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Nackentransparenz

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Der Artikel Nackentransparenz gehört zur Kategorie: Pränatalmedizin
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Nackentransparenz
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Der Begriff Nackentransparenz bezeichnet eine subkutane, also eine unter der Haut gelegene Flüssigkeitsansammlung (Ödem) zwischen der Haut und dem Weichteilgewebe über der zervikalen Wirbelsäule im Nackenbereich eines ungeborenen Babys.

Sie tritt im Zeitraum zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche auf, in dem sich das Lymphsystem und die Funktionen der Nieren entwickeln. Die Flüssigkeit kann deshalb noch nicht abgeleitet werden und es kommt zu einer Lymphansammlung im Bereich des Nackens, wo die Haut sehr dehnbar ist. Infolge dieses Flüssigkeitsstaus entsteht die Nackentransparenz. Anschließend bildet sich im Verlauf der weiteren Entwicklung diese Lymphansammlung wieder zurück. Der Begriff hat in den letzten Jahren im Rahmen der Pränataldiagnostik Bedeutung erlangt und leitet sich davon ab, dass Flüssigkeiten auf üblichen Ultraschallmonitoren als echofreier Zwischenraum schwarz (black space) und damit transparent (durchsichtig) erscheinen. Mit einer auffallenden Vergrößerung der Nackentransparenz werden verschiedene Fehlbildungen in Verbindung gebracht.

Nackentransparenzmessung

Synonym für den Begriff der Nackentransparenzmessung werden die Ausdrücke Nackendichtemessung, NT-Screening und umgangssprachlich auch Nackenfaltenmessung verwendet. NT bedeutet nuchal translucency, also Nackentransluzenz bzw. Nackentransparenz. Bei der NT-Messung handelt es sich um einen Suchtest, und nicht um eine diagnostische Untersuchung. Das bedeutet, dass ein Teil der Kinder mit einer entsprechenden Besonderheit nicht erkannt wird (falsch negative Ergebnisse) und Regelkindern vielfach "auffällige" Prognosen attestiert werden (falsch positive Ergebnisse).

Eine Nackentransparenzmessung gehört in Deutschland nicht zu den üblichen Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft. Sie darf nur dann durchgeführt werden, wenn die Schwangere bzw. das Elternpaar dies ausdrücklich wünscht, denn sie ist gemäß den Mutterschaftsrichtlinien kein Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge und somit eine Privatleistung, die entsprechend selbst bezahlt werden muss. In der Diskussion ist jedoch, die Nackentransparenzmessung zu einem festen Bestandteil einer der drei in den Richtlinien verankerten Ultraschalluntersuchungen zu machen. Ein NT-Screening wird oft mit einer Untersuchung von zwei biochemischen Laborwerten (PAPP-A und freies ß-hCG) im Blut der Schwangeren kombiniert und dann als First-Trimester-Screening (Erst-Trimester-Screening) bezeichnet.

Die Messung dient dazu, Schwangere zu identifizieren, die eine statistisch gesehen besonders erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, ein Kind mit insbesondere einer Chromosomenbesonderheit und/oder einem Herzfehler zu erwarten, damit ihnen speziell eine weiterführende Diagnostik (z.B. Feinultraschall, Chorionzottenbiopsie, Amniozentese) empfohlen werden kann.

Besonderheiten, bei denen auffallend häufig eine ungewöhnlich vergrößerte Nackentransparenz gefunden werden kann sind:

Andere Ursachen, die zum Teil unabhängig, teils auch in Verbindung mit einer der genannten Chromosomenbesonderheiten beim Baby vorliegen können und zum Teil eine besondere Ausprägung der Nackentransparenz bedingen, sind u.a.:

  • Herzfehler bzw. Funktionsstörungen des Herzens (kardiovaskuläre Veränderungen), insbesondere bei einer Aortenisthmusstenose, also einer Verengung des Übergangs zwischen Aortenbogen und thorakaler Aorta (Brustschlagader)
  • Fehlbildungen der Lunge (pulmonale Veränderungen)
  • Skelettfehlbildungen (z. B. Achondrogenesis / thanatophore Dysplasie)
  • verzögerte bzw. unüblich verlaufende Entwicklung der Lymphgefäße (lymphovaskuläre Veränderungen)
  • Stauung von Gefäßen an Hals oder Kopf
  • Bewegungsmangel des Kindes
  • frühes fetofetales Transfusionssyndrom: Bei Schwangerschaften mit monochorial-diamnioten (und somit eineiigen und immer gleichgeschlechtlichen) Zwillingen mit früh einsetzendem fetofetalem Transfusionssyndrom ist die Nackentransparenz beim Akzeptor (größerer Zwilling) häufig größer als beim Donor (kleinerer Zwilling)
  • Zwerchfellhernie (Zwerchfellbruch)
  • Nabelhernie (Nabelbruch)
  • Fehlbildung(en) der Nieren
  • Fehlbildung(en) der Bauchwand

Eine ungewöhnliche große Nackentransparenz gilt als so genannter Softmarker für die genannten Besonderheiten.

Qualifikation der Untersucherin / des Untersuchers

Ärzte, die eine Nackentransparenzmessung durchführen, bedürfen einer besonderen Ausbildung sowie eines ausreichend auflösenden Ultraschallgerätes. Grundsätzlich ist daher eine interne Qualitätssicherung anzustreben. Eine externe Qualitätskontrolle wird vom Verein Fetal Medicine Foundation angeboten, der von den an dieser Kontrolle beteiligten Ärzten jährlich fünf Ultraschallbilder erhält und diese dann nach einem Kriterienkatalog überprüft. Nach bestandener Überprüfung der Bilder wird den beteiligten Ärzten eine Zertifikat ausgehändigt.

Die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt ist verpflichtet, die Schwangere im Vorfeld der Untersuchung ausführlich zu beraten und die Vor- und Nachteile der Nackentransparenzmessung in verständlicher Art und Weise zu erörtern. Dazu gehört auch der Hinweis darauf, dass allein durch die Untersuchung keine Diagnosen möglich sind, sondern bei einem Verdacht auf chromosomale Besonderheiten invasive und vergleichsweise risikoreiche Untersuchungen, z.B. eine Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie, folgen müssten, um eine Diagnose zu erhalten.

Darüber hinaus sind Schwangere von ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt im Vorfeld der Untersuchung darauf hinzuweisen, dass es für einige körperliche Besonderheiten wie z.B. Herzfehler mittlerweile in der Regel (operative) Therapie- bzw. Behandlungsverfahren gibt, es aber für chromosomal bedingte Besonderheiten keine Therapie zur ursächlichen Heilung gibt, und somit letztlich nur die Annahme des Kindes mit seiner Besonderheit, die nachgeburtliche Freigabe des Kindes zur Adoption bzw. die nachgeburtliche Abgabe des Kindes in eine Pflegefamilie / ein Heim oder der Schwangerschaftsabbruch als Alternativen bestehen.

Untersuchungszeitpunkt und -verlauf

Die Messung der Nackentransparenz kann zwischen der 11.+0 und 13.+6 Schwangerschaftswoche per Ultraschall vorgenommen werden; die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die Untersuchung in der elften Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Ob der Ultraschall vaginal (= über die Scheide) oder transabdominal (= über die Bauchdecke) gemacht wird, ist dabei egal, denn die Ergebnisse unterscheiden sich nicht wesentlich. Der Untersuchungsablauf unterscheidet sich für die Schwangere nicht von sonstigen Ultraschalluntersuchungen und ist nach heutigem Wissenstand weder für die Schwangere noch für das ungeborene Kind schädlich.

Zur Berechnung der Ausprägung der Nackentransparenz wird das Ungeborene im Sagittalschnitt, d.h. in der Seitenansicht mit Messansatz parallel zur Mittelachse, per Ultraschall dargestellt. Das Baby sollte möglichst den gesamten Ultraschallmonitor ausfüllen, seine Wirbelsäule sollte unten liegen und sein Kopf darf sich weder in der Flexionsposition noch in der Hyperextensionsstellung befinden.

