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Der Artikel Nero gehört zur Kategorie: Mann, Kaiser (Rom), Claudier, Geboren 37, Gestorben 68, Olympiasieger (Antike)
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Hinweis: Die Formulierung „Für ... siehe ...“ sollte vermieden werden, da sie von vielen als sprachlich unschöne Entlehnung aus dem Englischen („For ... see ...“) angesehen wird.
Begriffsklärungshinweis
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Nero Bildherkunft |
Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus (* 15. Dezember 37 n. Chr. in Antium, heute Anzio; † 9. Juni 68 n. Chr.) war von 54 bis 68 Kaiser des Römischen Reiches. Er sah sich selbst als Künstler und war der letzte Vertreter der julisch-claudischen Dynastie.
Leben
Erscheinungsbild
Sueton beschreibt Nero folgendermaßen:
- Nero war von fast mittelgroßer Statur. Sein Körper war voller Flecken (Sommersprossen?) und stank, sein Haar war blond, seine Gesichtszüge eher schön als fein, seine Augen waren blau und ziemlich kurzsichtig. Er hatte einen Stiernacken, einen vorstehenden Bauch und spindeldürre Beine. Er war so gesund, wie man es sich nur wünschen kann, denn obwohl er in Saus und Braus lebte und weder auf den Wein noch auf andere Laster verzichtete, war er in 14 Jahren nur dreimal krank. Für seine Herrichtung und Kleidung hätte er sich schämen sollen: Er trug sein Haar stets gestuft und gelockt und ließ es sich auf der Griechenland-Reise sogar bis in den Nacken wachsen; er zeigte sich der Öffentlichkeit meist in häuslicher Kleidung, mit einem Schal, den er sich um den Hals schlang, und ohne Gürtel und Schuhe.
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Neros Mutter Agrippina Bildherkunft |
Kindheit
Nero wurde als Sohn von Gnaeus Domitius Ahenobarbus und Julia Agrippina, einer Schwester des Kaisers Caligula, in Antium an der Küste Latiums geboren. Er trug zunächst den Namen Lucius Domitius Ahenobarbus.
Seine als schön geltende Mutter war für ihren Ehrgeiz, Stolz und Mut, aber auch für ihren Machthunger bekannt und verfolgte stets das Ziel, ihren Sohn zum Imperator zu machen. Deshalb sorgte sie für eine hervorragende Ausbildung Neros in Literatur, Latein und Mathematik. Nach Vollendung seines zwölften Lebensjahres holte sie Seneca aus der Verbannung zurück, einen schon damals bekannten Philosophen, welcher das Leben Neros entscheidend prägte. Der junge Nero jedoch interessierte sich vor allem für Kunst und flüchtete mehrmals ins Theater.
Aufstieg zum Herrscher
Nachdem ihr Mann an Wassersucht verstorben war, heiratete Agrippina den Herrscher Claudius, der am 25. Februar 50 Lucius adoptierte. Dieser erhielt den Namen Tiberius Claudius Nero Drusus Germanicus Caesar und stand durch Einflussnahme seiner Mutter kurz darauf bereits an erster Stelle in der Thronfolge.
Drei Jahre später fädelte Agrippina eine Ehe zwischen ihrem 16-jährigen Sohn und der 12-jährigen Octavia ein. Möglicherweise ließ sie Claudius im Jahre 54 sogar vergiften, damit Nero schneller die Herrschaft übernehmen konnte.
Regierungszeit
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Denarius des Nero Bildherkunft |
Nero, der sich wesentlich mehr für Kunst und Musik interessierte, war kein begabter Staatsmann und Politiker, soll aber (laut Sueton, der ihn im Übrigen heftig kritisiert) ein fähiger und rechtsstaatlich handelnder Richter gewesen sein. Die ersten Jahre seiner Herrschaft begannen verheißungsvoll, besonders da der militärisch tüchtige Sextus Afranius Burrus und Seneca weitgehend die Regierungsgeschäfte lenkten; später wurde Burrus als Prätorianerpräfekt durch Tigellinus ersetzt, der in den Quellen als charakterlich verdorben beschrieben wird.
Es kam zu einem Aufstand in Britannien und dem Jüdischen Aufstand, woraufhin Nero den späteren Kaiser Vespasian nach Judäa schickte, der dort erfolgreich kämpfte. Mit den Parthern kam es zum Konflikt bezüglich Armenien; erst ein Vertrag im Jahre 63 brachte etwas Entspannung. Die Steuerlast nahm enorm zu und die Legionen, die Nero vernachlässigte, waren in desolatem Zustand.
Nero förderte in seiner Regierungszeit die Naturwissenschaften, die Geographie und den Handel, ganz besonders aber Kunst und Kultur, wobei er allem Griechischen verbunden war und sich bewusst als Philhellene verstand. Er organisierte eine Expedition zur Entdeckung der Nilquelle, welche jedoch scheiterte, und Ausgrabungen in Karthago. Er selbst hielt sich für einen talentierten Sänger, Dichter und Lyraspieler. Sein erster Auftritt in Neapel brachte ihm, vor allem aufgrund seiner mitgereisten Prätorianer, den ersten Preis im musischen Wettbewerb. Sein Philhellenismus brachte ihm auch den Titel eines Periodoniken ein, eines Siegers in musischen Wettbewerben bei den Spielen von Delphi, Nemea und Korinth.
Von Nero stammt der Satz „Wenn ich doch bloß nicht schreiben könnte!“, den er gesagt haben soll, als er zum ersten Mal ein Todesurteil unterschreiben musste. Die meisten Verbrecher verurteilte er wahrscheinlich lieber zur Zwangsarbeit, während der Adel die Möglichkeit zum Suizid hatte.
Neros Verhältnis zum Senat war sehr schlecht, zumal es später zu zahlreichen Todesurteilen – ohne Prozess – gegen Senatoren kam. Nach dem Brand von Rom nahm die Opposition immer mehr zu, mehrere Verschwörungen wurden aufgedeckt. Bekannte Opfer der darauffolgenden Säuberungen waren Seneca, Lucan und Petronius. Auch Neros Verschwendungssucht stieß zunehmend auf Ablehnung.
Verbrechen
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As des Nero, etwa 66. Auf der Rückseite die Ara Pacis. Bildherkunft |
Nero werden zahlreiche Verbrechen angelastet; so soll er seinen Stiefbruder Britannicus vergiftet haben. Da dieser jedoch schon seit seiner Kindheit an Fallsucht litt und körperlich schwächlich war, ist sich die Geschichtsschreibung über den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte nicht einig. Es ist also auch möglich, dass Britannicus an einem Anfall gestorben ist.
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Nero im Circus (Darstellung des 19. Jahrhunderts) Bildherkunft |
Agrippina verlor nach und nach die Kontrolle über ihren Sohn. Sie versuchte deshalb durch Intrigen, Verschwörungen und Bestechungen Nero zu stürzen. Nero, der seine Mutter fürchtete, setzte deshalb eine Untersuchungskommission ein, der auch Seneca angehörte, welche Agrippina jedoch nichts nachweisen konnte. Auf Drängen Senecas und unter Mithilfe eines seiner Lehrer ließ er Agrippina mit einem Schiff versenken. Es gelang ihr jedoch, an Land zu schwimmen. Am 23. März 59 ließ er sie in ihrer Villa ermorden. Nero ließ auch zahlreiche Hochverratsprozesse durchführen und zog - wie es übliche Praxis war - das Vermögen der Hingerichteten ein.
Nero verliebte sich Ende 58 in Poppaea Sabina. Diese forderte ihn auf, Octavia zu verstoßen. Schließlich ließ der Kaiser 62 seiner kinderlosen Frau ein Verhältnis mit einem Sklaven anhängen und verbannte sie, um zwölf Tage später seine Geliebte zu heiraten. Es kam daraufhin zu schweren Unruhen und Aufständen. Deshalb behauptete man, Octavia habe zusammen mit ihrem Geliebten versucht, den Kaiser abzusetzen, und Nero verbannte sie auf eine Insel. Nero gab den Auftrag, ihr die Pulsadern aufzuschneiden und sie in heißem Dampf zu ersticken, was wenige Tage später auch erfolgte.
