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Der Artikel Lettland gehört zur Kategorie: Staat, Lettland
Die Republik Lettland (lettisch Latvijas Republika) liegt in Nordosteuropa, im Zentrum des Baltikums. Lettland grenzt im Süden an Litauen, im Südosten an Weißrussland, im Osten an Russland, im Norden an Estland und im Westen an die Ostsee.
Geographie
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Klimadiagramm Riga Bildherkunft |
Lettland besteht im Wesentlichen aus den vier historischen Regionen Kurland (lettisch: Kurzeme) im Westen, Livland (lettisch: Vidzeme) im Nordosten, Semgallen (lettisch: Zemgale) als schmaler Streifen zwischen Daugava (deutsch: Düna)} und der litauischen Grenze sowie Lettgallen (lettisch: Latgale) im Südosten, und ist zum größten Teil ein bewaldetes Moränen-Hügelland mit zahlreichen Seen und einer langen, wenig gegliederten Küstenebene. Längste Flüsse sind die Daugava und die Gauja (deutsch: Livländische Aa). Die Hauptstadt Riga ist auch in geographischer Hinsicht das Zentrum des dünn besiedelten Landes.
Die Republik Lettland hat eine Fläche von 64.589 km² und ist damit etwas kleiner als Bayern. Sie grenzt im Nordosten auf einer Länge von 343 km an Estland, im Osten auf einer Länge von 276 km an Russland, im Südosten auf einer Länge von 161 km an Weißrussland und im Süden auf einer Länge von 588 km an Litauen. Die Küstenlinie entlang der Rigaer Bucht im Norden und der Ostsee im Westen hat eine Länge von 498 km.
Insgesamt 2.543 km² Fläche werden von Gewässern (Flüsse, Seen, Stauseen) belegt. Vom verbleibenden Land werden etwa 40%, nämlich 24.710 km² agrarwirtschaftlich und etwa 46%, nämlich 28.855 km² forstwirtschaftlich genutzt.
Die Republik Lettland dehnt sich in Ost-West-Richtung 450 km und in Nord-Süd-Richtung 210 km aus. Lettland erstreckt sich zwischen den Geographischen Koordinaten:
- im Norden: 58°05' nördlicher Länge
- im Osten: 28°14' östlicher Breite
- im Süden: 55°40' nördlicher Länge
- im Westen: 20°58' östlicher Breite
Bis zum Jahr 1940 war die Fläche Lettlands um etwa 1.300 km² größer, da die frühere Region "Neu-Lettgallen" (später als Abrehner Region bezeichnet und heute wieder als Pytalowo), welche im Ergebnis des Lettisch-Sowjetischen Friedensvertrages von 1920 zu Lettland kam, ab diesem Jahr von der Sowjetunion und nach deren Zerfall von Russland wieder als zur Region Pskow gehörig betrachtet wurde. DB des Amts für Statistik Lettlands, hier: Geographical Position of the Republic Latvia
Natur
Neben Hirschen, Rehen und Füchsen kommen auch Elche, Wölfe und Biber vor.In Lettland befinden sich drei Nationalparks und vier Naturschutzgebiete. Der mit einer Fläche von 16145 ha kleinste, aber älteste Nationalpark ist der Nationalpark Slitere. Er wurde im Jahre 1921, während der ersten Unabhängigkeit Lettlands, gegründet. Mit einer Fläche von 38114 ha ist der Nationalpark Ķemeri der zweitgrößte. Er wurde nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Lettlands eingerichtet. Mit seinem Gründungsjahr 1997 ist er der jüngste. Der größte Nationalpark ist der Nationalpark Gauja. Er nimmt eine Fläche von 92261 ha ein und wurde im Jahre 1973, während der Zugehörigkeit Lettlands zur Sowjetunion, eingerichtet. DB des Amts für Statistik Lettlands, hier: Nationalparks und Naturschutzgebiete zum Jahresende
Die durchschnittliche Höhe Lettlands beträgt 87 Meter über NN. Der höchste Berg ist der Gaiziņkalns (Gaising) mit 312 Meter ü. NN.
Längste Flüsse
Nach Angaben des Amts für Statistik LettlandsDB des Amts für Statistik Lettlands, hier: Major Rivers fließen in Lettland 17 Flüsse mit einer jeweiligen Länge von über 100 km. Die fünf längsten sind nachstehend aufgeführt:| Nr. | Name | mündet in | Länge in Lettland (km) | Gesamtlänge (km) |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Gauja (deutsch: Livländische Aa) | Rigaischer Meerbusen | 452 | 452 |
| 2. | Daugava (deutsch: Düna) | Rigaischer Meerbusen | 352 | 1005 |
| 3. | Ogre (deutsch: Oger) | Daugava | 188 | 188 |
| 4. | Venta (deutsch: Windau) | Ostsee | 178 | 346 |
| 5. | Iecava (deutsch: Eckau) | Lielupe (deutsch: Kurländische Aa) | 136 | 136 |
Größte Städte
49% der Bevölkerung Lettlands leben in den sieben Großstädten, die mit einem Gesamtterritorium von 673 km² gerade mal 1% der Fläche des Landes einnehmen. Die restliche Bevölkerung lebt in den verschiedenen Landkreisen verteiltDB des Amts für Statistik Lettlands, hier: Resident Population by Region, City and District at the Beginning of the Year.| Nr. | Stadt | Einwohner | Fläche (km²) | |
|---|---|---|---|---|
| 31. März 2000 | 1. Januar 2005 | 1. Januar 2005 | ||
| 1. | Riga (lettisch: Rīga) | 764.329 | 731.762 | 307 |
| 2. | Daugavpils (deutsch: Dünaburg) | 115.265 | 110.379 | 73 |
| 3. | Liepāja (deutsch: Libau) | 89.448 | 86.264 | 60 |
| 4. | Jelgava (deutsch: Mitau) | 63.652 | 66.136 | 60 |
| 5. | Jūrmala (deutsch: Riga-Strand) | 55.718 | 55.603 | 100 |
| 6. | Ventspils (deutsch: Windau) | 43.928 | 44.017 | 55 |
| 7. | Rēzekne (deutsch: Rositten) | 39.233 | 36.798 | 18 |
| Großstädte gesamt | 1.171.573 | 1.130.959 | 673 | |
| Lettland gesamt | 2.377.383 | 2.304.434 | 64.589 | |
Siehe auch: Liste der Städte in Lettland
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte LettlandsPolitik
Lettland ist eine parlamentarische Präsidialrepublik. Die Führung der Staatsgeschäfte, vor allem jedoch die internationale Repräsentation sind die wichtigsten Aufgaben des Präsidentenamtes, das die gewählte Regierung ernennt und entlässt. Die amtierende Präsidentin bzw. der amtierende Präsident fungiert zugleich als Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Es besteht auch ein Gesetzesinitiativrecht, das sporadisch in Anspruch genommen wird. Die Regierungsaufgaben und die Führung des Kabinetts übernimmt jedoch der Premierminister, den die jeweils stärkste Fraktion im Parlament (Saeima) stellt und der von den 100 Abgeordneten gewählt wird.Dieses Parlament wird im Verhältniswahlrecht in freien, gleichen und geheimen Wahlen gewählt. Neben den Direktkandidaten der 26 Wahlkreise in fünf Provinzen fallen an die stärksten Fraktionen noch weitere Mandate, die dann aus der Parteiliste besetzt werden.
