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Der Artikel Kubakrise gehört zur Kategorie: 1962, Kalter Krieg, politische Krise, Geschichte Kubas
Die Kubakrise war eine äußerst ernste Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion im Jahr 1962. Auslöser war die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba als Antwort auf die nuklearen Mittelstreckenraketen des Typs Thor- und Jupiter, welche die USA 1959 in Italien und der Türkei aufgestellt hatten. Die Kubakrise wird als Höhepunkt und gleichzeitig als Wendepunkt in der Geschichte des Kalten Krieges angesehen. Niemals zuvor war ein Atomkrieg so wahrscheinlich wie zu diesem Zeitpunkt.
Vorgeschichte
Aus dem Zweiten Weltkrieg waren die USA und die Sowjetunion als Supermächte hervorgegangen. Sie standen für je zwei gegensätzliche Wirtschaftssysteme und Ideologien und versuchten, dem Gegner mit immer neuen Waffentechnologien die eigene Überlegenheit zu demonstrieren.Dabei wurde selbst ein Nuklearer Erstschlag nicht ausgeschlossen, der den Gegner durch massiven Einsatz von Kernwaffen vernichten und jede Vergeltung unmöglich machen sollte. Konventionelle Waffen besaßen für ein solches Vorhaben nicht genug Feuerkraft.
Interkontinentalraketen der damaligen Zeit erreichten Ziele innerhalb von 18.000 km; die beiden Supermächte konnten einander also von heimischem Boden aus mit solchen Raketen beschießen. Auch die Bomberflotten des Typs B-52 und Tu-95 besaßen entsprechende Reichweiten. Allerdings machten die langen Vorwarnzeiten einen Überraschungsangriff unmöglich. Also mussten Raketen näher am Ziel installiert werden.
Dies hatten die USA, wie erwähnt, im Januar 1959 mit der Aufstellung von nuklearen Mittelstreckenraketen des Typs Thor- und Jupiter-Atomraketen in Italien und der Türkei getan, während die Sowjetunion sich zu einer entsprechenden Maßnahme nicht in der Lage sah – die Wurzel der Kubakrise.
Die Lage änderte sich, als die kubanische Guerilla unter Fidel Castro und Ernesto Che Guevara den Diktator Fulgencio Batista im Januar 1959 aus Kuba vertrieb. Castro bildete eine Revolutionsregierung, in der anfangs noch verschiedene oppositionelle Gruppen vertreten waren, darunter auch die bald bevorzugten Kommunisten. Batista war von den USA unterstützt worden, und auch Castro wollte die Beziehung aufrecht erhalten; er bat die USA um ein Darlehen. Für die USA kam er jedoch als Partner nicht in Frage. Eisenhower lehnte das Darlehen ab, die amerikanische Regierung unterstützte die kubanische Opposition durch Terror- und Sabotageakte, ja sogar Mordanschläge gegen das Castro-Regime.
Die UdSSR beobachtete diese Entwicklung aufmerksam und nahm im Mai 1959 diplomatische Beziehungen zu Kuba auf. Castro hoffte, mit der wirtschaftsstarken UdSSR im Rücken ein Vorbild für die nationale Unabhängigkeit in Lateinamerika werden zu können. Die USA werteten dies als inakzeptablen Versuch, den Kommunismus in Süd- und Mittelamerika salonfähig zu machen.
Am 19. Oktober 1960 verbot die Regierung der USA per Dekret, Erdöl nach Kuba zu exportieren, und sie verbot jedweden Import aus Kuba. Das Politbüro unter Chruschtschow sagte hierauf wirtschaftliche und militärische Unterstützung zu. Diese Zusagen gelten heute als Anlass für die Schweinebuchtinvasion am 17. April 1961, die mit einem Fiasko endete.
Das Bündnis zwischen der Sowjetunion und Kuba war für beide Staaten vorteilhaft. Die UdSSR konnte ihr taktisches Defizit gegenüber den USA ausgleichen, nämlich die Erreichbarkeit des gegnerischen Territoriums mit Nuklearraketen, und Kuba betrachtete die Sowjetunion als wichtigsten Handelspartner und Schutzmacht, die das Überleben der Regierung Castro sicherte.
Unmittelbare Vorgeschichte
Von 1959 an stationierten die USA in Italien 30 und in der Türkei 15 Atomraketen, die auf die UdSSR gerichtet waren.Am 26. und 27. Oktober 1960 starteten die USA von der Laughlin Air Force Base in Texas erstmals auch U-2-Aufklärungsflüge über Kuba. Am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen vom Typ SA-2 und von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-21 Fishbed gemacht.
Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor- und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit. Weil sie wegen ihrer ungeschützten Aufstellung leicht angreifbar waren, konnten sie nur zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden.
Zudem fuhren auf den Meeren US-U-Boote mit Polaris-Atomraketen. Diese Raketen konnten auch unter Wasser abgefeuert werden und waren entsprechend schwer zu treffen. Die Sowjetunion hatte nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen.
Im Mai 1962 begann die UdSSR unter dem Decknamen Operation Anadyr, auf Kuba heimlich SS-4 Mittelstreckenraketen (mit Atombomben bestückbar) und 40.000 Soldaten der Sowjetischen Armee zu stationieren, die Kuba vor einer drohenden US-amerikanischen Invasion schützen sollten. So konnte die Sowjetunion das militärische Gleichgewicht wieder herstellen, das mit der Stationierung der US-Mittelstreckenraketen in Europa zu Gunsten der USA verschoben worden war.
Am 5. und 29. August 1962 ging die CIA Agentenhinweisen nach und entdeckte auf Fotos des US-Spionageflugzeuges U-2 erstmals in der Provinz Pinar del Río Raketenabschussvorrichtungen.
Am 8. September 1962 legte das sowjetische Frachtschiff "Omsk" mit einer Ladung von SS-4 Mittelstreckenraketen in Havanna an, brachte die Fracht aber nicht an Land.
Zeittafel der Krise im Oktober 1962
Zur eigentlichen Krise kam es im Oktober 1962.- Sonntag, 14. Oktober: US-Präsident John F. Kennedy genehmigt erneut Luftaufnahmen der Spionageflugzeuge Lockheed U-2. Zweimal überfliegen U-2F-Flugzeuge vom Luftwaffenstützpunkt Laughlin in Texas aus die Raketenstellungen auf Kuba.
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Heck des abgeschossenen U2-Aufklärungsflugzeuges im Revolutionsmuseum in Havanna, Kuba Bildherkunft |
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Das Triebwerk derselben Maschine (ebenfalls Havanna, Kuba) Bildherkunft |
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Luftbild vom 17. Oktober 1962 mit Raketenstellungen BOOOM Bildherkunft |
- Montag, 15. Oktober: Auf den ausgewerteten Fotos wird der unmittelbare Beweis erbracht: Die Raketen existieren, und es handelt sich um SS-4 Mittelstreckenraketen. Sie befinden sich nahe San Cristobal im Nordosten Kubas und sind in der Lage, Washington zu erreichen.
- Dienstag, 16. Oktober: John F. Kennedy wird vom Sicherheitsberater McGeorge Bundy informiert und beruft sofort seinen Beraterstab (Executive Commitee, ExComm) ein. Verschiedene Reaktionen werden erörtert: Hinnehmen der Stationierung, diplomatische Lösungsversuche, Seeblockade, Luftangriff und Invasion. Alle Beratungen und Ergebnisse werden vor der Öffentlichkeit (und somit auch vor der Sowjetunion) geheim gehalten. Präsident Kennedy ordnet weitere U2-Aufklärungsflüge an.
- Mittwoch, 17. Oktober: Es folgen sechs weitere U-2-Aufklärungsflüge über die Raketenstellungen. Die Luftaufnahmen beweisen die Existenz von 16 bis 32 Raketen (Typ SS-4 und SS-5) mit einer Reichweite von bis zu 4500 km. Diese Raketen hätten neben der US-amerikanischen Hauptstadt auch die wichtigsten Industriestädte der USA erreichen können; die Vorwarnzeit hätte nur fünf Minuten betragen. Außerdem werden IL-28-Bomber entdeckt.
- Donnerstag, 18. Oktober: Der sowjetische Außenminister Andrej Gromyko besucht Kennedy, wie schon seit längerem geplant. Kennedy spricht die Situation auf Kuba nicht an, da er aus taktischen Gründen Geheimhaltung wahren will. Allerdings wird mehrfach die alte sowjetische Forderung angesprochen, West-Berlin müsse entmilitarisiert werden. Dadurch erhärtet sich die amerikanische Annahme, die Sowjetunion wolle durch ihr Vorgehen auf Kuba die eigene Position in neuen Berlinverhandlungen verbessern. Eine Auffassung, die auch die Westalliierten teilen, die sich jedoch als Fehlinterpretation erweisen wird. Meldungen von umfassenden neuen Waffenlieferungen nach Kuba verbreiten sich in Washington DC. Die Militärs werden ungeduldig. Eine Seeblockade halten die US-Generäle für zu schwach: Man müsse sofort mit Luftangriffen und anschließender Invasion handeln. Air-Force-General Curtis LeMay drängt auf eine Attacke: "Der rote Hund gräbt im Hinterhof der USA und muss dafür bestraft werden." Robert Kennedy lässt durch seinen Stellvertreter Nicholas Katzenbach die Rechtsgrundlagen für eine Seeblockade Kubas prüfen.