Nero und Poppaea hatten eine gemeinsame Tochter, Claudia, sie wurde am 21. Januar 63 geboren, starb jedoch vier Monate später. Zwei Jahre später war Poppaea wieder schwanger. Es wird behauptet, Nero hätte sie während dieser Zeit aus Verärgerung durch einen Fußtritt in den Unterleib getötet, diese Darstellung ist jedoch umstritten; sicher ist nur, dass Poppaea während ihrer Schwangerschaft im Jahre 65 gestorben ist.
Im selben Jahr wurde Seneca durch Nero zum Suizid gezwungen. Danach nahm unter Senatoren und Offizieren die Abneigung gegen Nero immer mehr zu (siehe oben).
Der große Brand von Rom und die Christenverfolgung
In der Nacht vom 18. zum 19. Juli 64 brach in Rom ein Brand aus, der sich durch starken Wind sowie dichte und hohe Bebauung rasch ausbreitete und innerhalb von neun Tagen einen großen Teil Roms (10 von 14 Stadtteilen) vernichtete. Angeblich ließ Nero das Feuer legen (so etwa von Sueton behauptet), um ein schöneres und größeres Rom aufbauen zu lassen. Der Sage nach beobachtete und besang er den Brand vom Turm des Maecenas aus, während er sich selbst auf der Lyra begleitete, und deklamierte Verse vom Fall Trojas.
Tatsächlich befand sich Nero in seinem 50 Kilometer weit entfernten Geburtsort, seiner Sommerresidenz Antium, während der Palatin in Flammen stand. Wahrscheinlich brach der Brand, wie viele andere auch, auf einem Marktplatz durch Unvorsichtigkeit aus. Dennoch ist Nero als Brandstifter Roms in die Geschichte eingegangen. Dass Berichten zufolge Prätorianer die Brände angefacht haben sollen, könnte auch damit zu erklären sein, dass diese versuchten, den Brand mit Gegenfeuern aufzuhalten, wie es auch bei Waldbränden geschieht.
Auf den Rat seiner Berater hin ließ Nero eine "ungeheure Menge" (Tacitus) Chrestiani (gr.: Christen), die ohnehin bei weiten Teilen der Bevölkerung verhasst waren, verhaften und, nachdem sie gestanden hatten, viele zu grausamen Todesstrafen verurteilen. Die meisten wurden verbrannt, da dies die im römischen Recht für Brandstifter vorgesehene Strafe war, einige gekreuzigt oder in Felle gesteckt und in der Arena den Tieren vorgeworfen. Sie fanden unter Nero jedoch nicht nur wegen der ihnen vorgeworfenen Brandstiftung den Tod, sondern auch wegen "des allgemeinen Menschenhasses". Die darin später vermutete Christenverfolgung unter Nero, die auf Rom beschränkt blieb, wäre das erste einer vermuteten Reihe von lokalen Pogromen, die der Verfolgung unter Domitian und den systematischen Verfolgungen im 3. Jahrhundert vorausgingen.
Die Frage der Strafbarkeit des christlichen Glaubens ist umstritten. Tacitus berichtet, dass es innerrömischen Widerstand gegen die Verfolgung gab:
- „Daher wurde auch für noch so Schuldige, welche die härtesten Strafen verdienten, Mitleiden rege, als würden sie nicht dem allgemeinen Besten, sondern der Mordlust eines einzigen geopfert.“
- „Vieles unter ihm wurde einerseits streng beachtet und bestraft, andererseits wurde auch Neues eingeführt: [...] die Christen, ein Geschlecht von Menschen mit einem neuen und gottlosen Aberglauben, wurden durch die Todesstrafe heimgesucht.“
- „Dieser unser Name nahm seinen Aufstieg unter der Regierung des Augustus; unter Tiberius wurde er in aller Klarheit und Öffentlichkeit gelehrt; unter Nero wurde er unbarmherzig verdammt [...]. Nun, obwohl jede andere Verordnung, die unter Nero existierte, aufgehoben wurde, ist bis jetzt diese über uns standhaft übriggeblieben.“
Einer weitverbreiteten altkirchlichen Legende nach sind unter Nero auch die Apostel Paulus und Petrus in Rom hingerichtet worden. Dies wird von der Forschung jedoch angezweifelt, zumal die Überlieferung auch davon berichtet, dass Paulus nach einem längeren förmlichen Prozess und Petrus zu einem späteren Zeitpunkt hingerichtet wurde.
Für die Finanzierung des Wiederaufbaus plünderte Nero die Tempel im ganzen Reich. Möglicherweise liegt hier eine der Ursachen für die Zuspitzung der Ausbeutung von Judäa, die im Jahre 66 zum jüdischen Krieg führte.
Beim Wiederaufbau Roms ließ Nero breitere Straßen anlegen und beschränkte die maximale Höhe der Häuser, die nun alle eigene Mauern haben mussten, auf 25 Meter; überall sorgte er für Brandschutzmaßnahmen. Sich selbst ließ Nero ein riesiges, prunkvolles Anwesen mit großen Kunstschätzen und technischen Raffinessen errichten, das Domus Aurea (das „Goldene Haus“); tatsächlich zeugt der Bau des Prunkhauses von wenig politischem Verständnis, da zu dieser Zeit der Aufbau der öffentlichen Infrastruktur wenigstens verlangsamt wurde. Das Anwesen wurde kurz nach Neros Tod geplündert und abgerissen. In den Ruinen wurde später der Laokoon entdeckt, und auf dem Areal des dazugehörigen Sees wurde das Kolosseum errichtet.
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Nero als Olympiasieger Bildherkunft |
Entfremdung und Tod
66 n. Chr. reiste Nero nach Griechenland, wo er an den olympischen Spielen teilnahm und in mehreren hellenischen Städten Theateraufführungen gab, bei denen er sich auch in Frauenrollen, als Kitharasänger und bei sportlichen Wettkämpfen gefiel. Er soll in diesem Jahr bei Wettstreiten aller Art 1808-mal als Sieger hervorgegangen sein. Alle vier panhellenischen Spiele ließ er in einem Jahr abhalten. Als Verehrer der griechischen Kultur hielt er sich über ein Jahr lang in Griechenland auf, bis er von seinen Beratern zur Rückkehr nach Rom gedrängt wurde, wo die Stimmung sich inzwischen sehr verschlechtert hatte. Zwar kehrte er im Januar 68 unter großem Jubel nach Rom zurück, er gab sich jedoch ganz seinen Vergnügungen hin, besuchte Theater und Konzerte, ließ Wettspiele veranstalten und trat selbst als Künstler auf, wobei er immense Schulden machte. Adlige, Prätorianer und der Senat beschlossen, den Kaiser, der inzwischen auch vom Volk verhöhnt wurde, zu stürzen; gleichzeitig erhob sich die Armee, die Nero sträflich vernachlässigt hatte bzw. es versäumt hatte, sie an sich zu binden. Nero, inzwischen von seiner dritten Frau Statilia Messalina verlassen, floh aus der Stadt.
Der Senat erklärte Nero zum Staatsfeind. Seine Freunde rieten ihm daraufhin zum Suizid, Nero glaubte jedoch, nach Ägypten fliehen zu können. Als die Reiter sich seinem Zufluchtsort näherten, versuchte Nero, sich einen Dolch in die Kehle zu stechen, um einer Verhaftung zu entgehen. Bei seinem Suizid musste ihm einer seiner Sklaven, dem er noch die Freiheit schenkte, helfen, da er selbst es nicht fertig brachte, sich mit dem Dolch das Leben zu nehmen. Er starb im geringen Alter von nur 30 Jahren. Der Überlieferung nach sollen seine letzten Worte Qualis artifex pereo gewesen sein – „Welch ein Künstler geht mit mir zu Grunde!“.
Die Tatsache, dass das römische Reich trotz der wenig kompetent wirkenden Politik Neros nicht ernsthaft Schaden nahm, liegt nicht zuletzt daran, dass der Verwaltungsapparat weiter funktionierte und die Grenzsicherung durch die Armee weiterhin gewährleistet war. Die Regierungszeit Vespasians, der sich im Vierkaiserjahr schließlich durchsetzte und das Reich wieder stabilisierte, stellte in vielerlei Hinsicht einen Neuanfang gegenüber der Herrschaft Neros dar.
