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Nationalstaat

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Der Artikel Nationalstaat gehört zur Kategorie: Staatsform, Nation
Nationalstaat ist ein Staat, der als Nation definiert ist.

Nation

Die Nation wird dabei entweder
  • ethnisch, also als Abstammungs- oder Verwandtschaftsverband oder
  • als Träger einer gemeinsamen Kultur
verstanden.

Der ethnisch definierte Nationalstaat geht davon aus, dass er die wesentlichen Teile des staatstragenden und meist auch namengebenden Volkes in sich vereint. Idealtypisch gehören einem Nationalstaat alle Angehörigen seines Volkes und auch nur Angehörige dieses Volkes an. Diesem Typus weitgehend angenähert ist zum Beispiel Japan.

Den Gegensatz zum ethnisch definierten Nationalstaat bildet der Vielvölkerstaat / Nationalitätenstaat, der innerhalb eines Staates Angehörige von mehr als einer Nation vereint. Ein Beispiel dafür ist Russland.

Der kulturell definierte Nationalstaat geht davon aus, dass der staatstragende Teil der Bevölkerung sich einer gemeinsamen Kultur oder Tradition verbunden fühlt. Idealtypisch gehören einem solchen Nationalstaat nur Angehörige dieses Kulturkreises an. Diesem Typus angenähert ist zum Beispiel Frankreich oder die Schweiz. Eine Variante des kulturell geprägten Nationalstaats kann auch eine gemeinsame Religion sein, zum Beispiel Israel.

In der Praxis liegt in der Mehrheit der Nationalstaaten eine Kombination beider Elemente vor. Nationalität und Staatsangehörigkeit eines Menschen sind oft unterschiedlich.

Geschichte

Der Nationalstaat setzt Staat und Nation voraus. Beide sind aus historischen Entwicklungen entstanden und keine „natürliche“ Voraussetzung menschlichen Zusammenlebens.

Moderne Staaten sind – wenn man einmal von vormodernen Vorläufern, wie dem Römischen oder Chinesischen Reich absieht – eine Entwicklung der europäischen Neuzeit. Deren Vorläufer im Mittelalter waren Personalverbände, die aufgrund ihrer Orientierung und Abhängigkeit auf einen Herrscher, eine Dynastie oder einen genossenschaftlich organisierten Herrschaftsverband auf die Kriterien, die einen Staat ausmachen, weitgehend verzichten konnten. Sie stabilisierten sich über die persönliche Bindung zwischen Herrschenden und Untertanen.

Die „Nation“ ist eine Erfindung des 18. Jahrhunderts. Sie setzte einen Gegenbegriff gegen den von einem Herrscher dominierten „absoluten“ Staat. In der Französischen Revolution bewies dieses Konzept seine Schlagkraft und Durchsetzungsfähigkeit. Es wurde daraufhin ein großes Erfolgsmodell und setzte sich im 19. Jahrhundert zunächst in Europa, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der übrigen Welt weitgehend – zumindest theoretisch – durch. Und das selbst in Staaten, die keines der beiden Elemente des Nationalstaats aufweisen. Das führt dort zu erheblichen politischen Spannungen. Selbst in jüngster Zeit galt der Nationalstaat als legitimes Ziel von (Bürger)kriegen, etwa in dem sich auflösenden Jugoslawien.

In Europa sind die staatlichen, insbesondere sozialstaatlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte eng mit den bestehenden Nationalstaaten verbunden.

Nach den Erfahrungen der beiden Weltkriege sind Nationalstaaten nur noch als Rechtsstaaten legitimiert, die auch einen ausreichenden Schutz der auf ihrem Gebiet lebenden Minderheiten gewährleisten.

Wirtschaft und Gesellschaft internationalisieren sich. Eine globale Ökonomie und Kultur, die nicht mehr an nationale Grenzen und Identitäten gebunden ist, entwickelt sich zunehmend. Mit dem Begriff "McWorld" hat der amerikanische Politikwissenschafter Benjamin Barber diese Entwicklung plakativ benannt. Dies bedeutet langfristig zumindest einen inhaltlichen Bedeutungswandel für den Nationalstaat, wenn er dadurch nicht sogar von neuen Organisationsformen abgelöst wird.

Minderheiten

Saturierte (gesättigte) Nationalstaaten sollten eigentlich sehr friedliche Staaten sein. Sie haben keine Ansprüche an andere Länder und auch kein Sendungsbewusstsein, das zu Eroberungsplänen führen kann. Da allerdings die Definition der „Nation“ und die, wann diese saturiert ist, nicht naturgegeben sind und eine Tendenz besteht, sich selbst und die eigene Nation den Nachbarn gegenüber für überlegen zu halten, bleibt dies bloße Theorie.