- Freitag, 19. Oktober: Katzenbach unterrichtet das ExComm über die rechtlichen Umstände der Blockade. Das ExComm wird in unterschiedliche Gruppen eingeteilt, in denen verschiedene Möglichkeiten zur "Bekämpfung" der Raketen auf Kuba ausgearbeitet werden.
- Samstag, 20. Oktober: Kennedy und das ExComm entscheiden sich für eine Seeblockade Kubas, trotz Protesten der Eliteberater Kennedys, die eine Invasion fordern.
- Sonntag, 21. Oktober: Kennedy genehmigt die Seeblockade und ruft die Chefs großer Zeitungen an, um eine verfrühte Berichterstattung zu unterbinden.
- Montag, 22. Oktober: Einer der wichtigsten Tage der Krise: Die US-Streitkräfte werden in erhöhte Einsatzbereitschaft (Defense Condition III) versetzt, weitere US-Soldaten werden zur Vorbereitung einer Invasion nach Florida verlegt und rund 200 Schiffe um Kuba in Stellung gebracht. Die Regierungsvertreter Großbritanniens, Frankreichs, Westdeutschlands und Kanadas werden informiert und versichern Kennedy ihre volle Unterstützung. In einer Fernsehansprache verkündet Kennedy den Beginn der Seeblockade für den 24. Oktober. Er fordert den sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow zum Abzug der Raketen aus Kuba auf und droht für den Angriffsfall mit einem atomaren Gegenschlag. Im Kreml wird das Schlimmste befürchtet, womöglich eine Invasion auf Kuba.
- Dienstag, 23. Oktober: Chruschtschow verkündet, die Blockade nicht zu akzeptieren, versichert jedoch, die stationierten Raketen dienten allein der Verteidigung. Die OAS stimmt in einer Sitzung gegen Kuba und bestätigt die Quarantäne.
- Mittwoch, 24. Oktober: Die von John F. Kennedy als "Quarantäne" bezeichnete Seeblockade aus US-amerikanischen Kriegsschiffen beginnt. Es kommt zu einer ersten Zuspitzung, wenngleich die amerikanischen Schiffe nicht ohne den Befehl des Präsidenten schießen dürfen. Dies wurde angeordnet, um eine Eskalation zu vermeiden, sollten die sowjetischen Schiffe versuchen, den Sperrgürtel (mit Radius von 500 Meilen) zu durchbrechen. Doch alle sowjetischen Schiffe drehen ab, nachdem der Radius der Blockade verkleinert wurde, um ihnen mehr Zeit zu geben. Trotzdem ist bei der sowjetischen Regierung keine Bereitschaft zum Einlenken zu erkennen.
- Donnerstag, 25. Oktober: Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York City: Diplomatischer Schlagabtausch zwischen den UN-Botschaftern Walerian Sorin (UdSSR) und Adlai Stevenson (USA); die US-Delegation präsentiert der Weltöffentlichkeit erstmals eindeutige Aufklärungsfotos von den sowjetischen Raketenstellungen.
- Freitag, 26. Oktober: Trotz Blockade geht die Stationierung der Raketen auf Kuba weiter. ExComm debattiert über militärische Schritte. Die Hardliner plädieren für Luftschläge und - falls nötig - eine Invasion. Kennedy erreicht ein Schreiben von Chruschtschow, in dem dieser anbietet, die Raketen von Kuba abzuziehen, falls eine Invasion von Kuba durch die Amerikaner ausgeschlossen werde. Kennedy sichert das zu. Bei dem ersten Frachter, der von der amerikanischen Marine blockiert werden sollte, hatte allerdings einen Begleitschutz von mehreren U-Booten. Durch Übungswasserbomben zwagen die Amerikaner die U-Boote zum Auftauchen. Was aber kein Amerikaner wusste war, das einige dieser U-Boote mit atomaren Torpedos ausgerüstet waren. Da die Kapitäne der U-Boote aber keinen erforderliche Erlaubniss hatten, kam der Abschuss nicht in Frage
- Samstag, 27. Oktober: Der "schwarze Samstag". Morgens wird in den USA ein Test mit einer Trägerrakete durchgeführt, über den das ExComm nicht informiert war.