Nero im Urteil der Nachwelt
Nero ist eine der umstrittensten Personen der Weltgeschichte. An der Beurteilung seiner Person schieden sich schon in der Antike die Geister. Während einzelne antike Autoren ihm durchaus positive Seiten abgewannen, überwog doch schon bald nach seinem Tod die einhellige Ablehnung der Persönlichkeit und der Politik Neros. Insbesondere die römischen Historiker Sueton und Tacitus, deren Werke wichtige Quellen zum Leben des Kaisers darstellen, gaben ihrer Verachtung offen Ausdruck.
Diese Verachtung hatte ihren Grund teils in der Abneigung der Römer gegen Neros Vorliebe für alles Griechische, teils – etwa bei Tacitus – in der Ablehnung des Kaisertums überhaupt, als dessen Entartung Neros Herrschaft erschien. Ein weiterer Grund waren die durch den manischen Charakter Neros ausgelösten Handlungen (wie die Familienmorde und die Hinrichtungswellen) sowie seine Vernachlässigung des Staates und seine Haltung gegenüber dem Senat. Auch sein Auftreten mit der Attitüde und Aufmachung eines volkstümlichen Barden (mit bis in den Nacken wachsenden Haaren!) mag zu seiner Verachtung durch den alten römischen Adel beigetragen haben. Andererseits gehörte Nero – zweifellos zur Unzufriedenheit des Militärs – zu den insgesamt drei römischen Kaisern, die die Pforten des Janustempels zum Zeichen des äußeren Friedens schlossen.
Sueton resümiert:
- Er starb in seinem zweiunddreißigsten Lebensjahr, an dem Tag, an dem er einst Octavia ermordet hatte, und die Freude über seinen Tod war so groß, dass das Volk mit Freiheitsmützen auf dem Kopf durch die ganze Stadt lief. Dennoch gab es auch Leute, die sein Grab noch lange mit Frühlings- und Sommerblumen schmückten, Statuen, die ihn in Amtstracht zeigten, auf der Rednertribüne aufstellten und seine Edikte verkündeten, als lebe er noch oder werde in Kürze zum Verderben seiner Feinde zurückkehren. Als der Partherkönig Vologaeses eine Gesandtschaft an den Senat schickte, um ein Bündnis zu erneuern, äußerte er von ganzem Herzen die Bitte, Neros Andenken möge gepflegt werden. Und als 20 Jahre später in meiner Jugendzeit ein Mensch von dunkler Herkunft auftrat und sich als Nero ausgab, da hatte dieser Name für die Parther einen so guten Klang, dass sie diesen 'Nero' mächtig unterstützten.
Christliche Autoren späterer Jahrhunderte, die Nero schon wegen der Hinrichtung ihrer Glaubensbrüder nach dem Brand von Rom verurteilten, prägten endgültig das Bild des Kaisers als größenwahnsinnigem Tyrannen. Im Mittelalter galt er geradezu als Verkörperung des Antichrist. Dieses Bild – das aber nicht nur in christlichen, sondern auch schon in den ältesten heidnisch-antiken Quellen vorzufinden ist – überwiegt bis heute. Einige Autoren haben in jüngster Zeit eine Rehabilitierung Neros als humanistischer Herrscher versucht. Dabei wurde vor allem das Augenmerk auf die Dreigliederung der römischen Gesellschaft in Kaiser, Aristokratie und Volk gelegt. Oft kommt es in der Geschichte zu Koalitionen von zweien dieser "Stände". Nero verfolgte eine volkstümliche Politik, was auch durch Äußerlichkeiten gezeigt wurde. So war Nero zum Beispiel Anhänger der "Grünen", einer von vier klassischen Mannschaften beim Wagenrennen, die auch beim einfachen Proletariat beliebt waren. Die Koalition Nero und Volk führte in der Aristokratie und dem Patriziat natürlich zu einer schlechten Beurteilung Neros, da Überlieferung aus dem Stand der Plebejer natürlich nicht existieren beziehungsweise nicht überliefert wurden.
Fortleben in den Medien und Sonstiges
Die Zeit Neros, insbesondere der Brand Roms und die Christenverfolgung, übten auf viele spätere Künstler Faszination aus. So entstanden zahlreiche Dramen (etwa Claudio Monteverdis L’incoronazione di Poppea und Händels Agrippina, zwei frühe Opern). Unter den historischen Romanen dürfte Henryk Sienkiewicz’ Quo Vadis wohl am bekanntesten sein. Das Buch wurde mehrmals verfilmt; bekannt ist vor allem der Monumentalfilm Quo vadis? von 1951, in dem Peter Ustinov den Kaiser verkörperte und dafür für den Oscar nominiert wurde. 2001 entstand die polnische Filmversion von Filmregisseur Jerzy Kawalerowicz, 2004 der TV-Zweiteiler Nero mit Hans Matheson in der Hauptrolle.
In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs ging ein Befehl Hitlers zur Zerstörung der deutschen Infrastruktur mit dem Namen Nerobefehl in die Geschichte ein. Dabei wurde darauf angespielt, dass sich dieser Befehl wie die Brandstiftung Roms gegen das eigene Volk richtete.
Literatur
Quellen
- Sueton, Nero (online: lateinisch und englische Übersetzung)
- Tacitus, Annalen 11–16 (online: lateinisch und englische Übersetzung)
- Cassius Dio 61–63 (online: englische Übersetzung)
Sekundärliteratur
- Edward Champlin: Nero. Belknap, Cambridge, Mass. 2003, ISBN 0-674-01192-9.
- Miriam Griffin: Nero. The End of a Dynasty. Batsford, London 1984; Routledge, London 2001 (Nachdr.), ISBN 0-415-21464-5.
- Jürgen Malitz: Nero. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44605-1.
- Helmuth Schneider: Nero. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. Beck, München ²2001, S. 77ff., ISBN 3-406-47288-5.
- Gerhard H. Waldherr: Nero. Eine Biografie. Friedrich Pustet, Regensburg 2005, ISBN 3-7917-1947-5.
Weblinks
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|ALTERNATIVNAMEN=Nero Claudius Caesar Drusus Germanicus; Domitius Ahenobarbus, Lucius |KURZBESCHREIBUNG=Kaiser des römischen Reiches |GEBURTSDATUM=15. Dezember 37 |GEBURTSORT=Antium |STERBEDATUM=9. Juni 68 |STERBEORT= }}
ru-sib:Нероныч
Diskussion der Autoren über den Artikel: Nero
Domus Aurea
Hier im Artikel steht, dass das Domus Aurea (DA) nach Neros Herrschaft abgerissen wurde. Im DA-Artikel hingegen steht, dass nachfolgende Kaiser (Trajan) Teile des DA dem Volk wieder zugänglich gemacht hätten. Eines von beiden kann nicht ganz stimmen.- Vielleicht wurde es geplündert, aber stehengelassen? Gruß, --Gräte 10:25, 31. Mai 2006 (CEST)
- Verstehe den Einwand/die Frage nicht ganz: zB. wurde das Kolosseum = Amphitheatrum Flavium auf einem Teil des ehemaligen Domus Aurea errichtet. Dafür waren natürlich Abrissmassnahmen nötig. --Geos 10:19, 16. Nov. 2006 (CET)
Medaillen
- Hallo Thomas,
Stimmt das tatsächlich mit den 1808 Medaillen, oder ist das ein Tippfehler? Ich beziehe mich auf den Satz: "66 n.Chr. reiste Nero nach Griechenland um an den olympischen Spielen teilzunehmen, wo er 1808 Medaillen gewann". Ansonsten Gratulation zu dem fundierten Artikel.
lg, .tomasio - Hallo,
ja, das stimmt tatsächlich mit den Medaillen - wobei es offensichtlich ist, dass diese Medaillen mehr politischer als sportlicher Herkunft waren ... es wäre von den Griechen äußerst ungeschickt gewesen, den mächtigsten Mann der Welt verlieren zu lassen.
Danke für die Gratulation. Roughneck 23:59, 23. Aug 2004 (CEST) PS: Bin nicht Thomas :-) PPS: Noch ein Hinweis zu obiger Diskussion - Sueton ist auch eine römische Quelle und die Römer hielten nichts von Nero, deshalb würde ich nichtrömischen Quellen definitiv mehr Glauben schenken und die berichten allesamt von einem Tod durch Epilepsie bei Britannicus!