Das Kabinett besteht aus 17 Ministerien, den Vorsitz führt der Premierminister, außerdem gehören dem Kabinett die jeweiligen Staatssekretäre sowie die Fraktionsvorsitzenden der regierenden Parteien an, die jedoch über kein Stimmrecht verfügen.
Die Präsidentin bzw. der Präsident nimmt regelmäßig an Sitzungen des Kabinetts und auch der Saeima teil. Die amtierende Regierungskoalition trat als dritte Regierung im Dezember 2004 ihr Amt an. Das von Ministerpräsident Aigars Kalvītis geführte Kabinett setzt sich aus den Fraktionen der Volkspartei (Tautas partija), der Neuen Zeit (JL), Lettlands Erster Partei (LPP) und der Grüne-/Bauern-Union (ZZS) zusammen. Vom politischen Spektrum ist diese Koalition als Mitte-Rechts einzuordnen.
Die Außenpolitik Lettlands ist westlich orientiert; die Beziehungen zu Russland sind eher angespannt.
Lettland ist nach der Entscheidung auf dem EU-Gipfeltreffen am 13. Dezember 2002 in Kopenhagen zum 1. Mai 2004 mit neun weiteren ost-, mittel-, nordost- und südosteuropäischen Staaten in die Europäische Union aufgenommen worden. In einem Referendum am 20. September 2003 stimmte die wahlberechtigte lettische Bevölkerung diesem Vorhaben mit knapp 67 % zu. Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Lettland im April 2004 Mitglied der NATO.
Siehe auch: Liste der politischen Parteien in Lettland, Kabinett Kalvitis
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung LettlandsWirtschaft
BIP
Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts Lettlands liegt seit der Überwindung der Russlandkrise (also ab 2000) stets über 6 %, 2005 waren es 10,2 %. Das war die höchste Wachstumsrate aller EU-Staaten. Das BIP belief sich für 2004 auf 12,8 Milliarden €, das sind pro Kopf 5.600 € und damit (in Euro gerechnet) das Vierfache des Wertes von 1995. Dennoch liegt Lettland damit auf dem letzten Rang in der EU (zum Vergleich: Deutschland 27.200 €).Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Lettland einen Index von 40.9 (EU-25:100) (2003).Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[LINK]
Direktinvestitionen
Die Summe der ausländischen Direktinvestitionen belief sich bis zur Jahresmitte 2004 auf 3,1 Milliarden Euro. Deutschland belegt mit Gesamtinvestitionen von 435 Mio. Euro (I. Quartal 2004; entspricht 15 %) den ersten Rang vor Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen und den USA. Diese Position begründet sich ganz wesentlich in der Expansion der Nord/LB auch nach Lettland (eigene Tochter). Daneben sind folgende Unternehmen große Investoren in Lettland:- Telekommunikation: TeliaSonera (S/SF, Anteile an Lattelekom und LMT (Mobilfunk)), Tele2 (S)
- Energie: Ruhrgas/eon und Gazprom (D und RU/Anteile an Latvijas Gaze), Den Norske Stats (N/Erdöl (Statoil)), Shell (UK-NL/Erdöl), Transneftegaz (RU/Erdöl), Nefte (SF/Erdöl)
- Bankwesen: SEB (S/Anteile an Unibanka), Hansabanka (EE-SF), Vereins- und Westbank (D)
- Immobilien und Einzelhandel: LinstowWarner (N/Immobilien), Preatoni Group (I/u. a. Domina Hotels), Polarbek (USA/Radisson Hotel), Stockmann (SF), Kesko (SF)
- diverse: Rinzai (HKG-SGP/ Acot Industries (Modellbau aus Metall)), SAS (S/DK; Anteile an airbaltic)
Währung und Preise
Die nationale Währung Lettlands ist der Lats (int. Kürzel LVL), der ab März 1993 eingeführt wurde und den Lettischen Rubel ablöste, der als Übergangswährung ein Jahr lang im Umlauf gewesen war. Ein Lats sind 100 Santims.Die Preisentwicklung in Lettland ist seit der wirtschaftlichen Depression (Russlandkrise 1998/99) moderat, schritt aber mit Inflationsraten zwischen 2,5 und 3 % stets schneller voran als in den Nachbarstaaten Estland und Litauen. Mit dem EU-Beitritt und durch das starke Wirtschaftswachstum hat sie sich deutlich erhöht und lag für 2004 bei 6,2 %.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2005 wurde der Lats fest an den Euro zu einem Wechselkurs von 1 EUR = 0,702804 LVL gekoppelt. Die lettische Zentralbank hält den Lats-Wechselkurs in einer Bandbreite von +/- 1 % gegenüber dem Euro bis zur Euroeinführung (geplant: 2008/2009).