Luftbild vom 1. November 1962
Bildherkunft- Ein US-Zerstörer zwingt mit einer Granate ein sowjetisches U-Boot zum Auftauchen. Das U-Boot hat Nuklearwaffen an Bord; um Haaresbreite bricht der Nuklearkrieg aus. Doch Vasili Alexandrovich Arkhipov, einer der drei Offiziere an Bord des U-Bootes, weigert sich, ein Torpedo ohne weiteren Befehl aus Moskau abzuschießen.
- Ein US-amerikanisches U-2-Aufklärungsflugzeug wird über Kuba von einer SA-2-Flugabwehrrakete abgeschossen; der Pilot Major Rudolph Anderson wird dabei getötet. Der dritte Weltkrieg scheint unmittelbar bevorzustehen. Jeder rechnet binnen weniger Stunden mit einem Gegenschlag. Kennedy verzichtet darauf und erklärt sich noch einmal zu weiteren Verhandlungen bereit. Er lässt die Sowjetunion wissen, dass er auch einem Abzug der in der Türkei stationierten US-amerikanischen Jupiter-Raketen zustimmen würde, wie es bereits im zweiten - schon förmlicheren - Schreiben von Chruschtschow gefordert worden war. Diese Möglichkeit hält er vor den meisten Mitgliedern des ExComm geheim, die mehrheitlich einen Krieg fordern. Im Hintergrund findet ein Geheimtreffen zwischen Robert "Bobby" Kennedy und dem Sowjetbotschafter Dobrynin statt.
- Sonntag, 28. Oktober: Die Geheimdiplomatie ist erfolgreich. Chruschtschow lenkt ein und erklärt sich bereit, die Raketen zu entfernen. Im Gegenzug erklären die USA: keine Invasion auf Kuba. Außerdem - was nicht öffentlich werden darf - Abbau der Raketen in der Türkei. Der Rückzug der sowjetischen Raketen wird über Radio Moskau von Chruschtschow bekannt gegeben. Die Krise ist beendet. Heute wird dieser Erfolg zum Teil auch Papst Johannes XXIII. zugeschrieben, der zwischen dem katholischen J.F. Kennedy und dem mit ihm korrespondierenden Chruschtschow vermittelte.
Folgen der Krise
Die beiden Staaten haben sich folgende Bedingungen auferlegt: Die Sowjetunion zieht ihre Raketen aus Kuba ab. Dagegen erklären die USA, keine weitere militärische Invasion Kubas zu unternehmen und ihrerseits die US-amerikanischen Raketen aus der Türkei und Italien abzuziehen.Der Abzug aus der Türkei findet etwas später und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, um die NATO-Partner der USA nicht zu brüskieren und die Vereinigten Staaten als Sieger der Krise darstellen zu können. Abgesehen von dieser Öffentlichkeitswirkung waren die Ereignisse von 1962 ein taktischer Sieg der Sowjetunion.
Abtransport von Raketen (November 1962)
BildherkunftDie Kubakrise hatte viele Auswirkungen, vor allem auf den Kalten Krieg. So war die Sowjetunion nach dem Abzug der Atomraketen von Kuba wieder mit ihrer strategischen Unterlegenheit konfrontiert und um ein ungefähres nuklearstrategisches Gleichgewicht zwischen ihnen und der USA herzustellen unternahm die Sowjetunion nach der Kubakrise verstärkte Rüstungsanstrengungen, diese Aufholjagd beim Rüstungswettlauf hatte Einschnitte beim Lebensstandard und die Aufgabe der teuren Agrarprogramme zur Folge.
Aber die Krise führte auch zu ersten Verhandlungen über eine Rüstungskontrolle, so wurde z.B. am 5. August 1963 in Moskau ein Vertrag zum Verbot von Nuklearwaffentests in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser (Mit Ausnahme unterirdischer Tests) unterzeichnet oder das SALT-Abkommen, das eine Begrenzung der Interkontinentalraketen beider Länder vorsah. Es gab fortan auch eine Entspannungspolitik zwischen den beiden Supermächten. So bemühten sie sich einer direkten Konfrontation aus dem Weg zu gehen und ihre Auseinandersetzungen in Stellvertreterkriegen wie z.B.: im Vietnam oder Afghanistan auszutragen. Ihre Interessen konzentrierten sich nach der Krise auch auf die Bereiche des Globus, die noch nicht klar zwischen Ost und West verteilt waren.