Die besondere Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich bildet sich bei den meisten Babys nach der 14. Schwangerschaftswoche wieder zurück, so dass eine Messung nach diesem Zeitpunkt kein brauchbares Ergebnis mehr bringen kann.

Es sollten stets mehrere Messungen vorgenommen werden, aus denen dann der Durchschnittswert als Ergebnis ermittelt wird. Interessant ist, dass unterschiedliche Ärzte bei ein und der selben Patientin im gleichen Schwangerschaftsalter nicht selten verschiedene Messwerte bekommen. Bei der sogenannten FASTER-Studie in den USA, an der mehr als 38.000 Schwangere teilnahmen, konnte in 4,5 % der Fälle die Nackentransparenz nicht dargestellt werden.

Anhand der gemessenen Nackentransparenz des Babys, des Alters der Schwangeren, des Schwangerschaftsalters (Schwangerschaftswoche) der Scheitelsteißlänge des Kindes (es muss für diesen Test eine Größe von mindestens 45 mm und höchstens 84 mm haben), der Schwangerschaftswoche und eventuell vorausgegangenen Schwangerschaften mit einem Baby mit Chromosomenbesonderheit wird durch ein Computerprogramm oder eine Wertetabelle eine an Statistiken orientierte individuelle Wahrscheinlichkeitsangabe für ein Kind mit einer Chromosomenbesonderheit erstellt.

Messwerte

Es ist aufgrund bereits erwähnter üblicher körperlicher Entwicklungen keineswegs ungewöhnlich sondern völlig normal, dass Babys in der Zeit zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich haben, deren Wert durchschnittlich bei 1 bis 2,5 mm liegt. Ein NT-Wert ab ca. 3,0 mm gilt als deutlich erhöht, ein Wert von ca. 6,0 mm gilt als stark erhöht. Laut Statistik weisen 2 von 10 Kindern mit einem NT-Wert von 3mm eine Chromosomenaberration wie z.B. Trisomie 21, Trisomie 18, Trisomie 13 oder Turner-Syndrom auf. Alle NT-Werte, die darunter liegen, sind durchaus im Normalbereich, wobei es auch Ärzte gibt, die ab einem NT-Wert von 2,5 mm zu einer Chromosomenanalyse raten.

Tendenziell ist eine stetige Verschiebung der Grenzwerte nach unten zu beobachten. Dies resultiert daraus, dass die Nackentransparenzmessung generell eine vergleichsweise niedrige Aussagekraft hat, und viele Ärzte darum ein Interesse daran haben, dass Schwangere trotz im Grund unauffälliger Werte weiterführende Untersuchungen mit größerer Aussagekraft vornehmen lassen.

Bei einigen Babys mit einer der oben genannten Besonderheiten ist der Nackenbereich allerdings in dem Maße auffällig, dass die Werte als Hinweis (als so genannter Softmarker) auf eine Besonderheit angesehen werden. Dabei sagt die Statistik, dass bei vielen Babys mit z.B. einer Form der Trisomie eine ungewöhnlich große Nackentransparenz nur deshalb festgestellt wird, da sie zusätzlich einen Herzfehler oder andere körperliche Entwicklungsbesonderheiten haben, die mit dem Nackenödem in Verbindung stehen.

So kommt es, dass bei statistisch gesehen 5 % aller Nackentransparenzmessungen ein besonders erhöhter Nackentransparenzwert (Überschreitung der 95. Perzentile) beim ungeborenen Kind festgestellt werden, aber dann nur in etwa 10 von 100 Fällen bei weiterführenden Untersuchungen Besonderheiten mit eigenem Krankheitswert zu finden sind.

Offenbar kommt die hohe Rate der falsch positiven Prognosen oft dadurch zustande, dass die Messungen häufig zu weit unten im Nackenbereich angesetzt werden und dadurch natürlich insgesamt größer Werte gemessen werden, als eigentlich vorliegen. Auch kommt es häufiger vor, dass die Nackenhaut des Kindes mit dem Amnion (= der das Kind umgebende Fruchtwassersack) verwechselt und aufgrund dessen ein ungewöhnlich großes Nackenödem festgestellt wird, obgleich eigentlich keine besondere Ausprägung vorliegt.

