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Der Artikel Minority Report gehört zur Kategorie: US-amerikanischer Film, Filmtitel, Actionfilm, Science-Fiction-Film, Thriller, Filmtitel 2002
Minority Report (2002) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Steven Spielberg mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Das Drehbuch basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte des amerikanischen SF-Autors Philip K. Dick aus dem Jahr 1956.
Handlung
Washington, D.C., im Jahre 2054: John Anderton arbeitet für die Abteilung Precrime der Washingtoner Polizei, die Morde aufklärt, bevor sie überhaupt begangen werden. Ermöglicht wird dies durch die drei Precogs Agatha, Arthur und Dashiell. Sie werden mit Medikamenten in einem Zustand zwischen Traum und Wachen gehalten, der für ihre präkognitiven Fähigkeiten besonders günstig ist. In ihren Visionen sehen sie die Morde der Zukunft voraus. Die Namen von Täter und Opfer werden in Holzkugeln graviert. Auch der Zeitpunkt der zukünftigen Morde ist bekannt. Weiterhin kann die Polizei die Bilder ihrer Visionen heranziehen, um die Täter zu ermitteln. Die (zukünftigen) Täter werden verhaftet und ohne Prozess in Verwahrung gebracht, einen künstlich herbeigeführten Zustand ständiger Bewusstlosigkeit.Precrime ist äußerst erfolgreich - es hat seit sechs Jahren keinen Mord mehr in Washington gegeben. Gründer von Precrime ist Lamar Burgess. Er hat den Ehrgeiz, Precrime mithilfe des Generalstaatsanwalts im ganzen Land einzuführen.
Anderton ist ein fähiger Polizist, doch seit dem Verlust seines Sohnes sechs Jahre zuvor und der darauf folgenden Trennung von seiner Frau ist er depressiv und nimmt regelmäßig Drogen. Das Auftauchen von Danny Witwer, einem Beauftragten des Justizministeriums, kann er ebenso wie Burgess nur als Bedrohung empfinden. Witwer hat den Auftrag, mögliche Fehler im System von Precrime ausfindig zu machen.
Als Anderton entgegen der Regeln den Tempel aufsucht, den Raum, in dem sich die drei Precogs aufhalten, wird er überraschend von Agatha festgehalten. Sie weist ihn auf Bilder ihrer Erinnerung hin, die an der Decke des Raumes auf einem Bildschirm angezeigt werden. Es sind die Bilder eines alten, längst als geklärt geltenden Falles einer Frau, die ertränkt werden sollte. „Kannst du es sehen?“ fragt sie ihn.
Einige Zeit später findet Anderton seinen eigenen Namen als den eines zukünftigen Täters. Die Tat soll in 36 Stunden stattfinden, das angebliche Opfer, einen gewissen Leo Crow, kennt er nicht. Er flieht aus dem Polizeigebäude, doch im Jahre 2054 hat er kaum Chancen, weit zu kommen: Überall an öffentlichen Orten sind Scanner installiert, die jeden Passanten durch Abtastung seiner Augen identifizieren. Seine einzige Chance, nicht verhaftet zu werden, bevor er seine Unschuld beweisen kann, besteht darin, sich illegal neue Augen einsetzen zu lassen.
Anderton sucht Iris Hineman auf, die Precrime gemeinsam mit Burgess entwickelt hat. Ausgangspunkt war eine zufällige Beobachtung: Als Folge einer neu aufgetauchten Droge kamen eine Reihe behinderter Kinder auf die Welt. Einige davon litten regelmäßig unter Alpträumen, und es stellte sich heraus, dass der Inhalt ihrer Alpträume Morde waren, die kurz darauf tatsächlich passierten.
Sie weist ihn auf die Möglichkeit hin, dass es einen Minderheitenbericht (engl.: Minority Report) gibt, denn nicht immer sehen alle drei Precogs die gleiche Zukunft voraus. Doch dies wird, um die Glaubwürdigkeit des Verfahrens nicht zu gefährden, sogar den Ermittlern verschwiegen. Wenn es einen Minderheitenbericht gibt, dann muss er von Agatha stammen, der begabtesten der drei Precogs. Der mögliche Beweis für Andertons Unschuld befindet sich also im Gedächtnis von Agatha.
Anderton lässt sich von einem dubiosen Arzt neue Augen einsetzen und entführt Agatha. Mit Hilfe ihrer präkognitiven Fähigkeiten gelingt es ihm, der Polizei zu entkommen. Anderton lässt die Gedanken von Agatha scannen, doch sie hat nichts anderes gesehen als die beiden anderen: Er wird Leo Crow töten. Es gibt keinen Minderheitenbericht.
