST)
Republik Moldau ist die amtliche Staatsbezeichnung in deutscher Sprache. Vgl. die Website der Botschaft "botschaft-moldau.de". "Moldawien" ist ein ungeliebter Name aus der Sowjetzeit, den jedenfalls die ethnischen Moldauer nicht gerne hören. Völkerrechtlich hat jeder Staat das Recht, selbst zu bestimmen, wie er in der Sprache eines anderen Staates genannt werden will. So nennt sich die "Elfenbeinküste" ausschließlich "Cote d'Ivoire" (natürlich mit Zirkumflex auf dem o, aber das habe ich hier nicht), sogar bei den Vereinten Nationen in der englischsprachigen Staatenliste taucht ausschließlich der französische Name auf. Die Liste der amtlichen Staatennamen des Auswärtigen Amts beruht auf diesem Grundsatz. Die dort genannten Namen sind für alle deutschen Behörden verbindlich für den Gebrauch im Rahmen diplomatischer Kontakte und für den Amtsgebrauch in Deutschland. Daran sollte man sich auch bei der Wikipedia halten. Im Falle der Kirgisischen Republik gibt es eben mehrere Namen. Die Botschaft in Deutschland schreibt z.B. bei der Selbstdarstellung des Staates: "Kirgisistan oder Kirgisien, auch Kirgistan, offiziell Kirgisische Republik, Staat in Zentralasien...". Dort will man sich offenbar nicht festlegen.
Artikel verschieben zu Kirgisistan oder Kirgistan
Hallo Wikipedianer,
Ich bin der Meinung, dass dieser Artikel zu Kirgistan oder Kirgisistan redirektiert werden muss, da
- die meisten Länder es so bezeichnen
- die Bezeichnung die Selbstbezeichnung des Staates und der Nachbarländer sowie nahezu aller Turkvölker ist
- die Bunderepublik Deutschland ([LINK]) und viele deutscher Historiker es so bezeichnen
- Ich bitte um angepasste Kritik!--Danyalov 16:39, 9. Aug 2005 (CEST)
- Ich plädiere für Kirgisistan, da es nun mal die offizielle deutschsprachige Bezeichnung ist, und das für mich ganz einfach verbindlich sein sollte, und nicht was herr x oder frau y gerne hätten, oder häufiger verwenden, noch nie gehört haben, oder trallala. inoffizielle Namen zu verwenden bedeutet für mich faktenverdrehung, und ist für mich bei menschen, die sich anmaßen, eine enzyklopädie zu schreiben (wir alle), irritierend. ob hier oder in der cote d'ivoire (elfenbeinküste) --Neonstar 01:38, 30. Aug 2005 (CEST)
Vielleicht sollte man einmal bei der Botschaft der Kirgisischen Republik nachfragen: http://www.botschaft-kirgis... ? ;-) --B. N. 09:49, 17. Aug 2005 (CEST)
- Ja sie müssten mal auch ihren Namen ändern. Das entsprciht nicht der kirgischen Staatspersfektive!!! --Danyalov 10:55, 17. Aug 2005 (CEST)
Bitte lest doch die Diskussion weiter oben und überlegt, ob das wirklich jetzt sein muss. Einen "richtigen" Namen im eigentlichen Sinne gibt es eh nicht, und so bin ich dafür, weiterhin beim gebräuchlichsten zu bleiben. Gruß --Tilman Berger 10:26, 30. Aug 2005 (CEST)
- ich hab die diskussion sehr wohl gelesen, aber warum sollen neue benutzer sich nicht an solchen diskussionen beteiligen dürfen? was zur anfangszeit der wikipedia mal von zwei leuten beschlossen wurde, muss nicht für die ewigkeit gelten. und wieso ein offizieller name nicht als der "richtige" angesehen werden kann, verstehe ich nicht. --Neonstar 14:30, 30. Aug 2005 (CEST)
- Also so richtig nachvollziehen kann ich es auch nicht, ich glaube es würde auch keinen stören, den artikel zu "Kirgisistan" zu verschieben.--Danyalov 21:03, 30. Aug 2005 (CEST)
Kirgisistan ist der eindeutige amtliche Name des Landes in D-A-CH und nebenbei die mit Abstand häufigste Schreibweise hier im Wiki (Links auf diese Seite). Wegen der Umbenennerei gehen diverse Navigationsleisten nicht mehr richtig. Ich werde das jetzt noch einmal nach Kirgisistan verschieben (falls ich keinen Admin brauche) und hoffe, das es dann dabei bleibt. --Haring 12:18, 10. Okt 2005 (CEST)
- hallo, es muss so bleiben und ich wollte es auch ändern, da laut [LINK] die BRD offiziell diesen Staat als Kirgisistan bezeichnet! Schöne Grüße--Danyalov 14:56, 23. Okt 2005 (CEST)
- Schließe mich dem an! Gruß Hanno Meissner 21:03, 11. Nov 2005 (CET)
Müsste man Moldawien dann nicht auch konsequenterweise nach Moldau verschieben? --128.176.21.244 16:57, 30. Apr 2006 (CEST)
Name und Kategorie
Kann man jetzt davon ausgehen, dass das aktuelle Lemma auf absehbare Zeit weiterhin als das „einzig wahre und überhaupt“ gilt oder muss man da noch wieder mit neuen Verschiebeideen rechnen? Ich frage das, weil es mal dringend nötig wäre in Kirgisien (sic!) aufzuräumen, wo es noch recht durcheinander geht. --Slomox Slomox 17:24, 8. Dez 2005 (CET)
Es gibt inzwischen nur noch die Kirgisistan. Habe alles korrigiert. Gruß Juhan 20:06, 20. Dez 2005 (CET)
- Ah, sehr schön! :-) (In der Hoffnung auf Bestand) --Slomox Slomox 20:13, 20. Dez 2005 (CET)
Kirgisische Namen...