Prognose und weiteres Vorgehen

Der Wert der Messung kann zum Anlass genommen werden, weiterführende pränataldiagnostische Untersuchungen vornehmen zu lassen, durch die bestimmte Chromosomenbesonderheiten und körperliche Fehlbildungen mit hoher Sicherheit diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden können.

Angaben zur genauen prognostischen Korrelation zwischen den absoluten NT-Werten (in Millimeter) und den verschiedenen Chromosomenaberrationen, genetischen Syndromen und Fehlbildungen sind nicht möglich. Dazu weisen die bisher bekannten Ergebnisse aus den unterschiedlichen Studien eine zu große Streuung auf.

Für die Beurteilung eines eventuellen Herzfehlers und anderer körperlicher Besonderheiten ist eine Ultraschalldiagnostik erforderlich, wie z.B. der Feinultraschall, die Doppler-Sonographie oder Aufnahmen im 3D-Ultraschall . Diese können bzw. sollten jedoch erst in späteren Schwangerschaftswochen durchgeführt werden, da sie vorher nur wenig Aussagekraft besitzen bzw. keine genauen Einschätzungen der jeweiligen Fehlbildung zulassen. Selbst in späteren Stadien sind viele Herzfehler in ihrer Ausprägung und vor- und nachgeburtlicher Behandelbarkeit nicht exakt zu beurteilen.

Für die Abklärung chromosomaler Besonderheiten ist die Inanspruchnahme invasiver Untersuchungsmethoden nötig und somit wird "die Ultraschalluntersuchung .. auch die Schiene für pränataldiagnostisch-invasive Maßnahmen wie Fruchtwasserpunktion, Chorionzottenbiopsie und Chordozentese" (Maier, 2000, S. 128).

Kritik

Gegen eine Übernahme der Nackentransparenzmessung durch die Krankenkassen hat sich beispielsweise die Lebenshilfe-Zeitung in ihrer Ausgabe vom September 2005 in Bezug auf die Nackentransparenzmessung ausgesprochen. Es "sei nicht Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung, Untersuchungen anzubieten, die ohne therapeutische Ansatzmöglichkeit einzig der Suche nach einer Behinderung gelten", zumal erst nachfolgende Untersuchungen wie die Amniozentese beispielsweise "Wochen später Klarheit über die mögliche Diagnose einer Behinderung bringen" (LH-Zeitung, Nr. 3, 26. Jg, 09/2005, Seite 11). Auch Krankenkassen stehen einer entsprechenden Neuerung mit Blick auf Folgekosten eher skeptisch gegenüber, da diagnostische Sicherheit nur über Folgeuntersuchungen möglich ist.

siehe auch

Hygroma colliDorsonuchales Ödem - Hydrops fetalis

Literatur

  • Dudenhausen, J.W. (Hrsg.): Früherkennung und Beratung VOR der Schwangerschaft. Prägravide Risiken.
  • Degener, T. u.a.: Hauptsache, es ist gesund? Weibliche Selbstbestimmung unter humangenetischer Kontrolle.
  • Willenbring, M.: Pränatale Diagnostik und die Angst vor einem behinderten Kind. Ein psychosozialer Konflikt von Frauen aus systemischer Sicht.
  • Friedrich u.a.: Eine unmögliche Entscheidung: Pränataldiagnostik - ihre psychosozialen Voraussetzungen und Folgen
  • Griese, K.: Aber ein Mongi z.B. fände ich nett. Umgangsweisen von Frauen mit dem Angebot der Pränataldiagnostik.
  • Swientek, C.: Was bringt die Pränatale Diagnostik? Informationen und Erfahrungen.
  • Schmid-Tannwald I., u.a.: Vorgeburtliche Medizin zwischen Heilungsauftrag und Selektion (2001)
  • Dietschi, I.: Testfall Kind - Das Dilemma der pränatalen Diagnostik
  • Kirchner-Asbrock, E. u.a.: Schwanger sein - ein Risiko? Informationen und Entscheidungshilfe zur vorgeburtlichen Diagnostik'