Staatsbudget und -defizit
Das Staatsbudget lag 2004 bei 3,9 Mrd. Euro, das Defizit bei 162 Mio. Euro, das sind 1,5 % des BIP. Den wechselnden Regierungen ist es somit gelungen (unterstützt vom starken Wirtschaftswachstum) die Neuverschuldung, die 1999 auf dem Höhepunkt der Russlandkrise noch bei 8,3 % des BIP gelegen hatte, kontinuierlich zu verringern.Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für- das Gesundheitswesen bei 11%
- das Bildungswesen bei 5%
- das Militär bei 3%
Außenhandel
Die Exporte beliefen sich 2004 auf gut 3,15 Mrd. Euro, die Importe auf gut 5,7 Mrd. Euro. Das Defizit in der Handelsbilanz beträgt damit beachtliche 2,55 Mrd. Euro, das sind gut 80 % des Exportwertes oder bald ein Viertel des BIP. Durch positive Bilanzen bei Dienstleistungen sowie bei Direktinvestitionen und sonstigen Transferleistungen reduziert sich dieses Defizit in der Zahlungsbilanz zwar, bleibt aber bei knapp 1,35 Mrd. Euro weiterhin hoch bzw. hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt. Insgesamt hat sich der Außenhandel in gut vier Jahren verdoppelt. 2004 hat sich insbesondere der Warenaustausch mit den unmittelbaren Nachbarstaaten (Estland, Litauen, Russland, Belarus, Polen) intensiviert. Hauptexportländer sind (2004) Großbritannien (13 %), Deutschland (12 %) und Schweden (10 %), Hauptexportprodukte Holz und Holzprodukte (über 30 % der Exporte), Metalle und Metallprodukte (14 %) sowie Textilien (11 %). Hauptimportländer sind Deutschland (14,5 %), Litauen (12,5 %) und Russland (9 %), Hauptimportgüter Maschinen und Elektrogeräte (20 %), Mineralprodukte (v. a. Erdöl, 13 %) und Fahrzeuge (11 %).Produktionszweige
Das verarbeitende Gewerbe trägt ein Viertel zum BIP Lettlands bei. Wichtige Industriezweige sind:- Maschinen- und Fahrzeugbau: Waggons, Omnibusse, Waschmaschinen
- Nahrungsmittelindustrie
- Metalle und Metallprodukte
- Textilindustrie
- Holzverarbeitung und Papier
- Dünger
Siehe auch: Tourismus in Lettland
Energie
Lettland erzeugt Elektrizität zu gut zwei Dritteln aus Wasserkraft, die aus drei Wasserkraftwerken an der Daugava stammt. Die restliche selbst erzeugte Elektrizität stammt aus zwei großen Verbrennungskraftwerken bei Riga (TEC-1 und TEC-2), die ein Gemisch aus Schweröl, Erdgas und Torf verbrennen. Torf ist (neben Holz) der einzige primäre Brennstoff, den Lettland selbst produziert, und trägt ein gutes Fünftel zur Energie aus fossilen Brennstoffen bei. Erdöl, Erdgas und Kohle müssen vollständig (meist aus Russland) importiert werden. 40 % des Energiebedarfs wird durch importierten Strom aus Estland (Strom aus Ölschieferkraftwerken bei Narva) und Litauen (Atomstrom aus Kernkraftwerk Ignalina) gedeckt. Die deutsche Firma Preußen Elektra hat zwar bereits 1995 einen Pilot-Windpark an der Grenze zu Estland bei Ainaži errichtet, dem ein größeres Projekt bei gefolgt ist, doch ist die Einspeisung von Windenergie noch vernachlässigbar gering.Neben dem eigenen Energieverbrauch ist Lettland auch ein bedeutendes Transitland für Energie. Von Polock in Weißrussland verlaufen zwei Erdöl-Pipelines nach Ventspils an der Ostsee sowie eine über lettisches Territorium nach Mažeikiai in Litauen. Betreiber ist das lettisch-russische Joint-Venture LatRosTrans. Die Endstation der Pipeline, Ventspils, ist (noch) der größte Verladehafen für Erdöl und Erdölprodukte in der Ostsee. Allerdings hat Russlands staatliches Öltransportunternehmen Transneft, das auch an LatRosTrans beteiligt ist (siehe Direktinvestitionen), aus wirtschaftspolitischen Gründen seit 2003 die Pipeline trocken gelegt (Transneft erklärt jedoch, dass die Pipline Lecks enthält), um eigene Ölhäfen in Russland (Primorsk bei St. Petersburg, Kaliningrad) zu bevorzugen. Der Ersatztransport über die Schiene konnte diesen Verlust naturgemäß nicht auffangen.