Unterdessen hat Witwer sich mit dem Mordfall der ertränkten Frau beschäftigt und Ungereimtheiten entdeckt. Es gibt zwei sehr ähnliche Aufzeichnungen des Mordes, die darauf hinweisen, dass die Precogs nicht einen, sondern zwei Morde gesehen haben. Die Bilder der zweiten Tat wurden als Echo bewertet, als spätere Wiederholung des selben Ereignisses, und deshalb nicht beachtet. Er weist Burgess darauf hin, doch dieser ist in die Sache verstrickt und ermordet Witwer mit Andertons Waffe. Da Agatha zu diesem Zeitpunkt von den anderen beiden Precogs getrennt ist, muss er nicht befürchten, von Precrime verhaftet zu werden.
Anderton sucht das Haus auf, in dem Leo Crow wohnt, der Mann, den er ermorden soll. Auf dem Bett seines Zimmers findet er Bilder seines Sohnes; alles hat den Anschein, als sei Crow der Mann, der seinen Sohn entführt und ermordet hat. Es kommt genau zu der Situation, die die Precogs 36 Stunden zuvor vorhergesehen haben - er richtet die Waffe auf Crow, in der Absicht ihn zu töten. Doch er tut es nicht und liest dem Verdächtigen seine Rechte vor. So erfährt er, dass der angebliche Leo Crow ein Strafgefangener ist, der engagiert wurde, sich von Anderton töten zu lassen. Dafür wurde ihm versprochen, dass seine Familie finanziell unterstützt würde. Als er erkennt, dass die Situation einen anderen Verlauf nimmt als erwartet, ergreift er Andertons Waffe und tötet sich selbst.
Anderton flieht zu seiner Frau Lara, die Kontakt zu Burgess aufnimmt. Er wird kurze Zeit später verhaftet und in Verwahrung gebracht. Seine Frau findet durch einen Versprecher von Burgess heraus, dass dieser in die Sache verwickelt ist und befreit ihren Mann. Anderton gelingt es, Burgess den Mord vor einem großen Publikum nachzuweisen: Burgess hatte Agathas Mutter ermordet, weil sie, nachdem sie ihre Drogensucht überwunden hatte, ihre Tochter zurückhaben wollte. Dies hätte jedoch das Projekt Precrime gefährdet. Er engagierte jemanden, sie zu töten. Nachdem die Precogs den Mord erwartungsgemäß vorhergesehen und Precrime ihn verhindert hat, hatte er unter den gleichen Umständen kurze Zeit später den Mord selbst begangen. Die Bilder dieses Mordes wurden von den Ermittlern dann als Echo der bereits verhinderten Tat betrachtet und folglich nicht gemeldet.
Burgess erkennt die Ausweglosigkeit seiner Situation und begeht Selbstmord. Das Projekt Precrime ist gescheitert, Anderton hat den vorhergesehenen Mord nicht verübt, und Burgess hat zwei Morde begangen, die nicht aufgedeckt wurden. Daraufhin stellt die Regierung das Projekt ein. Anderton versöhnt sich mit seiner Frau, die wenig später wieder schwanger ist. Agatha, Arthur und Dashiell werden in eine abgelegene Holzhütte mit allen Bequemlichkeiten auf eine Insel gebracht, wo sie von den mörderischen Gedanken der normalen Menschen weit genug entfernt sind.
Hintergrund
- Bei der Vorbereitung des Films engagierte Steven Spielberg eine Gruppe von Zukunftsforschern, die eine Reihe von Zukunftszenarien für das Jahr 2054 ausarbeiteten (unter anderem Douglas Coupland). Die im Film dargestellten Requisiten können daher als Trendprognosen für die zukünftigen Entwicklungen in der Informationstechnik, dem Automobilbau, der Stadtplanung oder der Robotik interpretiert werden.
- Als Anspielung auf nicht vollendete Werke erklingt als Filmmusik die Symphonie Nr. 8, h-Moll von Franz Schubert, bekannt als "Unvollendete". Sie ist z. B. in den Szenen zu hören, in denen Anderton die mittels Gestik, Hand- und Armbewegungen bedienbare Visualisierungsschnittstelle der Precog-Visionen verwendet.
- Wie schon zuvor fällt auf, dass auch in dieser Verfilmung einer Dick'schen Kurzgeschichte der Rahmen stark verändert wird, um ausreichend Action unterzubringen. Die hauptsächlich zwischenmenschlichen und psychologischen Aspekte der Kurzgeschichte treten dabei großteils in den Hintergrund. Derselbe Effekt ist auch bei anderen Verfilmungen wie z.B. Die totale Erinnerung – Total Recall und Paycheck festzustellen.
- Ein zentrales Element des Films ist das Konzept der sich selbst erfüllenden Prophezeiung.
