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Der Artikel Kolbe-Nitrilsynthese gehört zur Kategorie: Namensreaktion
Die Kolbe-Nitrilsynthese ist ein Verfahren zur Herstellung von Alkylnitrilen 3 durch Umsetzung entsprechender Alkylhalogenide 1 mit Alkalicyaniden. Als Nebenprodukt dieser Reaktion entstehen Isonitrile 4, da das Cyanid-Ion 2 als ambidentes oder ambifunktionelles Nukleophil gemäß der Kornblum-Regel sowohl mit dem Kohlenstoff- als auch mit dem Stickstoffatom reagieren kann.
Die Reaktion ist nach ihrem Entdecker Hermann Kolbe benannt.
Vor allem primäre Alkylhalogenide sowie Benzylhalogenide reagieren in guten Ausbeuten mit Alkalicyaniden zu Nitrilen. Sekundäre Halogenide reagieren dagegen nur in schlechten Ausbeuten und tertiäre Halogenide nicht mehr in der gewünschten Weise.
Die gebildeten Nitrile können leicht über Hydrolyse in die entsprechende Carbonsäure in weitere funktionelle Gruppen übergeführt werden, weswegen die Kolbe-Nitrilsynthese auch eine wichtige Methode zur Verlängerung von Alkylketten um ein Kohlenstoffatom ist.
Literatur
Organikum, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, 16. Auflage, 1986.
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Kolbe-Nitrilsynthese und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