Es scheint allerdings festzustehen, daß Nero als Kitharoëde, Poet und Sänger nicht völlig unbegabt war. Sicher ist aber wohl auch, daß die über tausend Siegerkränze (wohl eher als Medaillen), die ihm im Verlauf seiner Griechenlandreise zuerkannt wurden, als pflichtschuldige Reverenz vor dem Kaiser aufgefaßt werden müssen. Alles in allem war er wohl ein schwacher Charakter und damit auch eine tragische Figur, deren ursprünglich gute Anlagen durch die Einflüsse der Umgebung und die Macht korrumpiert wurden. Seine letzten Worte, wenn sie denn tatsächlich authentisch sind, zeigen deutlich, wie er sich persönlich vielleicht sein Leben lang gesehen haben mag: als durch sein herrscherliches Amt verhinderter großer Künstler. Übrigens: Wie die Schreibung seines Namens auf seinen griechischen Münzen zeigt, ist sein Name mit einem kurzen "e" (dort nämlich Epsilon statt Eta!) auszusprechen.
chinamul
Neben den Medaillen erhielt er auch den Titel eines "Periodoniken" (siehe im Text). Ich hab das mal hinzugefügt, weiß jemand, ob das den Medaillen entspricht? Ich hab mich auf die "Propyläen Weltgeschichte" gestützt, die ist aber von 1965, also nicht wirklich aktuell... Gruß,--Gräte 10:13, 31. Mai 2006 (CEST)
Hitler-Vergleich
- Eh...Hitler als Anti-Christ? Kriegsverbrecher, Volksverhetzer, Demagoge, Anstifter und Initiator von Massen- und Völkermord und vieles andere: da würde ich nicht widersprechen. Aber Antichrist impliziert eine theologische Betrachtungsweise...die hatte doch Hitler gewiss nicht (auch wenn sein "3. Reich" an eschatologische Überlegungen anknüpfte). Nur mal so...
Gruss Benowar 13:44, 24. Aug 2004 (CEST) - "Wer sich durch seinen Unglauben oder seine sündige Tat bewußt und freiwillig gegen Christus stellt, wird damit zum Anti-Christen" - das hat Hitler doch getan! Diese Diskussion gehört jetzt aber eigentlich nicht mehr hierher! Roughneck 13:49, 24. Aug 2004 (CEST)
- Finde ich etwas populistisch, aber bitte...
- Ich habe mir trotzdem erlaubt, einen Absatz mit entsprechender Verlinkung zu Hitlers Nerobefehl hinzuzufügen. Auch dies gehört zum düsteren Nachruhm, dass man seinen Namen mit einem der zahllosen Verbrechen Hitlers verband. --Sebastian35 14:31, 30. Mär 2006 (CEST)
Details
- Meiner unbedeutenden Meinung nach ist hier nichts zu finden für die Leute, die sich intensiv mit Nero beschäftigen möchten. Z.B. kann man in diesen Artikel rein garnichts über die ganzen Intrigen herausfinden, die zu Neros Zeit geführt worden sind. Es gab einige Mordversuche und hier ist vielleicht einer erwähnt. Ich finde das lächerlich, aber vielleicht kann mir ja jemand anders sagen wo ich Details finden kann, da in den meisten Lexiken über den "Antichrist, Mörder, Brandstifter...." nicht viel steht.SERGEJ 13:08 3.5.06
Zu wenig Fachwissen
- Hier müsste unbedingt mal ein Antike-Fachmann ran. Es kann doch nicht sein, dass in Neros Regierungszeit nichts passiert ist außer dem Brand Roms, ein paar Hofintigen und ein bisschen Kulturförderung, oder? Asdrubal 19:09, 25. Aug 2004 (CEST)
- Ehrlich gesagt möchte ich nicht den Artikel substantiell verändern, weil es dann wieder eine ewige Diskussion gibt...außer man könnte sich hier darauf einigen.
- Nein, es geschah mehr als der Brand von Rom. Im Osten kam es zu einem Konflikt mit den Parthern, in Britanien brach eine Rebellion aus. Vor allem kam es aber, wie weiter oben bereits dargestellt, zu einer Zunahme zu Repressalien von Seiten des Staats. Damit nun keine Missverständnisse entstehen: auch das frühere Regime unter Augustus und Tiberius etc. war nicht gerade das, was man heute als "Bürgerfreundlich" bezeichnen würde. Es geht aber beispielsweise um die Prozesse: diese wurden nicht nach römischen Recht gehalten. Gerade was die Bestrafung von Mitgliedern der Senatsaristokratie betrifft, brach Nero mit dem status quo. Daher auch die Reaktion eines Tacitus.
Auch wird kaum auf die Gründe eingegangen, die zur Rebellion der Armee und zum Vierkaiser-Jahr führten.
Ein Grunsatz der Alten Geschichte wird ohnehin wenig beachtet: solange eine Quelle nicht durch die Aussagen einer anderen Quelle in Zweifel gezogen wird, hat sie Gültigkeit! Tacitus und Sueton sind nunmal in dieser Hinsicht unsere wichtigsten Quellen. Übrigens schneidet Nero auch bei Cassius Dio schlecht ab.
Gruss Benowar 13:11, 26. Aug 2004 (CEST) - Ich verstehe nur nicht ganz, warum man das, was du hier aufführst, dem Artikel nicht einfach wertungsfrei und neutral zufügen können soll. Asdrubal 15:53, 26. Aug 2004 (CEST)
- Eben! Man kann den Artikel doch dahingehend erweitern, dass man eben auch die Überlieferungen von Tacitus, Sueton usw. erklärt, sie jedoch nicht als absolut darstellt. So habe ich es ja bei Britannicus inzwischen getan - ich habe geschrieben, dass er ermorden worden sein soll, es jedoch auch möglich wäre, dass er durch einen epileptischen Anfall gestorben ist. Den Rest könnte man ja auf die selbe Art und Weise einfügen. Roughneck 18:50, 26. Aug 2004 (CEST)
Teilnahme bei Olympia
- Wie kann das sein, dass Nero an den Olympischen Spielen teilnahm? Die ersten fanden 776 v. Chr. statt, die letzten 393 n. Chr. Da sie alle vier jahre stattfanden, fanden sie in den Jahren mit den selben Endziffern wie heute satt (772, 768, 764,...), dann 4 v. Chr., dann 1 n. Chr., dann 5 n. Chr., ... dann hätten sie eigentlich 65 und 69 stattfinden müssen, aber nicht 66/67, als Nero in Griechenland war. Dann ginge der Vierjahresrhythmus nicht auf, und auch 393 würde nicht stimmen. --Steffen Löwe Gera 19:02, 5. Sep 2004 (CEST)
- Stimmt, deshalb wurden die Spiele extra für ihn verlegt, da er gerade mal dort war. Gruss Thomas Ihle 12:34, 6. Sep 2004 (CEST)
- Genau, die isthmischen, delphischen, nemeischen und olympischen Spiele wurden alle auf ein Jahr verlegt, damit Nero Periodonike werden kann (oder Medaillen / Kränze kriegen kann, siehe oben). Gruß, --Gräte 10:23, 31. Mai 2006 (CEST)
Aus Wikipedia:Kandidaten für exzellente Artikel:
Nero 5. September 2004
aus Wikiprojekt Rom- pro: Ich finde diesen Artikel voll interessant. Der ist vor allem auch ziemlich kritisch und schön umfangreich. Ich bin echt überrascht, was man über diesen "bösen" Kaiser so alles weiß. 217.247.64.94 15:34, 5. Sep 2004 (CEST)
- Hinweis: Ich fühle mich zwar geschmeichelt meinen Artikel hier gelistet zu sehen, allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass zur Zeit noch nicht geklärt ist, ob dieser Artikel die gewünschte Neutralität aufweist, siehe auch die Diskussionsseite.
