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Der Artikel Loja Dschirga gehört zur Kategorie: Geschichte (Afghanistan), Parlament (Asien)
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Delegierte der Loja Dschirga 2002 Bildherkunft |
Die Loja Dschirga, Loya Jirga(h) oder Loya Gerga (لويه جرگه), ist die große Versammlung, die in Afghanistan zur Klärung der großen nationalen Fragen abgehalten wird.
Das Wort "Loya" stammt aus der Paschtu-Sprache - und bedeutet „groß“ und „Jirga“ [Dschirga] stammt ursprünglich aus dem Altaischen und bedeutet u.a. in Paschtu "Zelt", "Kreis", "Rat", "Versammlung", "Treffen“, "Disput" (siehe auch Ger bzw. Jurte).
Ursprünglich stammen solche Versammlungen aus dem mongolischen Reich. So z.B. erhoben die mongolischen Stammesfürsten "Temüdschin" (Dschingis Khan) im Jahre 1206 in einer "Ger" gesprochen J französisch )" zu ihrem Oberhaupt bzw. Großkhan.
Diese Versammlungstradition wurde von den Nachfolgern Dschingis Khans, nämlich den Timuriden mit der Hauptstadt Herat und Moghuldynastien mit der Hauptstadt Kabul sowie der Residenzstadt Agra und Delhi (Stadt des Herzens), weitergepflegt.
Paschtunen-Fürsten praktizierten diese Versammlungsmethode. Ihnen wurden die Titel Khan von obigen Herrschern verliehen.
Als Paschtunen-Fürsten die Macht übernahmen, versuchten sie, durch diese Versammlungsart ihre Macht zu legitimieren. Während anfangs Paschtunen von Gerga bzw. Jirga Gerbrauch machten, wurden später auch andere ethnische Gruppen einbezogen. Die Teilnehmer sind Stammes- oder Regionalführer, Politiker, Militärs oder religiöse Führer, Mitglieder der Köngisfamilie und der Regierung. König Amanullah Khan institutionalisierte die Loya Jirga. Er war auch der einzige König, der drei Mal von ihr Gebrauch machte. Seit Amanullah Khan bis zur Herrschaftszeit von Zaher Khan (1933-1973) und Daud Khan (1973-1978) verstand man unter Loya-Jirga eine gemeinsame Sitzung aus Parlament und regionalen Stammesführern, sowie Persönlichkeiten aus Wissenschaft und des sozialen Lebens.
Die Treffen finden in unregelmäßigen Abständen statt. Einige Historiker vermuten, dass diese Tradition schon 1000 Jahre alt ist.
Es gibt keine Zeitbeschränkung in einer Loja Dschirga, und sie trifft sich solange, bis Entscheidungen getroffen werden. Entscheidungen werden in Übereinstimmung getroffen, formale Abstimmungen finden in der Regel nicht statt. Viele verschiedene Probleme werden beraten, wie Außenpolitik, Kriegserklärung, Legitimierung von Führern oder die Einführung neuer Ideen und Regeln.
Folgende Loja Dschirgas fanden in der Geschichte Afghanistans statt:
- 1747 in der Nähe von Kandahar, Paschtunische Teilnehmer beriefen Ahmad Shah Durrani als neuen Führer
- 1793, einberufen von Timur Shah Durrani, Sohn von Ahmad Schah, um die Verlegung der Hauptstadt von Kandahar nach Kabul abzusegnen
- 1880, einberufen von Abdur Rahman Khan
- 1930, einberufen von Mohammed Nadir Schah, um seine Thronbesteigung zu legitimieren
- 1941, einberufen von Mohammed Sahir Schah, um Neutralität im Zweiten Weltkrieg zu vereinbaren
- 1964, (452 Teilnehmer), einberufen von Mohammed Sahir Schah, um eine neue Verfassung zu verabschieden
- 1977, verabschiedete die neue Verfassung von Mohammed Daoud Khan, die einen Einparteienstaat für die Republik von Afghanistan vorsah
- 1985, verabschiedete die neue Verfassung der Demokratischen Republik Afghanistan
- 2001 gab es vier verschiedene Loja Dschirgas, die das Ende der Taliban-Herrschaft diskutierten:
- Die erste in Rom um Mohammed Sahir Schah. Sie forderte faire Wahlen, unterstützte den Islam als Fundament eines Afghanischen Staates und forderte die Respektierung der Menschenrechte.
- Die zweite traf sich in Zypern, geführt von Homayoun Jarir,
- eine dritte in Bonn
- und die vierte in Pakistan.
- 2002, 11. Juni, einberufen von der Übergangsverwaltung von Hamid Karzai, mit 1500 Delegierten, die entweder durch Wahlen in den verschiedenen Landesteilen bestimmt wurden oder von politischen, kulturellen oder religiösen Gruppen entsandt wurden. Sie wurde in einem großen Zelt auf dem Campus der Polytechnischen Hochschule Kabul abgehalten. Sie etablierte die Übergangsregierung.
- 2003, am 14. Dezember trafen sich 502 Delegierte, darunter 114 Frauen, in Kabul, um über eine neue Verfassung für Afghanistan zu beraten. Andere Diskussionspunkte waren die Frage nach der offiziellen Sprache (Persisch (Dari) oder Paschtu), ob der ehemalige König Mohammed Sahir Schah den Titel „Landesvater“ behalten solle, die Rechte der Frauen und ob Afghanistan eine freie Marktwirtschaft haben solle. Ursprünglich sollte diese Loja Dschirga nur 10 Tage dauern. Doch die Auseinandersetzungen waren langwierig, in Afghanistan wurde die Loja Dschirga deshalb auch „loja dschagra“ (Großer Kampf) genannt. Am 4. Januar 2004 verabschiedete die Loja Dschirga die neue Verfassung für Afghanistan.
Weblinks
- Loya Jirga Geschichte der Loja Dschirga auf Deutsch. Keine offizielle Seite von Afghanistan!


