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Der Artikel Lili Marleen gehört zur Kategorie: Lied, Zweiter Weltkrieg
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Denkmal für Lili Marleen und Lale Andersen auf Langeoog Bildherkunft |
Lili Marleen ist ein Lied, das in der Fassung von Lale Andersen berühmt wurde. Der Hamburger Schriftsteller und Dichter Hans Leip schrieb den Text im Ersten Weltkrieg vor seiner Abfahrt an die russische Front Anfang April 1915, während einer Wache vor der Gardefüsilierkaserne in der Kesselstrasse in Berlin. Er war verliebt in zwei Mädchen - Lili und Marleen -, die sich in dichterischer Freiheit zu einer einzigen zusammenfügten. 1937 fügte Leip die letzten beiden Verse hinzu und das Gedicht wurde in seinen Gedichtband Die kleine Hafenorgel aufgenommen. Mit der Vertonung gelang dem Komponisten Norbert Schultze 1938 einer der größten Liederfolge aller Zeiten. Zuvor war das Gedicht schon von Hans Leip selber und von dem Münchener Komponisten Rudolf Zink vertont worden.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Lied erst vom Soldatensender Belgrad, dem dortigen Sender der Wehrmacht, jeden Abend gesendet. Man hatte bei der Übernahme der Station einige Platten vom Wiener Rundfunk erbeten und einiges erhalten, das selten gespielt wurde - darunter Lili Marleen, gesungen von Lale Andersen, der Lili-Marleen-Interpretin schlechthin. Man spielte diese Platte aus Mangel an anderen öfter, bis von Berlin Einspruch erhoben wurde und man es unterließ. Kurze Zeit später kamen von allen Frontseiten Anfragen, warum man Lili Marleen nicht mehr spiele. Und danach wurde sie jeden Abend um die gleiche Zeit gespielt, kurz vor 22 Uhr.
Bald breitete sich das Lied über alle anderen Wehrmachtssender aus. So wurde Lili Marleen, obwohl das NS-Regime das Lied wegen seines "morbiden und depressiven" Textes vorübergehend verbot, zu einem "Schicksalslied" des Zweiten Weltkriegs, ähnlich Waltzing Matilda, das im ersten Weltkrieg eine solche Bedeutung erlangt hatte.
Auch unter den alliierten Soldaten wurde Lili Marleen gesungen. Als Marlene Dietrich das Lied vor amerikanischen Soldaten sang und es damit bei den Truppen der Alliierten populär machte, störte es niemanden, dass vom gleichen Komponisten die Musik für Propagandamärsche wie Bomben auf Engeland oder das U-Boot-Lied geschrieben wurde.
1944 wurde in England ein Film mit dem Titel The True Story of Lili Marleen gedreht - das Lied ging in gegen 40 Übersetzungen um die Welt. Vier Jahre nach dem Krieg verbat sich Winston Churchill das Lied von einer Tanzkapelle an der Riviera. Und General Eisenhower sagte, Leip sei der einzige Deutsche gewesen, der während des Krieges der ganzen Welt Freude gemacht habe.
Obwohl das Lied aus dem Blickwinkel eines Soldaten geschrieben ist, wird es meistens von Sängerinnen vorgetragen, unter anderem auch von Greta Garbo. Moderne Fassungen des Liedes gibt es unter anderem von Atrocity aus dem Jahr 2000, von der italienischen Gruppe Camerata Mediolanese und im Jahr 2005 von der deutschen Band Eisregen.
Die ungebrochene Popularität kann man an den anfallenden GEMA-Gebühren sehen: So erhielt die Witwe des Texters Hans Leip in den 80er Jahren rund 60.000 Schweizer Franken pro Jahr aus dieser Quelle.
1981 drehte Rainer Werner Fassbinder einen Film gleichen Namens, in dem er die fiktive Geschichte der Kabarettsängerin Willie und ihres jüdischen Geliebten erzählt, die während des Zweiten Weltkriegs das Lied Lilli Marleen populär machen.
Weblinks
- Lili Marleen, gesungen von Lale Andersen
- "The Official Lili Marleen Page" (deutsch/englisch)
- Geschichte des Liedes (größtenteils englisch)
- (über Fassbinders Film)
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