...sollten mit dem türkischen Alphabet (lateinisch) geschrieben werden. In vielen Artikeln werden sie kyrillisch geschrieben - das sollten wir ändern (leider kann ich selbst kyrillisch nicht lesen). --El surya 21:26, 21. Dez 2005 (CET)- Kirgisisch wird in Kirgisistan offiziell in kyrillischer Schrift geschrieben. Daher sollten kirgisische Namen hier auch weiterhin so wiedergegeben werden - natürlich ergänzt um eine einheitliche Transkription in die lateinische Schrift. 1001 22:20, 21. Dez 2005 (CET)
- Ja, du hast recht. Ich war nicht genau informiert, dachte, sie hätten es inzwischen umgestellt.
- Falls du dich auskennst, könntest du bitte mal über die entsprechenden Artikel schauen, bei manchen fehlt nämlich noch die "Transkription".--El surya 02:18, 26. Dez 2005 (CET)
lesenswert
Wann sehen wir uns dort fragt --StillesGrinsenStillesGrinsenQS-Mach mit! 21:51, 26. Jan 2006 (CET)Deutsche
Im Jahr 2001 haben in Kirgisien noch 1% Deutschstämmige gewohn. Letztes Jahr waren es nur noch 0,4%. Wie kann das sein? ich dachte, die Zahl der Übersiedler nach Deutschlan lässt immer mehr nach. Oder sind auch die Kirgisistandeutschen vom Aussterben bedroht, wie die Deutschen in Deutschland? Simon MAYER
- Wo hast du diese Zahlen her? Im Artikel steht im Jahr 1999 waren es noch 20.000. Also wenn die alle, bis 2005, ausgewandert sind, dann macht es etwa 3.333 im Jahr. Also nicht gerade viel.--AlB 19:35, 1. Apr 2006 (CEST)
Sie stammen aus meinen Weltalmanachen 2001 und 2006.
- In meinem Fischer Weltalmanach 2003 steht: (Z1999) ... 0.4%. Also beziehen sich die Daten auf die Zählung von 1999. Wo die Zahl im Almanach 2001 her kommt muss auch dortdrin stehen. --AlB 16:02, 4. Apr 2006 (CEST)
- Mir liegen die offiziellen Ergebnisse der letzten Volkszählung von 1999 vor (alle späteren Zahlen sind lediglich administrative Weiterrechnungen). Danach gab es im März 1999 "genau" 21.471 Personen, die sich selbst als "Deutsch" bezeichneten. Das waren 0.445 Prozent der Gesamtbevölkerung von damals 4.822.938. Damit lagen Deutsche prozentual hinter Kirgisen (64,9%), Usbeken (13,8%), Russen (12,5%), Dunganen (1,1%), Ukrainern (1,0%), Uiguren (1,0%), Tataren (0,9%), Kasachen (0,9%), Tadschiken (0,9%) und Türken (0,7%), aber noch knapp vor Koreanern (19.784 oder 0,4%).Cosal 18:22, 4. Apr 2006 (CEST)
- Vielleicht sollte ich noch nachtragen, dass die Zählung von 1989 noch 101.309
Wie viele von denen waren Mennoniten/Baptisten/Adventisten? Simon Mayer.
Juden und Ukrainer
Die Juden von Kirgisistan sind zu einem großen Teil Bucharische Juden, zum kleineren Aschkenasim. Aber wieviele Juden gibt es in Kirgisistan? Zu welcher Volksangehörigkeit zählen sich diese? Außerdem wüsste ich gerne warum in Kirgisistan so viele Ukrainer leben! Simon MAYER
Plautdietsch in Kirgistan
Wie viele Menschen sprechen heutzutage in Kirgistan noch Plautdietsch?