Verkehr
Eisenbahn
Größte Eisenbahngesellschaft ist die Latvijas Dzelzceļš (LDZ). Sie operiert nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen und konzentriert sich auf den Transport von Gütern (aus Russland) zu den lettischen Häfen, der ÖPNV hat auf der Schiene an Bedeutung verloren. Latvijas Dzelzceļš betreibt ein sternförmig auf Riga ausgerichtetes Streckennetz in 1.524mm Spurweite. Im Personenverkehr wird der S-Bahn-ähnliche Vorortzugverkehr im Großraum Riga und die Verbindungen über Daugavpils nach Russland, Weißrussland und Litauen bedient, im Güterverkehr kommen noch einige Strecken nach Ventspils und hinzu.Flugverkehr
Wichtigste Fluggesellschaft ist AirBaltic, die vor allem Ziele in Nord-, Mittel- und Westeuropa anfliegt.Sie hat ihren Sitz am Flughafen Riga, dem größten der drei Flughäfen des Landes.
Straße
Das Straßennetz ist dreistufig gegliedert:- Die Hauptverkehrsadern werden durch 15 Staatliche Hauptstraßen ( bis ) gebildet, welche - wie das Eisenbahnnetz - sternförmig auf Riga ausgerichtet sind.
- Zwischen den und innerhalb der Verwaltungsbezirke Lettlands verlaufen 133 "Staatsstraßen 1. Ordnung" ( bis ) und
- sonstige Verbindungsstraßen als "Staatsstraßen 2. Ordnung", von denen es 1489 gibt ( V 1 bis V 1489).
Die Staatlichen Hauptstraßen sind autobahnartig ausgebaut. Sie sind etwa mit Deutschlands Bundesstraßen vergleichbar. Ein großer Teil des Personenverkehrs wird mit dem Omnibus, auf einem dichten und gut frequentierten Netz abgewickelt. Der Individualverkehr nimmt an Bedeutung stetig zu.
Lettland hat eine der geringsten Straßenverkehrsdichten in Europa. Der Anteil von staatlichen Straßen beträgt 312 m/km². Der Anteil von allen Straßen beträgt 1.081 m/km²Roads in Latvia. Lettland hält aber den Spitzenplatz bei den Verkehrstoten.
siehe auch: Lettlands Staatsstraßen
Schiffsverkehr
Wichtigste Seehäfen sind Riga, Liepāja und Ventspils. Von hier aus wird unter anderem russisches Erdöl verschifft. Daneben bestehen Fährverbindungen nach Schweden, Dänemark und Deutschland.Bevölkerung
Neben der lettischen Mehrheitsbevölkerung (59 %) gibt es eine starke russische Minderheit (28,6 %) und kleine, meist russischsprachige Gruppen wie Weißrussen (3,9 %) und Ukrainer (2,6 %) sowie Polen (2,4 %) und Litauer (1,4 %) (Lettisches Amt für Staatsbürgerschafts- und Migrationsangelegenheiten, Januar 2005). Dazu kommt die Minderheit der ca. 1.500 Liven, vor allem in Riga und einigen kurländischen Küstendörfern, sowie Minderheiten von Esten, Deutschen, Roma und Tataren.| + Lettlands Bevölkerung nach ethnischer Herkunft 1935-2005 in Tausend | ||||||||||||||
| 1935* | 1959 | 1970 | 1979 | 1989* | 2000* | 2005 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ethnische Herkunft | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent |
| Letten | 1 467,0 | 77,0 | 1 297,9 | 62,0 | 1 341,8 | 56,8 | 1 344,1 | 54,0 | 1 387,8 | 52,0 | 1 370,7 | 57,7 | 1 357,1 | 58,8 |
| Russen | 168,3 | 8,8 | 556,4 | 26,6 | 704,6 | 29,8 | 821,5 | 32,8 | 905,5 | 34,0 | 703,2 | 29,6 | 669,7 | 28,6 |
| Juden | 93,4 | 4,9 | 36,6 | 1,7 | 36,7 | 1,6 | 28,3 | 1,1 | 22,9 | 0,9 | 10,3 | 0,4 | 9,9 | 0,4 |
| Deutsche | 62,1 | 3,3 | 1,6 | 0,1 | 5,4 | 0,2 | 3,3 | 0,1 | 3,8 | 0,1 | 3,5 | 0,1 | 3,9 | 0,2 |
| Polen | 48,6 | 2,6 | 59,8 | 2,9 | 63,0 | 2,7 | 62,7 | 2,5 | 60,4 | 2,3 | 59,5 | 2,5 | 56,5 | 2,5 |
| Weißrussen | 26,8 | 1,4 | 61,6 | 2,9 | 94,7 | 4,0 | 111,5 | 4,5 | 119,7 | 4,5 | 97,1 | 4,0 | 88,3 | 3,8 |
| Litauer | 22,8 | 1,2 | 32,4 | 1,5 | 40,6 | 1,7 | 37,8 | 1,5 | 34,6 | 1,3 | 33,4 | 1,4 | 31,7 | 1,4 |
| Esten | 6,9 | 0,4 | 4,6 | 0,2 | 4,3 | 0,2 | 3,7 | 0,1 | 3,3 | 0,1 | 2,6 | 0,1 | 2,5 | 0,1 |
| Roma | 3,8 | 0,2 | 4,3 | 0,2 | 5,4 | 0,2 | 6,1 | 0,2 | 7,0 | 0,3 | 8,2 | 0,3 | 8,5 | 0,4 |
| Ukrainer | 1,8 | 0,1 | 29,4 | 1,4 | 53,5 | 2,3 | 66,7 | 2,7 | 92,1 | 3,4 | 63,6 | 2,7 | 59,0 | 2,6 |
| Andere | 4,2 | 0,2 | 1,8 | 0,1 | 2,7 | 0,1 | 3,8 | 0,2 | 29,4 | 1,0 | 25,0 | 1,1 | 28,4 | 1,2 |
| Gesamt | 1.905,9 | 100,0 | 2.086,4 | 100,0 | 2.352,7 | 100,0 | 2.489,5 | 100,0 | 2.666,6 | 100,0 | 2.377,4 | 100,0 | 2.306,4 | 100,0 |
* Ergebnis der Volkszählung des entsprechenden Jahres
Russische Minderheit
Insbesondere sorgt der von der russischen Minderheit als Diskriminierung empfundene Umgang der lettischen Regierung mit der Staatsbürgerschaft seit Jahren für andauernde Konflikte, da nach Lettlands Unabhängigkeit nur diejenigen die lettische Staatsbürgerschaft erhielten, die entweder vor 1940 auf lettischem Boden geboren worden waren oder direkte Nachkommen solcher Personen sind. Das für alle Übrigen seit 1. Februar 1995 gültige Einbürgerungsverfahren ("Naturalisierung") besteht aus einem Sprachtest und Examen in lettischer Geschichte und Verfassungskunde. Das gilt auch für Personen, die schon seit Jahrzehnten in Lettland leben oder gar dort geboren wurden.Im Gegensatz zu den Letten, von denen etwa 80% zweisprachig leben, also sowohl ihre Muttersprache als auch Russisch verstehen, sprechen und schreiben, lebt nach offiziellen Angaben etwa die Hälfte der russischen Minderheit in Lettland einsprachig, was bedeutet, dass sie die lettische Sprache weder sprechen noch lesen können.