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Nackentransparenz


Quelle & Copyright

Der Ursprungstext und diverse Ergänzungen stammt von S. Maurer und sie ist mit der Veröffentlichung in der Wikipedia einverstanden. 213.7.37.76 23:47, 13. Mai 2005 (CEST)

Zitat aus LH-Zeitung

Liebe Nina, der von dir revertierte Teil ist keineswegs PVO einer "Lebensrechtsbewegung" (als Mitglied der Lebenhilfe "darf" ich dennoch PD befürworten und auch den Schwangerschaftsabbruch muss ich nicht kategorisch ablehnen ;-) ), sondern ein Zitat mit Quellenangabe (ich beziehe die Zeitschrift selbst und habe das Zitat überprüft), das im Grunde nur verdeutlicht, warum das NT-Screening bislang nicht Teil der von den Versicherungen getragenen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft ist und warum es vermutlich auch vorerst so bleiben wird. Das ist kein PVO, sondern die Kritik kommt aus den Reihen der Mediziner und Krankenkassen selbst, denn gerade ihnen ist die Aussagekraft der Messung gut bekannt und die Konsequenz, dass im Grunde immer (auch bei unauffälligen Ergebnissen, wegen der Möglichkeit falsch-negativer Werte) weitere Untersuchungen mit zum Teil für das Ungeborene lebensgefährlichen Risiken und nicht zuletzt mit vergleichsweise hohen Kosten folgen müssten, um eine eventuelle Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Mehr wird doch eigentlich nicht gesagt und das ist nicht PVO sondern eben Praxiserfahrung. Durch einen Zusatz habe ich versucht, das zu verdeutlichen, vielleicht wird es dann klarer. LG Silkemeg 12:17, 14. Sep 2005 (CEST)

rev.-Diskussion

  • Ein NT-Screening wird, WENN DIE SCHWANGERE BZW. DAS ELTERNPAAR DIES WÜNSCHT, oft in Kombination mit dem Double-Test (Untersuchung von zwei Hormonkonzentrationen im Blut der Schwangeren) als First-Trimester-Screening / Erst-Trimester-Screening durchgeführt.
    • will sagen: es ist eine Entscheidung der Eltern und keine automatische Routine

  • ...ein Kind mit INSBESONDERE einer Chromosomenbesonderheit und/oder einem Herzfehler zu erwarten,...
    • siehe Liste der Besonderheiten, auf die eine große Nackentransparenz hinweisen kann. Sind viel mehr als nur Chromosomenbesonderheiten und Herzfehler, daher der Zusatz „insbesondere“

  • KOMPLETT: Es muss beachtet werden, dass es sich bei der NT-Messung lediglich um einen Suchtest handelt und nicht um eine diagnostische Untersuchung. Das bedeutet, dass ein Teil der Kinder mit einer entsprechenden Besonderheit nicht erkannt wird (Restrisiko durch falsch negatives Ergebnis) und der Test vielfach falsche Prognosen gibt (falsch positives Ergebnis).
    • ist nun mal so, warum es also rausnehmen?

  • KOMPLETT: Die Nackentransparenz ist nicht das im Mutterpaß genannte dorsonuchalen Ödem oder ein Hydrops fetalis oder ein Hygroma colli!
    • wird sehr häufig verwechselt, daher der Hinweis zur Differenzierung

  • KOMPLETT: Der Befund, dass ein ungeborenes Baby eine außergewöhnlich große Nackentransparenz aufweist, hat an sich keinen Krankheitswert, d.h. sie ist nicht gefährlich oder schädlich für das Kind.
    • gehört einfach zum Verständnis der Nackentransparenz dazu, dass man weiß, dass es an sich nichts schlimmes ist