Auszeichnungen
Richard Hymns und Gary Rydstrom wurden im Jahr 2003 für den Tonschnitt für den Filmpreis Oscar nominiert.Der Film gewann 2003 den Saturn Award in vier Kategorien: Beste Regie (Steven Spielberg), Bester Science-Fiction-Film, Beste weibliche Nebenrolle (Samantha Morton) und Bestes Drehbuch (Scott Frank und Jon Cohen). Er erhielt außerdem sieben Nominierungen für den Saturn Award, darunter die Nominierungen für Tom Cruise und Max von Sydow.
Realitätsbezug
Die britische Homicide Prevention Unit (HPU), eine 2004 (also nach der Entstehung des Films) gegründete Abteilung des Metropolitan Police Service, versucht mithilfe von Persönlichkeitsprofilen potentielle Gewalttäter zu finden. Seit 2006 wird geplant, so als potentielle Gewalttäter eingestufte Personen auch unter Umständen präventiv zu verhaften. Bei Nachrichtenmeldungen zu diesem Thema wurde wiederholt auf diesen Film verwiesen. Quellen: Telepolis/Heise/Times OnlineLiteratur
- Philip K. Dick: Minority Report. Millennium, London 2003, ISBN 1-85798-947-3
- Philip K. Dick: Minority Report. Stories. Heyne, München 2003, ISBN 3-453-21749-7
Weblinks
- Artechock Film-Kritik
- Rezension der Heyne-Ausgabe – Oktober 2002
Diskussion der Autoren über den Artikel: Minority Report
Precogs
Die "Precogs" sind keineswegs "schwer geistig behinderte Individuen". Ihnen wird lediglich kein normales Leben ermöglicht, weil man ihre Fähigkeiten ausnutzen möchte. Um sie von äußeren Einflüssen abzuschirmen, werden sie in einer Art Deprivationstank in einem schlafähnlichen Zustand gehalten. Insofern schlägt sich Agatha außerhalb der Einrichtung recht tapfer: ihre Muskulatur ist untrainiert und die ungebremst auf sie einstürmenden Gedanken der Millionen Einwohner zermürben sie, aber sie ist definitiv Herr(in) ihrer Sinne.
Daß die Precogs in einer entsprechenden Umgebung durchaus ganz normal leben können, zeigt ja spätestens das Ende.
Autor
Von wem stammt die SF-Kurzgeschichte denn nun?
- Autor (Phillip K. Dick) wurde ergänzt.
Korrekte Übersetzung: „Minderheitsbericht“
Die korrekte Übersetzung von „Minority Report“ ist „MinderheitSbericht“ – nicht „MinderheitEN-Bereicht“.Es geht um den Bericht EINER Person (= Minderheit), nämlich Agatha. Sie ist diejenige, deren Meinung von der der Zwillinge abweicht. Es geht nicht um mehrere Minderheiten oder um eine Minderheit, die aus mehr als einer Person besteht. Da es immer nur um drei Personen (Precogs) geht, kann die Minderheit immer nur aus einer Person bestehen. „MinderheitEN“ hingegen impliziert, dass es mehr als eine „Minderheit“ gibt.--Brunswyk 13:18, 9. Nov 2005 (CET)
- Das kann ich bestätigen. Analog zum Sondervotum der unterlegenen Richter beim Mehrheitsbeschluss am BVerfG.
- Schon erstaunlich, wie oft in .de Englisch eben nur halb beherrscht wird. -- Turing 11:48, 17. Dez 2005 (CET)
- Abgesehen davon wird das Buch in Deutschland immer nur unter dem englischen Titel verkauft. Auch in Kurzgeschichten-Sammlungen von PKD nicht anders. - Tobi
Leo Crow
Leo Crow tötet sich nicht selber, sondern John Anderton tötet ihn. -- 83.65.42.107 17:38, 23. Jan 2006
- Falsch. Crow greift nach der Waffe, drückt sie sich gegen die Brust und presst Andertons Finger gegen den Abzug. Das ist Selbstmord. -- Imladros 15:15, 23. Jun 2006 (CEST)
POV-Geschwurbel am Anfang
"Dabei ist zu bedenken, dass auch in dieser Verfilmung einer Ph.K. Dick Story der Rahmen stark verändert wird, um ausreichend Action unterzubringen. Die hauptsächlich zwischenmenschlichen und psychologischen Aspekte der Kurzgeschichte treten dabei völlig in den Hintergrund. Derselbe Effekt ist auch bei anderen Verfilmungen, wie z.B. Total Recall festzustellen." - Wenn das von einem konkreten Kritiker stammt, ist mit der Quelle unter Kritiken unterzubringen. Wenn nicht, ist als POV zu entfernen. --AN 10:29, 15. Mai 2006 (CEST)
- Habe es aus der Kopfzeile entfernt (wo es auf gar keinen Fall hingehört) und etwas neutraler formuliert. Ist aber immer noch nicht so ganz sauber, evtl. weiter überarbeiten. -- Imladros 15:15, 23. Jun 2006 (CEST)