Teils wegen der als anspruchsvoll empfundenen Sprach- und anderen Tests, teils aus Desinteresse, teils aus prinzipiellem Protest haben sich viele Russischsprachige (Russen, Weißrussen, Ukrainer) bis heute nicht einbürgern lassen (über die Hälfte). Sie erhalten als so genannte "Nicht-Staatsbürger" eigene Pässe, die ihnen zwar ein uneingeschränktes Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Lettland sowie den Schutz durch den lettischen Staat sichern, andererseits bleiben sie von Wahlen (bislang auch Kommunalwahlen, allerdings umstritten) ausgeschlossen und brauchen für Reisen in die EU ebenso wie nach Russland ein Visum.
Großen Aufruhr unter der russischsprachigen Bevölkerung verursachte die Einführung lettischsprachigen Unterrichts auch an den russischen Schulen: beginnend mit den 10. Klassen müssen seit dem Schuljahr 2004/5 in der Oberstufe mindestens 60 % des Unterrichts auf Lettisch abgehalten werden. Zahlreiche Mahnungen seitens des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte haben in den letzten Jahren zu verstärkten Bemühungen seitens des Staats geführt, die Einbürgerungsraten zu erhöhen. Durch den EU-Beitritt ist die Attraktivität des lettischen Passes (Reisefreiheit) für Russen ebenfalls gestiegen. Dennoch stehen den bisher knapp 100.000 Einbürgerungen seit 1995 gut 400.000 "Nicht-Staatsbürgern" gegenüber - 17 Prozent der lettischen Bevölkerung.
Ein weiterer Streitpunkt ist die vor allem bei älteren Letten vorzufindende Verklärung der deutschen Besetzung Lettlands im Zweiten Weltkrieg, die in Paraden von lettischen Waffen-SS-Veteranen mündet und die das Geschichtsverständnis insbesondere der Russen provoziert, die in den Deutschen die Faschisten und in der Roten Armee die Befreier Lettlands sehen.
Sprache
Hauptartikel: Lettische SpracheKultur und Gesellschaft
Lettland wird kulturell vor allem nordeuropäisch beeinflusst. Die Altstädte weisen die typischen im Raum der Hanse verbreiteten Elemente auf. Auch die aktuelle lettische Kultur besitzt vielfältige Beziehungen zu Schweden und Finnland, vor allem aber zum norddeutschen Kulturraum.Seit der Reformation ist die wichtigste Religion im westlichen und im zentralen Teil des Lettlands die evangelisch-lutherische; nur das östliche Teil Lettgallen ist mehrheitlich katholisch, da es historisch mit Litauen und Polen verbunden ist. Beide Kirchen spielten eine wichtige Rolle in der "Singenden Revolution", erhielten in dieser Zeit viele neue Mitglieder. Die Ev.-lutherische Kirche Lettlands entwickelt sich jedoch gegenwärtig in eine sehr konservative Richtung, die viele wieder abschreckt: sie duldet in ihren Reihen keine Toleranz gegenüber Homosexuellen und anderen "Sündern", lehnt Frauenordination ab, versucht wissenschaftliche Denkweisen zu bekämpfen. Damit begibt sie sich in eine gegensätzliche Position zu der lettischen Exil-Kirche (zum Beispiel in Schweden, Deutschland oder USA).
Lettland ist besonders bekannt für seine Folklore und Volksmusik-Kultur, in der vorchristliche Vorstellungen der altlettischen Religion eine zentrale Rolle spielen. Von den typischen Dainas — meist vierzeiligen, nicht gereimten Lieder zu allen nur erdenklichen Themen von der Mythologie bis zu den Niederungen des Alltags — sind inzwischen über eine Million gesammelt worden, was im Verhältnis zur Bevölkerungszahl Weltspitze sein dürfte. Die Niederschrift dieser bis dahin mündlichen Überlieferung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Krišjānis Barons begonnen; sein eigens dafür gefertigter Daina-Schrank gilt heute als eine Art Nationalheiligtum. Viele alte, jedoch bis heute lebendige Bräuche und Dainas ranken sich um das Mittsommerfest Jāņi am 23. Juni, das in Lettland ein staatlicher Feiertag ist.
In Rīga (während der Sowjetzeit an verschiedenen Orten im Ausland) findet alle fünf Jahre ein großes Sängerfest statt, an dem mehrere tausend lettische, exil-lettische und internationale Chöre teilnehmen.
Wie bei den meisten sehr kleinen Völkern findet sich auch bei den Letten ein sehr ausgeprägtes Nationalgefühl.