- Da Nero eine stark umstrittene Persönlichkeit ist, ist es sehr schwierig die unterschiedlichen Gesichtspunkte zu vereinen. Von vielen Geschichtsschreibern wird er als wahnsinniger Tyrann beschrieben, jedoch gibt es auch eine vielzahl an kritischen Stimmen, die versuchen sein Bild zu retten. Der Artikel schafft es m.E. noch immer nicht, beide Standpunkten absolut gerecht zu werden. Roughneck 16:11, 5. Sep 2004 (CEST)
- contra: siehe dortige Diskussionsseite. Zudem wird die Regierungszeit Neros an sich ja eigentlich nicht behandelt, sondern nur einige Stichpunkte. Auch die Bibliographie müsste erweitert werden 8und der betreffende Forschungsstand eingearbeitet werden). Benowar 19:21, 5. Sep 2004 (CEST)
- contra: Der Artikel ist sehr lückenhaft, vor allem was die politische Entwicklung unter Nero betrifft.Asdrubal 12:26, 6. Sep 2004 (CEST)
- contra: da selbst der Hauptautor noch nicht überzeugt ist und der Artikel auch noch sehr skizzenhaft wirkt. -- Srbauer 16:19, 7. Sep 2004 (CEST)
- contra: Sehe das wie srb, zudem gibt es ganz sicher noch mehr als 1 Weblink und 2 Literaturhinweise zu so einem ergiebigen Thema aufzulisten. Zudem wird ein zu kleines Bild für die gewählte Darstellung verwendet und wird dann bei mir pixelig. Insgesamt aber ganz sicher ausbaufähig!! :-) --Elborn 22:53, 13. Sep 2004 (CEST)
Zu wenig Fachwissen ...
... ein Urteil, dem ich mich nur anschließen kann: Was hier über Christenverfolgungen behauptet wird, ist sowohl philologisch ("Wucherer" für chrêstiani ist geradezu lachhaft) als auch historisch falsch!
Daß Nero Christen hinrichten ließ, kann man historisch nicht ernsthaft bezweifeln, daß sie sich freiwillig in die Flammen gedrängt hätten, ist schlicht nonsense (da wüßte ich gerne mal die Quelle, und damit meine ich natürlich, die antike Quelle).
Aus der Zeit Trajans stammt bekanntlich der Briefwechsel zwischen Plinius und Trajan, der die wichtigste Quelle für den Rechtsstatus der Christen in der Zeit vor 250 n.Chr. darstellt und vor dem Hintergrund lokaler Prozesse gegen Christen in Kleinasien entstanden ist. D. h. daß es dort unter Trajan Maßnahmen gegen Christen gegeben hat, ist historisch so gesichert wie weniges aus der Geschichte des Christentums zu Beginn des 2. Jh.
Zur Literatur: Horst Herrmann ist kein Althistoriker, sondern Soziologe; und Massimo Fini ist Journalist ... beide Publikationen kommen als Referenzen somit nicht in Frage. Ganz im Gegensatz zu dem kleinen Buch von J. Malitz.
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Zu den "Christenverfolgungen" unter Nero: für chrestiani hat sich "Biedermänner" (von chrestos=tüchtig, rechtschaffen) durchgesetzt, der Verweis auf die Kreuzigung (Annalen 15,44,3) gilt vielfach als christliche Interpolation. Die Annahme, es handle sich nicht um Christen, ist jedoch Mindermeinung und aufgrund von Sueton kaum haltbar. Insgesamt wird jedoch keine zielgerichtete "Verfolgung" beschrieben, sondern ein Pogrom aus aktuellem Anlass, das von der Bevölkerung ausging.
- Das "chrestos" und "christos" sich nur im Schriftbild, nicht aber in der Aussprache unterscheiden, ist aber doch wohl bekannt? Dass soll natürlich nicht heißen, daß hier ein Schreibfehler anzunehmen ist, sondern wahrscheinlich ein ganz bewußtes und durchaus sarkastisches Wortspiel. Tacitus hielt von den Christen ja bekanntlich nicht allzuviel. Wie wir im übrigen aus Justin Apologie I wissen (irgendwo in den ersten Kapiteln), haben auch Christen selbst dieses Wortspiel durchaus zu eigenen Gunsten zu nutzen gewußt. Von einer "zielgerichteten", gar reichsweiten Verfolgung habe ich nirgendwo gesprochen, sondern nur davon, daß "Nero Christen hinrichten ließ"! (Daß dies nicht mehr als ein Pogrom, also eine lokal begrenzte Sache war, hätte ich natürlich noch klarstellen können. Aber der Verfasser des Artikel behauptete ja, daß es sowas im Rom des Nero überhaupt nicht gegeben hätte, was historisch eben falsch ist). Na ja, immerhin sind wir uns einig, daß die "Wucherer" philologischer Unsinn sind.
Ebenso lokal und nicht auf staatliche Initiative sind die Prozesse in Kleinasien zu sehen: keine Fahndung, keine anonyme Anzeige, Begnadigung selbst bei Leugnen der Zugehörigkeit oder Abschwören nach Geständnis, Strafe (welche?) nur für geständige hartnäckige Christen.
- Erster und zweiter Punkt richtig referiert; dritter Punkt auch richtig, aber die Leugnung musste durch Opfervollzug "bewiesen" werden; und was die Strafe betrifft, die ist eindeutig: Trajan bestätigt nämlich das Verfahren, das Plinius angewendet hat, und das ist nichts anderes als die Verhängung der Todesstrafe. Und daß dieses trajanische Reskript (mit all seinen Widersprüchen: keine Fahndung usw.) den Rechtsstatus bis weit in das dritte Jahrhundert definiert hat (also: "nomen christianum" führt bei offenem Bekenntnis zur Kapitalstrafe), ist Konsens der Forschung.
- - Der Opfervollzug bestand aber oft nur im Besprengen des Kaiserstandbildes mit etwas Weihwasser...
Der Märtyrerkult, bei dem sich confessores freiwillig zur Hinrichtung meldeten (17. Juli 180, s. Acta Scillitanorum) ist etwas spezifisch Nordafrikanisches und hat möglicherweise seine Wurzeln in der dortigen heidnischen Religion. (s. W.H.C. Frend, The North African Cult of Martyrs, in Jenseitsvorstellungen in Antike und Christentum (FS Alfred Stuiber), JAC Ergänzungsband 9, 1982).
- Ich empfehle mal was Neueres: G.W. Bowersock, Martyrdom and Rome, Cambridge 1995; und zur Korrektur des romantischen Bildes sich selbst opfernder Christen den Artikel von D. Wendebourg, "Das Martyrium in der Alten Kirche als ethisches Problem", ZKG, 98, 1987, 295-320
- - Bei der Wendebourg hab' ich ungefähr zu der Zeit die Geschichte der Scilitaner gehört. Bei allem gebotenem Misstrauen gegenüber den meist stilisierten Märtyrerakten - der Prokonsul wird als zur Verurteilung unwillig geschildert, er versucht, die mit Beweismaterial erwischten Christen zunächst zum Leugnen, dann zum Abschwören zu bewegen, das Opfer sei doch nichts Schlimmes, lediglich eine Formalität... Es fragt sich allerdings, ob es nicht zu dieser Zeit schon den sozialen Druck innerhalb der Gemeinden gab, unter keinen Umständen lapsi zu werden. Andererseits verurteilten die Kirchenväter Personen, die sich freiwillig zum Martyrium drängten. Roald 13:14, 29. Apr 2005 (CEST)
Falsch ist es demnach, Nero als Urheber von staatlich organisierten, reichsweiten Christenverfolgungen zu sehen. Diese gehören definitiv ins dritte Jahrhundert. Ebenso falsch ist es jedoch, zu behaupten, es hätte keinerlei Pogrome gegeben.