Um friedensgefährdende Mißverständnisse und direkten Konfrontationen aus dem Weg zu gehen wurde der Informationsaustausch zwischen den Großmächten verbessert, so wurde z.B.: 1963 als weitere Reaktion auf die Krise der sogenannte heiße Draht eingerichtet, eine direkte Fernschreibverbindung zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml die den direkten Kontakt zwischen den Staatsmännern ermöglichen sollte. Auf diese Weise sollten in einer Krisensituation sofortige Verhandlungen möglich sein, so dass eine Eskalation abgewendet werden könne. Der Heiße Draht kam zum ersten Mal am 5. Juni 1967 kurz nach Beginn des Sechstagekriegs zum Einsatz, der zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien ausbrach. Auch danach wurde er in einer Reihe weiterer Konflikte während des Kalten Kriegs genutzt.
Desweiteren wurde nach der Krise das US-Embargo gegen Kuba nochmals verschärft und so wurde Kuba noch enger an die Sowjetunion gebunden.
Zitate
- „It shall be the policy of this nation to regard any nuclear missile launched from Cuba against any nation in the Western Hemisphere as an attack by the Soviet Union on the United States, requiring a full retaliatory response upon the Soviet Union." ("Es ist Verfahrensweise dieser Nation, jegliche Atomrakete, die von Kuba aus auf irgendeine Nation der westlichen Hemisphäre abgeschossen wird, als einen Angriff der Sowjetunion auf die Vereinigten Staaten zu betrachten, der einen völligen Vergeltungsschlag auf die Sowjetunion erfordert.") MOV-Datei -- J.F. Kennedy, Oktober 1962
- „Das ist so als würden die Sowjets Raketen in Mexiko aufstellen, oder in Kuba“ -- D. Eisenhower, 1959, anlässlich der Aufstellung amerikanischer Atomraketen in der Türkei
- „Man sollte die Amerikaner spüren lassen, wie es ist, von feindlichen Nuklearbasen umgeben zu sein“ -- Chruschtschow im Mai 1962 zu seinen engsten Vertrauten angesichts der in der Türkei und Italien stationierten US-Atomraketen
- „Die beiden mächtigsten Nationen der Welt waren zum Kampf gegeneinander angetreten, jede mit dem Finger auf dem Knopf. Man hatte gedacht, dass ein Krieg unvermeidlich war. ... Doch die Episode endete mit einem Triumph des gesunden Menschenverstandes.“ -- aus Chruschtschows Autobiografie „Chruschtschow erinnert sich“
- „Es ist ganz natürlich, dass, wenn sie dir einen Schlag versetzen, eine physische Abwehr von deiner Seite kommen muss. ... Man weiß, dass der gewinnt, der zuerst losschießt.“ -- der sowjetische U-Boot-Kommandant Nikolaj Schumkow
- „Zurückhaltung? Warum ist es ihnen so wichtig, den Russen das Leben zu retten? ... Wenn bei Kriegsende zwei Amerikaner und ein Russe am Leben bleiben, dann haben wir gewonnen.“ -- General Thomas Power, US-Befehlshaber, strategisches Bomberkommando
- „Wir standen so nah am nuklearen Abgrund. Und verhinderten den atomaren Schlagabtausch nicht etwa durch ein gekonntes Management, sondern durch schieres Glück. Keiner von uns begriff damals wirklich, wie nah wir am Rand der Katastrophe standen.“ -- Robert McNamara, US-Verteidigungsminister zur Zeit der Krise
- „Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende“ -- John F. Kennedy, Präsident der USA zur Zeit der Krise
- "Sie und ich, Herr Präsident, sind wie zwei Männer, die an einem Strick mit einem Knoten ziehen. Wird der Knoten zu fest, dann hilft nur noch das Schwert, ihn aufzulösen." -- Nikita Chruschtschow in dem ersten Schreiben an Washington am 26. Oktober 1962
Literatur
- Robert F. Kennedy. „Dreizehn Tage. Die Verhinderung des Dritten Weltkrieges durch die Brüder Kennedy“ (Originaltitel: „Thirteen Days“), München 1969
- Bernd Greiner. „Kuba-Krise, 13 Tage im Oktober: Analysen, Dokumente, Zeitzeugen“, Hamburg 1988
- Christof Münger. „Kennedy, die Berliner Mauer und die Kubakrise. Die westliche Allianz in der Zerreißprobe 1961-1963“, Paderborn 2003
- Aleksandr Fursenko et al. „One hell of a gamble: Krushchev, Kennedy and Castro 1958-1962“, New York 2000
- Stefan Brauburger, Die Nervenprobe, Schauplatz Kuba: Als die Welt am Abgrund stand (2002)
Film
- Werner Biermann: Am Abgrund - Anatomie der Kuba-Krise, WDR, 2002, Dokumentation.
- "Thirteen Days", USA 2000. Regie: Roger Donaldson.
- "The Cuban Missile Crisis", USA 2000. Interviews und Hintergrundinformationen.