Der Idealtypus des ethnisch oder kulturell homogenen Nationalstaats wird in der Praxis kaum erreicht. Wo eine nennenswerte Anzahl Bürger eines Nationalstaates einem anderen Volk als dem tragenden Staatsvolk angehört, spricht man von einer Minderheit. Alle Nationalstaaten müssen den Umgang mit Minderheiten regeln. Nationalstaaten reagieren unterschiedlich auf Minderheiten, Minderheiten unterschiedlich auf Nationalstaaten:

Beispiele für Minderheiten sind die Dänen in Schleswig-Holstein, die Deutschen in Dänemark, die Südtiroler in Italien, die Sorben in Brandenburg und Sachsen oder die Kurden in der Türkei. Es handelt sich aber um unterschiedliche Typen von Minderheiten:

  • Im Falle der Dänen in Deutschland fühlen die Menschen sich kulturell einer Nachbarnation verbunden. Solche Nationale Minderheiten entstehen in Grenzgebieten, wenn nationale Grenzen zu Zeiten gebildet wurden, als der Begriff der Nationalität noch nicht bestand oder wenn – wie bei diesem Beispiel – gemischte Siedlungsgebiete vorliegen, die räumlich nicht getrennt werden konnten.
  • Die Sorben bilden eine Minderheit, die weitgehend geschlossen auf deutschem Staatsgebiet lebt, aber zu wenige Mitglieder hat und zu verstreut lebt, um einen eigenen Nationalstaat zu bilden.
  • Die Kurden leben dagegen als Minderheiten in mehreren Staaten, darunter der Türkei, Iran, Syrien und dem Irak, ohne jemals einen eigenen Nationalstaat gebildet zu haben.

Assimilation

Assimilation findet in der Regel im Laufe der Zeit immer statt, wenn die Minderheit kein Interesse hat, nicht groß genug ist oder nicht genug Durchsetzungskraft gegenüber der Mehrheit hat, um einen eigenen Nationalstaat zu bilden oder sich einem Nationalstaat ihrer Nation anschließen. Im Laufe der Generationen ändert sich die Muttersprache und damit auch Nationalität, kulturelles Zugehörigkeitsgefühl und eigene Identität. Ein Beispiel dafür sind Elsässer und Lothringer.

Bei Staaten mit unsicherem Umgang mit der eigenen Identität kann es zu Assimilationsdruck gegenüber der Minderheit kommen. Das ist heute etwa noch in der Türkei gegenüber den Kurden der Fall.

Separatismus

Separatismus ist der Drang der Bevölkerungsgruppe eines Nationalstaates aufgrund eigenständiger Kultur oder einer gegenüber der staatstragenden Ethnie unterschiedlichen Ethnizität einen eigenen Staat zu bilden oder sich einem andern Staat anzuschließen. Beispiele hierfür sind die Basken in Spanien und Frankreich oder die Kurden in der Türkei.

Zwischen den Begriffen Separatismus und Nationalismus besteht häufig nur ein perspektivischer Unterschied, je nachdem ob die Absicht vom bestehenden Staat oder aus Sicht derjenigen, die sich trennen möchten, beurteilt wird.

Irredentismus

Leben außerhalb der Grenzen des Nationalstaates Angehörige der staatstragenden Nation, können sich auch daraus politische Probleme ergeben.

Bewohnen sie ein geschlossenes Gebiet, kann das zu der Forderung führen, dieses dem Nationalstaat anzuschließen, zum Beispiel seitens Irlands bezüglich Nordirland. Hierfür steht der Begriff des Irredentismus (von dem italienischen „irredenta“ für unerlöst).

Bewohnen sie kein geschlossenes Gebiet, kann das zu Rückführungsaktionen führen. Ein Beispiel sind die Spätaussiedler in Deutschland.

Literatur

Weblinks

"Was hält die Schweiz zusammen?"- Vortrag von Bundesrat Koller

Siehe auch

  • Minderheitenkonflikt


Diskussion der Autoren über den Artikel: Nationalstaat


Revert: Habe die umfangreiche "siehe auch"-Liste wieder entfernt. Wenn der Artikel unvollständig ist, muss ein derartiger Umfang im Text eingearbeitet werden, wenn er vollständig ist, reichen wenige Verweise auf verwandte Kernthemen. Darüberhinaus waren die einfügungen im Text mE nicht neutral. --Jergen 15:41, 24. Jan 2005 (CET)

Zur Neutralität dieses Artikels

Lieber Jergen, der ganze Artikel ist so wie du ihn revert hast völlig unterkomplex, verniedlichend und für viele Gesellschaftsteile beleidigend z.B. die verwendeten Begriffe wie die N-Wort: Volk, Ethnie etc. - Er und dein Revert macht den Eindruck, diesen Artikel vor der Kritik am Nationalstaat schützen zu wollen. Hier sollten wir uns am NPOV halten, der nicht nur eine einseitige Sicht der Dinge aufzeigt. Mein Vorschlag ist, das die Inhalte dieses Artikels unter Nationalismus bzw. auch Nation eingearbeitet werden. Wenn du Verweise (siehe auch) streichst, fällt die Einseitigkeit des Artikel natürlich nicht so auf. Ich hoffe, dass ist nicht dein Anliegen. Ich liste hier noch mal die für mich notwendigen Verweise auf, und bitte alle Interessierten, sie als Anregung für die Verbesserung Neutralität - im Sinne von alle Sichtweisen - dieses Artikels zu verwenden. Das gilt auch für die Literaturhinweise. Der wegen seine kulturrassistischen Ansichten aufgeführte Bassam Tibi kann auf keinen Fall als einzige Literaturangabe vorgestellt werden. Er passt auch besser zur Auseinandersetzung um den schwarz-weiß-malerischen Begriff Zivilisation.