- Ganz richtig! Aber letzteres sollte man eben auch nicht wegdiskutieren wollen. --80.143.237.27 19:41, 28. Apr 2005 (CEST)
Für die Bewertung Neros spielte es jedoch eine bedeutendere Rolle, daß er die Interessen der römischen Aristokratie verletzte. Zudem lag es im Interesse der Flavier, das Ansehen der julisch-claudischen Dynastie herabzusetzen um den eigenen Herrschaftsanspuch zu festigen. Roald 14:07, 19. Apr 2005 (CEST)
Neutralität
Dieser Abschnitt wurde auf eine eigene Diskussionsseite verschoben! --Steffen85 2. Jul 2005 14:45 (CEST)
Ich möchte die Neutralität ebens anzweifeln, vorallem da in jedem zweiten Satz auf die angebliche Inkompetenz, vorallem im bezug zur Armee (ein Kulturfördererr ist mir persönlich lieber als ein Kriegstreiber). Innenpolitisch mag er versagt werden, aber dies muss nicht überall und immerzu erwähnt werden.--217.162.109.11 20:24, 26. Nov 2005 (CET)
Nero, 9. Mai
- pro: Zweifelsfrei kein exzellenter Artikel, allerdings hochinteressant und gut geschrieben. --Steffen85 09:24, 9. Mai 2005 (CEST)
- Contra: siehe Diskussion:Nero; weder NPOV, noch stimmen wichtige Fakten. Ich muss mir wohl doch mal Zeit nehmen, den Artikel endlich zu überarbeiten.--StefanC 10:38, 9. Mai 2005 (CEST)
- Contra. Stefan, wäre toll, wenn du das machen könntest. Ich könnte dir evtl bisschen zur Hand gehen. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 16:04, 9. Mai 2005 (CEST)
- Contra wie schon damals auf der Diskussionseite vermerkt - getan hat sich wenig. Ist für mich aufgrund der Kritikpunkte noch nicht einmal annähernd lesenswert... --Benowar 16:21, 9. Mai 2005 (CEST)
- contra: Boulevard-Historiographie. --Sigune 03:23, 10. Mai 2005 (CEST)
- contra: Lückenhaft, und teilweise merkwürdiger Satzbau. -- Bender235 13:52, 13. Mai 2005 (CEST)
Inkonsistenz mit Christenverfolgung
Im Artikel Christenverfolgung wird Nero als "Täter" dargestellt, in diesem Artikel hier wird das Geschehen vorsichtig gesagt etwas weniger einseitig dargestellt. Da ich mich in der Materie nicht sonderlich gut auskenne, möchte ich an keinem der Artikel eine Änderung vornehmen, aber es gibt doch bestimmt in der Geschichte bewandertere Personen, die sich da ran trauen. -- Tigerduck 09:55, 6. Jun 2005 (CEST)
- Es kam zu Hinrichtungen. Vieles beruht offenbar auf Fini, der selber kein Historiker ist und Nero zu entlasten versucht. Nero betrieb ja auch keine systematische Christenverfolgung im Reich, aber zu leugnen, dass es zu Hinrichtungen kam, ist glatt ahistorisch. --Benowar 12:15, 22. Dez 2005 (CET)
Aus der Wikipedia:Qualitätssicherung/15. August 2005
Dieser Artikel entspricht nicht der offiziellen Lehrmeinung und der Geschichtsschreibung, sondern gibt die Meinung eines kritischen Journalisten wieder, welcher nicht gerade für seine Seriösität bekannt ist.
Problematik: Viele Historiker schenken den antiken Geschichtsschreibern (z.B. Tacitus, Sueton) zu streng und unkritisch ihren Glauben. Dieser Artikel sollte also zwar die antiken Berichte wiedergeben, diese jedoch kritisch betrachten und Alternativmeinungen (wie sie z.B. im Moment enthalten sind) wiedergeben, ohne dabei seinen neutralen Standpunkt aufzugeben. --217.247.64.48 17:33, 15. Aug 2005 (CEST)
- Eine IP hat den Artikel weiter verunstaltet - dass es zu keinerlei Hinrichtung von Christen kam ist geschichtsfälschung, nix anderes. Vieles beruhte wohl auf Fini. Ich habe Passagen komplett gestrichen, andere umgeschrieben. Lesenswert ist das Ganze immer noch nicht, der größte Teils des Spuks dürfte damit aber weg sein. Dennoch muss der Artikel noch überarbeitet werden - am Besten auf der Grundlage von Griffin, Christ, Schneider etc. Fini sollte nun ganz draußen bleiben. --Benowar 12:12, 22. Dez 2005 (CET)
-- Da kann man eben nichts ändern: Ist ein "Historiker" einmal von seiner Meinung und der zu ihm passenden Literatur überzeugt, kann er sich getrost als Zensor bewähren. Was selbst der liebe Gott nicht kann, nämlich Geschichte nach Belieben umzudeuten, schaffen Auch-Historiker mühelos, selbst wenn sie - wie Benowar mit seinem Beitrag vom 22. 12. beweist - Probleme mit der Orthographie, der Zeichensetzung und dem Leseverständnis überhaupt haben. Statt sich in einem Diskussionsbeitrag anzustrengen und nicht schludrig vor sich hin zu schreiben, dürfen sie dann von "Verunstaltung" schwatzen und, nach eigenem Gusto, "Passagen komplett streichen". Was bin ich froh, dass ich in meinem Beruf (Universitätsprofessor) mit solchen Könnern nichts zu tun habe. Ob Wikipedia sie sich leisten kann?
- Wir können jedenfalls auf dich gut verzichten - bleib du bei Fini, deine Änderung im Literaturverzeichnis hat dich bereits disqualifiziert. Professor... - ach, was kann ich lachen. --Benowar 18:39, 23. Dez 2005 (CET)
-- Disqualifiziert? Oh je, von wem eigentlich? Hast du Abitur, ein abgeschlossenes Hocschulstudium, eine Promotion, eine Habilitation, einen Lehrstuhl? Oder bist du schlicht ein abgebrochener Student oder ein Studienrat, wenns denn sein soll, der sich als Oberlehrer betätigt? Wie gesagt, schade um Wikipedia, wenn solche Experten sich tummeln. Wer zuletzt lacht ...
- Offenbar hast du keine Ahnung was es bedeutet, die wissenschaftlich relevante Literatur zu rezipieren - dazu gehört gewiss nicht Herrmann oder Fini. Wenn jemand behauptet, es habe in Neros Regierungszeit keine Kriege gegeben, es sei faktisch zu keinen Hinrichtungen von Christen gekommen usw. (wie es in der alten Fassung noch der Fall war), dann ist das Geschichtsfälschung - oder derjenige hat keine Ahnung, was es nicht besser macht. Ob ich ein abgeschlossenes "Hocschulstudium" vorweisen kann? Ja mein Kleiner, kann ich. Im Gegensatz zu dir habe ich Alte Geschichte studiert und sauge mir hier keine Halbwahrheiten aus den Fingern. Wenn du dich hier weiter austoben willst, kannst du das gerne tun. Du gibst dich damit nur der Lächerlichkeit preis und beweist, dass du Null Ahnung von der Materie hast. Wenn du die Diskussion aufmerksam verfolgt hättest, wäre dir aufgefallen, dass es bereits vorher diverse Kritikpunkte gab, zumal historische Fehler vorhanden waren bzw. immer noch nicht ganz ausgebügelt sind. Also: Wenn du weiter hier spielen willst, ohne auch mal konstruktiv tätig zu sein, mach das - überzeugen kannst du damit sowieso nicht. --Benowar 12:57, 24. Dez 2005 (CET)
- Na, du Auch-Historiker: Ich will konstruktiv sein und habe daher einen Kollegen an der Uni (Alte Geschichte) befragt: Blankes Entsetzen über deine Anmaßungen. "Solche Leute reüssieren beruflich nie", meinte er, "sie haben von Wissenschaft nicht die geringste Ahnung. Nicht nur deshalb verzichten wir auf sie. Die von diesem Herrn empfohlene äußerst eingeschränkte und gleichzeitig selbstherrliche Arbeitsweise versuchen wir schon den Anfangssemestern auszureden. Und wer es schließlich einsieht, der promoviert und, und ... Der Rest kann sehen, wo er bleibt." Was soll ich da noch sagen? Die Wissenschaft an einer Uni, wo unsereins sich im Gegensatz zu dir Tag um Tag bewähren muss und kann, nimmt von deinesgleichen also nicht die geringste Notiz, und das weißt du genau. Ich empfehle Dir, um zum Schluß zu kommen, den Kurs "Deutsch als Fremdsprache" an einer Volkshochschule zu belegen. Dann wird es wenigstens mit Grammatik und Rechtschreibung besser. Über Inhalte schweige ich auf Anraten des Kollegen von der Alten Geschichte, das kann nur in deinem beschränkten Sinne sein.