- "The Fog of War: Eleven Life of Robert S. McNamara", Dokumentation.
- Tapes of debates between JFK and his advisors during the crisis
- The Missiles of October, USA 1974. Regie: Anthony Page.
Weblinks
- National Security Archive - Freigegebenes Geheimmaterial; Fotos: [LINK] (National Security Archive, George Washington University, Washington D.C.)
- ZDF-Infoseite zur Kubakrise
- Militärische Aspekte der Kubakrise
- Die Nervenprobe: Kubakrise 1962 - Referat über die Gründe der Stationierung von Raketen auf Kuba mit der Leitfrage "Welche Ziele verfolgte die UdSSR mit der Stationierung von Raketen auf Kuba?", Maturitätsabschluss - Powerpoint-Datei, etwa 7 Min.)
- Die schicksalhaften "13 Tage"
Diskussion der Autoren über den Artikel: Kubakrise
Vorab: Ich finde den Artikel beeindruckend sachlich und gut, bei einem lockeren "Ton".Einige kleine Hinweise: Die US-Seeblockade ("Quarantäne") sollte total sein. Dennoch drehten _nicht_ "alle sowjetischen Schiffe" ab, sondern "nur" die Waffentransporter. Alle anderen Schiffe fuhren weiter und liefen Kuba an, obwohl die USA nicht wirklich wissen konnten, wer was geladen hatte. BTW an der Spitze der Blockadebrecher fuhr die "Völkerfreundschaft", ein Urlauberschiff aus der DDR!
Weiterhin hatte die SU _nicht_ "die" Atomwaffen aus Kuba abgezogen, sondern "nur" die strategischen Raketen, die das US-territorium erreichen konnten. Es verblieben bis Anfang der 1990er für die sowjetische Brigade auf Kuba taktische Atomwaffen, Type "Luna"! Mit diesem wäre die Brigade in der Lage gewesen, jede Invasionsflotte atomar zu vernichten.
Vgl.: Die Nervenprobe - Die Kuba-Krise 1962 (Peter)
ich hab mal in einer Doku gesehen das es eigentlich _der Bruder_ Kennedys war der diese zusagen machte (Raketen in Türkei abziehen), ohne das er Nato Authorisation dazu gehabt haette. Er machte diese Aussage um einen Krieg zu verhindern. Checkup 11:20, 29. Jun 2004 (CEST)checkup
Behauptungen
Ich hatte geschrieben: Der Export von Erdöl nach Kuba und Importe jeglicher Waren aus Kuba wurden Monat 19xy per Dekret der Regierung unter Eisenhower/Kennedy / vom Parlament untersagt.Dies wurde von Benutzer Ehrenburg dann in Der Export von Erdöl nach Kuba und Importe jeglicher Waren aus Kuba wurden am 19. Oktober 1960 per Dekret der Regierung Dwight D. Eisenhower vom Parlament verboten. abgeändert. Außerdem: (Bitte keine Platzhalter mehr einsetzen, sondern nur gesicherte Daten!!!)
Aalso: Meine Platzhalter sind unschön, aber sehr sinnvoll. Wenn mal jemand mit Ahnung oder jemand, der Zeit&Lust für ne Kurze Recherche hat, drüber stolpert, sieht er auf den ersten Blick was fehlt. Derjenige muss (kann aber nach wie vor) keine schönen Sätze formulieren, sondern braucht er/sie einfach nur die fehlenden Informationen einsetzen. Es muss nix formuliert werden.
Was die gesicherten Daten anbelangt: Ich nehmen an, dass das Datum 19. oktober stimmt, weil der Rest stimmt nicht. Entweder es ist ein Dekret, dann kommt's von der Exekutive und nur von dort, oder es kommt von Parlament, dann wäre es ein Gesetz!
Ich geh stark davon aus, dass Ehrenburg Bescheid weiß und ein Dekret meint. Hab das mit dem Parlament rausgenommen. MickiMedia 22:47, 23. Jun 2005 (CEST)
Ja, sowas passiert schon mal. Ich verspreche Besserung. Zu den Platzhaltern aber doch mal etwas Grundsätzliches: dies ist eine Enzyklopädie und kein Lückentext. Die Daten müssen einer Überprüfung standhalten. Deine durchaus sinnvollen Vorschläge gehören in diese Diskussionsseite. Herzliche Grüße --Ehrenburg 23:10, 23. Jun 2005 (CEST)
Weblink
Da ich den Artikel nicht bearbeiten kann und gerne noch einen Weblink einfügen möchte schreibe ich ihn mal hier: http://www.geschi.de/artike...--CGB 13:32, 12. Mai 2005 (CEST)
Kleine sprachliche Anpassungen
Ich habe den Artikel eben mit großen Interesse gelesen und war sehr angetan von dem hohen Informationsgehalt, der kompakten Form und der leicht verständlichen Sprache. Einige Satzkonstruktionen und Ausdrücke fand ich allerdings ein wenig holprig und in einem lexikalischen Eintrag vielleicht etwas unpassend, sodass ich (hoffentlich zur allgemeinen Zufriedenheit) einige sehr kleine Anpassungen vorgenommen habe.