Topo
Die Karte http://de.wikipedia.org/wik... funktioniert bei mir nicht. Alle anderen Bilder der Webseite kann ich mir problemlos ansehen. Bernburgerin 16:03, 14. Aug 2006 (CEST)Herzbacher See
Wie kommt ein See in Kirgistan zu solch einem Namen?
Karte des Landes
Hallo, Anfang März hatte Tzzzpfff die Karte Kirgisistans im Artikel dahingehend korrigiert, dass er durchgehend die Schreibweisen der Ortsnamen aus der Liste der Städte in Kirgisistan eingefügt hatte. Nun steht hier wieder die alte Version, die teils kirgisische Namen aus der Zeit vor der Abschaffung der Bindestrich-Schreibweisen im Zuge der dortigen Rechtschreibreform (ja, dort gab es auch eine! ;-) ), teils sogar alte russische Namen enthält. Wer kann mir sagen, wohin die korrigierte Version der Karte verschwunden ist? Ich würde sie gern wieder einfügen! Gruß Juhan 11:11, 20. Sep 2006 (CEST)
- Es geht um :Bild:Kg-map.png, ja? Hab mal nachgeschaut: Das Bild ist gelöscht worden, weil es scheinbar/anscheinend auf commons identisch vorlag. Möglicherweise war die Version auf commons aber die mit den anderen Beschriftungen (meine Vermutung). Leider kann ich das Bild nicht mehr wiederherstellen (hab's versucht), da es schon im Mai gelöscht wurde, deshalb werden wir es wohl nicht rausfinden. Am besten einfach Tzzzpfff fragen, ob er seine Version noch auf dem Rechner hat, sonst sehe ich wenig Chancen. Wenn tzzzpfff es nicht mehr hat und keine Zeit zum Nachbauen, kannst du mich ab Oktober nochmal ansprechen, dann helfe ich Dir mit dem Umstricken der Grafik. Gruß, --Elya 18:24, 20. Sep 2006 (CEST)
- P.S: Bitte nicht wieder unter gleichem Namen hochladen, sondern unter einem anderen, und direkt auf commons, ja? Danke.
Danke, Elya! Das ist natürlich Mist, wenn jemand da solche Schnellschüsse startet! Ich habe Tzzzpfff nochmal angeschrieben, auch weil ich gesehen habe, dass es in der englischen Wikipedia eine wesentlich bessere Kirgisistan-Karte aus dem CIA-World Factbook gibt, die erstens mehr Städte und zweitens auch Flüsse sowie den höchsten Berg des Landes anzeigt. Ich habe aber die Befürchtung, dass wir von Tzzzpfff nichts hören werden, da er schon sehr lange nicht mehr online war! Ich würde daher gerne auf dein Angebot zurückkommen, die Karte umzuschreiben, dann wirklich am besten die englischsprachige.
Wie kann man eigentlich Dateien in die Commons laden und vor allem, lassen sich auch Dateien von dort löschen, etwa die vorliegende Kirgisistan-Karte?
Gruß Juhan 12:45, 21. Sep 2006 (CEST)
- Juhan, ich weiß nicht ob es so war, wie ich vermute, wir werden es nicht mehr feststellen - aber die Leute, die hier massenhaft Bilder auf commons schaufeln, dürfen ja auch mal einen Fehler machen, oder... ;-) - Leg Dir doch einen Account auf commons an, dort kannst du das Interface dann auch auf deutsch umschalten, wenn Dir das lieber ist. Hinweise dazu gibt's übrigens auf Wikipedia:Bildertutorial. Wenn das Bild wirklich "falsch" ist, also auch nicht für andere Sprachversionen relevant, kannst Du es mit einer neuen Version überschreiben (nicht als neuangemeldeter auf commons, aber nach einer Weile). Wie gesagt, ich schreibe grade noch an einem Artikel, was meine Zeit in Anspruch nimmt, aber danach kann ich mich drum kümmern. Wenn ich mich nicht melde erinner mich ruhig nochmal dran ;-) --Elya 22:25, 22. Sep 2006 (CEST)
Klar darf jeder mal einen Fehler machen! Ist halt jetzt nur schade, dass die Karte weg ist. Vielen Dank für deinen Tipp mit den Commons! Werde mich mal anmelden. Gruß Juhan 13:58, 23. Sep 2006 (CEST)
nichtamtliche Lateinschreibweise
Oder auch „kirgisisch-lateinische Schreibweise“- Gibt es Regeln für so was? Gibt es Beispiele ausserhalb von Wikipedia dafür? --AlB 09:06, 25. Okt. 2006 (CEST)


.jpg)