  • KOMPLETT: Aus den Werten der Nackentransparenzmessung kann man nie eine Diagnose für eine Erkrankung, Fehlbildung oder Behinderung des Kindes ableiten, denn eine ungewöhnliche Nackentransparenz tritt auch bei vielen Kindern auf, die gesund bzw. nicht behindert sind und viele Kinder, die z.B. eine Chromosomenbesonderheit haben, haben - zum Teil unabhängig vom Vorliegen eines Herzfehlers z.B. - Werte im unauffälligen Bereich.
    • sehr wichtig für die Bewertung der Nackentransparenzmessung, die zwar unter dem Oberbegriff „Pränataldiagnostik“ eingeordnet wird, allerdings im Grunde gar keine diagnostische Untersuchung ist
LG Silkemeg 17:15, 9. Nov 2005 (CET)

Hi Silkemeg, wenn Du genauer hinsiehst, wirst Du feststellen, dass die von Dir hier geforderten Informationen alle noch im Artikel stehen. Ich habe nur Aussagen gelöscht, die an anderer Stelle schon mal auftauchen, also Doppelungen waren. Dein Text (wenn der Artikel von Dir ist) ist an sich sehr informativ. Mir geht es nicht darum, Informationen zu unterdrücken, sondern den neutralen Standpunkt zu wahren. Und der Artikel liest sich stellenweise wie eine Informationsbroschüre einer katholischen Schwangerschaftsberatung, die möglichst verhindern will, dass derartige Untersuchungen überhaupt durchgeführt werden. Unser Ziel ist es aber, einen völlig neutralen Standpunkt einzunehmen und Sachverhalte einfach nur darfzustellen, ohne sie in irgendeiner Form zu bewerten. Meinungen dürfen natürlich auftauchen, wenn sie als solche gekennzeichnet werden (hier im Abschnitt "Kritik" beispielsweise.) Viele Grüße, --Nina 17:43, 9 November 2005 (CET)

Auch bei genauem Hinsehen finde ich z.B. das "insbesondere" nicht und den Abschnitt "Die Nackentransparenz ist nicht das im Mutterpaß genannte dorsonuchalen Ödem oder ein Hydrops fetalis oder ein Hygroma colli!" nicht mehr und auch diesen nicht: "Der Befund, dass ein ungeborenes Baby eine außergewöhnlich große Nackentransparenz aufweist, hat an sich keinen Krankheitswert, d.h. sie ist nicht gefährlich oder schädlich für das Kind. " Vielleicht arbeitest du das wieder ein. Es ist m.E. wichtig und wiederspricht nicht der Neutralität. Ich habe keine Lust auf einen edit-war ;-) LG Silkemeg 18:10, 9. Nov 2005 (CET)

Hm, aber im Artikel steht doch ausführlich, um was es sich bei der Nackentransparenz handelt. Auch, dass sie nicht schädlich ist, sondern normal und sich wieder zurückbildet, steht drin. Diese Zusätze geben dem Leser das Gefühl, dass der Autor ihm nicht zutraut, zu verstehen, was Nackentransparenz ist, so dass extra noch mal darauf hingewiesen wird, um was es sich _nicht_ handelt. Das erscheint mir einfach überflüssig. In etwa so wie: Ein Fernseher ist ein Gerät zum Empfangen von Fernsehsignalen. Es handelt sich nicht um ein Radio! --Nina 18:52, 9 November 2005 (CET)