Betroffen sind
1) Der erste Absatz des Abschnitts "Vorgeschichte" (Diverses)
2) Die letzte Zeile des Abschnitts "Unmittelbare Vorgeschichte". Ich habe den letzten Teilsatz in einen Eigenständigen Satz umgewandelt und aus der Wendung "die ganze Sache" "die Angelegenheit" gemacht.
3) Im Abschnitt "Mittwoch, 17. Oktober" wurde die Vorwarnzeit im Falle eines Angriffs nur in einem Halbsatz ohne Zusammenhang zum Rest des Textes erwähnt. Ich habe die Information in einen neuen Satz eingebunden.
4) Den Ausruck "wider besseren Wissens" beim 18. Oktober habe ich in "wider besseres Wissen" umgewandelt (wider wird mit dem Akkusativ benutzt).
5) Den Ausdruck "Die Geheimdiplomatie klappt" beim 28. Oktober habe ich in "Die Geheimdiplomatie ist erfolgreich" umgewandelt.
Inhaltliche Änderungen habe ich also NICHT vorgenommen. In der Hoffnung, den Artikel ein wenig verbessert zu haben, Sebastian.
Absatz Anmerkungen
Im Juni 2004 hat eine IP den nachfolgenden Absatz hinzugefügt, mit dem Vermerk "zur weiteren Bearbeitung" innerhalb des Artikels. Innerhalb der vergangenen zwei Monate hat der Autor aber offensichtlich nichts mehr hinzugefügt und auch sonst erfolgten keine Bearbeitungen des Abschnitts (Korrektur von Rechtschreibfehlern ausgenommen). Da mir dieser Abschnitt sehr spekulativ erscheint und die Behauptungen ohne nähere Begründung verblieben,habe ich ihn aus dem Artikel entfernt. Wenn jemand den Absatz wieder einstellen möchte, soll derjenige bitte eine kurze Bemerkung auf der Diskussionsseite hinterlassen.
Hier der entfernte Absatz in der mir vorlgelegenen Version:
Kritische Anmerkungen und Zweifel (zur weiteren Bearbeitung)
Laut jüngeren Erkenntnissen waren die amerikanischen Geheimdienste vorab bestens darüber informiert, dass die Russen höchstens fünf einsatzfähige Raketen besaßen (zum Vergleich: in der Türkei waren 15 amerikanische Sprengkörper auf die Sowjetunion gerichtet), benutzten jedoch ihr Wissen über den sowjetischen Bluff als willkommene Gelegenheit ihrerseits in eine propagandistisch wirksame Gegenoffensive zu gehen. Auf diesem Hintergrund erscheint die gängige Sicht, die Welt habe am Rande eines Atomkriegs gestanden, als sehr zweifelhaft. Es war wohl eher eine Propagandaschlacht.