Ähnlich wie in Estland war die Stadtkultur und der Großgrundbesitz bis zur Umsiedlung der deutschen Minderheit deutschsprachig - und damit für Jahrhunderte auch die Intelligenz des Landes. Die vormals kulturell bedeutende jüdisch-jiddische Minderheit spielt heute im öffentlichen Leben ebenfalls keine Rolle mehr.
Sport
In Lettland wird gerne Eishockey gespielt. Daneben ist Basketball beliebt, während Fußball erst seit der erstmaligen EM-Qualifikation 2004 eine größere Beachtung findet, besonders das Nationalteam. Siehe auch: Fußball in LettlandLiteratur
Hauptartikel: Lettische Literatur, siehe: Liste lettischer SchriftstellerBesonderes
In Lettland stand nach Ansicht einiger Forscher im Jahre 1510 der erste Weihnachtsbaum der Welt. Andere legen diese Erfindung jedoch ins elsässische Straßburg.Quelle
Siehe auch
- Portal:Lettland
Weblinks
- Linksammlungen zu Lettland, zusammengestellt vom Osteuropa-Netzwerk
- Übersicht
- Reisebericht aus Lettland als Teil einer Weltreise
- Linksammlung des Lettland-Instituts zu lettischen Behörden, diplomatischen Missionen, Regierungs- und Nichttregierungsorganisationen, lettischen Suchmaschinen, Nachrichtenagenturen, Medien, wissenschaftlichen Einrichtungen und Kirchen.
- Lettische Literatur in deutscher Übersetzung
- Baltikum Tourismus Zentrale Fremdenverkehrsamt Estland Lettland Litauen
- Liniennetz der Eisenbahn
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Lettland
Politik
Unter Politik findet sich erschreckend wenig von der 2-Klassen-Gesellschaft in Lettland, der Verehrung der Nazis, dem rechtsextremen, nazistischem Regime dort und den Denkmälern für gefallene SS-Soldaten (Denkmäler für Juden gibt es keine). Vor diesen Denkmälern stehen Soldaten in SS-Uniform Wache, wie mir ein Freud aus Lettland berichtete, der von dort wegen seiner Staatenlosigkeit geflohen ist, trotz der Tatsache, dass er und seine Eltern schon immer dort gelebt haben (sie sind Juden). Was ist das für ein Land?- Die Uniformen in Lettland sind keine SS-Uniformen - was für ein Blödsinn! Das sind Uniformen wie aus dem freien Lettland von 1918. --Donna1510, 17:08, 7. Apr 2006. Unterschrift nachgetragen --Gf1961 18:53, 7. Apr 2006 (CEST)
- Meiner Meinung nach so schlimm ist es dort auch wieder nicht. Man hatte bloß eine krankhafte Reaktion auf die Wiederherstellung der Unabhängigkeit und hatte eine quasi Allergie auf alles, was mit der Sowjetzeit zu tun hatte - ob russischsprechende oder der in der UdSSR von den Kommunisten stark genutzte 2.Weltkrieg-Kultus. Das ist eine Art Inertion und wird vergehen, neuere Generationen sind nicht mehr so radikal gestimmt --Czalex 23:36, 28. Jan 2005 (CET)
- An den ersten Beitrag: Es gibt Denkmäler in Riga, die an die Verbrechen gegen die lettischen Juden erinnern sollen, so z.B. eine Synagoge im Zentrum Rigas, von der nur noch die Grundmauern erhalten sind, ein Gedenkstein ist dort ebenfalls aufgestellt! Außerdem muss man die besonderen Verhältnisse in Lettland kennen, um das Thema ganz zu verstehen (auch wenn eine Verherrlichung der SS immer verkehrt ist). Da die fast 50-jährige sowjetische Okkupation für die Letten ein völkerrechtliches Verbrechen darstellt wird/wurde die SS als Kraft angesehen, die gegen rote Armee und damit den (zukünftigen) Besatzer gekämpft hat, und da der Feind meines Feindes mein Freund ist, wird die Rolle der SS von manchen Letten als positiv aufgefasst (losgelöst von rassistisch-faschistischer Ideologie). Dass diese Ansicht natürlich kurzsichtig ist sollte jedem klar sein und Verherrlichung von SS ist immer verkehrt, dieser Beitrag soll aber das Thema und Ursachen etwas differenzierter darstellen! --Plek2 23:24, 12. Dez 2005 (CET)
Die Rolle russischer Kultur und der russischen Minderheit wird im Artikel stark unterschätzt. Russen machen ein ganzes Drittel der Bevölkerung Lettlands aus! Und zusammen mit anderen Russischsprechern macht das fast die Hälfte! Jeder zweite Einwohner Lettlands ist Russischsprecher, in Riga hört man Russisch überall auf den Straßen und bei Daugavpils ist Russisch (früher Weißrussisch) gar die Sprache No 1. Eine der bedeutenden Sehenswürdigkeiten Rigas ist eine alte orthodoxe Kathedrale. Und im Artikel wird der Jahrhundertelange Russische kulturelle Einfluss nicht einmal erwähnt! Ich bitte dies zu ergänzen, man muss ja objektiv sein.
