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Rolle
Der Artikel Münchner Abkommen gehört zur Kategorie: Rechtsgeschichte, Nationalsozialismus, Deutsche Geschichte (20. Jh.), 1938
Das Münchner Abkommen wurde in der Nacht zum 30. September 1938 von den Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und des Deutschen Reiches unterzeichnet, die zur Lösung der Sudetenkrise am 29. September zur Münchner Konferenz zusammengekommenen im Münchner Führerbau am Königsplatz.
Unter Vermittlung des italienischen Diktators Mussolini (auf Initiative Görings) gaben der britische Premierminister (Chamberlain) und der französische Ministerpräsident (Daladier) mit dem Abkommen dem Diktator Hitler ihre Zustimmung zum Anschluss des Sudetenlandes, dessen Bevölkerung ganz überwiegend deutschsprachig war und die den staatlichen Anschluss an den übrigen deutschen Sprachraum - wie vor dem 1. Weltkrieg - mehrheitlich wünschte. Ein Vertreter der Tschechoslowakei war nicht geladen. Faktisch bedeutete das Abkommen der Ausverkauf der ganzen Tschechoslowakei an Hitler (siehe Landkarte), obwohl das im Abkommen nicht vereinbart wurde.
Großbritannien und Frankreich zeigten Verständnis für den Wunsch der sudetendeutschen Bevölkerung und sahen diesen Beschluss daher auch als Teilrevision des Versailler Vertrages an, insbesondere allerdings wollten sie damit einen weiteren Krieg verhindern (Appeasement-Politik). So hofften sie, den Fortbestand des tschechoslowakischen Staates endgültig zu gewähren und erfüllten so das Beistandsabkommen.
Hitler und das Münchner Abkommen
Hitler wurde gegen seinen Willen von Mussolini und Göring nach München gedrängt. Er selbst sah die Sudetenkrise als Gelegenheit, seinen Krieg im Osten ohne Intervention der Westmächte zu beginnen. Er selbst empfand das Münchner Abkommen als Niederlage. Bis in seine letzten Bunkermonologe vertrat er die Ansicht, 1938 wäre der richtige Moment zum Kriegsbeginn gewesen.
Noch im Vorfeld des Polenkriegs verfolgte ihn der Schatten von München: , sagte er zu seinen Generälen. Mit „Schweinehund“ waren in diesem Zusammenhang offensichtlich Göring und Mussolini gemeint. Dennoch war die „Rückgewinnung” des Sudetenlandes bis dahin eines der größten außenpolitischen Erfolge Hitlers.
[[Image:münchner_abkommen4.png|300px|right|thumb|Aufteilung der Tschekoslowakei:
1. Hitler besetzt das Sudetenland (Herbst 1938)
2. Ungarn besetzt Grenzgebiete teils ungarischer Ethnie sowie auch
3. die rutenischsprachige Karpatoukraine (Herbst 1938).
4. Polen besetzt Gebiete in Teschen (Herbst 1938).
5. Im März 1939 wird das restliche Tschechien von Deutschland annektiert und wird zum sog. Reichsprotektorat Böhmen und Mähren.
6. Aus der Resttschekoslowakei bleibt nur der deutsche Satellitenstaat Slowakei.]]
Invasion der Tschechoslowakei
Hitler hatte versprochen, nur das Sudetengebiet zu annektieren, hielt sein Versprechen jedoch nicht. Eine ausgedehnte Kontrolle über die Tschekoslowakei war ihm aus strategischen Gründen wichtig, zumal dieser lange Landstreifen bis fast in die Mitte Deutschlands hineinreichte (siehe Landkarte). Hitlers relativ leichter Erfolg und die eher abwartende Haltung der westlichen Demokratien motivierten schliesslich auch Hitlers Nachbarn, selbst aggressiv zu werden.Die Rolle der Sowjetunion
Die Sowjetunion lehnte das Münchner Abkommen und seine Folgen ab, weil sie nicht an den Verhandlungen beteiligt worden war. Dafür hatte sie der Tschechoslowakei und Frankreich militärische Hilfe bei der Durchsetzung des bestehenden Beistandsabkommens angeboten, die abgelehnt wurde. Ob dieses Beistandsangebot wirklich ernst gemeint war, ist in der Forschung umstritten, allerdings konnte Richard Overy nachweisen, dass die Rote Armee teilmobilisiert wurde, was jedoch eher in Zusammenhang mit der allgemeinen Kriegsgefahr gesehen werden kann.
In den Augen der Sowjetunion bewiesen die Westmächte mit dem Münchner Abkommen, dass sie sogar mit den Nationalsozialisten zusammen arbeiteten, um die Sowjetunion zu isolieren. Es schien deshalb unmöglich, weiterhin mit den westlichen Demokratien zu kooperieren. In der Folge stellte sie deshalb ihre Außenpolitik um und suchte die Annäherung an Deutschland. Damit gehört das Münchner Abkommen zur Vorgeschichte des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes.
Tschechoslowakei
Die Vertreter der Tschechoslowakei, die nicht an der Konferenz teilnehmen durften – allen voran der damalige Staatspräsident Edvard Beneš – fühlten sich verraten. Deswegen wird es von der tschechischen Bevölkerung als Münchner Verrat bezeichnet oder pointiert „Über uns, ohne uns“. Das Münchner Abkommen ist bis heute im Bewusstsein der Tschechen als schwarzes Datum in der Geschichte lebendig geblieben.Siehe auch
- Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges
- Protektorat Böhmen und Mähren
- Beneš-Dekrete
- Sudetenland (Provinz)
- Sudetenland (Reichsgau)
- Wiener Schiedsspruch
Weblinks
- Münchner Abkommen im Wortlaut
- Hintergrundbericht zur Stellung der Sudetendeutschen zum Münchner Abkommen
- Krejčí, Oskar: "Geopolitics of the Central European Region. The view from Prague and Bratislava" Bratislava: Veda, 2005. 494 p. (Free download)
Diskussion der Autoren über den Artikel: Münchner Abkommen
Wo kann man den Text des "Münchner Abkommens" einsehen? Ich entdecke bislang keinen Verweis auf einen solchen Text. Den Text selbst kann man sicher auch bringen
Der Vertragstext müsste in den "Akten zur deutschen außwärtigen Politik publiziert sein. Den Vertragstext zu zitieren ist wahrscheinlich wenig sinnvoll, schließlich ist Wikipedia keine Quellensammlung. Außerdem sagen solche Origianaltexte dem Laien wenig, weil es bei historischen Quellen immer auf die Interpretation ankommt. Shug 22:52, 17. Mär 2005 (CET)
Gerade seh' ich, dass im franz. Artikel der Text drin steht und die haben auch einen Link auf den Englischen Text. Vielleicht lässt sich also doch der deutsche Text ergoogeln - ich hatte damit allerdings keinen Erfolg. Shug 23:00, 17. Mär 2005 (CET)
Wer zum Teufel ist "Abdegu", im Artikel heißt es, "Hitler wurde gegen seinen Willen von Mussolini, Göring und Abdegu nach München gedrängt." - ich kann aber im gesamten Internet nichts über einen gewissen "Abdegu" finden, außer eben auf dieser Seite - hat sich da jemand einen Spaß erlaubt? 62.178.14.179 21:48, 29. Jul 2006 (CEST)
Landkarte
Wird bald gebessert, danke für die VorschlägeLucaLuca