- Ich empfehle dir erstmal einen Benimmkurs - deine intellektuellen Fähigkeiten sind ja offenbar verloren. Im Gegensatz zu dir weiß ich durchaus, wie es an der Universität zugeht. Keiner, der wissenschaftliches Arbeiten ernst nimmt, würde dir auch nur einen Blick gönnen. End of Discussion - troll dich. --Benowar 16:22, 24. Dez 2005 (CET)
Benowar,ruhig! Nicht aufregen, lachen ;) - das macht man bei Witzen... Auf alle Fälle - wenn es bei dir dann nicht zum Historiker reicht, dann vieleicht ein Zweistudium zum Müllmann? Oder du gehst zu Illig, bei dem ist es auch immer lustig... *ggg*. Au man, manchmal gibt es hier Leute mit gar zündendem Witz, denn ERNST kann der Unsinn nicht gemeint sein ;)
Habe auf alle Fälle schon vieles Seltsames in der Wiki gelesen - das hier ist aber mit das Beste *ggg*.Wo ist mein Popcorn? Btw - ich habe hier auch Fini stehen. Im Giftschrank. Der Verlag spricht ja schon Bände. Bastei-Lübbe, die Bildzeitung der Sachbuchverlage... Kenwilliams QS - Mach mit! 20:48, 24. Dez 2005 (CET)
Mein lieber Benowar, da hast du dich richtig aufs Eis führen lassen! Du bist einem Typen auf den Leim gegangen, der bestimmt kein "echter" Uniprof ist. Der Typ hat dich nun mal richtig vorgeführt - jetzt aber solltest du das alles vergessen und dich nicht länger ärgern.
- Verzeihung - aber wo habe ich ihm das denn abgenommen? So leichtgläubig bin ich nun auch wieder nicht ;-). --Benowar 13:10, 25. Dez 2005 (CET)
Ach, na ja, es soll auch Uniprofs geben, die von ihrer Meinung und ihren eigenen Büchern so überzeugt sind, dass sie es nicht verkraften, wenn nur die Konkurrenz-(meinung) zitiert wird. Sollte er doch Uniprof sein, so hätte er aber seinen Namen hinterlassen. Vielleicht hat er ja, wenn ich mir seinen edit so betrachte...Roald 18:15, 25. Dez 2005 (CET)
Ein Vorschlag zur Güte: Sollten wir jetzt nicht doch zum Wesentlichen zurückkehren, und das heißt nun mal NERO? Mir ist nicht klar, warum die Meinung eines "Journalisten" von vornherein als irrelevant abgetan wird. Hätte Fini denn nicht auch der Historikerzunft etwas zu sagen? Sind seine Anregungen für eine im Wandel begriffenes Perspektive auf Nero falsch, nur weil sie nicht aus der richtigen, d. h. zitierfähigen Ecke stammen? Man wird ja noch fragen dürfen.
- Nein, das sicher nicht. Aber der Artikel hat sich teils nur auf Fini verlassen - und das kanns nicht sein, besonders wenn Fakten falsch dargestellt werden (wie angesprochen: keine Kriege, Darstellung der Christenverfolgung). Man mag sich ja darüber streiten, ob Nero nur von der Historiographie schlecht geredet wurde (was man wenigstens bezweifeln muss), oder ob ihm nicht tatsächlich Versäumnisse vorzuwerfen sind. Im Bereich der Militärpolitik ist dies wenigstens teils der Fall - die Abkehr vom "Akzeptanzsystem" (Egon Flaig) hat sicherlich nicht unmaßgeblich dazu beigetragen, dass es zur Erhebung des Militärs und der Senatoren kam. Wie gesagt: es müsste einiges überarbeitet werden. --Benowar 11:22, 26. Dez 2005 (CET)
- Der exklusive Bezug auf Fini, den der bisherige Artikel aufwies, hat mir ohnedies nie gefallen; eine solche Einseitigkeit verbietet sich in der Tat - aber auf allen Seiten. Gerade in Sachen "Christenverfolgung" wäre wirklich noch einiges zurecht zu rücken: Erinnere ich mich recht, stellt Fini jedoch nicht grundsätzlich in Abrede, dass Christen verfolgt und hingerichtet worden sind, wenn auch nicht qua Christen, sondern unter Bezug auf die Brandstiftung. Ein Verdienst Finis besteht wahrscheinlich darin, dass er spezifisch "christelnde" Schuldzuweisungen aufzubrechen versucht hat. Oder gab und gibt es da auch andere Autoren, die dies ähnlich sehen?
- Tacitus, Sueton und Cassius Dio waren keine Christen - bei keinem schneidet nero besonders gut ab. Dies hat sicherlich auch etwas mit Neros Verfehlungen bzgl. Senat (und wohl auch Armee) zu tun. Dass er freilich für die Christen einen besonders "düsteren" Anstrich erhielt, ist allerdings wahr - man mag sich freilich auch fragen, warum sie ihn hätten positiv sehen sollen. Zur Christenverfolgung: die wurde eben im Artikel schief dargestellt (wie vieles andere). In den Grundzügen kam aber Fini zum Tragen. In der modernen historischen Forschung wird er teils immer noch sehr negativ gesehen, teils aber auch durchaus differenziert - dass irgendwo seine Regierungszeit als ein Erfolg bewertet würde, wäre mir aber neu. --Benowar 12:11, 26. Dez 2005 (CET)
- Nun, ich lese und schreibe als Laie, auch etwas zu der Biographie, die Horst Herrmann (der ja - als Soziologe - u. a. die heute meistverbreitete und anerkannte Luther-Biographie schrieb) dieses Jahr veröffentlicht hat: Bietet nicht auch sie, obgleich sie sich weithin auf Fini stützt, manche Ergänzung? Beispiele: Kindheit in Altrom und seiner patronomen Ideologie, Porträts des Nero, domus aurea, Exekutionsformen, Funktion des Paulus, literarische Wirkungsgeschichte (über Monteverdi u.ä. hinaus), eine mögliche Interpretation der letzten "erschöpften" Jahre (burn out-Syndrom?) Ich wäre gewiss nicht als einziger dankbar, wenn ein Mann vom Fach wie Benowar sich einmal ausführlich mit einer solchen Deutung "von außerhalb" beschäftigen und die Argumente pro et contra darlegen würde.
- Die Argumente sind diejenigen, die bei den Historikern zum differenzierten Nero-Bild führen. All diese rakikalkritischen Werke sind nicht für Historiker geschrieben, sondern wenden sich gegen ein verbreitetes Bild, das nicht differenziert ist, sondern genauso einseitig, wie die Dartstellung der "Radikalkritiker". Aber das ist ein literarisches Genre, das bedient werden will. Es ist z.B. umstritten, ob die Kreuzigungsstelle bei Tacitus nicht christliche Interpolation ist. Das lässt aber nicht an der Hinrichtung der "Chrestiani" als solche zweifeln, dies geben Text- und Literarkritik nicht her. (retsliche Argumentation s.o.) Die Hinrichtung der Christen wird bei Tacitus auch im Grunde positiv gewertet, also ist es unerheblich, dass Tacitus aus biographischen Gründen gegen Nero war. Die Frage, die sich an den "Chrestiani" tatsächlich entzündet hat, ob es denn in den Augen der Römer zu dieser Zeit überhaupt eine eigenständige Gruppe "Christen" gab - zehn Jahre früher wurden sie als Teil der Juden gesehen und entsprechend behandelt - kommt zu kurz. Zu Petrus und Paulus gibt es vier Thesen: 1. beide nicht hingerichtet in Rom, Petrus nie dort gewesen 2. nur Paulus in Rom, aber zu einem anderen Zeitpunkt hingerichtet 3. beide in Rom, aber zu einem anderen Zeitpunkt hingerichtet 4. beide während des Pogroms von 64 gestorben. Davon sind 2 und 3 die gängigen Hypothesen, 4 ist heute kaum vertreten, entspricht aber der Legende ab dem 2. Jahrhundert, diese hat dann verschiedene Wachtstumsphasen durchgemacht. Zeitgenössische Berichte gibt es nicht, daher beschäftigt sich die Wissenschaft überwiegend mit der Entwicklung der Legende und lässt die Frage von Ort, Zeitpunkt und Art des Todes offen. Trägt ohnehin weder etwas für das Nero-Bild noch für das kirchenhistorische Bild etwas aus.
Kriegsführung Neros
Hey...