Man kann damit rechnen, dass künftig der Einfluss der russisch(sprechend)en Minderheit in Lettland nur steigen wird – die wichtigsten Unternehmen sind schon längst in Händen von Lettlandrussen. Der Hass der Letten gegenüber Russen vergeht, und auch die Lettlandrussen selbst idntifizieren sich längst mit keinem Land, außer Lettland, sind damit seit Langem keine Agente russischer Interessen im Land (wenn sie dazu von Letten nicht provoziert werden).--Czalex 23:36, 28. Jan 2005 (CET)
Mag sein, dass ihr Einfluss insoweit steigen wird, dass sie integriert werden. Damit hängt meiner Ansicht nach aber auch die Assimilation zusammen. Ich denke nicht, dass Russisch in 20 Jahren in Riga noch so verbreitet sein wird wie heute, einfach weil die Sprache schon rein optisch im öffentlichen Leben nicht mehr existiert. Im Jahr 2003 sah ich in Riga eine einzige russischsprachige Aufschrift, und zwar einen Werbetext auf einem Taxi. Ich denke wirklich, dass in 20 bis 30 Jahren hauptsächlich noch die Familiennamen an die "vielen Russen" aus Sowjetzeiten erinnern werden. In Lettgallen (um Daugavpils) liegt die Sache insofern anders, dass dort schon immer weißrussische und russische Bevölkerungsteile lebten und eben regional auch die Mehrheitsbevölkerung stellten. Vielleicht wird es dort in einigen Jahren auch einen gewissen Minderheitenschutz für diese Ethnien geben, sobald die Letten emotional dazu bereit sind. Insgesamt gesehen wird Lettland aber wieder richtig lettisch werden. Erst vor kurzem sah ich den Kriminalfilm "Hunde von Riga" von Henning Mankell, der 1996 in Riga gedreht wurde, und man sah noch sehr viele russische Aufschriften. Dies hat sich bereits gründlich geändert und deshalb werden sich auch die Sprachgewohnheiten der in Riga lebenden Russen mit der Zeit ändern. Gruß, Hanno Meissner 19:03, 31. Jan 2005 (CET)
Nachdem deutsche Soldaten in Lettland einmarschiert waren, stieg die Anzahl deutscher Aufschriften steil an, fiel aber nach Vertreibung der Nazitruppen ebenso steil wieder ab. Kann man also aus der Anzahl der öffentlich sichtbaren Aufschriften irgendwas über die Zukunft und den inoffiziellen Sprachgebrauch schliessen ? Von der Oberschicht verordnete Scheinsprachen konnten sich bisher nirgends durchsetzen, das wird hier auch nicht anders sein. Didi
Wenn man verstehen will, warum die Letten auf die Russen nicht sonderlich gut zu sprechen sind, dann sollte man das "Museum der Okkupation" gleich am Marktplatz von Riga besuchen. Da erfährt man auch, dass die Nazis geplant haben, nach einem Sieg im 2. Weltkrieg 160.000 Deutsche in Lettland anzusiedeln - die Russen haben 840.000 Menschen nach Lettland gebracht - kein Wunder, dass die Letten diese Überfremdung wieder kontrollieren möchten. Dass man von den Letten von Seiten der Europäer nun eine gewisse Russenfreundlichkeit erwartet, kommt mir so vor, als würde man von den Holländern Deutschfreundlichhkeit erwarten, wenn wir ihr Land 50 jahre lang besetzt und 840.000 Deutsche im Land angesiedelt und Amsterdam mehrheitlich in eine deutsche Stadt verwandelt hätten. Euripides9
- Ziemlich pauschale Vorurteile und Fantasien. Der Unterschied ist aber der, dass es keine Feindschaft der Letten gegen die Russen gibt, sondern regelmässige Dauer-Hetzkampagnen der Lettischen Oberschicht und der lettischen Regierung gegen die Russischstämmigen Einwohner, um sich angesichts der zumeist desolaten Wirtschaftslage und katastrophalen Arbeitslosigkeit länger an der Macht halten zu können. Sie versuchen aus diesem Grund das Land, die Unterschichten und Mittelschichten rassisch und ethnisch zu spalten, und gegeneinander auszuspielen, nach dem Prinzip Teile und Herrsche und sie wird dabei tatkräftig von Regierungskreisen aus Deutschland, EU und USA unterstützt. Und die 840.000 Russen sind nicht aus Spass an "Überfremdung" oder aus Spass am Siedeln dort hingezogen, sondern weil nach 1945 für die dort bestehenden und später neu aufgebauten Betriebe die einheimischen Fachkräfte und Hilfskräfte bei weitem nicht ausreichten. Man erinnere sich: In der UdSSR gab es nicht Mangel an Arbeit, sondern Mangel an Arbeitskräften. Und nachdem mehrere Hunderttausend Letten (jüdischer und anderer Abstammung, falls Abstammung für dich wichtig ist) durch Deutschland in Lettland ermordet worden waren, herrschte dort naturgemäss sehr grosser Mangel an Arbeitskräften. Daneben sollte man auch daran erinnern, dass im Laufe der 60 Jahre seit 1945 auch Hunderttausende Letten in andere Sowjetrepubliken und in andere Länder migrierten und dort Aufnahme fanden, sowie Arbeit, Lohn, Wahlrecht und volle Staatsangehörigkeit. Gerade auch heutzutage gibt es zehntausende Letten jährlich, die in die EU, nach Russland und anderswohin migrieren, gefördert und begünstigt von der lettischen Regierung, die sich der Arbeitslosen und Unzufriedenen entledigen kann und zudem rückfliessende Gelder von den Migranten erhofft. Also bitte nicht mit zweierlei Mass messen. Für die Einwanderung und staatlich geförderte Einfuhr hunderttausender westdeutscher Beamter und Angestellter in die DDR in nur wenigen Jahren trotz der dortigen hohen Arbeitslosigkeit scheinst du jedoch grosses Verständnis aufzubringen. Und bereits vor 1990 sind 200.000 bis 300.000 Westdeutsche in die DDR geflüchtet. Schon gewusst, dass das von dir gebrauchte Wort Überfremdung ein ideologischer Leitbegriff der Neonazi-Szene ist ? 213.7.178.173 19:55, 5. Jun 2005 (CEST)
- Meines Wissens leben in allen Ländern dieser Welt nicht nur Einwohner, die auf dem jeweiligen Territorium geboren wurden, sondern eben auch Einwohner, welche dorthin zuwanderten. Die Frage ist aber wohl eher die, wie ich als Zugewanderter bereit bin, mich an die Situation am jeweiligen Ort anzupassen. Soweit ich weiß, sprechen die aus Lettland ausgewanderten Letten am Ort ihres neuen Wohnsitzes früher oder später auch die Sprache der Alteingesessenen. Und wenn die russischstämmigen Einwanderer in Lettland bereit sind, eben auch die örtliche Sprache zu sprechen, dann hat wohl auch niemand ein Problem damit. Wer aber in ein anderes Land einreist und dort verlangt, man möge doch seine Sprache zur offiziellen Sprache erklären, wird wohl in jedem Land auf mehr oder weniger großen Widerstand stoßen. --Exxu 10:50, 15. Dez 2005 (CET)
Juden in Lettland
Die Formulierung ist aus einigen Gründen nicht sonderlich gut. Erstens macht "sie wurden von Hitlerdeutschland" das ganze relativ "simpel" und "komplett" .. es hört sich so an, als auf einen Schlag die Juden im Lande vollständig vernichtet wurden. Es dauerte jedoch wesentlich Länger als dies .. und es gab auch Überlebende - die die sich gut genug versteckten. Auch wenn es leider nicht viele waren.