-- Sentry 18:37, 25. Aug 2005 (CEST)
Jo, riecht nach Bullshit. Klar, dass wohl keine Seite ernsthaft vorhatte ihre 5 oder 15 Raketen einzusetzen, es war wohl schön (und leichtsinnig) den Gegner zu verunsichern. Und das war duchaus nur Getue. Nun es aber egal wie viele Raketen jeweils auf den Gegner zielten, denn selbst die kleinste Unbedachtsamkeit (z.B. mal mit konventionellen Waffen ein Schiff des Gegner angreifen) hätte mit höchster Wahrscheinlichkeit zur Eskalation geführt, während der Krise! Warum nun die US-Amerikanische Seite so reagiert hat, weiß ich nicht, das kann durchaus propagandistische Motivationen gehabt haben, aber ab dem Zeitpunkt, ab dem sich die Krise manifestiert hatte, hätte es durchaus zum Krieg kommen können. An Hardlinern scheint es ja auf beiden Seiten nicht gemangelt zu haben... Schwer vorzustellen, aber so war es wohl tatsächlich. Man muss ebenfalls bedenken, dass die US-Raketen noch unter Eisenhower stationiert worden waren, vllt hat Kennedy also dermaßen reagiert, weil er kein Bock auf dieses Spielchen hatte. Konsequenterweise, wurden anschließend die eigenen Raketen zumindest aus der Türkei abgezogen. MickiMedia 08:59, 23. Sep 2005 (CEST)
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Anfragen:
Ich habe folgendes Prüfungsthema: "das Verhältniss der Sowjetunion und den USA am Beispiel der Kubakriese" Wer mir da weiterhelfen kann, kann sich bei mir melden! Meine E-mailadresse ist Patrick19901@gmx.net
Also, da würde mich mal interessieren, woher ihr diese Information von den wenigen Raketen habt. Neuste Quellen, z.B. der ehemalige sovjetische Armeegeneral Anatoli Gribkow, sagen aus dass damals 60 Anstatt die angenommenen 32 Raketen inklusiv atomaren Sprengköpfe stationiert waren. Quelle: "Drechsler, Karl: Gegenspieler: John F. Kennedy - Nikita Chruschtschow, Frankfurt 1999" Defiant 15:13, 20. Sep 2006 (CEST)
Kritik
Also, wenn man sich dieses offizielle Dokument aus dem National Security Archive durchliesst http://www.gwu.edu/~nsarchi... fällt auf, dass dieser Artikel hier relativ viele Fehler aufweisst. Das fande ich perönlich äußerst ärgerlich, da ich mich auf die Korrektheit des Artikels verlassen habe, da ja wikipedia einen durchaus seriösen Ruf mittlerweile inne hat.Evtl Fehler bezüglich wer zuerst zurückgezogen hat
Ich will mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber mehrer von mir überprüfte Geschichtsbücher behaupten, dass die SU zuerst die Raketen zurückggezogen hat und nicht die USA. Der Artikel gibt imho eine andere Ansicht wieder. Wer kann das bestätigen oder wiederlegen? Theomega 15:25, 26. Apr 2006 (CEST)
- Wo genau wird denn das im Artikel behauptet? Im Abschnitt "Folgen der Krise" wird doch explizit gesagt dass erst die Russen und dann die Amis ihre Raketen abgezogen haben. Der Zeitraum dazwischen betrug übrigens ca. 6 Monate da Kennedy mit einem zeitlich zu nahen Abzug nicht glaubwürdig als der starke Mann hätte dastehen können.--Gurgelgonzo 20:11, 26. Apr 2006 (CEST)
- Zitat: "Jeder rechnete binnen weniger Stunden mit einem Gegenschlag. Kennedy erklärt sich noch einmal zu weiteren Verhandlungen bereit. Er teilt der Sowjetunion mit, dass er auch einem Abzug der in der Türkei stationierten US-amerikanischen Raketen zustimmen würde, wie es bereits im zweiten - schon förmlicheren - Schreiben von Chruschtschow gefordert worden war.". Ich verstehe das (Evtl auch falsch) so dass Kenedy den ersten Schritt gemacht hat, was ja wohl nicht stimmt. Evtl ist es auch nur schlecht formuliert oder ich versteh es nicht Theomega 21:08, 27. Apr 2006 (CEST)
- Der von dir zitierte Satz bezieht sich nur auf die geheimen Verhandlungen zwischen Kennedy und Chruschtschow. Es wird nicht behauptet dass die USA ihre Raketen zuerst zurückgezogen hätten. However, der Artikel bietet sicher noch Potential für eine sprachliche Überarbeitung.--Gurgelgonzo 23:09, 27. Apr 2006 (CEST)
Druckproblem mit Firefox
Wenn ich versuche, den Artikel mit dem Mozilla Firefox 1.5.0.4 zu drucken, hört der Druck nach der 4. Seite auf. Die 4. Seite ist auch nur noch blank. Der letzte Absatz auf Seite 3 ist der 22. Oktober der Zeittafel. Hat jemand eine Idee? --Cruzer83 16:44, 21. Jun 2006 (CEST)
schon mal den treiber gecheckt, oder ist die patrone eingetrocknet?
- Nene, das ist es nicht! Hab auch versucht, die Seite über nen PDF-Drucker über'n Firefox zu drucken. Nada, funktioniert nicht! Wenn ich die Seite über den InternetExplorer drucke, funktioniert's leider. Ich bin nun aber überhaupt kein iexplore-Fan. --Cruzer83 12:35, 25. Jun 2006 (CEST)
1960
Am 19. Oktober 1960 wurden der Export von Erdöl nach Kuba und Importe aller Waren aus Kuba per Dekret der Regierung verboten
vermutlich ist die US-Regierung gemeint? --Hcii 09:47, 15. Sep 2006 (CEST)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Kubakrise und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).