Zu dem Standpunkt, dass Nero nur 4 Jahre Krieg führte, bin ihc doch etwas anderer Meinung...der Krieg der Römer gegen Armenien bzw. gegen die >Parther um Armenien dauerte von 51 - 58 n. Chr., sowie von 60 - 66 n. Chr. Bei Tacitus und Cassius Dio doch sehr gut dargelegt....werde demnächst einen eigenen Artikel über Neros Orientpolitik ins Netz stellen. Gruß --Richypileser III. 22:58, 30. Nov 2005 (CET)
- Es ist ohnehin vieles falsch dargestellt gewesen. Mit den Parthern kam es aber 63 zu einem Vertrag - soweit ich richtig weiß, endeten damit auch die Kampfhandlungen. Ich kann das aber noch einmal nachlesen. --Benowar 12:14, 22. Dez 2005 (CET)
Qualis artifex pereo
Im Text des Artikels ist folgender Satz enthalten: "Der Überlieferung nach sollen seine letzten Worte Qualis artifex pereo gewesen sein – "Welch ein Künstler geht mit mir zu Grunde!"."
Laut WikiQuote seien ihm diese Worte nur zugeschrieben worden. Bitte prüfen. --MacPac MacPac 16:23, 10. Dez 2005 (CET)
- Überliefert bei Sueton, Nero 49, 1, allerdings nicht als Neros letzte Worte (das soll lt. Nero 49, 4 haec est fides gewesen sein). Der Artikel ist aber nicht nur in diesem Punkt zu korrigieren.--23:48, 10. Dez 2005 (CET)
Ein Hilferuf aus der fernen Zukunft
Betrifft QUELLEN. Im Jahr 4000 werden die Leute ganz sicher wissen wollen, wie das so war um 2000 herum und was da geschehen ist und wer wichtig war und was. Also die WP ist doch eine Art Flaschenpost und deshalb sollten die wo sich so gut in der Geschichte auskennen, also die wo da über den Nero schreiben und über Quellen diskutieren, die müssten jetzt sagen, welche Quellen FÜR JETZT die besten sind. Also sollen sich die vom 4000, wenn sie dann altes Gedrucktes finden, an die GALA halten oder doch besser an die BUNTE? Und wenn TV Aufahmen übrig bleiben, ist dem EXCLUSIV Vertrauen zu schenken oder dem LEUTE HEUTE? So könnten die Experten von der WP den Zukünftigen genau die Debatten ersparen, wo sie selber jetzt punkto alter Geschichte führen. --BZ 21:16, 28. Jan 2006 (CET)
WELTWOCHE
Wenn ihr mehr erfahren wollt über Nero und seine falsche Geschichte, respektive die Wahrheit über £Nero, dann lest doch mal die momentane Ausgabe der Weltwoche.. Dort drin habt ihr eine ca. 5 seitigen Bericht über Nero und seine Geschichte.. Viele Historiker und Geschichtslehrer teilen die Meinung der Journalisten gar nicht mehr. Falls wer diesen Beitrag liest und die Weltwoche gelesen hat, dann bitte ich eine Verbesserung durchzuführen unter dem Titel Neros Freispruch.... Grüsse
- Betrifft SCHWEIZ. Ja das hätte mir eigentlich auch einfallen sollen. Vielleicht finden die im 4000 ja altes Zeug in der Schweiz. Im ewigen Schnee oder so. Da hält es sich ja am besten. Also für DEN Fall: Was sollen die wo im 4000 den Dokter machen ehner rauf und runter lesen, die WELTWOCHE oder die GLÜCKSPOST?--BZ 20:44, 1. Feb 2006 (CET)
Hast was gegen die Schweiz??? Weltwoche ist eine der beste Wochenzeitung Europas. Jaja typisch.. Immer nur Eifersüchtig. Da kann doch die gute alte Schweiz nichts dafür, dass ihr nur Käse verkauft!!! Und übrigens kann man die Glückspost mit nichts vergleichen, das ist nichts mehr als Toillettenpapier. Oder liest du sieh etwa? Und was willst du eigentlich mit der Zahl 4000 Aussagen ?? Hast das Gefühl witzig zu sein ??
Lesenswert-Diskussion Nero (gescheitert)
= Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus war von 54 bis 68 Kaiser des Römischen Reiches und Künstler. Er war der letzte Vertreter der julisch-claudischen Dynastie - durchaus lesenswerter Artikel zu einer der umstrittensten Personen der Menschheitsgeschichte
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Bildherkunft
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Bildherkunft
Pro Der Artikel bewegt sich an der Untergrenze dessen was ich lesenswert empfinde. Ich gebe mal ein pro, in der Hoffnung, dass sich der Artikel im Laufe der Kandidatur noch verbessert. Mein Hauptkritikpunkt ist, dass die Diskussion um die Person Neros nicht deutlich genug herauskommt - insgesamt hält der Artikel zu sehr an den Autoren fest, die Nero offen Verachtung zeigten (ich weiß, es gibt leider nicht viele andere Quellen). Inwiefern diese Quellen jedoch die hinreichende Objektivität besitzen, vermag ich nicht zu beurteilen. Deshalb sollte der Artikel mehr kritisch hinterfragen. --15:23, 17. Apr 2006 (CEST)
- Dafür gibt es ja seit Niebuhr die Quellenkritik, um das reale vom falschen zu trennen. Quellen sind immer eine Frage der Interpreatation, zumal es ja nicht nur schriftliche gibt. Achja, Contra
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Bildherkunft . Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 16:16, 17. Apr 2006 (CEST)Contra
- Contra - siehe Diskussionseite (wobei mich auch der Versuch mancher etwas nervt, immer wieder eine Ehrenrettung zu versuchen und sich dabei auf Fini zu stützen...). --Benowar 18:05, 17. Apr 2006 (CEST)
- Contra. Wie man auch zu einem umstrittenen Kaiser einen lesenswerten Artikel schreibt, zeigt Elagabal. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 19:19, 17. Apr 2006 (CEST)
In der Abstimmung geirrt. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 17:45, 20. Apr 2006 (CEST)ProSymbol support vote.svg
Bildherkunft Schon okay so. Kleine Anmerkungen aus der Ecke Bildverarbeitung: Unter „Technologie“ werden einige „Algorithmen“ aufgeführt, tatsächlich handelt es sich bei Normalisierung und räumlichen Projektionen aber eher um mathematische Transformationen. Die technische Seite dürfte ruhig sehr viel ausführlicher beschrieben werden und großzügiger mit den Bildverarbeitungs-Artikeln verlinkt werden (Stichworte: Kantenhervorhebung, Klassifikation, ...). --Thetawave 21:33, 18. Apr 2006 (CEST)Pro
- Diese Stimme ist offensichtlich verkehrt, weil sie gleichlautend beim Kandidat obendran steht? ..Kurpälzer 22:56, 19. Apr 2006 (CEST)
- Und ich dachte, ich wäre nur zu blöd zu verstehen, worum es da geht... Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 23:26, 19. Apr 2006 (CEST)
- contra Vor Jahren einmal ein mündliches, ohne unterlagen, Referat in der Schule gehalten, das sicher dreimal so lang gedauert hat als wenn ich den Text hier vorgeläsen hätte. Wenn ich schon aus dem stand mer über Nero sagen konnte als in diesem Artikel zur Sprache kommt, kann man anzweifeln, ob er lesenswert ist. Vorallem gibt es sehr viele ungeklärte Themen über diese Person, vorallem im Zusammenhang mir seinen Verbrechen, die ausfürlich diskutiert werden müssen und es darf nicht nur einfach eine Meinung erwähnt werden. --DustyDingo 23:48, 20. Apr 2006 (CEST)
Wie heißt er jetzt?
Wie im Titel angegeben: Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus oder wie im Text angegeben: Tiberius Claudius Nero Drusus Germanicus Caesar
Von der römischen Namensgebung (Vorname, Geschlechtsname, Familienname, Beinamen ...) her ist ersteres realistischer. Aber es gibt sicher auch Gründe für zweiteren Namen? --Etherial 08:43, 16. Nov. 2006 (CET)
- Das erste ist der Name als Kaiser, das zweite der Name, den er zwischen der Adoption und dem Tod des Claudius getragen hat.--StefanC 10:11, 16. Nov. 2006 (CET)
- Sollte man das nicht irgendwo vermerken.--Etherial 14:15, 20. Nov. 2006 (CET)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Nero und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).