Was mir in meiner Praxis immer wieder auffällt ist, dass es eben für die meisten Menschen (gerade auch für Schwangere ;-) ) nicht klar ist, wo die Unterschiede liegen und das es Unterschiede gibt. Das liegt wohl zu einem großenteil daran, dass die genannten Besonderheiten diverse Überschneidungspunkte zeigen. Wie gesagt, ich fange keinen edit-war an, würde mir aber wünschen, dass auch darauf geguckt wird, für wen dieser Artikel von Interesse ist. Das sind nicht die Ärzte (die sollten es wissen) und auch nicht Leute, die ihr Abi machen oder sowas. Es sind eben "NormalbürgerInnen", die eine Erklärung für einen sehr komplexen Sachverhalt suchen. Und um eine Abgrenzung zu anderen, ähnlichen Besonderheiten zu haben, ist eine entsprechnde Nennung hilfreich. Zumal ich nicht erkennen kann, dass es den Artikel "stören" würde oder die Neutralität gefährdet. Das tun eher solche Äußerungen wie "der Artikel liest sich stellenweise wie eine Informationsbroschüre einer katholischen Schwangerschaftsberatung, die möglichst verhindern will, dass derartige Untersuchungen überhaupt durchgeführt werden". Und wenn es auch "nur" auf der Diskussionsseite steht. Zumal das absolut nicht stimmt. Es ist nunmal leider so, dass das NT-Screening keine diagnostische Untersuchung ist und aus Praxiserfahrung weiß kann ich sagen, dass sie Mehrzahl der Frauen, die sie haben machen lassen 1. nicht wussten, dass es keine Diagnose gibt, 2. dadurch im Nachhinein sehr verunsichert waren, weil sie plötzlich in die Situation kamen, über riskoreiche Folgeuntersuchungen entscheiden zu müssen 3. sie nicht wieder machen lassen würden, insbesondere um sich den psychischen Stress zu ersparen, zu dem auch gehört, dass es eben mehrere Wochen dauert, bis man nach weiterführenden Untersuchungen dann ein aussagekräftiges Ergebnis hat. Mittlerweile lehnen zunehmend mehr Mediziner den Test ab, ähnlich wie zuvor der Triple-Test hoch gelobt wurde und dann doch klar war: Er bringt diagnostisch gesehen nichts. Dabei geht es nicht um POV und nicht um die "katholische Auffassung von Schwangerenberatung", sondern um medizinische Fakten, die es in einem Artikel ebeso zu berücksichtigen gilt wie andere Tatsachen auch ;-) LG Silkemeg 20:59, 9 November 2005 (CET)

Ich glaube Dir, dass nicht viele Leute selbst mit den grundlegendsten Begriffen und Vorgängen bei der Schwangerschaft etwas anfangen können. Die von Dir angesprochenen Vorgänge sind dann aber eher die Versäumnisse der Ärzte, wenn sie die Folgen nicht vorher klar genug gemacht haben. Dass der Artikel aber belehrende Tendenzen hatte, ist unverkennbar, und daher war und ist er in Teilen immer noch nicht völlig neutral. Dennoch denke ich, dass die von Dir genannten Punkte in neutralerer Form hinzufügen können, ich mache das gleich mal mit dem ersten Punkt, der kann nämlich gleich in die Einleitung. Dort sollte vielleicht einfach noch etwas ausführlicher erklärt werden, wie es zu der Ansammlung der Lymphflüssigkeit kommt. --Nina 22:59, 9. Nov 2005 (CET)

Änderung am 4.2.2006

Leider befand sich im Artikel ein mathematischer Widerspruch, den ich mir zu entfernen erlaubt habe. Zur Erklärung:

Im Absatzt „Messwerte“ steht: >Laut Statistik weisen 2 von 10 Kindern mit einem NT-Wert von 3mm eine Chromosomenaberration wie z.B. Trisomie 21, Trisomie 18, Trisomie 13 oder Turner-Syndrom auf. <

Dann darf aber im Absatz „Prognose und weiteres Vorgehen“ nicht stehen: >Bei statistisch gesehen 90 von 100 Babys mit einem NT-Wert im deutlich erhöhten Bereich (ab 3 mm) können bei weiterführenden Untersuchungen keine weiteren Besonderheiten entdeckt werden.< Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass bei 10 von 100 (10%) Babys eine „Besonderheit“ entdeckt wird. Im Abschnitt darüber sind aber bereits allein für die Chromosomenanomalien 20% „reserviert“ (2 von 10). Das kann ja wohl hinten und vorne nicht stimmen. Meines Erachtens macht auch die Angabe im ersten Abschnitt keinen Sinn (2 von 10), da solche Zahlen aus retrospektiven oder Interventionsstudien stammen, die ja nicht die tatsächlichen Verhältnisse widerspiegeln. Vielleicht sollte man den gesamten Artikel neu schreiben, denn Vieles erscheint doch recht unausgegoren und lässt sich auch pregnanter fassen. --Uli s 16:57, 4. Feb 2006 (CET)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Nackentransparenz und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).