Literatur:

  • Theorie-Wegweiser (Teil 1). Nation: Begriffsklärung und Darstellung verschiedener Analyseansätze. In: arranca! Nr. 15 [LINK]
Siehe auch

--Herr Andrax 00:49, 25. Jan 2005 (CET)
    • du meinst das nciht ernst oder? ... wenn dem artikel was inhatlich fehlt kannst du es ja einbauen; was aber bestimmt nicht in 50 "siehe auch"-links münden kann. Sondern in sinnvollem dem lemma entsprechenden text...Sicherlich 01:46, 25. Jan 2005 (CET)
    • Inhaltlich gerne - nur solange nicht, wie Jergen hier und bei vergleichbaren Artiklen eine editWar aus der Tasche blitzen läßt. Da halte ich es für sinnvoller mit allen Interessierten zu diskutieren. Die 50 "siehe auch"-links sind lediglich 20, die ich hier gerne im einzelnen zur Diskussion stelle. Du kannst ja gerne die Einfügen, die dir sinnvoll erscheinen. Nebst Literatur! --Herr Andrax 04:11, 25. Jan 2005 (CET)
      • Ich drohe nicht mit einem Edit-War, sondern habe eine, in meinen Augen, Verschlechterung diesen Artikels und zweier weiterer revertiert. Wie schon oben geschrieben, habe ich nichts gegen lesbare Einfügungen in den Text; zusammenhanglose Schlagwortlisten lehne ich aber weiterhin ab. Was die Neutralität angeht, ist der Artikel in meinen Augen halbwegs ausgewogen, das darfst du aber gerne anders sehen und entsprechend bearbeiten. --Jergen 10:09, 25. Jan 2005 (CET)
        • habe kein interesse an diesem artikel und werde daher auch keine auswahl treffen, aber Qualität kommt vor Quantität - auch 20 sind viel zu viel
        • zum "edit-war" ... ohne es weiter verfolgt zu habe, daber dazu gehören immer zwei ;)
        • ...Sicherlich 10:11, 25. Jan 2005 (CET)

Nachdem Herr Andrax trotz zahlreicher Edits auf anderen Seiten hier nicht antwortet, nehme ich die Neutralitätswarnung wieder raus. --Jergen 12:40, 26. Jan 2005 (CET)

Südtiroler

Sehen sich die Südtiroler wirklich als Deutsche? Wenn, dann höchstens als (Deutsch-)Österreicher, oder? Vgl. auch den Artikel "Deutsche", der dieselbe Meinung vertritt.

Der Abschnitt über die Südtiroler ist tatsächlich so nicht richtig. Man könnte ihn aber zu einem Beispiel umändern, wie sich das Nationalitätsbewustsein ändern kann. Nach dem 2. Weltkrieg dürfte sich der Großteil der deutschsprachigen Bevölkerung noch als Österreicher gesehen haben, heute kann man das nicht mehr so pauschal sagen. Vielmehr gibt unter den heutigen Südtirolern in dieser Hinsicht viele Schattierungen. Vor allem hängt es auch vom Kontext ab. Beim Sport z.B. "hält" der Großteil der deutschsprachigen Südtiroler zu Italien, kulturell und von der Mentalität her hingegen fühlen sie sich eher als Deutsch(e). --Fedi 16:58, 1. Mär 2004 (CET)
Gibt es dazu irgendwelche soziologischen Untersuchungen? Mir ist eher das Gegenteil bekannt, nämlich anhaltender und massiver Widerstand gegen Italienisierung etc. Deswegen werde ich den Absatz löschen, bis jemand das Gegenteil glaubhaft machen kann. Im Dienste der Neutralität. --DrMonokel 20:20, 3. Apr 2005 (CEST)
Auch hier, Verfälschung des Artikelinhalts durch falsches Löschen - revertiert. --213.54.219.2 23:45, 3. Apr 2005 (CEST)

mir südtiroler fühln ins nimmor gero als deutsche, sel isch (net beas gemoant) eher a beleidigung. und wos in sport unbelong: VIVA L´ITALIA

Neutralität

Der Artikel wird der geistesgeschichtlichen / historischen Dimension der Ideen der Nation und des Nationalstaats in keiner Weise gerecht. Hier wird so getan, als gäbe es etwas wie eine 'Natürlichkeit' von 'Nation', deren Idee aber eine des 18. Jahrhunderts ist. (Wäre ich Historiker und hätte die Quellen zur Hand, könnte ich das selbst korrigieren, so hoffe ich auf einen engagierten Menschen, der das mal überarbeitet). Von 'Neutralität' des Artikels kann in dieser Definition bei einem derart umstrittenen Thema keine Rede sein.



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Nationalstaat und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).