Zweitens ignoriert man so die Rolle des Stalinismuses. Die Sowjetunion deportierte in der ersten Besetzung Lettlands gut 20% der Jüdischen Bevölkerung nach Sibirien - weiß Gott warum und wozu. Die Ironie der Sache ist, dass Deportation für diejenigen ein Glückssegen war, da es im Gulag anders als im KZ noch die ~20%% Überlebenschance gab. Also gab es hier 1) eine ganze Reihe von Juden, welche ermordet wurden - jedoch von der Sowjetunion, nicht von Hitlerdeutschland 2) eine ganze Reihe von überlebenden, welche sich jedoch oft nicht in die Gesellschaft in Lettland zurückintegrieren konnten und oft nicht zurückkehrten.
Drittens gibt es im heutigen Lettland sehr wohl eine Großzahl von Juden - Russischsprachige, deren Familien nach 1945 nach Lettland kamen, welche nicht die jiddische Verbindung haben, die die Lettischen Juden vormals hatten. Also kann man nicht wirklich sagen, dass "die Juden" in Lettland ermordet wurden, auch wenn viele dies wurden, da es im Lettland von heute sehr wohl eine Großzahl von Juden gibt. Es ist nur die Jiddische Kultur und Sprache in Lettland größtenteils verloren gegangen.
Ich werde versuchen eine bessere Formulierung zu Finden ChiLlBeserker 12:58, 6. Jun 2005 (CEST)
- Stammt das aus dem Handbuch für JuNa-Anhänger ? 213.7.181.83 09:28, 12. Jun 2005 (CEST)
Kultur
Der Abschnitt "Kultur" wird unter "Kultur und Gesellschaft" abgesehen vom letzten Absatz wortwörtlich wiederholt, daher sollte ersterer gelöscht werden. Daerwainion 15:38, 19. Aug 2005 (CEST)
- wurde irgendwannmal erledigt. --Gf1961 19:15, 7. Apr 2006 (CEST)
Suche Infos von Biruta Baumane. Hat jemand einen Link?
Stadt, Land, Fluss in Lettland
Ich habe mir erlaubt, die Tabellen zu Staedten und insbesondere Fluessen in Lettland zu kuerzen, um den Artikel etwas straffer zu gestalten. Dies wird ausserdem den Ueberschriften "Groesste Fluesse" und "Groesste Staedte" eher gerecht. Vielleicht solte man auch die Tabelle zu Lettlands Bevölkerung nach ethnischer Herkunft nach den aktuellen Zahlen sortieren anstatt nach den Angaben von 1935. Aber an die Tabelle trau ich mich nicht ran.. ;) --Narva 10:10, 20. Mär 2006 (CET) 10:09, 20. Mär 2006 (CET)
- Sehe ich gar nicht mal als so schlimm an, zumal die besonders wichtigen Gruppen Letten und Russen ohnehin oben stehen. Schlimmer finde ich, daß die Anzahlangaben für 2001 fehlen. Ist die Gesamtanzahl 2001 unbekannt oder fehlte der Taschenrechner ? --J. Patrick Fischer 12:08, 20. Mär 2006 (CET)
- Ich hab mal die Volkszählungsergebnisse von 2000 und die Bevölkerungszahlen vom 1.1.2005 nachgetragen. Nun ist also auch die Anzahl drin. --Exxu 14:38, 20. Mär 2006 (CET)
Deutsche in Lettland
Ich wüsste gern mehr über die Deutschen in Lettland! Sind sie eine alteingesessene Minderheit oder sind es auch Russlanddeutsche? Simon Mayer.
- Schau Dir mal das hier an, [LINK]. --Gf1961 11:46, 26. Jul 2006 (CEST)
- Es sind also einige Baltendeutsche, mehrheitlich Russlanddeutsche und aber auch "Aussteiger" aus Deutschland - also Deutschlanddeutsche --Exxu 11:50, 26. Jul 2006 (CEST)
- Während die Historie der Deutschen im Baltikum )und damit auch in Lettland) sehr gut und ausführlich untersucht ist, ist die gegenwärtige Situation sehr unübersichtlich. Auch die Deutsche Botschaft in Riga kann kaum zuverlässige Informationen liefern. Es ist aber interessant zu beobachten, dass insbesondere die Zahl der "neuen Baltendeutschen" immer deutlicher ansteigt. --Narva 20:01, 8. Aug 2006 (CEST)


