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Der Artikel Magirus gehört zur Kategorie: Nutzfahrzeughersteller, Bushersteller, Unternehmen (Ulm)
Magirus ist der Name einer Fabrik für Feuerwehrgeräte, aus der die spätere Nutzfahrzeugmarke Magirus-Deutz und das heutige Unternehmen IVECO Magirus hervorgingen.
Magirus von der Gründung bis zur Übernahme durch Humboldt-Deutz
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Magirus Lkw (Typ M40) Bildherkunft |
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Magirus Vorbaupumpe an einem Feuerwehrfahrzeug Bildherkunft |
Conrad Dietrich Magirus war Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ulm und beschäftigte sich mit der Konstruktion von Gerätschaften zur Feuerbekämpfung. Er gilt als Erfinder der fahrbaren Feuerleiter. 1864 wurde Magirus Kommanditist der neu gegründeten Gebr. Eberhardt offene Handels- und Kommanditgesellschaft, die Feuerwehrgeräte herstellte und vertrieb. Nach Unstimmigkeiten zwischen Magirus und den Gebrüdern Eberhardt gründete Magirus dann 1866 seine eigene Firma, der er den Namen Feuerwehr-Requisiten-Fabrik C. D. Magirus gab. Dort stellte er Leitern und Feuerspritzen her. Ab 1909 hieß die Firma Feuerwehrgeräte- und Fahrzeugfabrik C. D. Magirus; 1911 wurde diese dann in die C. D. Magirus AG umgewandelt.
Die von Magirus gefertigten Fahrzeuge wurden anfangs von Pferden gezogen, dann mit Dampf und später mit Benzinmotoren angetrieben. Im Jahr 1903 wurde das erste dampfbetriebene Feuerwehrfahrzeug gebaut. Ab 1916 begann Magirus damit, auch die Produktion eines 3-Tonnen-Lastkraftwagens aufzunehmen, nachdem ihn die deutsche Heeresverwaltung, die sich mitten im Ersten Weltkrieg befand, dazu gedrängt hatte. Damals stellte das Unternehmen auch Fahrgestelle und Motoren für seine Fahrzeuge schon zum Teil selbst her. Es wurden jedoch auch weiterhin Motoren von Fremdherstellern eingebaut, zum Beispiel von Maybach.
Ab 1919 baute Magirus auch Busse. Von 1919 bis 1926 wurden die Produkte über den Deutschen Automobil-Konzern (DAK) verkauft, wozu auch die Unternehmen Dux, Presto und Vomag gehörten. In den 1920er-Jahren wurde das Angebot erst auf Kommunalfahrzeuge und später ganz allgemein auf Lastwagen verschiedener Größe ausgeweitet, die von Benzinmotoren angetrieben wurden. 1927 beschäftigte das Werk rund 2.000 Mitarbeiter.
Infolge der Weltwirtschaftskrise und durch das Manko, dass Magirus seine Fahrzeuge nicht mit Dieselmotoren ausstattete, obwohl der Markt diese zunehmend verlangte, geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1932 übernahmen Banken die Firma und sahen sich nach einem geeigneten Fusionspartner um. 1933/1934 stellte die C. D. Magirus AG dann Dieselmotoren aus eigener Herstellung vor, mit denen in der Folge alle Lastwagen ausgerüstet wurden. Der gesuchte Fusionspartner fand sich schließlich 1935 in der Humboldt-Deutz Motorenfabrik aus Köln, nachdem 1935 der gesamte Aufsichtsrat von Magirus zurückgetreten war. Die Fusion wurde 1936 vollzogen.
Weitere Entwicklung: Magirus-Deutz und IVECO Magirus
1940 verschwand der Name Magirus vorläufig, die Fahrzeuge aus Ulm wurden unter dem Namen Klöckner-Deutz verkauft. Noch einige Jahre wurde an der Fahrzeugfront allerdings das 1925 eingeführte Magirus-Logo angebracht, das die stilisierte Spitze des Ulmer Münsters über einem „M“ für Magirus zeigt. Ab 1949 verkaufte die seit 1938 Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD) genannte Firma ihre Lastwagen, Busse und Feuerwehrfahrzeuge dann unter dem Namen Magirus-Deutz. Für den Antrieb seiner Produkte verwendete Magirus-Deutz luftgekühlte Dieselmotoren von KHD.
In den 1970er Jahren zeichnete sich ab, dass die Marke Magirus-Deutz alleine nicht mehr am Markt würde bestehen können. 1975 gründete KHD daher seine Lkw- und Feuerschutz-Sparte in eine neue Gesellschaft mit dem Namen Magirus-Deutz AG aus. Dies hatte das Ziel, das Ulmer Fahrzeugwerk und die damit verbundenen Geschäftsfelder in die von Fiat neu gegründete Firma IVECO einzugliedern. Davon betroffen war auch die Abteilung von Magirus-Deutz, die in all den Jahren auch weiterhin Feuerwehraufbauten auf Magirus-Deutz Lkw angefertigt hatte. Die in IVECO aufgegangene Magirus-Deutz AG wurde 1983 umbenannt in IVECO Magirus. IVECO Magirus gehört zur IVECO-Gruppe, produziert nach wie vor in Ulm Feuerlöschtechnik und nutzt als Basis Fahrzeuge verschiedener Hersteller. Von den Kühlergrills der regulären, nicht für Feuerwehrzwecke gebauten Lastwagen verschwand der Name Magirus dagegen schrittweise nach der Übernahme von Magirus-Deutz durch IVECO. Die im Ulmer Werk nun unter Regie von IVECO hergestellten Lastwagen tragen nur noch den Markennamen IVECO.
Siehe auch
Literatur
- Bernd Regenberg: Die berühmtesten deutschen Lastwagen von 1896 bis heute. 4. Auflage. Verlag Podszun-Motorbücher, Brilon 1997, ISBN 3-923448-89-9
- Dieter Augustin: Iveco Magirus - Alle Lastwagen aus dem Werk Ulm seit 1917, Motorbuch Verlag, 2006, ISBN 3-613-02600-7
Weblinks
- Magirus „Ahnengalerie“ von 1900 bis 1989
- Oldtimerclub Magirus IVECO e. V.
- Historische Magirus-Feuerwehrfahrzeuge Bayern e. V.



